Der Februar war ereignis- und erkenntnisreich. Wir sprechen über Heimweh, Packungsfarben im Supermarkt, Lunar New Year und diverse Erlebnisse…
Transkript
Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.
Susanne: Oh, da war ein Blitz. Über Toronto Island. Uh.
Dirk: Ich würde ja gerne mal sehen, wie der Blitz hier irgendwo in ein Hochhaus einschlägt.
Susanne: Äh, weiß ich jetzt nicht, ob ich das unbedingt sehen muss.
Dirk: Ich stelle mir dann vor, dass der Blitz irgendwo einschlägt und dann in allen Wohnungen gleichzeitig der Feueralarm losgeht oder sowas.
Susanne: Ich stelle mir das eher so vor, dass man von oben nach unten sieht, wie die Lichter alle ausgehen.
Dirk: Ich glaube, wir stellen uns das falsch vor. Ich glaube, Blitze, die in Toronto einschlagen, sind jetzt nicht so ungewöhnlich.
Susanne: Da interessiert sich wahrscheinlich kein Hochhaus dafür.
Dirk: Nee, nee, ich glaub auch.
Susanne: Hallo, Dirk.
Dirk: Hallo, Susanne.
Susanne: Ist ja jetzt ein bisschen her, ne?
Dirk: Ja.
Susanne: Ist alles deine Schuld.
Dirk: Aber ich mein, einmal im Monat ist so, der ist eine gute Quote immer noch. Warum ist das meine Schuld?
Susanne: Naja, du warst so lange unterwegs, bist wieder in der Weltgeschichte rumgegondelt.
Dirk: Ich war unterwegs.
Susanne: Ja, dann bist du wieder heimgekommen, mit meiner Tastatur.
Dirk: Ja, und mit einem Koffer voll Tempotaschentücher. und da war ich sehr dankbar, dass mich nirgends irgendein Zollbeamter gefragt hat, warum ich eigentlich einen Koffer voll Tempo habe.
Susanne: Ja, weil wenn du hier nicht auflösbare Tempotaschentücher kaufen willst und die extra dicken und die so konstruierten, dass du sie mit einem Rüttler auseinanderfalten kannst, dann zahlst du echt viel Geld.
Dirk: Ich glaube, das haben wir irgendwo.
Susanne: Kann man bestellen.
Dirk: Ja, genau. Die große Tempopackung, also die mit, ich weiß nicht, 30 Packungen drin oder so für 89 Dollar.
Susanne: Ja, hat meine Kollegin festgestellt, nicht ich. Also ich habe nicht danach gesucht, falls sich jetzt der normale Hörer fragt, sag mal, ist die denn total ausgeklopft? Ja, das würde ich jetzt auch sagen.
Dirk: Falls sich die Hörer und Hörer fragen, ist die jetzt total ausgeklopft? Nein, nein, die wollten
Susanne: mir nicht glauben. Ja, die wollten mir nicht glauben, meine Kollegin, dass sie sich nicht in der Hose auflösen und es steht tatsächlich auf der Packung draußen drauf, auf Deutsch.
Dirk: Aber nicht auf Englisch und deswegen ist es vielleicht nicht wahr. Ist mit Bildern beschrieben. Dann hast du gesagt, wirklich mutige Kanadierinnen, die nehmen jetzt mal eins von diesen Tempos, packen es in eine Hosentasche und waschen mal Probe.
Susanne: Die waschen doch eh alles kalt.
Dirk: Ja, und falls jetzt irgendwer da draußen sagt, ja, aber mit modernen Waschmitteln ist ja Kaltwaschen kein Problem. Das sei euch mal gesagt, wenn ihr kalt wascht, dann meint ihr 30 Grad. Aber 30 Grad ist nicht die Temperatur, mit der Wasser aus der Leitung kommt.
Susanne: Also kalt waschen ist tatsächlich kalt, kalt, kalt, kalt waschen.
Dirk: Genau, gar nicht aufgewärmt waschen.
Susanne: Aber ich glaube, darüber haben wir schon geredet.
Dirk: Darüber haben wir schon geredet. Also wir wiederholen uns ja. Ich glaube, wir haben so Lieblingsthemen. Lieblingsthemen wie, wo gibt es denn Milchprodukte? Wo gibt es denn Papier? Ach. Und ja, ich habe ja hier so eine schicke Liste. Ja, fang mal an. Und die Liste fängt ja damit an, dass ich verdient habe, gefeiert zu werden.
Susanne: Ach so, ja. Ja, oh, Dirk hatte Geburtstag im Februar.
Dirk: Genau, happy birthday to me.
Susanne: Ja, wundervoll.
Dirk: Wundervoll.
Susanne: Ja, und ich habe einen Käsekuchen gebacken.
Dirk: Einen deutschen Käsekuchen. Ja, allerdings ohne Quark. Ja, aber mit, also du kamst schon ziemlich nah ran. Ja, auch
Susanne: nicht mit Vanilledingens, sondern mit, die haben ja irgendwie ganz andere Sachen. Aber ist ja egal, ich habe einen Käsekuchen hingekriegt, sogar mit Ober- und Unterhitze, alles wunderbar.
Dirk: Ich musste 48 Jahre alt werden, bis ich zum ersten Mal im Internet nachgeguckt habe, wie wird eigentlich Quark hergestellt und wie wird eigentlich Crème Fraîche hergestellt und so weiter. Insert hier. Und dabei habe ich gelernt, dass Crème Fraîche und Quark nah beieinander sind. Und Crème Fraîche sozusagen ein Stückchen, also Quark wird ein bisschen länger getrocknet als Crème Fraîche.
Susanne: Wie schön. Ja. Jetzt hast du die Welt bereichert mit dem Wissen. Ich habe die Welt
Dirk: bereichert und dieses Wissen. Ich weiß, dass unsere Hörerinnen und Hörer noch nie drüber nachgedacht haben. Und jetzt, jetzt haben sie mal was Neues über ihre Welt gelernt.
Susanne: Du fängst ja auch nur an, über solche Sachen nachzudenken, wenn du vor dem Milchregal stehst oder Milchprodukteregal und denkst, okay, Joghurt, Milch,
Dirk: Frischkäse,
Susanne: wo ist denn der Rest? Best. Ja. Ja,
Dirk: aber es gibt Quark, haben wir gelernt, im St. Lawrence Market. Das haben wir allerdings gelernt, nachdem du mir einen tollen Käsekuchen gemacht hast. Ja, und wir haben es auch noch nicht getestet. Und der hat auch wirklich legit geschmeckt.
Susanne: Ja, ja, wir haben noch nicht nachgeguckt, ob es den auch wirklich gibt in St. Lawrence Market.
Dirk: Und dann hast du sowas gesagt wie, der Kuchen ist zu groß für mich.
Susanne: Ja, also ich meine, ich habe eine ganz normale, normalerweise hatten wir immer Kinder oder sonst wen, der dann diesen Kuchen mitgegessen hat, aber zu zweit so einen riesen fetten Kuchen zu essen.
Dirk: Mein Kuchen kann gar nicht zu groß sein. Ich hätte den gerne mehrgeschossig das nächste Mal.
Susanne: Mehrgeschossig. Dann laden wir aber Leute ein.
Dirk: Stacked Cheesecake. Das ist auch was, also unser Januar und Februar bis hierhin, also okay, die erste Hälfte vom Januar war ich unterwegs, aber der Februar bis jetzt ist einigermaßen social and cultural, weil ich habe ja von dir zu meinem Geburtstag Tickets geschenkt bekommen, für alles mögliche.
Susanne: Ich muss auch sagen, das habe ich bis jetzt immer so gemacht, außer jetzt letztes Jahr, weil letztes Jahr wussten wir ja noch nicht, wo werden wir denn sein, wann und wie. Also habe ich jetzt mal keine Tickets durch das ganze Jahr durchgekauft, aber normalerweise suche ich Veranstaltungen und dann schenke ich Dirk die Tickets.
Dirk: Und die Bandbreite hier ist enorm. Ich habe ja den Eindruck, wenn man einen Zirkel nehmen würde und würde einen Kreis um unser Apartment rumziehen, Das ist ungefähr eine halbe Gehstunde von unserem Apartment. Dann sind da wahrscheinlich 50 Bühnen irgendwie um uns rum.
Susanne: Ja, tatsächlich. Ja, und dann sind wir direkt an Dirks Geburtstag, sind wir dann in ein Musical gegangen. The Six.
Dirk: Boah, wie geil.
Susanne: Also die sechs. Und es geht um die sechs Frauen von Henry VIII. Dem König Henry VIII. und die machen so eine Art Competition,
Dirk: womit
Susanne: das deutsche Wort jetzt entfallen ist.
Dirk: Ein Wettbewerb?
Susanne: Ein Wettbewerb, danke. Wettkampf? Ein Wettkampf. Wer denn, wer das wohl so am schlechtesten hatte von den sechs?
Dirk: Es ist übrigens der Henry VIII. Er ist der einzige Henry, an den ich mich überhaupt erinnere aus dem Geschichtsunterricht. King Henry VIII. Da lernen in Großbritannien und in Kanada, nehme ich an, wahrscheinlich auch, keine Ahnung,
[Atmo]
Dirk: Ihre Geschichte. Zunächst mal so, wie es passiert ist. Allerdings mit moderner Musik. Also das ganze Ding war eine einzige Energiewelle. Es war der Hammer.
Susanne: Ursprünglich ist es ein Broadway Musical und die haben auch Preise gewonnen. Also solltet ihr die Möglichkeit haben, dieses Musical zu sehen. Es ist der absolute Wahnsinn.
Dirk: Also es ist praktisch 90 Minuten lang ein Rock-Pop-Konzert und die Frauen erzählen in diesen Songs und zwischendurch im Dialog miteinander ihre Geschichte und geben dem Ganzen dann einen recht positiven Spin, würde ich mal sagen. Ja, das sagen wir aber jetzt alles nicht, weil es war ein tolles Konzert. Supergeil. So, das war das eine Ende des Spektrums. Also da sind wir rausgegangen, wirklich geflasht. Es war bunt, es war laut, es war viel Spaß. Das nächste Konzert war dann?
Susanne: Ja, dann sind wir wieder mal in die Körner Hall gegangen, wunderschönes Gebäude, toller Sound und haben uns einen Chor angehört aus L.A., also ein amerikanischer Chor, der selbst für mich überraschend einen Choral von einem deutschen Komponisten gesungen hat und zwar auf Deutsch. und zwar in einem so schönen, klaren Deutsch. Also es war unglaublich schön und düster. Ich muss sagen, während der Aufführung, da waren zwei Tenöre, die haben so schön gesungen. Da musste ich an meinen Cousin denken, Hilmar, der letztes Jahr gestorben ist. Der hatte auch so einen ganz klaren Tenor. Noah, der hätte Spaß daran gehabt, obwohl das Thema sehr düster war von dem Choral, also nur allein denen zuzuhören, wie klar die gesungen haben, das war wunderschön.
Dirk: Düster, ja, es war eine Meditation darüber, wie es ist, Menschen zu verlieren und das ging die ganze Zeit, ich fasse mal zusammen, Sterben, Leiden, Tod, Jesus wird uns retten, Sterben, Leiden, Tod, Misery, Misery, nee, auf Deutsch, was immer Misery auf Deutsch heißt.
Susanne: Naja, wir waren ja da wieder mit Freunden und haben auch sogar noch einen Arbeitskollegen von mir mit Frau dort getroffen und ich habe dann irgendwann mal den Witz gemacht, dass ich gesagt habe, naja, also ich meine, das ist ja typisch deutsch, selbst wenn man sich freut, dass Jesus einen erlöst hat, dann klingt es also eher wie schrecklich und düster halt, Statt, dass du wirklich vor Freude jubilierst. Naja, aber...
Dirk: Jubiliert man halt irgendwie so auf der Innenseite. Wie gesagt, was
Susanne: mich völlig fasziniert hat, ist, dass die eben in diesem wirklich klaren Deutsch, altes Deutsch gesungen haben. Ich konnte das sehr gut verstehen. Die haben oben eine englische Übersetzung mitlaufen lassen. Aber trotzdem, ja. Und wie gesagt, die Stimmen waren auch sehr beeindruckend.
Dirk: Das stimmt.
[Atmo]
Dirk: Hassan Minhaj
[Atmo]
Dirk: Beim Verlassen des Konzerts wurde einem der wieder entriegelt.
Susanne: Ja, sowas habe ich noch nie erlebt. Wir haben dann Leute dort gefragt, die sagen, das haben sie jetzt schon öfter mal gemacht. Also es scheint so ein Ding zu sein.
Dirk: Ich fühlte mich auch sehr nackt. Wir konnten zum Beispiel kein Selfie machen. Normalerweise machen wir ja immer ein Selfie. Das nächste Mal
Susanne: machen wir das einfach vor der Halle.
Dirk: Sobald draußen jemand mit Zetteln rumrennt, wo man seine gebuchten Plätze aufschreiben darf.
Susanne: Weil, das ist ja auch wieder so witzig, natürlich hast du deine Tickets auf deinem Handy und auf deinen Tickets stehen die Plätze. Was machen die? Teilen dann irgendwie so Notizzettel aus, wo sie dir deinen Platz und deine Nummer draufschreiben, weil du hast ja dann keinen Zugriff mehr auf dein Handy.
Dirk: Was ja auch war, war Valentine's Day, Valentinstag. Und eine der Dinge, die wir da gelernt haben, ist, Valentinstag ist hier kind of a big deal.
Susanne: Ja, aber das wussten wir ja schon vorher.
Dirk: Das wussten wir schon vorher, aber wir haben ja immer gedacht, das ist einfach der Tag. Aber hier ist das eine ganze Woche. Also der Valentinstag...
Susanne: Wobei ich auch sagen muss, nicht alle wussten das. Das war jetzt speziell, glaube ich, ist es irgendwie eine Gruppe, die das weiß.
Dirk: Was ich erzählen wollte war, dass wir hier reingelaufen sind und uns die Dame, die hier am Empfang sitzt, einen Happy Rose Day gewünscht hat. Und wir so, hä, was für ein Tag? Ja, Happy Rose Day, also Rosentag. Und die uns dann erklärt hat, dass die Valentinstagswoche jeder Tag ein anderes Motto hat. Also ich habe
Susanne: ja dann ihr, ich glaube drei Tage vorher ist der Umarmungstag.
Dirk: Ja, also der 7. Februar ist der Rose Day, dann kommt der Propose Day, gefolgt vom Chocolate Day, gefolgt vom Teddy Day, vom Promise Day und vom Hug Day.
Susanne: Ja, da habe ich ihr dann auch eine deutsche Umarmung gegeben.
Dirk: Und danach kommt der Kiss Day und dann ist der Valentine's Day. Wow. Wir
Susanne: waren ja in der Woche vor dem Valentine's Day, hatten wir ein Siebengänge-Dinner in dem Japaner hier bei uns um die Ecke. Miku. Miku. Fantastisch.
Dirk: Und da haben wir, also solche mehrgängigen Dinner sind ja gerne mal mit empfohlenen Getränken und die hatten einmal eben ganz normal empfohlene Getränke und die sind ja chronisch dann immer, das ist halt Wein und irgendwelche Cognacs und so normalerweise und die hatten aber die Wahl zwischen einem alkoholischen und einem nicht alkoholischen Pairing. Also man konnte sich aussuchen, ob man mit oder ohne Sprit will. Wir haben dann das ohne Sprit probiert und hatten dann so Dinge dabei wie alkoholfreien Whisky. Das fand ich total geil.
Susanne: Ich fand es cool, dass es einfach überhaupt ein nicht-alkoholisches Pairing gibt.
Dirk: Ja, muss man unterstützen. An euch da draußen, einige von euch trinken ja auch eher selten Alkohol, manche auch gar nicht. Ich finde, das muss man immer unterstützen, wenn sowas angeboten wird. Aber überall immer nach antialkoholischen Optionen fragen. Jedenfalls haben wir uns das jetzt aufgeschrieben und schauen wir mal, ob wir die irgendwo herbekommen, diese Pairings, weil da waren wirklich gute dabei. Also auch die alkoholfreien Weine und so waren lecker. Ja, dann, das war ja der Februar, ist ein Feuerwerk der Erlebnisse. Ein anderes Erlebnis, das wir hatten, war Superbowl. Also wir sind
Susanne: keine Superbowl-Virgins mehr. Keine Jungfrauen mehr, was Superbowl angeht. Also ich muss mir das ja jedes Jahr immer wieder Superbowl, Superbowl und ich dachte mir American Football. Also für diejenigen, die nicht wissen, was Superbowl ist, ja ist im Grunde die
Dirk: Weltmeisterschaft vom American Football.
Susanne: Nein, nein, damit kann man es nicht vergleichen. Es ist ja ein Innerlandswettbewerb. Aber ist das World Champion, wenn man gewinnt? Nee, das wäre ja bei uns Bundesliga, die Finalspiele, wenn wir so ein Ausscheidungsprinzip hätten, statt ein Punktesystem. Also wenn wir es dann
Dirk: von der Größe her vergleichen, die USA ist ja schon auch ein bisschen größer und hat Bundesstaaten, dann können wir es wenig mit der EM vergleichen, oder? Oder der UEFA Cup oder so.
Susanne: Ja, ich weiß gar nicht, UEFA Cup, sind das nicht andere Art von Mannschaften? Als ob ich mich damit auskennen würde. Egal, egal. Es ist jedenfalls American
Dirk: Football, also Handei.
Susanne: Handei, weil die spielen
Dirk: ja weder mit dem Fuß noch ist es ein Ball.
Susanne: So, und dann haben wir uns gedacht, naja, wie lang dauert denn so ein Spiel? Ach, das besteht aus vier Quartern, also vier mal 15 Minuten insgesamt, also 60 Minuten. Die haben, ich glaube, fünf Minuten Pause zwischen den Vierteln. Und dann dachte ich so, ach, eine Stunde ist easy. Ha, was war ich lais. Ja, da haben wir uns hier also mit unseren Crackern vor den Superbowl gesetzt und ja, das läuft ungefähr so. Du hast eine Minute lang, siehst du zu, wie da irgendwelche Leute auf dem Spielfeld rumstehen und dann hast du zweieinhalb Minuten Werbung. Und dann guckst du wieder eine Minute Spiel und ja, dann hast du wieder zweieinhalb Minuten Werbung. Großartig.
Dirk: Erklär doch mal unseren Zuhörerinnen und Hörern, wie das Spiel funktioniert.
Susanne: Ah, das ist ganz einfach. Ein Team bildet eine Mauer und das andere Team versucht mit dem Ball entweder durch die Mauer, über die Mauer oder an der Mauer vorbeizukommen und verschiebt dadurch die Mauer.
Dirk: Ja, darauf läuft es im Endeffekt raus. In der Praxis haben die den Ball, fangen an zu rennen, alle springen auf einen Haufen Werbung.
Susanne: Ja.
Dirk: Und das war, also wir haben dann irgendwann aufgehört, wir haben dann irgendwann eine Folge Alone geguckt.
Susanne: Ja, ja, Moment. Wir haben dann erstmal natürlich die Halftime-Show geguckt, weil das ist ja immer das große Ding. Und diesmal war Ascha, Ascha, Ascha.
Dirk: Ascha kann Rollschuh fahren.
Susanne: Ach, und Ascha kann auch sein T-Shirt ausziehen. Und warum bitte sind nochmal Männernippel okay, aber Frauennippel nicht?
Dirk: Weil Frauennippel erotisch sind und Männernippel nicht.
Susanne: Aha.
Dirk: Ich meine, wir können ja beide mal oben ohne rausgehen und dann gucken wir mal, wer von uns beiden mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Susanne: Das ist ja nur, weil Frauennippel sexualisiert wurden, aber Männernippel nicht.
Dirk: Ja, wenn da halt eine Frau ihr Nippel zeigt, dann muss das Superbowl unterbrochen werden. Wenn Ascher das macht, dann halt nicht.
Susanne: Ja, jedenfalls haben wir Ascher die Halftime-Show angeguckt und danach haben wir beschlossen, also nee.
Dirk: Außerdem war da Taylor Swift. Taylor Swift saß nämlich in der VIP-Lounge und hat ihrem Schnupsi zugeguckt, der in einer der beiden Mannschaften mitspielt. Jawohl.
Susanne: Äh, ja. Ah, genau. Wie haben wir denn entschieden, welcher Mannschaft wir zujubeln wollen? Komm, erzähl doch mal.
Dirk: Haben wir entschieden, welcher Mannschaft wir zujubeln? Ich hab denen mit dem roten Shirt zugejubelt.
Susanne: Siehste? Ich auch. Genau. Kansas City. Weil nämlich die andere Mannschaft, die hatte so komische goldfarbene Hosen an, das sah irgendwie scheiße aus.
Dirk: Ja, also wir haben aus modischen Gründen beschlossen.
Susanne: Wir haben dann erstmal nach der Halftime-Show gesagt, nee, also mehr Werbung, da haben wir jetzt keinen Bock drauf. dann haben wir eine Stunde lang eine Folge alone ganz gemütlich geguckt, dann habe ich mein Handy gecheckt und gesagt, oh, das wird jetzt aber spannend, weil die, als die, Halftime war es noch nicht, vom Ergebnis her waren, ich glaube die San Francisco haben geführt und dann war das irgendwie noch so ein bisschen lahm, ja und dann kurz vor Ende,
Dirk: kurz vor
Susanne: Ende wurde es dann noch richtig spannend, habe ich gesagt, dann schalten wir halt jetzt mal zurück für die letzten sechs Minuten und dann waren die tatsächlich unentschieden, und dann wurde verlängert für eine Viertelstunde und die haben auch sowas wie das Golden Goal, was wir mal hatten beim Fußball und zwar, wenn die Mannschaft einen Touchdown macht, dann ist Ende und die haben gewonnen, ja und dann gab es eben zum ersten Mal, seit langem wieder mal eine Verlängerung, der Overtime und diese Overtime hat kein Mensch für geplant, also gab es auch keine Werbung, und wir haben tatsächlich mal am Stück die Spielzüge sehen können.
Dirk: Ich habe ja auch gelernt, dass die Werbung in den USA, die dort im Fernsehen läuft, halt ganz besonders speziell ist während dem Superbowl. Es gibt anscheinend gar nicht so wenige Leute, die den Superbowl angeblich nur wegen der Werbung gucken. Hier in Kanada war die Werbung schon auch, manche von den Spots hast du schon angesehen, dass die speziell gemacht waren, aber nicht ganz so besonders, weil kanadisches Fernsehen. Ich habe dann mal auf YouTube mir den Zusammenschnitt der Superbowl-Werbespots angeguckt und habe mir dann gedacht, ja, dann lieber keine Werbung, ehrlich gesagt.
Susanne: Ja, also ich weiß auch nicht, jeder, der mir das erzählt hat, ja, die Werbung, die ist so speziell und da 30 Sekunden kosten 7 Millionen Dollar und ich dachte mir, deswegen ist es speziell, aber okay.
Dirk: Der Ascher hat übrigens nichts verdient, weil das ist nämlich so eine Ehre und ich fand es auch so geil, die singen ja erstmal die Nationalhymne, bevor sie dann, also fair machen wir ja beim Fußball auch und so, aber also Männer, die, also ich habe mich gefragt, ob die eigentlich üben zu weinen, wenn die Kamera auf sie gerichtet ist oder ob das wirklich so ergreifend ist.
Susanne: Das, weißt du, wir sehen das aus einer deutschen Sicht, wir können das überhaupt nicht begreifen, wie ergriffen du sein kannst, wenn du deine Nationalshymne hörst. Ja, also ich finde jetzt schon, da sollte es mal ein bisschen mehr respektvoll sein, Herr Primbs, ja.
Dirk: Ich weine immer, wenn ich die Deutschlandhymne singe, deswegen singe ich die nie.
Susanne: Naja, also wir sind keine Superbowl-Jungenfrauen, werden wir sie nächstes Jahr wieder gucken, ha, Dirk?
Dirk: Ja, vielleicht, aber dann werden wir uns mit Leuten verabreden und in irgendeine von diesen Sportsbars hier gehen und einfach das nicht dem Superbowl zuliebe machen, sondern einfach, weil in der Crowd wahrscheinlich viel gelächter ist dann, ja. Stimmt. Aber den Football-Willen, nee.
Susanne: Ich meine, wenn du mal so überlegst, es gibt ja Leute, die abonnieren so einen Sports-Channel, zahlen also Geld und nicht wenig für so einen Sports-Channel, dass sie den gucken können und gucken dann studienlang Werbung.
Dirk: Ich habe ja auch, ich habe mein ganzes Internetleben damit zugebracht, alle Systeme, die irgendwie versuchen, algorithmisch auf mich zuzuschneiden, darauf hinzutrainieren, dass ich mich einen Scheiß für Sport interessiere. Und tatsächlich war es auch so, dass wenn wir irgendwo was gucken wollen, die Vorschlagsliste sehr sportfrei war. Seit wir jetzt den Superbowl geguckt haben, haben jetzt die ganzen Systeme sich gedacht, wir haben es schon immer gewusst. Dirk, du wirst bestimmt auch Boxen gucken, Boxen, Baseball, Hockey Du bist ein Mann Ich werde jetzt überall beballert Natürlich willst du Sport gucken Unbedingt, aber nur wenn es, ich schaue mir das grundsätzlich nur an, wenn es für jede Spielminute danach zwei Minuten Werbung gibt, ansonsten lohnt sich das gar nicht
Susanne: Ja, das ist kein Problem hier, du
Dirk: Aber nur wenn es die US-Werbung ist, kriege ich hier leider nicht, dann kann ich es auch leider nicht gucken
Susanne: Ja, du findest auch immer wieder neue Ausreden
Dirk: Ja, ich bin einfach kein Passivsportler
Susanne: Nee
Dirk: Apropos Sport, wir haben jetzt ein Fitnesscenter.
Susanne: Oh ja, habt ihr gehört, wie der Dirk grinst, während er das sagt?
Dirk: Ja, die Susanne wird von Justin trainiert.
Susanne: Ja, und der Dirk hat das Vergnügen mit Daryl.
Dirk: Ja, aber Daryl könnte nicht mein Sohn sein. Jedenfalls wären wir jetzt muskulöser. Hast du mich
Susanne: gerade alt genannt eigentlich?
Dirk: Nö, ich habe Justin Jung genannt.
Susanne: Aha.
Dirk: Aha! Aha, der ist so alt wie dein ältester Sohn, was willst du eigentlich? Ja,
Susanne: wir machen jetzt wieder regelmäßig Sport, juhu!
Dirk: So langsam wird unser Leben hier in Kanada komplett, will ich damit eigentlich nur ausdrücken.
Susanne: Naja, eigentlich ist es schön, dass wir jetzt wieder so einen Rhythmus haben und so in unsere Gewohnheiten so langsam reinfinden oder neue Gewohnheiten etablieren.
Dirk: Was aber gar nicht so leicht ist, ist, wenn wir dann im Gym sind und uns da mit unseren Trainern austauschen, die haben dann so Sachen gesagt wie, was hat denn euer Trainer in Deutschland mit euch gemacht? Und dann öffnet man den Mund und denkt sich, verdammt, wie beschreibe ich denn das jetzt? Also das ist wieder mal so ein Bereich in unserem Leben, in dem fehlt mir ein Großteil des Vokabulars. Also ich kann eigentlich nur auf Körperstellen deuten und sagen Muscle, wie immer man den nennt.
Susanne: Ja, gut. Weil wir es halt nie gebraucht haben.
Dirk: Ja, aber jetzt so langsam, Hamstrings.
Susanne: Ja, die weiß ich jetzt.
Dirk: Die tun weh.
Susanne: Ja.
Dirk: Fantastisch. Außerdem, was ich auch ausprobiert habe, ist das hiesige Zahnarztsystem.
Susanne: Oh ja, der Dirk hat Zahnschmerzen.
Dirk: Und ich habe mir eine Zahnwurzelbehandlung hier mal gegönnt und war tatsächlich ganz beeindruckt. Also hier erzählen einem ja alle, wie hart das gerade im Moment ist, Termine, wenn man in irgendeinem medizinischen Notfall ist oder sonst wie. Es wäre alles ganz arg schwierig gerade. Also speziell, wenn man hier mit Kanadiern redet, sind die alle der Meinung, ihr Gesundheitssystem ist Shit. So wie das die Deutschen von ihrem Gesundheitssystem auch behaupten, wenn man mit ihnen redet.
Susanne: Oder die Briten.
Dirk: Ja, oder die Briten. Die Briten haben wahrscheinlich recht.
Susanne: Ja, wahrscheinlich.
Dirk: Aber hier war es erstmal so, dass ich einen Termin ausgemacht habe bei einer Zahnarztklinik in der Nähe und den habe ich auch sofort bekommen. Die telefonieren einem dann hinterher, natürlich tun sie das. Natürlich, ja. Die rufen
Susanne: dich an, na, wie hat es Ihnen denn so gefallen bei uns?
Dirk: Man geht da in die Behandlung und am Tag danach rufen sie an und fragen, ob man Schmerzen hat. Zwei Tage danach erinnern sie einen nochmal dran, dass jetzt dann demnächst ein Follow-up-Termin ist. Als ich da irgendwie drin war, saß ich alleine in diesem Wartebereich. Dann kam so eine Rezeptionsdame an und hat gefragt, ob ich irgendeinen Wunsch habe, was sie mir jetzt auf Netflix einstellen soll, während ich warte. Dasselbe dann in dem Behandlungsraum, in dem Behandlungscubicle. Also es ist dann schon eher klein gewesen, aber ich meine, da passt ein Zahnarzt, so ein Folterstuhl passt da rein. Und in dem war dann auch an der Decke eben ein Bildschirm und dann haben sie mich gefragt, ob ich irgendwelche Wünsche habe, was ich denn gucken möchte. Sport? Sport, ja, ich wollte Sport haben. Boxen? Ja, also muss sagen, funktioniert. Selbig ist dann mit Medikamente abholen, Schmerzmittel und so. Also im Endeffekt bin ich reingelaufen, habe meine Healthcard hingelegt, die haben den ganzen Rest sortiert. dasselbe auch beim Medikamente abholen, die Apotheken sind ja praktisch Teil der Drogerien hier oder auch große Supermärkte, die haben dann so eine Ecke, in der die Medikamente austeilen und dann geht man dann hin mit seinem Rezept und die bereiten einem dann abgezählt die einem zugewiesenen Medikamenten vor dann bekommt man eine SMS, wenn das fertig ist, dann kann man die abholen und ja, es war mit hinlegender Karte alles bezahlt und geregelt Also ich bin ganz angetan im Moment gerade, wie das funktioniert.
Susanne: Wo du doch gerade Karte sagst, wir haben ja jetzt auch unseren kanadischen Führerschein.
Dirk: Oh ja, genau.
Susanne: Der sieht echt hübsch aus.
Dirk: Der ist ja hier auch sowas wie ein Perso.
Susanne: Da steht unsere Adresse drauf.
Dirk: Und immer wenn man in Kanada nach einer Foto-ID gefragt wird, gibt der Kanadier halt seinen Führerschein her.
Susanne: Das ist wie in den USA, die gucken mich dann immer verwirrt an, wenn ich meinen Ausweis hinhalte, weil ich habe ja meinen Führerschein, da steht nichts drauf.
Dirk: Leider ist es in Kanada so, dass man keine zwei Führerscheine haben darf, deswegen mussten wir den europäischen Führerschein abgeben. Und normalerweise, habe ich dann gelernt, ist es so, dass man eigentlich hier den Führerschein machen muss. Also du musst eigentlich hergehen und Führerschein mit einem Fahrlehrer, mit Stunden und so weiter. Aber wenn du europäischer Passinhaber bist, dann gibt es Abkommen mit der Europäischen Union, dass man hier zur Botschaft gehen kann und dann bekommt man eine beglaubigte Übersetzung.
Susanne: Ist das mit der Europäischen Union? Ja, das ist EU, weil wir haben ja einen EU-Führerschein. Ah ja, stimmt.
Dirk: Und dann bekommt man eine beglaubigte Übersetzung dieses Führerscheins.
Susanne: Außer Clément, Clément musste das nicht machen, weil sein Führerschein war auf Französisch
Dirk: Und dann geht man hier zu Service Ontario, also zum Bürgeramt Und die machen dann ein Foto von einem und geben einem einen vorläufigen Führerschein
Susanne: Und machen nochmal einen Sehtest
Dirk: Schade ist, dass wir den EU-Führerschein abgeben müssen und nur der Autoführerschein übertragen würde Das heißt, im Moment darf ich kein Motorrad mehr fahren
Susanne: Ja, jetzt ist eh, heute ging die Welt unter bei plus 10 Grad. Ich wollte nur im Nebensatz mal wieder erwähnen, wie kalt es doch hier ist.
Dirk: Ja, aber gestern war es minus 10 Grad.
Susanne: Am Freitag war es witzig, weil da war es tagsüber ab plus 8 und dann sind wir abends ausgegangen und haben gefuttert und dann sind wir da zu dem Comedian gegangen und als wir dann heimgelaufen sind, waren es minus 12 Grad.
Dirk: Allgemein ist jetzt heute Zeit lange mal wirklich schlechtes Wetter. Also wir hatten jetzt die letzten zwei Wochen dauernd Sonne auch.
Susanne: Ach, es war wunderschön bis jetzt.
Dirk: Großartig. Ja. Wir warten ja jetzt wirklich drauf, dass es dann mal so frühlingshaft wird. Das ist es halt jetzt im Augenblick noch nicht. Kann immer noch rosteln. Ja, es ist halt immer noch Februar.
Susanne: Ja, jetzt ist März-Anfang und ja. Also schauen wir einfach mal. Ich meine, wir können ja eh nichts dran ändern.
Dirk: Aber wir haben halt hier gelernt, dass es hier gibt es einen Park, der High Park. Den haben wir mal besucht. und da haben wir dann eine ältere Dame getroffen, die war auch wirklich total nett und die hat uns erzählt, dass es hier in Toronto immer ein stadtweites Ereignis ist, wenn am High Park die Kirschblüte anfängt. Ja. Da freue ich mich schon drauf.
Susanne: Das ist wahrscheinlich wie so ein Mini-Japan.
Dirk: Wahrscheinlich, so stelle ich mir das jetzt vor. Und in Wirklichkeit sind es dann drei Bäume, die blühen, oder?
Susanne: Ja, irgendwie so. Nee, nee, ich glaube, das ist ein ganzer Allee. Naja, was ist denn noch so auf deinem Zettel?
Dirk: Ah, so viele Dinge. Wir haben endlich das kanadische Nationalgericht probiert.
Susanne: Boah.
Dirk: Das ist irgendwie das, wenn man Kanadier ins Grübeln bringen will, muss man die eigentlich nur fragen, was eigentlich kanadische Küche ist. Dann schauen die dich an und wissen erstmal gar nicht, was sie antworten sollen. Dann kommt so Zeug wie Maple Syrup. Ja. Fair enough, ja, ich finde ja, alles ist besser mit Maple Syrup, aber dann kommt meistens kurz danach Poutine.
Susanne: Putin. Ja, und da fragt sich jeder, was zur Hölle ist denn Putin?
Dirk: Und ich dachte ja, es wäre irgendwas mit Hähnchen.
Susanne: Aber wegen Poulet oder was?
Dirk: Weil es auch auf den Fotos manchmal so aussieht. Es gibt es auch mit Hühnchen.
Susanne: Naja, aber wir haben, also ich sage es mal ganz kurz. Ja, man nehme Pommes.
Dirk: Nichts gegen Pommes. Die Belgier sind berühmt für ihre Pommes.
Susanne: Ja, man packe Käse obendrauf. Nichts gegen
Dirk: Käse. Die Franzosen sind berühmt für ihren Käse.
Susanne: Aber es ist nicht so Käse-Stiftchen oder so, sondern so Käse-Bobbel.
Dirk: Ja, Crumble. Cheese-Crumble.
Susanne: Okay. Und dann packt man da drauf, zum krönenden Abschluss, packst du noch Bratensoße drüber.
Dirk: Ja, das heißt, das ganze Zeug, also die Pommes sind dann so labberig durchtränkt, mit Fett durchtränkt. Der Käse schmilzt eigentlich nicht wirklich, also ein bisschen angeschmolzen vielleicht.
Susanne: sind einfach Käsebobbel.
Dirk: Um es mal abzukürzen, uns wurde versichert, in Montreal und Quebec wäre es eigentlich lecker, da kommt das Zeug wohl irgendwie her. Ich weiß gar nicht, wie die das über ihre französische Seele bringen, wenn ich mal ehrlich bin.
Susanne: Nee, da bin ich auch noch am Zweifeln. Sowieso. Jedes Mal, wenn wir über Essen generell reden, zeigt ja jeder nach Quebec. Geh nach Quebec. Da gibt es tolles Essen, ja. Als ob die Franzosen das gepachtet hätten, obwohl die Erfahrung sagt.
Dirk: Wobei wir haben hier fantastisch, also tatsächlich haben wir hier noch überhaupt gar nicht schlecht gegessen, außer der Poutine. Die Poutine war bis jetzt die Negativerfahrung, die wir hier gemacht haben. Aber ansonsten haben wir hier fantastisch gegessen. Es gibt nur irgendwie nicht das kanadische Essen, habe ich so das Gefühl, sondern so wie halt alles hier so eine Mischung aus allem ist, ist es dann eben auch mit dem Essen. Die Leute kommen hierher aus, keine Ahnung, Hongkong und machen dann hier ein Restaurant auf und das ist dann kanadisch-chinesisch oder so. Außerdem wurdest du mit Salat beworfen.
Susanne: Oh, ja, ja. So, also, ihr wisst ja vielleicht noch, wir haben erzählt, Weihnachten wird hier nicht so groß gefeiert. Ja, aber was die Auswirkung hier ist, ist, oder sagen wir es mal so, Weihnachten wird nicht groß gefeiert, aber sowas wie Lunar New Year, also chinesisches neues Jahr, wird genauso groß gefeiert wie Weihnachten. Das heißt, im Büro hatten wir tatsächlich einen Drachentanz, wo Tänzer da waren und so einen Drachen getanzt haben und dieser Drachen hat dann Salat gegessen und diesen Salat unter der Menge verteilt, weil das angeblich Glück bringt. Also wurde ich mit Salat beworfen. Ja, war schön, war hier unsere Asia Force.
Dirk: Ja und nur um das mal aufzugreifen, was wir damit meinen ist, wir hatten ja das Gefühl, Weihnachten wird zu wenig gefeiert, aber dann irgendwie haben wir festgestellt, alle Anlässe werden ungefähr gleich viel gefeiert. Also ein Lunar New Year würde in Frankfurt halt nur dort gefeiert, wo man wusste, dass es stattfindet und eigentlich gar nicht. Und hier war es halt für ein paar Wochen so, dass du überall Drachen gesehen hast, entsprechende Deko und alle möglichen Veranstaltungen waren. Und zwar ungefähr in demselben Umfang wie davor halt Weihnachten.
Susanne: Ja, das finde ich richtig cool.
Dirk: Also da wird nichts auf den Podest gehoben, sondern es ist alles irgendwo im selben Umfang, habe ich so den Eindruck.
Susanne: Ja, und jetzt haben wir gerade was?
Dirk: Im Moment ist Black History Month.
Susanne: Ah, Black History Month, ja.
Dirk: Aber ich glaube, das könnte man in Deutschland auch mitbekommen haben. aber es wird halt hier tatsächlich mehr gelebt außerdem war Family Day Family
Susanne: Day war auch Feiertag in Kanada und an dem Tag wollten wir was mit Dirks Kollegen die auch, hat er ein paar Leute kennengelernt die auch irgendwie neu hier in Kanada sind oder gerade wieder hierher gezogen sind und da wollten wir ins Royal Ontario Museum gehen in eine Fotografie Fotoausstellung. Und was wir nicht so auf dem Radar hatten, war, dass an dem Montag tatsächlich der Eintritt frei ist. My Family Day. My Family Day. Und in diesem Museum ist nicht nur diese Fotoausstellung, nein, es gibt da auch Dinosaurier-Grippe.
Dirk: Ich wäre da total gerne reingegangen.
Susanne: Ja, nur die Schlange davor, die war kilometerlang. Wir sind nicht reingegangen. Also ich meine, no way, dass ich mich da mit zig Kindern da reinquetsche. Wir sind stattdessen in einem Café versagt und haben uns drei Stunden lang interessiert unterhalten. War auch toll.
Dirk: Februar war ereignisreich.
Susanne: Ja, zwischendurch hatten wir auch mal so eine Phase, nenne ich es jetzt mal. Irgendwann mal mitten im Februar, das ging irgendwie so ein, zwei Wochen, war ich jeden Abend so richtig fertig. Fertig. Und ich konnte gar nicht sagen, warum eigentlich, ja? Ich war richtig fertig, konnte keinen normalen Satz mehr formulieren. Und dann hatte ich zwei Gedanken, die hatte ich noch nie, in meinem ganzen Leben noch nie. Der erste Gedanke war, ich hätte so gern mal wieder Deutsch um mich rum. Also nicht Deutsche, sondern Deutsch. Und der zweite Gedanke war, ich will eigentlich nur nach Hause. Wobei ich nach Hause nicht wirklich spezifizieren konnte. Also damit meinte ich nicht in meinem Kopf irgendwie Deutschland oder Frankfurt oder so, sondern ich glaube, was die Zusammenfassung von dem Ganzen war, ich wäre gerne an einem Platz, wo alles einfach ist und alles vertraut. weil ihr müsst euch das so vorstellen, dass wir hier diese ganz normalen Sachen, die wir in Deutschland total normal finden und sozusagen mit der Muttermilch aufgesaugt haben, die sind hier alle anders es fängt bei der Haustür auf und zu machen an, es geht im Supermarkt gerade weiter wo die Packungen nicht in dem Cluster, in dem zusammenstehen, wie sie in Deutschland zusammenstehen oder so und alles muss man nachgucken, rausfinden, wie es geht, muss man rausfinden, wie man da hinkommt oder sonst irgendwas. Das ist alles total anstrengend. Und außerdem, was ich auch nicht gedacht hätte, ist, wie viel wir doch dadurch, dass wir von Englisch umgeben sind, sind die ganze Zeit, wie unser Gehirn weiter produziert, Masse produziert oder Sachen durchrechnet oder keine Ahnung was es ist. Da macht es jedenfalls ständig beschäftigt, Unterbewusstheit. Und das hat uns beides sehr müde gemacht. Und wir haben dann mit anderen geredet, die nicht Muttersprachler sind und mal hierher gezogen sind oder überhaupt in ein anderes Land gezogen sind. und die haben gesagt, ja, es dauert so bis zu sechs Monate, bis sich das so wieder ausgleicht. Und wie der Dirk vorhin auch sagte, wir müssen ja auch dann Vokabular wiederfinden für Sachen, die wir nicht benennen können.
Dirk: Weil du gerade den Supermarkt erwähnst. Mir ist zum Beispiel aufgegangen, dass ich manchmal Erwartungshaltungen an Packungen habe. Das heißt, du läufst in den Supermarkt und du denkst, wenn du beispielsweise, du stehst vor dem Regal mit dem Kaffee Und du hast irgendwie die Erwartungshaltung, dass entkoffinierter Kaffee in irgendeiner Form mit einem blauen Etikett oder blauer Schrift wenigstens ist. Oder Sprudelwasser. Es gibt hier durchaus Sprudelwasser, aber Sprudelwasser von normalem Wasser unterscheidet sich auch eben durch die Etikettenfarbe ziemlich oft. Und das sind alles Erwartungshaltungen, wo dann hier ich manchmal in so einem Regal stehe und ich kann vom ersten Mal hinschauen, mein Gehirn erwartet irgendwie Signale, die nicht kommen. Ja, also du guckst so drauf, du siehst diese ganzen Packungen und du versuchst Sinn zu erkennen und du stellst dann fest, nee, ich muss sie durchlesen, die Packungen, sonst weiß ich einfach nicht, wo ich hingreifen muss. Ja, das ist einfach, ähm, ja. Aber was dann oft auch gesagt wird ist, ja, ähm, habt ihr euch denn schon mal umgeguckt nach Deutschen?
Susanne: Ja, äh, die Antwort darauf ist nein.
Dirk: Weil wir wollen ja über diesen sechs Monate Hügel drüber, ja, wir wollen ja das auch nicht verzögern, ja.
Susanne: Ich gebe ja auch zu, ich habe ja dieses Vorurteil, dass wenn ich mich jetzt in irgendeine Community, deutsche Community irgendwie begeben würde, dass ich dann umgeben bin von lauter richtig deutschen Deutschen, die sich dann nicht beschweren, über was hier nicht funktioniert. Ich hatte ja auch schon die Diskussion mit einer Kollegin, die mich gefragt hat, was ist jetzt eigentlich besser, Kanada oder Deutschland? Und das geht nicht. Jedes steht für sich und es ist halt einfach anders.
Dirk: Was wir dann auch festgestellt haben ist, es gibt ja auch den Bereich, in dem wir tatsächlich hier viel entspannter sind als in Deutschland. Ja. Und ich habe das hier auf meinem Zettel aufgeschrieben als Freaks like us. Und ich glaube, uns ist aufgegangen, als wir darüber geredet haben, dieses, ich möchte mal nach Hause und von Deutsch umgeben sein. Warum sind wir so müde? Aber irgendwie die Erkenntnis, eigentlich meinen wir damit aber nicht Deutschland mit diesem Gefühl. Ich hatte auch ein ganz ähnliches Gefühl in der Zeit. Wir meinen irgendwie nicht Deutschland. Es geht auch nicht darum, ob es ein Verdeutschen umgeben ist oder nicht. Sondern es geht um dieses den Gang rausnehmen dürfen. Also das Gehirn einfach mal durchhängen zu dürfen. Ein Bereich, der uns dann auffiel, wo wir hier wirklich viel entspannter sind, ist im Umgang mit den Menschen, die uns hier begegnen. Weil wir sind in unserer ganzen Geschichte, waren wir immer irgendwie ungewöhnlich. Also wir waren ein bisschen lauter als die Leute um uns rum. Wir haben Entscheidungen getroffen, die wir beim vielen Stirnrunzeln produziert haben. Unser Lebensweg ist gefüllt mit Dingen, die manche als interessant, andere als total
Susanne: komisch beschrieben haben.
Dirk: Ja, weil es
Susanne: halt nicht normal oder dem Standard entspricht.
Dirk: Und hier läufst du rum und alle, denen wir begegnen, alle, die wir ansprechen, ganz egal, ob jetzt in der Arbeit oder irgendwo im Alltag, Leute, mit denen wir Schwätze halten, genauso wie Leute, die uns im Aufzug begegnen oder sonst wie, die haben alle so bunte Lebensläufe und sind so unterschiedlich aufgewachsen und aus so unterschiedlichen Lebenswegen, ganz egal, ob die Kanadier sind oder nicht, dass dieses Gefühl überhaupt gar nicht aufkommt.
Susanne: Nö, wir gehen hier in der Masse unter. Wir sind hier ganz normal.
Dirk: Das ist total cool.
Susanne: Ja, nee, ich finde, das habe ich ja von Anfang an gesagt, die Diversität der Menschen hier ist schon wirklich großartig. Also da möchte ich jetzt auch nicht vergleichen in dem Sinn, sondern aber sagen, Deutschland ist total schlecht oder so, sondern ich möchte einfach nur sagen, ich fühle mich hier einfach sauwohl. Superbowl. Ja, weil wir so reinpassen. Ja, also wir versuchen halt jetzt gerade mal, das in den Griff zu kriegen mit unserem Energielevel. Dadurch, dass wir das schon mal festgestellt haben, ist schon für uns der erste Schritt. Also seitdem fühle ich mich besser.
Dirk: Ja, also als Fazit, uns geht's gut.
Susanne: Ja, uns geht's gut. Wir wurscheln uns halt so zurecht.
Dirk: Das Gästezimmer ist jetzt demnächst dann auch fertig.
Susanne: Versprechung, Versprechung.
Dirk: Eigentlich brauchen wir nur noch einen Anlass, um es fertig zu machen.
Susanne: Ja, genau. Meldet euch doch mal an zum Besuchen, genau.
Dirk: Dann ist auch das Gästebett fertig. Genau, das Bett haben wir ja schon. Wir müssen das Bett ja eigentlich nur frei machen.
Susanne: Ja. Jetzt ist schon fast März.
Dirk: Ist schon fast März, ja.
Susanne: Der Februar ist jetzt wusch vorbei gewuscht. Ich habe nichts vom Karneval mitgekriegt, nichts vom Fasching.
Dirk: Gott sei Dank ist Karneval hier kein Ding.
Susanne: Gar nicht, null.
Dirk: Null. Also wenn die schon viel feiern, aber die feiern nicht alles. Das finde ich schon mal ganz gut.
Susanne: Wahrscheinlich, es geht glaube ich auch gar nicht.
Dirk: In Kitchener vermutlich. Kitchener ist hier so eine Stadt, eine Stunde, also gehört zur Greater Toronto Area, also zum Stadtgebiet rund um Toronto. Ungefähr eine Stunde Fahrzeit von hier. Da war ich jetzt letztens, weil wir da auch ein Büro haben von Google. Und da habe ich gelernt, Kitchener hieß früher mal Berlin.
Susanne: Natürlich.
Dirk: und da ist das zweitgrößte Oktoberfest der Welt.
Susanne: Gibt es da so eine große deutsche Community? Und dann bin ich
Dirk: da mit den Kollegen, also die Kollegen haben, als ich dort war, beschlossen, wir gehen jetzt mal irgendwo was essen und dann sind wir in so ein Ding gegangen, in das sie da wohl irgendwie immer gehen und da war dann, auf der Karte gab es Schnitzel und es gab Erdinger Weißbier.
Susanne: Und du hast einen Schnitzel gegessen?
Dirk: Nein, aber ich habe ein Erdinger Weißbier getrunken, also ein alkoholfreies. und das kam sogar in einem legit Weißbierglas.
Susanne: Nein! Doch!
Dirk: Und ich habe A's und O's geerntet, als sie mir zugeguckt haben, wie ich das eingeschenkt habe. Du bist ja im Ausland, wenn du weißt, wie man Weißbier einschenkt und dann triffst du auf die Kombination aus Weißbier und dem richtigen Glas und du machst es dann, bist du ja für die Leute irgendwie praktisch wie eine Zirkusnummer. Ja, aber ich habe jetzt gelernt, also es war mal Berlin und man kann praktisch ganz Europa bereisen und dabei drei Stunden Auto fahren hier, weil es gibt hier ein Paris, es gibt hier ein London und Frankfurt ist ja auch in der Nähe.
Susanne: Ja, die waren nicht wirklich sehr erfindungsreich, als die hier rübergekommen sind und dann ihre Siedlung aufgebaut haben. Siehst du, New York?
Dirk: Es gibt ja auch ein York irgendwo als Stadtteil von Toronto, gell?
Susanne: Ja, ich meine, eine Kollegin von mir, eine kanadische Kollegin, hat ja in London studiert. London, Ontario. Ja, nicht London, UK.
Dirk: Ja, genau. Und dann gibt es hier noch ein Cambridge.
Susanne: Ach, natürlich. Gut, dann war es das mal wieder für heute, oder?
Dirk: Ich würde sagen, das war es. Uns geht es gut. Wir freuen uns auf Rückmeldungen und mal gucken, wie lang es bis zum nächsten Update dauert.
Susanne: Ja, das nächste Wetter-Update. Ja, wenn sie dann erst mal Trump wieder gewählt haben, fühlt sich wahrscheinlich alles wie tiefer Winter an.
Dirk: Darüber diskutieren wir dann beim nächsten Mal.
Susanne: Genau, der ganze Zirkus, was wir davon mitkriegen.
Dirk: Also passt auf euch auf.
Susanne: Tschüssikowski.
Dirk: Ciao.

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