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    <title>Schlanada</title>
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    <description>Susanne und Dirk ziehen um.</description>
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    <itunes:author>Dirk Primbs</itunes:author>
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            <title>Tage wie diese</title>
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            <pubDate>Sun, 23 Aug 2026 20:09:31 GMT</pubDate>
            <description>Dieses Jahr ist eine echte Achterbahnfahrt. Von Yukon über ESC bis Brustkrebs und WM, es ist viel los und nicht alles macht Spaß.</description>
            <itunes:summary>Dieses Jahr ist eine echte Achterbahnfahrt. Von Yukon über ESC bis Brustkrebs und WM, es ist viel los und nicht alles macht Spaß. Auch in der Episode erwähnt: Es gibt eine Fotomenschen Folge in der ich die Geschichte des &quot;Roaring Lion&quot;, des berühmten Fotos von Sir Winston Churchill erzählt habe. Neugierige bitte hier entlang . Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Susanne: Hallo Dirk. Dirk: Hallo Susanne. Susanne: Wie ist denn das Wetter so? Komm, erzähl mal. Dirk: Es ist kompliziert. Susanne: Also ich finde ja, mal grundsätzlich kann man sagen, wir haben einen glorreichen Sommer. Dirk: Ja, wie nicht anders zu erwarten von Toronto im Sommer. Susanne: Ja, Toronto im Sommer ist einfach glorious. Wir haben es letztes Mal aufgehört bei, wir sind auf dem Weg in den Yukon und das war im Februar. Dirk: Wo ist denn der Yukon, Susanne? Susanne: Oben links. Dirk: Oben links, also fast schon in Alaska. Susanne: Alaska. Ja, also grenzt an Alaska und grenzt an BC. Dirk: Und jawohl, wer jetzt da denkt, war das nicht das mit dem Goldrausch? Genau, das ist die Region, wo damals wirklich buchstäblich hunderttausende von Menschen darauf gereist sind. Meistens nicht wissend, worauf sie sich so einlassen, wenn sie in den kanadischen Winter reisen. Susanne: Naja, also Yukon, muss man ja auch sagen, ist ja keine Provinz von Kanada. Es ist ja ein Territory. Also Kanada besteht aus zehn Provinzen und drei Territories, die sich zusammengeschlossen haben zum Land Kanada. Dirk: Und da waren wir. Susanne: Und da war es minus 40 Grad. Dirk: Uns haben ja die Einheimischen gesagt, dass wir tatsächlich einen ungewöhnlich harten Winter hätten. Es hätte ja normalerweise um die Zeit nur angenehm lauschige minus 25 Grad und nicht minus 40. Susanne: Ich meine, wir waren ja darauf eingestellt, es ist auch wirklich cool, mal minus 40 Grad zu erleben. Dirk: Ja, ich hatte ja Leute, die zu mir gesagt haben, also minus 40 Grad, das wäre nicht meins. Aber wenn du in die Wüste fährst, um Wüste zu erleben, gehst du da doch auch nicht hin, weil du mal endlich plus 50 erleben willst, oder? Ja, genau. Es hat ja nichts mit der Temperatur zu tun, ob man es da gut findet oder nicht. Susanne: und ich hatte da so ein Paket gebucht, da konnte man dann auch Winterklamotten dazu buchen, die passenden und das hatte ich gemacht, weil ich mir nicht sicher war, ob unser Winteroutfit ausreicht. Jedenfalls oben der Yukon, wir waren die ersten zwei Tage in Whitehorse und sind dann auch durch den Schnee in Whitehorse zu einer Frühstückslocation gelatscht, ich glaube acht Minuten oder so und der Dirk war ganz weiß im Gesicht, Überall an seinem Bad alles festgefroren ist. Es sah wirklich süß aus. Dirk: Ja, also bei minus 25 bis minus 30 Grad gefrieren ja beim Atmen die innere Nasenhaare. Es fühlt sich sehr seltsam an, muss man sagen. Und bei minus 40 kommst du dann nach irgendwie zehn Minuten gehen an, als wärst du komplett eingeeist. Die Luft ist kristallklar, aber du hast halt so einen leichten Dunst, der aufsteigt, wenn die Sonne anfängt, alles anzutauen. Und also es war auch, der Yukon war sehr beeindruckend, was so die Landschaft angeht. Das ist einfach genau die Landschaft, die man sich so von Kanada vorstellt. Also der Yukon hat natürlich auch so ein paar Monate, in denen es eher frühlingshaft und sommerlich wird. Bei denen wird es tatsächlich auch mal irgendwie plus 20 bis 30 Grad im Sommer. Der Sommer ist nur sehr kurz und die Tage sind im Winter sehr kurz und dunkel und im Sommer sehr lang. Das heißt, da ist man gerade so nicht ganz oben am Polarkreis, aber man kommt dem schon relativ nahe, so allmählich. Susanne: Ja, wir haben auch viele Sachen unternommen. Wir haben Bisons gesehen und Luchse. Wir haben auch so diese Snowsheep gesehen, die sehen aus wie so große weiße Wattebälle mit ganz spitzen Hörnern, sind berühmt dafür, dass sie sich, wenn sie angegriffen werden, so einfach ein bisschen totstellen, dann kommt der Bär näher und dann reißen die mit i</itunes:summary>
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<p>Dieses Jahr ist eine echte Achterbahnfahrt. Von Yukon über ESC bis Brustkrebs und WM, es ist viel los und nicht alles macht Spaß.</p>
<p>Auch in der Episode erwähnt: Es gibt eine Fotomenschen Folge in der ich die Geschichte des "Roaring Lion", des berühmten Fotos von Sir Winston Churchill erzählt habe. <a href="https://fotomenschen.net/posts/the-british-bulldog.html">Neugierige bitte hier entlang</a>.</p>
<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo Dirk.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wie ist denn das Wetter so? Komm, erzähl mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist kompliziert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also ich finde ja, mal grundsätzlich kann man sagen, wir haben einen glorreichen Sommer.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wie nicht anders zu erwarten von Toronto im Sommer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Toronto im Sommer ist einfach glorious. Wir haben es letztes Mal aufgehört bei, wir sind auf dem Weg in den Yukon und das war im Februar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wo ist denn der Yukon, Susanne?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oben links.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oben links, also fast schon in Alaska.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Alaska. Ja, also grenzt an Alaska und grenzt an BC.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und jawohl, wer jetzt da denkt, war das nicht das mit dem Goldrausch? Genau, das ist die Region, wo damals wirklich buchstäblich hunderttausende von Menschen darauf gereist sind. Meistens nicht wissend, worauf sie sich so einlassen, wenn sie in den kanadischen Winter reisen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, also Yukon, muss man ja auch sagen, ist ja keine Provinz von Kanada. Es ist ja ein Territory. Also Kanada besteht aus zehn Provinzen und drei Territories, die sich zusammengeschlossen haben zum Land Kanada.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und da waren wir.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und da war es minus 40 Grad.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Uns haben ja die Einheimischen gesagt, dass wir tatsächlich einen ungewöhnlich harten Winter hätten. Es hätte ja normalerweise um die Zeit nur angenehm lauschige minus 25 Grad und nicht minus 40.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, wir waren ja darauf eingestellt, es ist auch wirklich cool, mal minus 40 Grad zu erleben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich hatte ja Leute, die zu mir gesagt haben, also minus 40 Grad, das wäre nicht meins. Aber wenn du in die Wüste fährst, um Wüste zu erleben, gehst du da doch auch nicht hin, weil du mal endlich plus 50 erleben willst, oder? Ja, genau. Es hat ja nichts mit der Temperatur zu tun, ob man es da gut findet oder nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und ich hatte da so ein Paket gebucht, da konnte man dann auch Winterklamotten dazu buchen, die passenden und das hatte ich gemacht, weil ich mir nicht sicher war, ob unser Winteroutfit ausreicht. Jedenfalls oben der Yukon, wir waren die ersten zwei Tage in Whitehorse und sind dann auch durch den Schnee in Whitehorse zu einer Frühstückslocation gelatscht, ich glaube acht Minuten oder so und der Dirk war ganz weiß im Gesicht, Überall an seinem Bad alles festgefroren ist. Es sah wirklich süß aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also bei minus 25 bis minus 30 Grad gefrieren ja beim Atmen die innere Nasenhaare. Es fühlt sich sehr seltsam an, muss man sagen. Und bei minus 40 kommst du dann nach irgendwie zehn Minuten gehen an, als wärst du komplett eingeeist. Die Luft ist kristallklar, aber du hast halt so einen leichten Dunst, der aufsteigt, wenn die Sonne anfängt, alles anzutauen. Und also es war auch, der Yukon war sehr beeindruckend, was so die Landschaft angeht. Das ist einfach genau die Landschaft, die man sich so von Kanada vorstellt. Also der Yukon hat natürlich auch so ein paar Monate, in denen es eher frühlingshaft und sommerlich wird. Bei denen wird es tatsächlich auch mal irgendwie plus 20 bis 30 Grad im Sommer. Der Sommer ist nur sehr kurz und die Tage sind im Winter sehr kurz und dunkel und im Sommer sehr lang. Das heißt, da ist man gerade so nicht ganz oben am Polarkreis, aber man kommt dem schon relativ nahe, so allmählich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir haben auch viele Sachen unternommen. Wir haben Bisons gesehen und Luchse. Wir haben auch so diese Snowsheep gesehen, die sehen aus wie so große weiße Wattebälle mit ganz spitzen Hörnern, sind berühmt dafür, dass sie sich, wenn sie angegriffen werden, so einfach ein bisschen totstellen, dann kommt der Bär näher und dann reißen die mit ihren spitzen Hörnern den Bauch auf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die sehen so ein bisschen aus, als hätte ein Eisbär eine Affäre mit einer Ziege gehabt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wir reden von Viechern, die so groß sind wie ein kleines Pony. Also die sind schon nicht so klein und die sind gut bewaffnet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da willst du dich auch nicht irgendwie nebendran stellen und zum Selfie machen oder so, ist nicht empfehlenswert. Also wir haben das nicht für euch getestet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es scheint so ganz allgemein bei kanadischem Großwild, scheint es mit dem Selfie nicht empfehlenswert zu sein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, wir haben auch Elche gesehen. Wir waren bei irgendwelchen Hotsprings, wo einem, wie heißt denn das auf Deutsch? Heißwasserquellen. Heißen Quellen, so jetzt. Und da gibt es so einen Wettbewerb, wer die witzigsten Frisuren macht. Also du kannst also dann halt dein Haar nass machen und es gefriert ja innerhalb von kürzester Zeit und es sieht dann wirklich witzig aus. Ja, was haben wir noch gemacht? Ach, wir waren Hundeschlitten fahren durch eine traumhaft schöne Schneelandschaft, aber Schlittenhund fahren ist schon wirklich arschkalt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, vor allen Dingen, wenn man nicht selber steuern darf. Also als wir damals in Muskrucka waren, durften wir ja selber steuern und da wird einem dann schon warm bei. Wenn man nur drin sitzen darf und gesteuert wird, dann ist das sicherlich beeindruckend und es war eine großartige Landschaft. Das ist halt wirklich eigentümlich auch, aber ist dann schon kühl, muss man sagen. Und was ich ganz interessant fand war, das ist ja so ein Familienbetrieb und die Chefin von dem Laden, die war 70 und die hatte gerade irgendwie drei Jahre vorher oder vier Jahre vorher ihre Karriere als professionelle Wettkampfschlittenführerin eingestellt. Die hat so Dinge gemacht wie so 1500 Kilometer Rennen im Winter von Yukon nach Alaska zu machen und sowas. Da machen die dann Wettrennen über zugefrorene Seen und weiß der Geier, das ist alles echt nicht trivial.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Alles oben am arktischen...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, alles nicht trivial, aber die wusste ganz offensichtlich, was sie tut und wir haben dann auch so ein bisschen reingelesen, haben dann unsere Dinge erzählen lassen. Und da ist es halt dann so, wenn du an der falschen Stelle beschließt anzuhalten, kann es halt auch passieren, dass du in so einem Yukon-See einbrichst mit deinem Gespann. Das heißt, du musst schon wissen, was du da tust. Und das war so deren Leben, bevor sie beschlossen hat, was Leichtes zu machen, wie im Winter Touris mit den Dingern in der Gegend rumzukarren. Bei minus 40 Grad.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind dann auch zum ersten Mal in unserem Leben auf Schneemobilen gesessen und sind die gefahren. Das war auch interessant. Ich hatte ja so ein bisschen Schiss, weil ich mir dachte, wenn ich da jetzt irgendwie gegen so einen Baum stamm oder so, das siehst du ja nicht unterm Schnee, irgendwie dagegen ramse oder so. Aber ich habe das doch dann ganz gut gemacht. Ich habe das auch super gemacht. Ich habe ja auch keinen Motorradführerschein wie andere Leute hier in diesem Raum und habe uns nicht in eine Schneewehe reingefahren. Ihr müsst euch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> diese Schneemobile übrigens vorstellen wie so ein Zwitter aus so einem Raupengerät, also die haben wie so eine Plastikkette hinten und vorne zwei Kufen zum Steuern, das ist halt irgendwie so ein Schlitten-Motorrad-Raupengedöns. was wir auch gehört haben ist wir hatten ja das Ding im Kleinkind-Bodus, das heißt unsere durften 35 kmh schnell werden und haben dann abgeriegelt und das hat sich echt schnell angefühlt aber wir haben dann auch gelernt, dass die, die das wirklich können und die sozusagen Erwachsenen diese Dinger können bis zu 200 Sachen schnell werden also krass ich weiß nicht, ob man da jemals 200 fährt auf so ein Ding, weil bestimmt gibt es Irre, die das tun Aber man kann auf jeden Fall mit mehr als 100 Stundenkilometer durch die Botanik scheppern damit. Das ist der Hammer. Und wie immer bei so Schlitten ist es mit dem Lenken genau andersrum, als es mit einem Motorrad wäre, was mir halt zum Verhängnis geworden ist. Ich bin dann spontan mit der Susannestadt in die Kurve, in die ich so hoffnungsfroh gelenkt hatte, zu fahren, einfach geradeaus in die Schneewehe. Und dann ist es so Fluffschnee. Ja, und der</p>
<p><strong>Susanne:</strong> war ja ziemlich hoch. Also ich weiß nicht, der war über einen Meter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann wollte Susanne in aller Eleganz sich aus diesem Schnee befreien, weil sie noch so halb auf diesem Mobil saß. Ich war schon in der Schneewehe und dann habe ich sie gepackt und habe sie in den Schnee geworfen. Es gibt eine Videodokumentation dieses gesamten Vorgangs, wie man Susanne dann protestieren hört.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben dann eigentlich nur noch gelacht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du bist zur Brust im Schnee gestanden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Allerdings, ja. Und vor allem, da bin ich ja auch nicht alleine wieder rausgekommen. Also unser Führer muss mir ja da raushelfen. Es ist ja unmöglich, dass du da irgendwie rauskommst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, mitgefangen, mitgeschneeweht. Jawohl, so nämlich. Und wir haben Nordlichter gesehen. Und wir waren in so einem Resort, die ja auch so einen Weckdienst hatten. Die hatten sozusagen eine nächtliche Nordlichtwache. Wir waren am ADW</p>
<p><strong>Susanne:</strong> mitten im Nirgendwo. Ja, da war dieses Ressort und wir hatten auch große Fensterfront. Also wir haben auch die Nordlichter tatsächlich vom Bett aus gesehen. Ja, war rundrum ein total schöner Trip.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sehr beeindruckend. Zu gleichen Teilen genau das, was man erwartet und ganz anders, fand ich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das Faszinierendste fand ich, dass der Schnee anders klingt. Also schon, wenn du draufläufst, klingt der so wie gebrochenes Glas, als würdest du auf Glasscherben gehen.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann, wenn du die Füße hin und her bewegst, klingt, dann quietscht der so. Ja, war toll. Ne, und auch die minus 40 Grad nehme ich, also...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Einfach mal das erlebt zu haben, so sind minus 40 Grad, kann man auch irgendwie managen. Die Einheimischen parken ihre Autos dann, wenn sie in irgendein Geschäft oder in irgendein Restaurant wollen oder so, draußen und stecken die an die überall vorhandenen Steckdosen an. Die haben so Heizdecken montiert im Auto, dass dann das Auto den Motor praktisch warm genug hält, damit man damit weiterfahren kann. Aber während wir mit unserer Leihausrüstung, mit dicker Jacke und allem so rumlaufen, fahren die halt mit dem Auto vor, steigen mit dem T-Shirt aus, rausgehen, dann mal gerade Kaffee trinken und so kommen, im T-Shirt wieder raussetzen, sich wieder in ihr Auto fahren, weiter. Also da kann man sich auch dran gewöhnen anscheinend.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Anscheinend, ja. Ja, und dann mal wieder daheim und dann haben wir die ersten Besuche des Jahres gekriegt. Und die haben sich dann die Türklinke in die Hand gegeben, im Grunde mit Flo und Mary.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Flo ist unser Ältester und seine Freundin Mary.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir wollten zwei Sachen machen mit denen und zwar natürlich um die Zeit, Ende April, Anfang Mai, fängt in Toronto die Kirschblütenzeit an und alles strömt in den Haipark und auch dieses Jahr haben wir unsere jährliche Pilgerfahrt in den Haipark gemacht. und das andere, was wir auch schon letztes Jahr geplant hatten, war, wir wollten zum Tulpenfestival nach Ottawa.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So ähnlich wie die Cherry Blossoms nur von Leuten besucht werden, die dauernd grinsen und eine gute Laune haben, so geht es einem mit dem Tulip Festival auch. Die Geschichte des Tulpenfestivals fängt an im Zweiten Weltkrieg. Und zwar war die holländische Königsfamilie von den Nazis geflohen und die Königin war zu der Zeit hochschwanger mit Prinzessin Margret. Um die holländische Königsfolge antreten zu dürfen, muss man allerdings als kleine Prinzessin oder kleiner Prinz auf holländischem Boden geboren worden sein. Und das ist natürlich ein Problem, wenn du in Kanada bist. Und deswegen hat die kanadische Regierung damals kurzerhand den Kreißsaal und das Hotelzimmer, in dem die untergebracht waren, zu holländischem Boden erklärt. und die kleine Prinzessin Margret wurde deswegen ganz regulär als Teil der Thronfolge in Kanada auf holländischem Boden geboren. Jetzt wissen wir, wie das weiterging. Die Nazis haben verloren, Holland hat sein Königspaar zurückbekommen und als Geste der Dankbarkeit schickt seither Holland jedes Jahr hunderttausende Tulpenzwiebeln nach Kanada.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und wir hatten tatsächlich Glück dieses Jahr, weil nämlich die gute Prinzessin Margret Die waren beim Tulpenfestival, haben die tatsächlich gesehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das wussten wir ja gar nicht. Wir sind da einfach hingeschlappt, wo halt da so der Anfang von diesem ganzen Gelände ist, wo die meisten Tulpen sind. Wobei man sagen muss, ganz Otter war es in Tulpen getaucht während dem Tulpenfestival. Aber es gibt natürlich die Parks, in denen ganz besonders viele Pflanzungen und dann auch so ein bisschen Galama ist mit Bühnen und allem. Und da sind wir hin und dann fiel uns auf, dass da so eine größere Gruppe von Leuten in seltsamen, historisch aussehender Gewandungen rumliefen. und dann haben wir die angesprochen und dann sagten die, nein, nein, die sind hier die Ehrengarde für Prinzess Marguerite, die nachher vorbeikäme und dann haben wir gesagt, okay, wir sind anscheinend gerade zur richtigen Zeit hier und dann haben wir uns da auch mal hingestellt und dann lief die an uns vorbei, knusprige Jugendliche, was ist es, 83 Jahre oder so, also auch schon nicht mehr ganz so frisch Aber die hat das Festival ganz offiziell eröffnet Aber wir standen dann tatsächlich irgendwie drei Meter neben der Frau Also das war wirklich schön Und dann sind wir da halt rumgelaufen Du hast nur lächelnde Menschen um dich rum Das Wetter war großartig</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Ottawa an sich ist ja wirklich ein niedliches Städtchen, muss man mal sagen Darf man sich jetzt nicht so vorstellen wie Berlin oder so So eine Riesenstadt ist wesentlich kleiner, glaube ich. Also es fühlt sich jedenfalls sehr provinzial an. Hat halt die Gebäude, die wir in den Nachrichten normalerweise sehen, das Parlament und so. Also es war auch schön, das mal zu sehen und da einfach rumzuspazieren und ein Gefühl für die Stadt zu kriegen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja und Susanne hatte uns eingebucht im Fairmont und das war uns gar nicht bewusst, Aber das Fairmont ist auch der Ort, an dem eine wirklich berühmte Fotografie in der Bar hängt, tatsächlich. Ist Teil der Hotelbar-Deko. Und zwar das Bild, das man vor Augen hat, wenn man Sir Winston Churchill hört. Da gibt es ein ikonisches Bild, wo der so grimmig in die Kamera schaut. Und dieses Bild heißt The Roaring Lion.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der brüllende Löwe.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wahnsinnig tolles Bild.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist ein relativ großes Bild und das ist eine Generation, wo du auch weißt, dass der Fotograf in seinem eigenen Labor sein eigenes Negativ genommen hat und auf fotosensitives Papier abgezogen hat und selber sozusagen diesen Druck erarbeitet hat. Und der ist halt, das ist großartiges Papier, es sind wahnsinnig genau kontrollierte Schatten. Hast du eigentlich mal die</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Geschichte von diesem Foto in Fotomenschen besprochen?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann kannst du ja den Link in den Notes packen. Ich packe den Link in die Notizen. Das würde ja jetzt zu weit führen. Ja, und dann sind die gegangen und schwupps war ESC.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jetzt muss man ja zum ESC wissen, das ist ja hier mitten unter Tags.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das heißt, während irgendwie in Europa die Leute um 9 Uhr abends ESC gucken, ist es hier halt 3 Uhr nachmittags. Mal ganz allgemein, man hört ja immer, dass Kanada ja auch Fan von ESC ist, aber so im Grunde findet der ESC hier kaum statt. Also es gibt jetzt nicht so richtig viele Kanadier, die wissen, was mit dem ESC auf sich hat. Die wissen, den gibt es vielleicht, dieses komische Musikdings, aber...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und da haben wir unsere Chance zur Aufklärung gesehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und haben eine ESC-Party hier veranstaltet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und haben Freunde eingeladen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich muss ja das auch mal sagen, wir haben dann unsere Kids gefragt, die das alle dieses Jahr ignoriert haben. Fand ich echt schlimm. und der Knaller war ja Flo, der gesagt hat, ich kann mir ja dann die Highlights als kurze Clips angucken. Und dann muss ich mal sagen, Leute, der ESC, den guckt man nicht in kurzen Clips. Weil beim ESC ist ja ein Teil des Erlebnisses, dass man sich das anschaut und währenddessen fragt, was zur Hölle schaue ich mir hier gerade an? Und warum? Wir hatten auch hier einen riesen Spaß in dem Rudel, selbst beim Voting. Das Voting ist ja mit das Bizarreste am ESC, wenn man sich das überlegt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Absolut und dann hat sich das auch, die haben zum Schluss richtig mitgefiebert, ja, und weil es hat ja alles nochmal auf den Kopf gedreht, das Voting und dann, also es war ein schöner Abend.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und jetzt haben wir ja gehört, zu der Zeit war das noch so ein Gerücht, dass Kani ESC-Fan sei und eigentlich gerne wollen würde, dass wir teilnehmen. Inzwischen ist ja die Katze aus dem Sack, wie man so schön sagt, schönes deutsches Sprichwort.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nächstes Jahr ist Kanada dabei.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl, wir treten an. Also Kanada tritt an.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich bin ja echt mal gespannt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wie cool wäre das, wenn die gewinnen würden? Ja, dann wäre der ESC hier. Das wäre natürlich schon der Wahnsinn in Dosen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und für mich war das dieses Jahr besonders wichtig, dass wir Menschen hier auch hatten zum ESC. Und ich möchte jetzt nur mal sagen, Triggerwarnung, wird es ein bisschen schwerer vom Themengehalt her. Ein sehr guter Freund von mir ist tatsächlich an meinem Geburtstag im Mai verstorben und wir hatten normalerweise immer so ein ESC Bitchfest, sag ich mal, wo wir uns halt über die Beiträge lustig gemacht haben oder halt dann, weil er Brite ist, gewettet haben, wer jetzt wohl auf dem letzten Platz landet, Großbritannien oder wir, weil das ja immer so war. und ja, das war unser Ding. Also wir hatten viele solche Dinge und er ist eben an Krebs verstorben und hat eine Frau und zwölfjährige Zwillinge zurückgelassen. Also es hat mich schon mitgenommen. Und deswegen Leute um mich rum zu haben, mit seiner Frau ein bisschen hin und her zu schreiben, mit Freunden hin und her zu schreiben, hat mich durch diesen Tag getragen. Ja und dann, was auch noch passiert ist und ich glaube, das ist auch einer der Gründe, warum wir jetzt so ein bisschen später dran sind mit Aufnehmen, ist, ich war am, im Februar bin ich zum Arzt gegangen, weil ich in der Vorminopause bin und ich habe also viele Sachen, mit denen ich hier so ein bisschen zu kämpfen habe, wie Hitzewallungen und all diesen ganzen Scheiß und dann habe ich mir halt gedacht, naja, es gibt ja diese Das nennt man hier Hormone Replacement Therapy, also HRT oder auch, da bekommst du halt Hormone, damit Östrogen in erster Linie, damit diese Symptome nicht mehr so krass sind. Dachte ich, das wäre vielleicht eigentlich ganz cool, das zu machen und meine Ärztin hat dann gesagt, okay, bevor wir das aber machen, gehst du und machst ein Mammogramm. Und auf dem Mammogramm haben sie eben was gefunden und haben mich dann halt zu weiteren Untersuchungen geschickt, stellt sich raus. Ich habe Brustkrebs auf der rechten Seite und das nennt man duktales Karzinoma in situ. Heißt im Grunde sind Krebszellen, die in der Milchgang sitzen in der Brust, die sind nicht ausgebrochen und ist eigentlich eine sehr frühe Form von Krebs. Ja und dann vorletzte Woche war eigentlich schon meine Operation geplant, um dieses Gewebe zu entfernen. und ich wusste dann wird noch irgendwie Bestrahlung notwendig sein und wahrscheinlich irgendwelche Östrogenblocker und dann war ich eben zu so einem Vortermin da, die setzen dann so einen Marker in diese Stelle und während sie da so detailliertere Bilder machen, haben sie eben eine weitere Stelle entdeckt und ich werde jetzt eine komplette Brustentfernung haben auf der rechten Seite und werden dann gleich, und das hätte ich jetzt auch nicht gedacht, dass ich das jemals sage, ich treffe mich nächste Woche mit meinem plastischen Chirurgen, der mir dann erzählt, wie man diese Brust wieder aufbaut. Also es ist beschissen, aber immer noch die beste Version von beschissen, die man sich so vorstellen kann. Und da waren wir halt jetzt die letzten Wochen, eigentlich die letzten Monate damit beschäftigt, erstmal einzugrenzen, was ist das jetzt genau, um dann zu sagen, okay, jetzt wissen wir, was es ist und folgendes ist der Plan, der jetzt gemacht werden muss. Und da habe ich jetzt noch weitere Termine.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das findet jetzt dann so in den nächsten paar Wochen statt. Und dann ist ein Monat, den die so grob ansetzen als Heilungszeitrahmen. Die gute Nachricht, wir sind so früh dran und da kann man einfach nur deiner Ärztin danken. Wir sind so früh dran, dass es tatsächlich hinterher gilt, gilt man als komplett geheilt, verliert aber das Gefühl auf dieser Seite. Das ist natürlich dann schon, also das ist eine schwere OP, eine Amputation, wenn man so will. Aber zumindest gibt es danach eine Chance, dass man eigentlich wieder ungefähr bei dem Krebsrisiko ist, das in Anführungsstrichen die Normalbevölkerung hat. Das ist ja der häufigste Krebs überhaupt. Wir haben im Zuge dessen auch mal hier nachgeguckt in Kanada. Es gibt so Statistiken, wie hoch die Heilungs- und Behandlungserfolge sind. Also Kanada und Deutschland ist da ziemlich gleich auf. Die USA sind ein kleines bisschen weiter vorne, aber nur deswegen, weil die ein anderes Vorsorgeregime haben. Also in den USA wird man schneller und häufiger gescreent. Das ist eine Diskussion, die hier gerade im Moment stattfindet, ob das nicht sein müsste. Ansonsten, man wird hier sehr gut medizinisch betreut. Das kann man mal generell festhalten, oder?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich erwarte jetzt nicht, dass mein Arzt mich in den Arm nimmt und meine Tränen trocknet oder so, sondern ich will, dass der eigentlich faktisch mich da durchzieht und sagt, folgendes sind die Fakten, folgendes sind die typischen Vorgehensweisen, hier sind deine Optionen. Also auch da hatte ich eben zwei Optionen, aber die Alternative wäre irgendwie, da wären wir halt nicht sicher gewesen, ob alles Brustgewebe entfernt ist, dass irgendwie mutiert ist und ja und ich hätte dann weiter Bestrahlung machen müssen und so weiter und das muss ich jetzt dann alles nicht. Keine Bestrahlung, keine Östrogenblocker, nichts dergleichen, sondern eben diese Mastektomie. Deswegen mein Appell an euch alle da draußen, macht eure Voruntersuchungen. Je früher, also ich hatte jetzt echt Glück im Unglück, weil hätte man jetzt vielleicht noch ein halbes Jahr oder ein Jahr gewartet, dann wäre das ein richtiger Krebs gewesen, der dann wahrscheinlich schon in den Lymphknoten und weiter...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und dann Chemo, Radiation, alles und das ist alles dann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also eine Sache, die ich auch noch sagen will, das Schöne ist, was ich über mein Leben gelernt habe, ist, wenn du mit Sachen an die Öffentlichkeit gehst, also das mit Freunden, Familie, Bekannten, Kollegen und so weiter teilst, plötzlich kommen Menschen auf mich zu und sagen, ey, ich bin durch dasselbe durchgegangen oder meine Frau oder meine Freundin oder oder oder. Immer wieder im Laufe meines Lebens ist mir das immer auf die gleiche Art und Weise passiert und so auch diesmal plötzlich, ja, habe ich eine Menge Menschen, mit denen ich mich austauschen kann, die durch dasselbe durchgegangen sind und mir dann Tipps geben. Da bin ich sehr dankbar für. Ja, und zu dem Thema auch, weil da hat mir der Dirk den letzten Einlauf verpasst, weil ich mich immer darüber aufrege, wenn mir Freunde dann Sachen so erzählen, wenn es schon passiert ist, ja, also so im Nachgang und weil sie mir in dem Augenblick die Chance geben, einfach da zu sein und mitzufühlen und mitbeizustehen und einfach gute Sachen für diese Menschen zu tun. Wenn du das halt erst danach erzählst, dann ist diese Chance weggenommen. Und ich freue mich immer über das Vertrauen, das Menschen in mich setzen, wenn sie mir vorher erzählen, was auf sie zukommt oder was sie gerade miterleben, weil ich dann auch da sein darf und unterstützen darf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist ja auch nichts Peinliches dran, wenn man auch mal eine harte Zeit durchschreitet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, überhaupt nicht. Vor allem, was ich ja auch spannend finde, in dem Augenblick, wo ich das erzähle und Menschen irgendwie zukommen und sagen, ich kenne das, ich weiß, fühle ich mich auch überhaupt nicht mehr allein und habe dadurch wesentlich mehr Energie und weiß, ha, klar kriege ich das irgendwie hin, ach guck mal und ach so und ich bin ja auch super dankbar für diese kleinen Tipps, weil für mich ist es ja das erste Mal. Ja, deswegen, ich wiederhole es nochmal, schiebt eure Voruntersuchungen nicht auf, macht sie, so unangenehm es auch sein mag, zieht es durch und hey, ja, wenn es euch nicht gut geht oder so, teilt es mit jemandem, seid da nicht allein. Ja und im Zuge dessen, weil ja auch mein guter Freund gestorben ist, haben wir unsere Pläne umgeworfen und sind dann nach London geflogen, um dann eben in Leeds bei der Beerdigung mit dabei zu sein, was natürlich ein krasser Trip ist, aber ich bin froh, dass ich es gemacht habe, weil für mich war das wirklich wichtig, da zu sein. Und auf dem Rückweg haben wir das gleich genutzt und haben unsere Arbeitsgenehmigung verlängert, weil man muss ja von außen, also von einem anderen Land wieder einreisen. Es darf nicht die USA sein, um diese Arbeitsgenehmigung zu verlängern zu können. Und das haben wir dann gleich mitgemacht. Und deswegen dürfen wir jetzt bis 2029 hierbleiben. Ne, warte mal, doch, 2029 plus drei Jahre.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Residency wird sich noch ziehen übrigens. Das werdet ihr noch ein, zweimal hören. Das kann alles noch bis Anfang nächstes Jahr dauern. Aber wir sind im Prozess.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also der Staat Kanada muss jetzt noch sein finales Okay geben und das muss halt dann auch erstmal vorher geprüft werden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das kann theoretisch schnell gehen, aber praktisch dauert es wahrscheinlich noch mindestens ein halbes Jahr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und dann waren wir wieder zurück und sind dann erstmal auf Biberjagd gegangen, weil im Zuge der Weltmeisterschaft haben sie hier in Toronto, in der Altstadt, überall Biber versteckt, kann man ja sagen. Die stehen relativ offen rum. Aber es sind 51 Biber und natürlich jede der Länder, die auch teilgenommen haben an der Weltmeisterschaft, hatten einen eigenen Biber, der von einem lokalen Künstler gestaltet wurde. Und dann gibt es die offizielle Biberjagd, auf die man sich machen kann. Oder sie haben es Biberquest genannt. Und dann fing die Weltmeisterschaft auch schon an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ihr müsst ja wissen, wir können hier zum Stadion gehen. Zu Fuß. Zu Fuß. Und wir haben das auch getan. Zweimal. Weil ich habe ja hier so eine alle vier Jahre WM-Begeisterte. Und wir können ja schlecht hier die WM vor der Haustür haben und dann nicht Tickets ins Stadion kaufen. Also redet hier von mir übrigens. Ja, deswegen weibliche Form. Eine Begeisterte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hä? Ja, das habe ich schon verstanden. Hätte ja auch irgendjemand anders sein können, aber nein, das bin ich. Ich wollte mich outen. Ich gucke gerne WM. Und ich habe mich ja jedes Mal, habe ich ja nur Augen gerollt, weil ich dem Dirk jedes Mal erklären muss, was abseits ist. Aber nicht mehr. Nein, nein, ich glaube, der Dirk ist dem Fußballfieber voll, voll verfallen dieses Mal. Ich habe nämlich</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Stadion-Tickets gekauft, zu der Zeit, als wir noch nicht wussten, wer denn jetzt eigentlich spielen würde, für Gruppentickets. und kaum, dass wir die Tickets hatten, wenige Zeit später kam dann raus, eine der Termine wird Deutschland hier in der Stadt sein. Natürlich der Termin, den ich nicht, wo ich keine Tickets für gekauft habe, also bin ich losgezogen, hab nochmal Stadion-Tickets gekauft und dann hatte ich zwei Stadion-Tickets für zwei Fußball-WM-Spiele und dann dachte ich mir, dann muss ich jetzt ja wohl auch hier... Voll-In. Also All-In. Und boy, so viel Fußball hast du noch nie geguckt, wie diese WM.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Doch, aber so viel Fußball habe ich noch nie mit dir geguckt</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben dutzende Spiele geschaut, dutzende</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und was mir nicht klar war, wenn du dann hier zu so einem Spiel gehst Und unser erstes Spiel, zu dem wir gegangen sind, war Deutschland gegen Elfenbeinküste Und dann bildet sich hier so ein Riesentross an deutschen Fans, die alle so ein weißes T-Shirt anhaben</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Manche auch mit so alten peinlichen Bundesliga-Shirts</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nee, oder mit einem fetten Reichsadler drauf Ich weiß nicht, ob das ein Reichsadler ist Nein, wahrscheinlich nicht, so ein Adler halt So ein Geier</p>
<p><strong>Dirk:</strong> halt, ja, so ein Bundesgeier</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und seit wir hier wohnen ich habe noch nie so viele Deutsche auf einen Haufen gesehen Es sind auch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> in Deutschland irgendwie zu viele Deutsche auf einem Haufen gewesen, wenn ich ehrlich bin Also wir sind dann zu Fuß Richtung Stadion gelaufen wir hatten es nicht geplant und sind in diesen Tross reingeraten, war auch irgendwie Irgendwie lustig. Mein Highlight war ja der Ricola-Proben-Austeiler. An der richtigen Aussprache solltest du sie ja kennen. Also der Typ stand halt mit so einem Ricola-Schild an irgendeiner Ecke und hat so Ricola-Kräuterzucker-Pröbchen ausgeteilt. Und alle, die da vorbeigelaufen sind, haben plötzlich, Ricola! Und dann gab es vorne so einen Typen in diesem Tross mit so einem Megafon, der ständig irgendwelche Sprechchöre vorgemacht hat, und irgendwann hat der vorne angefangen, hinsetzen, hinsetzen, hinsetzen und haben sich alle auf diese Straße gesetzt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und der Dirk und ich, wir haben uns gedacht, nee, wir setzen uns nicht hin. Das geht ja wohl gar nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann hat der da halt so Sachen, die Leute buchstabieren lassen und all so Zeug. Und als ich dann endlich auch mal auf die Idee gekommen bin, auf Aufnahme zu drücken, waren die sozusagen am Ende eines Satzes angekommen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe gedacht, ich stehe irgendwie irgendwo im Nirgendwo.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist so ein Video, das muss man einfach ohne Kontext hin und wieder mal irgendwem schicken, weil du siehst einfach nur eine Menge an Köpfen, die irgendwie auf der Straße zu sehen sind. Wenn du genau hinguckst, siehst du die knien irgendwie alle oder sind so in der Hocke gegangen oder sitzen und der Typ, wie gesagt, Ende vom Satz, Ausrufezeichen und alle so Ausrufezeichen. Es ist jetzt ein</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Familien-Gag irgendwie, ja, weil also, ja.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Surreal irgendwie.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, und dann waren wir im Stadion und saßen da auf unseren echt geilen Plätzen und rechts von mir war so ein Elfenbeinküste-Pärchen, die Elfenbeinküste angecheert hat und die waren echt gut drauf, haben getanzt und hatten Spaß. Ja, der Dirk hatte dann eine etwas andere Erfahrung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also neben mir waren zwei sehr übergewichtige Herren, die emotional, sagen wir mal, ein bisschen überinvestiert waren. Also es war halt vor allen Dingen auch so, es war so eine unangenehme Wut bei allem, was irgendwie vorne entschieden wurde. Der Schiri pfeift, neben mir wird Puii geschrien.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Puii habe ich schon ewig nicht mehr gehört.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Als Wort war das ja lustig. Puii. Aber das eskalierte dann. Also der hat dann da vorge... Du Arschloch! Du solltest nicht vom Platz treten! Und ich saß dann neben dem... Da hab ich mich immer unwohler gefühlt. Alter! Chill mal! Wir schauen hier 22 Männer in kurzen Hosen dabei zu, wie sie den Ball über den Rasen treten. Niemand stirbt! Ich weiß ja nicht, was die Leute da irgendwie... Ich verstehe ja, Ja, dass man emotional mit dabei ist, aber das war so eine Welle an Aggression und Wut, echt unangenehm. Der hatte auch so einen knackroten Kopf, also der hatte so richtig Brass. Du fliegst so um die halbe Welt, um deinem Club zuzuschreien, um</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dein</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nationalteam anzufeuern und das ist das Bild, was du abgibst dabei. Schlimm, schlimm, aber ich hatte Spaß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also wir hatten generell bei dem Fußballspiel Spaß und es ist auch echt mal cool, eine deutsche Mannschaft auf dem Feld zu sehen.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was auch total interessant ist, ist, was in so einer Stadt wie Toronto passiert, wenn die WM hier ist. Egal, ob jetzt gerade ein Spiel stattfand oder nicht, sind hier halt während der gesamten WM Leute in ihren Nationaltrikots durch die Stadt gelaufen. Und das unabhängig auch davon, ob das jetzt Touris waren oder Einheimische. Das heißt, die ganze Stadt ist praktisch bunt geworden und da wurde so richtig bewusst, wie durchmischt auch die Leute hier sind, also wo die alle herkommen. Jetzt ist auch so, dass Fußball ist jetzt in Nordamerika nicht besonders verbreitet. Das heißt, die wissen, es existiert, aber je nachdem, wo man da so hinschaut, es war so richtig allgegenwärtig und sehr, sehr positiv. Also es war eine super Stimmung hier für mehrere Wochen, war toll. Ich verstehe jetzt so langsam dieses Sommermärchending auch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, waren auch alle gut drauf, als die Schotten hier waren, als die Kroaten hier waren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben den Nationalmannschaftsbus gesehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, von Deutschland.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil die waren in einem Hotel, wo wir freitags unser Date-Lunch haben, wo wir uns mittags...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ist denn das deutsche Wort für Date?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Verabreden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und so Techtelmechtel Mittagessen. Na, es ist</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja kein Techtelmechtel. Wir benehmen uns natürlich schon im Restaurant, aber wir gehen halt freitags immer zusammen Mittagessen in ein Restaurant und unterhalten uns und halten Händchen und gucken uns verliebt an und so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> So, das machen wir grundsätzlich mal auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber am Freitag machen wir es im Restaurant.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn wir das jetzt ohne Kontext rausschreiben, am Freitag machen wir es im Restaurant. ja, gut, WM war toll</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja, wir haben auch das Spiel Panama gegen Kroatien im Stadion angeschaut das war auch, die Kroaten können richtig Party machen das ist</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wahnsinnig unterschiedlich, die Stimmung, wie sich das unterschiedlich anfühlt im Stadion je nachdem, wer gerade spielt, das ist echt irre ich bremsele ja nach wie vor ein bisschen mit dem typischen deutschen Fan die Sprechchöre und so waren mir eher latent etwas unangenehmer</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, mir war unangenehm dieses Superdeutschland oder Deutschlandweltmeister, denke ich mir, ich werde aber...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, deutscher Weltmeister geht ja fast noch, aber ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja gut, egal. Ja, eine Woche später, also Ende, was ist denn das, Juni sind wir jetzt vom Zeitplan her, war ja Pride Parade und wir sind mit auf der Pride Parade gelaufen.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da sind wir dieselbe Parade gelaufen, die auch der Karni und die Olivia Chow hier gelaufen sind. Unser Premier und unsere Bürgermeisterin, was ich auch ganz cool finde. Der hat sich an irgendeinem Stopp von Wasserpistolen nass spritzen lassen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich glaube, der Karni ist ganz cool drauf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die Pride Parade, das war schon ein Happening, gell?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir hatten halt einfach Spaß. Jetzt ist es natürlich auch total leicht, mit dir Spaß zu haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Findest du? Ja. Ist das eine Kritik?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Soll ich ein bisschen ernsthafter werden? Nein, nein. Bin ich dir nicht seriös genug?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Gott, die Kurve habe ich nicht mitgekriegt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh mein Gott, wenn ich so drüber nachdenke. ESC, WM, Pride, Trade. Lass dich doch von mir hier nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ins Boxhorn jagen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir machen jetzt ein Spiel daraus. Deutsche Sprichworte einbauen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wenn du es einfallst. Das schlägt fast</p>
<p><strong>Dirk:</strong> den Boden aus. Gut, die Pride Parade. Was ist denn dann so von da weg?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und da waren wir ja schon im Urlaub. Ich hatte Dirk zum, der ist ja 50 geworden im Februar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Alt bin ich geworden, alt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und die Zugfahrt stand an und wir sind dann nach Calgary geflogen und waren gerade rechtzeitig zur Calgary in Calgary, um zu sehen, wie sie alles aufbauen für die Calgary Stampede.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der Flo hätte so viel Spaß gehabt, weil das gesamte Stadtgebiet wurde mit Heuballen ausgelegt. Also Allergiker darfst du da echt nicht sein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist auch so, dass, also diesmal haben wir jetzt auch, den ersten Tag haben wir ja in Calgary geschlafen. Wir haben auch gesagt, da sehen wir endlich auch mal Calgary. Vielleicht ist es ja netter, als es vom Flughafen aus aussieht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich war jetzt nicht so beeindruckt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich muss sagen, das überraschendste Erlebnis, was ich hatte an Calgary ist, wo wir in dieser einen Mall nach oben gegangen sind und plötzlich war da ein Pflanzenparadies.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so eine Art botanischer Garten, so ein Indoor-Gewächshaus-Dings.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das war</p>
<p><strong>Dirk:</strong> schön, ja. Das ist das Highlight von Calgary.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ansonsten, was hat Calgary? Auch so ein Türmsche, also nicht wie der CN Tower, sondern eher so ein Möchtegern-Türmchen wie auch in Vancouver.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das sieht eher aus wie so ein Flughafentower so ein bisschen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau. So auch die Höhe. Eine Fußgängerzone haben die tatsächlich. Also da muss ich sagen, haben sie einiges voraus im Gegensatz zu Toronto oder auch Vancouver.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Best an Calgary ist, dass man gut wegkommt davon.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und vor allem da kann man dann die Reise in die Berge starten, weil nämlich hier von Calgary sind es ja eigentlich nur so zwei Stunden bis nach Banff.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Banff!</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir waren insgesamt zwölf Tage unterwegs und</p>
<p><strong>Dirk:</strong> die Route war Calgary, Banff,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Lake Louise, Banff, Jasper, Kennell, Whistler und dann nach Vancouver und von Vancouver sind wir dann wieder zurück geflogen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und der Mittelteil, also tatsächlich, das war so eine Mischung aus, das erste Stück waren hauptsächlich Busfahrten und dazwischen immer Hotelaufenthalte und dann der Mittelteil, auf den es hauptsächlich ankam, war eine Zugfahrt mit dem Rocky Mountaineer über eine Strecke, wo es nur genau einen einzigen Passagierzug gibt und ansonsten nur Frachtzüge. und dieser Rocky Mountaineer ist halt ein echt kurzer Zug, also es ist jetzt nicht so, dass das besonders lang ist und er hat so Panoramadach, also man sitzt dann sozusagen unter einem Rundrumblick der Rocky Mountains und es war spektakulär. Wir hatten irgendwann echt Bedenken, weil was man schon auch sagen muss ist, das ist eine sehr, sehr tolle Reise, die optimiert ist für Leute, die 30 Jahre älter sind als ich. Deswegen habe ich am Anfang gesagt, ich bin jetzt alt. Welt. Wir waren umgeben von 70- und 80-Jährigen. War aber super. Wir haben uns super unterhalten mit vielen von denen, aber es war jetzt nicht so ganz unsere Altersklasse und dann sind natürlich dann manche dieser Veranstaltungen daraufhin optimiert für Leute, die nicht mehr so gut gehen können, optimiert zu sein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir hatten ein paar junge Pärchen dabei, allerdings wir waren in der echten Minderheit und wir haben halt dann auch optimieren müssen. Zum Beispiel in Jasper sind wir die Skytram, das ist so eine Seilbahn hoch auf den Berg und wir wollten halt dann bis zum Gipfel noch weiter hoch, der Dirk und ich, und da ging es wirklich, wirklich steil hoch. und dann sind wir da hochgejachtert, weil wir hatten ja nur eine bestimmte Anzahl Minuten Zeit. Genau, wir hatten genau so</p>
<p><strong>Dirk:</strong> lange Zeit, dass die Rentner sich einen Kaffee, einen Kuchen und was zu essen kaufen können in der Station, während wir ja da rauf wollten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja genau, wir hatten glaube ich 40 Minuten Zeit oder so. Und wir sind da raufgejachtert, war ein wunderschöner Blick über Berge, Berge, Berge, Berge, Berge mit Schnee, Berge ohne Schnee, also Täler dazwischen. also krass, einfach nur krass und dann sind wir halt den Berg auch wieder runtergejachtert, weil man muss ja die gleiche Zeit planen, weil das war schon echt steil</p>
<p><strong>Dirk:</strong> so. Und die Distanzen sind halt auch so krass, also diese Zugfahrt wir sind ja letztlich 30 Stunden Zug gefahren auf drei Etappen, dadurch, dass wir da über Etappen gefahren sind, wo kein Auto, keine Siedlung gar nichts ist, sondern nur halt eine Zugstrecke durchs Nirgendwo, ja da hast du dann Dinge gesehen Für die müsstest du normalerweise 12, 14 Stunden wandern, um da hinzukommen und du kannst da mit so einem Zug hinfahren, das ist schon der Wahnsinn.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ein Teil von der einen Etappe war, wir sind an zwei Seen entlang gefahren und da ging es halt recht steil den Berg rauf, also war richtig so felsig und links war halt gleich der See und sonst kommst du nicht an diesen See. Ja, und da sind wir da drei Stunden entlang gefahren, weil die waren echt groß, diese zwei Säen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das Land hier ist wirklich, wirklich groß. Es wird einem immer wieder, wird uns das bewusst. Obwohl wir es inzwischen ja ganz gut wissen, ist es trotzdem immer wieder mal überraschend, wenn wir erkennen, wie groß es eigentlich ist. Also wir sind unter anderem auch durch das Gebiet rund um Jasper gefahren. An der einen oder anderen, der jetzt denkt, Jasper habe ich schon mal gehört, habt ihr eventuell vor zwei Jahren wahrgenommen, als es hier in Kanada riesengroße Waldbrände gab. Jasper ist sozusagen so ein Standard-Urlaubsziel für Kanadier, die wirklich in die Rockies wollen und Landschaft, das super idyllische Ortschaft mit wahnsinnig schöner Umgebung außenrum und bei der Anfahrt auf Jasper sind wir, ich würde sagen, zwei Stunden durch Waldbrandgebiet gefahren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und zwar sieht man halt dann nur diese verkohlten Stöckchen, das war es halt noch, also die Stämme, die noch übrig geblieben sind, die halt auch reduziert sind, sieht man da überall und unten drunter ist kein Unterholz mehr und so, sondern es ist alles grüne Wiese und Wildblumen, die blühen. Sowas habe ich auch noch nie gesehen, es war wunderschön, obwohl, also so ein krasser Gegensatz auch, diese verkohlten Bäume und dann, ja, also.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also die Wälder hier brauchen das, dass sie hin und wieder mal brennen dürfen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nur nicht so viel. Genau,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> was da im Moment gerade auch jetzt zur Zeit gerade wieder stattfindet, aber auch rund um Jasper ist natürlich, dass es, wenn da mal so die Fläche eines Bundeslandes brennt, da kannst du auch nicht einmal eben mit so einem Löschhelikopter irgendwas ausrichten. Dann ist das natürlich für die Leute, die dort leben, echt tragisch. Also Jasper, da ist über ein Drittel der Stadt komplett abgebrannt. Und wir haben, als wir nach Jasper gefahren sind, haben wir ein Braunbärenbaby und zwei Grizzlys gesehen. Schwarzbär.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schwarzbärbabys haben wir gesehen und zwei Grizzlys, die miteinander unterwegs waren. Der eine war dann schwimmen und Viecher überall. Überall.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Reichlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Reichlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Auch Erdmännchen. Ja, genau. Hab ich ja auch überall gesehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, es sind ja, glaube ich, keine richtigen Erdmännchen. Murmeltiere? Ich weiß nicht, wie die hier heißen. Also Murmeltiere haben wir auch gesehen, aber diese Viecher, die da so auf den Händen so quieken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Viecher, die halt irgendwie so in der Wiese stehen, auf den Hinterbeinen und links und rechts gucken und ganz schnell in ihre Löcher huschen, sobald sich was bewegt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, genau. Die gab es in Banff auch ganz viel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir waren an Lake Louise wandern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Lake Louise ist so ein unglaublich schöner See. Da vergisst man auch, dass der von Hunderttausenden von Menschen umzingelt ist sozusagen. Also du kannst den See auch super fotografieren, sodass es aussieht, als wärst du da ganz allein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Allerdings ist das nicht der einzige See, der so eine Farbe hat, der so glatt ist, wo sich Berge drinnen spiegeln. Du findest auch eine ganze Menge anderer Seen, die genau das gleiche haben. Heißen halt nicht Lake Louise, sondern halt gibt es dann andere Seen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Rain Lake oder whatever Lake.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind ja auch mit dem Zug durch eine Landschaft gekommen. Das sah aus wie so grüne Hügelchen. Dazwischen müsst ihr euch vorstellen, so kleine Ponds, also kleine Teiche. Und ab und zu mal so ein Bächle. Oben drüber ein blauer Himmel, wo so gerade so ein paar Pufferwölkchen in 3D drüber wolken. Es ist so anders irgendwie, weil das kann ich gar nicht richtig beschreiben, weil das halt so weit ist. Also du siehst Hügel, Hügel, Hügel, Hügel, Hügel und es ist eine Weite und dann diese Pufferwölkchen oben drüber, es ist so krass.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es ist einfach wirklich gewaltig groß, dieses Land. Jede Distanz ist immer sofort wirklich groß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind auch auf einem Gletscher spazieren gewesen. Gibt es ja da auch in den Rockies eine ganze Menge.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir waren an der Wasserscheide. Also wir waren an dem Gletscher, der den ganzen Westen Nordamerikas mit Wasser versorgt. Der unter anderem den Colorado River speist. Also das ist der Wahnsinn. Du bist praktisch an der Stelle, an der das ganze Trinkwasser von diesem Kontinent kommt. An der Stelle, an der wir waren, teilt sich das Wasser, das da abschmilzt, in zwei große Flussgebiete. Und der eine Fluss endet letztlich im Pazifik und der andere endet im Atlantik.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, voll krass, gell? Das dachte ich auch so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und beide speisen im Prinzip den gesamten Kontinent mit Wasser in Summe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, im Moment haben wir ja auch wieder Waldbrände, eine ganze Menge sogar. Ja, vor eineinhalb Wochen war hier alles orange, sah aus, als würde man in Toronto einen Actionfilm drehen, der in Mexiko spielt, weil theoretisch, weiß nicht, ob ihr das wisst, aber diese ganzen mexikanischen Filme, sofort hast du diesen Orangeton und so sah das hier auch aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so Mars-mäßig, also ein oranger Himmel, so Dunst in der Luft. Jetzt ist es so, dass wir, wenn wir aus dem Fenster gucken, an manchen Tagen ist es klar, an manchen Tagen sieht es aus wie Nebel und wenn man dann rausgeht, riechst du so leicht den Geruch von verbranntem Holz in der Luft. Je nach Wetterlage weht es halt hier diese Rauchschwaden gerade über den ganzen Kontinent. Und es sind gewaltige Flächen, die da in Summe im Brand sind. Jetzt kann man natürlich den Eindruck haben, da brennt ja jetzt ganz Nordamerika, was natürlich auch Quatsch ist, damit man die Dimension mal irgendwie erfassen kann. Der Wald auf dem Gelände Kanadas, der ist so groß wie die USA. Das ist der Boreal Forest, das ist eines der wichtigsten Naturgebiete der Welt und ist einfach gigantisch groß. Da kann auch mal so eine Fläche von Irland brennen und es ist trotzdem im Großen und Ganzen immer noch nicht so, dass letztlich der ganze Kontinent brennt. Diese Wälder müssen auch brennen, das brauchen diese Ökosysteme, was allerdings seit einigen Jahren der Fall ist, Klimawandel und so, ja, ist, dass die viel schneller, viel früher und viel länger brennen und vor allen Dingen durch Trockenheit eben auch entzündlicher werden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da kommt ja einiges aufeinander. Und zwar durch den Klimawandel gibt es mehr Wetterlagen. Die Wetterlagen produzieren mehr Gewitter. Gewitter mit mehr Blitzen. Die Blitze schlagen dann ein auf richtig ausgetrockneten Boden. Und dadurch, dass diese Trockenheit so krass ist, gibt es dann ganz schnell so große Gebiete, die dann in Flammen stehen oder wo sich dann irgendwie zwei Feuer zusammenschmelzen zu einem großen. Ja, das ist alles sehr viel extremer, als es vorher war.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, was ich faszinierend finde ist, gerade im Moment brennt es ja auch in Spanien und in Frankreich und in Europa sind mehr Menschen gerade im Moment evakuiert als hier. Eigentlich brennt es überall auf der Welt. Das hindert jetzt aber Politiker in den USA nicht dran, Protestbriefe zu schreiben, in denen es heißt, es brennt hier nur, weil Kanada seine Wälder nicht richtig managt. Es wird eben in sehr, sehr seltsamen Zeiten, muss man sagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich finde es so absurd, vor allem die USA hat selber ausreichend Waldbrände. Es ist jetzt auch so, und das hat Kanada ja wieder so echt erzürnt, ein kanadischer Feuerwehrmann ist bei einem der Bränden in Colorado ums Leben gekommen jetzt. Ja, die Amerikaner halt mal wieder. Und Trump, das Neueste wegen der Waldbrände war es jetzt irgendwie 50% auf bestimmte kanadische Güter zu schlagen. Und wenn man da mal genau reintaucht, sind es so 1% des Umsatzes eigentlich und es sind dann so Sachen wie Hockeyschläger und so. Also es ist so ein bisschen symbolisch auch, weil eigentlich ist es auch vernachlässigend. Ja, oder auch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Milchprodukte, die die Kanadier sowieso nicht exportieren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also ja, es ist halt unter anderem dafür auch gedacht, immer diese Drohungen auch wieder auszusprechen. Es ist natürlich unter anderem auch eine Verhandlungstaktik, aber es sind halt auch wild entschlossen, diese Zölle überall durchzuziehen. und jedes Mal, wenn ich ihnen irgendwo sagen höre, dass die Kanadier oder irgendwie Land so und so Zölle zahlen, so langsam fühlt sich das fast schon wie Wahrheit, glaube ich, an für die Menschen. Obwohl es ja letztlich immer nur die amerikanische Bevölkerung ist, die diese Zölle zahlt. Ja, es ist ja im Moment gerade so, dass Europa hat ja eine Strafe gegen Google verhängt und Trump hat jetzt erklärt, Europa wird dafür einen hohen Preis bezahlen. Das heißt, liebe Hörerinnen und Hörer, ihr werdet demnächst nochmal Zölle kriegen, sage ich jetzt mal voraus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die dann die Amerikaner für euch zahlen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die dann die Amerikaner für euch zahlen. Es ist schon eine absurde Welt so. Ja, außerdem gehen ja die Spritpreise hoch, wenn wir schon bei der absurden Welt sind, weil ja der Iran jederzeit jetzt im Moment praktisch eigentlich dauernd ist ja eigentlich Frieden. Und das passt ganz gut zu einem anderen Abenteuer, den wir uns jetzt gewidmet haben. Wir haben uns nämlich ein Auto gekauft.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und zwar ein Auto, mit dem wir unabhängig von den Spritpreisen sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir haben ein elektrisches Auto jetzt in Kanada.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und Kanada ist ein Land, in dem Strom relativ günstig zu haben ist, weil die viel davon produzieren. Viel Wasserkraft auch. Und wir können hier in der Wohnanlage unser Auto, das haben wir jetzt gestern auch schon mal ausprobiert, aufladen. Aufladen. Aufladen. Ist ja praktisch wie ein iPhone, das Ding.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Steckst du an?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Steckst du an, lädt. Gestern haben wir auch unseren ersten Ausflug damit gemacht. Aber bevor wir zu dem Ausflug kommen, wir hatten ja dieses Auto irgendwo beschlossen, dass wir uns eines zulegen wollen und sind dann auf die Suche nach Autos gegangen. Und unser mentales Wenn-Diagramm war, es darf kein amerikanisches Auto sein. Der zweite Punkt war, es ist elektrisches. und dann wollten wir Farbe. Und dann sind wir hier durch die Gegend gelaufen und haben jedem, der es nicht hören wollte, erzählt, dass wir nicht wissen, was falsch ist an den Kanadiern, weil anscheinend stehen die ja nicht auf Farbe. Wenn man hier auf die Kreuzung runterguckt, dann ist da im Wesentlichen schwarz, weiß und grau unterwegs. Und das ist ungelogen. Gelegentlich mal ein rotes, vielleicht auch mal ein blaues. Aber auf ein rotes kommen zehn schwarze oder weiße Autos. Ganz bestimmt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Minimum.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Minimum. Es ist ja</p>
<p><strong>Susanne:</strong> auch so, dass der Verkäufer mit ernsthafter Miene erzählt, ja klar haben wir Farben. Wir haben hier Weiß, wir haben hier Schwarz und wir haben ein dunkles Anthrazit. Schön. Hat noch niemand verstanden, was eigentlich die Definition von Farbe ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wir waren uns so sicher.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> So sicher.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gott, waren wir uns sicher.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir waren uns so sicher, dass wir es auch jedem erzählt haben, der keinen Bock drauf hatte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dass es in Deutschland anders war.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> In Europa.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oder in Europa generell, weil wir wissen ja, unsere Erfahrung ist europäisch. Genau. Wir können für ganz Europa sprechen, wenn wir das wollen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber sowas von ganz Europa.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wenn ich sage, in Frankfurt war das so, war das garantiert auch in Marseille so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Marseille, ja genau. Genau. Und dass es in Europa sowas von bunte Autos gibt. Mensch, so viel Farbe überall.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann sitzen wir eines Tages in der Früh beim Frühstück und fabulieren so drüber, woran es denn liegen könnte. Da kamen so Themen auf wie das Importieren von Autos, die man garantiert verkaufen kann. Dann gibt es ja hier immer wieder mal die These, dass Autos in Farbe irgendwie höhere Versicherungen haben. Stimmt nicht. Es stimmt alles nicht. Wir hatten alle mögliche Thesen und dann sage ich so, ja, aber bevor wir jetzt mit solchen Thesen anfangen, müsste man ja natürlich erstmal, also auf der Frage, wie würde man denn rausfinden, woran es liegt, da müsste man ja erstmal sicherstellen, dass man eigentlich die richtige Annahme trifft. Und die Annahme ist ja, hier sind die Autos schwarz-weiß-grau, während sie in Europa bunt sind. Das war die Annahme. Und wie kann man das überprüfen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Indem man einfach mal Webcams ansteuert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So Verkehrskameras und so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann haben wir das auch mal gemacht. So quer verteilt und stellt sich raus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ihr habt auch keine Farbing-Autos.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und stellt sich raus, wir haben da Behauptungen aufgestellt, die eindeutig falsch waren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und eigentlich weiß ich das. Ich weiß, wie ich mit meiner Freundin bei einem Wellness-Wochenende war. und wir in die Parkgarage gelaufen sind zu ihrem Auto und ich so, welches Auto ist denn deins? Weil da standen nämlich nur schwarze, weiße und graue. Ja, ich habe auch nichts gefunden. Und einmal war ich im Europa-Park und mein Auto konnte ich sehen, weil es war nicht weiß und nicht schwarz und nicht grau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Am geilsten fand ich ja, wir haben ja hier so einen Audi-Händler angesteuert und Audi hat schwarz, ein ganz besonders tolles, spezielles Schwarz, ein Dunkelgrau, ein Grau und ein Weiß. Und dann gibt es noch so ein Versicherungsmakler Blau. Das ist die einzige Farbe in diesem Line-up. Also wir haben jetzt jedenfalls gelernt, unsere Annahmen sind so langsam auch immer öfter mal falsch. Wir erinnern uns dann manchmal auch falsch, wie wir glauben, dass es in Deutschland so war und dann haben sich ja Dinge auch in Deutschland nach und nach</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Rabatte sozusagen ermöglicht. Dann kriegt man eine billigere Versicherung, wenn man einen guten Fahrstil hat. Und ich habe dann so gesagt, also das geht gar nicht. Selbstüberwachung hier, Datenschutz, sowas würde in Deutschland nicht funktionieren. Und dann habe ich auch auf der Basis unseres Erlebnisses, mit Farbe und so, habe ich gesagt, schauen wir doch mal nach, ob das so stimmt. Bei euch ist es inzwischen auch so, ihr habt ja inzwischen auch Apps, mit denen ihr freiwillig euer Fahrverhalten an irgendwelche Versicherungen meldet, damit ihr doch irgendwie ein Fufi im Jahr irgendwie sparen dürft. Der Arzt hat Irrsinn. Ja, also wir lernen gerade so, unsere Annahmen sind nach und nach nicht mehr ganz so vertrauenswürdig. Finde ich eine</p>
<p><strong>Susanne:</strong> wichtige Erkenntnis, by the way. Ja. Also das nächste Mal werden wir es früher testen, garantiert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, ich werde auch weiterhin einfach Dinge behaupten. Wenn es sich im Kopf richtig anfühlt, dann ist das so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Voller Sicherheit, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wenn es eine sehr gefühlte Wahrheit ist, das, was man heutzutage braucht. Wen interessieren denn schon Fakten? Fakten sind nervig. Wir haben jetzt jedenfalls ein Auto. Das ist ein elektrischer, es ist ein Volvo und er ist Sandfarben, Sand Dune. Und Gott, ist das eine schöne Farbe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist eine echt schöne Farbe.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und ja, ich kann bestätigen, der fällt auf dem Parkplatz auf. Obwohl es keine so knallige Farbe ist, so was Subtiles. Aber wenn du über den Parkplatz läufst, dann siehst du ihn und weißt sofort, ah, da steht mein Auto.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Zwischen all diesen Weißen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und Schwarzen. Und mit dem haben wir jetzt gestern einen Ausflug gemacht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und das wollten wir eigentlich schon länger machen. Wir sind zur McMichael-Galerie gefahren, die ist ein bisschen außerhalb in Bougon, mitten in so einem Wald. Dort sind Bilder von der Group of Seven, der kanadischen Künstlergruppe, damals um die 1900 drumherum hier in ganz überall in Kanada mal gemalt haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Geht einfach mal zu Google, tippt ein Group of Seven, macht mal eine Suche. Das ist einfach der Hammer. Und wir haben die auch bestimmt schon mal beschrieben hier im Podcast.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, wir haben bestimmt davon schon erzählt. Ja, weil wir,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> also sind uns ja schon hin und wieder mal begegnet. Genau. Das ist jedenfalls toll, wirklich toll.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Superbowl. Und weil wir dann eh schon unterwegs waren mit unserem neuen Auto, was wir halt mal fahren mussten, der Dirk hat mich dann auch gezwungen, mal wieder Auto zu fahren, weil es ist ja schon ewig her wieder, weil ich habe ja nie...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich hab dich gezwungen. Das ist unser Auto.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Na, na, alles gut. Und dann sind wir von Wagon rübergefahren Richtung Markham, das ist im Osten, und waren in Unionville. Weil, wer auch immer die Serie Gilmore Girls kennt, weiß vielleicht, dass der Pilot damals hier in dieser Gegend gedreht wurde, bevor sie dann in die Studios nach Kalifornien umgezogen sind. und das Gilmore-Girl-Haus steht in Unionville. Dann habe ich gesagt, also wenn wir jetzt schon unterwegs sind, dann könnten wir ja auch mal da vorbei und dann uns auch noch Unionville angucken und so. Und unter anderem haben wir dann festgestellt, Moment mal, es gibt noch andere Drehorte, die sie auch in Unionville hatten. Unionville damals wurde als Stars Hollow, das Dörfchen, in dem die Gilmore-Girls wohnen, hergenommen. als Hintergrund. Wir waren in diesen Kaff.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sind da hingefahren, weil uns gesagt wurde, das ist schön da und weil wir wussten, das Haus ist in der Nähe. Während wir dort waren, haben wir nicht realisiert, dass wir eigentlich durch Stars Hollow rennen. Wir sind dann da auch in ein Restaurant reingelaufen. Das war so ein Inn mit Restaurant. Wenn wir uns da die Karte vornehmen und durchgucken, finden wir da drauf Schnitzel, Gulaschsuppe, Sauerbraten, war ein österreichischer Auswanderer, der da seit 50 Jahren österreichische Küche verkauft</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind da völlig durch Zufall</p>
<p><strong>Dirk:</strong> gelandet Wir waren in der zum Kotzen idyllischsten Ecke dieser Stadt ohne das so richtig darauf angelegt zu haben, haben dort dann österreichisches Essen gegessen um danach dann einen Spaziergang zum Gilmore Girl House zu unternehmen Heimzufahren, nur um dann daheim festzustellen, dass wir Fotos von einzelnen Häusern gemacht haben, die in Gilmore Girls auftaten. Die haben uns so gut gefallen, dass wir sie fotografiert haben. Und ja, wir müssen auf jeden Fall nochmal hin und ganz gezielt Luke Steiner und so uns nochmal anschauen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Unionville. Kann man übrigens echt gut machen. Ich glaube, da werden wir in Zukunft Besucher hinzerren und denen das</p>
<p><strong>Susanne:</strong> zeigen. Ja, ist auch wirklich. Also, wir entdecken das immer wieder. Ja, von der Autobahn aus sieht alles so ein bisschen aus, ja, und dann fährst du raus und dann bist du in irgendeinem Städtchen, hast du noch nie was von gehört und es hat so einen schnuffigen kleinen Ortskern und lette Leute überall sowieso, aber ja, und dann so viktorianische Häuser und so Kram und das findest du hier überall. Ja, wenn ich so Niagara on the Lake zum Beispiel war ja auch sowas. Findest du immer wieder. Oh, was wir noch ganz vergessen haben zu erwähnen, fällt mir dabei ein. In Ottawa, als wir da beim Tulpenfestival waren, sind wir auch ins Historische Museum gelaufen, das Kanadische Historische Museum. und meine Güte, was für ein cooles Museum. Da sind 15.000 Jahre Geschichte in diesem Museum, weil nämlich die Indigenous Völker, also die First Nations, waren hier schon 15.000 Jahre, bevor überhaupt hier irgendein Europäer rumgeschnupft hat. Und von denen die Geschichte ist so und da siehst du dann auch mal, wie die verschiedenen Völker drauf waren, je nachdem wo die gewohnt haben oder in welcher Gegend die gewohnt haben, also auf den Priri oder in den Rockies oder im Polarkreis gewohnt haben und wie unterschiedlich deren Heimstätten aussahen und Werkzeuge und Jagdmaterial weil es gab ja auch unterschiedliche Tiere dort, die sie gejagt haben oder Sachen, die sie gesammelt haben also das fand ich schon total krass und wir mussten leider leider dann zum Flughafen Die letzten 260 Jahre Geschichte in Kanada konnte ich nicht mehr durchlaufen. Das muss ich nachholen beim nächsten Mal, aber ich habe so knappe 15.000 Jahre hingekriegt. Aber was für ein schönes Museum.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Museum. Auch eine super faszinierende Geschichte. Ja. Tatsächlich. Also da ist viel Geschichte, die auch für uns ja komplett unentdeckt ist. Also wir haben natürlich da auch eine Faszination, weil wir die nicht mit der Schule vermittelt bekommen haben. Ich glaube, wenn du hier natürlich irgendwie so als Durchschnitt Kanada da hinkommst und dir denkst, super, nachdem ich jetzt mehrere Jahre lang das alles in der Schule gelernt habe. Weiter die Frage ist, wie viel Indigenous-Geschichte die eigentlich trotzdem immer noch lernen. Ich glaube, das ist besser geworden, aber ich nehme halt mal an, Die sind ganz gut informiert über so europäische Geschichte, sofern es sie betrifft. Also so Kolonialgeschichte und so und dann hier Kolonialgeschichte im Land. Aber die anderen Sachen sind dann vielleicht auch für die.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und das nächste große Ereignis, was jetzt ansteht, ist unser Jüngster kommt uns besuchen nächste Woche. Unter anderem werden wir uns das größte Highland Festival außerhalb von Schottland anschauen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bei der Gelegenheit so runde tausend Kilometer durch Ontario eiern mit unserem Auto, da werden wir dann auch mal üben, ob man wirklich unterwegs überall laden kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es fährt sich toll, dieses Auto.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es ist so still.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und, boah, hat so ein E-Auto Bums, wenn man Gas gibt, gell?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Allerdings so. Nicht, dass man das hier machen könnte hier in Kanada. Naja, beschleunigen kannst du schnell. 100 auf der Autobahn fahren darf, meine Güte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also es ist jetzt nicht unbedingt so ein Land, in dem man rasen darf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nee. So, ich glaube, ich gehe jetzt noch ein bisschen plündern und mördern in der Karibik.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Assassin's Creed.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Deine Gewaltfantasien ausleben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nicht wirklich, schleich gerne.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das heißt, wir sind jetzt am Ende unserer Rückblicks, mehrmonatigen Rückblicks von Januar weg, oder?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nee, Februar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann haben wir jetzt dann so drei Folgen pro Jahr Rhythmus, wenn wir so weitermachen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh meine Güte, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, wir versprechen ein schnelleres Update.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, wir versprechen gar nichts.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir versprechen gar nichts.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil, wie gesagt, das Leben halt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Haben wir eigentlich Hans-Georg schon gegrüßt?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jetzt hier ganz zum Schluss Hans-Georg, schöne Grüße. Nach Brasilien. Wenn du noch zuhörst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Und natürlich an Leonie und Samuel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die ganz besonders. und auch an Flo und Mary, selbstverständlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, eigentlich an alle.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir grüßen alle.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir grüßen einfach alle, wir diskriminieren hier nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, aber unter anderem eben den Hans-Georg. Ja, dann lasst uns doch mal spüren, dass ihr da seid am anderen Ende. Ihr dürft uns gerne E-Mails schreiben oder sonst irgendwie kontaktieren. Wir haben einen Susanne at schlanada.de und einen Dirk at schlanada.de. Okay, dann lasst</p>
<p><strong>Susanne:</strong> euch gut gehen,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> passt auf euch auf und lasst euch nicht beißen, das ist der falsche Podcast. Wie beende ich jetzt diesen Podcast elegant? Ole, ole, ole, Ausrufezeichen. Tschüss, tschüss.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>]]></content:encoded>
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            <title>Schneeapokalypse</title>
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            <pubDate>Thu, 26 Feb 2026 21:50:31 GMT</pubDate>
            <description>Das Jahr des Pferdes bricht an und wir blicken auf 4 Monate Herbst und Winter zurück.</description>
            <itunes:summary>Das Jahr des Pferdes bricht an und wir blicken auf 4 Monate Herbst und Winter zurück. Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Dirk: Hallo Susanne. Hallo Dirk. Na, wie glücklich macht es dich, dass du jetzt deine eigene Liste hast. Susanne: Ist großartig. Statt Dirk: meiner handgeschriebenen Themenliste. Susanne: Technologie ist halt toll. Dirk: Ja, also wir brauchen auch heute eine Liste, weil it&#x27;s been a while. Susanne: Ja, das letzte Mal waren wir in Algonquin Park und haben uns von Eichhörnchen ausschimpfen lassen. Dirk: Das heißt, es war Herbst und es war schön und es war warm und jetzt ist es Winter. Und das führt uns zum Wetter. Es war nämlich oder ist immer noch Rekordwinter. Wir hatten echte minus 20 Grad, nicht nur gefühlte. Susanne: Ja, gefühlte minus 31 oder so. Dirk: Ja, wir müssen übrigens wissen, die Frau Primbs fängt inzwischen an, die gefühlten Temperaturen anzugeben. Also wir kanadisieren so langsam. Susanne: Ja, ich meine, es gehört sich so, wenn alle so reden. Also was ich ja wirklich total nett fand, einige haben uns angeschrieben und gefragt, wie wir denn mit minus 50 Grad zurecht kämen. Dirk: Hatten wir nicht. Susanne: Hatten wir nicht. Also hier in Toronto, nee. Dirk: Jetzt ist Kanada groß. Susanne: Ja, und Ontario ist auch wirklich groß. Also im Norden Ontarios, da ist minus 45 Grad, gefühlt, by the way. Der Norden Ontario ist ja auch auf der Höhe von Winnipeg und Winnipeg wird nicht umsonst Winterpeg genannt. Es ist echt kalt da im Winter. Dirk: Aber nicht in Toronto. Wir hatten trotz allem den Rekordwinter, auch was die Niederhörschläge anging. Also wir hatten zweimal den Fall, dass es so den ganzen Tag hindurch runtergehauen hat, was ging. Und das allererste Mal war das noch mit Blizzard dazu. Da kamen 60 Zentimeter Schnee über Nacht runter. Und wir saßen hier in unserem warmen Wohnzimmer und haben uns das Treiben draußen angeguckt. Aber so im Großen und Ganzen war schon hier Schneeapokalypse. Susanne: Aber wir haben doch dieses Endfußballspiel gesehen von der kanadischen League oder so, wo die im Blizzard mit einem orangenen Ball gespielt haben, weil einen weißen Ball hätte man nicht gesehen und zwar in Kniehohmschnee oder was? Dirk: Ja, die waren alle in kurzen Hosen, ich fand das total geil. Susanne: Ja, und kurzen Ärmel, da habe ich mir gedacht, okay. Dirk: Da gab es auch sehr leidenschaftliche Torszenen. Susanne: Ja. Dirk: Das war großartig. Wo war das? In Ottawa, oder? Ja, ich glaube, ich glaube. Susanne: Großartig, sich das anzugucken. Also kanadischer geht es gar nicht mehr. Dirk: Ja, aber hier hat es halt eben auch für hiesige Verhältnisse wahnsinnig runtergehauen. Wir als typische arrogante Ex-Münchner, ja, wir sitzen da, die kriegen das hier mit dem Räumen gar nicht auf die Kette, guckt dir das an, ist Chaos da unten. Aber 7000 Kilometer Straße sind kein Spaß. Vor allen Dingen, wenn so viel Schnee runterhaut, dass du dein Auto nicht mehr siehst. Und was die dann hier vor allen Dingen als Problem haben, ist, dass es ja nicht mal drei Tage liegen bleibt und dann taut es wieder weg. Sondern wir hatten jetzt hier durchgehend Minusgrade. Das heißt, den Schnee haut es erst runter, dann bleibt der da liegen, dann schneit es so ein bisschen immer wieder mal drauf. Dann gefriert der gemütlich und irgendwann kannst du den auch nicht mehr transportieren. Und du musst den Kram ja auch irgendwo hinräumen. Die haben halt hier dann groß angelegte Schneetransportaktionen, wo die dann den Kram, wenn sie ihn nirgendwo hinschieben können, aufladen müssen und aus der Stadt rausfahren. Und da haben die Deponien vor der Stadt. Susanne: Der ist ja jetzt erstmal nicht weggetaut und deswegen hatten die dann auch schon wieder Stress, weil die Deponien voll waren. Und dann streuen die ja überall Salz und dann wird aus diesem Schnee so richtige Matschepampe. Dirk: Was wirklich cool ist, wenn es so richtig saftige Minusgrade hat, dann friert der See hier vor unserem Fenster langsam zu, also</itunes:summary>
            <content:encoded><![CDATA[

<p>Das Jahr des Pferdes bricht an und wir blicken auf 4 Monate Herbst und Winter zurück. </p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo Susanne. Hallo Dirk. Na, wie glücklich macht es dich, dass du jetzt deine eigene Liste hast.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist großartig. Statt</p>
<p><strong>Dirk:</strong> meiner handgeschriebenen Themenliste.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Technologie ist halt toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also wir brauchen auch heute eine Liste, weil it's been a while.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das letzte Mal waren wir in Algonquin Park und haben uns von Eichhörnchen ausschimpfen lassen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das heißt, es war Herbst und es war schön und es war warm und jetzt ist es Winter. Und das führt uns zum Wetter. Es war nämlich oder ist immer noch Rekordwinter. Wir hatten echte minus 20 Grad, nicht nur gefühlte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, gefühlte minus 31 oder so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir müssen übrigens wissen, die Frau Primbs fängt inzwischen an, die gefühlten Temperaturen anzugeben. Also wir kanadisieren so langsam.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich meine, es gehört sich so, wenn alle so reden. Also was ich ja wirklich total nett fand, einige haben uns angeschrieben und gefragt, wie wir denn mit minus 50 Grad zurecht kämen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hatten wir nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hatten wir nicht. Also hier in Toronto, nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jetzt ist Kanada groß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und Ontario ist auch wirklich groß. Also im Norden Ontarios, da ist minus 45 Grad, gefühlt, by the way. Der Norden Ontario ist ja auch auf der Höhe von Winnipeg und Winnipeg wird nicht umsonst Winterpeg genannt. Es ist echt kalt da im Winter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber nicht in Toronto. Wir hatten trotz allem den Rekordwinter, auch was die Niederhörschläge anging. Also wir hatten zweimal den Fall, dass es so den ganzen Tag hindurch runtergehauen hat, was ging. Und das allererste Mal war das noch mit Blizzard dazu. Da kamen 60 Zentimeter Schnee über Nacht runter. Und wir saßen hier in unserem warmen Wohnzimmer und haben uns das Treiben draußen angeguckt. Aber so im Großen und Ganzen war schon hier Schneeapokalypse.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber wir haben doch dieses Endfußballspiel gesehen von der kanadischen League oder so, wo die im Blizzard mit einem orangenen Ball gespielt haben, weil einen weißen Ball hätte man nicht gesehen und zwar in Kniehohmschnee oder was?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die waren alle in kurzen Hosen, ich fand das total geil.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und kurzen Ärmel, da habe ich mir gedacht, okay.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da gab es auch sehr leidenschaftliche Torszenen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war großartig. Wo war das? In Ottawa, oder? Ja, ich glaube, ich glaube.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Großartig, sich das anzugucken. Also kanadischer geht es gar nicht mehr.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber hier hat es halt eben auch für hiesige Verhältnisse wahnsinnig runtergehauen. Wir als typische arrogante Ex-Münchner, ja, wir sitzen da, die kriegen das hier mit dem Räumen gar nicht auf die Kette, guckt dir das an, ist Chaos da unten. Aber 7000 Kilometer Straße sind kein Spaß. Vor allen Dingen, wenn so viel Schnee runterhaut, dass du dein Auto nicht mehr siehst. Und was die dann hier vor allen Dingen als Problem haben, ist, dass es ja nicht mal drei Tage liegen bleibt und dann taut es wieder weg. Sondern wir hatten jetzt hier durchgehend Minusgrade. Das heißt, den Schnee haut es erst runter, dann bleibt der da liegen, dann schneit es so ein bisschen immer wieder mal drauf. Dann gefriert der gemütlich und irgendwann kannst du den auch nicht mehr transportieren. Und du musst den Kram ja auch irgendwo hinräumen. Die haben halt hier dann groß angelegte Schneetransportaktionen, wo die dann den Kram, wenn sie ihn nirgendwo hinschieben können, aufladen müssen und aus der Stadt rausfahren. Und da haben die Deponien vor der Stadt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der ist ja jetzt erstmal nicht weggetaut und deswegen hatten die dann auch schon wieder Stress, weil die Deponien voll waren. Und dann streuen die ja überall Salz und dann wird aus diesem Schnee so richtige Matschepampe.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was wirklich cool ist, wenn es so richtig saftige Minusgrade hat, dann friert der See hier vor unserem Fenster langsam zu, also bis zur Insel.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und wie das so kommt, haben wir dann auch Eisläufer gesehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben aber auch Idioten gesehen, die hier bei uns aufs Eis gehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jaja, hier vorne im Hafen, also direkt neben der Fahrspur oder Fahrrinne, die sie für die Boote immer offen halten. Da ist ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> anscheinend niemand durchgebrochen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ne. Naja und so kaltes Wetter, das habe ich jetzt so in der Art auch noch nie wirklich erlebt, bringt halt extrem trockene Luft. Und wir merken das immer, dass wir beide anfangen, uns am Kopf zu kratzen oder das Gefühl haben, wir wollen in Creme baden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und es funkt immer zwischen uns.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nach 18 Jahren funkt es immer noch. Wir geben uns</p>
<p><strong>Dirk:</strong> einen Kuss und man sieht einen Blitz, der zwischen uns überspringt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, was wir jetzt dieses Jahr gemacht haben, wir haben uns noch ein paar Luftbefeuchter dazu beordert und seitdem haben wir wieder 40 Prozent Luftfeuchtigkeit, das ist nett.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also, Wetter abgehakt, ist kanadisch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es ist halt hier Winter, Winter und hier gibt es auch wirklich Schnee und es ist dann kalt und frisch und es ist nicht so eine nasse Kälte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, was ich oft bemerke ist, ich kann nicht vorhersagen, wie ich mich fühlen werde. Das heißt, in Deutschland war es so, ich habe auf den Wetterbericht geguckt und dann hatte ich eine Erwartungshaltung, wie sich das anfühlen wird. Und die war dann oft auch realistisch. Also wenn ich mir gedacht habe, das wird jetzt frisch, dann war es frisch und dann habe ich mich entsprechend gekleidet. Hier ist es so, dass es Tage gibt, an denen hat es minus neun Grad und wir gehen raus und Susanne sagt zu mir, ist aber warm heute. Minus fricking neun Grad. und dann gibt es Tage, an denen hat es irgendwie so minus vier und ich habe das Gefühl, mir friert es das Gesicht ab.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube, das hat alles mit dem Wind zu tun. Aber ja, das ist so, wie Adrian immer sagt, what a glorious day. Und dann gehst du vor die Haustür und zzzzzzz. Weil, muss man auch dazu sagen, Sonne scheint hier en masse. Das ist einfach toll. Also und so kann ich auch Winter gut. Ja, es ist nicht so Doom and Gloom, sondern die Sonne scheint.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was haben wir denn dann so die letzten Monate gemacht? Sind wir dann winterbewundernd im Wohnzimmer gesessen und haben sonst die Zeit verstreichen lassen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es klingt ganz nach uns.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was bisher geschah bei Schlannada?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir waren natürlich wieder unterwegs, sage ich mal. Mit unseren Nachbarn über uns haben wir ein Escape Room gemacht und haben dabei festgestellt, es gibt hier so ein Pioneer Village, wo sie halt darstellen, wie die anfangs, als die hier gelandet sind, gelebt haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so ein Freilichtmuseum im Endeffekt, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und darin gibt es ein Escape Room.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bei Tag sind da wahrscheinlich Herrscharen von Schulkindern unterwegs.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das haben sie uns ja auch erzählt und ich meine, das kennt auch irgendwie jeder hier, weil sie halt mit der Schule da schon zigmal waren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sehen das ja inzwischen manchmal. Wir haben ja hier das öffentliche Fernsehen für uns entdeckt. Also das Äquivalent zur BBC ist hier CBC. Wir haben da zwei Serien, die wir inzwischen gucken. Die eine Serie ist Murdoch Mysteries und in Murdoch Mysteries sieht man das Pioneer Village immer wieder mal. Also Murdoch ist ein Detektiv hier in Toronto und zwar in Toronto des 19. Jahrhunderts Morde aufklärt. Und die Idee ist sozusagen, jede Folge ist ein so ein Mord, also immer schön abgeschlossen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Monster of the Week.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und alles, was nicht direkt zu diesem Mordplot gehört in dieser Serie, ist halt tatsächlich zu der Zeit passiert. Und da sieht man dieses Pioneer Village schon auch immer wieder mal als Szenerie. Da radeln sie dann durch und so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sehen andere Orte, an denen wir schon waren, also Toronto Island zum Beispiel. Also es ist schon cool.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Murdoch Mysteries kann man auch in Deutschland sehen, habe ich festgestellt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Echt jetzt?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich weiß nicht, ob alle Staffeln und ich erinnere mich gerade auch nicht mehr genau wo, aber ich weiß, dass ich es nachgeguckt habe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bestimmt irgendeine Mediathek.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> ProSieben oder so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, ich dachte ARD oder CDF.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Meinst du, dass es öffentlich-rechtlich ist? Die haben doch kein Geld für sowas. Ach, kann</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ich hier selber rausfinden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das sind die anderen Serien, die wir gucken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Heißt Still Standing, ist ein Stand-Up Comedian, der unter anderem auch bei Murdoch Mysteries mitspielt, Johnny Harris Und der geht in die kleinen Towns, über ganz Kanada verteilt, lernt diese Stadt eben kennen, Kleinstadt oder Caf kann man auch mal oft sagen, weil die Kleinste hatte irgendwie acht Leute oder so</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber die war schon Outlier, also von ein paar hundert bis zu ein paar tausend Leuten ist so normal</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und lernt ihr also kennen und macht dann am Ende der Woche oder was eben so eine Stand-Up-Comedy. Und es ist unglaublich nett und lässt uns immer mit so einem Lächeln zurück. Wir lernen im Grunde Kanada kennen von der Couch. Die Serie heißt deswegen Still Standing, weil jede von diesen Towns hat halt irgendwas mitgemacht in der Vergangenheit und steht halt immer noch, trotz dieses, was sie mitgemacht haben. und es kann sein, dass irgendeine Firma pleite gegangen ist. Die meisten Towns sind ja hier entstanden, dadurch, dass sie sich dann irgendwie um eine Mine drumherum oder um Holzschlag oder Fischerei oder so und irgendwann mal hörte das eben auf, dieses Business und zog von dann und die Stadt ist dann doch dort geblieben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Für uns ist das aus ganz vielen Gründen auch wirklich spannend, weil einmal ist es so, dass jede Folge in einem anderen Eck von Kanada ist. Und du siehst einfach, welche Landschaft ist das? Wie sieht es da aus? Wie sehen die Häuser aus? Wie wohnen die da? Die haben alle auch wirklich Charaktere in diesen Städten, die total spannend sind. Manche davon sind wirklich schräg, aber manches stellt sich auch als sehr kanadisch raus. Susanne sagt immer, wenn sie darüber redet, dass wir ja am Anfang dachten, Diese gelebte Diversität hier wäre eigentlich sowas, was man halt in den großen Städten findet. Und das sagen einem hier die Kanadier auch. Also wenn man sich hier mit zum Beispiel unserem Trainer, mit denen haben wir uns unterhalten, die sagen, ja, das ist in den Städten so. Aber wenn ich mir Still Standing angucke, muss ich sagen, nee Leute, das ist überall so. Weil da sind alle möglichen Hautfarben vertreten, die Geschichten, die die erzählen, sind manchmal Immigrantengeschichten, manchmal historische Einwanderergeschichten, und manchmal Geschichten von den First Nations hier, also das sind immer sehr bunte Communities im Endeffekt und je mehr ich davon sehe, desto mehr verliebe ich mich nochmal zusätzlich in Kanada, weil es einfach von der nördlichsten Moschee der Welt bis zu einem von drei, wo waren die her, aus den Philippinen oder vom Fiji, ich weiß gar nicht mehr,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> von den Philippinen,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> die diese Trainstation zu einem Hotel umgearbeitet haben und da jetzt ein historisches Hotel betreiben, irgendwo im Nirgendwo.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wo es auch arschkalt wird im Winter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sehr, sehr bunte Mischung an Leuten. Und dann ist es noch so, dass einfach auch so Mustersicherheit ergeben. Du siehst zum Beispiel, viele von den Städten, die in British Columbia sind, sind tendenziell eher jung. Dann geht halt das Hauptseegewerk weg und dann haben sie ein Problem. Die versuchen alle, touristisch zu werden. Die sind auf</p>
<p><strong>Susanne:</strong> jeden Fall mal artsy. Die machen viel Kunst und leben sich aus. Also in BC, da sind die selbstverwirklicher und die gerne rausgehen in die Natur und wandern gehen und so. Das ist BC. Während du dann auf der anderen Seite im Osten, die machen alle irgendwie Musik.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nova Scotia und so, die singen, tanzen und instrumentieren die ganze Zeit.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also so grobe Muster, die sich da so rausstellen, das fanden wir echt spannend. Und ich meine, mit dieser gelebten Diversität, dass sich das wie so ein Flickenteppich hier über ganz Kanada zieht, macht natürlich Sinn, weil wenn du guckst, Gesetzgebung und alles ist eben darauf ausgelegt, auf diesen Flickenteppich. Flickenteppich klingt so negativ, sagen wir mal quillt. Ja, somit, ja, hat sich halt so ergeben und ist Teil, wie diese Kultur hier drumrum gewachsen ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist natürlich manchmal auch Dad-Humor, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dad-Jokes, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Er macht schon relativ viele Flachwitze, der Mann. Vieles davon lebt halt von diesen Gesprächen und diesen Charakteren, die er da beschreibt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und, was er ja auch immer macht, das ist ja auch so ein Teaching-Moment, ja. Also du lernst auch bei jeder Folge irgendwie noch irgendwas. Irgendwas. Wie ihr seht, wir sind Fans und es macht halt einfach Spaß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Murdoch Mysteries übrigens, um das abzubinden, ARD Mediathek.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah, okay.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du hattest recht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, natürlich hatte ich das.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wie immer hattest du recht. Ja, wenn wir auch schon dabei sind, uns hier gemütlich in Kanada zu verlieben. Wir hatten auch ein paar erste Male.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich war bei meiner ersten Babyshower ever.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber Susanne, was ist denn eine Babyshower? Wird da ein Baby geduscht?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also eine Freundin, die ist eben schwanger gewesen und ihre Freundin haben eine Babyshower organisiert, so eine Party halt, um das Baby zu feiern und die Mama und gab es dann Essen und haben irgendwelche witzigen Spielchen gemacht und es war irgendwie nett. Also fand ich auch cool. Musste 50 werden, um auf meiner ersten Babyshower zu sein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der Gedanke hinter der Babyshower ist natürlich einmal zu feiern, dass da ein Baby im Anmarsch ist, aber auch die junge Familie sozusagen mit Scheiß auszustatten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das stimmt, ja. Also die hatten dann auch so ein Register an Sachen, die sie sich wünschen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, inzwischen wird das Baby wahrscheinlich auch in echt geschauert. Das ist jetzt inzwischen da, ist alles schon ein paar Monate wieder her.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und ich habe gesehen, Alicia hat uns Fotos geschickt, gerade vor drei Minuten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh, Babyfotos.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, richtig süße Fotos.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein anderes erstes Mal. Also Babyshow ist jetzt schon ein paar Monate her, aber das andere erste Mal ist jetzt so ein paar Tage alt. Wir waren nämlich beim kanadischen Nationalsport, beim Curling.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, ja, richtig. Ach ja, richtig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe jetzt hier in ein fragendes Gesicht gerade geguckt. Ja, ja. Also, falls ihr euch die Frage stellt, kanadischer Nationalsport, im Prinzip gibt es drei Sachen, die da immer genannt werden. Das, was allen einfällt, ist natürlich Hockey. Eishockey nennen es die Europäer. Hier ist es einfach nur Hockey. Das zweite ist tatsächlich hier Curling, ist so eine Sache, die auch in Still Standing immer wieder mal auftaucht, als so ein Standardsport. Und Curling, müsst ihr euch vorstellen, wie Eistock schießen, aber in langsamer, mit Besen. jetzt beschreib mal</p>
<p><strong>Susanne:</strong> super, du schiebst so einen 20 Kilo Stein übers Eis und wie bei Bull versuchst du halt ich meine da gibt es keinen Ball in der Mitte sondern da gibt es halt Kreise, die du treffen musst und dann musst du halt versuchen so nah wie möglich an diesen Kreis oder in den Kreis zu kommen und alle anderen deinen Gegner raus zu kicken so ein Zielfeld</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und wir hatten Wir hatten ja letztes Jahr einen Urlaub in British Columbia im Great Bear Rainforest gemacht und da haben wir ein paar kennengelernt, die hier aus Toronto sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau, also Jane hatte mir erzählt, sie curled und da habe ich gesagt, ach, das ist ja cool, würde ich ja gerne mal sehen, wie das so funktioniert und so weiter und das haben wir jetzt am Mittwoch gemacht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das war tatsächlich, also ich würde sagen, das hatte so ein bisschen Sportheim-Vibes, wo wir da waren. Wir saßen im warmen Trocknen vor einer großen Glaswand und haben den Curling-Mannschaften beim Curling zugeguckt. War cool. Ja, es ist hier was, das kann auch große Gefühle auslösen. Ist auch so ein Sport für alle Alterskategorien.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es muss aber noch beenden, was der dritte Nationalsport ist, weil das glaubt uns keiner.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Lacrosse.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. So, jetzt fragt euch, was zur Hölle ist Lacrosse? Und wir haben es</p>
<p><strong>Dirk:</strong> noch nicht angeguckt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, wir haben es noch nicht angeguckt. Ich glaube, da komme ich auch nicht hin, ehrlich gesagt. Also du hast ja so Stöcke mit Netzen am Ende und dann schmeißt du deinen Ball mit dem... Aber weißt du, was ich gelernt habe? Lacrosse hat Indigenous-Wurzeln. Das ist ein Sport, der aus der Indigenous-Kultur kommt. Und ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist so ein Crossover aus Hockey und Tennis. Also du spielst Hockey aber in der Luft. Du wirfst halt so ein Puckball-Dingsbums in der Gegend rum und fängst die auch mit diesen Stöcken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und rennst dann übers Feld. Es ist ja dann eigentlich wie Handball, nur mit Netz.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich bin verwirrt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich auch. Also egal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Apropos Nationalsportart, was keine Nationalsportart ist, ist Baseball. Hinter dir aber hier nicht dran, glühende Baseball-Fans zu sein, wann immer die Blue Jays Lauf haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber diesmal war es ja was Besonderes. Also was man wissen muss. Die USA und Kanada haben eine League gemeinsam, auch für Baseball. Die Major Baseball League. Und die ist aufgeteilt in West und Ost. Und dann spielt also der Westen unter sich übers Jahr verteilt und der Osten spielt unter sich übers Jahr verteilt. und der Gewinner aus diesen Ost- und West-Divisions, die spielen dann am Ende zusammen gegeneinander in der sogenannten World Series. Warum das World Series ist, hat sich mir nicht erschlossen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil niemand sonst auf dieser Welt Baseball spielt. Ich glaube, die Inder spielen auch, oder? Die Inder und die Japaner</p>
<p><strong>Susanne:</strong> sind ganz groß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Japaner sind ganz groß. Egal. Da gibt es ja jetzt hier einen Japaner, der 700 Millionen verdient über</p>
<p><strong>Susanne:</strong> die nächsten 10 Jahre. Das habt ihr auch gesehen, der spielt nämlich für die LA Dodgers.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gebt euch das mal, 700 Millionen für Ballspielen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jedenfalls in diesem Endspiel waren dann die Toronto Blue Jays, ist übrigens die einzige, die einzige Baseballmannschaft, die es in der ganzen Major Baseball League gibt, die aus Kanada ist. Alle anderen sind US-Mannschaften und die waren eben im Endspiel gegen die LA Dodgers. und dann gibt es auch, und das ist ja auch so ein Ding, das war für mich so mindblowing, als wir hierher gezogen sind, dass die immer diese sieben Spiele haben. Also sieben Spiele können es werden, du musst halt vier aus sieben musst du gewinnen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wobei ich finde, das macht es spannender. Ja, also dann kaust du dir halt irgendwann buchstäblich die Finger ab.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das war ja auch so bei diesen ganzen Spielen. Also ganz Toronto war in Blau-Weiß getaucht für die Blue Jays Farben. Farben. Die anderen Sportteams, die hier ansässig sind, haben ihre Logos geändert, um den Blue Jay irgendwie zu integrieren. Alle haben sie für Toronto gecheert. Ja, war toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und nur damit ihr das einordnen könnt, wir sind jetzt nicht hier zu glühenden Baseballfans geworden, aber was man feststellt ist, und das finde ich total liebenswert hier an dieser Stadt, ob du jetzt das Ganze verfolgst oder nicht, ist mal völlig egal. Plötzlich ist die ganze Stadt im Blue Blue Jays Fieber. Du hast halt überall dieses Logo. Die Leute, die Fans sind, tragen ihre Jerseys die ganze Zeit gefühlt. Du siehst halt ständig irgendwie diese Käppis und Jacken und alles rumlaufen. Und ich finde es total nett, wie hier so Ereignisse, wenn es für irgendeinen Teil der Stadt um was Großes geht, plötzlich von allen mit bejubelt werden. Selbst wenn man es nicht anguckt, ist völlig egal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, was auch schön war, ist selbst die Spiele, die die Blue Jays verloren haben, haben trotzdem alle gefeiert. Es gab keine Schlägereien. Muss man vielleicht auch mal ein bisschen erklären, wenn dann so zwei Mannschaften gegeneinander spielen, dann sind die halt mal dann daheim, also hier in Toronto in dem Fall und dann waren sie halt auch für ein paar Spiele in L.A. Okay, und das Endspiel war dann eben hier in Toronto, weil die haben tatsächlich alle sieben Spiele machen müssen. Stand zum Schluss 3 zu 3.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann haben sie verloren. Also es sah halt bis zum Schluss so aus, als könnten sie unter Umständen Baseballgeschichte schreiben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also es war auch super spannend.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und Hooligans gibt es anscheinend bei den Sportarten hier nicht so. Also weder, dass irgendwelches Feuerwerk plötzlich gezündet wird oder dass man Besoffene durch die U-Bahn grölen sieht oder dass die sich prügeln oder so. Das haben wir jetzt noch nicht ein einziges Mal hier mitbekommen. Wir hatten ja jetzt wirklich so ein paar richtig große Sportereignisse hier. Also es ging ja auch bei den Maple Leafs letztes Jahr um alles. Da war das halt hier schon auch ein großes Ding mit vielen Leuten, die irgendwie aufgetaucht sind. Ja, da gibt es</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dann auch Public Viewing und so. Also ich bin ja mal gespannt, wie das jetzt dieses Jahr wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft, weil wir haben Tickets.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich meine, das ist ja hier praktische Gehdistanz.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sound</p>
<p><strong>Dirk:</strong> of Music</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was machen die ganzen Amis hier? Warum singen die? Warum singen die so komisch? Und was sind das für Führungen? Sagt mir gar nichts. Lasst euch gesagt sein, es gibt da einen Film aus den 60ern? Ja, so. Mit Julie Andrews.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und er ist hier so ein Weihnachtsritual. Ja, so ein Sissy halt. Genau, schauen hier irgendwie alle oder viele traditionell an Weihnachten. Und weil wir so ahnungslos waren, hat unser Freund Adrian beschlossen, diese Ahnungslosigkeit zu beenden. Und der Sound of Music ist die Geschichte der Familie Trapp. Die sind vor den Nazis in die USA geflohen. Das ist halt sozusagen so eine Kelly-Family. Die haben halt alle Musik gemacht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, sieben Kinder.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Haben das auch fleißig getan, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben ja auch festgestellt, wir haben Leute, die entsetzliche Lücken bei ihrer Filmausbildung haben. Unsere Freundin Lucia hat noch nie Groundhog Day gesehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also das, Entschuldigung, aber das geht gar nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das geht gar nicht, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und wer war es, Maurizio, der noch nicht mal The Princess Bride gesehen hat?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Apropos, Princess Bride.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir waren gestern im Konzert. Es ist so, die Toronto Symphony Orchestra macht so Aufführungen, wo sie einen Film zeigen und live dazu die Filmmusik spielen. Und zwar besonders, weil die ursprüngliche Filmmusik ist von Mark Knopfler. Knopfler? Mark Knopfler?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dire Straits.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, der Mark Knopfler. Und eigentlich ist es nur aufgenommen, ein Keyboard und eine Akustikgitarre. die Gitarre und das wurde halt jetzt umgeschrieben als für ein ganzes Orchester und es klingt einfach toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Immer unabhängig davon, dass der Film, selbst wenn es nicht so gewesen wäre, es auf jeden Fall wert ist. Was auch fantastisch ist, ist übrigens das deutsche Hörbuch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und dann im November war es dann soweit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zwei Jahre Kanada.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind jetzt zwei Jahre schon hier, über zwei Jahre jetzt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also irgendwie verging das wie im Flug.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und auf der Reise zu unserer Residenz sind wir jetzt auch ein Stückchen weiter, weil wir haben ja die Nominierung der Provinz Ontario erhalten im Dezember. Das heißt, jetzt muss nur noch der kanadische Staat sein Häkchen drunter setzen. Und da haben wir so Sachen gemacht wie zehn Jahre Reisetätigkeit dokumentieren. Wir waren auf dem deutschen Konsulat, haben uns bestätigen lassen, dass wir wir sind, weil wir ja auch ein deutsches Führungszeugnis anfordern müssen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da warten wir jetzt gerade drauf, dass es zurückkommt. Wenn das alles dann durchgeht und es kann in drei bis sechs Monaten theoretisch durch sein, dann bekommen wir so eine Karte, die uns berechtigt, hier in Kanada uns unbegrenzt aufzuhalten und hier zu leben und zu arbeiten, wie immer wir wollen. Dieser ganze Prozess ist einfach eine Übung in Geduld.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da sind wir ja so gut drin, gell?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das ist super. Deswegen lenken wir uns zwischendurch immer wieder ab.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Indem er dann zum Beispiel auf den Weihnachtsmarkt in Quebec City</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und Quebec City liegt, wie der Name nahe liegt, in Quebec Da waren sie auch wieder</p>
<p><strong>Susanne:</strong> einfallsreich, meine Güte</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, damit ist das auch alles relativ französisch Und das war so spannend, als wir da angekommen sind Wir sind da hingefahren, weil wir gesagt haben, wir wollen Weihnachtsstimmung, verdammt nochmal Und jeder hat uns gesagt, Quebec City sieht aus wie eine Postkarte während Weihnachten Ich muss noch sagen, als wir da mit dem Auto reingefahren sind zum Hotel, das hat so ein sofortiges europäisches Gefühl ausgelöst, als wir in diese Altstadt gerollt sind, weil das halt wie so eine französische Stadt aussieht. Also das Straßennetz, dann viel Kopfsteinpflaster, dann hat es so ein paar Ecken, Steinhäuser, genau, da gab es so ein paar Straßen, da hättest du die, wenn man dich da abgesetzt hätte, hättest du gar nicht sagen können, bin ich jetzt eher in Spanien, in Frankreich oder in Deutschland, also so eine Mittelalterstadt halt. ist auch die einzige Stadt in Nordamerika, die noch eine intakte Stadtmauer hat, also eine historische Stadtmauer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und sie haben eine Zitadelle auf dem Hügel. Die haben uns dann auch per Führung angeguckt. Die erkennen wir jetzt auch immer in Nachrichten wieder, nämlich dann, wenn der gute Carney mal wieder in Quebec City ist, dann übernachtet er im Governors House und das ist in dieser Zitadelle, die auch jetzt noch eine Kaserne ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die haben die irgendwann gebaut, um die Invasionsversuche der Amerikaner abzuwehren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da war es auch minus 25 Grad, weil es ist ja in Québec, es ist kälter dort, aber es war einfach nur, war toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es hat abgeliefert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schnee, also es war so richtig vorweihnachtlich, so wie man das so kennt. Die haben sogar mehrere Weihnachtsmärkte über diese Stadt verteilt und dann stellen wir fest, Das ist ja komisch. Warum steht denn hier alles auf Deutsch angeschrieben? Stellt sich raus, es ist ein deutscher Weihnachtsmarkt, weil nämlich im City Council, da ist eine Deutsche und die hat vor 18 Jahren mal gesagt, ach, wir müssen was machen in der Vorweihnachtszeit. Warum machen wir nicht einen Weihnachtsmarkt?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und der ist toll.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der ist super.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die bereiten sich auch immer das ganze Jahr auf diesen Weihnachtsmarkt vor. Also die importieren dann auch Sachen, die aus Deutschland sind. also dort gab es die passenden Lebkuchen, dort gab es Stollen also es ist natürlich, manchmal hat es dann, ist es eine kanadische Interpretation eines deutschen Weihnachtsmarktes</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Fusion nennt man das heutzutage</p>
<p><strong>Dirk:</strong> aber es gab ein Kassperletheater</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ah ja richtig, ein Kassperletheater</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und es gab auch so eine Weihnachtspyramide, so ein großes Ding, das sich gedreht hat und so also es war, wir sind da durchgelaufen und das war einfach toll Superbowl. Und wenn du das in so einer mittelalterlichen Innenstadt hast, ist das natürlich großartig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und das Kasperle-Theater war natürlich auch französisch, weil es ist ja in Quebec. Da.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber wir haben dann ganz knapp die Gelegenheit verpasst, Leberkäse zu haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, um einen Tag.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> An der Bude haben wir gesehen, dass die Leberkäse verkaufen haben. Da kommen wir morgen wieder und essen Leberkäse. Und dann gab es den nicht mehr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Tja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Tja, aber alles andere gab es da, was man so erwartet. Das war schon cool.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es war auch überraschend. Also nicht, dass ich das jetzt unbedingt brauche, aber ich meine, das fand ich halt einfach witzig. Ja, also Quebec City ist auf jeden Fall immer ein Besuch wert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da kommen wir dieses Jahr auch nochmal hin.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, im Sommer. Nicht bei minus 25 Grad.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vielleicht kommen wir auch im Winter nochmal hin. Das war ja so ein Weihnachtsmoment.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe mich ja darauf vorbereitet, was man hier auch total leicht kriegt, ist irgendwelche Fußwärmer und Händewärmer und so und ich hatte mich total eingedeckt mit, ich habe nicht draußen gefroren, ich habe nicht gefroren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Merkt ihr es? Merkt ihr es? Die friert nicht mehr, die Frau.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die friert schon noch. Ich möchte diese Gerüchte gleich mal hier im Kern ersticken. Nee, nee, ich friere noch. Aber es hilft auch, dass es in der Regel nicht diese nasse Kälte ist, die sich so wirklich durch alles durchkriecht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir werden ja dieses Jahr den Yukon ansteuern. Mal gucken, wie es dann da ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich bin gespannt. Ja, dann waren wir in Quebec City und dann die Woche drauf sind wir dann relativ kurzfristig nach Deutschland geflogen. Um bei einer Beerdigung mit dabei zu sein, einer Trauerfeier, und waren dann tatsächlich nur für vier Tage dort, waren mit Familie zusammen, war schön, obwohl trauriger Anlass, aber mit Familie zusammen zu sein, ist immer schön. Was mir gerade auffällt, ist, dass wir total ausgelassen haben, dass ja mein Vater hier war, weil der war vor Quebec City hier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir hatten wunderschönes Wetter bis zu dem Tag, wo sie hier waren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau. Also Sonne pur und dann kamen mein Vater und Susanne und zack, das Wetter war irgendwie doof.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber die hatten ja trotzdem Spaß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und vor allem, das war der erste Polar Vortex. Es war diese Frettchenkälte, von der ich immer sage, wo man sich so fühlt, als würde ein Tier dein Gesicht aufessen. Genau, und wir waren mit denen unterwegs, waren dann auch mit denen im Musical. und wie gesagt, die sind dann mit dem Bus an die Niagara-Fälle gefahren. Das hat auch alles super geklappt und haben dann eine Nacht dort übernachtet. Ja, und dann also zurück, wir kamen dann wieder nach Hause und wir sind an dem Freitag, sind wir wieder in den Flieger gestiegen, weil es ist ja nicht so, dass wir irgendwie eine Trauerfeier oder eine Beerdigung auch planen. Ja, also es war ja nicht eingeplant.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was aber eingeplant war, war so ein großer Urlaub, weil ja die Susanne letztes Jahr 50 geworden ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und der Dirk ist dieses Jahr 50 geworden, vorletzte Woche.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und dann haben wir halt uns sozusagen beschenkt mit einem Familienurlaub. Wir haben uns von unseren Jungs gewünscht, dass sie mit ihren Partnerinnen mit uns in Urlaub fliegen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Und dann haben wir das gemacht, was Kanadier in der Regel immer im Winter machen. Wir waren Snowbirds.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So nennen die das hier, wenn man sich im Winter in den Flieger setzt und einfach mal ein paar Wochen irgendwo ist, wo es warm ist. Wir haben die Karibik angesteuert, weil da gibt es auch europäische Inseln. Da ist man sozusagen in der EU. Das heißt, unsere Jungs und deren Partnerinnen hätten mit ihren Persos einfliegen können.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, irgendwie total verrückt. Naja, ich hatte Guadeloupe ausgesucht unter dem Aspekt, dass wir eben eine Insel haben, wo jetzt amerikanischer Tourismus eher selten ist. Also dann findest du auch nicht diese großen Hotelkomplexe, weil ich bin jetzt kein Fan von großen Hotelkomplexen. Ich wollte, dass das easy ist, auch für die Jungs und ihre Freundinnen da einzufliegen, weil eine, die Freundin von unserer Mittlerin ist, aus Taiwan. Und dann dachte ich, also je einfacher wir das haben mit Visa-Möglichkeiten, desto besser. Außerdem französisch sprechende Insel, super. Ich hatte dann eben so ein Hotel gefunden, das so einzelne Häuschen hatte und wir haben dort eben auch ein Haus gemietet, das angegliedert war an dieses Hotel. Das heißt, wir konnten uns auch in unsere Ecken zurückziehen und wir hatten ein gemeinsames Wohnzimmer und eine Küche und einen gemeinsamen Pool, den wir privat eben für uns als Familie dann hatten. und es war echt toll, es war genau die richtige Mischung. Also du konntest zusammen sein, genauso wie getrennt und wir haben dann die Insel erkundet und die Dynamik ist halt dann auch irgendwie ganz anders. Wir haben ja zum ersten Mal das erlebt, dass die Freundinnen mit dabei waren, was ich persönlich total schön fand und war halt anders. Und ich fand das eine sehr schöne, harmonische Dynamik. Wir hatten viel Spaß, wir haben auch viel gelacht. Ja, war ein toller Urlaub. Und an Weihnachten selber waren wir ja noch schnorcheln und haben Mangrovenwälder erkundet und haben ein untergegangenes Wrack erkundet. Also es ist einfach schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das war genau das, wonach wir gesucht haben. Wir wollten miteinander Zeit verbringen und im Wesentlichen in der Sonne sitzen, lesen, schlafen, essen, mehr. Kann ich nur empfehlen. Ich war krank wie ein Hund. Ich hatte nix. Niemand sonst hatte was.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, wir hatten ja auch noch im Oktober, Ende Oktober uns den neuen Covid-Booster abgeholt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und Grippe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und Grippe, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Einarm-Grippe, einarm-Covid. Das ist auch so ein Unterschied. Hier wird relativ offensiv informiert über so Sachen wie eben Impfungen und so. Während die Nachbarn im Süden ja im Moment gerade versuchen, alles runterzufahren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube, das Neueste, was unten propagiert wird, ist Protein. Also Kennedy.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hat die Nahrungspyramide geändert, genau. Oder Bobby Brainworm, wie Jon Stewart nennt. Ach ja. Ja, also</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ich muss sagen, ein Jahr Trump-Regierung und du kannst schon wirklich sehr greifbar sehen, wie anders sich die Welt gestaltet. Also nicht nur Kanada, sondern halt auch Europa und was für Gedanken sich die Welt macht. Ein Ding, was ich nicht auf deiner Liste finde, ist Karnis Rede in Davos. Also wer sie noch nicht gesehen hat, ich kann das nur empfehlen, sich mal auf YouTube zu bewegen und Karni, Mark Karni, Kanada und Rede Davos oder sowas einzugeben. Die er selber geschrieben hat und wo es einfach, das ist eigentlich so ein Wendepunkt, finde ich, eigentlich im Grunde einen Flocken in den Boden gehauen hat und gesagt hat, okay, es reicht jetzt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Elbows up, sagt man hier dazu auf, so als Slogan. Elbows up ist eine Verteidigungspose aus dem Hockey und wenn Kanadier hier elbows up sagt, meint der in aller Regel, dass sie versuchen eben keine US-Produkte zu kaufen, dass sie nicht in die USA reisen, dass sie unabhängiger von den USA sein wollen und das gilt nach wie vor. Also Kani, ab dem Moment, wo er gewählt worden ist, ist der ja praktisch dauernd unterwegs gewesen. Er hat tatsächlich innerhalb von sechs Monaten zwölf verschiedene Trade Deals abgeschlossen. Damit ist Kanada mit 61 Freihandelsabkommen besser vernetzt mit anderen Ländern als jedes andere Land. Und Kani hat sich halt in Davos hingestellt und hat gesagt, Leute, hört mal auf, so zu tun, als wenn die Weltordnung, die er bisher gewohnt war, wieder zurückkommen würde. Wir haben hier keine Transformation, wir haben hier eine Weltordnung, die gerade vor unseren Augen auseinanderbricht. Er hat es eine Rupture genannt. Und das wird halt momentan überall auch zitiert. Also währenddessen geht es halt in den USA irgendwie ständig immer mehr ab. Und alle zwei, drei Tage gibt es irgendwas, was Richtung Kanada abgefeuert wird. Ich glaube, nicht alles schafft es in die europäischen Nachrichten. Das Neueste war ja irgendwie, dass Trump erklärt hat, dass eine Brücke, die hier von Windsor nach Detroit, also von Kanada rüber nach Michigan gebaut wurde, dass diese Brücke nicht eröffnet werden darf. Solche Drohungen und solche Forderungen gibt es jede Woche. Also die Woche davor hat er irgendwie erklärt, er will kanadischen Flugzeugen die Fluglizenz entziehen. Also es ist praktisch jede Woche irgendwas. Immer wenn Kanadier auf die Versuchung kommen können, sich zu denken, ja wir kennen sie doch, die Amerikaner, vielleicht ist es doch nicht so schlimm, sondern da halt wieder irgendeine andere Drohung ab da drüben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist eigentlich ganz gut. Ich sage immer, aus dieser ganzen Scheiße kommt natürlich auch was Gutes raus, nämlich die Kanadier genauso wie die Europäer wachsen weiter zusammen und das ist eigentlich eine ganz gute Entwicklung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und sie wollen sich vor allen Dingen auch in den richtigen Sachen, finde ich, abgrenzen. Also eine Sache beispielsweise, während Carney zwar einerseits hier so Sachen wie eine Verpflichtung für Elektromobilität aufgibt, hat er gleichzeitig an anderer Stelle Schrauben angedreht, die letztlich auch zu mehr Elektromobilität führen werden. Transrechte, Indigenous-Rechte, all diese Dinge sind hier nach wie vor sehr, sehr hoch gehandelt und sehr wichtig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Apropos Indigenous-Rechte. Jeder, der vielleicht davon mal gehört hat, dass Alberta ja immer unabhängig werden will, das ist eine kleine Gruppierung in Alberta, die das vorantreibt, stellt sich raus, Alberta kann nicht einfach so unabhängig werden ohne die Zustimmung der Indigenous-Gemeinde dort, weil denen der Grund und Boden gehört.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, da wird viel Lärm gerade gemacht, der wahrscheinlich zu nichts führt. Es kann aber natürlich trotzdem passieren, dass da irgendwann, so wie vor ein paar Jahrzehnten in Québec, so ein Referendum stattfindet. Und egal wie das jetzt ausgeht, letztlich realistisch können die sich gar nicht abspalten, aber wenn sie es natürlich fordern würden als Provinz, dann wäre das ein Erdbeben hier in Kanada. Kanada. Gleichzeitig ist es aber in Kanada auch nicht ganz ungewöhnlich, dass die ständig ringen. Also das haben wir jetzt hier festgestellt, seit wir hier sind. Da ringt beispielsweise British Columbia, ringt mit Alberta um die Pipeline-Rechte. Da regen sich die Maritimen Provinzen darüber auf, dass neben Québec irgendwie nichts mehr weiter zu existieren scheint. Da regt sich Ontario darüber auf, dass sie so viel zahlen müssen, damit es den anderen Provinzen gut geht und so weiter und so weiter. Ich meine, das ist doch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> eigentlich nichts anders, als wenn ich es jetzt mal vergleiche mit Deutschland, mit den Bundesländern. Da regt sich doch auch immer irgendjemand über irgendwas auf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das stimmt. Was aber ganz interessant ist, ist, Carney hat so eine hauchdünne Minderheit im Parlament. Das heißt, er muss eigentlich für alles immer auch Leute außerhalb seiner Partei finden, die stimmen. Hauchdünn heißt, zwei Leute mehr und er hat eine Mehrheit. Jetzt könnte natürlich Carney versuchen zu gamblen und zu sagen, wir machen jetzt Neuwahlen und vielleicht gewinne ich dann, ja, das könnte passieren, aber im Moment ist halt dafür die falsche Zeit. Und die haben sich, also die falsche Zeit, weil es gibt wichtigere Dinge als das. Und was ich halt wirklich sehr angenehm an Kanada finde, es ist einfach ein Land, in dem sich der Oppositionsführer und der amtierende Regierungschef hinsetzen können und miteinander beschließen, jetzt lassen wir mal kurz mal das Politikgeschachere für das nächste halbe Jahr sein, weil wir müssen jetzt mal unseren Scheiß auf die Kette kriegen, lass uns mal zusammenarbeiten. Und natürlich tösen sie dann trotzdem nach wie vor immer wieder mal rum, aber es gibt diese Momente gar nicht mal so selten hier, wo Leute über Parteigrenzen hinweg das verdammt nochmal Richtige kurz in den Vordergrund stellen. Das finde ich sehr, sehr angenehm.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und eines der Dinge, die in letzter Zeit so disruptive waren, also die einfach mal alles auf links gedreht haben, mal abgesehen von dem Idioten im Süden, war, wir hatten ein Schul-Shooting in Tumblr Ridge. Das ist in BC, also British Columbia. Und es ist schon interessant, wie unterschiedlich Kanada mit sowas umgeht. Wenn ihr mal nach Shootings sucht und dann drei Länder hernehmt, Deutschland, Kanada und USA, dann findet man für Deutschland eine Seite auf Wikipedia, wo alle Shootings in den letzten Dekaden aufgezählt werden. Eine Seite. Dasselbe gilt für Kanada auch. Die USA haben eine Seite pro Jahr.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein Mars-Shooting ist definiert als mehr als vier Todesopfer. Also nicht unbedingt immer in der Schule, es heißt einfach nur mehr als vier Todesopfer. In Deutschland gab es vier, in Kanada gab es fünf und in den USA gab es 425. Und das ist einfach der Irrsinn in Dosen. Die Frage ist ja, ab wann wirst du denn da drüben als Präsident gebrieft und ab wann hältst du es für wichtig genug, dass du vor eine Kamera trittst und mal sagst, das ist eine Tragödie, der könnte ja jeden Tag zweimal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, theoretisch wahrscheinlich, deswegen ist es nicht mehr wichtig, weißt du.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber es ist einfach wirklich, wirklich krass. Und hier in Kanada ist jetzt seit mehreren Tagen praktisch alles stehen geblieben. Also Karni hat seine Reise zur Münchner Sicherheitskonferenz abgesagt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, hier sind die Fahnen auf Halbmast.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und zwar für eine ganze Woche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und es wird halt erforscht und das finde ich auch einen gravierenden Unterschied, statt dass die ganzen Medien hergehen und jetzt irgendwelche Sachen fabulieren, halten alle ihre Füße still und berichten nur, was an Fakten im Moment auf dem Tisch liegt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Deutschland, da würde es heißen, heute kam es zu einem tragischen Schusswechsel in der Schule, sechs Leute tot, vielleicht noch mit so einem Satz wie der Schütze hatte psychologische Probleme und hat einen Migrationshintergrund oder irgend so ein Quatsch. Ja, als ob das irgendeinen Unterschied macht, was jetzt, ob es ein Migrationshintergrund ist oder nicht, wenn jemand sowas tut. Solche Dinge werden in Deutschland dann in fünf Minuten kurz gesagt, dann gibt es noch zwei, drei Äußerungen von Politikern dazu, meistens ohne wirklich was zu wissen. In Deutschland dankenswerterweise wahrscheinlich so in dem Tonfall von, wir wissen noch nicht genau, die Behörden ermitteln, aber wir werden natürlich volle Unterstützung und überhaupt, ja so. und dann ist es durch. Und hier ist es so, die Medien reden erstmal nur über die Menschen, die betroffen sind. Und was ich total auffällig finde, ist, die reden mit Empathie auch über die Täterfamilie. Und dann gab es, und das war für mich so ein Moment, wo auch mir die Tränen gekommen sind, muss ich echt sagen. Es gab hier im Parlament den Moment, wo alle Parteiführer sich kurz geäußert haben dazu. Und dann gab es diesen Moment, wo der Anführer vom Bloc Québécois, die aus Prinzip im Parlament nur Französisch reden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wie halt Franzosen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also ich meine, der Bloc Québécois, der verfolgt aktiv die Abspaltung Québècs von Kanada und der Gründung eines französisch sprechenden Bundesstaats. Aber der hat seine Rede gehalten und er hat auf Französisch kurz gesagt, dass er sich jetzt entschuldigt, aber er wird jetzt die Sprache wechseln. weil ja in British Columbia längst nicht jeder Französisch spricht und hat dann im perfekten Englisch eine Rede gehalten, die mich in Tränen zurückgelassen hat. Und das ist einfach, so gehen die hier damit um. Und die geben denen Zeit, die geben dem Raum, das ist immer noch Thema, es ist jetzt seit drei Tagen Thema. Das ist auch warum die eben nur vier oder fünf Shootings im Jahr haben und nicht 425. So, ich habe nicht geweint. Moment. Das war ein großer Moment. Also es wird halt diese Rede im Parlament dadurch, dass die immer französisch reden, um dieses Statement zu machen, sie reden nicht englisch. Alle anderen, nur damit wir das auch mal gesagt haben, alle anderen wechseln eigentlich ständig ihre Sprache. Kani genauso wie Poilievre machen ihre Reden teils teils.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Selbst Kani hat in Davos, hat er auf Französisch angefangen. Also auf Québécois, Französisch darf man das ja nicht nennen. Ja, also es fällt generell auf, wie gerade in solchen Momenten, wo Zusammenhalt auf Nummer eins ist, wie Politiker hier einfach mal drauf verzichten, was jetzt die Opposition sagt oder so, sondern wir ziehen alle an einem Strang. Und das ist dann halt für die Zeit so und dann kann man ja auch wieder über Unterschiede diskutieren. Das ist ja fein. Ich glaube, das ist auch generell dadurch, dass jetzt die Bedrohung im Süden da ist, wo halt jede Woche irgendein neuer Scheiß über die Grenze schwappt mit irgendwelchen Blödsinn. Das hat Kanada schon ganz schön zusammengeschweißt auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber ich glaube, es ist auch so ein allgemeines Kulturding hier, die wertschätzen, wenn die Leute Anstand und Dekor zeigen. Also es wird sofort irgendwie die Nase gerümpft, wenn du das Gefühl hast, die Leute blöken eigentlich nur rum. Du hast natürlich schon so Leute wie ein Doug Ford oder so, die etwas populistischer unterwegs sind, aber selbst der, wenn der von den Kameras tritt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nur zur Erinnerung, Doug Ford ist unser Söder hier in Ontario.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber selbst wenn der vor eine Kamera tritt, sagt er ja durchaus sinnvolle Dinge und formuliert sich ordentlich. Und das ist was, was die hier sehr wertschätzen, wenn ihre offiziellen Stellen versuchen, das Richtige und das Anständige auch nach vorne zu stellen. Und das heißt halt im Moment gerade angesichts von so einer Tragödie, dass man halt mal gerade demonstrativ alle Schulter schließt und sagt, wir sind hier zusammen. Und ich finde, dieses Zusammenbringen ist einer der großen Unterschiede zu, wie es gerade in den USA abgeht, aber auch in vielen europäischen Ländern, wo ja diese Polarisierung die ganze Zeit so betont wird. Es ist fast schon wie so eine Gegenbewegung. Und das finde ich gut. Das gibt mir ein gutes Gefühl.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wie du sagst, dieser Anstand. Weißt du, denen geht halt einfach nie diese Empathie hier verloren, sich mal in anderer Leute Schuhe zu stellen. Das finde ich auch sehr auffällig hier. Also nicht, dass es hier nicht auch Arschlöcher gibt. Ich verstehe das ja nicht falsch. Also gibt es auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es gibt auch hier Rassisten, es gibt auch hier Leute, die waffennahen sind. Also wenn wir gerade Waffen reden, es gibt zum Beispiel im Moment gerade ein Waffenrückkaufprogramm. Und dann machen die was ähnliches, wie es eben auch Australien zum Beispiel macht, dass die halt sagen, hey, wenn du eine Waffe bei dir hast, bring die uns und wir kaufen dir die ab. Ja, es hilft auch bei diesen ganzen Beobachtungen, dass die Kanadier nicht dazu neigen, alles immer so in schrill weiß oder schrill schwarz zu formulieren. Also diese Graustufen und die Nuancen existieren halt auch nebeneinander.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das passt ja wieder in dieses Quilt, wovon wir es hatten. Es ist immer einfacher, alles irgendwie in schwarz und weiß zu sehen, aber das passiert ja tatsächlich im öffentlichen Leben nicht, in der Politik nicht. Ich versuche gerade die Überleitung zu finden, wobei das auch ganz gut cool ist, weil schwarz-weiß und flockiger Teppich, weil was wir im Moment gerade als Serie gucken, die wir entdeckt haben. Und ich habe gerade nachgeguckt, wann das released wurde, also wann das ins Fernsehen kam. Und zwar 2024 ist Alone Germany. Und dann haben wir uns gefragt, wo machen die denn Alone in Germany? Schwarzwald, Lüneburger Heide, Bayerischer Wald,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Survival in der Lüneburger Heide</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, stellt sich raus, nein, nein, sie sind tatsächlich nach Vancouver Island gegangen. Ins Herzen Kanadas, wie eines der Deutschen das so unzutreffend formulierte, weil wer vielleicht mal eine Landkarte angeguckt hat. Ja, also Vancouver Island ist so ganz links.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Müssen wir vielleicht trotzdem nochmal kurz sagen, was Alone eigentlich ist?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bitte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es ist eine Survival-TV-Show. Es geht also darum, wer am längsten durchhält in der Wildnis. Und was wir an Alone so mögen ist, dass anders als viele andere Reality-TV-Formate, ist es relativ dramafrei und es kommt daher, weil Alone nimmt den Titel wörtlich. Die Leute, das sind zehn Kandidaten, die werden ausgesetzt in der kanadischen Wildnis oder generell in der Wildnis, es gibt mehrere Staffeln. Ursprünglich fing das mal Alone US, war die Originalreihe davon und die ersten Staffeln waren alle in Kanada und die meisten Staffeln spielen in Kanada, es gibt einfach viel Gegend hier. und die werden einfach alleine ausgesetzt und zwar zusammen mit einer Grundausstattung an Kameratechnik. Die Idee ist tatsächlich, dass sie kein Kamerateam um sich rum haben, keine Regie, kein gar nichts, sondern mit Kameratechnik und zehn Gegenständen, die sie sich aus einer Liste aussuchen dürfen, werden die irgendwo im Nirgendwo ausgesetzt, sind dann ab da alleine und müssen halt irgendwie zurande kommen. Da gibt es dann regelmäßig, die werden natürlich schon so ein Stück weit überwacht, Das heißt, die haben so Notfallfunkgeräte, die können auch jederzeit sagen, sie wollen aufgeben und abgeholt werden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann gibt es eine regelmäßige medizinische Untersuchung, ob die noch überhaupt in der Lage sind, weiter dort zu bleiben, weil du nimmst halt ab.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, genau, weil es ist einfach nicht so einfach.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, also die werden schon überwacht, sodass es halt nicht zu ihrem Schaden ist und die rechtzeitig dann auch rausgezogen werden aus diesem Wettkampf. ist es ja. Aber die sind wirklich allein und filmen sich auch allein. Ja, und dadurch, dass du niemanden hast, der das beeinflusst, ein Production-Team oder so, oder dir sagt, wie jetzt bei Bachelor oder so, wie du dich jetzt so zu verhalten hast oder dich im Hintergrund aufstachelt zu irgendwas, ist schön eigentlich. Also schön zuzugucken. Ich habe auch schon eine ganze Menge gelernt. Ja, also</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wenn wir jetzt allein wären, müssten wir wenigstens... Nee, nee.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also ich muss sagen, ich habe Respekt vor jedem, der da teilnimmt. Ich würde nicht drei Tage da irgendwie überstehen. Also ich muss sagen, wirklich Hut ab.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, tiefsten Respekt. Ich bin so nutzlos in so einer Survival-Situation. Ich meine, ich kann Linux auf einem Laptop installieren, wenn es der richtige Laptop ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Dirk und ich, wir haben dieses Szenario schon öfters mal durchgespielt. Wenn jetzt die Zombie-Apokalypse wäre, das Einzige, was wir machen könnten, ist unseren Laptop einmal gegen einen Zombie einsetzen, den wir ihnen an den Kopf werfen und das war's dann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, einen Zombie mit einem MacBook enthaupten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wäre wahrscheinlich schnell vorbei für uns.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also das ist tatsächlich wirklich super beeindruckend. und manche Leute haben auch einen Skill-Level, der ist einfach zum Niederknien. Ja. Nicht so unsere Deutschen. Da muss man jetzt auch noch wissen, was wirklich lustig ist, ist der Vergleich. Weil Alone West, das sind halt ziemlich oft so Survival-Spezialisten. Ich bringe Leuten bei, wie sie einen Monat in der Wildnis sich von Würmern ernähren können. Also das sind ja</p>
<p><strong>Susanne:</strong> meistens Leute, die schon irgendwie so Homesteader sind. Also die schon ohne Strom und fließend Wasser irgendwie schon so ganz normal leben. Also nicht so Weicheier, sage ich mal. Da haben auch Kanadier schon teilgenommen und es gab allein Staffeln, die oben im Arctic Circle stattfinden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die längste Staffel, da mussten so 100 Tage bleiben. Die waren 100 Tage in der Arktis. Da ist ja Nüschte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also die auch jagen können, die, weißt du, mit Pfeil und Bogen ist überhaupt kein Problem. Genau, die haben da kein Gewehr oder so, sondern... Nee, also dürfen kein Gewehr mitnehmen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Messer, Pfeil und Bogen, sowas halt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da gibt es schon ein Gefälle, sag ich mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es fing schon damit an, dass unsere deutschen Alone-Teilnehmer bekamen offensichtlich alle ein extra Tarp, also so eine extra Zeltfolie.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jaja, stimmt, ein Tab war dabei Als Grundausstattung Aber egal</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und dann ist es halt auch so, während irgendwie so die US-Staffel mit so Ex-Military, Ex-Homesteader oder gerade Homesteader oder so war die deutsche Lohnstaffel zwei Lehramtsstudenten ein Immobilienmakler aus Frankfurt Immobilienmakler aus Frankfurt</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und da muss ich sagen, da war ich echt beeindruckt Da habe ich am Anfang, das sind dann meine eigenen Gegenverurteile, ja, aber da dachte ich, hu, ja, aber der war super angenehm.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es ist jedenfalls ganz anderes Personal, das fällt wirklich auf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, was auch unterschiedlich ist in Alone West, kannst du halt eine Million Dollar gewinnen. Das Preisgeld jetzt für Alone Germany ist 75.000 Euro, also es ist schon ein Unterschied. Aber, und das war eigentlich so das Gravierendste, was wir so festgestellt haben, an was so ganz anders ist, während wir zuhören, wie in Alone US die Teilnehmer in der Regel darüber reden, was sie dann mit diesem Geld machen wollen, das heißt sich entweder aus der Armut raushieven, irgendwelche Medical Bills zahlen, irgendwie ein Business gründen und so weiter. Das Geld an sich war jetzt die ersten neun Folgen, war überhaupt kein Thema in dem deutschen Format, sondern es ging halt darum, ich wollte halt schon immer mal gucken, wie weit ich komme und es sind halt Menschen, die sich überlegen, kann ich das ganz alleine sein, wie komme ich damit zurecht, ich möchte mir selber was beweisen, das ist so das Hauptziel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Spiel. Also</p>
<p><strong>Susanne:</strong> da siehst du auch einen Kulturunterschied, finde ich. Das finde ich sehr spannend. Also ich mag die Serie sowieso von dem Format her, eben weil das eben nicht zulässt, dass es irgendwie so fake ist, sondern es ist halt echt, weil ich meine, wenn du 30 Tage alleine, wirklich ganz alleine irgendwo bist, das können wir uns schon mal gar nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Deswegen habe ich ja da auch so Respekt vor. Und du hast halt niemanden, mit dem du redest. Einfach mal eine halbe Stunde schnacken oder so. Du kannst dich nicht austauschen, musst alle deine Entscheidungen selber treffen. Du hast niemanden, dem du mitteilen kannst, wie wunderschön dieser Sonnenaufgang jetzt war. Also das macht schon auch was mit dir und ich glaube, das ist auch nicht so einfach. Ja gut, die</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hälfte der Teilnehmer, habe ich auch immer das Gefühl, geben genau deswegen auf. Die sagen dann spätestens nach ein paar Wochen, warum mache ich das hier und warum verzichte ich auf Kontakt zu meiner Familie, mir doch egal. Das ist so auch egal jetzt welcher kulturelle Hintergrund. und was ich noch interessant finde ist, dass die Alone US, wenn die dann letztlich aufgeben aus irgendeinem Grund oder rausgezogen werden wegen Medical Gründen oder sonst wie, brechen die immer völlig zusammen. Also I let everyone down und das ist jetzt bei Alone Germany überhaupt gar nicht der Fall. Die kommen alle zu einem geordneten, unverschuldeten Leben zurück. Also keiner von denen macht den Eindruck als Hans G, arbeitslos, spielt Alone, weil es keine andere Gelegenheiten für ihn gibt. Das finde ich auch sehr angenehm und interessant zu beobachten. Und da dreht sich dann halt so auf der Bedürfnispyramide natürlich, warum die das machen, schon allein deswegen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich hatte da letztens eine Diskussion mit jemandem, der angemerkt hat, ja, ich musste jetzt irgendwie für Zusatzleistungen selber zahlen. Irgendwann habe ich gefragt, wie viel hast du denn dafür gezahlt? Und dann meinte er 70 Euro. Euro. Und da sieht man halt auch diesen kulturellen Unterschied, weil, weißt du, auf der anderen Seite hast du dann USA-Menschen, die pleite gehen, wo Familien auf der Straße stehen, weil sie ihre Rechnungen für medizinische Leistungen nicht bezahlen können. Eine Kollegin von dir, die mit, was, drei Millionen Dollar Rechnung nach Hause kam für die Geburt ihrer Zwillinge.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das will ich gerade aufgreifen. Ich glaube, das haben viele in Deutschland mal davon gehört, dass in den USA Leute manchmal in Medical Debt stecken und ihre Arztrechnungen nicht mehr zahlen können, entschulden deswegen. Aber ich glaube, was vielen in Deutschland abgeht, ist ein Gefühl dafür, wie groß das Problem tatsächlich ist. Fangen wir mal an mit der Kollegin von mir, die hatte eine Zwillingsgeburt, war alles ein bisschen komplizierter und bekam dann eine Rechnung über 3 Millionen US-Dollar, die ihre Krankenversicherung erstmal sich geweigert hat zu bezahlen, weil die aber bei Google angestellt ist, gibt es bei Google eine Rechtsunterstützung, der du das übergeben kannst und Google hat das durchgestritten, das heißt, die hatte ein paar Wochen irgendwie Stress und vielleicht auch Angstgefühle, aber im Grunde wurde sie aufgefangen. Jetzt nehmen wir mal diese 3 Millionen und sagen, ja, das ist vielleicht ein ganz, ganz krasser Ausnahmefall und wer weiß, wo die war. Da hat Susanne im Gespräch mit einer Freundin und Kollegin von ihr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die hat auch Zwillinge bekommen und hat pro Zwillingsgeburt eine Rechnung bekommen von 500.000 Dollar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> 500.000, genau. Dann stellt man sich doch die Frage.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, für was denn 500.000 Dollar?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oder was kostet denn das in Deutschland?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und dann habe ich mal recherchiert. Gerade so Zwillingsgeburten, also kosten so zwischen 3.000 bis 5.000 Euro. Mit Kaiserschnitt bis zu 6.000 Euro, glaube ich. und wenn es richtig kompliziert ist, so mit muss in die Notfallstation, la la la, intensiv und so weiter, dann kann das mal bis 11.000 Euro hochgehen, wird dann von der Krankenkasse übernommen. Und dann kostet halt so der Aufenthalt im Krankenhaus ungefähr 600 Euro am Tag auf intensiv und so weiter. Also ich habe da mal ein bisschen rumrecherchiert und dann habe ich gedacht, ja, aber Moment mal, Wenn das so wahnsinnig teuer ist in den USA und bei uns so billig, was viele Leute daraus schließen, viele Amerikaner, ist, ja, dann ist ja die Qualität unseres Services besser. Stellt sich raus, die Säuglingssterblichkeit während der Geburt ist doppelt so hoch wie in Deutschland, sogar ein bisschen mehr als doppelt so hoch. Und die Kosten kommen auf eine Art und Weise zustande, die überhaupt nichts mit der Geburt an sich zu tun hat, sondern, und das ist jetzt wirklich ein kultureller Unterschied, in Deutschland ist alles über das Government abgedeckt, über die Regierung, über öffentliche Ämter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also in Deutschland wird halt das Gesundheitssystem von der Regierung gesteuert im Endeffekt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Die schaut da drauf, dass wir Standardpreise haben, dass auch Medikamente nicht überteuert werden von Firmen und die deckelt das. Auch ein Service wie zum Beispiel so ein Geburt kostet in allen Gegenden gleich oder ähnlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Selbe hier in Kanada übrigens.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Nicht so in den USA. Da</p>
<p><strong>Dirk:</strong> richtet es der Markt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da richtet es, es ist nämlich ein sogenanntes marktgetriebenes Healthcare-System, Gesundheitssystem, während bei uns in Deutschland und auch hier in Kanada das ein staatsgetriebenes Gesundheitssystem ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und worauf ich da eben da raus wollte ist, wenn ich gehört habe, Menschen können wegen medizinischer Probleme sich hochverschulden und auf der Straße landen. Das ist ja so ein Wissen, was man durchaus haben kann in Deutschland. Da habe ich mir halt immer vorgestellt, mein Gott, jemand hat eine Krebsdiagnose und war arbeitslos, weil das ist das andere. In den USA kann es dir passieren, dass du keine Krankenversicherung hast, entweder weil du selber dumm warst und dir keine abgeschlossen hast, du darfst auch ohne Versicherung rumlaufen, oder weil du arbeitslos warst und deine Krankenversicherung ist in aller Regel dort vom Arbeitgeber praktisch als ein Benefit bereitgestellt, oder weil deine Krankenversicherung gerade bei dem, was du brauchst, das nicht in den Leistungen hat. Und da habe ich mir halt immer vorgestellt, dass es wahrscheinlich irgendwas Kompliziertes, Großes, Lang, Andauerndes ist. Aber wenn man sich diese Preise anhört, 500.000 für eine Geburt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist ja noch nicht alles. Also nicht nur marktgetrieben und das, sondern dadurch, dass die halt dann so viele unterschiedliche Versicherer haben, die unterschiedliche Leistungen absichern und so weiter, hast du natürlich so einen administrativen Overhead von bis zu 30, 35 Prozent. In Deutschland zum Vergleich sind es mal bis zu 5 Prozent und es schlägt sich halt im Preis nieder. Medikamentenpreise sind nicht gedeckelt. Das heißt, je nach Anbieter und was für einen Deal du abschließt und welches Krankenhaus und welcher Arzt und so weiter, kriegst du halt andere Medikamentenpreise. Und das schlägt sich da wieder. Dann ist ja diese Verklagenskultur, also ich verklage jemanden, auch unglaublich fortgeschritten in den USA. Das heißt, Ärzte haben mal von sich aus eine extrem teure Versicherung, um sich gegen solche Haftklagen, sich dagegen abzusichern. Und das wird natürlich auch umgeschlagen auf den Patienten. 495.000 Dollar. Diesen Unterschied kannst du nicht damit erklären, da ist die Qualität besser, weil die ist es nicht. Also rein vom Fähigkeitslevel und von der Versorgung her gehören die USA sowie auch Deutschland zu den führenden Ländern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> In Deutschland kann man ja, wenn man genügend verdient ist, kann man sich ja privat versichern. Und wenn du selbstständig wärst, könntest du auch ohne Versicherung rumlaufen. Aber es ist wirklich schwer, sich eine Situation vorzustellen, bei der du in Deutschland so hohe medizinische Kosten produzierst, dass du Millionen Schulden aufbaust. Das kannst du aber in den USA unter Umständen mit einem komplizierten Unfall produzieren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Um dieses Ausmaß zu verstehen, sage ich jetzt noch einen Satz dazu. Es gibt Menschen da drüben, die Insulin strecken, weil sie nicht wissen, wie sie sich die nächsten Portionen Insulin überhaupt leisten können, weil das so unglaublich teuer ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und warum wir darauf jetzt übrigens gerade so abheben, einmal ist es so, in Kanada haben wir diese Situation ja nicht. Das heißt, in Kanada fühlt sich tatsächlich hier das Gesundheitssystem ziemlich ähnlich zu dem an, was wir in Deutschland auch hatten. Manchmal so einen kleinen Beitrag dazu und die Dinge, die ich hier bezahlen muss, sind dieselben Dinge, die man auch in Deutschland bezahlt, sowas wie Zahnersatz und sowas wie Brillen. Aber was einem nicht passieren kann, ist, man kann hier nicht wegen Gesundheitsproblemen in den Ruin schlittern. Was ich aber immer so bizarr finde und das finde ich sehr bizarr, seit wir hier wohnen, mir anzuschauen und anzuhören und auch in den Nachrichten zu sehen ist, wenn man irgendwie in Deutschland Leute hört, die in epischer Breite darüber abgehen können, dass das Gesundheitssystem vor die Hunde geht, alles wird so teuer und man kann es sich ja kaum noch leisten und wenn du dann fragst, na was hast du denn zahlen müssen, dann sind es mal 80 Euro.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube, was unser Punkt hier ist, ist, ich glaube, wenn mehr Menschen so generell die Welt ein bisschen dankbarer wäre für das, was sie haben und was sie erleben dürfen und wie das so zusammengebaut ist, wäre auch die Welt an sich ein etwas netterer Platz.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das stimmt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und in diesem Sinne wünschen wir euch auch ein wunderschönes Lunar New Year, weil am 17. Februar ist es soweit und das Jahr des feurigen Pferdes wird eingeleitet. Ich gucke mal schnell nach, was heißt denn das jetzt eigentlich? Die Zeit, die jetzt anfängt, ist von intensiver Energie angetrieben, Aktion, Fortschritt und Freiheit, schneller Wechsel und mutige Schritte, die durch das Feuerelement angetrieben Leidenschaft und Ambition, aber auch so ein bisschen Instabilität mit verdeutlicht. Schwierig das zu übersetzen, fällt mir gerade auf. Bist du jetzt hier</p>
<p><strong>Dirk:</strong> zur chinesischen Astrologin geworden?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, wir saßen beim Frühstück in Guadeloupe und hatten es über Lunar New Year und haben dann erstmal rausfinden müssen, was sind denn wir eigentlich so von chinesem Sternzeichen? Ich habe meins schon wieder vergessen. Ich bin</p>
<p><strong>Dirk:</strong> auf jeden Fall ein Dragon.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bist du nicht ein Fire Dragon?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich glaube. Wundert mich gar nicht. Ich bin ein feuriger Drache.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber witzigerweise alle, die 1976 geboren sind, sind wohl feurige Drachen. Das kann ich irgendwie auch nicht angehen, oder?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Luna Noir übrigens ist am 17. Februar. Das Jahr des Pferdes aber, das habe ich jetzt hier gerade gelernt, hat am 4. Februar angefangen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah, an deinem Geburtstag?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und hier steht es auch nochmal, es wird als Jahr mit enormer Kraft, Bravour und Herausforderungen beschrieben. Es ist eine Zeit, in der Mut und Energie für Neuanfänge gefördert werden. Und das Pferd steht für Freiheit, Vitalität und Erfolg.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es wird ein tolles Jahr. Ich wünsche uns allen ein wirklich tolles Jahr. Dass wir auch weiterhin schaffen, dass wir die verschiedenen Idioten, die auf dieser Welt die ganze Zeit auch die Nachrichten füllen, nicht einfach so mietfrei in unserem Kopf wohnen zu lassen, sondern einfach trotzdem ein wirklich tolles Jahr haben werden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann laden wir mal das Feuerpferd in unseren inneren Gedankenraum ein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und du kriegst hier irgendwie immer esoterischer, je länger wir diesen Podcast jetzt hier machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube, ich brauche einfach noch einen Kaffee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, noch einen Kaffee.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das Jahr des Feuerpferds fängt schon gut an mit Tauwetter. Jawohl.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl, ja. Tja, also.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Fertig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Fertig. Dann passt mal alle auf euch auf und.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Lasst euch nicht beißen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist der andere Podcast. Wie ein anderer Podcast? Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir müssen mal wieder einen Vampirfilm gucken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich weiß nicht. Meistens haben wir dann, sobald wir wissen, dass wir, wenn wir, wir sehen Vampirfilme, wo wir sagen, den würden wir uns gerne angucken und dann fällt uns ein, da müssten wir ja auch aufnehmen. Irgendwie schauen wir dann den Film nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und jetzt gucken wir keine Vampirfilme mehr, weil wir</p>
<p><strong>Dirk:</strong> zu faul sind, eine Podcast-Episode draus zu machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil wir nehmen ja dann nicht nur währenddessen auf, wenn wir den Film angucken. Nein, wir sitzen ja da meistens danach noch eineinhalb Stunden oder was und quatschen da drüber.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also für alle die, die sich jetzt fragen, worüber reden die gerade, einfach mal nach Beißen und Saugen schauen. Wir schauen Vampirfilme, damit ihr sie nicht schauen müsst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ansonsten habt ein schönes Pferdejahr.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist jetzt nicht die letzte Folge für dieses Jahr. Wir wünschen euch einen schönen Start ins Pferdejahr.</p>]]></content:encoded>
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            <pubDate>Mon, 20 Oct 2025 00:12:54 GMT</pubDate>
            <description>Heute mal eine Folge aus dem &quot;Außenstudio&quot;. Wir saßen im Algonquinpark und ließen uns während der Aufnahme die Sonne auf den Bauch scheinen während wir über kanadische Eigenarten und ein paar unserer...</description>
            <itunes:summary>Heute mal eine Folge aus dem “Außenstudio”. Wir saßen im Algonquinpark und ließen uns während der Aufnahme die Sonne auf den Bauch scheinen während wir über kanadische Eigenarten und ein paar unserer Erlebnisse berichteten… Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Susanne: Hallo, Dirk. Dirk: Hallo, Susanne. Aus dem Außenstudio. Susanne: Wie sind das Better so erzählbar? Dirk: Es ist sonnig. Wir haben greifende Eichhörnchen hinter uns im Baum. Susanne: Und eine kanadische Flagge direkt vor uns. Dirk: Jawohl. Und um uns rum zwitschern die Vögel, rieseln die Laubblätter. Susanne: Ja, und die Piniennadeln. Dirk: Wirklich schön hier. und wir sind so ein bisschen angemüdet, weil wir viereinhalb Stunden Kajak fahren hinter uns haben. Kanadischer wird es nicht mehr. Susanne: Nee, kanadischer wird es nicht mehr. Wir sind hier so mitten in der Pampa rumgepaddelt. Wir sind in Algonquin Park, der ist nördlich von Toronto. Dirk: Da waren wir vor ungefähr einem Jahr schon mal. Susanne: Eigentlich so fast genau vor einem Jahr. Diesmal sind wir eine Woche später dran und die Bäume sind noch bunter. Ich habe ungelogen gestern einen pinken Baum gesehen. und Pink. Was die Farbpalette hier angeht, ist das der absolute Wahnsinn. Dirk: Und haben uns diesmal, also die Susanne muss man sagen, hat uns letztes Jahr für diesmal hier in einer von den wenigen Anlagen eingebucht. Also ich glaube, es gibt nur zwei, wenn ich mich recht erinnere. Susanne: Der Rest sind alles Campingplätze. Dirk: Die mitten im Algonquin Park sind. Susanne: Jedenfalls ist es direkt an einem der vielen Seen. Also der Park besteht aus Bäumen und Seen. Dirk: Ja, und überall da, wo kein See ist, war mal ein See, weil ein Biber das mal aufgestaut hat und irgendwann, als es dann langweilig wurde, weitergezogen ist. Das heißt, es gibt normale Seen, dann gibt es von Bibern aufgestaute Seen und es gibt ehemalige Biberseen, die jetzt irgendwelche Meadows sind. Das sind wir gestern durchgewandert auf so Holzplankenwegen, alles sehr, sehr dekorativ. Susanne: Ja, wir haben endlich mal den Trail gemacht, den ich letztes Jahr eigentlich machen wollte, aber da war es zu matschig für den. Und so hatten wir nur eine Abenteuerstelle, wo der Dirk hellenmutig einen Baumstab in den Weg warf, wie ein richtiger Kanadier halt, damit wir eine große Lache tiefen Wassers überqueren können. Dirk: So nämlich. Susanne: Ja, so gehört sich das. Ja, sag doch mal, was sind die Themen? Ich habe es schon wieder vergessen. Dirk: Also es ist ja schon eine Weile her. Seit dem letzten Mal sind eigentlich eine Menge Dinge passiert. Und dann auch irgendwie ist es wie jedes Mal. Das heißt, wir sind in Kanada unterwegs gewesen. Und zwar waren wir in British Columbia und haben uns dort ein so richtig schön kanadisches, wildes Leben angeguckt. In einem Great Bear Rainforest. Susanne: Ja, das ist nördlich von Vancouver. Also wenn ich sage nördlich von Vancouver, ist es nicht so dasselbe wie wenn ich sage nördlich von Frankfurt, sondern es ist wirklich nördlich, nördlich. Dirk: Zwei Stunden fliegen nördlich von Vancouver. Susanne: Ja, schon fast an der Alaska-Grenze. Und ja, und dann sind wir dann auf so ein Bötchen drauf gestiegen, wo es irgendwie zwölf Gäste gab und sechs Crewmitglieder. Und dann sind wir da durch den Great Bear Rainforest getuckert. Das war so ein Oldtimer-Boot, so wie in Kuba die Autos rumfahren. Außen sieht es alt aus, aber neuer Motor. Dirk: Ja, es war eine wirklich tolle Woche und viel Natur und viel Regen. Also Great Bear Rainforest ist so groß wie Irland. Die Crew hat uns versichert, wir haben eigentlich gutes Wetter erwischt gehabt. Hat durchgehend geregnet, wir haben die Sonne nicht einmal gesehen. Susanne: Nicht einmal, aber es war trotzdem schön. Dirk: Also es ist groß, es ist ein Regenwald und Bären gab es auch. Susanne: Wir haben alle Tiere gesehen, also wir haben Bären gesehen, Schwarzbären und Braunbären, also Grizzlies und wir haben Humpback Whales gesehen, also Bu</itunes:summary>
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<p>Heute mal eine Folge aus dem &#8220;Außenstudio&#8221;. Wir saßen im Algonquinpark und ließen uns während der Aufnahme die Sonne auf den Bauch scheinen während wir über kanadische Eigenarten und ein paar unserer Erlebnisse berichteten&#8230; </p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo, Dirk.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo, Susanne. Aus dem Außenstudio.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wie sind das Better so erzählbar?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist sonnig. Wir haben greifende Eichhörnchen hinter uns im Baum.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und eine kanadische Flagge direkt vor uns.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl. Und um uns rum zwitschern die Vögel, rieseln die Laubblätter.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und die Piniennadeln.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wirklich schön hier. und wir sind so ein bisschen angemüdet, weil wir viereinhalb Stunden Kajak fahren hinter uns haben. Kanadischer wird es nicht mehr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, kanadischer wird es nicht mehr. Wir sind hier so mitten in der Pampa rumgepaddelt. Wir sind in Algonquin Park, der ist nördlich von Toronto.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da waren wir vor ungefähr einem Jahr schon mal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Eigentlich so fast genau vor einem Jahr. Diesmal sind wir eine Woche später dran und die Bäume sind noch bunter. Ich habe ungelogen gestern einen pinken Baum gesehen. und Pink. Was die Farbpalette hier angeht, ist das der absolute Wahnsinn.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und haben uns diesmal, also die Susanne muss man sagen, hat uns letztes Jahr für diesmal hier in einer von den wenigen Anlagen eingebucht. Also ich glaube, es gibt nur zwei, wenn ich mich recht erinnere.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der Rest sind alles Campingplätze.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die mitten im Algonquin Park sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jedenfalls ist es direkt an einem der vielen Seen. Also der Park besteht aus Bäumen und Seen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und überall da, wo kein See ist, war mal ein See, weil ein Biber das mal aufgestaut hat und irgendwann, als es dann langweilig wurde, weitergezogen ist. Das heißt, es gibt normale Seen, dann gibt es von Bibern aufgestaute Seen und es gibt ehemalige Biberseen, die jetzt irgendwelche Meadows sind. Das sind wir gestern durchgewandert auf so Holzplankenwegen, alles sehr, sehr dekorativ.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir haben endlich mal den Trail gemacht, den ich letztes Jahr eigentlich machen wollte, aber da war es zu matschig für den. Und so hatten wir nur eine Abenteuerstelle, wo der Dirk hellenmutig einen Baumstab in den Weg warf, wie ein richtiger Kanadier halt, damit wir eine große Lache tiefen Wassers überqueren können.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So nämlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so gehört sich das. Ja, sag doch mal, was sind die Themen? Ich habe es schon wieder vergessen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es ist ja schon eine Weile her. Seit dem letzten Mal sind eigentlich eine Menge Dinge passiert. Und dann auch irgendwie ist es wie jedes Mal. Das heißt, wir sind in Kanada unterwegs gewesen. Und zwar waren wir in British Columbia und haben uns dort ein so richtig schön kanadisches, wildes Leben angeguckt. In einem Great Bear Rainforest.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist nördlich von Vancouver. Also wenn ich sage nördlich von Vancouver, ist es nicht so dasselbe wie wenn ich sage nördlich von Frankfurt, sondern es ist wirklich nördlich, nördlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zwei Stunden fliegen nördlich von Vancouver.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, schon fast an der Alaska-Grenze. Und ja, und dann sind wir dann auf so ein Bötchen drauf gestiegen, wo es irgendwie zwölf Gäste gab und sechs Crewmitglieder. Und dann sind wir da durch den Great Bear Rainforest getuckert. Das war so ein Oldtimer-Boot, so wie in Kuba die Autos rumfahren. Außen sieht es alt aus, aber neuer Motor.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es war eine wirklich tolle Woche und viel Natur und viel Regen. Also Great Bear Rainforest ist so groß wie Irland. Die Crew hat uns versichert, wir haben eigentlich gutes Wetter erwischt gehabt. Hat durchgehend geregnet, wir haben die Sonne nicht einmal gesehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nicht einmal, aber es war trotzdem schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es ist groß, es ist ein Regenwald und Bären gab es auch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben alle Tiere gesehen, also wir haben Bären gesehen, Schwarzbären und Braunbären, also Grizzlies und wir haben Humpback Whales gesehen, also Buckelwale, die sind neben dem Boot aus dem Wasser gesprungen, sowas habe ich noch nicht gesehen. Also die sind ja riesig, wie die sich überhaupt rauskatapultieren können, ist mir echt ein Rätsel. Ja und wir haben Seewölfe gesehen und die heißen deswegen so, weil die auf einer Insel leben, auf der gibt es kein Großwild. Und deswegen, wenn da Ebbe ist, weil es ja alles am Pazifik, dann laufen die so die Strände ab und gucken, was sie da so fressen können. und es ist meistens dann irgendwelches Meeresfrüchte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Meeresfrüchte, ja genau. So ein Buffet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ein Buffet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es ist überhaupt da. Alles sehr, sehr reichhaltig. Also auch die Bären sind etwas größer dort. Wir haben auch Robben, oder? Doch. Seehunde. Wir haben jedenfalls irgendwie so Viehzeuge im Wasser gesehen. War sehr süß. Haben wir gesehen vom Kajak aus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind dort nämlich auch Kajaken gewesen. So hat es eigentlich alles angefangen. Seitdem sind wir jetzt schon mehrmals kajacken gewesen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das war das erste Mal, Dirk, Urlaub auf dem Boot. Also eine ganze Woche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also ich muss schon sagen, Gratulation, dass du das mitgemacht hast. Und du warst auch nicht einmal grün.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nö, es war super. Es war einwandfrei. Es ging richtig gut. Und dann haben wir auch gekajagt und jetzt sind wir vollständig im Kajakfieber. oder zu der Anlage, in der wir uns aufhalten, gehört eben auch so ein Bootsteg mit Kanus und Kajak, den man einfach nehmen kann. Da muss man niemandem Bescheid sagen und nichts. Man geht einfach hin, wirft sich in so ein Boot und ist dann unterwegs hier. Man kann den ganzen Park hier mehrtägig erwandern mit so einem Ding. Also kann man sozusagen von Campsite zu Campsite fahren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, man könnte das machen. Und dann muss man halt so bestimmte Strecken muss man sein Boot dann auch tragen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das muss total toll sein, wenn du dein Zelt und dein ganzes Essen und Gerödel dabei hast.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, deswegen haben wir hier ja auch Kanus, weißt du, dann kannst du nämlich zu zweit, das ist wie eine große Einkaufstasche, einer links, einer rechts.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eine Art Ikea-Tasche. Man könnte wahrscheinlich auch in einer Ikea-Tasche hier rumpaddeln.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wahrscheinlich. Ja, also ich meine, jetzt sind wir ja fast zwei Jahre hier. Schön. Ist einfach nur schön. Ja, wir haben auch Vancouver unsicher gemacht. Wir sind zum ersten Mal in einem, wie sagt man da, Seeflugzeug geflogen. Wasserflugzeug. Wasserflugzeug, danke. Und ich war echt überrascht, wie sanft die landen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das war wirklich sehr cool. Jetzt fehlt uns irgendwie nur noch ein U-Boot. Dann haben wir mal irgendwie alle Verkehrsmittel ausprobiert. Und ein Hovercraft. Ab nächstem Jahr soll es ja ein Hovercraft geben, in dem man dann von Toronto zu den Niagara-Fällen fahren kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also derjenige, der uns besuchen kommt, wenn das Hovercraft gerade eröffnet wurde, den laden wir auf eine Hovercraft-Tour nach Niagara ein. Genau. Dafür gehe ich auch nochmal zu den Niagara-Fällen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Diesmal war es aber sehr cool. Wir hatten ja Besuch aus Deutschland.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Unser mittlerer Sohn war 14 Tage da und mein Cousin und seine Frau waren dann auch noch eine Woche da. Also alle zusammen. Und da gibt es so eine Tour, die hinter die Fälle geht. und dann fährst du irgendwie so mit dem Aufzug runter und dann gehst du also unten an die Niagara-Fälle ran. Da siehst du, wie das Wasser oben über die Kante schießt und dann gibt es so ein Tunnelsystem, in das du reinläufst, das im Grunde hinter die Fälle führt. Das Geräusch und das Vibriert und also...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war schon sehr beeindruckend, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jedenfalls war das diesmal mal wieder eine ganz andere Art von Besuch, weil der Frank, also mein Cousin, ist Architekt. Und im Zuge dessen hatten wir uns mal schlau gemacht, was es denn so alles für interessante Gebäude so in Toronto gibt. Stellt sich raus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eine Menge.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Eine Menge. Da sind wir immer so völlig...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dass manche dieser Gebäude cool aussehen, das war uns schon vorher klar.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, klar. Oh, schönes Gebäude, aber wer hat es gebaut, ist mir doch egal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mies van der Rohe werde ich wahrscheinlich auf ewig im Kopf behalten. Der andere, der irgendwie in Spanien war, habe ich schon wieder vergessen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es gibt einige sehr ikonische</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gebäude in Toronto und das hat dann auch nochmal Spaß gemacht, sozusagen durch die Brille hindurch sich Toronto zu erwandern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich finde auch jedes Mal, wenn wir Graffiti Alley uns anschauen, dann sieht die eh wieder anders aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, ist ja immer anders besprüht. Ja, was aber auch immer Immer interessant ist es, immer wenn wir Besuch da haben, sehen wir durch deren Augen nochmal die Dinge, die uns inzwischen schon vollkommen selbstverständlich geworden sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, eines der ersten Dinge, die die zwei gesagt haben, war, im Flughafen ist es so ruhig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dasselbe haben sie in Union Station gesagt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und Union Station ist ja der größte Bahnhof Kanadas.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und auch die verschiedenen Kulturen, die da im Grunde durchwandern, das fällt uns ja auch nicht mehr auf, das ist ja eigentlich Teil des Straßenbilds.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es ist einem ehrlich total normal, dass du an ein paar Metern irgendwen mit einem Turban oder sonst irgendwas siehst. Die Leute sind sehr durchmischt und in Deutschland wäre das halt dann wahrscheinlich ein Tourist. Und hier ist es unter Umständen der Polizist, der den Verkehr regelt oder der Mensch, der dir im Laden irgendwie den Kaffee reicht oder der Business High nur im Anzug mit einem bunten Turban obendrauf, der gerade auf dem Weg ins Büro ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> haben wir auch so einige im Büro ja, aber stimmt, das fällt mir zum Beispiel gar nicht mehr auf, ich finde es einfach nur</p>
<p><strong>Dirk:</strong> schön. Ich habe nochmal einen Kajak fahren zwischendurch ausgelassen, gell</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja, ich meine die einzige Möglichkeit, Leute über den Jetlag hinweg zu hieven ist sie an die frische Luft zu zerren und Kilometer hinter uns zu legen, mal zwischendurch natürlich Kaffee trinken und so weiter, aber ja, frische Luft und Sonne hilft halt und so haben wir an Labor Day sind wir dann Kajak fahren gegangen im Doppelkajak und sind von Toronto Harbour eben rüber gefahren nach Toronto Island. Und weil wir da so um halb zwölf irgendwie dann das überquert haben, war es halt nicht mehr so ganz so ruhig. Da sind ja dann Wassertaxis unterwegs und die Fähren und dann Segelboote und also war schon Halligalli. Da war Halligalli, da war auch echt Wellen so. Aber dann in Toronto Island angekommen, da gibt es dann ganz viele kleine Kanälchen, weil Toronto Island besteht eigentlich auch aus einem Sammelsurium an Inselchen, die halt dann durch Brücken miteinander verbunden sind. Und dann kannst du da halt super bequem durchkajaken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das war wirklich gemütlich. Der Kajakführer, der da mit uns unterwegs war, der macht das schon seit 30 Jahren, hat er gesagt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, muss furchtbar sein. Ja. Könnte ein Kajakführer hier in Algonquin Park sein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn du das machen willst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich weiß nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jeden Tag irgendwelche Touris hier rumpaddeln.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Insofern war es schön. Also wir hatten auch wieder Bombenwetter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also bei uns in Toronto ist es ja noch nicht ganz Herbst. Das sind so ein paar einzelne Bäume, die jetzt sagen, vielleicht mal so ein bisschen gelb werden. Ja. und man fährt halt mit dem Auto dreieinhalb, vier Stunden hier rauf zum Algonquin Park und hier ist halt Farbenmeer. Und es kommt vom Norden her dann so nach und nach runter, die ganze Küste runter.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Neben dem Kirschblüten-Tracker gibt es natürlich auch einen Herbstblätter-Tracker, natürlich. Es gibt auch einen Tracker für die ganzen Monarch-Schmetterlinge jetzt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Admirals-Schmetterlinge oder wie heißen die?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und Monarchs.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das sind so relativ große Schmetterlinge.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so orange mit schwarz. Und die, die wandern ja auch über den ganzen Kontinent bis runter nach Südamerika. Und auch da gibt es einen Tracker, weil die verbringen nämlich den Sommer hier oben in Kanada. Und von hier aus flattern die dann über ganz USA runter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und so mehr oder weniger gleichzeitig, gell? Ja, und die sammeln sich. Also in großen Schwärmen unterwegs.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und was jetzt auch noch ist, Salmon Run hat angefangen und jetzt ist mir gerade ein Viech in den Ausschnitt gekrabbelt. Moment, wo bist du? Da ist es. Komm, verschwind. Also Salmon Run, wie heißt es?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Keine Ahnung, also Lachswanderung? Wenn da halt die zum Laichen unterwegs sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da hoch in diese ganzen Flüsse reinschwimmen. Das ist jetzt auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da haben wir ja auf unserem Regenwaldtrip gelernt, dass je nachdem, welche Art von Lachs es ist, schwimmen die weiter oder weniger weit rein, weil manche von denen brauchen wirklich Süßwasser, manche von denen können auch mit Salzwasser umgehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, je nachdem, wo die halt geboren sind.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Gott, hier draußen unter blauem Himmel mit Vogelgezwitscher zu sitzen, das ist schon irgendwie cool. Und es riecht nach Pinien, Leute, es riecht so gut.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dann haben wir unsere Nachbarn kennengelernt, unsere Nachbarn über uns.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das war ja erstmal so ein bisschen ein Drama. Und zwar Dirk und ich, wir liegen also im Bett. Wir hatten einen wunderschönen Abend mit Freunden. Wachen, also ich wach dann so um, wann war das, um halb drei wach ich auf, weil es über uns rumpelt und ich dachte so, was geht ab? Aber ich meine, es kann ja mal passieren, dass jemandem was runterfällt oder so. Und dann habe ich mir gedacht, ach, schlafe ich jetzt auch gleich wieder ein. Aber dann ging das weiter und weiter und dann irgendwann hat es total gerumst und Dirk und ich, wir saßen im Bett. Also wirklich. Und dann haben wir uns gedacht, jetzt reicht es. Ja, also ich meine, es muss ja jetzt nicht sein. Es war, glaube ich, ein Samstag oder so. Der Dirk ist dann aufgesprungen und Richtung Haustür gelaufen und hat dann irgendwie auf der Hälfte des Weges festgestellt, oh, ich habe ja nichts an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das wäre bestimmt ein interessanter Moment gewesen, wenn ich in der Unterhose oben gestanden wäre.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich war auf dem Weg und wollte mir noch irgendwas drüberziehen, ich keine Ahnung, jedenfalls kam er zurück, um sich wieder anzuziehen, um sich anzuziehen, ich wollte Richtung Haus, schön sind wir erstmal nachts um viertel nach drei ineinander gerammt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist so ein richtiger Slapstick-Moment.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, war's. Dann hatten wir uns endlich aussortiert, dann sind wir also da hochgeschlappt und haben dann an die Tür geklopft und dann machte irgendwie so ein, ja wir wissen ja inzwischen, es war Brandon, der dann die Tür aufmacht und wir so, what the fuck? Und ja, Brandon war nicht so ganz zurechnungsfähig, also das ist mir schon da nachts aufgefallen, der war genauso wenig, ich glaube, die hatten ganz schön getankt an dem Tag.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so hörte sich das ja auch an.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da haben wir gesagt, ob sie denn jetzt mal bitte schlafen unten drunter oder wollen zumindest. Und dann sind wir wieder abgezogen und dann wurde das auch ruhiger und wir sind dann eingeschlafen wieder. Und am nächsten Morgen sind wir so irgendwie halb fertig aus dem Bett gekrabbelt. Nach einem Gefrühstück haben wir uns gedacht, wir wollten ja eigentlich die schon länger kennenlernen da oben, weil wir hören die ja immer Möbel rücken. Ja, ihr könnt jetzt genau sagen, typisch Deutsche, so ist mir egal. Wir hatten schon Filzkleider gekauft und wollten die eh mal so ganz nett hochbringen, weil man halt die Möbel immer hört.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so Leute, die beim Aufstehen den Stuhl nach hinten schieben und das dann macht, wenn man drunter ist. Ja, das war schon ein paar Wochen lang so ein Ding. Und dann haben wir halt gesagt, wir laden die jetzt mal ein, dann lernen wir die mal kennen. Dann lächeln wir, weil wir sie mögen, wenn das passiert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau, irgendwie so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also war die erste Begegnung dann doch eher ruppig. Dann sind wir halt am nächsten Tag mit Filzgleitern eben bewaffnet und Akklammer. Also wie wir jetzt wissen, praktisch ein Mordanschlag auf Brandon.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, der ist allergisch gegen alles.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sind wir da raufgeschlappt und haben gesagt so, hi.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind's.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die, die für heute Nacht bei euch vor der Tür gestanden sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Eure Nachbarn. Und dann haben wir, wie nannte das Brandon, das typische kanadische Sorry. Er hat gesagt, eine kanadische Sorry Battle. Ja. Sorry, sorry, sorry. Stellt sich jedenfalls raus, die haben an dem Tag geheiratet. Jedenfalls haben die uns dann zum Grillen eingeladen, weil bei uns in unserer Wohnanlage da, kann man oben im 27. Stock auf Weber grillen, mit Blick grillen. Nun, dann haben wir sie zum Essen eingeladen und dann waren sie bei uns beim Essen. Also, ja, läuft.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Im Zuge dessen haben wir ja auch mal drüber nachgedacht, wie unterschiedlich das eigentlich ist, sich gegenseitig einzuladen, weil wir es ja vorhin davon hatten, dass in Kanada irgendwie ruhiger ist. Dann saßen wir ja irgendwann da und haben darüber nachgedacht, was für andere Unterschiede uns denn eigentlich auffallen. Ein Unterschied, den es zwischen Kanadiern und Deutschen gibt, ist die Bedeutung des eigenen Heims. Wenn man als Deutscher jemanden zu sich nach Hause einlädt, ist das nicht nur eine total ernst gemeinte Einladung, sondern es ist außerdem auch noch praktisch, jemanden ins Inner-Sanctum holen. Es ist mehr oder weniger schon Vertrauensbeweis, dass man die Leute überhaupt über die Schwelle lässt. Ein Kanadier ist da deutlich weniger verbindlich. Also in Kanada sind Einladungen viel schneller und einfacher ausgesprochen und dann ist es auch irgendwie nicht so besonders in der Bude zu sein. Wir haben dann praktisch jetzt so einen ganz allgemeinen Ablauf gehabt. Erstmal oben an die Tür dotzen, dann draußen oben barbecuen, danach die zu uns einladen und wir reden ja jetzt schon wieder darüber, wann wir vielleicht das nächste Mal irgendwie was miteinander unternehmen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was ja auch der große Unterschied von der Kultur her ist, ist, hier hältst du überall ein Schwätzle. Selbst mitten in Toronto, du stehst irgendwo an, um dir einen Kaffee zu kaufen oder so, fängst an zu labern. Ist mir jetzt so in Deutschland noch nicht so passiert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> In Deutschland schauen sich die Leute komisch an, wenn du mit ihnen reden willst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah, hier warnt das Eichhörnchen wieder. Heute ist Sonntag. Am Dienstag ist National Day for Truth and Reconciliation. Und was dort bedacht wird, ist, wie Indigenous Kinder den Eltern weggenommen wurden, um in sogenannte Residential Schools gesteckt zu werden. Und ich weiß nicht, wann das angefangen hat. Also den Feiertag gibt es seit 2023. Und Justin Trudeau hat angefangen mit dieser ganzen Aufarbeitung von dieser dunklen Geschichte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du hast irgendwie gesagt, die letzte gab es noch in den 90ern, gell? Die letzte Residential School.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Ende der 90er. Also im Prinzip Zwangsheime. Zwangsheime, ja. Wo also den Indigenous-Kindern die Kultur ausgetrieben wurde und auch die Sprache. Ich meine, Ähnliches gibt es ja in Australien oder gab es in Australien. Und ich nehme an, das, was die im Moment mit ukrainischen Kindern machen, ist ähnlich. So nach und nach wird es aufgearbeitet und wir haben uns jetzt eine Serie angeguckt, die heißt Three Pines, die unter anderem auch dieses Thema aufgreift.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Three Pines basiert auf einer Romanreihe von einer kanadischen Krimi-Autorin, Louise Penny. Und zwar hat die Krimi-Romane um einen Inspektor namens Gamache geschrieben, der in Montreal ist und dort eben Morde aufklärt. und die meisten dieser Romane spielen in einem Dorf namens Three Pines. Da will man unbedingt hinziehen, glaube ich. Aber tatsächlich, diese Romane drehen sich halt um diese Figuren, die dort in diesem Dorf wohnen und um diesen Inspektor Gamasch und sein Team. Und ein paar dieser Fälle sind eben Gegenstand von dieser Serie. Also die hat irgendwie so zehn Teile, gibt auch nur eine Staffel davon. und das hat so, also es ist nicht unbedingt Sherlock Holmes, der ist ein sehr gefühlvoller Mensch und wenn man sich diese Serie anguckt, hat es was sehr kanadisches, allein schon dadurch, dass die ständig zwischen Englisch und Französisch hin und her wechseln.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oder Cree.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oder Cree zwischendurch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oder Mohawk.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und die haben halt eben auch das Thema der Residential Schools als eine der durchgehenden Themenfelder mit in dieser Serie, mit eingearbeitet. Also da gibt es sozusagen so einen überspannenden Handlungsbogen, der sich damit befasst. Und da wurde uns das zum ersten Mal so richtig bewusst, dass das eigentlich auch gar nicht so lange her ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die Periode geht so von den 70ern bis in die 90er rein. Über 20 Jahre. Wir sind ja hierher gezogen und dachten, die Geschichte von Kanada ist so ähnlich wie die von den USA. Also irgendwann mal kamen dann die Siedler und so. Nee, die ist komplett anders, haben wir dann feststellen müssen. Wir gehen auch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wirklich komplett anders damit um. Also es ist schon mal, das haben wir vielleicht auch schon mal in irgendeiner anderen Folge erwähnt, wenn man hier zum Beispiel in ein Konzert geht oder irgendeine Veranstaltung sich anguckt oder auch oft irgendwelche Programmhefte oder so in die Finger bekommt, dann ist da ein sogenanntes Land Acknowledgement drin. Das heißt, da steht im Grunde so ein Absatz, der sich damit befasst, auf wessen Grund und Boden jetzt zum Beispiel die Konzerthalle ist und wo die jetzt gerade auftreten. und welche Völker dort eigentlich ein Claim haben. Und es ist in Kanada ganz üblich, dass man an einem und demselben Ort zwei oder drei verschiedene Besitztitel hat, die alle gleichzeitig berechtigt sind. Also man kann sozusagen ein Haus haben, das steht auf dem Grund und Boden der Cree oder so. Und das wird dann auch im Prinzip durch verschiedene Arten von Abkommen gehandhabt, wie das zusammenhängt. Und das ist definitiv anders in den USA. In den USA gehört den Einheimischen außerhalb der Reservate praktisch nichts.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, auch die Anfänge waren anders. Es ist nicht so, dass da wie beim Oregon Trail irgendwelche Siedler in irgendwelchen Planwagen durch die Gegend gefahren sind, sondern die Anfänge Kanadas beschränken sich ja auf ein Business-Unternehmen sozusagen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Franzosen und die Briten haben sich so ein bisschen den Stock hier in die Hand gegeben. Also die allerersten, die hier so rumgelaufen sind, waren ja mal Wikinger. Ja, dann gefolgt von irgendwelchen französischen Abenteurern, die aber nicht so richtig hier Fuß gefasst haben. Die haben einfach nur angefangen zu handeln und es war ganz lukrativ. Und als die aber von ihrer eigenen Regierung nicht so ernst genommen wurden, haben sie dem britischen Königshaus ein Angebot gemacht. Die Franzosen. Die Franzosen, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also die zwei Franzosen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die zwei Franzosen, die da hier irgendwie in den Fellhandel groß aufziehen wollten. Und dann hat sich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> der britische König gedacht, ach, klingt eigentlich ganz okay und hat denen eine Expedition. irgendwie finanziert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, dann wurde hier eine Firma gegründet, die Hudson Bay Company, den zum Höhepunkt praktisch zwei Drittel der Fläche von dem, was heute Kanada gehört hat, als Privatbesitz. Das ging noch runter, also es ging bis ein Teil von New York runter, New Jersey, aber es ging auch hier, also wirklich ein Riesenareal und diese Urkunde, diese Geschenkurkunde des britischen Königs, die wird jetzt dann auch versteigert, weil weil die Hudson Bay Company ist ja pleite gegangen dieses Jahr und in deren Besitz ist unter anderem diese Gründungsurkunde Kanadas und das hieß damals Rupert's Land. Die haben damals dann halt so Force aufgebaut und haben mit den einheimischen Handel getrieben und die einheimischen Völker hier haben das großartig gefunden, weil auf die Art und Weise kamst du halt an viele Materialien, die du hier in Nordamerika nicht bekommen hast, da hast du damit einen Vorteil gehabt. Das war alles von Metalltöpfen über irgendwelche Decken, über alles mögliche. Irgendwann natürlich auch Schusswaffen und solche Dinge. Und im Gegenzug haben die halt den europäischen Siedlern dann Biberfälle und irgendwelche Otterfälle und ganz viele Fälle halt verkauft.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und die haben das auch ganz praktisch gemacht, weil diese Hudson Bay Company, also diese Fours, die waren auch strategisch verteilt irgendwo an der Küste und dann sind also die Einheimischen hier, die Indigenous, die First Nations, sind dann halt mit ihren Ghanous über hunderte von Kilometern zum Teil gepaddelt und gelaufen, um denen dann diese Fälle zu bringen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das lief ziemlich lang ganz gut so. Also die Hudson Bay, ihr Hauptvor war eigentlich oben in der Hudson Bay, das war ja auch der Name. Und dann sind die Einheimischen bis dorthin gepaddelt, den St. Lawrence River rauf und wieder zurück. So ging es hin und her und damit waren wir eigentlich ganz happy. Und dann, wie gesagt, die haben sich das Stöckchen hin und her gegeben. Dann kamen die Franzosen wieder, haben sich gedacht, naja, wenn wir unser Vor weiter unten an Fluss aufmachen, dann kommen die mit ihren Fällen bis zu uns und paddeln nicht den ganzen Weg rauf. Aber ein Vorteil.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann gab es Stress. Ja, jedenfalls von der Geschichte her ist es eher so ein Miteinander hier in Kanada gewesen als ein Gegeneinander, wie das jetzt beim südlichen Nachbarn war.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, man hat auch nicht so das Gefühl, also natürlich ringen die alle immer miteinander, aber eigentlich geht es nicht darum, wer sich denn nun durchsetzt. Das kommt eben in dieser Serie auch wirklich, wirklich gut raus. Also diese Mischung an Leuten und Sprachen und eben dann auch, aber auch diese schmerzhafte Vergangenheit der Residential Schools.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und deswegen fanden wir das auch so schön, wenn du so amerikanisch auch Reality-TV guckst, wie The Amazing Race oder so. Für uns war das am Anfang immer so komisch, ob das jetzt gestellt ist oder so, wenn jemand an Stationen dann plötzlich da ein Chief steht und dich in dem Land begrüßt, in seinem Teil des Landes. Ja, und wir dachten halt immer, das haben die bestimmt einfach nur fürs Fernsehen gemacht oder so. Aber nee, das ist hier tatsächlich so. Das gehört einfach dazu. Das ist einfach normal, dass zwei Realitäten gleichzeitig existieren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also da geht es dann nicht darum, welche von diesen zwei Realitäten ist jetzt die richtige und muss gewinnen, sondern du kannst damit leben, dass es eine französische und eine britische Perspektive mit einem Indigenous Background im selben Fleckland gibt. und das zieht sich durch den gesamten kanadischen Alltag irgendwie durch, dass die total entspannt damit sind, dass es alles ein bisschen messier ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das hat man ja auch gesehen, als der britische König hier war, der wurde ja auch dann von den First Nations begrüßt, von verschiedenen Chieftains.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, da muss man sich vorstellen, da steht dann jemand eben mit vollständigem Adlerfederschmuck da. Als Europäer kennst du dieses Outfit nur aus Westernfilmen oder irgendwelchen albernen Faschings oder sonstigen Shows. aber dort ist es halt wie ein Bürgermeister oder der Regierungschef eines unabhängigen Volkes und natürlich trifft er dann auch den König und die schütteln Hand und alles.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist cool, ja. Ich müsste mal in Schatten. Stresst jetzt wieder das Eichhörnchen. Stimmt. Okay, vielleicht können wir ja hier ein bisschen zueinander gewandt, so. Ich halte fest. Guck mal, unter die Blätter. Raschel, raschel, raschel. Schon schön hier. Ja, besser. So warm. Bestimmt 24 Grad.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Auch ganz lustig ist hier in dieser Anlage, wo wir es gerade so von so bunter Umgebung haben, da fiel uns dann auf, dass der gesamte Staff ziemlich jung zu sein scheint und von überall her, stellt sich raus, die sind praktisch alle hier auf so einem 2-Jahre-Work-and-Travel-Studenten-Permit. Ja. Das heißt, die arbeiten hier halt ein paar Monate dann in diesem Park.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann ziehen die weiter innerhalb von Kanada oder halt auch nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und arbeiten irgendwo anders wieder und machen die halt zwei Jahre lang hier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hier arbeitet sogar ein Corsair. Und ja, mit dem bin ich heute Morgen ins Gespräch gekommen, weil wie gesagt, hier, das ist völlig normal, Schwätzle. Ja, ist jedenfalls bunt. Ah, und der Dirk hat mir letztens so eine ganz süße Geschichte erzählt, weil der Dirk hat ein neues Tattoo. Und die Claire, seine Tätowiererin, die hat ihm erzählt, sie war letztens im Haipark, da wo wir immer zum Kirschblüten angucken fahren, großer Park in Toronto. Und da ist es so, dass die Schildkröten dort Eier legen. Und da kann man so eine Hotline anrufen, so eine freiwillige Hotline. Und dann kommen die und stellen da, wenn man so sieht, dass da eine Schildkröte irgendwie Eier legt, dann packen die so einen Korb drauf, damit man die Brutstelle dann schützt vor irgendwelchen Viechern, die dann die Eier essen wollen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das sind nämlich auch nicht gerade nur irgendwelche Schildkröten, sondern das sind relativ große tatsächlich Snapping Turtles. Die heißen so, weil die einem unter anderem auch beißen, wenn man denen zu nahe kommt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Heißen die nicht Snapper?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die haben vorne so wie so Kautleisten. Wahrscheinlich können die einem den Finger abbeißen. Ich glaube das jetzt mal. Die sind auf jeden Fall gar nicht mal so klein. Sind relativ große Törtel. Aber wenn die erstmal geboren werden,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dann sind die erstmal ganz schön so klein. Aber sie sind jedenfalls bedroht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja. Und die gesamte Katzen, Marder und sonst wie Population freut sich über Schildkröten-Eier. Und deswegen werden die halt da geschützt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und dann, wenn man dann so sieht, dass da irgendwelche Und wenn die kleinen Schildkrötchen dann rausschlüpfen, kann man diese Hotline wieder anrufen und dann kommt ein Mitglied der First Nation und singt dann für die kleine Schildkröte, die da geschlüpft ist, weil...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das Erste, was sie hören, soll die Sprache des Landes sein. Und dann sammeln die die ein und tragen die ans Wasser, damit die nicht unterwegs als zweites dann das Fauchen der Katze hören. Squirrels. Aber ja, das ist wirklich super süß, finde ich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und ich meine, da gibt es ja tausende solcher Sachen hier. Ja, und wir entdecken die ja immer wieder.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich kann auch empfehlen, Baby Snapping Turtles zu googeln. Sehr süß. Ja. Sehr, sehr süß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ansonsten gibt es im High Park noch viele, viele dicke Eichhörnchen. Ah, übrigens, ich bin ja mit Frank und Claudi auch da bei</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein Albino-Hörnchen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ein Albino-Hörnchen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist ja süß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und ansonsten gibt es noch große Neuigkeiten von uns, ne?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, ich bin nicht schwanger.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich bin schwanger. Ja, genau.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Gottes Willen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sind einen Schritt weiter auf unserer Reise hin zur unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung. Yay! Und zwar funktioniert es ja so, dass die meisten Leute kommen ja hier nach Kanada über ein Punktesystem, das sich ja Express Entry nennt. Und da kriegt man halt Punkte für welche Art von Ausbildung, ob man hier schon Verwandte hat, ob man schon einen Job hier hat, ob die Ausbildung aus Kanada ist oder nicht, ob man Französisch spricht oder nicht. Wie gut man denn Französisch oder Englisch spricht oder nicht. Gibt es halt für alles Punkte, unter anderem auch für Alter.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber es gibt keine Punkte zum Beispiel dafür, aus welchem Land man kommt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also nur reine</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Skills und</p>
<p><strong>Dirk:</strong> ob Kanada die Leute braucht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also wenn man praktisch eine Krankenschwester ist, kann man mit mehr Punkten auf mehr Punkte hoffen, als wenn man sagt, ich bin Ahornsirup-Bauer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Keine Ahnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also die haben halt auf jeden Fall eine Liste von Berufen, die sie halt bevorzugen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und die ändert sich auch immer, je nach Bedarf halt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da sind auch einiges so an Handwerkern drin und ein paar wenige akademische Berufe, aber im Wesentlichen fehlen ihnen halt junge Leute, die anpacken, kann man so sagen. Das Problem da ist, wir sind zwar jung im Herzen. Aber vom Punktesystem her lohnt sich. Das heißt, dieses System ist für uns nicht wirklich geeignet. Und deswegen haben wir einen anderen Weg eingeschlagen. Und zwar versuchen wir, von der Provinz Ontario eine Einladung zu bekommen. Die haben auch ein Programm, wo die Leute nominieren können. Und da waren wir als Kandidaten jetzt seit November gelistet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also seit wir da sind, ne?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, nee, seit wir ein Jahr voll haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach so, ja, richtig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir mussten ein Jahr hier schon gearbeitet haben, dann konnten wir uns registrieren als Interessenten. und dann waren wir dort gelistet und jetzt im August kam dann eine Invitation to Apply, was im Grunde heißt so, wir haben eure Interesse zur Kenntnis genommen und wenn ihr jetzt nachweisen könnt, dass das, was ihr behauptet habt, auch der Wahrheit entspricht,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> also sprich die Punkte, die ihr habt, die ihr angegeben habt, auch tatsächlich der Wahrheit entsprechen,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> dann nominieren wir euch als Provinz und damit sind wir dann sozusagen jetzt offiziell im Rennen. Das kann immer noch ein Jahr oder es kann mehrere Monate jedenfalls dauern. Das ist immer noch ein Geduldsspiel alles. Aber die allermeisten kommen gar nicht mal dahin. Also bei den meisten scheitert das sozusagen, dass sie nie eine Invitation to Apply bekommen oder die Invitation to Apply braucht so lange, dass sie im Grunde schon wieder aus dem Land raus sind, wenn es so weit ist. Und wir sind tatsächlich jetzt ganz gut unterwegs. Das heißt, wenn es so weiter geht...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die nächsten Schritte ist dann, wir kriegen die Also die Provinz Ontario nominiert uns, dann geht es alles zum Staate Kanada und wenn die dann auch noch nicken, dann haben wir unsere Permanent Residency. Und dann müssten wir theoretisch noch drei weitere Jahre im Land bleiben und dann könnten wir für Citizenship uns anstellen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn man dann schon so lange im Land ist und sich nichts zu schulden hat kommen lassen, dann fragen die einen nochmal irgendwie, also da gibt es so einen Wissenstest, das sind irgendwie 25 Multiple Choice Fragen und dann macht man nochmal einen Sprachtest, damit man nochmal nachweist, dass man in den letzten drei Jahren nicht aus Versehen die Sprache verlernt hat und weist nochmal seine Reisetätigkeit nach, weil man eine bestimmte Mindestanzahl von Tagen im Land gewesen sein muss in der Zeit. Aber im Grunde ist dann die Citizenship noch mal um einiges leichter, wenn man schon mal Permanent Resident ist und in Kanada geblieben ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und was ändert das im Grunde? Also der Unterschied zwischen Permanent Residency und Citizenship ist zum Beispiel wählen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der andere wirklich wichtige Unterschied, würde ich sagen, ist, wenn du Resident bist, diesen Status behältst du nur, solange du eine Mindestanzahl vom Jahr wirklich im Land bist. Das heißt, du musst deinen Lebensmittelpunkt in Kanada haben. Sobald du Citizen bist, dann darfst du auch wegziehen und könntest nach fünf Jahren wiederkommen und den lassen dich wieder ins Land. Also du hast dann ein lebenslang geltendes Recht, jederzeit in Kanada einzureisen und dort auch zu wohnen. Das ist mit der Residency nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir würden ja dann auch einen kanadischen Pass bekommen. Genau. Und seit letztem Jahr darf man ja auch zwei Pässe haben als Deutscher. Das war ja sehr eingeschränkt vorher.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und wie immer ist das Spiel für uns halt Optionen. Also wir wollen halt oft die Option offen haben, uns so zu entscheiden, wie es uns in den Sinn kommt, ohne dass wir davon abhängig sind, ob wir beim selben Arbeitgeber bleiben zum Beispiel oder, keine Ahnung, der Irrsinn im Süden weitergeht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der Irrsinn im Süden. Ach ja. Ich weiß nicht, wenn ich jetzt hier so mitten in der Natur sitze und die Bäume rascheln, der Piniengeruch in meiner Nase, dann denke ich eigentlich gar nicht an den Irrsinn im Süden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hier gibt es auch kein Internet. Da wird einem auch nicht mitgeteilt, was so alles gerade abgeht. Man kann vermutlich super hier in Algonquin Park Wochen verbringen, ohne dass man irgendwas mitbekommt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das stimmt, ja. Wir haben hier absolut gar kein Netz.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, auch da wieder Dirty Dancing Vibes, die hatten auch kein Internet damals.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Super, das war, wann haben die das, also das spielt doch in den 50ern, oder?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ach, Details, da hatten die eben auch kein Internet. Es gibt ja auch kein Tanzlehrer, also irgendwie ist es hier so gar nicht Dirty Dancing. Ich weiß auch nicht, warum. Oh, ich war</p>
<p><strong>Susanne:</strong> aber gestern hier im See baden. Es war kalt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich nicht. Du willst ja heute auch wieder dippen, hast du gesagt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, mal schauen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hauen. Auf dem See paddeln ist das Maximale, was ich heute hier an Wasserkontakt zulasse.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ihr hättet uns mal sehen sollen, wie wir hier so völlig elegant aus dem Kajak ausgestiegen sind. Wir</p>
<p><strong>Dirk:</strong> sind angelandet wie die Profis, würde ich mal sagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir üben noch mehrmals. Ja, aber jetzt fühlt sich erst mal mein</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Präning Zweimal im Alganquim Park, beide Male bei der Wanderung begegnen wir einen deutschen Pärchen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also muss doch was dran sein an diesem Stereotypen, oder?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, außerdem ist wahrscheinlich der Alganquim Park einfach so ein Standardstopp für Leute, die hier Urlaub und so eine Rundtour machen oder so. Letztes Mal war es ja auch so, dass irgendwie der Trip rauf nach Montreal oder von Montreal runter und Alganquim Park als Stopp zu nehmen, Scheint irgendwie so eine der empfohlenen Routen zu sein, wenn wir Leute hier Roadtrip machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist schon irgendwie verrückt. Ich habe ja auch bei mir im Büro keine Deutschen, nichts.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe auch im Büro noch keine Deutschen getroffen, null.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also nicht, dass ich jetzt irgendwie das suchen würde oder so. Was ja hier auch so witzig ist, ist, wenn man dann sagt, wenn sie einen dann fragen, ja, wo kommt ihr denn her und so, dann sagst du, ja, Deutschland. Ja, wir sind ja auch Deutsche, stellt sich raus. und dritte Generation von Deutschen, die irgendwann mal ausgewandert sind, im Jahre weiß der Geier. Weil klar, wenn jemand zu mir sagt, oh, wir sind auch Deutsche, dann wechsle ich natürlich auf Deutsch. Und dann gucke ich in leere Blicke und dann, ah.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nicht so deutsch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nicht so deutsch, ah, okay. Ich habe ja Urlaub gebucht für nächstes Jahr im Yukon. Es wird unser erstes Territory sein, wo wir Fuß reinsetzen. und habe mich überwunden, weil hier geht ja alles nur mit, da muss man dann anrufen. Und ich habe irgendwie nicht herausgefunden, wie man das jetzt tatsächlich dann buchen kann. Und da habe ich gedacht, okay, dann rufe ich halt den Yukon an. Meine Güte, ja. Habe also, habe dann da angerufen und da war einer am Telefon, Tobi. Und er fängt so an, mit mir zu reden und so. Und dann sagt er, ja, also Susanne, das ist ja auch eine deutsche Schreibweise. Einerweise, da sage ich, ja, ich bin Deutscher. Dann wechselt er auf Deutsch, stellt sich raus, der kommt aus der Nähe von Stuttgart und ist vor zehn Jahren in den Yukon ausgewandert. Okay, und dann haben wir uns halt auf Deutsch weiter unterhalten. Das war jetzt auch eher unerwartet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sind überall.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ja okay, aber wie gesagt, also um dem Stereotyp nochmal zu folgen, ich wusste ja gar nicht, dass es diesen Stereotypen gibt, dass Deutsche so überall auf der Welt wandern gehen. Stimmt aber. Ich kann es inzwischen bestätigen. Ja, ansonsten würde ich sagen, wir haben uns hier schon eigentlich ganz gut so einkanadisiert. Erstens mal bin ich nicht mehr so müde wie im ersten halben Jahr.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das sowieso nicht mehr. Das ist schon lange nicht mehr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann zweitens, vieles geht einfach auf Autopilot. Und die Unterschiede oder was jetzt so anders ist, stellen wir dann immer nur fest, wenn wir Besucher kriegen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, viele Sachen fühlen sich inzwischen so ganz selbstverständlich an, wo uns dann irgendwie, wenn Besucher da sind, klar wird, stimmt, das fiel uns am Anfang auch immer auf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wenn man zum Beispiel wie so ein Trottel versucht, die Tür zuzusperren. Das ist irgendwie inzwischen alles automatisch. In der Kategorie Kulturunterschiede übrigens fällt mir in dem Zusammenhang auch noch ein, die Variation an Technik hat ja auch was damit zu tun, dass irgendwie jeder Handwerker hier anders funktioniert. und wir hatten Handwerker in der Bude.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja, weil wir hatten ja einen Wasserschaden, weil die drei Flure über uns oder drei Stadtwerke über uns, die hatten irgendwie einen Wasserschaden und der ist halt bis runter gelaufen und dann standen morgens um Viertel nach sechs irgendwelche Leute vor der Haustür und haben geklopft, weil wir haben ja auch keine Klingel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber worauf ich eigentlich raus wollte, war dann nicht dieses Erlebnis mit den Handwerkern, sondern die Handwerker, die jetzt erst vor kurzem bei uns waren, weil wir einen Wasserfilter gewechselt bekommen haben und eine Tür repariert bekommen haben. Und dann habe ich mir angeguckt, wie die so arbeiten. Das sind so die Standardhandwerker, die, wir hatten einen verstopften Abfluss, das war so der Anlass eigentlich. Und ich habe das so in meinem Kopf verglichen mit dem Standard, den ich in Deutschland an Handwerker richte, weil die wurden mir als praktisch die Handwerker geschickt von unserem Vermieter. Die seien Klempner. Und gut, der Klempner-Teil, dass sie das Rohr freigeblasen haben und die Filter gewechselt haben. Aber schon, dass die Wasserfilter unter der Spüle mit Kabelbindern fixiert sind, statt irgendeine Halterung an die Wand zu schrauben, ist schon etwas gewöhnungsbedürftig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hält aber auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hält auch. Und die hatten den Auftrag, so ein paar andere Reparatur zu machen. war die Zarge von unserer Tür zum Gästezimmer komplett lose, abgerissen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und ich meine, warum sollte man die dann austauschen oder irgendwie, ne?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und ich habe da zu Susanne gesagt, ich könnte jetzt natürlich hier freilich einfach nur eine Spax reindrehen und hoffen, die hält. Aber ich will ja hier nichts kaputt machen und uns Ärger einhandeln oder so. Da muss ein Profi machen. Ja, der Profi kam. Der Profi kam und er hat da drei Spax reingedreht. Die sind doch nicht mehr in einer Reihe oder so, ja? Ja, genau dasselbe, wie wir dann in der Küche stehen und gesagt haben und die Drehknöpfe von dieser Küche, die fallen inzwischen auch runter, weil die sind gerade so an die Schrauben herangedreht, dass sie ansetzen, aber die Schrauben sind gerade so ein bisschen zu kurz und dann sage ich zu dem, ob er nicht vielleicht die Rückseite so ein Stück weit angraten kann, damit die Schraube weiter reingeht, damit man besser anschraubt und dann sagt er, nee, dann nimmt er jetzt ein Stück Kleber. Super! Er hat sozusagen die Schraube fixiert mit einem Tropfen Kleber. Das sind Dinge, die würde ich jetzt von dem deutschen Handwerker nicht akzeptieren, aber hier in Kanada, mein Gott, der Türknauf ist jetzt dran, die Türzarge auch, mir doch egal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ne, aber von dem Wasserschaden haben sie uns dann irgendwie eine ganze Wand aufgeklopft, was ja hier auch kein Problem ist, weil das sind ja irgendwie nur so Pappedecken und Wände.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Raugips halt, oder wie heißt das, Riegipswand.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nur nicht mal. Das ist ja einfach nur so eine Spanplatte, die übergespachtelt ist. Mehr ist doch das gar nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also Trockenbauplatten halt irgendwie. Ich finde es aber auch toll, wir können alles an die Wände hängen. Das ist vollkommen egal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Du darfst nur nicht... Du darfst kein Gewicht haben. Ja, darf kein Gewicht haben. Und du darfst nicht zu stark irgendwie dann an die Wand drankommen, weil nämlich dann hängen plötzlich alle Bilder schief.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Bilder hängen nie gerade bei uns.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, wir haben inzwischen auch aufgegeben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du lehnst dich einmal in der Küche an die Wand und in deinem Arbeitszimmer ist alles schief.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Ach ja, ich kann damit leben, das ist gar kein Problem.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich weiß ja noch, wie wir ganz am Anfang uns Kabel haben legen lassen und dann haben die durch die ganze Bude auf die weißen Wände ein schwarzes Kabel draufgenagelt. Also die Idee kam denen gar nicht, mal zu fragen, ob es vielleicht ein weißes Kabel sein soll. Immerhin auch mit schwarzen Kabelhaltern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann kann man das sehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann weiß man wenigstens, wo das Kabel ist. Dann kann man das nicht aussehen, beschädigen oder so. Ach, ich wäre da gar nicht so. Ja, die sehen das alles etwas entspannter. Und ich habe auch festgestellt, eigentlich von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, kann man praktisch jeden Beruf hier ergreifen. Also nichts von wegen, du musst ein Meister sein, um Schreinerladen aufmachen zu dürfen oder sowas. Ich glaube, das erklärt es halt einfach auch. Also im Endeffekt musst du hier jemanden kennen, der dir einen Handwerker empfiehlt und sozusagen dafür birgt, dass der Handwerker was taugt. und dann sind auch die Handwerker, die bekannt dafür sind, dass sie gut sind, die sind halt dann auch schwer zu kriegen, weil die ständig ihre Auftragsbücher voll haben. Das ist sehr viel Empfehlungswirtschaft hier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was gibt es denn sonst noch? Die nächsten Gefilde, die wir unsicher machen? Anfang Dezember schauen wir uns mal den Weihnachtsmarkt in Quebec City an. Der soll ja angeblich so toll sein. Ich bin gespannt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Quebec City ist die einzige Stadt in Nordamerika mit einer Stadtmauer. Die Fotos, die ich gesehen habe von Quebec City an Weihnachten, sehen aus wie Postkarten-Motive. Das muss man schon sagen. Also es ist schon sehr kitschig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und ansonsten, die Konzertsaison hat jetzt wieder angefangen. Wir haben jetzt den Auftakt der Saison mit Camina Burana eingeläutet. Das war toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ansonsten bestimmt hier so das Alltagsgespräch der Kanadier wahnsinnig viel, was halt in den USA abgeht. Es hat einfach sehr viel direkten Einfluss. Man sieht auch Carney, unseren Premier, sehr viel in der Gegend rumreisen. Überwiegend in Europa, würde ich mal sagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber auch nach Mexiko.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, aber auch jetzt vor kurzem in Mexiko. Also der ist einfach sehr viel unterwegs gerade, was mir sagt, da sind viele Abmachungen, viele Gespräche, die da geführt werden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das Nordamerikanische Abkommen ist jetzt nächstes Jahr zur Wiederverhandlung auf dem Tisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das wird stressig werden, ganz bestimmt. Also es zeichnet sich ja bisher schon auch nicht ab, dass die USA irgendwie mit Kanada auch nur versuchen, auf eine Basis zu kommen. Also im Prinzip wird das jetzt ausgesessen gerade. Es ist halt natürlich hier ständige Quelle von Nervosität. Jetzt war es auch noch so, dass der Botschafter, der amerikanische Botschafter hier in einem Interview sich darüber beschwert hat, dass die Kanadier gar nicht versuchen, die Freundschaft mit den USA hochzuhalten. Es wäre ja schon alles sehr anti-amerikanisch. Elbows up und so. Ja, weil es ist nun</p>
<p><strong>Susanne:</strong> mal die harte Wahrheit, dass die Kanadier sich gedacht haben, wie zählt jetzt irgendwas vom 51st State und all diesen ganzen Quatsch und Tarife und so weiter. Dann reisen wir vielleicht auch nicht mehr in die USA. Die Kanadier wollen auch kein Geld mehr ausgeben. Es gibt jetzt einige Bundesstaaten der USA, die schon Werbung machen dafür. Bitte kommt doch zurück, ihr lieben Kanadier, wir mögen euch. Ja, aber die haben einfach keinen Bock mehr. Und das merkt man jetzt nicht nur bei Urlauben, auch bei Einreisen in die USA. Das merkt man bei Lebensmitteln, Alkohol vor allem auch. Die Supermärkte haben umgestellt auf kanadische Produkte oder jedenfalls keine, die aus den USA kommen, außer es geht nicht anders. Das sind halt die direkten Konsequenzen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und das tatsächlich, vom Volumen her macht das anscheinend schon wirklich was aus. Ich dachte mir ja, als das losging, dachte ich mir, jetzt mal schauen, wie lange das jetzt sich hält. Und die meisten Leute sind dann auch irgendwie vergesslich, wenn es um so Protestkaufen geht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber immer dann,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wenn die Kanadier geneigt wären zu sagen, naja, vielleicht doch nicht so schlimm, sagt ja da drüben immer irgendwie wieder jemand was. Ja, der legt ja immer nach.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die erinnern</p>
<p><strong>Dirk:</strong> uns ja immer wieder mal dran, warum wir sauer waren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und Trump hat ja am Anfang gesagt, ich werde jetzt euer Land nicht militärisch einnehmen, aber ich werde euch wirtschaftlich ruinieren. Und Kanadier vergessen da nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zumindest nicht, solange Trump da drüben sagen hat, nehme ich mal an.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Vor allem, wie du schon sagst, er gibt ja, ich meine, du könntest eigentlich Sachen schon wieder vergessen und dann blättert halt irgendein anderer Schwachsinn raus und dann, aha, ja, stimmt ja, ich kaufe doch lieber kanadisch. Ja, und ich meine, ich bin mir sicher, das geht nicht nur den Kanadiern so, das geht bestimmt den Europäern auch so. Die sagen, warum soll ich denn in die USA einreisen?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich empfehle, für die Europäer ist das natürlich auch ein Stück weiter weg. Aber die meisten Kanadier wohnen ja in der Nähe der US-Grenze und sind halt auch ganz routinemäßig immer wieder mal über die Grenze gefahren. Ist ja auch für</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kanadier kein Problem, weil mit ihrem Pass können die ja ohne Visa und ohne irgendwas oder Konten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube, kurzfristig dürfen sie nach wie vor. Sie brauchen ein Visum, wenn sie länger als vier Wochen im Land sein wollen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das kostet natürlich was.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber natürlich. Ja, dann der andere Aufreger, der hier hin und wieder mal durch die Presse durchgeht, ist Alberta.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil Alberta hat eine Minderheit, die gerne unabhängig sein wollen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich finde ja, jedes Land hat so ein Bayern-Alberta-Basken-Land. und slash irgendein Texas. Du schaust dir immer an,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wie heißt der, Daniel Smith oder wie die heißt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, furchtbar. Ja, Alberta möchte gern unabhängig sein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber es ist halt auch, im Prinzip kannst du sagen, in Kanada dominieren drei Provinzen die Nachrichten. Das ist Quebec, weil Quebec, ganz Kanada hat sowieso Schiss, dass Quebec irgendwann doch mal nochmal versuchen könnte, wegzubrechen. und dann Quebec ist eben anders. Dann ist es Ontario, weil Ontario nun mal die reichste und größte Provinz ist und auch Regierungssitz. Und dann ist es Alberta, weil die am lautesten schreien und sich immer beschweren und die sind auch diese konservative Hochburg. Das heißt, in Alberta haben sie halt ihre Probleme mit Transrechten und sie haben ihre Probleme, also Pronouns sind sowieso auch böse. und da kommt das Steak her und da... Und Öl. Und Öl, genau. Also es ist wie Texas. Wie Texas, ja. Und Alberta ist der Meinung, ohne uns hättet ihr die ganze Kohle doch gar nicht, weil wir ja so viel Öl haben. Und die anderen sind eben nicht dauernd in den Nachrichten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ne, also ich meine gut, New Brunswick und Nova Scotia waren jetzt in den, und BC waren in den Nachrichten und Manitoba wegen Waldfeier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die haben halt auch so absurd große Flächen. Also diese Waldbrände treffen ja meistens auf Dürre. Das heißt, du hast so eine längere Zeit, wo alles trocken ist, dann fängt es irgendwann an zu brennen und dann hast du so eine Fläche von, keine Ahnung, der Schweiz, von der Schweiz in Flammen. Wie viele Saarladen sind denn das? Ja, das füllt hier so die Nachrichtenlage auf jeden Fall, kann man so sagen. Also man bekommt so den Eindruck, es gibt innerkanadisch das übliche Drama, aber nichts davon wirklich bedrohlich, sondern einfach so, die ringen halt wirklich immer damit, wie sie sich gegenseitig untereinander halt nur sehen. Und es ist auch wirklich interessant, wie unterschiedlich die Provinzen und Territorien sind in ihren Abhängigkeiten oder was sie denn jeweils an Stärken und Schwächen haben und welche Dinge eigentlich nicht realistisch sind, wenn man mal ernsthaft drüber nachdenkt. Also in Alberta gibt es diese Unabhängigkeitsbewegung, die glauben ja im Ernst, dass Alberta, wenn es unabhängig wäre, ein bedeutendes Land auf der Weltbühne sein könnte. Die haben auch noch nie eine Karte angeguckt, würde ich mal sagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also da könnte ich mir eher vorstellen, dass sich Kalifornien irgendwann mal absplittert, weil die haben ja die fünfgrößte Wirtschaft.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also Kalifornien könnte im Ernst irgendwo mitspielen und die haben auch alles. Die haben Zugang zum Meer, die haben... Eine Börse ist</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja so mittendrin. Aber die haben Bands, immerhin.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Immerhin haben sie Bands, ja. Die haben Berge. Berge sind ja schon mal sympathisch. Können wir ja was mit anfangen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ansonsten werden wir jetzt hier einfach noch ein bisschen die bunten Wälder genießen. Wissen. Ich sage euch so, was habt ihr noch nicht gesehen? Das kommt auf Fotos überhaupt nicht raus. Ja, und so weit kannst du den Farbregler auch gar nicht aufdrehen. Wie gesagt, ich habe gestern einen pinken Baum gesehen. Ich bin immer noch völlig baff. Und nicht ein Baum, der normalerweise auch pink ist, sondern der halt, die Blätter färben sich dann bis ins Pinke. Dann gibt es hier Bäume, da fängt dann, die sind unten noch grün, dann in der Mitte sind sie gelb und oben sind sie So rot. Einfach wunderschön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> In diesem Sinne, aus dem Außenstudio.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dem primpschen Außenstudio.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dem primpschen Außenstudio zurück ins Sendezentrum. Genau. Ja, rührt euch gerne mal, lasst auch gerne mal Fragen oder Kommentare da. Wir haben ja auch schon mehrere Anmerkungen bekommen, dass die Pausen zwischen den Folgen so lange waren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wisst ihr Leute, wir haben halt auch ein Leben. eben. Und es ist tatsächlich interessant, wie schnell die Zeit zum Teil vergeht. Manchmal, ja, wenn es schee ist, vergeht die Zeit halt schnell.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die vergeht wie im Flug. Also es ist auch erstaunlich, dass wir jetzt schon bald zwei Jahre hier sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, krass, gell?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> In diesem Sinne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genießt den Herbst. Geht mal raus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Kann man nur empfehlen. Kajaken ist toll.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kajaken ist toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also dann, bis bald.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bis bald.</p>]]></content:encoded>
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            <title>Singende Schlittenhunde</title>
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            <pubDate>Sat, 19 Apr 2025 22:48:09 GMT</pubDate>
            <description>Die heutige Folge handelt von Frühling und Schneestürmen, von Eishockey und Neuwahlen, von Nacktwandernden und gestapelten Theatern und von Schlittenhunden. So gut! :)</description>
            <itunes:summary>Die heutige Folge handelt von Frühling und Schneestürmen, von Eishockey und Neuwahlen, von Nacktwandernden und gestapelten Theatern und von Schlittenhunden. So gut! 🙂 Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Susanne: Weißt du, was mir aufgefallen ist? Dirk: Nee. Susanne: Ich wiederhole dich oft. Du sagst was, ich sag das Gleiche. Dann sag ich was, du sagst das Gleiche. Also exakt die gleichen Worte. Dirk: Exakt die gleichen Worte? Susanne: Ja. Dirk: Ja. Susanne: Hey, hör auf mich back zu tracken. Dirk: Ich würde dich niemals backtracken. Susanne: Das sagst du so. Dirk: Das sag ich so. Susanne: Hallo Dirk. Dirk: Hallo Susanne. Susanne: Na, wie ist das Wetter heute so? Dirk: Endlich haben wir mal dieses kanadische Wetter, von dem uns alle immer erzählt haben. Haben wir? Ja, es war ein kalter Winter und dann war es ein kühler Frühling und jetzt haben wir so einen Fullspring. Susanne: Ja, es hat 20 Grad draußen. Dirk: What? Susanne: Ja. Dirk: Gestern hat es? Susanne: Auch 20 Grad. Dirk: Nee. Susanne: Doch. Die haben zwar nur gesagt, es wird nur 16 Grad, aber im Endeffekt waren es dann 20 Grad. Dirk: Gefühlte oder echte? Susanne: Nee, echte. Feels like 20 Dirk: Oh mein Gott Ja, aber es war dieselbe Woche Ich habe diese Woche aber auch schon Schnee gesehen und es war auch schon 0 Grad Also wir hatten alles Susanne: Ja, den Schneesturm, den hatten wir Stimmt Aber es wird besser So durchschnittlich gesehen geht die Temperatur nach oben Außerdem haben wir ja festgestellt dass sich hier 10 Grad echt warm anfühlen Vielleicht ist es der Unterschied Wenn du erstmal ein bisschen Frettchen-Kälte ausgehalten hast. Es sind 10 Grad ein, lass uns die kurze Hose und das T-Shirt rausholen, Wetter. Allerdings hat ja hier die Sommersaison im Grunde schon angefangen, dadurch, dass man schon Water-Taxis wieder sieht auf dem Lake Ontario. Was die nämlich immer regelmäßig machen, so Anfang Winter, wann auch immer das ist, ist, die schippern hier die Stege irgendwo an einen mystischen Ort. Dirk: Weil die aus Holz sind? Susanne: Weil die aus Holz sind, genau. Siehste, ich hab&#x27;s wieder gemacht. Und die frieren ja, weil der See friert ja zu. Ja und dann plötzlich sind die wieder da, diese Stege und plötzlich sind an diesen Stegen Water Taxis und damit weiß man, aha, die Sommersaison hat angefangen. Dirk: Die Einheimischen glauben nicht mehr, dass der See nochmal zufrieren wird. Susanne: Ja, nee, ist unwahrscheinlich. Dirk: Aber wir merken halt, dass es hier dann doch irgendwie so vier bis sechs Wochen hintendran ist mit dem Frühling, aber der Kirschblüten-Tracker ist schon wieder in voller Aktivität. Also wir können jetzt schon wieder tracken. Susanne: Ich schaue auch irgendwie immer regelmäßig und bis jetzt sind wir in Stage 2 von 6 und das heißt Ende nächste Woche, übernächste Woche sind wir dann in der Blütezeit. Dirk: Ja, wir hoffen ja, dass die Kirschblüte in voller Blüte ist, während du Geburtstag hast. Susanne: Ja, ich glaube, da ist sie schon wieder vorbei. Müssen wir mal schauen, weil nämlich es kommt immer darauf an, wie das Wetter hält. Die passen ihren Checker ja an. Dirk: Wir werden jedenfalls auch dieses Jahr die Kirschblüte besuchen. Susanne: Oh ja. Dirk: Ja, also das Wetter wettert vor sich hin. Also so in Sachen kanadischen Winter war ja der erste Winter, den wir hier erlebt haben, ungewöhnlich warm. Und da haben wir die ganze Zeit gedacht, was hatten die alle? Dieses Jahr war das auch mal mehrere Wochen lang mit regelmäßig Schnee und so und wir hatten unseren ersten Blizzard. Susanne: Ja, ich wusste ja auch nicht, was ein Blizzard ist, aber es ist ein Schneesturmgewitter, sozusagen. Die nennen das hier Thunder Snow. Snow. Dirk: Dann der Snow. Klingt nicht so cool. Susanne: Nee, klingt nicht so cool. Aber wirklich einen Tag, ich habe so ganz gemütlich vor mich hingearbeitet, hat die Sonne geschehen, plötzlich war die Sonne weg und ich gucke das nächste Mal raus und denke, huch. Und es hat geschneestürmt. Und plötz</itunes:summary>
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<p>Die heutige Folge handelt von Frühling und Schneestürmen, von Eishockey und Neuwahlen, von Nacktwandernden und gestapelten Theatern und von Schlittenhunden. So gut! 🙂</p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weißt du, was mir aufgefallen ist?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich wiederhole dich oft. Du sagst was, ich sag das Gleiche. Dann sag ich was, du sagst das Gleiche. Also exakt die gleichen Worte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Exakt die gleichen Worte?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hey, hör auf mich back zu tracken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich würde dich niemals backtracken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das sagst du so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das sag ich so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo Dirk.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Na, wie ist das Wetter heute so?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Endlich haben wir mal dieses kanadische Wetter, von dem uns alle immer erzählt haben. Haben wir? Ja, es war ein kalter Winter und dann war es ein kühler Frühling und jetzt haben wir so einen Fullspring.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es hat 20 Grad draußen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> What?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gestern hat es?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Auch 20 Grad.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Doch. Die haben zwar nur gesagt, es wird nur 16 Grad, aber im Endeffekt waren es dann 20 Grad.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gefühlte oder echte?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, echte. Feels like 20</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh mein Gott Ja, aber es war dieselbe Woche Ich habe diese Woche aber auch schon Schnee gesehen und es war auch schon 0 Grad Also wir hatten alles</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, den Schneesturm, den hatten wir Stimmt Aber es wird besser So durchschnittlich gesehen geht die Temperatur nach oben Außerdem haben wir ja festgestellt dass sich hier 10 Grad echt warm anfühlen Vielleicht ist es der Unterschied Wenn du erstmal ein bisschen Frettchen-Kälte ausgehalten hast. Es sind 10 Grad ein, lass uns die kurze Hose und das T-Shirt rausholen, Wetter. Allerdings hat ja hier die Sommersaison im Grunde schon angefangen, dadurch, dass man schon Water-Taxis wieder sieht auf dem Lake Ontario. Was die nämlich immer regelmäßig machen, so Anfang Winter, wann auch immer das ist, ist, die schippern hier die Stege irgendwo an einen mystischen Ort.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil die aus Holz sind?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil die aus Holz sind, genau. Siehste, ich hab's wieder gemacht. Und die frieren ja, weil der See friert ja zu. Ja und dann plötzlich sind die wieder da, diese Stege und plötzlich sind an diesen Stegen Water Taxis und damit weiß man, aha, die Sommersaison hat angefangen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Einheimischen glauben nicht mehr, dass der See nochmal zufrieren wird.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nee, ist unwahrscheinlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wir merken halt, dass es hier dann doch irgendwie so vier bis sechs Wochen hintendran ist mit dem Frühling, aber der Kirschblüten-Tracker ist schon wieder in voller Aktivität. Also wir können jetzt schon wieder tracken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich schaue auch irgendwie immer regelmäßig und bis jetzt sind wir in Stage 2 von 6 und das heißt Ende nächste Woche, übernächste Woche sind wir dann in der Blütezeit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir hoffen ja, dass die Kirschblüte in voller Blüte ist, während du Geburtstag hast.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich glaube, da ist sie schon wieder vorbei. Müssen wir mal schauen, weil nämlich es kommt immer darauf an, wie das Wetter hält. Die passen ihren Checker ja an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir werden jedenfalls auch dieses Jahr die Kirschblüte besuchen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also das Wetter wettert vor sich hin. Also so in Sachen kanadischen Winter war ja der erste Winter, den wir hier erlebt haben, ungewöhnlich warm. Und da haben wir die ganze Zeit gedacht, was hatten die alle? Dieses Jahr war das auch mal mehrere Wochen lang mit regelmäßig Schnee und so und wir hatten unseren ersten Blizzard.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich wusste ja auch nicht, was ein Blizzard ist, aber es ist ein Schneesturmgewitter, sozusagen. Die nennen das hier Thunder Snow. Snow.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann der Snow. Klingt nicht so cool.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, klingt nicht so cool. Aber wirklich einen Tag, ich habe so ganz gemütlich vor mich hingearbeitet, hat die Sonne geschehen, plötzlich war die Sonne weg und ich gucke das nächste Mal raus und denke, huch. Und es hat geschneestürmt. Und plötzlich hat es gedonnert und geblitzt. Und ich dachte, wow.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da hat es auch innerhalb von einer halben Stunde oder so, so viel Schnee runtergehauen, also hier in dem ganzen Eck von Kanada, hier im Großraum Toronto, Ontario an sich und es hat auch in Montreal, hat es ja auch geschneestürmt und in Montreal war es so, dass sie dann hinterher gesagt haben, so viel Masse an Schnee runtergekommen, dass sie zwei Wochen brauchen werden, bis alle Straßen wieder freigeräumt sind. Das fand ich dann schon krass. Also man vergisst immer, dass in solchen Städten irgendwie tausende Kilometer von Straßen sind. Und wir hatten hier unten an der Ecke vom Haus so einen Gehweg. Also hier gibt es Gehwege, Kanada hat Gehwege, shockingly. Aber was ich jetzt, worauf ich raus wollte, da unten an der Ecke war so eine Ecke, wo praktisch kniehoch Schnee war. und wir haben dabei dann die Beobachtung gehabt, dass es zumindest hier in Toronto nicht so üblich ist, dass irgendwie Leute mit einer Schneeschaufel irgendwann auflaufen und den Kram halt wegschaufeln.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Außer du wohnst in so einem Viertel, wo halt Häuschen stehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber wohnen wir ja nicht. Und ich war nah dran, dass ich mir irgendwo eine Schneeschaufel besorge und dann da unten irgendwie Raid-Shoveln gehe. Ich habe mir immer angeguckt, wie da die Leute wirklich durch kniehohen Schnee... Wenn du mal so eine Oma mit so einem Rollator siehst, die versucht so eine Schneewehe zu überwinden, dann kommst du in Versuchung, den Weg freizuräumen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, wir haben jetzt hier nicht gelitten. Es sah super aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sind auch immer noch ganz fasziniert, wenn wir so bei Wetter sind, also ich bin zumindest immer noch ganz fasziniert davon, dass hier manchmal die Nacht wärmer ist als der Tag. Das passiert ja immer noch. Wir haben ja hier diese seltsamen Wetterlagen. Also es ist immer so dieser Zweiklang aus dem Polar-Vortex, also praktisch so Luftbewegungen, die von der Polarregion Wind runterweht mittendrin, wo es dann ganz schlagartig kalt werden kann und dann ist hier die Wetterlage, die von Lake Ontario heraufkommt, das heißt wir sind jetzt hier auch noch in so einem Gebiet, in dem es tendenziell wärmer ist und da hat man manchmal Tage, an denen es dann tagsüber jetzt 6 bis 8 Grad gehabt und dann nachts wird es plötzlich wärmer oder so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, oder die Temperatur steigt nicht über den Tag, sondern fällt über den Tag und das bin ich ja auch nicht gewohnt, das hatte ich noch nie.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Dinge, die wir so beobachten, das Wetter.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das Wetter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist immer noch da und wir freuen uns immer noch, dass wir hier mehr Sonnenstunden genießen als jemals zuvor. Es ist echt</p>
<p><strong>Susanne:</strong> hell. Hell, hell, hell. Uns ist auch aufgefallen, wir sind wesentlich ausgeglichener. und haben uns dann halt die Frage gestellt, liegt es jetzt daran, dass wir mehr Licht ausgesetzt sind? Also wir wohnen in einer wirklich hellen Wohnung. Ich glaube schon, dass es auch mit eine Rolle spielt, aber sicherlich auch, weil es ja auch alles ein bisschen entspannter jetzt ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Theoretisch gäbe es ja genügend Zeug, was einen unentspannt machen kann. Trotzdem war ich gar nicht so entspannt wie zur Zeit.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, vielleicht liegt es am Alter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das liegt wahrscheinlich an der Weisheit. Die Weisheit, die wir im Alter aufbauen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Apropos Weisheit, ja. Kurzer Funfact. Ich habe ja bald Geburtstag und dann werde ich ein Vierteljahrhundert im alten Jahrtausend und ein Vierteljahrhundert im neuen Jahrtausend verbracht haben. Ist das nicht geil?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ab dann nenne ich dich uralte Morla.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist so alt, bin ich dann doch noch nicht. Die meisten werden gar nicht wissen, wer die uralte Morla überhaupt ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mir doch egal, es reicht mir, wenn du es weißt. Ja, wir haben jetzt dann runde Geburtstage, die wir so feiern. Erstmal deinen und dann meinen, weil ich bin ja viel jünger als du.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so viel jünger. Meine Güte, neun Monate.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das sind neun Monate, die du schon ein halbes Jahrhundert alt bist und ich nicht. Ja, ansonsten freuen wir uns immer noch, dass der regelmäßige Strom an Besucherinnen und Besuchern noch nicht ganz abgerissen ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nö, das geht immer noch weiter</p>
<p><strong>Dirk:</strong> gemütlich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> vor sich hin so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zuletzt hatten wir jetzt Benjamin und seine Freundin Franzi hier zu Besuch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Unser Jüngster.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl, und wir machen ja immer halb touristische, halb Dinge, die wir halt vor der Haustür haben, wenn wir Besuch haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, wir haben festgestellt, erstens mal, Erlebnisse ist einfach das Coolste, wo man irgendwie Geld und Zeit investieren kann. Erlebnisse gemeinsam, das ist Nummer eins. Nummer zwei ist, es macht mehr Spaß, zusammen neue Dinge zu entdecken, als vielleicht alleine. Ich meine, es macht uns beiden auch so Spaß, aber wenn wir dann nochmal mehr Leute dabei haben, ist es noch witziger. Und das haben wir dieses Mal auch wieder gemacht. Und wir haben das schon frühzeitig gebucht. Ich glaube, ich bin damit um die Ecke gekommen, weil ich wollte nämlich immer schon mal Hundeschlitten fahren gehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir waren dann in Muskoka County, was hier so eine Region ist, die bekannt für ihre wirklich schöne Landschaft ist und im Sommer ist das hier, was die Kanadier Cottage Country nennen, das heißt da viel Seen, viel Wald, viel Hütten dazwischen, die man mieten kann, um da sich dann irgendwie seinen Urlaub zu verschönen. Und im Winter ist das natürlich dann Wintersportgebiet mit zugefrorenen Seen, wo man dann auch wirklich auf den Seen freigeräumte Flächen entdecken kann, wo die Kanadier Eishockey spielen. Natürlich. Natürlich. Und der Typ, der diese Hundeschlittenaktion organisiert hat, der hat gemeint, Hundeschlittenfahren wäre die kanadischste aller Tätigkeiten und trotzdem machen es weniger als ein Prozent der Kanadier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das kann ich auch verstehen, als ich nämlich meinen Kollegen erzählt habe, hey wir gehen jetzt an Hundeschlitten fahren, ich freue mich da richtig drauf, alle so, ich lebe mein ganzes Leben schon hier und war noch nie Hundeschlitten fahren, ja warum nicht, mach doch mal, ist lustig</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und es ist deswegen was sehr kanadisches, weil tatsächlich hier, dadurch dass die ja doch sehr ausgeprägte Winter haben, früher der Warentransport mit Hundeschlitten tatsächlich hier stattgefunden hat Und das sind dann auch nicht so Huskys, sondern das sind Alaska-Schlittenhunde, habe ich gelernt. Die sind schneller und ausdauernder und kräftiger. Und meine Güte, sind die kräftig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber fangen wir doch mal von vorne an. Dann sind wir nämlich an einem Sonntag hochgefahren nach Muskoka und haben dort tatsächlich in einer Cabin übernachtet an einem See und sind dann durch tiefsten Schnee gewartet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe einen Schneeengel gemacht auf dem See.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und ich kann mich noch an Benjamins Kommentar erinnern, der gesagt hat, boah, so viel Schnee habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals so viel Schnee gesehen habe. Ja, es war auch wirklich toll. Also es war richtig so traumhaft schöne, verschneite Landschaft. Wir sind auf dem See spazieren gegangen. Ein Reh hüpfte über den See im Schnee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich stelle mir dann immer vor, wie der kanadische Tourismusverband irgendwie so ein Reh auf den See schubst. Lauf mal rüber.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann kriegst du ein Gutti.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil es war wirklich so, dieser ganze See war praktisch leer, Eisfläche, glatter Schnee, also Puderzuckerschnee drauf und in der Mitte von diesem See so ein Reh, das neugierig in unsere Richtung schaut. Ja, also</p>
<p><strong>Susanne:</strong> völlig idyllisch. Und dann haben wir in der Cabin ein Feuer, ein offenes gehabt und es war nachts zwar totenstill. Also es war wirklich toll. Und dann sind wir am nächsten Morgen eben rausgefahren zu dieser Farm, die eben Hunde schlitten. Die haben auch eine ganze Menge Schlittenhunde. Die haben auch so ein eigenes privates Stück Wald, in dem sie eben diese Wege auch anlegen zum Hundeschlitten fahren. Die muss man dann speziell pflegen auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir haben den gefragt, was der denn da so macht, weil das hat ja eine Saison. Also du kannst das ja nicht ganzjährig machen. Er hat gemeint, also im Sommer läuft der halt da rum und reißt irgendwelche großen Felsen aus diesen Wegen und sorgt dafür, dass die nicht zuwachsen und alles mögliche. Und da sowas machen die Hunde ja, die chillen. Also die Hunde im Sommer sind die halt in ihren Hütten oder laufen da rum und haben nichts zu tun und dann gibt es so eine Trainingsphase, also wenn es dann anfängt mit dem ersten ausreichenden Schneefall, werden die Hunde dann mehrere Wochen lang trainiert. Das heißt, die sind dann am Schlittenhunde-Schlitten-Ziehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schlittenhunde-Schlitten-Ziehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mit Gewicht und allem, damit die halt auftrainieren. Die machen auch Wettrennen und so. Das sind preisgekrönte, super-duper Hunde, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die waren auch super süß. Die haben ja dann plötzlich alle... Es funktioniert ja folgendermaßen, weil ich habe ja dieses Hundeschlittenfahren gebucht und ich habe mir ehrlich gesagt nicht weiter irgendwie Gedanken gemacht, müssen wir da selber Hundeschlitten fahren oder werden wir gefahren oder so. Und ich dachte nur, ah, Hundeschlitten. So, stellt sich raus, wir fahren selber. Und ich dachte so, oh. Und dann haben wir also erstmal so eine Dreiviertelstunde, Stunde Einführung gekriegt, was wir jetzt bitte alles nicht machen sollen. Und wie man denn das überhaupt so macht. Also wie steht man da drauf, wo hebt man sich fest.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Susanne hatte zum Schluss irgendwie so Panikernickelaugen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der hat uns erzählt, was alles passieren kann, wenn man es nicht richtig macht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil das Ding ist, man sollte nicht das machen, was man normalerweise macht, wie wenn man zum Beispiel Fahrrad fährt oder Motorrad fährt, sich in die Kurve legen oder so. Nee, das ist ganz schlecht. Da fährt nämlich der Schlitten in die falsche Richtung, wenn du das tust.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das war eine der Dinge, die ich dabei gelernt habe, ist, wenn man Schlittenhunde fährt, man kann die nicht steuern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hundeschlitten meinst du?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Schlitten, ja, man fährt nicht die Schlittenhunde, gell. Wenn die Hunde mit einem Schlitten fahren, man kann diese Schlitten nicht steuern. Das heißt, du stehst da drauf und wenn du selber, wenn du so ein Schlittenführer wärst, dann würdest du dem Hund ein Kommando zurufen. Und du bist auf diesem Schlitten hinten drauf und du musst diesen Schlitten auf Spannung halten. Du willst ja auch nicht deine Hunde überfahren, weil der Schlitten plötzlich schneller wird oder sowas. Das heißt, was du machst ist, du hältst dich an diesem Schlitten fest, versuchst dich nicht in die falsche Richtung zu lehnen und du hältst immer den Fuß auf der Bremse, weil nur wenn dieser Schlitten auf Spannung gehalten ist von den Hunden, folgt der den Hunden. Und das sind die Hunde, die entscheiden, wo der hinten gezogen wird.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ja das Problem. Stellt euch das mal vor. Man steht so hinten auf dem Schlitten drauf, krallt sich mit den zwei Händen fest, links und rechts. Und man steht ja auch links und rechts auf den Schlitten-Kufen. Und in der Mitte ist die Bremse. Das heißt, jedes Mal, wenn ich mit einem Bein, mit einem Fuß bremsen will, muss ich aufpassen, dass mein Gewicht trotzdem in der Mitte bleibt. So, und jetzt mach das mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du hast das super gemacht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also es war dann so, dass die Teams dann aufgeteilt wurden und er hat dann auch Empfehlungen abgegeben, weil er gesagt hat, am Anfang geht es viel bergab, da wäre es ganz gut, wenn der schwerere hinten drauf steht und bremst. Das heißt, ich wurde richtig eingemummelt. Also du kannst nichts machen. Ja, nichts, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du darfst die ganze Zeit auf Hundearsche gucken, die purzen auch manchmal während du laufst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ganz großartig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ganz großartig. Du bist so auf Atemhöhe mit den Hintern der Hunde vor dir. Aber ich muss sagen, es war schon richtig toll. Auch da drin zu sitzen ist richtig toll. Also diese Schneelandschaft im Wald ist sehr, sehr geil.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und wie beim Autofahren musst du natürlich auch Abstand halten zu deinem, zu dem Vorderteam. Ja, und dann war es so, dass wir halt hinter unserem Führer, der manchmal rückwärts auf seinem Hundeschlitten stand, um zu filmen, das fand ich echt krass, ja, während ich total beschäftigt war mit dem Bremsen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir waren zwei Stunden unterwegs. Wir waren zwei Stunden</p>
<p><strong>Susanne:</strong> unterwegs, aber danach, also ich kann euch auch sagen, danach tut euch alles weh.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber es war toll.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also am nächsten Tag von Muskeln, wo er nicht wusste, dass er die besitzt. Ja, also das war schon wirklich toll. Und dann natürlich durch diese vollverschneite Landschaft.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was der auch erzählt hat, ist, diese Hunde, die Teams, die müssen ja eine gewisse Balance haben und die brauchen auch eine gewisse Kraft. also was wirklich enormes ist, wenn diese Hunde loslaufen und sich reinhängen in ihr Geschirr, was die an Kraft auf diesen Schlitten bringen, ist wirklich beeindruckend. Hat er nicht gesagt,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> also wenn du so Vollspeed unterwegs bist, kannst du schon Schnelligkeiten von 35 Stundenkilometer erreichen? Ja, das hat er gesagt, ja. Also vor allem aus dem Stand raus, pesen die los?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Innerhalb von irgendwie 20 Metern haben die ihre Höchstgeschwindigkeit, also die ziehen wirklich ordentlich rein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und die haben richtig Bock da drauf, also kannst du richtig zusehen, wie die völlig in ihrem Element sich freuen und jeet weiter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dann irgendwann ist es jedenfalls so, dass die werden ja dann auch mal alt und er hat gemeint, in der Trainingsphase merkst du dann, ob die eigentlich noch in der Lage sind mitzuhalten. Und dann haben wir gesagt, was macht er dann eigentlich mit den Hunden, wenn die alt sind? Du kannst ja schlecht so Hundewurst verarbeiten. Und er hat gemeint, das sind halt Familienmitglieder, die hängen dann hier halt rum und alten Teil. Die laufen dann manchmal so ein bisschen einfach so mit. Und das fand ich tatsächlich auch ganz nett. Das ist deren Hauptgeschäft im Endeffekt. Über den Sommer machen die irgendwie so handwerkliches Zeug und ein bisschen Landschaftsgestaltung, wenn du so willst, und pflegen ihre Anlage. und im Winter ist es so ein Wechsel aus solchen geführten Touren oder an Wettbewerben teilnehmen. Also die züchten natürlich auch. Ich nehme an, das ist auch was, was sie dann im Sommer machen, kleine Hunde.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es war ein Erlebnis.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war wirklich toll.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und auch zu sehen, dass die Hunde da so viel Spaß dran hatten, das war natürlich auch schön. Ja, was haben wir da noch alles mit Benjamin und Franzi gemacht? Die waren ja hier viel auch in Toronto wieder unterwegs und shoppen und so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir sind Basketball gucken gegangen. Toronto Raptors vs. Utah Jazz</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die National Basketball Association, NBA, hat 30 Teams, 29 von den USA und eins in Kanada und das sind nämlich dann die Raptors.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die finde ich ein ziemlich cooles Logo haben und ich mag Dinos.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Dinos sind immer toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und von den Raptors wie von den Maple Leafs ist die Scotiabank Arena das Heimstadion.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und hat Spaß gemacht und es war dann unsere erste Begegnung mit buhenden Kanadiern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Allerdings. Am Anfang wird ja immer die Nationalhymne gesungen, ja, und alle Kanadier fanden jetzt irgendwie so die US-Nationalhymne nicht so prickelnd.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Speziell den Teil, wo sie Land of the Free singen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Große Buherei und danach haben sie alle O Canada mitgegrölt.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich finde ja, es ist beides wirklich tatsächlich auch überraschend starker Gänsehaut-Moment. Also ich finde, es ist ein Gänsehaut-Moment oder ein unangenehmer Gänsehaut-Moment, wenn alle dastehen und buhen beim US-Anthem. Und das haben wir jetzt nicht gemacht. Also wir haben jetzt nicht gebuht, sondern wir sind einfach nur dagestanden, weil irgendwie, ich verstehe den Protest, aber es fühlt sich falsch an, den armen Menschen, der da vorne steht und das singt entgegen zu buhen. Aber es war ja dann auch dasselbe der Sänger, der dann auch O Canada gesungen hat und das ist tatsächlich Gänsehaut, wenn so dieses ganze Stadion als Demonstration ihres Patriotismus aus voller Brust O Canada mitsingen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weißt du, was ich aber trotzdem interessant finde, ist, alle stehen so auf. Ja, also es ist dann doch noch eine Form des Respekts. Wir stehen alle auf, obwohl das US-Anzimmer als erstes gesungen wird, weil der Gast ja als erstes dran kommt. und dann haben die Raptors gewonnen. Wir hatten Spaß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir hatten Spaß. Ich meine, das Scotiabankery ist sowieso lustig. Wir waren inzwischen auch nochmal bei einem Maple Leafs Eishockey Game und da haben die Maple Leafs gegen die Montreal Canadiens, du darfst es sagen, wie es eigentlich gesagt werden muss.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, das ist Montreal Kanadier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl, gegen die haben sie gespielt. Das heißt, Kanadier gegen Kanadier, wie ich gelernt habe, eine generationenlange Fede zwischen diesen beiden Teams. eine Rivalität und da wird dann auch nochmal Oh Kanada gesungen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und zwar wird dann gewechselt, das fängt Englisch an in der Mitte switchst du Französisch und dann wieder zurück</p>
<p><strong>Dirk:</strong> auf Englisch. Wir haben ja unter anderem, haben wir ja gelernt, also du hast ja kannst du jetzt eigentlich inzwischen die französische Version</p>
<p><strong>Susanne:</strong> davon? Wenn du mir den Text gibst, ja die erste Zeile kann ich auswendig und dann bin ich schon wieder lost, weil nämlich das Witzige daran ist, ich dachte mir, ach ja Die englische Version kann ich ja jetzt auswendig, ist kein Problem. Kann ich auch einfach so aus dem Stand mitsingen. Das wird ja mit der französischen Version auch so gehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sie singen was anderes.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Singen was anderes.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wie anders muss ich mir denn das vorstellen? Also ich meine, das englische Oh Kanada ist ja, wir sind stolz auf das Land, es ist frei, wir sind proud, we stand on guard for thee, also wir beschützen dich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der allgemeine Sense ist auch so, nur es ist mehr old-fashioned, würde ich sagen. Und dann singt man auch von wie stolz man auf die Toten ist und lauter so Zeug.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ah, okay.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also klingt jetzt irgendwie makaber, aber es passt wieder, wenn man sich überlegt. Erstens mal war der französische Text zuerst da. Kanada, es war auch eine Hymne, die sie in Quebec gesungen haben, über, ich weiß nicht, Jahrzehnte wahrscheinlich, bevor das überhaupt erst zu einem kanadischen Anthem wurde.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist es erst seit 45 Jahren, also da merkt man immer, wie jung eigentlich Kanada an sich ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und insofern, ja, musste das halt noch ein Jahrhundert zurückrechnen irgendwie vom Text her.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn wir es gerade haben, von wie jung Kanada ist, die kanadische Flagge hatte dieses Jahr 60. Geburtstag.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Haben wir das mal erzählt, dass das via Wettbewerb beschlossen wurde, wie die kanadische Flagge aussehen wird? Dass wir auch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> überlegt haben, ob sie da einen Biber drauf nehmen,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> oder wie so eine Ratte aus. Ja, deswegen wurde es dann ein Maple Leaf, weil das war ja dann eindeutig. Da war doch noch irgendwas. Es war die kanadische Flagge, die 60 wurde, das Anthem 45 und da war noch irgendwas.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, der Biber. 50 Jahre ist der Biber das Nationaltier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube, den</p>
<p><strong>Dirk:</strong> gab es aber schon vorher.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also 60</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jahre Flagge, 50 Jahre Bibel, 45 Jahre Oh Kanada. Und habe ich auch gelernt, in Kanada singt man die Hymne tatsächlich in der Früh in der Schule.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kommt drauf an, auf welche Schule du gehst, habe ich auch gelernt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ah, okay. Worauf ich jetzt aber raus wollte, war, die singen das normalerweise in der Schule in der Früh, dann vielleicht zu irgendwelchen speziellen, besonderen Anlässen. also alles, was irgendwie so offiziell ist und am Anfang von großen Sportereignissen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also große Sportereignisse, auch wenn es jetzt hier so eine, ich sag mal Bundesliga ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir haben jetzt bis jetzt bei allen Sportereignissen, bei denen wir waren, am Anfang O-Canada gehört. Selbst wenn hier Maple Leafs gegen Montreal Canadiens antreten und selbst da wird dann vorher nochmal O-Canada gesungen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und jetzt, wo dieser ganze Stress losgegangen ist, diese Spannung zwischen den USA und Kanada und Trump, der von dem 51st State geredet hat und die Kanadier richtig sauer sind, plötzlich, und es hat ein Orchester hier in Toronto angefangen, da kommst du also als Besucher rein und erwartest dein Ballett und die Ouvertüre, das Orchester kommt, der Dirigent schwingt seinen Stab Und plötzlich fangen die an, die Nationalhymne zu singen, zu spielen und alles steht auf und singt die Nationalhymne. Und es hat ein Orchester spontan eigentlich angefangen und es hat sich dann wie Wildfire ausgebreitet. und wir haben das jetzt auch schon erlebt, wir waren bei der Tafelmusik, wo sie Bach gespielt haben und Selenki, gleiche Ära,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Barock halt,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja und das Orchester kommt rein, Dirigent kommt rein und sie spielen O Canada und alles steht auf und singt O Canada. Kanada. Ja und der Grund, warum die damit angefangen haben, in den Zeiten, wo so viel Unsicherheit ist und viele Kanadier einfach Angst haben wegen diesem Gerede, wollten sie halt was machen, was mehr die Betonung auf Gemeinsamkeit und wir sind eins legt. Und das war halt ihr Weg, das zu tun. Das fand ich jetzt ein</p>
<p><strong>Dirk:</strong> schöner Weg, das zu tun.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ein schöner Weg, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Apropos Gerede, 51st State und so. Ist ja jetzt irgendwie vorbei. Ja. Seit wir hier Carney als Premierminister haben, so als Recap, ist ja so, dass Trudeau zurückgetreten ist. Und dann hat die Regierungspartei, das sind hier die Liberalen zurzeit, die haben dann einen neuen Parteilead gewählt, der dann praktisch automatisch Premierminister wurde.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Mark Carney.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und der hat dann Neuwahlen schon mal angesetzt, also einen Termin für Neuwahlen und wurde Premierminister und er hat halt sehr vom Anfang an eigentlich keinen Zweifel dran gelassen, dass er dieses Governor Trudeau und 51st State Gerede, dass das ein kompletter Showstopper für jede Art von Verhandlungen sein wird.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, sein Antrittsbesuch war auch nicht wie normalerweise, das bei jedem Premierminister ist in die USA, sondern der ist nach Europa geflogen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der ist immer noch nicht in den USA gewesen, telefoniert haben sie. und es war jedenfalls so, dass es hat ja schon fast zwei Wochen gedauert, bis sie mal telefoniert haben und nach dem Telefonat war auffällig, dass ja da drüben alle irgendwie vor Mikros getreten sind und gesagt haben, wie toll dieses Gespräch war, offene Atmosphäre und seitdem, seit Carney hier Premierminister ist, wie abgeschnitten hast du nichts mehr im Sinne von 51st State und Kanada soll an die USA angegliedert werden und so. Also das Gerede ist komplett zum Erliegen gekommen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was allerdings den Kanadiern völlig egal ist, die sind nämlich immer noch stinkend sauer. Und das sieht man daran, also um euch mal ein bisschen ein Bild zu geben in den USA, der Tourismus in den USA, wenn du die 100% nimmst, 20% von diesen 100% werden von Kanadiern gestellt, die regelmäßig in die USA kommen, um dort Urlaub zu machen oder da auch ein Haus haben. weil sie überwintern, die nennt man dann Snowbirds, die verkaufen ihre Häuser gerade in den USA. Leute, die seit Jahrzehnten in die USA reisen, sagen, nö, wir finden jetzt was anderes.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Kanada hat sich gezwungen gesehen, eine ganze Reihe von Verbindungen einzustellen, weil die Flugzeuge einfach leer waren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also auch hier kommst du jetzt super durch Customs durch, weil ist nichts mehr los. Dann werden natürlich auch Berichte laut, und ich glaube, das gilt für Europa genauso, dass Leute einfach festgesetzt wurden an der Grenze. Und es ist hier auch einigen Kanadiern passiert, die dann irgendwie so 10 bis 14 Tage irgendwo im Nirgendwo nicht wussten, was mit ihnen passiert. Kein Zugang zu einem Rechtsanwalt. Ja, also völlig absurd. Unter nicht menschenwürdigen Bedingungen vor sich hin vegetiert haben, bis sie endlich wieder zurückkamen und nicht mal wussten, warum sie jetzt eigentlich festgehalten werden. Ja, also das hat sich noch nicht gelegt. Unter anderem die Buy Canadian oder Buy Beaver Bewegung auch. Inzwischen gibt es in allen Supermärkten ist ausgezeichnet von wo das Produkt kommt. Ist es ein Kanadisches Produkt oder nicht? Das hört nicht auf. Die sind nach wie vor sauer.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann ist es auch den Kanadiern natürlich sehr präsent, dass viele Dinge, die hier wichtig sind, dort drüben plötzlich pfui bebe sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also so Diversität und so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so viele Dinge, wo</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kanadier einfach unglaublich wichtig finden. Wie zum Beispiel eben, wir sind alle gleichwertig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja. Ja. Also der Ärger ist nach wie vor.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der Ärger ist nach wie vor da. Es gibt ja auch dieses eine Beispiel von dieser Bibliothek, die genau auf die Grenze gebaut ist, wo es eigentlich der Haupteingang in den USA ist, aber in der Mitte der Bibliothek geht so ein Strich durch und auf der einen Seite ist halt Kanada, auf der anderen Seite ist USA. und das war jetzt jahrzehntelang kein Problem und Kanada dürfen jetzt nicht mehr den Haupteingang benutzen und jetzt sind sie halt da ein bisschen am Umbauen, aber es ist halt, ja, ich finde es einfach nur schade, es ist traurig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mal sehen, hier ist jedenfalls jetzt noch eine Woche lang Wahlkampf, wir hatten heute...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, vielleicht sollten wir das mal kurz erwähnen, die Kanadier machen ähnlich wie in Europa Wahlkampf, nämlich das sind sechs Wochen, dann ist die Wahl und dann ist der Spuk auch wieder vorbei. Die sind also nicht so bekloppt wie die südlichen Nachbarn?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die machen auch keinen Wahlkampf, der sich daran bemisst, wer am meisten Fundraising betreibt. Also was mir in den USA immer auffällt, ist, dass es ihnen eigentlich in erster Linie nur darum geht, zu dokumentieren, wer mehr Spendengelder eingesammelt hat und dadurch dann eben deren Werbebudget und so weiter geht dann hoch und ihre Rallies und überhaupt. Das scheint hier in Kanada nicht so zu sein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die müssen, glaube ich, eine bestimmte Summe...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber das ist nicht, also wenn du, die haben praktisch so eine Gebühr, die sie zahlen müssen, um sich als Kandidat aufstellen lassen zu dürfen und das sind ein paar hunderttausend Dollar. Ja, das sind keine</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Millionen oder so, ich glaube es sind dreihunderttausend Dollar oder so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich meine, es ist trotzdem ein großer Geldbetrag, aber wenn du Premierminister werden willst, dann hast du diese Kohle vielleicht auch oder weißt, wo du die herkriegst. und wenn du Premierminister werden willst und 300.000 Dollar Antrittsgeld sind die Hürde, über die du nicht rüberkommst, dann bist du vielleicht auch nicht gerade Premierminister-Material, das würde ich jetzt mal so in den Raum stellen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jedenfalls, die Wahlen sind jetzt am 28. und da habe ich dann auch einen Tag frei für die Federal Election.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Von Gesetz her müssen Arbeitgeber dir drei Stunden freigeben, irgendwo über den Tag verteilt, um zum Wählen gehen zu können und viele Unternehmen geben halt entweder einen Tag oder einen halben Tag frei für den Zweck. Das ist jedenfalls nicht wie in Deutschland an einem Sonntag, sondern es ist unter der Woche. Ich glaube, sie hatten jetzt zwei Debatten und diese Termine sind meistens so, dass sie eine englische und eine französische Debatte machen. Das fand ich tatsächlich ganz interessant und gefühlt sind die hier relativ unaufgeregt. Auch in ihren Debatten ist das alles immer noch sehr gesittet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Na Gott sei Dank.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Angenehm, sich anzugucken. Im Augenblick sieht es tatsächlich immer noch so aus, als wenn die Liberalen wahrscheinlich die Regierung stellen werden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wie gesagt, ich finde ja die Schachzüge, die sie so gemacht haben, brillant. Weil alle hatten ja damit gerechnet, dass Trudeau wird ja weiterhin sich aufstellen lassen und dann weiß dann irgendjemand mal ein Misstrauensfoto mal durch und deswegen die Neuwahlen ausgelöst werden. Das ist ja alles nicht so gekommen, sondern Trudeau hat sozusagen seinen Job aufgekündigt, ist freiwillig gegangen, so kam Kani rein und Kani hat dann tatsächlich gesagt, weil es ist ja jetzt auch der perfekte Zeitpunkt für die Liberalen, weil wer wird denn jetzt die Regierung wechseln, wo sie gerade sehen, der hat eine starke Hand, was den südlichen Nachbarn angeht, das ist ja die große Bedrohung. Ja, also ich finde es strategisch krass.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Großartig, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist auch so, dass Pogliere, der Anführer der Konservativen hier, der hat jetzt jahrelang praktisch auf so einer ähnlichen Welle geritten, wie das, was man in Europa gesehen hat und das, was auch Trump an die Macht gebracht hat. Und der ist hier oft auch dadurch aufgefallen, dass er sich darüber aufgeregt hat, wie woke hier alles wäre und überhaupt. Und ich habe so eine Analyse von den letzten Debatten gehört, wo sie gesagt haben, das Wort Vogue ist ihm nicht einmal über die Lippen gekommen, seit jetzt hier Wahlkampf ist, weil am Himmelswillen nicht gesehen werden will, als jemand, der nah am Trump-Lager mehr ist. Also das, was davor irgendwie so aussah, als würde ihn das zum Premierminister machen hier, ist jetzt halt toxisch. Also er versucht jetzt gerade verzweifelt, sich eben möglichst weit Abstand von Trump zu halten. Das Hauptthema, das auch hier ein Problem ist, ist Cost of Living. Das ist das, was er versucht eben als sein Wahlkampfthema weiter voranzutreiben. Aber die Dinge, die er am meisten angegriffen hat, waren halt Trudeau und die Carbon Tax. und keine kamen halt jetzt ins Amt und das erste, was er gemacht hat, war die Carbon Tax auszusetzen und Trudeau ist weg. Das ist halt jetzt die zwei Dinge, die hier die Kanadier in die Arme der Konservativen getrieben hat, sind dann schon mal abgeräumt worden und dann ist es so, dass im Moment hier keiner das Gefühl hat, in Kanada ist alles so schlecht, lass uns mal alles auf links drehen, sondern eigentlich wollen sie gerade lieber zur</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Beständigkeit, wir erhalten den Status Quo, so wie es jetzt gerade ist, weil sowieso schon so viel Trubel überall. Also wie gesagt, das ist strategisch großartig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ich lustig finde ist, die Australier wählen auch gerade. Auch die haben übrigens sechs Wochen oder so. Und in Australien ist es gerade für den konservativen Kandidaten echtes Problem, dass er zu sehr wie Trump früher geklungen hat und er versucht sich von Trump zu distanzieren, aber das schadet ihm gerade in dem Wahlkampf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da könnte man ja sagen, Trump hat auch positive Effekte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Er hat</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja auch unter anderem den positiven Effekt, dass die Kanäle sich zusammengerottet haben und jetzt die Handelsgrenzen zwischen den Provinzen sinnvoller gestalten, damit sie nämlich innerhalb von Kanada mehr Handel treiben können, das dann nicht so teuer wird.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mal sehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Mal sehen, ja. Jedenfalls kann ich sagen, jetzt jedenfalls für mich, mental geht es mir jetzt besser als noch vor zwei Monaten. Ich fühle mich irgendwie aufgeräumter mit der Situation. Je mehr ich mich damit auseinandersetze, umso weniger gefahrenvoll fühlt sich das an, weil ich ja auch zusehen kann, wie Kanada damit umgeht oder wie Europa damit umgeht. Ich muss sagen, von hier aus macht Europa eine großartige Figur.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja. So, jetzt haben wir uns runtergezogen. Jetzt kommen wir mal vom Thema wieder hoch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir waren immer noch bei Benjamin und Franzi. Ja, und wir sind ja, ich habe mir so ein persönliches Ziel gesetzt. Ich will mir hier so nach und nach diese ganzen Event-Locations, möchte ich sehen. und eine Eventlocation, die alle gesagt haben, wo ich mal unbedingt hin muss, ist die Messay Hall. Und dann habe ich gedacht, ach, gucke ich doch mal, was da so für Events gibt und habe dann da ein Klavierkonzert gebucht. Als die zwei da waren, dann sind wir also ins Klavierkonzert gegangen in die Messay Hall und ich kann sagen, die Messay Hall, die ist echt cool. Und ich wusste auch nicht, was für Töne man alles aus einem Klavier rausholen kann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wie hieß das, Pianosphäre oder so?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das war Peter Benko, der hat</p>
<p><strong>Dirk:</strong> auf jeden Fall moderne Musik gespielt, also Popmusik überwiegend, mit Piano.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> In seiner Version.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Unglaublich genial, also er hat dieses Piano für alles benutzt, als Percussion, er hat an den Saiten gezupft, er hat da drauf rumgeklopft, also es war unglaublich genial.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> War schön, ja war echt ein schöner Abend.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und viel, viel Licht auch, also die haben viel mit auch. Lichtshow, ja. Ja, der war halt eigentlich alleine auf der Bühne, also da waren keine anderen Musiker, da war nichts anderes außenrum außer er und er hatte halt so eine Loopstation, dass er halt Töne aufnehmen und wieder abspielen kann und so und da hat er zwischendurch immer wieder mal Dinge erklärt und gesagt, ja, aber im Grunde war die Performance das Piano und der Musiker und die Lichtshow. War toll. Aber das war ja nicht das einzige tolle Theater, das wir besucht haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann das nächste, was ich immer mal sehen wollte. Es gibt ein sogenanntes Stacked Theater hier in Toronto. Das ist eines der letzten, die übrig geblieben sind. Das heißt, es sind zwei Theater, die übereinander gebaut sind. Und dann sind wir die Rolltreppen da hoch und hoch und hoch und ich dachte, meine Güte, wo kommen wir denn da hin? Und dann kommen wir in dieses Theater rein und es heißt Wintergarten und es sieht aus, als würdest du einen Zauberwald betreten. Also das Theater sieht aus wie ein Zauberwald. Du hast dann so Blätter über dir und Baumstämme und aus diesen Blättern hängen verschiedenfarbige Lampen raus. Also so Lämpchen. Also es ist völlig zauberhaft. Die Bühne, der Himmel über der Bühne, das ist so wie so ein Sternenhimmel und dann gibt es noch eine Lampe, die so ein bisschen wie so ein milchiger Mond aussieht. Also voll schön. Also so krass.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war anscheinend üblich. Ich denke in den</p>
<p><strong>Susanne:</strong> 20er, 30er war das ja. Ja, es gab</p>
<p><strong>Dirk:</strong> anscheinend eine ganze Reihe von so übereinander gebaute Theater, wo du zwei Theater in einem relativ hohen Haus hattest. Dieses Konzept allein stellst du dir die Frage schon, warum? Aber ja, es ist zumindest mal hier auf jeden Fall in Kanada das letzte Verbleibende. und dieses Konzept alleine war schon seltsam, aber dieses Theater war schon sehr, sehr beeindruckend. Ansonsten haben wir auch momentan wieder Eishockey-Fieber, weil im Augenblick sind NHL-Playoffs. Ah, Stanley Cup! Also ich rede ja hier wieder blinde von der Farbe, ich habe ja tatsächlich keine Ahnung. Das Einzige, was ich sagen kann, ist von all den Sportereignissen, die ich mir bisher so angeguckt habe und ich habe noch nie in so kurzer Zeit so viele verschiedene Sportereignisse angeguckt wie hier in Kanada. Aber das Einzige, von dem ich wirklich behaupten kann, da habe ich aber mal echt Spaß dran, ist Eishockey. Ja. Und ich muss da gar nicht wissen, in welcher Liga die gerade spielen. Ich muss auch gar nicht wissen, wer gerade vorne ist oder sonst was. Aber ich kann auf jeden Fall mit fester Stimme sagen, mir egal, wer da spielt, wenn ich in die Scotiabank Arena gehe, um mir dort Eishockey anzugucken, das ist jedes Mal ein großer Spaß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann erkläre ich das jetzt mal dem auch nicht wissenden, vielleicht nicht wissenden Zuhörer. Es gibt ja die NHL, die National Hockey League, die besteht aus 32 Teams, von denen 25 aus den USA kommen und sieben aus Kanada. Und die machen halt so, ich vergleiche das immer so ein bisschen mit der Bundesliga oder wenn man jetzt Länderspiele anguckt, wer qualifiziert sich für den World Cup oder so. Die spielen halt unterm Jahr auch, um sich dann für die Stanley Cup Playoffs zu qualifizieren. Und das ist jetzt wieder passiert. Die Maple Leafs sind beim Stanley Cup mit dabei. Und wenn man von Stanley Cup Playoffs redet, dann ist es wie diese Phase im World Cup nach den Gruppenspielen. Das ist halt im Grunde Achtelfinale, dann Viertelfinale, dann Halbfinale, dann Finale. So, das heißt, die Toronto Maple Leafs, die sind jetzt eine von den letzten 16, also die, die jetzt um den Stanley Cup spielen. Spielen und dann haben wir festgestellt, okay, die machen jetzt also ein Spiel, aber warum kann ich denn so viele Spiele, theoretisch Karten dafür kriegen und haben dann festgestellt, nee, nee, die machen nicht ein Spiel im Achtelfinale pro Paarung, sondern die machen sieben Spiele. Das heißt, die Toronto Maple Leafs spielen jetzt dann, ich habe es schon wieder vergessen, gegen Ottawa sieben Spiele, um dann rauszufinden, wer in die nächste Runde kommt. Das kann natürlich schon sein, dass nach vier Spielen das schon erledigt ist. Also wer dann vier schon gewinnt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Man muss halt vier aus sieben gewonnen haben, um eine Runde weiterzukommen. Und das bedeutet natürlich, wenn man viermal hintereinander gewinnt, dann ist es vorbei mit den sieben Spielen. Dann brauchen wir die anderen drei auch nicht mehr machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Und so funktioniert es jetzt bei jeder Runde. Also die Playoffs Round 1 ist das Achtelfinale, Playoffs Round 2 ist das Viertelfinale und so weiter. Und es sind jeweils immer sieben Spiele mit dem gleichen Gegner.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und es wird gespielt, bis eine Mannschaft gewonnen hat, weil als wir jetzt letztens waren, da war es dann so, dass es 0-0 stand, als das Spiel vorbei war und dann gab es Overtime und bei der Overtime war dann plötzlich für jede Mannschaft nur noch drei Spieler auf dem Eis und dann war das alles ganz zack zack, also das ging dann echt schnell.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wie lief es innerhalb von 35 Sekunden, ihr Tor reingemacht? Naja, also wie gesagt, wir haben Spaß an Eishockey, was ja toll ist. Wir gehen jetzt demnächst auch mal hier zu einem Baseballgame. Das machen wir dann, wenn der Flo da ist und berichten dann auch, wie das Baseball sich... Da gibt es übrigens 30 Teams in der MLB Major League Baseball. Ich lerne ja gerade diese Begrifflichkeiten, weil mir war das ja immer völlig Wumpe. Aber inzwischen komme ich da auch ein bisschen durcheinander. Und auch da ist es so, 29 Teams sind von den USA, ein Team von Kanada und die sind hier in Toronto, sind die Blue Jays. Und die gehen wir uns demnächst angucken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich muss allerdings sagen, ich sehe keine Zukunft, in der ich plötzlich Baseball-Fan werde. Also ich gehe da in erster Linie hin, weil ich einfach die Blue Jays einmal gesehen haben will und ich möchte mal sehen, wie das ist, wenn das Rogers Center in vollem Betrieb ist. Und ich glaube, das macht dann auch mal Spaß für zwei Stunden. Aber ich war schon mal bei einem Baseball-Game in Atlanta, glaube ich war das. Und ich muss sagen, das zieht sich schon arg. Aber was dann vielleicht dann hier irgendwann auch nochmal fällig ist, dann haben wir ja nächstes Jahr, glaube ich, ist doch das World Cup.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ist Fußball.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dann gehen du und ich zum ersten Mal in ein World Cup Game hier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann müssen wir dann mal gucken, wo die überhaupt spielen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also wir haben ja eine Arena hier, die wir noch nicht angesteuert haben, das ist BMO Field. Das ist das, wo die halt Fußball oder American Football spielen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oder wahrscheinlich auch Rugby oder so, ich habe ja keine Ahnung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich auch nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber vielleicht steht es dann auch nochmal irgendwann an. Wie gesagt, ich war noch nie so oft in irgendwelchen Live-Sportereignissen, wie seit wir hier sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich kann das nicht sagen, weil ich war ja schon öfter beim Fußball. Damals, als der SC Freiburg noch in der ersten Liga gespielt hat.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich gehe auch mit dir hier in den Fußball. Kein Problem. Wir waren immerhin hier bei der Südkurve Toronto.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich muss sagen, es macht auch richtig Spaß, diese Sportereignisse. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Fun sein kann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es gibt einen Grund, warum diese Stadien immer voll sind. Stellst dich raus, es macht Spaß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und es ist auch richtig lustig. Also wirklich lustig. Und was mir jetzt bei dem Spiel, jetzt bei dem letzten Eishockeyspiel aufgefallen ist, Das ist einfach dieses Wir-Gefühl, scheißegal für welche Mannschaft, du hast ja die Fans untereinander, auch mit den verschiedenen Trikots, hast du Späßchen machen sehen miteinander und das ist einfach nett.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vor uns saß ein Ehepaar, wo er das rote Shirt der Montreal-Kanadier-Haaren hatte und sie hatte ein Maple Leaf-Shirt an. Offensichtlich mochten die sich trotzdem.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist auch blöd, sich wegen Sport in die Haare zu kriegen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube auch das geht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, aber ich muss sagen, das ist auch jedes Mal so ein Gemeinschaftsevent. Vielleicht ist deswegen das der Spaßfaktor. Keine Ahnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ansonsten so zum Ende unserer Sendung hin. Wir waren am Handlingspoint.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Letztes Wochenende war so schön, das Wetter am Sonntag. Es war glorreiche 8 Grad, aber die Sonne schien und wir haben ein Watertaxi genommen, wie gesagt. Uli Uli!</p>
<p><strong>Dirk:</strong> mit dem Watertaxi, wir gehen also hier unten aus dem Haus, überqueren die Straße und dann stehen wir vor den Watertaxis, dann steigt man in so ein Watertaxi ein, wartet fünf bis zehn Minuten, bis alle anderen auch eingestiegen sind, dann fährt dieses Ding über den See, das sind fünf Minuten, der fährt fünf Minuten darüber und dann bist du auf Toronto Island. Und auf Toronto Island, Hennans Point, wo wir da waren, ist die Seite von Toronto Island, die unter anderem auch die meiste Strandfläche hat. Das heißt, das ist eigentlich eine Parkanlage, an deren Rand eine Düne und ein Sandstrand ist. Und das hat sozusagen sofort Sylt-Vibes, wenn man da drauf läuft.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Absolute Sylt-Vibes. Ich muss auch mal sagen, Strand bringt man jetzt nicht unbedingt mit Toronto in Verbindung, aber wir haben hier mehrere Strände.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und alles immer Sandstrände.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sandstrände, ja. Ich weiß, klingt komisch, ist aber so. Ja, und unter anderem gibt es da drüben einen Strand, wo Kleidung optional ist. Und da haben wir dann auch den ersten Nacktwanderer. Da hat uns der erste Nacktwanderer begrüßt, ja. Acht Grad fühlen sich tatsächlich nicht kalt an hier. Ja, wollte ich auch nochmal sagen, weil ich habe dann irgendwann mal mein Jäckchen dann auch ausgezogen, weil es mir echt zu warm war.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Siehst du, wenn wir da lang genug gewesen wären, wärst du irgendwann auch nackt rumgelaufen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, wenn du an einer Stelle bist, dann musst du Windgeschütz, ach ist ja auch egal, aber ich meine, jo.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es geht halt jetzt hier los und dann ist ja hier der Frühding, wie uns die Einheimischen versichern, ist relativ kurz. Also das waren so plötzlich, blüht alles und dann zack ist Sommer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und der Sommer ist toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist das jetzt alles von deiner Liste?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das allerletzte, was ich hier noch auf der Liste habe, da haben wir uns heute früh beim Frühstück drüber unterhalten, ist Dinge, die uns hier nach wie vor verwirren. Und das ist eine Sache, da muss ich sagen, da knirscht es in meinem Gehirn jedes Mal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Lass mich anfangen. Ich glaube, ich habe da schon mal drüber abgelästert, wobei das nicht lästern ist. Und zwar das Datumsformat machen die ja in den USA anders als der Rest der Welt. und jedes Mal, wenn ein Kollege zu mir sagt, 5-7, dann brauche ich diese 10 Sekunden, wo mein Gehirn überlegt, Moment mal, ach, das hat ein Amerikaner gesagt, der meint also jetzt nicht Juli, nee, der wird ja dann Mai, ah, der 7. Mai, okay. Und dann ist mein Gehirn wieder eingenordet. Aber so haben wir das eben, dieses Gleiche, weil wir halt so nicht aufgewachsen sind, das nicht kennen, haben wir halt diese Zeit, die wir brauchen und nachdenken müssen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Interessanterweise ist mir das übrigens hier aufgefallen, dass hier in Kanada begegnet dir beides. Die geben dir meistens, wenn du irgendwo ein Datum angeben musst, geben die dir vor, Monat, Tag und so. Und da ist relativ oft so die Verteilung, wie wir es aus Europa kennen, also Tag, Monat, Jahr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oder Jahr, Monat, Tag.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, gibt es auch. Also hier, wenn man als US-Amerikaner sich denken kann, wir machen natürlich immer den Monat zuerst und dann den Tag und als Europäer kann man sich denken, wir machen natürlich zuerst den Tag und dann den Monat, dann kann man hier in Kanada das nie so genau sagen, weil es ist mal so, mal so, mal so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube, je nachdem, was für Online-Forms die benutzen und wo das aufgesetzt wurde, ist es dann halt so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber selbst bei Behördenvorgängen und so, es gibt einfach keinen Standard. Es ist nirgendwo vorgeschrieben. Das macht jeder so, wie er es richtig findet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber ich meine, die schreiben wenigstens hin, wie sie das Format haben wollen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wozu es dann führt, ist natürlich, es gibt manchmal halt Datenangaben, da willst du es aber trotzdem unmissverständlich haben. Zum Beispiel beim Verfallsdatum. Auf Packungen. Auf Packungen. Und deswegen, also zwei Dinge haben wir heute früh auch drüber geredet, sind uns hier in Sachen Packungen im Alltag aufgefallen. Nummer 1 ist, dass wir hier schlagartig Packungen nicht mehr lesen können.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, weil die Schrift so mini-mini ist und die Buchstaben so eng zusammengeschrieben sind. Ich kann das nicht lesen, nicht mal mit Brille.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die schreiben mehr drauf. Erstens schreiben sie mehr drauf. Zweitens in einer unglaublich kleinen Schriftart. Und drittens dann auch gerne mal auf riffelige Packung drauf. Also gerade bei unserem Waschzeug ist das Problem, dass ich, selbst wenn ich eine Brille auf der Nase habe oder das Vergrößere. Und ich gucke drauf, muss ich trotzdem mich echt hart anstrengen, weil das einfach eine unebene Oberfläche ist, auf die die dann gnadenlos uneben drauf gedruckt haben. Ja, so das ist eine Beobachtung. Und die andere Beobachtung ist, jedes Mal, wenn ich versuche rauszufinden, was ist denn jetzt nur das Verfallsdatum? Da wollen sie es ja sicher machen, dass man weiß, welches Datum es ist. Und deswegen schreiben die dort den Monat abgekürzt drauf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wobei man auch da sagen muss, dafür gibt es leider keinen Standard hier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das macht also jeder anders. Das heißt, manchmal sieht man da brrrts.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, vor allem, man sieht dann auch nicht drei Buchstaben für den Monat, sondern zwei.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also manchmal sieht man auch nur einen, manchmal sieht man zwei, manchmal sieht man drei, manchmal sieht man erst die Buchstaben, dann die Zahl, manchmal sieht man erst die Zahl und dann die Buchstaben. und zum Beispiel der Unterschied zwischen Juni und Juli wird dann auch gerne mal eben nicht mit drei Jun und Jul oder so gemacht, wie man es vielleicht in Deutschland machen würde. Ne, da ist dann JL und, na, JL oder JY habe ich schon gesehen, das ist dann Juli, ja, oder JN oder JE, das wäre dann Jun. Und das ist dann so, man muss, um zu verstehen, was für ein Datum man da vor sich hat, muss man praktisch im Kopf die englische Schreibweise des Monats durchgehen und sich überlegen, bei diesem Lückentext, was haben die denn jetzt vermutlich gemeint?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist wieder ein tägliches Kreuzworträtsel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wenn da nur ein J steht, dann darfst du davon ausgehen, es ist wahrscheinlich Januar, weil es ist der erste J-Monat im Jahr. Ja, also, oh mein Gott, es ist, also, um es englisch zu formulieren, it breaks my brain. Jedes Mal. Ich schaue auf, wenn ich an den Kühlschrank so eine Packung rausnehme und ich will verstehen, ist es jetzt noch gut oder nicht. Ja, dann ist es jedes Mal, wenn ich irgendwie in Deutschland drauf gucken würde, würde ich es auf einen Blick wissen. Ich wüsste erstens, wo ich es finde und zweitens wüsste ich, was es heißt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und das ist auch, wo du es findest, auch das ist komplett unterschiedlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, oder auch beim Einkaufen. Du stehst vor dem Regal, nimmst die Eier und möchtest die Packung von Eiern mitnehmen, die noch am längsten hält. Dann sind so drei verschiedene Generationen von Eiern vor dir. Und wenn du da außerdem noch zwei verschiedene Hersteller hast, die das unterschiedlich draufdrucken an unterschiedliche Stellen, hast du dann so sechs verschiedene Dimensionen, an denen das variiert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da verbringst du dann schon mal fünf bis zehn Minuten vor dem Eierregal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja. Oder du beschließt einfach im Zweifel erstmal die jetzt alle auf einmal. Ist mir egal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, apropos essen alle auf einmal. Ich habe Hefezopf gebacken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh, das ist glorious.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Ich meine, vielleicht an dieser Stelle habe ich jetzt gerade letzt auch eine Diskussion geführt, weil das mir aufgefallen ist. Und vielleicht habt ihr ja da auch irgendwelche Meinungen zu. Ich habe den Punkt gemacht, wenn ich Amerika höre, denke ich nicht an die USA, sondern ich denke an den Kontinent. Und der Kontinent hat nun mal 35 Länder und da würde ich fragen, welches Land. Aber dann spannt sich die Diskussion so rum, dass wenn man von Leuten redet, redet man ja von Amerikanern und man meint eigentlich die Leute, die in den USA wohnen. Ein Teil der Diskussion war dann auch, es gibt ja auch keine gute Alternative dafür, weil du sagst ja nicht USAler oder so. Aber du sagst zum Beispiel Kanadier oder Mexikaner oder, weiß ich nicht, Brasilianer. Aber Amerikaner ist klar, reden wir von den USA, Leuten, die in den USA wohnen. Wenn es aber um das Land selber geht, würde ich nie Amerika sagen und USA meinen. Ich würde immer US oder USA sagen. Ja, aber nicht so Kanadier oder generell. Ich glaube, das ist so ein ganzes Ding auf dem Kontinent, auch im südlichen Amerika, dass wenn du sagst America, dass du die USA meinst. Das ist sehr verbreitet. Und mich hat es halt einfach völlig immer aus dem Tritt gebracht, weil ich immer gedacht habe, wovon reden die denn jetzt? Reden die jetzt nur von den USA oder reden die jetzt? Und dann auch da musste ich wieder diese Transferleistung machen und überlegen, wer ist es denn, der das jetzt sagt? Ah, ein Kanadier wird also wahrscheinlich die USA meinen oder ich erschließe es mir aus dem Kontext. Aber so als Europäer würde ich das nie einfach annehmen. Also jedenfalls ich nicht in meiner kleinen Bubble. Ich glaube, das ist in der Entwicklung aus dem Sprachgebrauch, weil es heißt ja auch United States of America und dann eigentlich sagst du wahrscheinlich US American oder so und deswegen aus Faulheit wurde daraus dann eben America American.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, mein Beispiel ist ja, die Großbritannier sind ja nicht Großbritannier, sondern Briten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, genau, deswegen sage ich ja, das ist wahrscheinlich Sprachfaulheit, nur was das Land angeht, das verstehe ich halt wiederum nicht. Also das verwirrt mich nach wie vor. Ich meine, es ist ja so, als würdest du, wenn du Frankreich meinst, Europa sagen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir haben halt keine Vereinigten Staaten von Europa als eines der Länder. Also das Wort Europa ist nicht doppelt benannt. Und hier ist es halt zweifach verwendet. Ich glaube, das sorgt dann nochmal für diese Komplexität. Und ich glaube, der Unterschied für mein Sprachempfinden ist jetzt auch, wenn du sagst, ich reise nach Amerika, dann stellt sich die Frage, wo in Amerika? Und dann ist es halt potenziell überall auf dem Kontinent. Das ist wie, ich reise nach Afrika oder ich reise nach Asien. Wenn ich aber von Amerikanern rede, dann wäre das eben ganz eindeutig die USA.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Richtig, aber nicht so für Kanadier oder halt auch Südamerikaner. Ja, die würden sagen, wenn ich sage, I go to America, ja, dann würde jeder denken, du meinst die USA. Und völlig weird irgendwie, also wirklich seltsam für mich jetzt. Und da hatte ich dann auch eine Diskussion mit einer Freundin in den USA. Und die meinte dann, ja, wesentlich siehst du dich als Deutscher oder als Europäerin? Und da habe ich dann auch gedacht, hm, früher, so wie ich aufgewachsen bin, Damals waren die Länder noch total getrennt. Also wir hatten verschiedene Währungen, da musste ich noch meinen Ausweis herzeigen, wenn ich die Grenze überquert habe und so weiter. So bin ich aufgewachsen. Und dann ist das alles zusammengewachsen und wurde daraus Europa, also die EU. Und plötzlich hatten wir alle eine Währung und die Grenzen und ich würde sagen, das ist mehr so eine Entwicklung. Früher habe ich gesagt, ich bin Deutsche, jetzt sage ich, wenn ich mich verlinke, ich bin Europäerin.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich habe darüber auch nachgedacht und bei mir ist es so, dass es davon abhängig ist, worüber ich rede. Also wenn es nur um mich selber geht, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich sage, ich bin Deutscher. Und dann erkläre ich, was ich damit speziell meine, worin sich mein Deutschsein ausdrückt. Also wenn ich zum Beispiel zu Daryl, unserem Trainer, wenn ich da zu spät drüben bin, sage ich ihm, meine deutsche Seele weint, weil ich zu spät bin. Wer weiß, ob mir die deutsche Staatsbürgerschaft demnächst mal entzogen wird, wenn es zu oft passiert. Aber da würde ich nicht sagen, meine europäische Seele weint. Schon klar, weil in Spanien</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und so, es gleicht sich alles aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eben. Und während ich aber, wenn ich jetzt öfter im Arbeitsumfeld rede, rede ich dann schon eher von mir als Europäer und meine damit eben so Sachen, die aus europäischer Sicht üblich sind. Dass wir zum Beispiel alle unsere Freizeit gleichwertig wichtig finden wie unsere Arbeitszeit beispielsweise. Das hat Europa schon ziemlich gemeinsam, so einmal ganz allgemein. oder dass wir als Europäer bestimmte Werte vertreten, da tritt dann irgendwie dieses Deutschsein in den Hintergrund. Und deswegen sage ich, wenn ich persönlich angesprochen werde, sage ich meistens schon, dass ich aus Deutschland komme und ich bin Deutscher und das ist so der kulturelle Hintergrund, aber ich sehe mich als Teil, also ich bin Europäer dann als so eine Oberkategorie.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so kann man das gut definieren. Und das ist schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und jetzt sind wir auch noch so halbe Kanadier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sagen wir mal Honorary Canadians.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Temporary Canadians.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Temporary Canadians.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, genau, in dem Zusammenhang. Nein, wir wissen auch immer noch nicht, wie es jetzt ist mit Residency und so. Es ist alles immer noch ongoing. Mal gucken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich schätze mal nach der Wahl vielleicht dann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Irgendwann schon. Werden wir mal was hören.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wenn sich hier mal wieder alles ein bisschen normalisiert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So ist es. Und damit haben wir jetzt aber wirklich unsere Liste komplett.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und wir freuen uns auf die nächsten Erlebnisse, weil das Jahr hat noch viel in petto für uns.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, jetzt wirst du ja jetzt erstmal wirklich alt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sehe ich gar nicht so. Ich freue mich da richtig drauf. Ich meine, die 40er waren jetzt auch schon echt cool. Und denke ich mir, ach, wird jetzt auch nicht viel anders. Also was ich so feststelle ist, mir werden Sachen unwichtiger, also Dinge, aber dafür Erlebnisse wichtiger. Also Erfahrungen, die wir zusammen machen oder Gespräche, die ich habe. Ich meine, die waren schon immer wichtig, aber es tritt so zurück.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir haben jetzt dann was, ein Golden Anniversary?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja, oh, habe ich auch gelernt, hat mir meine amerikanische Kollegin letzte Woche erzählt, dass wenn man jetzt zum Beispiel am 20. April 20 wird, dann hat man einen Golden Birthday. Oder wenn man dann das 17. Jahr in einer Beziehung feiert, am 17., wie das so bei uns der Fall ist nächste Woche, dann haben wir einen Golden Anniversary.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> 17 tolle Jahre.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> 17 tolle Jahre.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Krass, 17 Jahre. Ich muss da erstmal noch drüber nachdenken. Aber ja, ein Golden Anniversary. Und damit beenden wir jetzt die wievielte Folge eigentlich?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wahrscheinlich die 17.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die 17. Nein, ich habe keine Ahnung. Nein, auch keine Ahnung. Also damit beenden wir diese Folge.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Uns geht's gut, würde ich mal sagen. Wir freuen uns immer noch nach wie vor hier in Kanada zu sein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ist toll hier. Und wir freuen uns auch immer noch über Besuche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also dann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bis dann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bis dann!</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>]]></content:encoded>
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            <title>Grantige Kanadier</title>
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            <pubDate>Sun, 09 Feb 2025 23:06:33 GMT</pubDate>
            <description>Wie reagieren Kanadier wenn ihnen vom eigentlich engsten Verbündeten plötzlich der Wirtschaftskrieg erklärt wird? Sie räumen den Alkohol aus den Regalen...</description>
            <itunes:summary>Wie reagieren Kanadier wenn ihnen vom eigentlich engsten Verbündeten plötzlich der Wirtschaftskrieg erklärt wird? Sie räumen den Alkohol aus den Regalen… In dieser Folge geht es aber nicht nur um Politik sondern darum wie wir die Stadt weiter erkunden und nebenher Neues über unsere Wahlheimat lernen. Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Dirk: Ja, also sämtliche Lungengeräusche werde ich dann versuchen in der Post rauszuschneiden. Susanne: Ah, super. Dirk: Geräusche. Susanne: Ich, äh, ha, ha, ha, ha. Hallo, Dirk. Dirk: Hallo, Susanne. Susanne: Na, wie ist das Wetter so? Erzähl mal. Dirk: Es ist, äh, äh, frisch. Susanne: Naja, ich unterscheide ja zwischen der kühlen Kälte und der Frettchen-Kälte. Dirk: Also die kühle Kälte und die kalte Kälte? Susanne: Nee, also die kühle Kälte ist so, du gehst nach draußen und es ist frische Luft und angenehm kühl und so ganz klar. Und die Frettchenkälte ist die, wenn du rausgehst und du denkst, ein Frettchen will dir dein Gesicht aufessen. Dirk: Also im Moment ist es nicht Frettchenkälte? Susanne: Nee, aber es gibt so ein paar Momente, also hatten wir jetzt ein paar Tage, nicht hintereinander, sondern immer wieder mal, wo du rausgehst. und es ist einfach, da ist ein bisschen Wind und ich glaube, es ist der Wind, der das macht. Dirk: Ich meine, siehst du, wie kanadisch wir sind? Wir fangen schon praktisch mit der gefühlten Temperatur an, statt den Leuten die auf den Nägeln brennende Frage zu beantworten. Na, wie ist denn du das Wetter? Also es ist bewölkt, aber jetzt gerade, als wir uns ins Wohnzimmer gesetzt haben, kam hier die Sonne raus und hat uns angeschienen. Und es hat minus ein Grad. Hat es minus ein Grad, genau. Und ich finde, Susanne: es ist okay für Anfang Februar. Dirk: Ich finde auch. Wir hatten aber jetzt so ein paar Wochen, wo es wirklich kalt war. Also so minus... Immer wieder mal. War immer wieder mal minus zweistellig. Susanne: Ja, deswegen ist auch Lake Ontario zugefroren. Also jetzt nicht mehr, ist schon wieder aufgetaut. Aber gestern hat es geschneit und das heißt, auf dem noch verbliebenen Eis liegt eine Schneedecke. Sieht echt toll aus. Dirk: Aber sehr cool. Also Lake Ontario zugefroren ist auch ein bisschen missverständlich. Ist nicht der ganze See zugefroren, nur der Teil von uns bis zu Toronto Island. Aber es sieht halt von unserem Fenster dann aus, als wäre alles zugefroren. Na gut, also Wetter schon mal abgehakt. Wir sind aus einer ganz schlechten Wetterstation für ganz Kanada oder auch nur Ontario oder auch nur die GTA, weil wenn wir jetzt hier ins Auto steigen würden und eine halbe Stunde nördlich fahren würden, wäre da ein Meter Schnee. Susanne: Ja, da gab es ja, sie nennen das The Wall und da gibt es dann Leute, die mit irgendwie so sprühender Quotes draufgeschrieben haben für unsere südlichen Nachbarn. Dirk: Mit The Wall meinst du Schneewende? Susanne: Ja, aber ich meine, das ist doch schön. Es soll ruhig noch eine Weile so bleiben, weil nächstes Wochenende lernen wir, wie man langläuft mit Skiern. Dirk: Ich stelle mir ja vor, dass im Wesentlichen man dann irgendwie auf diese Skier gestellt wird und dann wird einem gesagt, dass man mit denen hin und her rutschen soll und dann war&#x27;s das. Susanne: Genau. Ja, und Anfang März gehen wir ja Hundeschlitten fahren. Freuen wir uns auch drauf. Aber da muss ja noch ein bisschen Schnee liegen. Wäre toll. Dirk: Gut, haben wir aber noch nicht. Das ist was für die nächste Folge. Susanne: Ja, ja, es wird dann. Wir haben ja vorher nachgeguckt, wann war unsere letzte Folge und haben festgestellt, ups, Ende November, nachdem wir unser Einjähriges gefeiert haben. Dirk: Was ist denn seitdem passiert? Susanne: Ach. Dirk: Wir haben Gilmore Susanne: Girls durchgeguckt. Dirk: Das Gemütliche fürs Herz. Susanne: Ja, es wurde das Gemütliche fürs Herz, also haben wir die Gilmore Girls durchgeguckt. War toll, war schön. Dirk: Wir kommen nachher auch nochmal auf Politik zurück, also jetzt wollen wir da erstmal n</itunes:summary>
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<p>Wie reagieren Kanadier wenn ihnen vom eigentlich engsten Verbündeten plötzlich der Wirtschaftskrieg erklärt wird? Sie räumen den Alkohol aus den Regalen&#8230; <br>In dieser Folge geht es aber nicht nur um Politik sondern darum wie wir die Stadt weiter erkunden und nebenher Neues über unsere Wahlheimat lernen. </p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also sämtliche Lungengeräusche werde ich dann versuchen in der Post rauszuschneiden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah, super.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Geräusche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich, äh, ha, ha, ha, ha. Hallo, Dirk.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo, Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Na, wie ist das Wetter so? Erzähl mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist, äh, äh, frisch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, ich unterscheide ja zwischen der kühlen Kälte und der Frettchen-Kälte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also die kühle Kälte und die kalte Kälte?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, also die kühle Kälte ist so, du gehst nach draußen und es ist frische Luft und angenehm kühl und so ganz klar. Und die Frettchenkälte ist die, wenn du rausgehst und du denkst, ein Frettchen will dir dein Gesicht aufessen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also im Moment ist es nicht Frettchenkälte?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, aber es gibt so ein paar Momente, also hatten wir jetzt ein paar Tage, nicht hintereinander, sondern immer wieder mal, wo du rausgehst. und es ist einfach, da ist ein bisschen Wind und ich glaube, es ist der Wind, der das macht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich meine, siehst du, wie kanadisch wir sind? Wir fangen schon praktisch mit der gefühlten Temperatur an, statt den Leuten die auf den Nägeln brennende Frage zu beantworten. Na, wie ist denn du das Wetter? Also es ist bewölkt, aber jetzt gerade, als wir uns ins Wohnzimmer gesetzt haben, kam hier die Sonne raus und hat uns angeschienen. Und es hat minus ein Grad. Hat es minus ein Grad, genau. Und ich finde,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> es ist okay für Anfang Februar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich finde auch. Wir hatten aber jetzt so ein paar Wochen, wo es wirklich kalt war. Also so minus... Immer wieder mal. War immer wieder mal minus zweistellig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, deswegen ist auch Lake Ontario zugefroren. Also jetzt nicht mehr, ist schon wieder aufgetaut. Aber gestern hat es geschneit und das heißt, auf dem noch verbliebenen Eis liegt eine Schneedecke. Sieht echt toll aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber sehr cool. Also Lake Ontario zugefroren ist auch ein bisschen missverständlich. Ist nicht der ganze See zugefroren, nur der Teil von uns bis zu Toronto Island. Aber es sieht halt von unserem Fenster dann aus, als wäre alles zugefroren. Na gut, also Wetter schon mal abgehakt. Wir sind aus einer ganz schlechten Wetterstation für ganz Kanada oder auch nur Ontario oder auch nur die GTA, weil wenn wir jetzt hier ins Auto steigen würden und eine halbe Stunde nördlich fahren würden, wäre da ein Meter Schnee.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da gab es ja, sie nennen das The Wall und da gibt es dann Leute, die mit irgendwie so sprühender Quotes draufgeschrieben haben für unsere südlichen Nachbarn.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mit The Wall meinst du Schneewende?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber ich meine, das ist doch schön. Es soll ruhig noch eine Weile so bleiben, weil nächstes Wochenende lernen wir, wie man langläuft mit Skiern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich stelle mir ja vor, dass im Wesentlichen man dann irgendwie auf diese Skier gestellt wird und dann wird einem gesagt, dass man mit denen hin und her rutschen soll und dann war's das.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Ja, und Anfang März gehen wir ja Hundeschlitten fahren. Freuen wir uns auch drauf. Aber da muss ja noch ein bisschen Schnee liegen. Wäre toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gut, haben wir aber noch nicht. Das ist was für die nächste Folge.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, es wird dann. Wir haben ja vorher nachgeguckt, wann war unsere letzte Folge und haben festgestellt, ups, Ende November, nachdem wir unser Einjähriges gefeiert haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ist denn seitdem passiert?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben Gilmore</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Girls durchgeguckt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das Gemütliche fürs Herz.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es wurde das Gemütliche fürs Herz, also haben wir die Gilmore Girls durchgeguckt. War toll, war schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir kommen nachher auch nochmal auf Politik zurück, also jetzt wollen wir da erstmal noch nicht eintauchen. Nee, wollen wir nicht spoilern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber nochmal zu Gilmore Girls, ich weiß, es polarisiert, weil es polarisiert nur bei den Leuten, die das auf Deutsch geguckt haben. Großer Tipp, guckt es euch auf Englisch an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann war ja Weihnachten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weihnachten. Also, unser Haus hier hat die Order rausgegeben, echte Weihnachtsbäume bitte nein. Ist ja nicht so ein Ding hier in Kanada anyways. Also haben wir uns überlegt, oder ich habe dann zu Dirk gesagt, Mensch, dann gucken wir uns halt mal an, wie so die Plastikalternativen aussehen. Und habe dann tatsächlich einen wie echt aussehenden Weihnachtsbaum gefunden. Den haben wir bestellt. Der kam hier an, einen Tag bevor wir nach Deutschland geflogen sind. Wir kamen zurück und das erste, was der Dirk sagte, nachdem wir die Koffer ausgeräumt hatten, ach, jetzt stellen wir den Weihnachtsbaum auf. Dann hat es tatsächlich noch nicht mal 10 Minuten gedauert, dann stand das Ding da in voller Pracht, beleuchtet Genau, der kommt mit Lampen Mit Bierchen und so schön und ich dachte mir, ha, wirklich schöner Weihnachtsbaum</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der stand</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dann auch, den ganzen Dezember Und der sieht</p>
<p><strong>Dirk:</strong> verdammt echt aus, das ist ja das andere, du stellst dir den hin und denkst dir so, das ist aber mal ein schöner Baum</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so gleichmäßig und ja, der hat auch nicht genadelt. Toller Weihnachtsbaum, der stand da wirklich lange.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also ich muss sagen, ich bin bekehrt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, vor allem den können wir nächstes Jahr einfach wieder auspacken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Meine Schwester, mit der ich jetzt vor kurzem telefoniert habe, die hat ja dann gefragt, ob wir irgendwie Baumduft dann in der Wohnung verbreitet haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also so weit ging es ja nicht, aber es haben ja einige Kollegen gesagt, da gibt es ja dann auch noch so Spray und so und dann dachte ich, ah.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So ein Duftbaum, Vanille oder grüner Apfel oder so. Na, wir haben ja dann noch so ein bisschen Deko dann auch in den restlichen Räumen gehabt, also zumindest in der Küche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und ich hatte endlich mal einen selbstgemachten Adventskranz, weil es gibt ja hier nicht so wirklich Adventskränze.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So, dann war Weihnachten. Ja genau, weil ja so schön weihnachtliche Stimmung war, haben wir dann ein typisches Erlebnis auch gehabt, das man in Toronto hat an Weihnachten. und dann nämlich, wir sind zur weltgrößten</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Santa Claus Parade gegangen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, hier in ganz Kanada werden Santa Claus Parades durchgeführt und wenn man dann im Internet guckt, sieht man halt so Bilder, wo viele Santa Clauses sind oder so. Also das, was man sich halt so vorstellt, wenn man Santa Claus Parade hört.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich meine, was stellt ihr euch vor? Ich hatte mir jedenfalls so Glitzer, künstlicher Schnee, Santa Claus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vielleicht ein Grinch, das wäre doch mal so hier für die Gegend. Elfen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, sowas.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Rentiere</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was war es stattdessen? Tanzende Sonnenblumen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die Sonnenblumen waren schon echt ein Stretch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Erwachsene Männer, die als bunte Kraken verkleidet sind</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, auch das Ich fand auch die Clowns irgendwie seltsam</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also die Clowns fand ich creepy</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Viele, viele Clowns irgendwie Dann gab es irgendwie Superhelden</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah ja, Superhelden, richtig</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann Kühe</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Gefleckte Kühe</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gefleckte Kühe. Wobei nicht ganz klar war, ob das jetzt nur Kühe oder vielleicht doch Dalmatiner sein sollten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das war mir auch nicht ganz klar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich bleib bei Kuh. Für mich sahen die wie Kuh aus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich war jedenfalls ein bisschen verwirrt. Null weihnachtlich. Ich hätte es jetzt eher so unter Faschingsparade abgestampelt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber eine langweilige Faschingsparade. Wenn dieser Umzug in Bewegung ist, laufen die so ungefähr eine Stunde. Verkehr komplett blockiert, weil die gehen ja kreuz und quer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Überall sitzen die Erwachsenen oder stehen die Erwachsenen mit ihren Kindern. und die Kinder sind total begeistert und sind auch verkleidet, das ist irgendwie total süß. Das ist der</p>
<p><strong>Dirk:</strong> süße Teil davon, genau, das ist auch am Nachmittag und dann war aber nicht annähernd so eine Dichte und so ein Halali, wie ich es jetzt von den durchschnittlichen Faschingsumzugern kenne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Von diesen Wägen, die da mitgefahren sind, kam dann schon mal so Weihnachts-Pop-Musik, so Mariah Carey und so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, was halt irgendwie seltsam ist, wenn da auf dem Wagen Superhelden stehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah, das ist wahrscheinlich alles. Wir sind halt nicht Natives hier, wir verstehen das nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Für Einheimische ist das tatsächlich meistens so eine Kindheitserinnerung, dass die als Kinder da hingegangen sind und sich das angeguckt haben und dann wieder heim sind und wahrscheinlich dann halt auch auf dem Heimweg kurz nochmal eine Überdosis heißes Schoko oder irgendwas gekriegt haben. Und entsprechend sind sie alle ganz nostalgisch. Dieses Jahr ist ihnen fast die Kohle ausgegangen und ich glaube sogar Justin Trudeau hat gesagt, dass es Federal-Geld gab, damit die doch stattfinden konnte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die tanzenden Sonnenblumen haben es für mich echt nicht gemacht. Nee. Dann war Weihnachten, war ganz gemütlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann war Silvester. Und wie beim letzten Jahr haben auch dieses Jahr die Feierlichkeiten hier See stattgefunden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und zwar packen die halt immer so Boote auf den See und steigt dann das Feuerwerk hoch und das haben die dann so koordiniert, dass sie an verschiedenen Stellen diese Boote haben und halt da das gleiche Feuerwerk synchron sozusagen abgegeben wird. Und diesmal waren die sogar gar nicht mal, war das Boot direkt in Seeweite.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wer war an dem Abend noch im Theater eigentlich?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja, stimmt, wir haben Titanic gesehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und Titanic ist die Geschichte der Titanic, erzählt aus der Sicht einer Überlebenden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Einer Passagierin, nämlich Céline Dion. Das sagt eigentlich schon alles, abgesehen davon, dass Céline Dion natürlich nicht auf dem Schiff war. Das ganze Musical irgendwie hat so Anspielungen auf Filme, Bücher, Zeitgeschehen und ist so queer, ganz toll. Also wir haben uns wirklich amüsiert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nein, die echte Celine ist nicht aufgetreten, aber ein ziemlich gutes Double.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es ist ein ziemlich gutes Double. Und dann sind wir heimgelaufen und dann war irgendwie eine Stunde später schon Feuerwerk. Feuerwerk</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja und während wir hier so da stehen im Wohnzimmer und aufs Feuerwerk warten</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schweift er einen Blick rüber zum Hotel und dann sagt er</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da treiben es zwei Ja Ja und da war da ein Zimmer, heller leuchtet</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hab ich auch noch nicht gesehen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> The love was in the air Weil die standen am Fenster hinter sich, alles heller leuchtet und es war schon sehr eindeutig, die haben nicht getanzt da Oder halt sehr monoton im Rhythmus</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, was ist falsch daran, das neue Jahr mit Liebe einzuleuten?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das sah auch so aus, als wenn die praktisch exakt so getimt haben, als das Feuerwerk dann losging. Das haben wir genau hingeguckt, ne?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das war dann der Moment, wo die dann kurz danach aufgehört haben. Ja, da fing das Feuerwerk an. Wir haben noch nicht mal runterzählen können, weil wir so abgelenkt waren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, plötzlich war ein neues Jahr, während wir hier Leuten zugesehen haben, wie sie es getrieben haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, also du tust ja so, als hätten wir denen stundenlang zugeguckt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, stundenlang hat es ja jetzt nicht gedauert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben auch nicht das Fernglas geholt oder sowas.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, das würden wir nicht tun, sowas. Jedenfalls das Feuerwerk war schön, wie immer.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das Feuerwerk war schön.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> 15 Minuten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Toronto, City of Love.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Gute Überleitung. Zu was für einem Thema jetzt? Komm.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann warst du ja erstmal krank.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja, ich bin tatsächlich das erste Mal krank geworden hier in Kanada. Also so richtig, ich hatte eine fette Erkältung. Ja, und dann war ich gerade wieder gesund und bin ich dann nach Austin geflogen, nach Texas. Weil, wo will man denn hinfliegen? Nach Texas.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber das war Business, das war</p>
<p><strong>Susanne:</strong> nicht Pleasure. Ja, und als ich zurückkam, habe ich auf meine Freundin Julia gewartet, die nämlich eine Stunde später landete.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und uns hier eine ganze Woche lang besucht hat.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, war total schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist sowieso so super. Ich muss sagen, es ist immer ganz was Besonderes, wenn wir Besuch haben und dann auch hier gemeinsam Toronto erst zum Teil herzeigen können, aber zum Teil dann auch immer einfach Dinge machen können, die wir sowieso gerne mal machen wollen hier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Und dann hatte ich auch mir freigenommen die Tage und dann war eine Woche lang Erdeckungsreise. Der Donnerstag stand dann unter dem Motto, Julia bewegen und zwar draußen, weil mit dem Jetlag ist ja auch nicht zu spaßen Und da sind wir dann durch Toronto gestachselt Und dann des Square sind wir in die Mall gegangen, die Eden Mall Ich piss mich ja schon die ganze Zeit drumrum Ich war beim Optiker und die haben mir ein Rezept gegeben, damit ich mir endlich mal eine neue Brille machen lassen kann Und da war eben ein Brillenladen, da sag ich, können wir ja mal gucken, weil es ist ja immer besser, wenn man das zu zweit macht und dann sag ich ja, wie lange dauert denn das jetzt? Und dann sagt sie, ach, das können sie in einer Stunde abholen. Ich so, ich hab's erst nicht richtig verstanden. Mein Gehirn hat das wahrscheinlich überhaupt nicht übereinanderlegen können. Und ich so, wie, eine Stunde? Sowas hab ich ja noch nie gehört, dass ich meine Brille in einer Stunde abholen kann. Ja, wir haben dann eine Stunde später meine Brille abgeholt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh, die sieht gut aus. Die steht dir wirklich gut.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dankeschön. Danke, danke. Ich war echt geflasht. Dann an dem Freitag hatte ich uns einen kompletten Wellness-Tag gebucht und zwar hier in einem Hammam. Wir haben uns da durchwalken lassen und es war super. Und es ist auch wieder eins von diesen Dingen, von außen sieht es so nichtssagend aus und dann gehst du rein und dann gehst du da in diese Tiefen. Also wie so typische Läden hier. Von außen erkennst du nie, dass du da irgendwo reingehen kannst oder so. und dann, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, da haben wir uns ja auch drüber unterhalten. Es ist auch so, wenn man hier Restaurants oder auch so Kaffee oder so sucht, da ist es relativ oft so, dass ich von außen, also bei Empfehlungen, in die wir manchmal reingehen, von außen so mir das angucke und dann, ah, nee, da gehen wir vielleicht doch nicht rein. Und dann gehst du da rein und dann ist es fantastisches Essen. Wenn ich in Deutschland so einen Laden mir angucke, habe ich immer so ein Gefühl davon, ob ich da reingehen würde oder nicht und das stimmt schon meistens. Und hier ist das Gefühl in der Regel falsch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, geht mir auch so. Deswegen, das war auch wieder so eine Überraschung. Abends sind wir in die Roy Thompson Hall gegangen, waren vorher noch in einem unserer Lieblingsrestaurants essen und haben uns Tchaikovsky angeguckt. War auch sehr schön. Samstag sind wir dann alle zusammen, haben wir auch, es war auch eines unserer Firsts, sind wir auf die Fähre gestiegen, um nach Toronto Island rüber zu schippern und sind durchs Eis gefahren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist der Teil, der das First ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also das ist voll krass. Das war schon ein bisschen unheimlich, so diese Geräusche, die dann diese Fähre gemacht hat, wenn die auf das Eis getroffen ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, man muss sich das auch hier vorstellen. Hier frieren, also hier gibt es ja so auf der Waterfront-Seite, gibt es hier so Buchten, in denen im Sommer normalerweise die Watertaxis und irgendwelche Kanus und so gelagert sind. Die sind so das erste, was zufriert. Jetzt ist es in den letzten Wochen aber so gewesen, dass es von uns aus bis zu Toronto Island eine Eisfläche hatte. Und dann gibt es hier ein Feuerwehrboot, was hier alle paar Stunden mal einmal quer der Länge nach durch diese Bucht fährt und einmal von der Fähranlegestelle zur anderen Fähranlegestelle fährt, um da eben so Fahrrinnen offen zu halten. Und da schwimmen dann halt lauter Eisbrocken drin rum. Dann siehst du so jeden von diesen Brocken und denkst dir so, wer ist jetzt eigentlich stabiler, die Fähre oder dieser Brocken?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Ja, das war schon ein interessantes Gefühl. Also nur um das mal sicherzustellen, dass ihr es jeder versteht, man kann da nicht auf dieser Eisfläche stehen. Außerdem in diesen Buchten hier gibt es auch Strömungen und so, also höchstgefährlich, du könntest das überhaupt nicht einschätzen. Ich nehme mal an, wenn es jetzt irgendwie wochenlang minus 20 Grad hätte oder so, wäre das auch stocksteif gefroren, aber so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Toronto Island ist ja nicht nur ein Island, hier gibt es ja mehrere Islands und wenn man in so eine Seitenbucht hier kommt, da sind die Leute dann tatsächlich wohl schon auf dem Eis mit Schlittschuhen unterwegs gewesen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich weiß ja noch, wie ich in Schweden war, meine Freundin Ilva besuchen, da in der Nähe von Stockholm und sie dann auch auf den See gezeigt hat und sagt, ja, im Winter, da fahren die Leute hier Schlittschuh drauf und ich so, guck mir das Ding an, wo man auch die andere Seite nicht sehen kann und denke dann, und sag dann zu ihr, wie kalt wird's denn hier? Also hatte ich auch so nie, noch nie gesehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und auch an Lake Ontario wird es nicht so kalt wie in Schweden. Ja, nee. Wir sind ja tatsächlich hier in Toronto südlicher, als man so meint.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das merken wir halt hauptsächlich an den Sonnenstunden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, dann sind wir Samstagabend in die Körnerhall gegangen und haben uns dort Edith Piaf angeschaut. und zwar hat so eine Gruppe, eine französische Gruppe, hat so eine Hommage gemacht an Edith Piaf und hat Edith Piaf Songs gesungen und</p>
<p><strong>Dirk:</strong> es war auch wirklich gut inszeniert. Also französische Chansons, kennt man, wenn man jetzt den Namen nicht kennt, kennt man wahrscheinlich Musik von ihr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Okay, also Edith Piaf ist übrigens auch beerdigt in Paris auf dem Père Lachaise.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was mich dazu bringt, so eine Mental Note zu machen, weil wir haben ja auch hier die Toronto Necropolis, da liegen bestimmt auch ein paar Berühmtheiten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, sicher.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> William Shatner bestimmt oder so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau, war auch ein schöner Abend. Und dann am Sonntagmorgen hatten wir wieder eine Verabredung am Billy Bishop, weil wir sind nämlich Hubschrauber fliegen gegangen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war cool.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich hatte das so als Überraschungstour gebucht und ich weiß ja, dass meine Freundin Julia hat so ein bisschen Höhenangst. Aber ich meine, ich weiß nicht, wer schon mal Hubschrauber geflogen ist. Es ist relativ stabil vom Flug her, anders als es bei kleineren Flugzeugen oder so. Die Schrauber sind relativ weich, würde ich mal sagen, im Abheben und auch Landen. Und auch so beim Fliegen sehr stabil.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und was man jetzt mal sagen muss, das ist hier halt so ein Touri-Ding, was man hier machen kann. Also wir sehen diesen Helikopter auch hier immer rumfliegen, das sind dann so zehn Minuten. Die fühlen sich erstaunlich lang an. Also das hätte ich jetzt gar nicht gedacht. Als wir den Heli bestiegen haben, haben wir uns gedacht, 10 Minuten, das würde ja jetzt praktisch sofort rum sein, aber das ist tatsächlich genug, um wirklich einen schönen Eindruck von der Stadt zu haben und nicht das Gefühl, das wird jetzt irgendwie huschi huschi gemacht. Und es ist jetzt nicht so, dass wir jetzt hier den Großkotz raushängen haben lassen und uns mal einen Helikopter gechartert, sondern die haben dann einen relativ hohen Durchlauf. Kann man auch sehr empfehlen für Besucher hier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich mag das ja von oben dann immer zu sehen, wie wir wie so kleine Ameisen durch die Gegend watscheln. War cool. Ja und dann sind wir am Montag noch auf den Sientower.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bei Nebel?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bei Nebel, ja, also man hat nichts gesehen, aber wir wollten ja eh quatschen und wir haben da Mittag gegessen und zwischendurch ist der Nebel einfach mal aufgerissen und ich habe dann wirklich interessante Fotos machen können. Ich glaube, der war einfach in Wolken, der ist ja irgendwie 500 Meter hoch und man sitzt so auf 300 Höhenmeter. Und danach sind wir noch einkaufen gegangen, weil ich hatte ja eine Aufgabe an dem Montag, nämlich einen Käsekuchen zu backen ohne Quark. Der Dirk hatte nämlich am Dienstag Geburtstag. Wir waren dann im Winners, wir waren in Dollarama, um irgendwie so Zeug zu kaufen und haben dann zum Beispiel auch so Poppers gekauft. Das sind so Konfetti-Popper.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Kleine Konfetti-Kanonen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, kleine Konfetti-Kanonen. Und zwar zieht man an einem Ende so ein Gummi-Ding auf und dann lässt man das los und durch diesen Druck eben wird vorne die Hülle abgesprengt und das Konfetti rausbefördert. Gott sei Dank haben wir am Dienstag dann dran gedacht, vorher noch die Kerzen auszupusten. Woran wir nicht dran gedacht hatten, war vielleicht auch Kaffee, Tee, Wasser und den Kuchen wegzuräumen. Es war dann halt alles etwas in Konfetti getaucht, aber hat Spaß gemacht. War also gut gemeint, aber nicht gut durchdacht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und dann war Julia weg und was während Julia da war, angekommen ist, sind unsere Schecks.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aha, ja, wir haben vom Bundesstaat Ontario, von der Provinz Ontario 200 Dollar Schecks bekommen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die haben über die Weihnachtszeit verschiedene Dinge gemacht. Also die Bundesregierung hier sozusagen, die hatten auf verschiedenste Artikel die Mehrwertsteuer gesenkt oder zum Teil ganz erlassen. Und Ontario und andere Provinzen haben als so ein Einmal-Goodie den Leuten eben einen Scheck in die Post gelegt. Und plötzlich bekamen wir, jeder von uns, einen Scheck über 200 Dollar. Jetzt ist es natürlich so, fairerweise muss man sagen, wir brauchen diese 200 Dollar jetzt nicht als eine Unterstützung. Es gibt Leute, die wahrscheinlich viel, viel dankbarer dafür sind, dass sie 200 Dollar Unterstützung bekommen. Wir haben jetzt dann beschlossen, dass wir diese 200 Dollar halt direkt als Spende abwerfen werden. In meinem Fall wahrscheinlich an die Toronto Public Library.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das wollte ich ehrlich gesagt auch machen, weil wir haben nämlich inzwischen endlich Library Cards.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Olé, olé, olé.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Institutionen, eine sehr geliebte und meiner Meinung nach zu Recht geliebte Institution. Also einmal ist es ein wirklich riesiger Bücherbestand, den die haben. Dann ist es so, dass die Mitgliedschaft für Leute, die hier wohnen, komplett kostenlos ist. Und dann haben die natürlich nicht nur Bücher. Also die machen Kurs, die haben dann so ein Social Program. Also alle Filialen machen halt irgendwie so Dinge für Senioren, für Kinder, für irgendwelche Nachbarschaftssachen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die haben da auch Computer stehen und die haben Meetingräume, also so gerade kleinere Businesses setzen dann ihre Business-Meetings auch auf und gehen dann dort und buchen sich so einen Meetingraum. Die haben auch Hörbücher, die haben E-Books und das ist jetzt das nächste. Die nächste Anschaffung war dann ein Kobo und auf dem kann man dann eben über die Library auch Bücher lesen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die 300.000 E-Books, die die zur Auswahl haben und 50.000 Audiobooks, da kann man dann schon mal ordentlich lesen und man darf sich gleich, also zur gleichen Zeit kann man bis zu 20 Bücher ausgeliehen haben bei denen. Und was es auch gibt ist, ich habe ja hier immer so eine App namens Pressreader benutzt, um Zeitungen zu lesen. Also die Pressreader-App gibt einem Zugriff auf Zeitungen im Drucklayout. Diese App kostet eigentlich 40 Dollar im Monat und als Mitglied der Toronto Public Library ist die jetzt for free. also ich spare mir jetzt da auch noch 40 Dollar im Monat, die ich vorher für die Zeitung ausgegeben habe und das sind nur manche Beispiele, die haben auch noch Streamingdienste, also wir können jetzt irgendwelche Serien und Filme uns angucken also es endet gar nicht. Wir sind noch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> gar nicht richtig eingetaucht da.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ne, die verlosen auch regelmäßig Tickets zu so Sachen wie der Royal Thompson Hall oder als hier die Sonnenfinsternis war, konnten Toronto Public Library Mitglieder kostenlos sich solche Sonnenfinsternisbrillen holen, all so Zeug. Also wirklich der Hammer. Und das ist einfach eine tolle Institution. Und da werden meine 200 Dollar hingehen, jawohl.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, meine auch. Meine Schöne an der Toronto Public Library ist auch, dass du halt Bücher bekommst von Autoren, die wir nicht unbedingt in Europa kriegen. Also du hast ja Mordecai Richler wolltest du lesen, hast dann festgestellt, Moment mal, kriegst du es nur auf Französisch. und hier kriegst du halt die englische, um zu erklären, wer das ist. Mordecai Richler ist ein in Québec ansässiger Autor.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich habe zum Geburtstag unter anderem ein Buch über Kanada geschenkt bekommen, ein Fotobildband über Toronto und ein Quizkartenset mit Klugscheißerwissen rund um Kanada. Daher weiß ich jetzt auch, das wollte ich unbedingt erzählen, Mein Lieblings-Funfact wird auf die vorhersehbare Zukunft auf jeden Fall mal bleiben, dass in den 60er Jahren Charles de Gaulle und der damalige Premierminister von Kanada abgemacht haben, dass der Eiffelturm anlässlich der in Montreal stattfindenden Weltausstellung in Paris abgebaut, über den Ozean geschippert und in Montreal aufgebaut werden soll. Kein Witz. Steht auch in der Wikipedia übrigens so drin. Warum das dann letztlich nicht passiert ist, und das ist mein Lieblings-Fun-Fact daran, weil die Betreiberfirma, die den Eiffelturm betreibt, hat letztlich dann Veto eingelegt aus der Sorge heraus, dass eventuell Frankreich einem Wiederaufstellen des Eiffelturms nicht zustimmen würde. Zu deutsch, nicht nur, dass die dieses Ding abbauen und verschippern wollten, die haben sich dann Sorge gemacht, ob die Pariser das hässliche Ding wieder haben wollen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das war ja so kontrovers, als das Ding gebaut wurde.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also ich hatte da viel Spaß dran.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also können wir von Glück sagen, dass wir jetzt nur nach Paris fahren müssen, um den Eiffelturm zu sehen. Ich wusste, wenn ich dieses Kanada-Klugscheißer-Wissen in Kartenform auftreibe.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also wenn die Jungs das nächste Mal zu Besuch kommen, können wir dann nochmal hier Trivial Pursuit Kanada Edition rausziehen und mal gucken, wer gewinnt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Haben wir das eigentlich schon mal erzählt, dass die Jungs hatten uns ja ein Trivial Pursuit geschenkt, vorletztes Weihnachten, und zwar eine englische Version und keiner von uns konnte irgendwelche Fragen beantworten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben die Kinderfragen dann gespielt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir haben die Kinderfragen gespielt und konnten die auch nicht beantworten, weil das ist halt einfach, wir sind nicht so aufgewachsen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, eigentlich müsste man sich hinsetzen und müsste sich den Spaß können, immer wieder mal so durch diese Fragen durchzublättern. Und sei es nur für die Sachen, die man lustig findet. Und dann nach und nach einfach mal da so Klugscheißerwissen aufbauen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, sind wir mal ehrlich, die ganzen Sportlernamen kennen wir ja egal von wo. Da könntest du jegliches Trivial Pursuit bei uns vorlegen. Die interessieren mich auch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> immer an Scheiß. Ich muss sagen, die Sportkategorie ist immer die allerschmerzhafteste.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ja auch immer so. Wer war der Zweite bei den Olympischen Spielen 1894 und hat dort in der Sportart, wer wirft den Diskus am weitesten?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber ich weiß gar nicht, das Trilogy Superbowl, was wir da haben, ist das jetzt eine kanadische, eine englische, eine US-Version? Ich glaube, das ist eine</p>
<p><strong>Susanne:</strong> US-Version. Deswegen wollen wir auch nichts wissen. Wollen wir auch nichts wissen von. Gute Überleitung, also für die Hörer, die schon die Schnauze voll haben, nach knapp drei Wochen Trump-Regierung, sollten jetzt abschalten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vielleicht kommen wir aber wieder auf was anderes zurück.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir kommen auch wieder auf was anderes zurück. Ich denke, wir arbeiten uns von Kanada vor, weil hier in Kanada hatten wir ja letztes Mal schon so angedeutet, was da gerade so vor sich geht. Und siehe da, Trudeau, der gute Justin hat gesagt, oh, ich geh.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also genau, hier gab es ja Trubel. Wir hatten ja gesagt, Pierre Poilier könnte der nächste Premier werden. Also sprich, die Konservativen waren hier überall in Führung und die Trudeau-Regierung war unter Druck.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da haben wir allerdings nicht mit dem Faktor X gerechnet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dem orangen Idioten im Süden?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau dem. Denn, was seitdem passiert ist, also wie gesagt, Trudeau hat resigniert. Sagt man das?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nein, er ist zurückgetreten. Also Trudeau hat irgendwann, was passiert ist, Trudeau wurde von einer seiner engeren Kabinettsmitglieder sozusagen öffentlich kritisiert, hat er sich aber selber eingebrockt. Der hatte einer seiner Kabinettsmitglieder praktisch gefühlt degradiert. Er hatte ja einen Job angeboten, der nur mal kleiner gewesen wäre als das, was er zu dem Zeitpunkt hatte. Die war Finanzministerin hier und die war dann sauer und hat ihm sozusagen öffentlich in einem öffentlichen Schreiben das Messer zwischen die Rippen gesteckt, kannst du sagen. In einer Zeit, in der Trudeau unter Druck war und dann wurde er im Prinzip von seinen eigenen Parteigenossen gezwungen, mehr oder weniger zu sagen, okay, ich friere jetzt hier alles ein, unser Parlament ist in Pause, ich werde als Premierminister zurücktreten, sobald die liberale Partei eine Alternative als Parteivorsitzenden gefunden hat. Und das ist das, wo wir jetzt gerade drin sind. Das heißt, bei den Liberals suchen sie jetzt gerade nach der nächsten Parteivorsitzenden oder Vorsitzende. Und das Ding ist, wer immer dieses Parteirennen gewinnt, ist sozusagen erstmal automatisch neuer Premierminister hier. Und dann wird es halt Neuwahlen unter Umständen geben. Ja, also wenn dann die</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Vertrauensfrage ausgesprochen wird von den anderen Parteien und dann würden Neuwahlen passieren. So, so war der Stand. Wie gesagt, die sind immer noch am Suchen oder so, aber die Welt steht ja nicht still. Und wie du schon sagtest, der orangene Kasper im Süden wurde ja dann vereidigt und so. Und seitdem geht's rund.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, weil eine der ersten Sachen, die er gesagt hat, war, er wird am Tag 1 eine Executive Order unterschreiben, die auf Kanada und Mexiko Güter 25% Zoll draufschlägt, mal so eben pauschal. Und jetzt muss man hier wissen, Kanada exportiert 70% seiner Güter in die USA. Also es ist halt der wichtigste Handelspartner. Es hängt also wirklich viel von der kanadischen Wirtschaft, von den Beziehungen zur USA ab. Und Trump hat ja als Gründe angegeben, dass Fentanyl und Illegal Immigration an der Grenze und hat er da einen Notstand ausgerufen, was ja wirklich lachhaft ist, weil von Kanada aus gibt es eigentlich kein Problem.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die haben jetzt in drei Wochen 15 Immigranten hier an der Grenze und gebt euch mal kurz das Bild, wie groß die Grenze ist zwischen den USA und Kanada. 15 Immigranten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gleichzeitig hat ja Trump relativ früh noch bevor Inauguration angefangen Späßle zu machen, ha ha ha ha, mit Kanada als dem 51. Bundesstaat der USA und Kanada, wenn die so abhängig sind von den USA, dann sollte man sie doch einfach angliedern und wäre das nicht toll, wenn die USA praktisch den ganzen nordamerikanischen Kontinent umfassen würde inklusive Kanada und dann hat er</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil wer will denn nicht US-Amerikaner sein, ist doch so super</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja und dann hat er Trudeau immer Governor Trudeau genannt und was ganz interessant war, vor zwei Tagen hatten wir den Moment, dass Trudeau sich hier in Toronto mit Wirtschaftsliedern getroffen hat und das Mikro war noch scharf, während er die Presse schon rausgescheucht hatte und man konnte ihn hören, wie er den verschiedenen Bossen gesagt hat, dass Trump das absolut ernst ist, dass er Kanada eingliedern möchte und zwar mit Hilfe von wirtschaftlichem Druck. Heißt am besten, das ideale Szenario für Trump wäre, Kanada in die Knie zu zwingen mit wirtschaftlichen Druckmitteln und irgendwie anzugliedern dann an die USA, weil Trump an die Ressourcen will. Ans Wasser, an die seltenen Erden, an Suran und den Zugang zum Arktik. Das ist so die Idee und jetzt waren hier sowieso schon alle wegen diesen Zöllen pisst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, man muss ja auch mal wegen den Zöllen noch was sagen. Es gibt ja dieses Abkommen zwischen Mexiko, den USA und Kanada, die Trump damals wieder verhandelt hat als The Art of the Deal oder was. Und im Grunde hat er das jetzt selber gebrochen, seinen eigenen Vertrag. Dann sollten diese Zölle in Kraft treten. und ich muss sagen, die Kanadier sind ja ein höfliches, nettes Völkchen, ja, aber so pisst habe ich die noch nie gesehen. Also gut, ich meine nicht, dass ich viel gesehen hätte von Kanada bis jetzt, aber in dem Jahr. Tatsächlich ist es so, da draußen sind endlose Kampagnen mit, kauft kanadisch, ja, überlegt euch doch mal, wo ihr überhaupt hinfliegt in Urlaub. Vielleicht wollte er ja die USA vermeiden. Dann, als diese Zölle dann tatsächlich eingesetzt werden sollten, haben dann die Provinzen gesagt, ja, wir räumen jetzt mal den US-Alkohol aus den Regalen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da war dann sozusagen über Nacht plötzlich kein Kentucky Bourbon mehr im Regal oder so oder Jack Daniels. Das wurde alles über Nacht aus den Regalen geräumt. Ich weiß gar nicht, ob es wieder drin steht. Ich nehme an, die haben das vielleicht auch nicht wieder aus dem Lager rausgeholt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, also ich muss auch sagen, keiner der Kanadier hier findet es in irgendeiner Form witzig. Ja, die sind alle über die Maße hinaus Pest. Und was man halt nicht unterschätzen darf, ist auch Kleinvieh macht Mist. Ich glaube, 60 Prozent der Staaten, der Bundesstaaten in den USA exportiert auch eine ganze Menge nach Kanada. Auch die Kanadier, die dann regelmäßig nach Florida in Urlaub fliegen oder in irgendein anderes südlichen US-Bundesstaat.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also ich habe auch selten Kanadier so pisst gesehen. Und es ist auch interessant, wie einig sich plötzlich auch Politiker hier sind. Schon während der Vorbereitung auf diese Zölle, die wirklich, das muss man wirklich mal so sagen, das ist nichts anderes als eine Wirtschaftskriegserklärung. und das würde hier tausende von Jobs kosten, praktisch direkt. Also ab dem Moment, wo hier diese Zölle gelten, wäre Kanada in der Rezession. Nachdem jetzt Trump Zoll angekündigt und gleich wieder pausiert hat, war dann zwar so ein Aufatmen hier zu spüren, es hat aber nichts daran geändert, dass sich hier jetzt gerade alle darauf einstellen, dass entweder Trump alle monatelang mit irgendwas anderem um die Ecke biegt als Forderung oder dass diese Zölle halt jetzt dann doch irgendwie gelten. Und das riecht schwer. Die rotten sich alle zusammen. Die rotten sich alle zusammen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und deswegen ist es auch völlig egal, ob du konservativ oder liberal unterwegs bist, es spielt plötzlich einfach überhaupt gar keine Rolle mehr. Also die kloppen sich auch nicht mehr im Parlament. Ja, die haben andere Probleme.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war auch ganz interessant, der Polievre, der hat bis vor kurzem so geklungen wie der Merz und die AfD so ein bisschen, nicht ganz so extrem wie die AfD natürlich, aber so der Ton, genau, unser Gesundheitssystem ist im Arsch, unser Bildungssystem ist im Arsch, wir haben zu hohe Steuern auf alles, der Mittelstand muss gefördert werden, klingt das irgendwie vertraut? Ja, ja, klingt super vertraut. Öffentlicher Nahverkehr ist zerbröckelt. Was ja auch ein Witz ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also ich muss das jetzt einmal loswerden für die Leute, die da draußen zuhören. Ehrlich, wenn man mal von außen auf Deutschland guckt, ich weiß nicht, wie man überhaupt auf die Idee kommt, dass irgendwas bröckelt. Also das ist so lächerlich und das ist einfach nur pure Polemik. und die Leute, die fressen das halt und gucken sich um und denken, ja, alles geht vor die Hunde. Das ist so Müll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Polievre und die Konservativen, die hatten jetzt die letzten zwei Jahre das Spiel mit dem Ärger vollständig unter Kontrolle. Und die wären jetzt auf der Welle des Ärgers an die Macht gekommen. Jetzt müssen sie aber praktisch wegen Trump umschalten auf, wir managen jetzt die Angst. Wir stehen an eurer Seite. Wir werden euch nicht hängen lassen. Wir kommen da durch. Hier sind Maßnahmen. Und es ist wirklich spannend, diese ganzen konservativen Leader sich jetzt anzugucken, wie die jetzt plötzlich ganz andere Statements in Kameras machen. Und ja, die sind alle sich sehr, sehr einig in den wichtigen Punkten. Also wer jetzt dann letztlich gewinnen wird, sei mal dahingestellt. Aber ich glaube, es wird jetzt mal von dem, wie die nächsten Monate aussehen, wird es gar nicht so viel Unterschied geben, ob es jetzt weiter eine liberale oder eine konservative Regierung gewesen wäre. Und hier unser Söder, also Doug Ford, der hat einmal gleich dann Neuwahlen angekündigt und der ist sowieso hier im Moment, fällt ja dadurch auf, der war ja mal jemand, der mit Trump eigentlich sympathisiert hat. Der fällt jetzt durch die kernigsten Forderungen und Ansagen auf, der möchte New York den Strom abdrehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau, der war ja auch der Erste, der gesagt hat, wir räumen das alles raus, US-Alkohol, ich hab die Faxen dicke. und der kommt halt dadurch rüber auch als wieder so ein Macher, wie damals der Söder bei der Covid-Pandemie.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja und der ist jetzt eben dann extra frühzeitig im Wahlkampf, der hat jetzt sechs Wochen und dann ist dann hier in Ontario Wahl und es sieht so aus, als wenn er dann erstmal wirklich ein sehr solides Mandat haben wird und die Liberalen, die werden halt dann so im September oder vielleicht auch Mitte des Jahres, wenn sie dann...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schauen wir halt mal. Jedenfalls einiges Kanada, die Provinzen untereinander mit den Territories sind halt immer noch am Arbeiten daran, was sie jetzt alles machen. Die sind sich grundsätzlich auch einig und fahren eine Linie, das finde ich auch sehr schön. Die haben nämlich zum Beispiel, klingt eigentlich für einen Europäer ganz interessant, was sie jetzt besprechen ist, wie sie die innerkanadischen Zölle abschaffen. Ja, das was wir in Europa ja eigentlich schon</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bei Zölle sind es anscheinend gar nicht, die haben alle möglichen Regulierungen, die halt Handel schwer machen Ja, klar Ja, und die wollen sie gerade vereinheitlichen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und ja, also solche Sachen passieren gerade hier in Kanada Also man kann jetzt im Moment nicht sagen, dass es nur schlecht ist Ja, mit Trump im Amt, was jetzt Kanada angeht Das bewirkt natürlich jetzt auch eine ganze riesige Welle an Einigkeit und ja, die Kanadier sind pisst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die würden jetzt auch viel lieber mehr mit Europa und mit Asien handeln.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, deswegen ist ja Justin dieses Wochenende auch nach Europa geflogen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil nämlich Europa wird ja das nächste sein, wo es herunterregnet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube, da gibt es auch wirklich das Potenzial, wenn sich da jetzt irgendwann andere Koalitionen sozusagen formen auf der Welt. Dieses Spiel, das Trump da spielt, geht immer davon aus, dass die Spielregeln gleich bleiben. Aber es geht ja jetzt alles in Bewegung. Es rutscht ja jetzt alles. Und da wird es jetzt dann noch holprig werden, das Rest vom Jahr. Es hat uns auch mal zwischenzeitlich echt Angst gemacht, muss man sagen. Also wenn man dann irgendwann mal hört von Justin Trudeau, dass Trump es absolut ernst meint mit der Idee, Kanada zu annektieren. Da hast du halt sofort so Putin-Ukraine-Bilder vor Augen, wobei das eine ganz andere Dimension hier hätte. Das kannst du gar nicht vergleichen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich meine, wenn Trump sein Militär hier rüberschicken würde, ist Kanada da nichts dagegen zu stellen. Hängt einfach nur</p>
<p><strong>Dirk:</strong> unsere weiße Flagge raus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber das hat er ja auch gesagt, dass er das nicht will. Also jedenfalls hat er das noch gesagt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da hat er im Moment immer noch viel mehr zu verlieren, als zu gewinnen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Kanada, wie du sagtest gestern, ist einer der G7-Staaten. Weiß nicht, was das jetzt nützen will, weil guck dir die Ukraine an, die ist jetzt kein G7-Staat, aber trotzdem, ja, die machen jetzt seit drei Jahren Krieg.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Kanada ist um einiges reicher als die Ukraine, Kanada ist um einiges vernetzter, ist im Commonwealth, ist in der G7, ist in der NATO. Ich glaube, das ist schon nochmal so ein Zwirnball, der schwer auseinander zu knäueln ist. Und was ich halt schon immer wieder mal feststelle ist, wir tun ja alle immer so, als wenn Trump so irre und unberechenbar und chaotisch ist, Aber eigentlich macht der Mann, seit der zum ersten Mal in den Wahlkampf gegangen ist, hat der jedes Mal versucht, genau das zu tun, was er gesagt hat. Egal wie dumm es war, aber er hat exakt das versucht zu tun, was er gesagt hat. Ich weiß gar nicht, warum wir den alle für so unberechenbar halten, weil wir wissen, er ist ein Narzisst, wir wissen, der lügt die ganze Zeit, wenn er irgendwie Fakten versucht wiederzugeben. Wahrscheinlich zur Hälfte hat er es nicht ganz verstanden, zur anderen Hälfte sagt es halt, wie es halt gerade für ihn passt. Aber dann, immer wenn er sagt, er will irgendwas tun, versucht er es. Er scheitert da manchmal dran, aber er versucht es immer. Und er sagt nun mal ganz eindeutig, der will Zölle auf alles erheben. Er sagt ganz eindeutig, er will Grönland, Panama und Kanada haben. Er hat schon immer gesagt, er findet eigentlich den Gazastreifen, könnte mal leer räumen. Jetzt ist es jetzt in den Nachrichten, aber es ist jetzt keine neue Forderung von ihm in dem Sinne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ne, wo ich halt immer überrascht bin ist, dass es anscheinend Leute überrascht,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> weil,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja, to your point, ja, und ich finde als so ein Staatsoberhaupt sollte dich sowas überhaupt nicht überraschen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Währenddessen gucken wir uns ja von hier aus den deutschen Wahlkampf an, vielleicht um mal auf ein anderes Thema zu schwenken</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, großartig</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Irrsinn 1 zu Irrsinn 2</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Irrsinn. Ich meine, was haben wir festgestellt? Unsere Core-Familie ist ja wohl total linksversifft.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ja. Ich bin stolz</p>
<p><strong>Susanne:</strong> auf meine Kinder.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir out-siffen uns alle gegenseitig. Wir haben alle den Wahl-O-Mat mal gemacht und es ist schon eine sehr eindeutige Verteilung da.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir warten auf unsere Wahlunterlagen, damit wir dann auch wählen können. Ich bin immer wieder nur erstaunt, erstaunt ist vielleicht das falsche Wort, es macht mich immer so ein bisschen nervös, wie dieses Polarisieren und dieses gleiche Playbook, was auch Trump spielt, auch in anderen Staaten funktioniert. Einfach mal erklären, der Staat ist am Ende, alles zerbricht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dieser Emergency, der die ganze Zeit ausgerufen wird. Wir albern eigentlich. Im Moment gerade das reichste Land der Erde ruft gerade Notstände aus an der Grenze und Wirtschaft und Energienotstand. Und wenn man so jemandem wie Merz zuhört, hast du ja den Eindruck, dass die Deutschland auch in diese Schublade reden. Das ist das drittreichste Land der Erde. Und wenn man denen da zuhört und denkst du dir so, hallo, geht bei euch noch irgendwie alles?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe da so dystopische Bilder vor Augen von Städten, die von Pflanzen wieder erobert werden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, brennende Mülltonnen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und ich meine, entschuldige mal, da ist Deutschland weit davon entfernt. Ich sage ja nicht, dass alles toll ist, ja. Es ist nur, ich finde halt, der Weg zum dystopischen Deutschland ist am Ende, ist halt noch echt weit. Also da gibt es nur einige Stufen dazwischen und deswegen AfD zu wählen, die ja auch aus der, wie war das, die wollen die D-Mark wieder zurück, jedenfalls den Euro nicht mehr. Sind die denn bescheuert? Haben die nicht verstanden, wie viel Macht der Euro inzwischen hat? Ja, also das ist doch bekloppt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, fairerweise, die CDU will das ja nicht. Was ich aber wirklich sagen muss, und es ist deprimierend, dass ich das sagen muss, dass der Merz irgendwann im Bundestag Stimmen der AfD in Kauf nimmt, um irgendwas voranzutreiben, das war jetzt keine Überraschung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, das sag ich ja schon die ganze Zeit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist sehr deprimierend, aber es war keine Überraschung. Und man könnte jetzt auch zynisch sagen, da ist jetzt ein weiteres Tabu gebrochen worden. Weil das nächste Mal weniger aufstand.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube eher, das war so ein Versuchsballon. Weil ich sag ja schon seit zwei Jahren, nächste Bundestagswahl, da gewinnt dann die CDU. Das ist ja immer vorauszusehen. Und die werden dann bis dahin das Salon fähig gemacht haben, dass man mit der AfD koalieren kann. Das war so mein Horrorszenario und ich glaube, das war so eine Art Testballon. Da gab es Gott sei Dank eine Menge Gegenwind, aber die versuchen das doch schon seit Jahren, auch mit Aussagen, die die machen, die dann wie die AfD klingen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also das ist wirklich eklig, muss man wirklich sagen. Vielleicht ein Versuchsballon, vielleicht auch bei der Gelegenheit, hat man jetzt halt auch einfach schon mal vorgelegt. Das nächste Mal wird die Aufregung schon wieder kleiner sein. Das ist der eklige Teil da dran. Sich vor Augen zu führen, dass 50% der Deutschen es irgendwie in Kauf nehmen würden laut aktuellen Umfragen, wenn die AfD bei irgendwelchen Sachen auch mal mit abstimmt. und fast 30% der Deutschen der Meinung sind, was die AfD so von sich gibt, ist doch gar nicht so blöd. Das ist das eigentlich Problematische, weil du wirst ja irgendwann sagen, jetzt bei der Bundestagswahl, also die CDU wird stärkste Kraft sein, nehme ich mal an. Und ich glaube nicht, dass die mit der AfD koalieren wird, wenn sie eine Option haben. Das wird also entweder eine GroKo oder es wird schwarz-grün werden, das ist so meine Vermutung. Aber die Tatsache allein, dass sie sich koalitionsfähig mit der AfD machen und dass die Bevölkerung in Deutschland das irgendwie okay findet, finde ich eklig. Und da sind diese Hunderttausenden, die auf der Straße sind, das ist super, dass es das gibt. Aber ich frage mich auch manchmal, ist das nicht eigentlich eine Art zusätzliche Werbesendung für die AfD und die CDU? Weil die, die da auf die Straße gehen, die hätten doch sowieso im Leben nicht die AfD gewählt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber guck mal, stell dir mal vor, die würden nicht auf die Straße gehen. Das stimmt natürlich, ja.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist schon irgendwie eklig. Das ist eklig. Und da fehlt mir, dass mir jemand auf die Straße geht. Was ist denn dann richtig?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich sage nichts gegen diese Demonstrationen, die sind tatsächlich sehr beruhigend.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich verstehe das auch, wie du das meinst. Ich denke halt auch, so wie wir uns das jetzt hier in den USA angucken können, von der Sichtweise aus, wie wir das in Deutschland sehen, das ist halt schon eine große Rolle, die auch die Medien spielen. und wie die Sachen darstellen oder was sie genau berichten und so. Und das ist halt dann manchmal schwierig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe letztens Bosettis Woche gehört. Sarah Bosetti ist so eine, also diejenigen, die sie nicht kennen, die kommt so aus der Berliner Lesebühnenszene so ein Stück weit. Sie macht politische Comedy und Kommentare, würde ich mal sagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Smarte Frau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wirklich tolle, smarte Frau. und deren, die macht alle zwei Wochen oder so, ist Bosettis Woche, wo sie ein Gespräch mit dem Mann führt. Was ich jedenfalls ganz interessant fand war, die haben sich darüber unterhalten, wie seltsam das ja eigentlich ist, dass wenn jetzt zum Beispiel sowas wie diese Messerstecherei in Aschaffenburg ist, dass wir uns immer sofort auf diese Tatsache stürzen, dass es jemand mit Migrationshintergrund war. Es ist 27 mal wahrscheinlicher, dass so eine Messerstecherei in den Zeitungen groß ist und im Fernsehen groß ist, wenn die Person, die es gemacht hat, einen Migrationshintergrund hat. 27 mal wahrscheinlicher. Das heißt also, es gibt diverse Messerstechereien, die nie auch nur auf Seite 5 in der Zeitung stehen oder so, die einfach nicht erwähnt werden. Aber sobald da Ausländer irgendwie mit reingerührt ist, ist es ganz oben. Und sie hat dann gesagt, das finde ich halt auch so gut, man könnte ja eigentlich mal sagen, warum sind das eigentlich immer Männer? Und jetzt nicht, weil Männer irgendwie automatisch evil sind und man dann die Männer ausweisen müsste, sondern man könnte ja auch mal darüber reden, welche Faktoren in unserer Gesellschaft führen eigentlich dazu, dass sich gerade besonders die Männer so unter Druck gesetzt fühlen, dass die so eskalieren. Es sind ja auch alle Straftaten sind von Männern dominiert. Es ist ja egal, ob jetzt weiße Deutsche oder irgendwelche Flüchtlinge. Es sind immer die Männer, die irgendwie vollkommen am Rad zu drehen scheinen und statt als Gesellschaft mal eine Diskussion zu führen, wie man da vielleicht helfen kann oder welche Strukturen wir geschaffen haben, die da ungesund sind oder unter denen auch die männliche Bevölkerung leidet, was ja sich dann so debamigt, statt die Diskussion zu führen, wählen wir uns ja eine ganz andere Perspektive an. Und die Parteien springen da drauf, weil sie wissen, es ist ein Thema, das die Bevölkerung aufkratzt, die Medien springen drauf, weil eh schon alle irgendwie aufgekratzt sind und dann wird es zu so einem selbstverstärkenden System. Und irgendwann am Ende deportieren wir dann Immigranten oder was?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber da hat ja auch die USA eine ganz tolle Antwort drauf. Wir machen jetzt einfach wieder die Warrior-Culture im Military. Ja, da kann man sich auch als Mann wieder groß fühlen. Als weißer Mann, weil der Rest wird ja jetzt...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir machen ja so, ja, merit-based, weißt du, das ist das, was wir uns jetzt vorstellen wieder.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Ist ja alles nur,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Arbeit muss sich wieder lohnen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und deswegen sind diese ganzen mit Silberlöffel im Mund geborenen Milliardäre im Parlament, das verstehe ich schon. Ja. Ne, also wie ihr hören könnt, wir sind, es sind drei große Emotionen, die uns im Moment gerade bewegen. Liegen, zum Teil Traurigkeit. Ich formuliere es wirklich als Traurigkeit, weil wir haben auch viele Freunde in den USA. Wir haben die USA viel bereist. Und ich sage euch, ich will keinen Fuß in dieses Land setzen. Und das war wahrscheinlich jetzt auch erst mal vorerst das letzte Mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das liegt jetzt nicht an den Leuten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das liegt nicht an den Leuten. Das mag auch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> übrigens sein, dass wir trotz allem wegen Job oder so hin und wieder nochmal rüberkommen, aber wir werden es versuchen einzugrenzen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich kaufe auch keine amerikanischen Produkte. Ich versuche das zu vermeiden, wo es nur geht. Also ich bin da jetzt auch so ein bisschen pissig und das führt mich zum zweiten Gefühl. Ich bin echt sauer, weil dieses Mal, ich meine, es war ja schon klar, man konnte sehen, beim letzten Mal hat folgende Dinge gesagt, hat die auch gemacht. Und dieses Mal sind sie mit offenem Auge, haben sie dieses Arschloch gewählt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> In verurteilten Straftäter, der nun mal nachweislich Rassist und Sexist ist, der auf seinem Campaign-Trail Dinge gesagt hat, für die er eigentlich sich sofort als Staatschef disqualifiziert hat.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber vielleicht haben sie ihn ja deswegen gewählt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zum Teil, vermutlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Vermutlich, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Er sagt halt, wie es ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jedenfalls zweites Gefühl und das dritte ist einfach mal</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ekel</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ekel Also ich habe Kollegen, die sind auch eher so aus dem Queer-Bereich Die haben jetzt einfach mal Angst Weil drüben in den USA registrierst du dich ja auch Zum Beispiel wenn du jetzt bei einer Firma arbeitest, musstest du Wenn du in den USA wohnst, musst du Race Ethnicity angeben Und du musstest auch Präferenzen angeben. Das musste nämlich als Report ans Government geschickt werden. Wegen der Balance von Minderheiten und so weiter. Das heißt, die Daten sind da. Das heißt, jeder weiß, was du bist. Ob du jetzt homosexuell bist oder ein Cis-Mann oder keine Ahnung. Und auch, ob du Hispano bist oder dich als Caucasian White identifizierst oder oder oder. Das ist da drüben registriert. Ich habe mir das immer angeguckt und dachte, weil als Deutsche, ja, Race Ethnicity, da reden wir nicht drüber, das registrieren wir nicht, das gibt sich, ist auch als Europäer völlig bescheuert, ehrlich gesagt. Aber ja, und die haben jetzt einfach Angst. Ja, und ich fühle mit denen, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich fühle mich auch mit den Leuten, die jetzt Angst haben, auf die Straße zu gehen. Du weißt ja auch zum Teil noch nicht mal, selbst wenn du jetzt hier einen gesicherten Status da drüben hast, also wenn du eine Arbeitsgenehmigung, H1B-Visa oder so, wir haben zum Teil Kollegen gesagt, sie fragen sich im Moment gerade, ob sie das Risiko einer Auslandsreise in Kauf nehmen können, weil es könnte ja sein, dass in der Woche, in der sie nicht im Land sind, plötzlich ihnen die Wiedereinreise verwehrt wird. Weil irgendeine Änderung per Stiftstrich ergangen ist, die jetzt gerade ihr Visum ausgesetzt hat oder so Quatsch. Das heißt, die Freiheit der Leute ist jetzt schon jetzt dramatisch eingeschränkt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe von anderen Kollegen gehört, dass in ihrem Bereich da Native Americans festgenommen wurden, weil die halt so aussahen wie Hispanios.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist bestimmt alles nicht rassistisch motiviert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, garantiert nicht. Ja, es ist traurig. Also traurig, ekelig und boah, macht uns das sauer. Das ist halt einfach gegen alle unsere Werte, die wir jetzt so vertreten und leben wollen auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und drum, wählt anständig, Leute.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich meine, wir sind demokratisch, ja, wählt, aber bitte nicht die AfD und nicht die CDU.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, hier mal eine Wahlempfehlung. Ich würde vielleicht auch nicht Bündnisar-Wagenkecht wählen. Ach, oh Gott. So langsam können die Leute sich vorstellen, was wir womöglich in die engere Wahl nehmen bei unserer Wahlentscheidung. Wir haben ja festgestellt, die Tierschutzpartei renkt sehr hoch in unseren Wahl-O-Mat-Ergebnissen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir sind halt flauschig, weißt du. Ja, aber ich muss auch sagen, der Wahl-O-Mat ist schon eine coole Einrichtung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich finde auch. Es bleibt spannend jedenfalls. Und jetzt hatten wir unseren Politik-Blog. Wir haben ja gesagt, wir lenken wieder auf was anderes, was politikfrei ist. Und was ist politikfreier als Essen? Einmal haben wir ja die Tradition, dass wir bei jeder Folge uns darüber aufregen, dass die Kanadier nicht wissen, was für Milchprodukte man produzieren kann. Und dabei kann ich jetzt berichten, ich weiß jetzt, wo man ordentliche Butter hierher kriegt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir haben uns halt immer gewundert, Mensch, die Butter hier, die ist so bockelhart, die kannst du, also schon die abzumachen und dann versuchen aufs Brot zu streichen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nicht gedacht zum Streichen, ganz ehrlich nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, echt nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann ist die oft auch noch salzig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wenn man halt nicht aufpasst, darüber haben wir uns ja auch schon ausgelassen. Ja, aber nein, dann kam uns die Erleuchtung. Tada!</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und die Erleuchtung kam von den Gilmore Girls.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> weil es gibt eine Folge in den Gimmer Girls, wo Richard, also der Großvater in der Serie und Richard, muss man wissen, ist reich, also ist ein sehr reicher Haushalt und Richard erzählt, dass sie sich Irish Butter haben kommen lassen und das muss man probieren, Irish Butter wäre fantastisch die Europäer wissen einfach, wie man Butter macht und dann hat es bei mir so im Kopf, ging so eine Glühbirne an ja, bei mir auch, ich dachte, Moment mal Moment mal, europäische Butter, ja, dann habe ich halt gesucht und dann stellt sich raus, dann stellt sich raus, Europäer machen andere Butter. Und zwar benutzen Europäer andere Kulturen einen höheren Fettanteil und unsere Butter wird länger gerührt. So. Und wenn man das weiß und dann durchs Regal im Supermarkt geht und nach French oder Irish Butter sucht oder European Style Butter, von denen es dann in, keine Ahnung, 50 verschiedenen Sorten Butter gibt, Gibt's dann irgendwo so im Eck, gibt's so eine Packung, die French oder European Style ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die gibt's natürlich auch wieder gesalzen oder ungesalzen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja genau, so ist es. Aber wir haben jetzt ordentliche Butter.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und die kann man auch aufs Brot streichen. Und so kam es, dass ich vor zwei Wochen oder so mein erstes echtes deutsches Frühstück hatte nach über einem Jahr hier wohnen. Also mit einem Brot, wo ich eine anständige Butter drauf geschmiert habe und dann tatsächlich auch darauf Marmelade essen konnte, weil sie nicht gesalzen war Toll</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist fantastisch Das war wirklich toll Das sind die kleinen Dinge im Leben</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das sind die mini Dinge Aber ich habe dann auch immer so ein bisschen schlechtes Gewissen, weil ich dann denke, oh mein Gott, sind wir arrogant Aber es sind halt diese Sachen, hätte ich nie gedacht, dass wir Sachen so groß vermissen oder so habe ich mir nie Gedanken vorher gemacht und dann so ein Stückchen Heimat sich aufs Brot zu spielen, ist schon irgendwie toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das muss man halt auch wirklich, der Aha-Moment, der da zugehört ist und das ist das, wo Kanada sich eben unterscheidet, was machen denn die hier mit der Butter? Die nehmen natürlich die Butter einmal zum Kochen, schneiden so ein Stück, da gibt es extra hier so gestiftelte Butter, also die praktisch schon fertig in bestimmte Maße. Ja, 125 Gramm sind es. Das ist ein halbes Cup, glaube ich, oder so. Weiß ich nicht mehr. Gibt jedenfalls schon fertig abgepackte Stücke, die man einfach nur noch so in sein Rezept reinhauen kann. Dann produzieren die auch manchmal so Butterkugeln wie so Eiskugeln. Die haben so Löffel, mit denen sie die dann abdrehen und dann packen die das zum Beispiel auf heißen Maiskolben oder auf Popcorn oder auf eine heiße Breze.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> ist. Creamcheese streichen sie natürlich. Ja. Jedenfalls Sieg.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sieg. Ne Butter. Die kleinen Dinge des Lebens. Was wir dann auch gemacht haben, was der Dirk gefunden hat für mich, also für diejenigen, die es nicht wissen, ich hab mal in Belgien gelebt und was wir dort als Familie kennengelernt haben, war das Gourmet. Und zwar so ähnlich wie Raclette. Also du hast ein Fännchen, das Fännchen ist aber größer als das von Raclette, sondern wie so ein Ein rundes Pfännchen halt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sieht eigentlich aus wie ein Pfännchen, das zu heiß gewaschen wurde.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wie eine Pfanne, die zu heiß gewaschen wurde. Genau. Und die Hitze kommt von unten, also du hast dann wie beim Fondue unten so eine Flamme pro Pfännchen. Und steht dann halt auf so einem Stöfchen und immer zwei Pfannen auf einem Stöfchen. Und dann schnippelst du dich dumm und dappig mit irgendwelchem Gemüsezeug und Fleisch oder was du auch immer haben willst. und stellst es auf den Tisch und jeder kann dann so in seinem Pfännchen sein Zeug kochen. Das ist super, weil man nämlich da verschiedenste Sachen ausprobieren kann. Und das kenne ich eben aus Belgien. Das ist anscheinend auch so ein niederländisches Ding. Hatte das auch jahrelang daheim. Meinen 30-jährigen Geburtstag haben wir so gefeiert, damals in einer großen Gruppe mit Gourmet. Und ja, und Dirk hat wieder Pfännchen aufgetrieben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, wir haben die Dinger irgendwann abgestoßen, weil die eigentlich schon wirklich in die einzelnen Bestandteile zerfallen sind irgendwann und dann hatten wir die weg und ich habe versucht, in Deutschland noch neues Gourmet zu erwerben und ich konnte die nirgends finden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die gab es mal früher auf Ebay, die gibt es aber nicht mehr.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja und dann hier habe ich aus so einem Impuls raus mal nach so Zeug gesucht und habe dann hier in Kanada einen Dutch Cooking Shop gefunden, der alle möglichen holländischen auch Zutaten und Zeug, was halt irgendwie typisch holländisch ist, als Spezialität verkauft und da war dann eben Gourmet drin. Und jetzt haben wir wieder Gourmet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und das haben wir dann auch letzte Woche Sonntagabend mit einer Freundin und mit Julia, die da war, gemacht. War toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und da haben</p>
<p><strong>Susanne:</strong> wir dann auch die kanadische Butter verbraucht. Deswegen fielen wir das jetzt rein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zum Kochen kann man die super verwenden. Das ist ja dann auch schon gesagt, das ist praktisch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und das Schöne am Gourmet ist ja, du machst ja grundsätzlich dann so viele Schüsselchen mit Zeug und das nimmst du halt einmal für die nächsten Tage zum Kochen noch her. Reste essen. Sehr praktisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und jetzt versuche ich gerade noch hinzukriegen. Das war unser vorletztes Thema auf der Liste.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh oh.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das letzte Thema ist der Zahnarzt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh scheiße. Den hätten wir früher einmachen können. Also ich meine, ich habe ja kein Problem mit dem Zahnarzt. Ja, ich weiß gar nicht, wie das gekommen ist. Du bist zum Zahnarzt gegangen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich hatte Zahnschmerzen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und hast es mal für mich vorprobiert und kamst dann zurück und hast gesagt, voll krass, was sie hier machen. Das war dasselbe</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und zwar, wir haben ja schon mal erzählt von der Walking-Klinik, in die wir gegangen sind, als ich Fieber hatte und da ist praktisch neben, also in demselben Komplex ist eine Zahnarztpraxis, ist so eine Physiotherapie, ist eine Apotheke und da bin ich halt hingegangen mit meinen Zähnen und habe mich dort dann mal untersuchen lassen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wäre auch schlecht, wenn deine Zähne ohne dich gegangen wären. Ja, sorry, aber...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn ich sie nicht mitgebracht hätte. Das war jetzt ein No-Level-Doc. Dem Kurs habe ich beim Zahnarzt jedes Mal. Ich stehe dann da und sage, ah, ich habe meine Zähne vergessen. Ich gehe mal wieder. Bedummt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, okay, also. Dann habe ich gedacht, ah ja, ich müsste eigentlich auch mal wieder, weil es ist ja jetzt auch schon wieder ein Jahr her. Die machen ein komplettes Röntgenbild. Das ist das Gleiche, wie ich es in Deutschland auch kenne. Dann machen die nochmal bei speziellen Sektionen an den Zähnen, machen die auch nochmal ganz detaillierte Röntgenbilder und dann scannen die die Zähne, sodass du auch wirklich dir in 3D dein Gebiss angucken kannst. Großartig. Und dann</p>
<p><strong>Dirk:</strong> fotografieren sie die Zähne. Ich habe noch nie so eine Untersuchung erlebt. Diese allererste Bestandsaufnahme meines Gebisses hat länger gedauert als in Deutschland manche meiner Zahnarztbesuche. Und hinterher hast du nicht nur, keine Ahnung, 20 Röntgenbilder von deinem Gebiss, sondern du hast diesen 3D-Scan, du hast Fotos von jedem einzelnen Zahn, weil die dir bei der Behandlung, und ich hatte ein paar Löcher, die dann behandelt werden mussten. und nach der Behandlung zeigen die einem dann so Vorher-Nachher-Aufnahmen. Ja. Und das, also krass. Und was ich ganz besonders überraschend finde, wir sind ja, bevor wir hier nach Kanada gezogen sind, besonders weil uns ja auch alle immer versichert haben, wie scheiße hier doch das Gesundheitssystem sei, sind wir ja nochmal ins gute deutsche Gesundheitssystem reingelaufen und haben alles machen lassen. Also nochmal alle Untersuchungen, großes Blutbild, nochmal Rezepte und da war auch ein Zahnarztbesuch mit dabei. Und unsere Zahnärztin hat uns eigentlich immer gesagt, alles soweit, supi. Also da gab es natürlich hin und wieder mal so was zu machen oder so, aber speziell bei dieser letzten Untersuchung hat die Mordskalama gemacht und nur um mir hinterher mitzuteilen, dass meine Zähne eigentlich völlig in Ordnung sind. Und das war bei dir auch so. und dann zeigen uns jetzt hier die Zahnärzte Fotos in High Fidelity von Löchern und Zeug, was da noch gemacht werden muss, die man irgendwie auch nicht widersprechen kann. Da kann man jetzt drauf gucken und sagen, ihr lügt doch. Ist doch kein Loch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was ja auch so war, du bist ja auch zum Arzt gelaufen, um wieder Tabletten für deine Schilddrüse zu bekommen. In Deutschland war es ja so, dass du halt jedes Mal zum Arzt gegangen bist, dann für drei Monate einen Vorrat gekriegt hast und dann wieder zum Blutbild machen hinlaufen musstest, bevor du die nächsten Tabletten gekriegt hast. Und hier einmal Blutbild gemacht, Medikament dafür gekriegt, also 200 Tabletten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Selbe Menge, wie ich in Deutschland bekommen habe und in dem Datensatz, den die Apotheke hier von mir hat, für meine Tabletten ist hinterlegt, dass ich drei Refills holen kann. Und auf der Packung steht dann, ist so eine Zahl, wie viele Refills noch ausstehend sind. Das heißt, ich kann diese Dose nehmen und drauf gucken und da steht dann drauf, im Moment steht da jetzt noch zwei Refills drauf. Aber da wurde dann aus meinem, ich habe mir extra Zeit genommen, um zum Arzt zu gehen und Blut abzugeben und nochmal mir das Rezept geben zu lassen. und da wurde aus diesem ganzen Galama praktisch ein Fünf-Minuten-Termin, weil ich kurz bei der Apotheke stehen geblieben bin und gefragt habe, könnt ihr mir das schon mal vorbereiten? Und die hat gemeint, ich kann was Besseres machen, ich kann ihnen die direkt geben. Ja. Und das war sehr beeindruckend.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Du meinst, es war so beeindruckend, wie in einer Stunde meine Brille zu kriegen?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das sind die kleinen Dinge, die mich da baff machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, fand ich. Zahnarzt war gute Erfahrung Ich meine, ich habe eh nie Stress mit dem Zahnarzt</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wobei ich euch sagen will, ihr wollt keine großen Bilder eurer Zähne sehen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein Das muss ich sagen, das war auch gewöhnlich Sehr verstört Albträume</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Na gut</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, was werden wir jetzt demnächst machen Wir werden uns weiter das Theater im Süden angucken, wir werden hoffentlich unsere Wahlunterlagen jetzt dann kriegen Und wir werden Langlauf lernen und uns wahrscheinlich mehrmals auf den Allerwertesten setzen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe nicht vor, mich auf den Allerwertesten zu setzen, aber wenn du dich da hinsetzen willst, gerne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube, das passiert automatisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also uns geht's gut. Wir hoffen mal, euch geht's auch gut. Gebt mal gerne Rückmeldung. Wir nehmen auch wie immer gerne Fragen entgegen, Anmerkungen, Feedback und wir winken auch wie immer nach Brasilien zum Hans-Georg und zur Cora nach Deutschland, die mehrmals schon nachgefragt hat, wo denn die nächste Folge bleibt. Ja, hier ist sie. Hier ist sie. Und ja, passt auf euch auf. Tschüssi. Bis bald.</p>]]></content:encoded>
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            <title>Jahrestagsplauderei</title>
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            <pubDate>Thu, 28 Nov 2024 16:38:36 GMT</pubDate>
            <description>Heute haben wir auf ein Jahr Kanada zurückgeblickt und Hörerfragen beantwortet (Grüße an Olaf und Hans-Georg gehen raus).</description>
            <itunes:summary>Heute haben wir auf ein Jahr Kanada zurückgeblickt und Hörerfragen beantwortet (Grüße an Olaf und Hans-Georg gehen raus). Thematisch ziehen wir einen weiten Bogen über Umweltbewusstsein, Religion, Politik und warum die Kanadier bei allen Ähnlichkeiten doch anders sind als ihre südlichen Nachbarn. Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Dirk: Und dann sagst du mir mal, ob du mich ordentlich hörst. Susanne: Ich höre dich. Dirk: Hörst du dich auch selber? Susanne: Ich höre mich auch selber. Dirk: Sehr gut, das heißt, wir sind ready. Hallo Susanne. Susanne: Hallo Dirk. Dirk: Wir haben eine Emergency-Jubiläumsfolge heute. Alles Gute zum Einjährigen. Ja. Ein Jahr, krass. Ein Jahr Kanada. 365 Tage Kanada. Susanne: Ja, heute vor einem Jahr standen wir um die Zeit immer noch in der Schlange bei Immigration. Dirk: Ich weiß auch noch, wie sich das angefühlt hat, dann zum ersten Mal hier so reinzufahren und dann nicht zu wissen, wo die Schlüssel eigentlich fürs Apartment sind, das wir über Airbnb gebucht haben und ob das ein totales Desaster oder ein wirklich schönes Apartment werden würde. Susanne: Ja, aber schau dir mal diesen spektakulären Sonnenuntergang an. Dirk: Sollen wir mit der Aufnahme nochmal warten, bis der Sonnenuntergang vorbei ist? Susanne: Wieso? Dirk: Weil du abgelenkt bist. Wie ist denn das Wetter? Spektakulärer Sonnenuntergang. Susanne: Es hat wunderschöne 9 Grad. Wir waren heute in der Stadt unterwegs. Wir waren frühstücken oder brunchen mit unserem Freund Adrian. Und dann sind wir noch durch die Stadt getapert und haben wieder neue Sachen entdeckt. Das war echt schön. Dirk: Ja, also waren wir in so einer Kunstgalerie noch und in so einem Foodplace und haben uns so eine neue, neu gebaute Mall angeguckt. Das war viel. Und außerdem ist die Stadt ja noch völlig im Taylor Swift Modus. Susanne: Absolut, überall Glitter. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Wir sind heute Morgen am Rogers Center vorbeigelaufen auf dem Weg zum Brunch und da ist überall Glitter auf dem Boden. Dirk: Ja, weil Taylor Swift hat ja Glitter-Outfits und deswegen haben Taylor Swift-Fans auch Glitter-Outfits. Ja, und nicht nur Susanne: Glitter-Outfits, die sind auch überall glitterig angemalt. Dirk: Und deswegen liegen auch überall diese Glitterschuppen rum, wenn man rund um das Roger-Set unterwegs ist. Man sieht in der ganzen Stadt immer wieder mal irgendwelche glitterigen Teenager. Susanne: Ach, ich finde es süß. Dirk: Ja, und Taylor, für diejenigen, die das nicht verfolgen, hat ja eine Welttour hinter sich gebracht und ihre letzte Station ist in Toronto und es ist gleichzeitig die Station, wo sie die meisten Konzerte gibt, nämlich sechs Stück. Und ich glaube, sie hat noch eins jetzt und dann waren es das. Susanne: Ja, heute Abend noch und dann ist es fertig. Dirk: Genau. Und ich habe einen ganzen Artikel darüber gelesen, wie toll das ist, wenn man im Stau in Toronto steht, während die ganzen Swifties sich irgendwelche Rentalbikes greifen und dann in Glitteroutfits zwischen den stehenden Autos rumradeln. Ich muss sagen, ich mag das. Ich fand das schön. Was ein bisschen nervig ist, ist, dass man auf Schritt und Tritt aus allen möglichen Lautsprechern mit Taylor Swift Musik beschallt wird. Susanne: Ja, aber weißt du, jetzt nach einem Jahr wissen wir ja, dass ja die Torontonier alles feiern. Die sechs Konzerte von Taylor Swift, ganz Toronto hat das einfach mal mitgefeiert. und egal wo du hingehst, in jedem Laden, in jeder Mall, überall Taylor Swift Songs auf Endlosschleife. Dirk: Und schlechte Wortspiele wie Welcome to Tay-Ronto und so. Susanne: Ja genau, aber das ist doch wieder cool. Dirk: Ich fand das total cool. Susanne: Also darüber habe ich mich irgendwie ein bisschen gefreut, weil ich meine sowieso finde ich das erstaunlich, wie viel wir von Toronto an sich mitkriegen. Irgendso viel haben wir in Frankfurt von der Stadt nicht mitgekriegt. Dirk: Da funktioniert was ganz hervorragend in deren Kommunikation hier. So, un</itunes:summary>
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<p>Heute haben wir auf ein Jahr Kanada zurückgeblickt und Hörerfragen beantwortet (Grüße an Olaf und Hans-Georg gehen raus). Thematisch ziehen wir einen weiten Bogen über Umweltbewusstsein, Religion, Politik und warum die Kanadier bei allen Ähnlichkeiten doch anders sind als ihre südlichen Nachbarn. </p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann sagst du mir mal, ob du mich ordentlich hörst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich höre dich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hörst du dich auch selber?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich höre mich auch selber.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sehr gut, das heißt, wir sind ready. Hallo Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo Dirk.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben eine Emergency-Jubiläumsfolge heute. Alles Gute zum Einjährigen. Ja. Ein Jahr, krass. Ein Jahr Kanada. 365 Tage Kanada.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, heute vor einem Jahr standen wir um die Zeit immer noch in der Schlange bei Immigration.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich weiß auch noch, wie sich das angefühlt hat, dann zum ersten Mal hier so reinzufahren und dann nicht zu wissen, wo die Schlüssel eigentlich fürs Apartment sind, das wir über Airbnb gebucht haben und ob das ein totales Desaster oder ein wirklich schönes Apartment werden würde.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber schau dir mal diesen spektakulären Sonnenuntergang an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sollen wir mit der Aufnahme nochmal warten, bis der Sonnenuntergang vorbei ist?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wieso?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil du abgelenkt bist. Wie ist denn das Wetter? Spektakulärer Sonnenuntergang.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es hat wunderschöne 9 Grad. Wir waren heute in der Stadt unterwegs. Wir waren frühstücken oder brunchen mit unserem Freund Adrian. Und dann sind wir noch durch die Stadt getapert und haben wieder neue Sachen entdeckt. Das war echt schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also waren wir in so einer Kunstgalerie noch und in so einem Foodplace und haben uns so eine neue, neu gebaute Mall angeguckt. Das war viel. Und außerdem ist die Stadt ja noch völlig im Taylor Swift Modus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Absolut, überall Glitter. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Wir sind heute Morgen am Rogers Center vorbeigelaufen auf dem Weg zum Brunch und da ist überall Glitter auf dem Boden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, weil Taylor Swift hat ja Glitter-Outfits und deswegen haben Taylor Swift-Fans auch Glitter-Outfits. Ja, und nicht nur</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Glitter-Outfits, die sind auch überall glitterig angemalt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und deswegen liegen auch überall diese Glitterschuppen rum, wenn man rund um das Roger-Set unterwegs ist. Man sieht in der ganzen Stadt immer wieder mal irgendwelche glitterigen Teenager.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, ich finde es süß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und Taylor, für diejenigen, die das nicht verfolgen, hat ja eine Welttour hinter sich gebracht und ihre letzte Station ist in Toronto und es ist gleichzeitig die Station, wo sie die meisten Konzerte gibt, nämlich sechs Stück. Und ich glaube, sie hat noch eins jetzt und dann waren es das.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, heute Abend noch und dann ist es fertig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau. Und ich habe einen ganzen Artikel darüber gelesen, wie toll das ist, wenn man im Stau in Toronto steht, während die ganzen Swifties sich irgendwelche Rentalbikes greifen und dann in Glitteroutfits zwischen den stehenden Autos rumradeln. Ich muss sagen, ich mag das. Ich fand das schön. Was ein bisschen nervig ist, ist, dass man auf Schritt und Tritt aus allen möglichen Lautsprechern mit Taylor Swift Musik beschallt wird.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber weißt du, jetzt nach einem Jahr wissen wir ja, dass ja die Torontonier alles feiern. Die sechs Konzerte von Taylor Swift, ganz Toronto hat das einfach mal mitgefeiert. und egal wo du hingehst, in jedem Laden, in jeder Mall, überall Taylor Swift Songs auf Endlosschleife.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und schlechte Wortspiele wie Welcome to Tay-Ronto und so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja genau, aber das ist doch wieder cool.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich fand das total cool.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also darüber habe ich mich irgendwie ein bisschen gefreut, weil ich meine sowieso finde ich das erstaunlich, wie viel wir von Toronto an sich mitkriegen. Irgendso viel haben wir in Frankfurt von der Stadt nicht mitgekriegt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da funktioniert was ganz hervorragend in deren Kommunikation hier. So, und jetzt scheint mir die Sonne ins Gesicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah, schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Schön. Neun Grad, neun Grad, Erzieher. Wie viel hat es nochmal in Deutschland im Augenblick? Da schneit's. Fairerweise schneit's in weiten Teilen Kanadas auch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja. Nur bei uns jetzt im Moment. So in Banff zum Beispiel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Banff!</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da ist schon Schnee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber hier hat es 9 Grad.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben auch noch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> keine Flocke gesehen oder so. Ist auch noch nicht Minusgrade gewesen, allerdings ist es an manchen Tagen schon mal ein bisschen frisch. Es geht schon jetzt runter auf 4 Grad manchmal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hier gibt es so zwei Stationen an Herbst. Erst hast du diesen warmen, langsam kommt die Blätterfarbe nach unten, also gehen Süden, wandert die ganz langsam, die Art von Herbst. Und jetzt haben wir so ein bisschen den feuchteren, kühleren Wechselherbst. Aber es ist immer noch Herbst, es ist immer noch nicht Winter wirklich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, was allerdings schön war, ich habe ja meinem Team die ganze Zeit gesagt, dass es hier nie länger als einen Tag mal wolkig ist, vielleicht mal zwei und dann ist es wieder sonnig. Und dann waren die jetzt diese Woche hier in Toronto und die ganze Woche hat es geregnet. Heute scheint wieder die Sonne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber das war doch wie letztes Jahr, als die Kids da waren über Weihnachten. Das war die eine Woche, wo es komplett bewölkt war, die Sonne nicht einmal zu sehen war. und dann waren die abgeflogen und die Sonne kam wieder raus. Ich dachte, schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dann machen wir schon Sprüche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Gut, jetzt haben wir das Wetter wieder ausführlich besprochen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das ist eine unserer Rituale. Das machen wir jetzt, bis die Leute sich wünschen, dass wir damit aufhören.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich muss sagen, ich fand es auch wirklich witzig, wie oft wir das gehört haben. Warum zieht ihr denn nach Kanada? Da ist doch kalt. Ja klar ist hier auch kalt. Wirklich, ich sag's nochmal, so viel Sonne hatte ich in meinem Leben noch nie am Stück.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was auch zur Wahrheit gehört ist, Kanada ist das Land, das am schnellsten aufheizt weltweit, so was Klimawandel angeht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, weiß man denn warum?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Naja, einfach weil die Klimazonen hier anders funktionieren als jetzt in Europa. In Europa ist es ja mehr noch getrieben von den Meeresströmungen und also dieses ganze System ist hier halt anders aufgebaut. Und hier ist es natürlich so, dass da auch noch die Polkappen dazugehören und Arktisregion und so weiter. Also das alles da heizt sich schneller auf. Was haben wir denn sonst so, wenn du zurückschaust auf dieses Jahr?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich denke da gerade an das erste halbe Jahr, was sich sehr anstrengend angefühlt hat. Ich weiß noch, wie wir jeden Abend so fertig waren, dass wir einfach ins Bett gefallen sind. Wir sind von jetzt auf gleich eingeschlafen und dann war einfach alles weg. Ich kann mich an die Sonnenfinsternis erinnern, die war wirklich, also es war ein krasses Erlebnis. Es hat auch Spaß gemacht, da mit Freunden unterwegs zu sein und dass die Kids hier waren. Wir hatten viele Besucher auch schon. Wir waren auch so unterwegs. Also es war rundherum ein gut gelungenes Jahr. Und ich meine, wir haben uns jetzt hier eingerichtet. Wir wissen, wo wir hingehen müssen, für was. Wir haben das Healthcare-System mal ausgetestet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben viel Kultur auch gemacht. Wir waren in vielen Konzerten und Theater und so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Stimmt, ja. Das Einzige, was wir noch nicht gemacht haben, ist Ballett.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das musst du auch nochmal hier hinterkommen. Schau mal, wie das da aussieht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, krass.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also, oh krasses. Wir schauen zwischen zwei Hochhäusern hindurch auf den Lake Ontario. An der Uferseite, die man von hier aus sehen kann, reißt gerade die Wolkendecke auf und es scheinen goldgelbe Sonnenstrahlen auf die Gebäude, die wir dort sehen. Sieht sehr spektakulär aus, das muss man echt sagen. Sieht aus, als würde da drüben ein riesengroßes UFO stehen, Das gerade damit beschäftigt ist, die Häuser von unten hochzuteleportieren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es sieht toll aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hammer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber wir haben ja schon viele Sonnenuntergänge gesehen, die alle großartig waren. Also ich meine, wir haben auch wirklich ein tolles Apartment, muss man sagen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da lässt sich das gut aushalten, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben ja auf unserer Reise durch Kanada Poutine probiert und darüber haben wir ja auch berichtet. Ich finde es nach wie vor widerlich. Ich konnte mich auch nicht überwinden, in Quebec Poutine zu essen, obwohl jeder sagte, ihr müsst in Quebec Poutine essen. Ich will das nie wieder essen in meinem Leben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich muss sagen, Poutine lässt mich kalt. Aber wir haben jetzt ein kanadisches Kochbuch, an dem müssen wir jetzt mal auch rumexperimentieren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was ich sehr charmant finde, ist, dass die neben die Ounces, Teaspoons, Cups auch noch die Milliliter und so weiter hingeschrieben haben. Da bin ich schon sehr dankbar. Obwohl ich besitze inzwischen auch Messbecher, die Cups messen können.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So ganz allgemein, jetzt mit der Wahl, die wir ja jetzt hinter uns haben, die Wahl in den USA, fühlen wir uns noch wohler, in Kanada zu sein und nicht in den USA? Also sind wir</p>
<p><strong>Susanne:</strong> doch mal ehrlich, es stand eigentlich nie zur Debatte, dass wir auch nur einen Fuß in die USA setzen, außer es ist zu Besuchzwecken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ich trotzdem sympathisch finde, ist, dass hier die hiesigen Medien auch jetzt nach wie vor Keinen Zweifel dran lassen, dass sie das für den absoluten Irrsinn halten, wen die Amerikaner da gewählt haben und wen Trump da jetzt gerade in sein Kabinett hievt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich finde auch der Ton der Nachrichten generell, da war ich auch schon, als wir frisch hier waren, angenehm überrascht, wie neutral und wie ruhig die kanadischen Nachrichten sind. Aber gut, ich meine, wir sind ja auch mit den 20.15 Uhr Tagesschau-Nachrichten aufgewachsen und hier in Kanada hast du eine Show, die geht eine Stunde lang, die ist jeden Abend um neun und die berichten über alles mögliche, was in Kanada vor sich geht und wenn man das jetzt mit deutschen Nachrichten vergleicht, mit dieser Viertelstunde, das wäre die Viertelstunde plus die Tagesthemen, die auch so 20 Minuten Block haben in dieser Nachrichtenshow, wo sie halt ein Thema so in die Tiefe gehen und auch dann so ein Panel haben und sich dazu unterhalten und das ist ein sehr angenehmer Ansatz und da folge ich auch gern, aber USA-Nachrichten, das kann man sich nicht antun und dann läuft unten noch irgend so ein Band durch und ach, das ist nur Stress, Stress pur und immer polarisierend, schrecklich. Deswegen die Kanadier, ich denke mal, das wird jetzt genauso sein in den nächsten vier Jahren, wie es auch damals während Trumps Regierungszeit war, dass die gleich mal sagen, wir sind Kanadier oder so. Damals war es auch so, dass viele, die aus den USA kamen, dann auch gleich gesagt haben, es tut mir übrigens total leid und sich entschuldigt haben, aber sehr gut.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gut, ja, also hier ist dann so das Thema im Wesentlichen, wie gehen wir denn jetzt damit um, weil es natürlich auch so ist, dass Kanada wirklich auch angewiesen ist auf die USA, ist der größte Handelspartner mit über 70 Prozent, da machen sich die Kanadier natürlich jetzt Sorgen, außerdem ist Kanada auch das Schlusslicht, was die NATO-Beitragszahlungen angeht mit 1, irgendwas Prozent. Und dann gab es auch natürlich die Aussagen von Trump, dass er Tariffs machen wird und zwar jegliches Land, das mit den USA irgendwelche Trades hat, sollen von solchen Tariffs betroffen sein. Da macht sich Kanada eine enorme Sorge gerade, weil wenn da 10% oder manchmal je nachdem wie er aufsteht in der Früh, hat er ja alles schon gesagt zwischen 10 und 60% und da machen die sich enorm Sorgen, weil schon 10% wären für die hiesige Wirtschaft ein echter schwerer Schlag.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist nicht nur für die hiesige Wirtschaft. Also was ich auch jetzt gelesen habe, in den USA geht es halt jetzt los, dass die ganzen Firmen Geld einsparen und schon mal Vorratslager anlegen, Baufirmen und so weiter, weil die Tarife, die treffen halt alle und die ganzen Trump-Wähler sind jetzt total überrascht, dass sie halt ihren Weihnachtsbonus nicht kriegen oder dass sie halt entlassen werden oder sonst irgendwas. Alle sind in Vorbereitung auf diese Tarife, die angekündigt sind.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also du meinst die Zölle?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es gibt zwei Szenarien, die beide unangenehm für Kanada sind. Das eine Szenario ist, die USA macht Zölle auf Import-Export und Kanada hat keine Ausnahme. Das andere Szenario ist, die USA sagen, okay, wir haben ja den nordamerikanischen Trade-Deal da, NAFTA, und wir nehmen Kanada aus von dieser Regel, aber dafür muss sich Kanada verpflichten, Diese Zölle an alle anderen weiterzureichen an der Grenze, weil die USA wollen ja nicht, wenn sie solche Zölle einrichten, dann über Kanada den Kram importiert bekommen. Und Kanada hat jetzt genau null Interesse, plötzlich Zölle gegenüber der EU oder Großbritannien oder so hoch zu nageln. Das heißt, so oder so machen sich gerade echt Sorgen, wie sie damit umgehen wollen. Und dann hast du alle möglichen Politiker, weil ja hier gerade Wahlsaison ist, die dann rausspringen mit irgendwelchen Forderungen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und Trump und Justin, die funktionieren ja nicht wirklich gut. Trump mag Justin nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, der hat irgendwann Justin als den Irren in Kanada bezeichnet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, also das ist schon wirklich ernsthaft beschädigend, dass die USA so gewählt hat, weil das auch die Art und Weise, wie Trump Wahlkampf führt und das halt so, das werden viele kopieren. Das haben sie ja in der Vergangenheit auch schon gemacht. Ich meine, ich finde es schon faszinierend, dass Leute auf sowas anspringen wie, ich mache Frieden, aber nicht wie oder weißt du, es ist ja alles ein bisschen komplexer als ich mache Frieden oder ich bringe Frieden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, auch diesmal haben die Leute, denke ich mal, Hoffnung gewählt. Ich will es ihnen mal lassen. Aber ich fand es wirklich schwierig. Ich war vor zwei Wochen dann in den USA geschäftlich, direkt die Woche nach der Wahl und es fiel mir wirklich, wirklich schwer, darüber zu fliegen, weil diese Vorstellung, dass über 50 Prozent der Leute dort den Typen ins Amt gewählt haben und denen die Nuclear Codes anvertrauen, dem ich noch nicht mal meine Fernbedienung in die Hand drücken würde, geschweige denn, mit dem mehr als zwei Sätze wechseln wollen würde, fand ich schon irgendwie krass. Weil ich finde, der Mann hat sich auf so vielen Ebenen also so komplett disqualifiziert. Und dann schaust du dir halt jetzt an, was für sexistische Arschlöcher der in sein Kabinett wählt. Der ist genau das, was alle dachten, dass er wäre. Ja, weil der</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Gesundheitsminister ist nicht derjenige, der gegen Impfungen ist. Ja, Robert Kennedy. Ja, genau. der einen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wurm im Hirn hatte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja gut, das kann man ihm jetzt nicht. Aber ich meine, so ein Impfgegner, ein Impfleugner, also sowas finde ich schon echt bescheuert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also die haben es ja jetzt gerade hinter sich gebracht, ihre Wahl. Da sind wir jetzt gerade. Deutschland macht sich bereit für die Wahl und nachdem Deutschland gewählt hat, wählen die dann auch hier in Kanada. Und was wir jetzt unter anderem verstanden haben, ist, dass der kanadische Premier wird indirekt gewählt. Die MPs wählen den Premier, die Prime Minister. Und es sind überall jetzt hier Provinzwahlen, in denen diese Prime Minister gewählt werden. Zum Beispiel in British Columbia war, glaube ich, als wir das letzte Mal gereden haben, in Saskatchewan, wenn ich mich nicht täusche, waren irgendwie Provinzwahlen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nova Scotia auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also es ist so eins nach dem anderen. Und einer, der ganz mächtig im Augenblick gerade im Wahlkampfmodus ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und sehr auffällt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ist Doug Ford. Und da haben wir ja heute festgestellt, das nimmt man ja sogar in Deutschland wahr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, hiermit Grüße an meinen Cousin Olaf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo Olaf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der hat nämlich ein paar Fragen geschickt und dann werden wir die jetzt mal eine nach dem anderen beantworten. Ja und unser, ich sag mal kanadischer Söder, Doug Ford, sticht gerade heraus mit so Forderungen wie, ach diese ganzen Fahrradwege, die wir hier in Toronto haben, die sollten wir doch eigentlich mal loswerden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil dann der Verkehr besser fährt. Also er hat die These aufgestellt, dass die Fahrradwege, die es hier gibt, den Verkehr behindern. Weil statt so einem Fahrradweg könnte man ja eine zusätzliche Spur für Autos haben. Jetzt muss man wissen, gibt es in Toronto jetzt längst nicht an jeder Straße einen Fahrradweg, sondern an einigen Hauptverkehrsstraßen ist so ein abgesperrter Bereich für Fahrradfahrer da, um einfach die Unfallquote zu senken. Und das wurde vor einigen Jahren, eben nachdem ausführlich Studien gemacht wurden, wurde das eingeführt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und es gibt ja auch überall im Straßenverkehr kann man sich auch Fahrräder mieten. Und da sieht man halt dann viele Leute einfach sich ein Fahrrad mieten und dann durch Toronto jökeln.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Doug Ford, der hat halt die These, dass ja eine Spur ist, die könnte man den Autos geben. Und dann würde ja der Verkehr in Toronto nicht mehr so viel im Stau stehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Doug Ford hatte ja auch diese kolorreiche Idee, die 401 einfach zu untertunneln. Also es ist ja eine große, große Autobahn und ich meine, es kostet ja fast nichts. Ja, fast nichts.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der fällt auf durch solche Dinge. Also er ist halt gerade im Wahlkampf und die Forderungen, die die immer so gestellt haben, irgendwie gemeinsam, dass sie nicht so richtig was mit seinem Job als Premier von Ontario zu tun haben. Weil als Premier von Ontario hat er ja so ein paar andere Probleme gerade. Da sollte er sich um die Ontario-Weiterhousing-Crisis vielleicht kümmern oder Lebenshaltungskosten senken. Solche Dinge wären da Thema. Der hat da auch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> gar nichts reinzureden, was in Toronto gemacht wird oder nicht, weil dafür gibt es ja den Bürgermeister, also die Bürgermeisterin in unserem Fall.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, genau. Aber da läuft er halt rum und fordert das. Oder alternativ fordert er zum Beispiel, dass Kanada Mexiko aus dem Trading Deal mit den USA rausschmeißen könnte. Auch nicht sein Job, das ist ja Justins Job.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber ich meine, einer der Gründe, warum er das macht, ist wahrscheinlich, um abzulenken davon, dass er ja selber Dreck am Stecken hat.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und zwar reichlich. Aber was er auch gemacht hat, ist, er hat dafür gesorgt, dass das Alkohol nicht mehr nur in diesen Alkohol-LCB, LCQB heißt der doch, glaube ich, oder wie heißt diese Kette?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> LCBO. LCBO</p>
<p><strong>Dirk:</strong> LCBO, also hier gibt es, wenn man im Straßenmitte rumläuft, eine Art Spezialgeschäft für Spirituosen Ja, das ist ähnlich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> wie in Schweden, wo es nur eine von der Regierung betriebene Kette gibt, in der Alkohol verkauft wird Es ist hier ähnlich, dass eine Kette im Grunde Alkohol verkauft und die Lizenz dafür hat Das ist schon ein bisschen aufgeweicht, in manchen Supermärkten findet man auch und auch eher so, ich sag mal, den geringer prozentigen Alkohol, den richtig hatten, findest du nur in diesen LCBO.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das scheint aber, also der Alkoholkonsum scheint Doug Ford jedenfalls echt nah am Herzen zu liegen, weil es war schon so, als der im Wahlkampf war als Premier Ontarios, da war es ihm wichtig, dass er immer wieder mal gefordert hat, dass eine Dose Bier nur einen Dollar kosten sollte. Und jetzt ist er dadurch aufgefallen, es gab eben eine Gesetzgebung, dass Bier und Wein nur in diesen spirituosen Läden verkauft werden darf. Und diese Gesetzgebung war jetzt für nächstes Jahr angekündigt, dass sie fallen wird. Und er hat jetzt mal nochmal irgendwie 80 Millionen Dollar dafür ausgegeben, dass es schneller ist, schneller passiert und eine spezielle Weisung herausgegeben, dass Bier und Wein jetzt eben auch an der Tanke und an kleinen Shops verkauft werden darf. Das war ein Riesentheater, interessiert eigentlich niemanden. Aber irgendwie scheint es ihm wichtig zu sein, dass Bier eben nicht nur in solchen Läden verkauft wird.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich finde, wir haben auch schon wieder genug über Duck Ford geredet, weil das verursacht bei mir immer nur so ein Augenrollen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich will noch mal kurz zu der, weil das ja Olafs Frage war, mit diesen Ratspuren hier in Toronto. Der Stand da ist, dass die Olivia Chow, also unsere Bürgermeisterin, gesagt hat, diese Bike Lanes zu entfernen kostet so und so viel Millionen Dollar. Habt ihr die denn im Federal Budget? Und da ist es halt so, dass diese Diskussion wird jetzt eine Weile dauern, aber eigentlich ist das alles Wahlkampfgetöse. Ja, die sitzt es</p>
<p><strong>Susanne:</strong> jetzt wahrscheinlich aus. Ich mag die sowieso gern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also wir reden halt jetzt über die Millionen, die das vielleicht kostet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die nächste Frage von Olaf war, wie sieht es denn aus mit dem Umweltbewusstsein in Kanada?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, sag mal, wie sieht es denn hier aus?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist es eher so wie in den USA oder eher wie in Deutschland? Also, in unserem Büro haben wir so einen Kaffeestand, wo wir uns Kaffee holen können. Und ich bin die Einzige, die Einzige, jedes Mal, wenn ich mir dann Kaffee hole, die sich eine Tasse aus der Küche holt und mit dieser Tasse zu dem Kaffeestand geht. Und das sind nur drei Schritte. Also das ist jetzt nicht irgendwie, da muss ich nicht Kilometer rennen. und mit dieser Tasse dann ein Cappuccino bekommt von unserem Barista und der Rest benutzt nur diese Papier-Kaffee-Dinger.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil, und das muss ich vielleicht dazu erklären, die USA und auch Kanada sind so eine Rush-in-Rush-out-Gesellschaft. Also reinrennen, rausrennen, so bezeichne ich das immer. Und das sieht man auch an den Cafés. Das sind keine gemütlichen Hinsetzcafés, das ist auch kein Teil der Kultur, dass man sich irgendwo reinsitzt, da stundenlang dann redet oder auch, keine Ahnung, halt Zeit verbringt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da möchte ich aber einwerfen, dass wir, glaube ich, von Toronto und Vancouver und so grenznahen Städten jetzt gerade generalisieren. In P.I. oder auch in Montreal gab es ja wohl Drinnensitzcafés und so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jaja, ich meine, die gibt es hier in Toronto auch. Ich wollte nur mal sagen, die Frequenz, wenn ich jetzt durch Frankfurt laufe und dann jedes dritte Haus irgendeinen Kaffee hat, wo ich mich reinsetzen kann, wo es eine Atmosphäre hat und gemütlich ist und du dann dir deinen Kaffee bestellen kannst und der kommt in einer schönen Tasse und die Frequenz ist hier wesentlich runtergedreht. Auch in Montreal, auch in Vancouver, auch in Banff.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn in Frankfurt draußen das Schild stehen würde oder überhaupt in der deutschen Stadt draußen das Schild stehen würde, Coffee to go, also das müssen wir extra bewerben, dass es den Kaffee da auch to go gibt, wenn es nicht gerade ein Starbucks ist, dann ist es hier genau umgekehrt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist einfach nur, weil die Kultur da unterschiedlich ist. Wir sind ja auch mit diesem Anspruch hergekommen, wo kann man sich denn hier mal hinsetzen gemütlich und wirklich gemütliche Cafés, so viele, wir kennen jetzt vielleicht eine Handvoll. in einer Stadt wie Toronto. Und in den USA ist es eigentlich noch schlimmer. Ich weiß noch, wie wir mit den Jungs nach Seattle geflogen sind und wir haben dann einen Roadtrip gemacht und wir waren alle miteinander geschockt, wie viel Müll wir produziert haben. Es war unmöglich, diesen Müll aus dem Weg zu gehen. Und selbst wenn wir jetzt hier einkaufen gehen, ist ja alles irgendwie in Plastik verpackt. Aber das ist längst nicht so krass, wie ich es schon in den USA gesehen habe. Allerdings, was dann auch irgendwie schnuffig ist, ist an der Kasse, da machen die nochmal Gummi um die Eierpackungen rum. Die Eierpackung ist übrigens auch aus Papier, also diesem Pappmaché, nicht aus Plastik. Aber zum Beispiel Obst und so weiter, du kannst ja hier auch so ganze Lagen an kleingeschnittenem Obst und Gemüse kaufen Ja, die haben schon wirklich viel Plastik auch im Vergleich</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das würde ich absolut unterschreiben Was mir halt auffiel ist, als wir hierher gezogen sind, die ersten sechs bis acht Wochen haben wir einen unglaublichen Müll produziert Weil wir nicht wussten, wie wir uns hier so bewegen können, dass der Müll weniger wird Also wir haben unglaubliche Mengen an Flaschen und Dosen und Zeug gehabt. Ich habe das Gefühl, jetzt so unser Alltag hat ungefähr dieselbe Menge an Müll. Vielleicht ein bisschen mehr, aber nicht wesentlich mehr, als wir auch in Frankfurt produziert haben. Allerdings gehen wir auch nicht mehr in diese Rush-in, Rush-out-Kafeten. Und die Supermärkte, in denen wir jetzt einkaufen, da wissen wir halt jetzt auch, wo wir hingreifen. Also ich glaube, es gibt tendenziell ein bisschen mehr Müll, aber du kannst auch das deutlich drücken, je nachdem, wie du das kaufst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Gut, ich meine, wir sind ja jetzt auch trainierte Deutsche, aber so ein typischer durchschnittlicher kanadischer Haushalt, nehme ich an, wird auch Berge an Müll produzieren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also Umweltbewusstsein gibt ja natürlich verschiedene Ebenen. Also einmal würde ich sagen, die Kanadier, die ich so erlebe, die sind sich der Umwelt schon bewusst und denen liegt die Umwelt auch am Herzen. Die sind aber anders aufgewachsen. Für die ist halt Müllvermeidung fühlt sich anders an als für uns. Wenn wir dann irgendwo noch hingucken und sagen, wie, das ist nochmal extra verpackt. Die Amerikaner verpacken ja manchmal noch in der Verpackung zusätzlich. Da ist ja sogar das Obst eingeschweißt. Hier kriegst du das Obst auch so auf dem freien Tisch und da ist es nicht nochmal extra eingepackt zum Beispiel. Im Vergleich zu den USA fühlen sich Kanadier schon umweltbewusst an. Die machen Mülltrennung, die haben Mülltrennung, die haben auch verschiedene Gesetze auf dem Weg, wo sie versuchen Müll zu limitieren. Die haben auch Pfand. Die haben auch Pfand und die Trudeau-Regierung wollte die Nutzung von Plastik in verschiedenen Verpackungsarten komplett verbieten und sind gescheitert. Also es wurde im Prinzip abgelehnt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was aber durchgekommen ist, hier gibt es ja viel so Fast Food auch, also allerdings auch im positiven Sinne. Es ist oft sehr frisch gemachtes, auch wirklich leckeres Essen, nur kommt es ja dann auch wieder in eine Verpackung, Das ist meistens auch so papierartig Verpackung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Kompostierbare Plastiksachen. Ja, ja. Und</p>
<p><strong>Susanne:</strong> das Gesetz, was durchgekommen ist, dass man nicht mehr automatisch irgendwie so Messergabel, so Plastikbesteck dazu legt, sondern nur auf Anfrage. Ja, und das fand ich jetzt schon mal einen nennenswerten Schritt, weil ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie oft hier Leute Sachen bestellen. Wir haben hier noch nicht ein einziges Mal in dem Jahr, haben wir uns Essen irgendwo anliefern lassen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die D ist mir noch gar nicht gekommen. Nee, wir auch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> nicht, weil ich meine, wir haben ja alles in Gehweite und wenn wir mal essen gehen wollen, dann gehen wir halt essen ins Restaurant oder wir nehmen halt das Essen uns dann mit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was es ja aber schon gibt und das finde ich jetzt wieder auf der Plusseite und das ist in Deutschland glaube ich nicht so verbreitet, dass Kanadier, wenn sie essen gehen und es bleibt deutlich was übrig, ist es schon üblich dann zu sagen, könnt ihr mir das zum Mitnehmen einpacken. und dann hast du so eine braune Papiertüte mit so einer Box drin, in der dann deine Essensreste drin sind und es würde mich mal interessieren, ich habe das jetzt nicht nachgeschaut, aber ich kann mir vorstellen, dass sich das schon auch auswirkt auf die Mengen, die weggeworfen werden, also positiv in dem Sinne, dass die Leute einfach die Sachen dann gewohnheitsmäßig mit nach Hause nehmen und dann halt daheim aufessen. Da muss ich sagen, da bin ich immer</p>
<p><strong>Susanne:</strong> geschockt, wenn ich dann mit Kollegen und so weiter essen gehe, wenn wir da groß essen gehen. Die Portionen in den USA sind ja so riesig zum Teil, da bleibt immer was übrig und zum Teil auch echt viel und die sind es auch gewohnt, Sachen übrig zu lassen. Da bleibt zum Teil das halbe Essen übrig. Und ich habe ja gelernt, ich muss aufessen. Und</p>
<p><strong>Dirk:</strong> das</p>
<p><strong>Susanne:</strong> fühlt sich für mich so falsch an, wenn ich das sehe.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hier sind die Portionen dann wieder so wie wir es… Hier sind die Portionen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> echt normal. Da hatte ich am Anfang auch ein bisschen Schiss. Da dachte ich, Mist, wir</p>
<p><strong>Dirk:</strong> werden so dick werden. Nein, passiert nicht. Aber ja, also die Antwort ist, Kanada ist nicht so umweltbewusst wie Deutschland. Deutschland ist da in vielerlei Hinsicht immer noch besser.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hattest du nicht gesagt Platz 16?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es gibt so ein Umweltranking von irgendeinem Institut, das auch überwacht, wie die Maßnahmen aussehen, die die Länder ergreifen, um gegen Klimawandel zu kämpfen und so. und so. Und da war es so, dass Deutschland auf Platz 16 ist, ja, und Kanada ist auf Platz 64. Da trägt aber auch noch dazu bei, und das ist das andere, was ich nachgeschaut habe, dass Deutschland den absoluten Preis abräumt, was erneuerbare Energien angeht. Einer der ganz großen Faktoren in dem Ranking ist, dass Deutschland über 50 Prozent erneuerbare Energien verbraucht. Kanada kommt halt auf knapp 20 Prozent bei dem Ganzen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, unter anderem, weil die ja in Alberta immer noch Öl fördern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gas und Öl ist tatsächlich hier ein riesen Wirtschaftsfaktor und auch ein Exportfaktor in die USA zum Beispiel. Ja, da wird auch viel drum gerungen. Also auch hier so im politischen Alltag, eines der ganz großen Streitthemen sind die Maßnahmen, die natürlich die Öl- und Gaswirtschaft dann hier treffen, wenn es um Einsparungen und so geht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die nächste Frage war, ob es denn hier Klimaleugner in signifikanter Anzahl gibt oder ist es jetzt nur so ein amerikanischer Trend? Klimaleugner? Klimaleugner, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Habe ich noch keinen getroffen. Nee, habe ich auch noch. Ich habe die Diskussion überhaupt noch nicht wahrgenommen, egal jetzt, ob konservativ oder anders.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich auch nicht. In den Nachrichten wird immer vom Klimawandel auch geredet und die Auswirkungen vom Klimawandel und als jetzt die Feuer waren und so weiter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist ja auch der Punkt, hier in Kanada ist das unignorierbar. Also um das mal in Kontrast zu setzen. Kanada heizt sich 2,8 mal so schnell auf wie jedes andere Land der Erde. Die Kanadier wissen das. Und die wissen das auch deswegen, weil sich das hier in der Infrastruktur direkt zeigt. Also wir haben hier in Toronto dieses Jahr ein Starkwetterereignis erlebt, nämlich diesen plötzlichen Regen, der runterkam. Da haben wir auch drüber geredet. Genau. In Kanada gab es letztes Jahr diese Rekordfeuer und die Wahrheit ist, dieses Jahr brannte auch ein nennenswerter Teil dieser Brände weiter. Das heißt, die Kanadier wissen auch, dass sie Rekordfeuer haben. Dann ist es so, dass es im Norden Kanadas mehrere Landstriche gibt, in denen die Infrastruktur so war, dass die im Winter über zugefrorene Eisflächen mit LKWs beliefert wurden und jetzt zum Teil große Teile des Jahres nur aus der Luft beliefert werden können, weil es nicht mehr genügend zufriert. und gleichzeitig ist in Alberta und anderen Teilen Kanadas Rekordtrockenheit und das obwohl Kanada das Land mit den meisten Süßwasservorräten der Welt ist. Das heißt alle diese Dinge sind den Kanadiern bewusst und es würde den Kanadiern glaube ich nicht in den Sinn kommen zu leugnen, dass das was mit dem Klimawandel zu tun hat, sondern das ist ihnen klar, dass das ein Problem ist. Die Diskussion rund um Besteuerung von Erdöllieferungen und ähnlichem ist normalerweise eher so geframed, dass es darum geht, die Kosten niedrig zu halten. Also die haben immer ein wirtschaftliches Argument, weil die hadern mit den Preisen hier und die Preise hier sind höher als in Deutschland. Also wenn man hier in den Supermarkt geht und für 10 Dollar sich Erdbeeren, sage ich, Weintrauben kauft, dann weiß man eigentlich, wie gut man es in Deutschland preislich hat. Sowas wie Discountpreise findet man hier nicht und natürlich hat dann jede Steuer, die zusätzlich auf so Dinge wie eben die Erdölproduktion und die Gasproduktion und Heizung und so weiter geht, hat eine direkte Auswirkung auf deren Cost of Living hier und das ist sozusagen der Streit, der stattfindet. Ja, klar.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es gibt auch wahrscheinlich Klimaleugner hier, aber halt jetzt nicht in so einer Anzahl, dass es auffällt. Ich bin mir auch sicher, damals als es um Masken tragen oder nicht ging, gab es ja auch ein paar Bekloppte, die gesagt haben, Maske zieh ich nicht auf. Ja, klar. Also die gibt es ja überall auf der Welt, aber die Frage ist...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ist Kreationismus a thing?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir haben heute mal mit unserem Freund Adrian darüber geredet. Wie ist denn das so mit Religion, Evolution? Was ist denn da so ein Punkt? Was wird euch denn so beigebracht hier in kanadischen Schulen?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und Adrian, als ich ihn gefragt habe, ob man Darwin und Evolutionstheorie hier lernt, hat mich angeguckt, als wenn ich ihn gefragt habe, ob er in der Schule 1 plus 1 gleich 2 gelernt hat. Ja. Natürlich lernt man das hier. Du kannst hier nicht durchs kanadische Schulsystem kommen, ohne nicht zu wissen, wie die Evolution funktioniert und Darwinismus. In den USA war das ja auch ein Streit im Schulsystem, weil da es ja diese ausgeprägte Trennung von Kirche und Staat gibt und der Staat eben dann in den Schulcurricula, also den Religionsunterricht sozusagen unterdrückt hat. Und das sorgt in den USA dafür, dass es Gruppen gibt, die behaupten, es ist doch eigentlich so eine Art biologische Theorie, dass es einen intelligenten Creator gibt und das wäre doch eigentlich eine Theorie, die sozusagen konkurrierend zu Darwins Theorie gelehrt werden muss. Und so entsteht dieser ganze Kreationismus-Kram da drüben. Ich bin mir sicher, hier gibt es auch Menschen, die die Bibel wörtlich nehmen, aber anteilig scheint mir das geringer zu sein. Und ich habe mal geguckt, wie religiös Kanada ist. Ich habe dann festgestellt, Kanada hat, wenn ich es mit Deutschland und den USA vergleiche, hat Kanada mehr Religionsarten. Also du hast die verschiedensten religiösen Richtungen, die auch aus Indien hier rüberkommen, hast du hier vertreten. Buddhismus, Hinduismus, Sink, ich weiß nicht genau wie sich das ins Deutsch übersetzt, Sinkism steht hier, also eine indische Religionsform, auch natürlich Islam und so weiter, aber es sind immer noch 46% in Deutschland sind christlich und hier sind es etwas mehr, hier sind es glaube ich 53% oder so. Aber hattest du nicht auch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> gesagt, dass 34 und 36 Prozent Atheisten sind? Also Deutschland war glaube ich 36 und hier sind es 34 Prozent, so rum glaube ich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Statistik, die ich habe, ist schwierig, weil die wirft konfessionsfrei und ohne Religion in eine Schublade. Und das sind konfessionsfrei und ohne Religion 46%. Jedenfalls sieht es zumindest mal auf den ersten Blick gar nicht so unähnlich aus, mit dem einen Punkt, dass es hier mehrere Religionsbandbreite gibt. Das ist übrigens ein Unterschied zu den USA. In den USA sind schon mal über 65% irgendwelche christlichen Religionen. Und No Religion sind in den USA 22%.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also hier in Kanada erlebe ich ein gelebtes Kulturmosaik, wo man respektvoll mit der anderen Kultur umgeht und mit anderen Kulturen, egal welcher Habitus dazu gehört. Und im Gegensatz, wenn ich dann sehe, wie in den USA alles zusammengepresst wird, das sieht man hier, wie gelebt Diversität sein kann. Also ich meine, du siehst schon bunte Leute auch in den USA rumlaufen, aber dass dafür angepasst wird, ja, das, was uns ja gleich hier am Anfang aufgefallen ist, wie überall zum Beispiel Pride Flags sind oder wie auch für Behinderte das passend gemacht wird, dass man überall diese Accommodations hat, wie auch religiöse Feiertage, je nach Religion, alles ein ähnliches. Und das auch so verankert ist in allem, was die tun. Das sehe ich alles in den USA nicht. Und es ist viel gelebte Doppelmoral. Immer mehr sieht man das jetzt auch, weil das ist ja der nordamerikanische Kontinent, die sind sich schon sehr ähnlich auch. Aber da haben die halt einfach ein komplett anderes Setup hier in Kanada. Und für mich und für meine Werte ein wesentlich angenehmeres Miteinander. Und ich finde es halt schön, das zu beobachten hier. Ja, wie liebevoll das auch ist im Miteinander. Klar gibt es auch hier Rassismus, haben wir auch schon erlebt. Auch hier gibt es seltsame Bemerkungen, die manche Leute machen oder Abfälligkeiten. Aber es ist nicht so, dass ich das als Mehrheit empfunden habe. Ich habe auch das nicht so empfunden, wie das oft in Deutschland auch ist, dass es halt eine bestimmte Richtung ist und so ist die Gesellschaft und so muss es sein. Und das ist so diese stillschweigende Erwartungshaltung, wie du zu leben hast und wie du dich zu verhalten hast. Das gibt es hier so nicht. Falls du das mal irgendwas anzweifelst, sag einfach, oh sorry, sorry, sorry. Und dann entschuldigen sich alle.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ich übrigens lustig finde in dem Zusammenhang, wir haben ja eine deutsche Perspektive da drauf. Wir wissen auch von einzelnen Amerikanern, dass die die Kanadier ganz schön unhöflich und passiv-aggressiv finden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wenn man das aus einer amerikanischen Sichtweise sieht, wie die Amerikaner auch drauf sind. Erstens mal, die reden ja immer um den heißen Brei drum und dann verstecken die das ja immer, was sie eigentlich wollen. Und dann übertreiben die auch immer so, this is so interesting. Ding. Und also die sagen dann zum Beispiel, boah, das ist ja total interessant, meinen aber im Grunde, fuck off. Ja. Also mich hat das ja auch Jahre gekostet, weil als Deutsche nehme ich dich natürlich beim Wort. Ah, interessant. Ah, dann mache ich jetzt so weiter. Aber die meinen das gar nicht, sondern die meinen einfach, nee, das ist jetzt nicht so toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die sind einfach dann so gewöhnt, dass sie sich nicht gegeneinander ins Gesicht sagen, dass sie das für Quatsch halten, weil das wäre sozusagen sozusagen ein unmöglicher Vorgang, jemanden so vor den Kopf zu schlagen. Ein Kanadier würde dir das unter Umständen schon sagen, dass er das für Quatsch hält. Und dann ist es natürlich so, wir als Deutsche finden es angenehm, weil wir sind so aufgewachsen. Ein Amerikaner findet es unnötig konfrontativ.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, einfach weil das eine andere Kultur ist, muss man natürlich auch verstehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja klar, also wenn ein Amerikaner zu einem Amerikaner sagt, das ist interesting, dann wissen beide Amerikaner, dass das eigentlich Quatsch ist, nächstes Thema. das dürfen wir auch nicht vergessen also das Spiel ist ja Kommunikation die lügen jetzt nicht die ganze Zeit in ihrem Alltag die wissen auch, was sie jeweils meinen wir verstehen es nur in dem Moment vielleicht</p>
<p><strong>Susanne:</strong> genau, das ist der kulturelle Unterschied dann</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wie ist denn das denn im Vergleich zu Deutschland würdest du jetzt mal sagen, also die nicht jetzt dieses spezielle Beispiel, sondern du hast ja von der gelebten Diversität gesprochen und der Erwartung dass die Menschen sich ausleben dürfen egal ob jetzt religiös oder anders und dass wir hier jetzt irgendwie nicht das Gefühl haben, jemand wird für seine Religion oder seine Herkunft in Kanada anders behandelt. Wie würdest du denn das jetzt mit Deutschland vergleichen? Weil unsere Hörerinnen und Hörer sind jetzt vielleicht nicht alle schon zigmal in die USA gereist wie wir. Wir vergleichen da auch mit den USA, aber es gehört ja vielleicht da auch nicht zu deren Alltagswelt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich muss auch vielleicht vorher schieben. Ich habe 13 Jahre in Bayern gewohnt und dort die Kinder großgezogen. Und in dem Teil, wo ich gewohnt habe, war es zum Beispiel normal, wenn man dann Elternabend hatte, war ich umgeben von nur Müttern. Da war nicht ein Mann. Relativ traditionelles Familienbild. Dann sind wir nach Frankfurt gezogen und das fand ich schon erfrischend, weil da war es tatsächlich 50-50. 50. Da kam man zu einem Elternabend, da waren auch Männer. Und ich dachte, wow, toll. Also schon Frankfurt war bunter. Mir ist erst aufgegangen, seit ich hier wohne, wie eingeengt es doch war. Und hier fühle ich mich zum ersten Mal wie ein ganz normaler Mensch. Mensch, also klingt jetzt vielleicht ein bisschen seltsam, normal im Sinne von die Ideen, die wir haben, wie wir leben, welche Ansichten wir haben, das hat oft nicht in ein traditionelles deutsches Bild gepasst und da bin ich öfter mal angeeckt und das war dann auch schwierig zum Teil Menschen zu finden, die genauso denken wie wir, weil das ganze, das Spektrum ist einfach wesentlich größer und aufgefächerter. Ich bin mir sicher, wenn man jetzt aus Toronto rausgeht, gibt es auch eher so ein traditionelles Bild. Ich weiß nicht, wie das genau aussieht, aber ich glaube, da gibt es auch bestimmte stillschweigende Erwartungshaltungen, die dann zu erfüllen wären. Okay, ja, also ein Jahr Kanada. Was ist dein Fazit? Kurz und schmerzlos? Komm, zack, zack.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich fühle mich pudelwohl. Ich fühle mich hier zu Hause. Das ist eindeutig jetzt ein zweites Zuhause geworden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Soll ich dir da mal ein Geheimnis verraten?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich fühle mich überall zu Hause, wo du bist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und morgen werden wir die Weihnachtszeit hier einläuten. So richtig. Und zwar...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh ja, mit der Weihnachtsmann-Santa-Claus-Parade.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der weltgrößte Santa-Claus-Parade seit 120 Jahren. Die ist hier so etabliert, dass es in Kanada im Fernsehen übertragen wird.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ist so wie der Rosenmontagsumzug. Ja, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mit größten Anzahl an Weihnachtsmännern und mit irgendwelchen Wägen, die ziehen und also eine Parade halt, so eine richtige Parade. Und morgen ist die. Und da ja diesmal sowohl Justin anscheinend als auch Doug Ford, als auch Olivia Chow irgendwie beigetragen haben, dass diese Parade nicht pleite geht dieses Jahr und auch dieses Jahr stattfindet, Nehme ich an, werden die da auch alle irgendwie sein und wir werden auch die Weihnachtszeit einläuten, indem wir Santa Claus besuchen gehen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und habe ich dir schon erzählt, dass Justin und seine Familie bei Taylor Swift getanzt haben?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das nicht</p>
<p><strong>Susanne:</strong> War heute groß in den News, ist es nicht süß?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist super, das sind die wirklich wichtigen Dinge in Kanada, finde ich Okay, ein Jahr Kanada ein Jahr Toronto On to the next year</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, voll cooler Geburtstag.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So Olaf, ich hoffe mal, wir haben deine Fragen ausreichend beantwortet. Ich fand es</p>
<p><strong>Susanne:</strong> jedenfalls toll, dass du die geschickt hast. Wer uns denn dann jetzt im Jahr zweimal besuchen kommen will, meldet euch einfach.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und Fragen auch weiterhin sehr willkommen. Und außerdem grüßen wir hier von dieser Stelle noch den Hans-Georg, den wir einfach jetzt dann immer grüßen in unseren Folgen. Ach ja. Hallo Hans-Georg.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir winken mal kurz in den Süden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nach Brasilien.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe mir überlegt, ob wir vielleicht mal hier eine Brasilien-Kanada-Crossover-Sendung machen und vergleichen, wie das ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich fände es mal total interessant, weil mein Onkel Hans-Georg ist vor ein paar Jahren, einigen Jahren nach Brasilien gezogen und der hat wahrscheinlich auch den ein oder anderen Kulturschock gehabt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wobei er hin und wieder mal schreibt und dass er dann doch auch überrascht ist, wie viele ganz ähnliche Beobachtungen beide Länder vereint.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich bin gespannt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also, auf ins nächste Jahr. Jahr 2 Kanada. Heißt auch Jahr 2 Schlannada. Und ihr passt jetzt alle auf euch auf</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und habt eine schöne Vorweihnachtszeit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bis bald.</p>]]></content:encoded>
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            <title>Elchdämmerung</title>
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            <pubDate>Wed, 06 Nov 2024 03:15:12 GMT</pubDate>
            <description>Wir haben bunte Blätter bewundert, Elche besucht, hatten Besuch und Französisch war auch so einiges... Kurz gesagt: Es ist Herbst!</description>
            <itunes:summary>Wir haben bunte Blätter bewundert, Elche besucht, hatten Besuch und Französisch war auch so einiges… Kurz gesagt: Es ist Herbst! Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Susanne: Ja, über irgendwas muss man sich ja beschweren, oder? Dirk: Ja, so als gute Deutsche. Es ist zu hell, es ist zu dunkel, es ist zu warm, es ist zu kalt. Es ist nicht genug Milch, es ist nicht genug Brot. Außerdem hupen die alle. Warum hupen eigentlich jetzt da keiner? Ich will jetzt so ein Symbol hupen im Hintergrund haben. Susanne: Das hört man tatsächlich öfter in der Aufnahme. Angry Hooping. Dirk: Hallo Susanne. Susanne: Hallo Dirk. Na, wie ist das Wetter so? Dirk: Ist es so ein Wechselwetter? Also wir hatten letzte Woche mal bis zu 20 Grad da draußen. Jetzt im Moment gerade hat es angeblich 6 Grad. Susanne: Ich habe vorhin gelesen 8 Grad, aber das fühlt sich ja eh nicht an. Dirk: Aber dein Handy ist eh immer 2 Grad höher als meine Arme. Ja, das weiß man, was gut ist. Also jedenfalls, wenn man hier so aus dem Fenster guckt, ist es what a glorious day. Und wenn wir da rausgehen würden, wäre es wahrscheinlich frisch. Susanne: Ja, frisch. Dirk: Aber es ist schön. Susanne: Ich bin echt überrascht, wie hell und sonnig das hier andauernd ist. Dirk: Das haben wir ja schon öfter mal gesagt. Ich glaube ja, dass das tatsächlich einer der Vorteile ist, wenn man direkt am See wohnt. Also an so einem großen See speziell. Weil ich glaube, dass es einfach hier die Wolken mal wegpustet. Ich glaube, das ist nochmal was anderes, wenn du irgendwie so drei Stunden im Inland wohnst. Da kann es dann wahrscheinlich schon mal etwas länger irgendwie wolkig sein oder so. Keine Ahnung. Wir haben ja hier in Ontario auch keine Gebirge oder so, an denen irgendwas hängen bleiben könnte. Es weht einfach alles drüber. Susanne: Ja, auch kein Föhn und nix. Nee. Dirk: Wir haben ja beschlossen, wir bleiben im Winter über hier. Susanne: Ja, es ist ja noch nicht fertig hier. Dirk: Dieses Jahr ist ja das Jahr, in dem man Northern Lights sehen muss, wenn man Northern Lights sehen will. Weil gerade die Erdachse richtig steht und überhaupt. Und es leuchtet ja auch runter bis nach Wiesbaden inzwischen. Susanne: Ja, nee, sogar bis nach Reutlingen. Dirk: Sogar bis nach Reutlinge. Susanne: Nach Reutlinge? Dirk: Nach Reutlinge. Selbst da hat es geleuchtet und geglitzert. Und wir haben beschlossen, wenn wir dann schon mal hier im Winter sind, Dann müssen wir mal gucken, ob wir nicht nach Yellowknife oder Whitehorse oder so. Die haben auch alle so geile Namen im Norden, diese Städte. Und dann halt so richtig kanadischen Winter. Kalt, kalt. Um die Frau Primbs mal zu kalibrieren. Danach findet die alles, was über minus 5 Grad ist, warm. Susanne: Sehr witzig. Dirk: Aber da sind wir noch nicht. Wir sind ja im Herbst. Susanne: Wir sind im wunderschönen Herbst. Dirk: Und der Herbst ist bunt. Susanne: Oh ja. Also ich glaube, wir haben das letzte Mal aufgehört. Da waren wir in Banff gewesen. Du sagst es gar nicht, weil du einen Mund voll hast mit Kaffee. Dirk: Sekunde. Banff. Susanne: Ja, und zwei Wochen später sind wir dann in den Al-Ghankin-Park gefahren. Das ist so drei Stunden von hier. Dirk: Also es ist ein großer Park. Riesiger Nationalpark. Und der hat eine Straße, die da durchführt. Susanne: Ein Highway. Dirk: Genau, in der Mitte dieses Parks. Susanne: Aber da darf man sich jetzt nicht so eine deutsche Autobahn vorstellen. Das ist eigentlich im Grunde eine Bundesstraße, wenn wir hier von Highway reden. Dirk: und die fährt halt von Osten nach Westen durch. Susanne: Genau und wir hatten uns ein Hotel besorgt, Westgate und deswegen haben wir dann irgendwie drei Stunden, gute drei Stunden gebraucht. Wir müssen über dieses Hotel reden. Dirk: Wir werden jetzt anfangen über einen Algonquin Park zu reden, da kommen wir gleich hin, weil das ist das Highlight der heutigen Folge, um das gleich mal schon mal vorwegzunehmen, alles andere ist Deko, Algonquin Park ist das Highlight, Abe</itunes:summary>
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<p>Wir haben bunte Blätter bewundert, Elche besucht, hatten Besuch und Französisch war auch so einiges&#8230; Kurz gesagt: Es ist Herbst!</p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, über irgendwas muss man sich ja beschweren, oder?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so als gute Deutsche. Es ist zu hell, es ist zu dunkel, es ist zu warm, es ist zu kalt. Es ist nicht genug Milch, es ist nicht genug Brot. Außerdem hupen die alle. Warum hupen eigentlich jetzt da keiner? Ich will jetzt so ein Symbol hupen im Hintergrund haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das hört man tatsächlich öfter in der Aufnahme. Angry Hooping.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo Dirk. Na, wie ist das Wetter so?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ist es so ein Wechselwetter? Also wir hatten letzte Woche mal bis zu 20 Grad da draußen. Jetzt im Moment gerade hat es angeblich 6 Grad.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe vorhin gelesen 8 Grad, aber das fühlt sich ja eh nicht an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber dein Handy ist eh immer 2 Grad höher als meine Arme. Ja, das weiß man, was gut ist. Also jedenfalls, wenn man hier so aus dem Fenster guckt, ist es what a glorious day. Und wenn wir da rausgehen würden, wäre es wahrscheinlich frisch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, frisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber es ist schön.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich bin echt überrascht, wie hell und sonnig das hier andauernd ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das haben wir ja schon öfter mal gesagt. Ich glaube ja, dass das tatsächlich einer der Vorteile ist, wenn man direkt am See wohnt. Also an so einem großen See speziell. Weil ich glaube, dass es einfach hier die Wolken mal wegpustet. Ich glaube, das ist nochmal was anderes, wenn du irgendwie so drei Stunden im Inland wohnst. Da kann es dann wahrscheinlich schon mal etwas länger irgendwie wolkig sein oder so. Keine Ahnung. Wir haben ja hier in Ontario auch keine Gebirge oder so, an denen irgendwas hängen bleiben könnte. Es weht einfach alles drüber.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, auch kein Föhn und nix. Nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben ja beschlossen, wir bleiben im Winter über hier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es ist ja noch nicht fertig hier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dieses Jahr ist ja das Jahr, in dem man Northern Lights sehen muss, wenn man Northern Lights sehen will. Weil gerade die Erdachse richtig steht und überhaupt. Und es leuchtet ja auch runter bis nach Wiesbaden inzwischen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nee, sogar bis nach Reutlingen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sogar bis nach Reutlinge.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nach Reutlinge?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nach Reutlinge. Selbst da hat es geleuchtet und geglitzert. Und wir haben beschlossen, wenn wir dann schon mal hier im Winter sind, Dann müssen wir mal gucken, ob wir nicht nach Yellowknife oder Whitehorse oder so. Die haben auch alle so geile Namen im Norden, diese Städte. Und dann halt so richtig kanadischen Winter. Kalt, kalt. Um die Frau Primbs mal zu kalibrieren. Danach findet die alles, was über minus 5 Grad ist, warm.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sehr witzig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber da sind wir noch nicht. Wir sind ja im Herbst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind im wunderschönen Herbst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und der Herbst ist bunt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh ja. Also ich glaube, wir haben das letzte Mal aufgehört. Da waren wir in Banff gewesen. Du sagst es gar nicht, weil du einen Mund voll hast mit Kaffee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sekunde. Banff.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und zwei Wochen später sind wir dann in den Al-Ghankin-Park gefahren. Das ist so drei Stunden von hier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es ist ein großer Park. Riesiger Nationalpark. Und der hat eine Straße, die da durchführt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ein Highway.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, in der Mitte dieses Parks.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber da darf man sich jetzt nicht so eine deutsche Autobahn vorstellen. Das ist eigentlich im Grunde eine Bundesstraße, wenn wir hier von Highway reden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und die fährt halt von Osten nach Westen durch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau und wir hatten uns ein Hotel besorgt, Westgate und deswegen haben wir dann irgendwie drei Stunden, gute drei Stunden gebraucht. Wir müssen über dieses Hotel reden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir werden jetzt anfangen über einen Algonquin Park zu reden, da kommen wir gleich hin, weil das ist das Highlight der heutigen Folge, um das gleich mal schon mal vorwegzunehmen, alles andere ist Deko, Algonquin Park ist das Highlight, Aber dieses Highlight wäre nicht vollständig ohne das Couples Resort.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und das heißt tatsächlich so, Couples Resort. Und ich dachte erst am Anfang, als ich da drauf gestoßen bin, ist das ein Swingerclub oder so. Das haben alle gedacht. Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und ich meine, vermutlich glauben die uns das sowieso nicht, wenn wir sagen, nein, nein, nein, das war kein Swingerclub.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jedenfalls habe ich mir dann die Beschreibung durchgelesen, es war nichts in der Hinsicht. Ich meine, würdest</p>
<p><strong>Dirk:</strong> du in ein Hotel normalerweise gehen, das Pärchenhotel heißt?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also es heißt deswegen Pärchenhotel, muss man jetzt mal erklären, ja, weil keine Haustiere erlaubt sind und keine Kinder.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und der Slogan vom Couples Hotel ist ja, dass da jeder Tag Valentine's Day ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vier, wenn nicht sogar mehr Sterne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hast du nicht, nee, fünf Sterne.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Fünf Sterne, wahnsinnig, ja, also selbstgegebene fünf Sterne. gegründet von österreichischen Einwanderern, die vor 50 Jahren oder so nach Kanada gezogen sind und sich dann dachten, was es hier braucht am Algonquin Park ist ein Pärchenhotel. Und was die da haben, was die Sache natürlich schon wirklich cool für uns gemacht hat, war, sie sind einmal wirklich nah an dem Algonquin Park.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und direkt an einem See gelegen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die haben so Cabins, in denen man schon zwingen könnte, wenn man zwingen wollen würde. Da ist viel Platz zum Swingen in diesen Cabins. Und im Zimmer gibt es einen Whirlpool in der Cabin, in der wir waren. Jede dieser Cabin ist halt so gelegen, dass du eigentlich immer nur den Blick auf den See hast und ansonsten deine Ruhe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und eine Sauna und einen Kamin und so. Also es war schon wirklich schnuffig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber die haben ja Mordskalama gemacht. Also da war ja schon auf der Webseite, war ja da schon mal gleich beschrieben, dass man zum Essen auf jeden Fall sich rausputzen muss, weil man sich füreinander eben schön macht. Das ist nicht einfach nur Essen gehen, sondern es ist füreinander romantisch dünner und so. Wir haben die unter anderem deswegen genommen, nicht nur wegen der Nähe zu dem Algrankenpark, sondern auch, weil die die Permits für ihre Gäste organisiert haben. Genau, man muss</p>
<p><strong>Susanne:</strong> nämlich für diese Nationalparks, muss man Permits besorgen, die kann man fünf Tage vor dem Tag, an dem man in den Park gehen will, ab morgens um sieben auf einer Webseite ergattern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und jetzt wollten wir nicht an irgendeinem Tag in diesem Park.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sondern an einem verlängerten Wochenende, weil am Montag Feiertag war.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das heißt, wir wussten, es wird viel Nachfrage sein und wir wussten, die werden umkämpft sein. Und dieses Ressort hatte unter anderem eben als Service für alle Gäste, dass die für jeden der Tage, die man bei ihnen war, sich eben um so einen Permit kümmern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die waren auch alle weg, die Permits.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Durchfahren durch den Park darf man ohne Permit.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber sobald man stehen bleibt, braucht man einen Permit. Wir sind also auf dem Weg dahin und Dirk sagt zu mir, ah, da musst du mal anrufen, damit wir heute Abend essen gehen können. Ich habe gesagt, wir kommen frühestens um sieben. Und wir kommen da an, checken ein, haben da unsere Cabin. Das ist auch so, ich habe so vom Style her gedacht, ist so 90er. 90er US.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wollte luxuriös aussehen, hat es nicht ganz geschafft.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber wir haben uns wohl gefühlt, muss ich sagen. Und auch der Staff, der war super nett. Jedenfalls kommen wir dann zu dem Restaurant und natürlich haben wir uns dann auch ein bisschen aufgebrezelt. Und dann sagt die, ja, fürs Frühstück morgen, das wird Ihnen ja in die Cabin geliefert. Was wollen Sie denn da und um wie viel Uhr? Dann sage ich ja gerne um acht, wir wollen ja wandern gehen. Sagt sie, ja, der früheste Termin ist um zehn. So wie jetzt? Nee, sage ich, wir wollen wandern gehen. Ich gehe nicht erst um elf wandern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Man stellt sich raus, beim Couples-Ressort muss man jeden Tag um 11 Uhr anrufen und denen sagen, wann man Abendessen möchte und wann man am nächsten Tag frühstücken möchte. Und das kann man nicht vorher machen, weil der ganze Restaurant-Staff erst um 11 Uhr anfangen und die Rezeption mit denen nichts zu tun hat oder zumindest sich nicht unterhält.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die Prozesse waren irgendwie sehr seltsam.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die haben es dann irgendwie für uns möglich gemacht, dass wir kalt frühstücken konnten am nächsten Tag.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so Joghurt mit Früchten, das war auch echt lecker. Kaffee hatten wir auf dem Zimmer. Ja, also das war so, fünf Sterne ist das nicht. Jedenfalls, wir haben das gelöst gekriegt. Ich meine, wir sind ja da auch sehr entspannt in der Regel und haben uns dann halt am nächsten Morgen dann zum Wandern aufgemacht. Ich hatte dann vorher recherchiert und hatte mir halt wirklich die langen Trails rausgesucht. Von denen gibt es zwei. Und ich habe mir den Centennial Trail rausgesucht und den sind wir ja dann auch gegangen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und wen trifft man an solchen Parkplätzen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ja auch so ein Stereotyp, den habe ich, bevor ich jetzt hier gewohnt habe, noch nie gehört. Ja, da war ich überrascht von diesem Stereotyp, aber was Menschen so über Deutsche sagen, ist, egal wo man Deutsche generell trifft, ist beim Wandern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber auch entsprechend ausgerüstet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, natürlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du erkennst den Deutschen natürlich an der passenden Wanderhose, dem Wanderrucksack. Also wir gehen nicht einfach nur wandern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, also wir zelebrieren das. Und das war ja schon in Banff so. Stehen wir da auf dem Parkplatz und ich warte noch, bis der Dirk das Auto abgeschlossen hat. Da ruft von mir jemand seiner Freundin zu und ich so, ach. Und dann sind wir halt so ins Gespräch gekommen. Es war ein total nettes Pärchen aus Koblenz, Philipp und Bianca. Grüße auch an dieser Stelle.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, genau.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann standen wir da auf dem Parkplatz, haben angefangen zu ratschen und dann irgendwann mal haben wir beschlossen, jetzt gehen wir halt mal los und wir sind auch den ganzen Trail zusammengeblieben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich muss sagen, das hat mein Gehirn schon so ein bisschen aus dem Tritt gebracht, dass ich plötzlich den ganzen Tag Deutsch geredet habe, obwohl ich in Kanada war.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das war irgendwie komisch. und der Weg war schon sehr anspruchsvoll, da gingen über viele Wurzeln und Steine und so, war aber echt schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> War wunderschön. Ich war zu dem Zeitpunkt schon ein paar Wochen lang nicht mehr so ganz fit, musste das aber nicht so wirklich. Also ich habe halt geschwitzt wie blöd und dachte mir, das ist aber anstrengend, der Weg.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und bei mir war es mein Fuß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, du hattest ja, du hattest kurz vorher deine Freigabe bekommen, dass dieser Fuß in die Wildnis entlassen wird.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich hatte meine Wanderschuhe an, die über die Knöchel gingen, dann war das alles kein Problem.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe mir extra neue gekauft, wie sich das für so einen deutschen Wanderer gehört. Wenn man nicht nur so zwei Stunden Popelwanderwege macht, dann braucht man auch entsprechendes Schuhwerk, finde ich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der Weg war ausgelegt auf fünfeinhalb Stunden oder so, wo ich gedacht habe, äh, zehn Kilometer, dafür brauchen wir fünf Stunden. Naja, also es war, wie gesagt, es war schon anspruchsvoll. Wir haben auch tatsächlich vier Stunden, glaube ich, oder so gebraucht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber es war fantastisch. Wir hatten ja die Hoffnung, dass dieses lange Wochenende in die Zeit reinfällt, wo die Herbstblätterfärbung so richtig bunt ist und Susanne hatte den Blick auf den Blättertracker, von dem hatten wir ja beim letzten Mal schon erzählt und da hieß es dann, der Algonquin Park sei jetzt in Full Bloom. Es war atemberaubend, wir haben solche Wälder noch nie gesehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir kamen ja dann auch an so eine Höhe und darüber konnte man eben über den Algonquin Park hinweg schauen und da ist halt kein Türmchen, kein Kernkraftwerk, wenn ich jetzt an den Schwarzwald denke, kein kleines Dörfchen irgendwo, das sind alles nur Bäume.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Blanke Natur. Und in dem Park gibt es Bären und diverses anderes kanadisches Wildlife.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir wurden zum Beispiel konsequent auf unserem Weg von irgendwelchen Eichhörnchen beschimpft und wir sind an einem See vorbeigekommen, da lebte ein Biber und dieser Biber hat kunstvoll ein Bollwerk gebaut, um den See aufzustauen und der See war wirklich, also das sah so aus, als wäre die Tasse bis zum Rand voll gefüllt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wie so ein Infinity Pool.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bis oben hin.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war garantiert mal ein Fluss und dieser Biberdamm war wirklich beeindruckend, der war so hoch wie wir ungefähr, also an manchen Stellen. Und ich habe mir gedacht, das war ein echt ehrgeiziger Biber, der hat sich den Assuan-Staudamm als Vorbild genommen, wo du denkst, wenn das Ding jetzt irgendwo bricht. Aber der floss</p>
<p><strong>Susanne:</strong> auch nirgendwo Wasser durch, der hat das wirklich komplett aufgestaut, ich war völlig fasziniert. und der ganze See lag da ganz ruhig und glatt, ja, und darin haben sich die bunten Bäume gespiegelt, also es ist herrlich. Also was die bunten Bäume angeht, Leute, so eine Farbpalette habt ihr noch nie gesehen in eurem Leben. Das ist so, als würdest du zu einem Maler hingehen und sagen, ach, mal mir doch mal so eine Herbstlandschaft, ja, und der fragt dich, okay, was wäre denn so deine Farbpalette, was willst du denn mehr haben von welcher Farbe? Und du sagst ja. Ja! Genau, genau. Du sagst ja. Ja,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> es war wirklich krass.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also absolut. Von knallgelb bis fast pink und grün in allen Farben und orange. Also völlig krass.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das ist ja ein Mischwald, das heißt man hat wirklich alles. Man kann diesen ganzen Park erpaddeln, also mit Kanu oder Paddelboot halt. Machen wir halt</p>
<p><strong>Susanne:</strong> das nächste Mal mit dem Kanu.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, am nächsten Tag sind wir dann aufgebrochen, auch wieder so früh und ich muss jetzt mal überlegen, wie hieß denn der? Der hieß irgendwas mit Tower.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der war uns empfohlen worden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der war uns empfohlen worden und war auch so sieben, acht Kilometer. Aber so von der Strecke her fand ich den fast noch schöner als den ersten Trail, den wir gemacht haben. Wir waren da wirklich komplett allein am Anfang.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das Centennial ist halt auch so der...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist der Aushänge unter anderem.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, einer der Bekannteren dort, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, zu den ganz Bekannten sind wir nicht hingegangen, wo man halt nur zwei Kilometer, da sieht man dann immer Leute mit irgendwelchen Kinderwägen aussteigen. Ja, und der war fast noch schöner, also das Licht, das durch die Bäume fiel, diese bunten Bäume, also ja. Und auf dem Weg dahin kommen wir so an einer Menschenmasse vorbei, an Autos. Da muss ich jetzt mal</p>
<p><strong>Dirk:</strong> kurz reingrätschen, bevor du jetzt weitererzählst. auf dieser ganzen Strecke schauen einen Schilder grimmig an und weisen darauf hin, dass man nirgendwo außer an den Parkplätzen anzuhalten hat und man sah dann immer wieder mal also auch als wir beim ersten Mal da reingefahren sind in den Park, immer wieder mal Leute, die halt irgendwie um eine Kurve gefahren sind, die gedacht haben boah, bunt und dann das Auto anhalten und dann da fotografieren und neben mir saß meine Ehefrau und hat darüber gelästert, dass die Leute offensichtlich Schilder nicht lesen können und dass sie da wohl auch mal irgendwo hinwandern und da fotografieren könnten und überhaupt. Super. So, Tag zwei. Menschenmasse am Straßenrand.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, Menschenmasse. Viele Autos, die angehalten haben. Ich so, warum halten die alle hier? Und ja, war dann auch klar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Plötzlich begeisterter Schrei neben mir.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Moose, Moose, Moose.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was so viel hieß wie Halt gefälligst an.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, jedenfalls stand da halt so ein Moose direkt, naja nicht direkt neben der Straße, aber in der Wiese und hat da vor sich hin gemampft, ganz gemütlich. Das hat ihn auch völlig kalt gelassen, dass da irgendwelche Leute stehen, die Leute halt mit ihren Kameras und Moose, Moose. Jedenfalls, yay, wir haben unser erstes Moose hier gesehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist das größte Vieh. Die sind riesig. Ja, also es werden in Kanada irgendwie auch mehr Leute durch Moose verletzt als zum Beispiel durch Bären oder so, weil die kennen halt nix, die laufen dich auch einfach um. Dieses Moose wollte einfach nur frühstücken. Ja, es wollte einfach da stehen und da gemütlich vor sich hin mampfen. War aber sehr malerisch, also im Hintergrund Wald, davor Meadow, von der Straße sieht man ja auf den Fotos nix, von den Menschen, die da stehen auch nicht. So 30 Leute, alle mit Kameras und Handys aufs Moose gerichtet. Die sind ja in den Fotos nicht zu sehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der kanadische Alpenverein hat sich dann überlegt, was könnte man denn heute machen? Ach, stellen wir mal ein Moose dahin.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nach dem Moose hast du gesagt, jetzt wärst du dann auch bereit für ein Bären.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die nächste Stufe ist mal ein Bären.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wir</p>
<p><strong>Susanne:</strong> sind drunten begegnet, die irgendeine Bärglocke um den Hals hatten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so eine Glocke, wie uns meine Schwester Cora geschenkt hat. Grüße gehen raus, wir haben ja auch eine Bärenglocke Ich weiß ja nicht, ob man damit eigentlich nicht auch den gegenteiligen Effekt hat, dass ein Bär dann weiß, ah da, Essen wird geliefert</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also jedenfalls Algonquin Park war wunderschön und wir sind auch am dritten Tag nochmal eine kurze Strecke gelaufen, bevor wir dann eben nach Hause gefahren sind Sind jedenfalls dann am Day of Truth and Reconciliation sind wir dann zurückgefahren Es ist ein kanadischer Feiertag, den sie erst vor zwei Jahren, glaube ich, eingeführt haben, hat jedenfalls eine Kollegin von mir gesagt. Und es gedenkt halt den Kindern, die man damals den First Nations entrissen hat und in Schulen reingezwungen hat. Eigentlich trägt man an dem Tag Orange als Zeichen, dass man daran denkt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben gemütlich zurückgefahren, haben den Mietwagen abgeworfen. Was ich ganz spannend finde, ist, dass diese Herbstfarben, die haben hier in Toronto fast noch drei Wochen gebraucht, bevor die hier angekommen sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist wie so eine Welle, die dann von Norden nach Süden schwappt. Inzwischen haben die Blätter ja auch keine, die Bäume keine Blätter mehr im Algonquin Park. Während hier Toronto Island fängt langsam an, sich zu verfärben und Blätter abzuwerfen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das sind so ein paar Bäume, die wir hier sehen, die schon keine Blätter mehr haben. Aber es ist halt jetzt praktisch hier so Herbstfarben, während der Norden schon komplett sich auf den Winter bereit macht und auch schon die ersten Dustings gehabt hat.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach so, Dustings.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also da schneit es zum Teil schon gelegentlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wo sind wir denn jetzt hier? Wir haben den Truth and Reconciliation.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nach dem Algonquin Park haben wir einfach gearbeitet. Nach dem Algonquin</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Park bin ich erstmal krank geworden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber nicht wegen dem Algonquin Park, sondern witzigerweise hattest du ja Blut abgegeben, weil wegen deiner Schilddrüse-Tabletten. Genau, und Freitag hast du Fieber gekriegt und zwar richtig hohes Fieber, 40 Fieber.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau. Und dann hatte ich ein paar Tage echt hohes Fieber.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und dann sind wir am Samstag losgezogen zu der Health-Klinik, wo du dein Blut abgegeben hast. Und die haben uns die Ergebnisse geteilt, obwohl kein Arzt da war. Und haben dann Chat-GPT gebeten, uns die Ergebnisse zu erklären, was Chat-GPT übrigens wundervoll gemacht hat.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, bekamen dann da gesagt, jo, also es sieht nach dem Blutergebnis so aus, als hätte ich irgendeine Art von Infekt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber die Schilddrüsenwerte waren okay. Das war jetzt schon mal die erste Beruhigung, okay, Schilddrüse ist es nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber 40 Grad Fieber sind schon hart. Wenn man mal so zwei, drei Tage 40 Grad Fieber hat als Erwachsener, dann fühlt sich das irgendwann so an, als wenn jemand dein Gehirn auseinandergebaut hat, die Einzelteile vor dir hinlegt und sagt, du setzt es wieder zusammen, ich habe keine Lust mehr und geht. Ja, ich habe dann, wenn ich schlafen wollte, habe ich geschwitzt wie blöd, Schüttelfrost gehabt, also das ganze Programm. Und jetzt ist aber das Ding, wenn man nicht so genau weiß, was man hat, man weiß aber am Montag wird ein Arzt drauf gucken, dann habe zumindest ich den Impuls, meinen Körper nicht an seiner normalen Reaktion zu hindern. Weil ich hätte ja jetzt natürlich auch Ibo und Aspirin und was weiß ich nehmen können, um das Fieber zu drücken, aber ich hatte halt die Sorge, wenn ich schon irgendeinen Effekt habe, von dem ich nicht genau weiß, was für ein Effekt das ist, dass ich mir vielleicht noch was Größeres einhandle, indem ich meinen Körper daran hindere, den Infekt zu bekämpfen. Das war so mein Gedanke.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, ich hatte auch so ein bisschen Auge drauf, weil das Problem ist ja, diese Balance zu finden mit ja, du lässt es ausfiebern und dein Körper wird zu schwach.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe auch übrigens fast fünf Kilo verloren über diese Woche. Ja, also es war erstaunlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es war auch, also es war beunruhigend für mich. Ja, und am Montag habe ich dich ja dann zum Arzt begleitet, einfach um sicher zu gehen, dass der Dirk da auch heile ankommt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der hat mich dann zum Lungenröntgen geschickt, um auszuschließen, dass es irgendwie so eine ungewöhnliche Lungenentzündung oder so sein könnte. Ich hatte mal</p>
<p><strong>Susanne:</strong> mein Ältester und da konnte man die Lungenentzündung eben nur auf dem Röntgenbild erkennen. Es war dann eben ein Blaseninfekt und Antibiotikum hat es dann... Moderne Medizin.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Moderne Medizin, so großartig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, jedenfalls, der Dirk war dann auf dem Weg zur Besserung und mit Antibiotikum wusste ich ja dann auch, dass es alles okay ist und ich bin dann an dem Mittwoch nach New York geflogen, um einen Freund von mir zu sehen, der im Moment oder dann aus Australien da war. Das letzte Mal haben wir ihn gesehen in Australien.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist immer noch faszinierend, finde ich, dass wir jetzt irgendwo wohnen, wo wir einen kurzen Commute nach New York haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und das ist echt, ich habe hier wieder den City Airport benutzt, zu dem ich hingelaufen bin, ganz gemütlich, war dann für ein paar Tage in New York, habe dann eben unseren Freund gesehen und meine Freundin aus Schweden, die ist am Wochenende angereist, weil die nämlich eben Upstate New York irgendwie Business Trip hatte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Warst du dann da eigentlich auch bunt in New York?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also ich bin ja drüber geflogen und die Bäume waren noch alle grün. Also tatsächlich, es kommt von Norden runter. War so zwei Wochen später eigentlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, da</p>
<p><strong>Susanne:</strong> habe ich also meine schwedische Freundin wieder gesehen und bin dann Sonntagabend, nachdem wir in einem Broadway Musical waren, ich habe nochmal Six gesehen, nach Hause geflogen. und Porter Airlines, ja, ich komme in Newark an den Flughafen, sagt sie, wollen Sie den früheren Flug nehmen? Ich so, ja klar. Und dann bin ich sogar früher nach Hause gekommen als geplant. Ja. War schön. Dann hatten wir noch Montag frei, weil Montag war dann Thanksgiving.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das kanadische Thanksgiving ist nicht nur an einem anderen Tag als das amerikanische Thanksgiving, sondern es ist auch was anderes. Ja. Also die Kanadier feiern Thanksgiving eigentlich in demselben Sinn, wie in Deutschland das Erntedankfest gefeiert wird. Nur dass das Erntedankfest ja kein freier Tag in Deutschland ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, ist es nicht. Die Kanadier feiern im Grunde Erntedank als Dankeschön für die Ernte, wie es halt schon so, Erntedank, ja. Aber halt auch mit Truthahn und Pumpkin Pie und die Familie kommt zusammen und futtert. Also da sind sie ähnlich den Amis, aber halt mit einem anderen Hintergrund.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also die nehmen das auch als Entschuldigung, um gemeinsam viel zu essen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Natürlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich meine, das ist ja auch beim deutschen Erntedank so, wenn man es feiert, dann ist das auch eine Entschuldigung, um viel zu essen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber deutsche Erntedank habe ich im Kopf immer so und da waren wir in der Grundschule im Kindergarten, sind wir dann in die Kirche gegangen und haben irgendwelches Gemüse und Obst irgendwie auf den Altar gelegt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, daran erinnere ich mich auch, dass man das Zeug irgendwie in der Kirche aufgehäuft hat. Ich habe mir nie die Frage gestellt, was machen die eigentlich mit dem Zeug nachher?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Keine Ahnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die lassen es doch nicht verrotten in der Kirche, oder?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, bestimmt nicht. Wird es irgendwo gespendet oder so?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sitzt irgendwie der arme Pfarrer wochenlang da und ist karotten. Da war schon wieder Karotten eintopfen. Karottenrüben eintopfen. Können die nicht mal irgendwie ein Schweinebraten bringen, muss es immer Karotten und Rüben sein. Aber da, ja, was feiern denn eigentlich dann die Amerikaner?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also der Ursprung vom amerikanischen Thanksgiving ist natürlich auch ein Harvest Feast. Das erste Mal 1619 und das haben 38 englische Settler gefeiert, die halt hergekommen waren auf der Margaret. Der Tag, an dem die Schiffe kamen und dort Sachen angepflanzt haben, das ist das, was sie feiern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Amerikaner feiern, dass sie erfolgreich den nordamerikanischen Kontinent übernommen haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Während die Kanadier das ursprünglich religiöse Erntedankfest feiern. Aber nachdem ja eigentlich allen sowieso egal ist, was sie feiern, hauptsache sie haben einen Feiertag und allen gemeinsam ist, dass sie sich einfach nur mit ihren Lieben treffen und gemeinsam essen, ist das, glaube ich, unterm Strich einfach egal. Aber wichtig zu verstehen ist, dass Thanksgiving in den USA und Kanada an unterschiedlichen Tagen ist. Und die machen hier gefühlt weniger Aufriss drum, als in den USA. Weil in den USA hat es ja einen Stellenwert wie in Deutschland praktisch Weihnachten, kannst du sagen. Das ist ja immer</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Donnerstags. Das heißt, der Freitag ist es nicht immer Black Friday,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wo es dann die</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Superpreise gibt, wo sie dann immer die Geschäfte überrennen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube, ja. Ich meine, im Endeffekt ist es halt so, wenn du irgendwie so zwei Tage im Jahr hast, an denen du garantiert deine Familie besuchst, dann ist das für die Amerikaner das Christmas and Thanksgiving.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Wo waren wir jetzt stehen geblieben? Genau, ich bin heimgekommen aus den, aus... Du bist aus</p>
<p><strong>Dirk:</strong> New York heimgekommen und irgendwie sind wir bei Thanksgiving gelandet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und in der Woche von Thanksgiving haben wir dann auch unseren nächsten Besuch begrüßen dürfen, nämlich meine Freundin Michelle aus Austin, Texas. Access. Die war hier für fünf Tage. Und</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Michelle ist super. Ja, Michelle ist super. Michelle ist super. War allerdings auch ganz spannend, weil für uns ist Michelle eine spannende Gesprächspartnerin, dadurch, dass sie ideologisch anders unterwegs ist als wir. Ja, also sie ist Republikanerin, sie hat beim ersten Mal auch Trump gewählt, was sie diesmal wählt, keine Ahnung, ja. Sie ist Born-Again-Christian, was halt eine der doch eher christlicheren Gemeinden im USA ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wobei sie das ja auch nicht so nach außen trägt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nö, also sie ist sehr unaufdringlich mit all diesen Dingen, aber ich sag mal so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und sie besitzt eine Waffe daheim.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und sie besitzt eine Waffe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hat sie aber nicht mitgebracht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Für mich macht das halt einfach auch aus ihr eine spannende Gesprächspartnerin, weil sie sich ja der Diskussion ja auch ganz offen stellt und wirklich eine gute Gesprächspartnerin ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich finde, die sind echt das Smart Cookie.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da waren wir halt mit Michelle dann unterwegs, die habe ich abgeholt vom Flughafen am Donnerstag, am Freitag sind wir dann mit Kollegen essen gegangen, das hatte ich alles organisiert, damit die sich halt auch mal alles sehen. Und dann sind wir Freitagnachmittag ins Royal Ontario Museum gegangen, also ins ROM, um die Quilt-Ausstellung zu sehen, weil Michelle interessiert sich für Quills.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Quilt ist Patchwork, oder?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ist Patchwork. Und da haben wir tatsächlich jahrhundertealte Quills gesehen. War völlig abgefahren. Kanadische Quills. Samstag sind wir dann rüber nach Toronto Island und waren dann da ein bisschen spazieren und am Sonntag sind wir dann zu St. Lawrence Market und dann das Square und waren dann noch essen und ja, wir haben das alles relativ langsam angehen lassen und waren halt immer quatschend unterwegs, ja, war</p>
<p><strong>Dirk:</strong> schön. Ja da war ja hier auch noch gleichzeitig der Toronto Marathon und da Wir haben festgestellt, wir haben die ganze Stadt versinkt sozusagen in Straßenblockaden für den Marathon.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann hatten wir erstmal wieder, also nach langer Zeit, wo wir beide dann gesund waren und mal wieder sturmfreie Bude für uns zu zweit hatten, das war schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dieses Pärchen-Ding ist einfach krass. Voll krass. Wir kochen jetzt auch wieder mehr, weil nach der Blasenentzündungs-Diät möchte ich mein Gewicht hier halten. Wenn einem die Natur schon so einen willkommenen Drop in Gewicht schenkt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich will jetzt nicht sagen, dass ich das auch haben will, weil das klingt irgendwie ein bisschen doof.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist nicht erstrebenswert, aber es war ein angenehmer Nebeneffekt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Am Anfang war das auch so witzig, da haben wir uns ja mal mit einem Uber-Driver unterhalten, der gesagt hat, ach, immer diese Leute, die irgendwie Essen bestellen und sich liefern lassen. Wir haben hier noch nicht ein einziges Mal uns Essen liefern lassen. Wir über Kochen hat uns ja schon immer Spaß gemacht. Der Dirk, der schnippelt gern. Ich manche dann alles zusammen. Logistisch ausgeklügelt natürlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich koche aber auch. Das klingt jetzt so, als wäre ich hier nur der Schnippel-Heino.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nein, ich koche komplette Gerichte, jawohl. Und die sind gut. Ich habe schon öfter den Ernährer gegeben hier, ja? Der Ernährer. Der Ernährer. Apropos kochen. Was wir demnächst auch machen werden, ist, wir werden Freunde</p>
<p><strong>Susanne:</strong> in</p>
<p><strong>Dirk:</strong> die deutsche Tradition des Weihnachtsplätzchenbackens einführen. Jawohl.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich bin gespannt. Nächstes Wochenende machen wir das. Plätzchenbacken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dabei haben wir festgestellt, dass es das Wort Plätzchen im Englischen so eigentlich nicht gibt. Das ist alles Cookie. Kein Wunder, dass sie keine ordentlichen Plätzchen hier haben. Gibt ja auch das Wort Brötchen nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau. Beim Brötchen, ja. Oh, der Dirk hat von der Bio-Apotheke, hat er letztens ein Brot mitgebracht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ein Brot. Und es hatte so eine knusprige</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Kruste. Kruste. Du weißt das Wort schon gar nicht mehr, ich meine mal. Ja, ich habe schon das Wort vergessen. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie knusprig so Krusten sein können. Sollten wir mal selber anfangen, Brot zu backen, wie so ein richtiger Deutscher im Ausland? Nein, nein, ich weigere mich. Du kannst ja Knack und Back mitbringen bei meinem nächsten Deutschland-Trip.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, jedenfalls kommt er nach Hause und zeigt mir das Brot und es macht so ein schönes Knackgeräusch in seinen Händen und ich habe das Brot genommen und einfach reingebissen. Das habe ich auch noch nie gemacht. Es war so gut. Eine knusprige Kruste, ach toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du meinst, du hast da nicht einfach noch ausgelebt, dass wir jetzt hier kinderlos, nicht Vorbild sein müssen, einfach machen können, was wir wollen. Und wenn wir das Brot nehmen wollen und da abbeißen, können wir das tun.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist so, wie wenn du in ein richtig frisches Baguette reinbeißt. So ein Ende.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, das war toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich habe ja hier diverse Brote schon besorgt, die fest waren, die vollkornig waren, die Kruste haben. Ich habe noch nicht oft so viel Begeisterung ausgelöst wie bei diesem Brot.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nicht, weil das Brot so besonders irgendwie, es war schon lecker und so, aber es war jetzt nicht besonders. Wir haben ja das ganze Brot</p>
<p><strong>Dirk:</strong> in zwei Tagen aufgegessen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, weil der so knusprig war. Aber normalerweise findest du halt hier so, also wenn es nicht Toastbrot ist, also das kaufe ich ja sowieso nicht Toastbrot, aber auch diese etwas dunkleren Brote, wenn du die zusammendrückst, dann gehen die halt wieder zurück in ihre ursprüngliche Form.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Für mich haben die alle die Konsistenz von Toastbrot. Also es gibt hier zum Beispiel eine Kette, die heißt, die ist im Prinzip so ein dänisches Backhaus. Stellt sich raus, die Dänen haben genauso eine Brotkultur wie die Deutschen auch. Und da habe ich schon mehrere verschiedene Vollkornbrote gekauft, die auch legitime, große, normale, feste, dichte Brotleibe waren, nur leider unseren Geschmack nicht getroffen haben. Das heißt, wir haben die dann gekauft, wir haben die dann probiert und die haben uns halt selten so richtig gut geschmeckt, weil halt mal Kümmel drin, mal, also, aber, also nicht, aber, oder</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dann am zweiten Tag, so furztrocken, ja,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> oder das, genau, das gibt's ja, gibt's ja auch, dann in der Bio-Apotheke eben, wo ich dieses Krustenbrot hier habe, gibt's halt, wenn die gerade gebacken haben, eine Auswahl an solchen Broten, aber alle anderen Läden, wo wir so reinlaufen, hat das eigentlich alles so eine Toastbrot-Konsistenz, das sieht dann aus wie ein Brot, du denkst ja, oh ja, ein Leibbrot, und dann nimmst du das so in die Hand und es fühlt sich wie so ein Toastbrot an, Schwamm an. Du fasst es so hin und es fällt praktisch komplett durch und da sind wir halt beide komplett raus in dem Moment. Das ist dann kein Brot.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und Brötchen. Die gibt's hier nicht. Also</p>
<p><strong>Dirk:</strong> außer man will Hamburger Buns. Also so die Dinge gibt's natürlich schon. Aber das ist ja</p>
<p><strong>Susanne:</strong> auch wieder diese super</p>
<p><strong>Dirk:</strong> soft.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also irgendwann mal, wenn ich keine Wenn ich keine Zähne mehr habe, dann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was es aber, was es ja schon als Alternative gäbe und die haben wir ja am Anfang quergefressen, weil wir sie so lecker fanden und die sind auch nach wie vor lecker, auch wenn wir es nicht mehr so richtig oft machen, sind Bagels. Also die richtige Art von Bagel ist schon immer noch sehr lecker. Das wäre so ein Äquivalent zu einem Brötchen, finde ich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber auch da musst du die richtigen Bagels finden, sonst hast du nämlich auch wieder, nicht nur die Konsistenz, sondern die haben dann auch so einen Strohgeschmack irgendwie.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Irgendwie. Ja, man muss die Guten finden. Ja. Da hat der Einheimische einen Vorteil, weil die sich schon mal durch alle durchprobiert haben. Wahrscheinlich, ja. Wo wir ja auch wissen, die haben hier eh keinen Geschmack. Wie ja deutlich wird dann den ganzen Cheddar, den sie überall haben. Ja, die machen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Chips mit Cheddar. Ich weiß nicht, also du gibst regaleweise gibt es so Knusperzeug immer mit Cheddar. Ich will nichts mit Käse drauf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist eben das, was ich meine. Das ist auch bei dem Süßkram so. Wenn du in den Süßkramregal gibst, dann sind irgendwie zwei Drittel davon Davon sind irgendwelche Variationen von Cookie mit Schokolade oder Schokolade mit Cookie. Und beim Snackregal ist es ganz, ganz ähnlich, finde ich. Da ist zwei Drittel davon irgendwelches Puffgebäck mit Cheddar und verschiedenen Cheddar. Ja. Und auch mal Barbecue-gewürzten Cheddar. Oder Dill. Ja, aber im Prinzip ist es Cheddar plus irgendwas plus Gebäck. Und auch im Käseregal, die haben hier geilen Käses. Ontario hat auch eine Käsekultur und Quebec sowieso, ja, also es gibt hier geilen lokalen Käse, aber du hast so das Gefühl, als wenn es irgendwie eine gesetzliche Vorgabe gibt, dass es für einen normalen Käse irgendwie drei verschiedene Cheddar-Sorten geben muss. Also du stehst an diesem Regal und wenn du nicht genau liest, bringst du irgendwie vier verschiedene Cheddars mit heim. Das ist erstaunlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wie halt so immer. Ich will mich da gar nicht so drüber beschweren, sondern es ist einfach, wir suchen halt nach dem, was wir mögen. Zum Beispiel, und da fühle ich mich so dumm dabei, als ich in den USA war, ich muss anders anfangen, bei uns im Büro stehen immer so Boxen mit so, was wir daheim so Kosmetiktücher nennen. die sind so ganz dünn</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Tücher halt</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und ich habe mich immer gefragt warum haben die denn hier Kosmetiktücher auf den Tischen rumstehen ich habe da nie weiter drüber nachgedacht aber ich habe mich halt immer gewundert und dann sehe ich wie eine Kollegin von mir da zwei, drei Tücher rausnimmt und sich damit die Nase putzt einmal, weil zu mehr ist es ja nicht zu gebrauchen, weil so dünn und ich so ach weil es mir einfach überhaupt nicht Und wenn es nicht aufgegangen ist, dass man mit diesen Tüchern irgendwie die Nase putzen kann, da habe ich auch wirklich einen Papierfetisch, muss ich sagen. Und unsere Kinder haben uns ja Tempo-Boxen aus Deutschland mitgebracht. Ich will es ja gar nicht so laut sagen, weil es so peinlich ist irgendwie. Aber ja, ich meine, ich genieße es, dass ich mir keine Gedanken machen muss, ob ich es jetzt aus Versehen in meiner Hose vergesse. Als ob du</p>
<p><strong>Dirk:</strong> jemals Tempos aus Versehen in deiner Hose vergisst. Das ist ja wohl mein Job.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, das ist mir auch schon passiert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das große Tempo vergessen von 2012.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, kannst du es auch mehrmals benutzen, weil es halt nicht gleich durchgerotzt und lauter so Zeug. Ja, also.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also auch bei diesem Cheddar, das will ich auch nicht als eine Beschwerde verstanden wissen oder so eine Grievance. Mich stört es auch überhaupt gar nicht. Ich mag auch diese ganzen Snacks mit Cheddar. Ich finde es nur auffällig, wie wenig Variation da existiert. Du läufst in dieses Regal rein und da hast du das Gefühl, soweit das Auge reicht, gibt es Verschiedenes. Aber wenn du es dir genau anguckst, das ist wie das Müsli-Regal in Deutschland. Ich fordere euch alle raus, mal im Müsli-Regal stehen zu bleiben und mal nach Müsli zu suchen, in dem kein Hafer ist. Ihr werdet feststellen, all diese Müsli-Sorten sind eigentlich alles Variationen von Hafer plus irgendwas. Und wahrscheinlich, weil Hafer einfach das Billigste ist. Und ich habe so dieses Gefühl, genauso ist es mit diesen Snack-Regalen hier. Da läufst du rein und weil ich halt nur mal Cheddar nicht kenne, kann ich den Geschmack nicht einschätzen, aber da läufst du in dieses Regal und du hast so diese ganzen verschiedenen Variationen von Kartoffelgebäck aufgepufft mit Cheddar und zwar einfach nur verschiedene Cheddars und verschiedene Geschmäcker, aber du hast so den Eindruck, boah, gibt es hier viel Verschiedenes, bis du dann mal was anderes möchtest als Cheddargebäck und feststellst, es gibt nichts anderes als Cheddargebäck.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es gibt schon ein bisschen was anderes, aber ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich übertreibe, aber ja. Ich habe ja auch Müsli ohne Hafer gefunden, so ist es ja nun nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das mag jetzt auch ein bisschen dumm klingen oder so, aber wir sind ja auch immer noch auf der Suche nach dem richtigen Klopapier. Eine Kollegin hat es letzt erwähnt, als Susanne nach Kanada gezogen ist, da habe ich sie gefragt, wovor sie denn Angst hatte. Ja, da hast du gesagt Klopapier, weil ich halt immer nur dieses Schmilz in der Hand aus den Washrooms hier im Büro oder sonst wo halt herkenne.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also ich meine, es geht schon. Hier der ganze Kontinent kommt damit klar, also es funktioniert. Aber tatsächlich ist es eine Umstellung und das Papier, das da verwendet wird, ist super weich. Ja, die packen ja da auch immer weiße, fluffige Kätzchen auch drauf und so. Da hast du das Gefühl, du wischst dir den Po mit einem Kätzchen ab. Einhornfell. Aber es ist halt, erstens mal, der Papierverbrauch ist natürlich exorbitant, aber es ist einfach wirklich schon eine Umstellung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Vor allem, weißt du, ich meine, das ist halt wie jeder Automatismus. Du bist es halt gewohnt in einer bestimmten Form. Du nimmst zwei Blättchen, alles fein. Ja, und hier musst du erst mal überlegen, okay, was ist denn jetzt die übliche Menge, die ich benutzen muss?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe eine Webseite gefunden, die erklärt einem, wie man sich mit Klopapier verschiedener Art den Po abwischt. Nein. Soll ich dir diesen Link mal weiterleiten und dir die Notizen zur Sendung packen? Echt jetzt? Es gibt doch wirklich alles. Ja. Ja. Bringen wir dann jetzt Klopapier aus Deutschland mit? Nein. Nein. Nein, so weit wollen wir nicht gehen. Nein. Also wir haben unseren Frieden gemacht. Wir haben inzwischen ja auch festeres Klopapier hier gefunden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe eine andere Einkaufsliste für Deutschland. Wir bringen auf jeden Fall Lebkuchen mit. Lebkuchen? Ja, und ich werde dich mit Kartoffelpuffer vollstopfen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Den bringen wir aber nicht mit.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Den könnte man hier auch machen, wenn man diese Wohnung richtig lüften könnte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, wir sind schon deutsch. Ja, nee, Smint steht auf der, wahrscheinlich so Tempo-Boxen nehmen wir auch wieder mit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist schon immer schön, das zur Hand zu haben. Ich glaube, ich könnte ohne diese ganzen Sachen auskommen. Ja, könnte ich auch. Bist du sicher?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich kann auch ohne.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du kannst auch ohne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber ich muss ja nicht, wenn nicht unbedingt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gestern habe ich irgendwie so Pie hier gekauft und der hatte...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kuchen, meinte Dirk, Kuchen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Pie, also tatsächlich diesen Kuchen, der oben zugedeckt ist. So was gibt es ja in dem Sinne in Deutschland nicht oft.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Außer Linzer Torte. Ist die so? Ja, Linzer-Torte hatte ja eigentlich auch immer so ein Gitter oben drüber. Also die ursprüngliche Linzer-Torte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das ist auch die, wo man sich, wenn die nicht richtig gemacht ist, am Kuchenboden die Zähne ausbeißt, oder? Ja, die klebt dann am Gaumen fest. Die Konsistenz von Gummi mit Hartplatte. Muss man immer</p>
<p><strong>Susanne:</strong> gut Kaffee oder Tee hinterher schütten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ja, genau. Ja, also hier, die machen ja einen Unterschied zwischen Cake und Pie. Pumpkin Pie und Apple Pie und so sind in aller Regel genauso mit oben so einem Gitter oder manchmal auch geschlossen. Also mit so einem geschlossenen Teigdeckel oben drauf. Und dann hast du im Prinzip, ist das eine Art Kompott in Teig. Ja, gebacken. Und die sind schon geil. Also wir hatten jetzt schon mal einen Pumpkin Pie, der war schon wirklich lecker. Und gestern habe ich eben so eine Felsenbirne, die hier Saskatoon Cherry heißt, gekauft, wo wir dann extra nachgeguckt haben, was wir jetzt da eigentlich essen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> War lecker.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> War lecker. Das geht jetzt mal auf meine persönliche Liste von Zeug, an das ich mich hier super gewöhnen kann, das in Deutschland nicht so einfach zu kriegen wäre, nehme ich mal an, das wir dann dort selber machen müssten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so ein Pie. Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dagegen steht der Käsekuchen. Entweder Käsekuchen oder Pie.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Cheesecake gibt es ja schon reichlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber das ist ja nicht Käsekuchen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich kann auch mal ohne Käsekuchen. Außerdem wird mir einmal im Jahr Käsekuchen gemacht. Den, den du jetzt beim letzten Mal hier gemacht hast, der war sehr legit. Okay. Das, obwohl da kein Quark drin war. Und ich wüsste ja sogar, wo ich Quark herkriege. Und ich wüsste sogar inzwischen, wie man Quark selber machen könnte. Dinge, die wir lernen. Dinge, die wir lernen, jawohl. Was gibt es ansonsten noch so? Wir erfreuen uns nach wie vor daran, dass wir hier in einem zweisprachigen Land sind. Und? Also Susanne ist immer völlig fasziniert davon, wenn wir Nachrichten gucken und wir sehen Politiker, die im Flug, während sie reden, von Englisch ins Französische und zurück wechseln. Das ist tatsächlich sehr beeindruckend, finde ich. Wir amüsieren uns auch immer sehr über Politiker aus Quebec, die so Dinge sagen wie, irgendeine Forderung ist gut für Quebec und Kanada. Es ist gut für Bayern und Deutschland. Ja, es ist einfach irgendwie lustig. Hier sind ja auch alle Packungen zweisprachig und das sorgt dann, weil ich ja so ein Verpackungsleser bin, bei unserem Frühstückstisch für interessante Beobachtungen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie spannend unsere Gespräche in der Früh sind, wenn wir uns ausgiebig über Adjektive unterhalten. So heute passiert. Jedenfalls, diese Zweisprachigkeit ist super. Wo das etwas unwillkommen ist, ist, wenn man so wie wir jetzt letztens einer Serienempfehlung von Michelle folgen möchte. Ja, die hat uns eine Serie namens Counterpart empfohlen. Die in Berlin spielt. Und auf Apple TV zu haben ist. Und dann haben wir festgestellt, dass Apple die französischsprachige synchronisierte Version bevorzugt an uns verkauft hat, weil wir ja in Kanada sind, statt die englische Version. Das heißt, ich habe dieses Ding gekauft und dann haben wir auf Play gedrückt und plötzlich haben die alle Französisch geredet. Außer, es waren deutsche Figuren in dieser Serie, die haben Deutsch geredet. Das war alles sehr verwirrend und konnten dann auch nicht einfach noch das Englische dazukaufen oder den Sprach... Nein, einfach die</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sprache umstellen, wie das normalerweise so gang und gäbe ist. Nein, nicht bei Apple TV.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Apple TV hat in Kanada für manche Serien eine eigene französische Version. und die ist dann nur französisch. Und wenn man nicht aufpasst, wird einem die als Standard verkauft. Das Internet ist voll mit Leuten, die darüber kotzen. Weil nämlich, nachdem man das Ding einmal gekauft hat, sagt Apple, so schick hast du ja die Serie gekauft. Hier ist sie. Im Französisch. Im Französisch. Wie, du willst jetzt Englisch? Ah ne. Lern mal Französisch gefälligst. Oh, wie dumm. Ich frage mich, was das für ein technischer</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> und sie war dann nur auf Deutsch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war exakt derselbe Effekt, wenn man mal drüber nachdenkt. Also gibt es ja auch dieses Phänomen. Ja, ansonsten beobachten wir von hier aus, wie das Reh im Scheinwerferkegel die Wahl in den Vereinigten Staaten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, noch zweimal schlafen, dann ist bei denen der Super Tuesday. Am Dienstag haben alle meine amerikanischen Kollegen einen freien Tag, Alltag, weil meine Firma einen Tag frei gibt zum Wählen. Das macht ja auch nicht jede Firma. Im Zuge dessen haben wir herausgefunden, warum die immer dienstags wählen, weil für uns war das immer so ein bisschen seltsam. Warum wählen die Dienstag? Wir wählen ja immer an einem Sonntag. Und haben dann festgestellt, viele, viele, viele Jahre zurückgedreht, damals, als die Bauern nämlich zum Marken mussten und auch in die Kirche gegangen sind sonntags, dann brauchten die halt eine Zeit, um aus der Kirche wieder zurück zu ihren Farmen und zu dem Ort des Wählens zu kommen. Und am Mittwoch war ein Markttag und deswegen haben sie es dann auf Dienstag gelegt, weil das vom Zeitfenster her das Einfachste war, was jeder machen konnte zwischen Kirche und Markttag, um zum Wählen zu gehen. So, deswegen ist es immer noch am Dienstag.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aus kanadischer Sicht ist die Wahl gruselig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wahrscheinlich nicht nur aus kanadischer Sicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber aus kanadischer Sicht sind beide Optionen jetzt nicht unbedingt gerade beruhigend, weil einfach ganz klar ist, egal wer da gewählt wird, wird das wirtschaftliche Verhältnis zwischen Kanada und USA, an dem wird gearbeitet werden müssen. Also Kanada hängt mit über 70 Prozent Wirtschaftsexporten an den USA und man macht sich hier Gedanken. Man macht sich hier auch Gedanken um die eigene Regierung, die nach wie vor, also Trudeau ist immer noch im Amt. Aber was hier jetzt so nach und nach stattfindet, sind Provinzwahlen. Also in British Columbia, in Saskatchewan haben sie, glaube ich, gewählt und weiß nicht wo noch sonst so. Aber hier sind Provinzwahlen so nach und nach.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> New Brunswick oder Nova Scotia.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ah, stimmt, stimmt, stimmt. Da wurde auch gewählt, ja. Das heißt, wie in Deutschland auch, jetzt wo da die ganzen Bundesländer so einsam, anderen irgendwie Wahlen hat, ist das jetzt hier auch gerade. Und die Trudeau-Regierung hält sich immer noch im Amt. Bleibt spannend. Das Aufreger-Thema hier sind mehrere. Kanada hat seine Einwanderungsregeln ziemlich angezogen jetzt in den letzten zwei Wochen. Will heißen, die fahren ihre Neuaufnahme runter. Hauptsächlich haben sie es abgesehen auf das, was die hier Temporary Foreign Workers nennen. Wir würden das Saisonarbeiter nennen, glaube ich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber auch da wieder der Hinweis, das machen sie nicht, weil sie Ausländer irgendwie doof finden. Im Gegenteil, also ganz Kanada ist bewusst, wie sehr sie darauf angewiesen sind, dass Einwanderung stattfindet und das begrüßen die ja auch, sondern einfach, weil sie mit der Infrastruktur nicht hinterherkommen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sie haben gleichzeitig jetzt auch gesagt, dass wahrscheinlich die Wirtschaft schrumpfen wird in den nächsten zwei, drei Jahren, weil sie die Immigration zurückfahren. Das heißt also dieses Rumschrauben an den Immigration Quotes ist hier immer ein großes Thema, weil sie es eigentlich hochhalten wollen, aber im richtigen Maß. Es gibt auch, was ich hier überhaupt noch gar nicht gehört habe, ist die Behauptung, dass irgendwie Kriminalität von Einwanderern oder so ein Thema wäre, speziell.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, das hört man eigentlich nur in den USA immer.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, oder in Deutschland. Ja, oder in Deutschland, ja. Ja, aber es ist hier ein Nullthema. Also die Motivation, wie du sagst, ist hier eine wirtschaftliche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich glaube, wonach die suchen, ist die richtige Balance zu finden aus Einwanderung und Infrastruktur auf Peppen. Und das ist halt schwierig. Also es ist halt super komplex, dieses Thema.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, für uns ist das halt auch immer deswegen spannend, Weil wir uns jetzt so langsam auf dem Weg finden, eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Im Moment haben wir ja nur eine Arbeitsgenehmigung und die ist auf drei Jahre begrenzt und die kann man dann natürlich verlängern, aber die hängt halt am Arbeitgeber. Wir haben das hier ja schon ein paar Mal erklärt, aber wir würden halt gerne sowas wie eine Green Card oder in Europa heißt das Ding eine Blue Card haben. Das heißt, das Recht, uns hier aufhalten und arbeiten zu dürfen, egal bei welchem Arbeitgeber und unbegrenzt theoretisch. Und dann gibt es halt hier einen ganzen Zoo. Hier gibt es Dutzende von Wegen, wie man so eine Residency bekommen kann für unterschiedlichste Gruppen von Leuten. Also wenn man Arzt wäre, kann man einen anderen Weg einschlagen, oder wenn man ein Handwerker ist zum Beispiel. Oder wenn man Französisch spricht und nach Quebec einwandern will, ist das besonders einfach tatsächlich. Also wenn wir nach Quebec ziehen wollen, dann bist du unser Golden Ticket. Sehr witzig. Ist gut für Quebec und für Kanada.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich bin gut für Quebec und für Kanada.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Im Augenblick befinden wir uns dann so im Zusammentragen der verschiedenen Unterlagen, die man da so braucht. Es kann passieren, dass wir dann so Dinge machen, wir dürfen rausfinden, wie man eigentlich ein Führungszeugnis in Deutschland bekommt, wenn man nicht in Deutschland ist. Es scheint nicht so einfach zu sein. Nein, aber es wird sich dann alles schon irgendwie finden. Andere haben es ja auch geschafft.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das denke ich auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ansonsten, Doug Ford ist sozusagen unser Söder. Doug Ford ist hier in Ontario das, was der Söder in Bayern ist. Und Doug Ford macht momentan auch Wahlkampf und deswegen fällt Doug Ford durch kernige Forderungen und Aussagen auf. Der letzte Lacher, der irgendwie war, ist, dass er einen Pressetermin an irgendeiner Autobahn gemacht hat. Hier der 401, eine der meistbefahrenen Autobahnen im ganzen Land. Und erklärt hat, er will das Ding jetzt untertunnelt haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, er muss zwar erstmal nochmal gucken wegen der Kosten. Ich meine, das sind ja Milliarden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ganz Kanada lacht, weil sie einfach mal so projiziert haben, wie viele Milliarden das sind, wenn man das untertunneln würde. und unter anderem kann er da auch deswegen, weil so Dinge gemacht wurden, wie zu sagen, wahrscheinlich will er da jetzt unterirdische Bike Lanes machen, weil während er diesen Tunnel fordert, führt er hier in Toronto einen Kampf gegen Fahrradwege. Wir haben ja in Toronto ein Verkehrsproblem, also zu den Stoßzeiten ist hier zum Teil relativ dichter Verkehr und relativ stehender Verkehr und hupender Verkehr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Man weiß dann auch immer, wann die Stoßzeiten sind, weil die Leute hupen hier ja wie die Bekloppten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hupen ist sehr hilfreich. Aber es gibt halt hier auch so ein paar große Straßen, in denen wurden halt abgetrennte Fahrradwege eingerichtet, um den Fahrradfahrern eine Überlebenschance zu geben, wenn sie da rumfahren. Und Doug Ford möchte die jetzt alle loswerden. Und ja, wie gesagt, es ist gerade Wahlkampf. Das merkt man an der Stelle dann auch. Ja, was denn dein Fazit des letzten Monats?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oktober in Kanada ist echt schön. Also ich meine, das Wetter war immer noch warm, die Farben, also Oktober ist eine andere Art von goldener Oktober, als ich jetzt aus Deutschland kenne, wo oft die Luft schon ganz frisch ist und so. Das war jetzt hier was zum Teil richtig sommerlich. Ja, also bis jetzt, im nächsten Monat sind wir ja dann, nee, warte mal, es ist ja schon November. Diesen Monat sind wir ja dann, Ende November sind wir genau ein Jahr hier. Wow. Krass, gell?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, der 23. Wir haben gestern mal aus so einer Laune raus nochmal die erste Folge von The Expanse geguckt, eine Serie, die wir sehr gerne mögen, Science-Fiction-Serie. Und wir haben diese Serie hier in den ersten Wochen geschaut, als wir hier angekommen sind und in unserem Airbnb im 56. Stock saßen, auf die Hauptautobahn gerichtet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und uns ist beiden aufgefallen, ich kann mich noch genau an dieses Gefühl erinnern, wie wir da saßen und das alles irgendwie so ein bisschen unwirklich und doch wirklich war. Das kennt ihr bestimmt auch, dieses Gefühl, wo du denkst, hä? Irgendwas ist doch anders. und habe ich das jetzt wirklich gemacht?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so ein bisschen lost auch, aber noch nirgendwo angekommen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und ich würde sagen, wenn ich mich hier zum Beispiel auch so in diesem Wohnzimmer umschaue oder wenn wir so durch unseren Alltag gehen, das hat sich schon komplett gedreht. Also wir sind definitiv, also wir sind schon jetzt seit Monaten angekommen, aber gestern fiel es mir halt mal auf, weil ich dieses Intro gehört habe und mich sofort zurückversetzt gefühlt habe in dieses Airbnb. und dieses Gefühl sofort gespürt habe und mir gedacht habe, das hat sich schon sehr verändert seitdem. Also da war noch dieses, oh shit, shit, shit, shit, ich habe es jetzt wirklich getan, das Gefühl, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und wann kommen denn jetzt unsere Möbel und so? Ja, deswegen, ja, Oktober haben wir ja so noch nicht erlebt hier, war echt schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bin mal gespannt jetzt, uns wurde ja von Einheimischen berichtet, dass Herbst sei zwei Wochen lang Herbst und dann wäre es zack Winter. Warte, diese Behauptung stimmt bis jetzt auch nicht. Konnte ich nicht bestätigen. Für mich ist der Herbst bis jetzt hier hauptsächlich, dass die Temperatur schwerer vorhersagbar wird. Also innerhalb von einem Tag kann es 18 Grad am einen Tag, 10 Grad am nächsten sein, das sehe ich so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und die 18 Grad sind dann auch wirklich warm noch. Es haben wir ja schon mal drüber geredet, wie sich 21, 22 Grad hier anfühlt, weil da läufst du dann draußen mit kurzen Ärmeln rum, was ich jetzt normalerweise nie gemacht hätte. Und der See glitzert. Jeden Tag, ist so schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich finde, da können wir doch jetzt einen schönen Abschluss draus machen. Der See glitzert und es ist schön. Also dann, kommt uns mal besuchen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, immer gerne.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Immer gerne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist immer schön, wir lernen auch immer neue Sachen mit Besuchern, weil Besucher entdecken ja nochmal ganz andere Sachen, als wir jetzt vielleicht entdeckt haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Na gut, passt auf euch auf, bis bald.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bis bald.</p>]]></content:encoded>
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            <title>Sommerabschluss</title>
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            <pubDate>Tue, 01 Oct 2024 01:47:01 GMT</pubDate>
            <description>Wir hatten Besuch und waren unterwegs - so lassen sich die letzten zwei Monate eigentlich ganz gut zusammenfassen.</description>
            <itunes:summary>Wir hatten Besuch und waren unterwegs – so lassen sich die letzten zwei Monate eigentlich ganz gut zusammenfassen. Außerdem sprechen wir ein wenig darüber welche Nachrichten es typischerweise von hier nach Deutschland und von Deutschland nach Kanada schaffen und was in der hiesigen Politik gerade abgeht. Falls ihr das Video von Andrew Huang zum Making of von Lake Louise sehen wollt, bitte hier entland: https://www.youtube.com/watch?v=RgRNTT_Q3d4 Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Dirk: Hallo Susanne! Susanne: Hallo Dirk! Wie ist denn das Wetter heute? Erzähl mal. Dirk: Ah, es ist 23 Grad, im Moment ein bisschen diesig, aber den Tag über war es sonnig. Susanne: Ja, ich meine, müssen wir ja abhandeln. Wir müssen ja was für Kanada tun und den schlechten Ruf, was Wetter angeht. Dirk: Ja, wobei du ja jetzt seit letzter Woche schon angefangen hast, hier den Blätter-Tracker zu verfolgen, um zu sehen, wann es denn rötlich und gelblich wird. Susanne: Ja, ja, das ist ja wie bei der Kirschblüte damals. Kann man ja online nachschauen, wie jetzt die Färbung der Herbstblätter sind. Super. Dirk: Ich finde, das ist ein ganz hervorragender Service, weil ähnlich wie bei der Kirschblüte freuen wir uns schon sehr auf die bunten Herbstblätter. Susanne: Aber fangen wir doch erstmal von vorne an. Das letzte Mal hatte ich einen ungeknickten Fuß. Dirk: Das letzte Mal dachten wir noch, es ist ein Bänderriss. Aber die Frau Primms macht keine halben Sachen. Susanne: Nein, nein, also es war so, nachdem ich dann eineinhalb Wochen auf so einem geschwollenen Fuß rumgehumpelt bin und der in allen Farben geblüht hat, bin ich dann doch mal zum Arzt gegangen und der hat dann ein Röntgenbild gemacht und da stellt sich raus, ha, der Fuß ist angebrochen. Wie war denn da Dirk: so die Arzt-Experience? Susanne: Oh, das war super. Also ich bin ja hier in diese Health-Klinik gegangen und da war auch jemand, der sich tatsächlich mit so Fußkram, Knochenbrüche und so weiter auskannte und der hat gleich mal ein paar Expertengriffe gemacht und hat gemeint, da müssen wir wohl Röntgen gehen. Und dann bin ich ins Röntgenzentrum gefahren und die haben mich durchgeleuchtet und dann hatte ich das Ergebnis auch total schnell. Dirk: Das funktioniert auch alles einfach nur mit dieser Healthcard. Susanne: Ja, ja. Und was noch viel cooler war, dadurch, dass ich ja schon knapp zwei Wochen auf dem Ding rumgelaufen bin, konnten sie gleich mit der Physio anfangen. Und Physio findet im exakt gleichen Gebäude statt. Und auch da gehst du nur mit deiner Healthcard hin. Die haben schon alle deine Unterlagen. Also das ist super entspannt. Du kannst alles online buchen, die rufen dich an und sagen, folgendes musst du beachten. Dirk: Elektronische Patientenakte, Teufelszeug, Datenschutz, wie kann man nur. Susanne: Ach so, als Nutzer finde ich es super. Was ich auch total krass fand, also gerade bei der Physio, ich habe ja bei meiner Firma diese Zusatzversicherung und die haben da einfach nachgeguckt. Also da musste ich keine Karte, nichts hergeben. Die haben einfach nachgeguckt, sagen, ja, ist alles gecovert, du musst nur 10 Dollar zahlen. Ich musste mit niemandem rumtelefonieren, nirgendwo irgendwelche Rechnungen einreichen. Das war alles super easy. Ja, also jedenfalls hatte ich dann einen gebrochenen Fuß. Wir hatten ja mal diesen Roadtrip geplant, der dann mit meinem Fuß, das wussten wir ja schon, wir absagen mussten. Aber wir haben uns halt gedacht, wir lassen einfach das Wochenende in Kingston, lassen wir halt stehen und besorgen mir so einen Boot. Dirk: Es sah sehr fancy aus, hatte so ein bisschen was von Iron Man. Hättest du zwei von diesen Boots gehabt? Susanne: Ja, jetzt habe ich ja noch nie in meinem Leben irgendwas gebrochen gehabt, außer meine Nase. Ja, und deswegen wusste ich jetzt nicht, wie man diesen Boot richtig anlegt. Und als wir dann da dieses Ding abgeholt haben und dann uns auf dem Weg zum Zug befunden, habe ich halt mit dem kompletten Gewicht</itunes:summary>
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<p>Wir hatten Besuch und waren unterwegs &#8211; so lassen sich die letzten zwei Monate eigentlich ganz gut zusammenfassen. Außerdem sprechen wir ein wenig darüber welche Nachrichten es typischerweise von hier nach Deutschland und von Deutschland nach Kanada schaffen und was in der hiesigen Politik gerade abgeht. </p>

<p>Falls ihr das Video von Andrew Huang zum Making of von Lake Louise sehen wollt, bitte hier entland: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=RgRNTT_Q3d4">https://www.youtube.com/watch?v=RgRNTT_Q3d4</a></p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo Susanne!</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo Dirk! Wie ist denn das Wetter heute? Erzähl mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ah, es ist 23 Grad, im Moment ein bisschen diesig, aber den Tag über war es sonnig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich meine, müssen wir ja abhandeln. Wir müssen ja was für Kanada tun und den schlechten Ruf, was Wetter angeht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wobei du ja jetzt seit letzter Woche schon angefangen hast, hier den Blätter-Tracker zu verfolgen, um zu sehen, wann es denn rötlich und gelblich wird.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, das ist ja wie bei der Kirschblüte damals. Kann man ja online nachschauen, wie jetzt die Färbung der Herbstblätter sind. Super.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich finde, das ist ein ganz hervorragender Service, weil ähnlich wie bei der Kirschblüte freuen wir uns schon sehr auf die bunten Herbstblätter.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber fangen wir doch erstmal von vorne an. Das letzte Mal hatte ich einen ungeknickten Fuß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das letzte Mal dachten wir noch, es ist ein Bänderriss. Aber die Frau Primms macht keine halben Sachen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, nein, also es war so, nachdem ich dann eineinhalb Wochen auf so einem geschwollenen Fuß rumgehumpelt bin und der in allen Farben geblüht hat, bin ich dann doch mal zum Arzt gegangen und der hat dann ein Röntgenbild gemacht und da stellt sich raus, ha, der Fuß ist angebrochen. Wie war denn da</p>
<p><strong>Dirk:</strong> so die Arzt-Experience?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, das war super. Also ich bin ja hier in diese Health-Klinik gegangen und da war auch jemand, der sich tatsächlich mit so Fußkram, Knochenbrüche und so weiter auskannte und der hat gleich mal ein paar Expertengriffe gemacht und hat gemeint, da müssen wir wohl Röntgen gehen. Und dann bin ich ins Röntgenzentrum gefahren und die haben mich durchgeleuchtet und dann hatte ich das Ergebnis auch total schnell.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das funktioniert auch alles einfach nur mit dieser Healthcard.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja. Und was noch viel cooler war, dadurch, dass ich ja schon knapp zwei Wochen auf dem Ding rumgelaufen bin, konnten sie gleich mit der Physio anfangen. Und Physio findet im exakt gleichen Gebäude statt. Und auch da gehst du nur mit deiner Healthcard hin. Die haben schon alle deine Unterlagen. Also das ist super entspannt. Du kannst alles online buchen, die rufen dich an und sagen, folgendes musst du beachten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Elektronische Patientenakte, Teufelszeug, Datenschutz, wie kann man nur.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach so, als Nutzer finde ich es super. Was ich auch total krass fand, also gerade bei der Physio, ich habe ja bei meiner Firma diese Zusatzversicherung und die haben da einfach nachgeguckt. Also da musste ich keine Karte, nichts hergeben. Die haben einfach nachgeguckt, sagen, ja, ist alles gecovert, du musst nur 10 Dollar zahlen. Ich musste mit niemandem rumtelefonieren, nirgendwo irgendwelche Rechnungen einreichen. Das war alles super easy. Ja, also jedenfalls hatte ich dann einen gebrochenen Fuß. Wir hatten ja mal diesen Roadtrip geplant, der dann mit meinem Fuß, das wussten wir ja schon, wir absagen mussten. Aber wir haben uns halt gedacht, wir lassen einfach das Wochenende in Kingston, lassen wir halt stehen und besorgen mir so einen Boot.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es sah sehr fancy aus, hatte so ein bisschen was von Iron Man. Hättest du zwei von diesen Boots gehabt?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, jetzt habe ich ja noch nie in meinem Leben irgendwas gebrochen gehabt, außer meine Nase. Ja, und deswegen wusste ich jetzt nicht, wie man diesen Boot richtig anlegt. Und als wir dann da dieses Ding abgeholt haben und dann uns auf dem Weg zum Zug befunden, habe ich halt mit dem kompletten Gewicht dieses Ding benutzt, obwohl der, wie wir dann später rausgefunden haben, nicht richtig gesessen hat und nicht aufgepumpt war. Das war echt blöd. Und dann waren wir in Kingston und ich hatte nur Schmerzen. Ja, und wir sind dann am nächsten Tag einfach wieder heimgefahren, weil das ging gar nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zu Kingston kommen wir nachher nochmal, weil wir haben es dann später geschafft. Spoiler. Kingston war ja mal kurze Zeit Kanadas Hauptstadt und ist ein ganz schnuffiges Städtchen. Und das da hinzufahren war dann gleichzeitig unsere erste Zugfahrt hier in dem Land.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, war es auch total entspannt, weil hier gibt es auch erst so eine zweite Klasse, du musst richtig onboarden, also dein Ticket wird eingescannt vor dem Zug, du steigst dann ein und du hast den vorgebuchten Platz, also den muss man nicht extra buchen, sondern dein Ticket wird nur ausgestellt, wenn da auch noch ein Platz ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Man steht auch nicht am Bahnsteig rum, sondern du bist halt im Bahnhof, bis der Zug da ist und dann darfst du hingehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja und dann gehst du halt und dann wird der eingescannt und da gibt es auch keine Leute, die irgendwie blöd auf dem Gang rumstehen oder so, weil wenn der Zug voll ist, gibt es halt keine Tickets mehr.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> mehr. Und dann fährt so ein kanadischer Zug die ganze Zeit hupend durch die Botanik. Ich muss sagen, das ist ja eine echt nervige Eigenart von überhaupt nordamerikanischen Zügen. Die tröten die ganze Zeit. Und wenn man in dem Zug sitzt, dann hört man das nur ganz entfernt, also ganz leicht, je nachdem, wo man in dem Zug natürlich sitzt, wahrscheinlich unterschiedlich. Da hört man, dass da irgendwas immer wieder mal trötet. Aber wenn man draußen ist und an der Bahnstrecke, dann tröten die tatsächlich, wenn die durch eine Stadt fahren, wenn die auf auf dem Bahnübergang zu rollen, wenn die auf eine Weiche zu fahren, die sind die ganze Zeit am Hupen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, das liegt daran, dass die nicht immer beschrankte Bahnübergänge haben und dann geht zwar so ein Lichtsignal geht an, aber du hast halt nicht diese Absperrung, dass auch wirklich kein Säckel auf die scheiß Schiene fahren kann und deswegen hupen die dann. Ich glaube, die sind dazu verpflichtet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, bestimmt. Bestimmt gibt es da einen guten Grund. Also bestimmt sind die dazu verpflichtet, weil es macht ja auch nicht allen Beteiligten Spaß. Also wenn man nicht gerade im Zug sitzt, dann stelle ich mir das sehr nervig vor. Die sind nämlich auch echt laut.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die sind schon laut. Jedenfalls diese erste Zugfahrt haben wir in der ersten Klasse gemacht und dort gab es dann auch ein warmes Essen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Am Platz?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Am Platz. Ja, es ist wie im Flieger eigentlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> War ganz cool. Also tatsächlich war es auch ganz komfortabel.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es waren zweieinhalb Stunden Zugfahrt nach Kingston und dann halt am nächsten Tag wieder zurück, ole ole</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wir haben auf dieser Zugfahrt, also bei der Ankunft in Kingston und der Taxifahrt zum Hotel genug von Kingston gesehen, dass wir wussten, wir wollen da auf jeden Fall wieder zurückkommen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Garantiert, garantiert Und Kingston liegt direkt an Lake Ontario und die Zugfahrt dahin war auch immer wieder in Abschnitten am See Also es war wirklich nett Ja, und danach, das Wochenende drauf Wie gesagt, wir hatten ja einen Roadtrip geplant und zwar wollten wir halt von Toronto nach P.I. fahren mit dem Auto und P.I. hatten wir auch schon Tickets gebucht, da konnten wir nicht einfach absagen und wir hatten schon einen Flug zurück gebucht von P.I. Das heißt, wir haben dann noch schnell einen Flug dazu gebucht, haben dann einen wunderschönen Samstag verbracht am Strand in unserem Lieblingscafé, das wir beim letzten Mal durch Zufall entdeckt haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mein persönliches Highlight in dem Lieblingscafé ist ja, dass wir da, als wir dort waren, ein Seifenkistenrennen beobachten konnten und zwar direkt an der Straße, die vor dem Café vorbeiging.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da waren halt so kleine Kinder, also kleine Kinder, die waren auch so, ich sag mal, 10, 11, also bis zu diesem Alter, die dann mit Seifenkisten den Berg runtergerollt sind. Oder den Hügelberg kann man ja da nicht sagen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Gravity Racing heißt es. Wir haben dann irgendwann durch Beobachtung herausgefunden, dass man eine bessere Gewinnchance hatte, wenn man auf der linken Seite fahren durfte. Die rechte Seite hat immer geführt bis kurz vor Ankunft und dann hat die linke Seite eigentlich immer aufgeholt. Bis auf ein einziges Mal, wo ein Kind mit etwas mehr Gravity und weniger Willen zu bremsen darunter kam. Wir haben genau einmal gesehen, dass der die rechte Seite gewonnen hat, aber der ist dann auch unten gut in die Reifen gejachtert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das war wirklich witzig. Dann sind wir in unserem Lieblingsrestaurant in Charlottetown essen gewesen. Das hatte ich auch schon vorher gebucht gehabt und dann kam das Highlight. Und zwar letztes Mal, als wir auf PI waren, haben wir gerade die Saison verpasst, das letzte Jahr im Mai. Die geht nämlich im Juni los und damit startete auch wieder das Musical. Anne of Green Gables und ich habe diese Bücher verschlungen in meiner Kindheit und wir waren auch damals bei der Anne of Green Gables Heritage Site, weil die Autorin dieser Bücherei hat dort auch Zeit verbracht bei ihren Cousinen und Cousins und es sieht genauso aus wie im Buch beschrieben, das Anne of Green Gables Haus. Also wirklich toll. Jedenfalls sind wir dann in dieses Musical gegangen, das nur in Charlottetown aufgeführt wird. Und es war so nett. Ich konnte es gar nicht irgendwie glauben. Manchmal habe ich noch diesen Gehirnblitz, wo ich denke, huch, ich sitze in Kanada. Ich sitze in Charlottetown auf Prince Edward Island und schaue mir Anne of Green Gables an. Das fand ich schon irgendwie so ein Glitch in der Matrix.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja und es war ein super professionell und schön gemachtes Musical, also es war echt toll. Es war ein toller Darsteller, es war wirklich schöne Musik, das hat weit mehr Spaß gemacht, als ich erwartet habe. Also ich habe damit gerechnet, dass es schon nett sein wird, aber das war auf einem ganz hohen Niveau und was ja schon wirklich cool ist, das kann man ja auch nirgendwo anders sehen. Du musst dann da schon hin. Und die machen das dann so im Wechsel. Also nächstes Jahr ist ja dann Ann und Gilbert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Ann und Gilbert. Da sind sie ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> etwas älter, die beiden Hauptfiguren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dann haben wir ja da vielleicht wieder einen Grund, nach P.E.I. zu kommen. Vielleicht diesmal dann wirklich mit einem Roadtrip.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, mal schauen. Also nächstes Jahr haben wir ja schon so ein paar Sachen geplant. Müssen wir mal gucken. Ich meine, das Schöne ist, dass man ja hier auch mal eben nach P.E.I. rüberhopsen kann, Weil die Entfernungen hier in Kanada sind natürlich gigantomanisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also wenn wir mit dem Auto da hinfahren, was waren es? Das sind, ich glaube, über 20 Stunden. Ja, ja, ich glaube auch. 21, 22 Stunden oder so in den Etappen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wenn man durchfährt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir hatten ja vor, wir wollten mit dem Zug nach Kingston, dann mit dem Zug weiter nach Montreal, dann in Montreal ein Auto, dann mit dem Auto praktisch quer rüber durch New Brunswick. Das wären also mehrere Tage Trip geworden mit guten Fahrstrecken zwischendurch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das war halt dann nicht möglich, weil ja mein Fuß war ja dann, äh.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, der hat jetzt auch ein bisschen gebraucht, bis er sich wiederholt hat. Der hat das nicht so gut gefunden, dass er, obwohl er gebrochen war, eine Weile lang noch weiter benutzt wurde.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und dann auch noch mit Gewicht dran, das nicht richtig befestigt war, auch noch durch die Gegend gelaufen ist. Also, ja, der war echt beleidigt für eine Weile. Aber inzwischen bin ich den Schuh los, ich bin den Wrap los, also diese leichte Schiene und ich bin von meiner Physiotherapeutin in die Wildnis entlassen worden. Dann war auch schon August und wir haben unseren nächsten Besuch bekommen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, war nicht vorher noch hier flooding und so?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh ja, stimmt. Vorher war noch Toronto geflutet. Ich habe ja ein</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hobby. Ich verfolge deutsche und kanadische Medien und immer dann, wenn in kanadischen Medien was aus Deutschland aufpoppt oder in deutschen Medien was aus Kanada aufpoppt, ist es extra bemerkenswert. Und wir haben es mit einem Starkwetterereignis in die deutschen Medien geschafft. Wir waren mittendrin, wir konnten es live verfolgen. Zwei Stunden, wo so viel Wasser runterkam wie normalerweise in einem Monat. Und wir konnten hier von unserem Apartment aus Straßen sehen, in denen Autos, und zwar große Autos, bis zum oberen Ende der Scheinwerfer im Wasser standen. Wo die Gullideckel, wie so kleine Atompilze sah das aus. Wo du genau wusstest, wo ist der Gullideckel, weil da drüber so eine Fontäne von Wasser war. Also hier hat komplett die Kanalisation aufgegeben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Du hast ja dann auch kleine Videos aus dem Pass geschickt, weil ich saß ja daheim im 21. Stock. Ich habe nichts davon mitgekriegt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, ich war auf dem Heimweg und dann hat es in Union Station plötzlich aus der Decke geregnet. Und die Union Station ist der größte Bahnhof Kanadas, einer der Hauptverkehrsknoten hier überhaupt in dem Land. Als ich da durchging, konnte man da noch laufen, aber das untere Stockwerk fing schon an zuzulaufen. Und wir haben dann später in den Nachrichten gesehen, dass da Knie hoch Wasser war.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ging wirklich schnell.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann plötzlich ging der Strom aus und ich habe ja noch nie erlebt, dass der Strom länger als mal zehn Minuten weg war. Und in dem Fall war er zweieinhalb Stunden weg und hier waren über hunderttausend Leute ohne Saft, weil irgendein Transformator halt auch unter Wasser stand.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da waren komplette Teile von Toronto, hatten einfach keinen Strom mehr. Wir haben uns dann halt überlegt, wenn das jetzt irgendwie länger dauert, weil aus den USA, also aus Erzählungen von Kollegen kenne ich das ja, dass der manchmal tatsächlich sogar über einen Tag weg ist. Und das ist natürlich dann schon etwas kritischer. Also Toronto war geflutet und es wurde in der Deutschen Tagesschau erwähnt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bei uns hier kommt aus Deutschland relativ wenig an. Das letzte, was bei uns hier ankam, war, als in Deutschland die AfD so einen Durchmarsch hatte, in Thüringen und Sachsen. Ja, wo ich da gefragt wurde. Ja, also tatsächlich der Unterton ist, wählen die Deutschen jetzt Nazis an die Macht? Das ist schon so ein bisschen das, was da durchschwingt. Also sie packen es schon ein in The Far Right Party, AfD und die versuchen so grob so mal gerade einzuordnen, was es ja letztlich heißt. Aber von hier aus sieht das tatsächlich nicht so richtig schick aus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ja nett formuliert, nicht so richtig schick.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also ich wünschte mir ja, es wären andere Meldungen, die es hier mal her schaffen aus Deutschland. Also es ist ein bisschen deprimierend.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber machen wir doch erstmal chronologisch irgendwie weiter. Dann hatten wir Besuch von unserem Jüngsten und seiner Freundin. Und da sind wir dann mal wieder an die Niagarafälle gefahren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Niagarafälle kann man nicht oft genug besuchen. Du musst halt mal dort auch ins Casino gehen, vielleicht ist es beim nächsten Mal, pfeift doch aufs Naturerlebnis, jetzt hast du das Naturerlebnis schon ein paar Mal gehabt, das nächste Mal setzen wir unseren Besuch vorne an den Wasserfällen ab, sagen schön Wasser, Feld und wir gehen zocken</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, super. Also ich muss mal dazu sagen, also die Niagara-Fälle an sich sind schon wirklich massive Wasserfälle, das ist schon wirklich beeindruckend. Das ganze Zeug, was außen rum steht, ist sehr touristisch und auch wirklich nicht schön. Da gibt es auch irgendwie keine netten Restaurants oder gemütlich oder so. Das ist auch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> alles erkennbar, sehr alt und abgewirtschaftet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also deswegen Naturerlebnis, ja ja, ist schon wirklich cool, aber deswegen sind wir auch zuallererst nach Niagara-on-the-Lake gefahren und haben dort Mittag gegessen und sind dann durch dieses Städtchen gebummelt. Ich konnte ja da auch noch nicht so viel durch die Gegend laufen, deswegen Benjamin und Franzi haben sich ja dann relativ selbstständig gemacht und danach sind wir dann an die Niagara-Fälle gefahren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das muss man vielleicht auch mal gerade einordnen. Niagara, das ist dort eine ganze Region. Das ist eigentlich ja, da ist praktisch das Niagara Encampment, das ist diese Schlucht durch dieses Wasserfeld und der Fluss kommende Niagara River und dann ist dann dort Weinanbaugebiet. Das darf man sich aber nicht vorstellen wie in Deutschland oder Frankreich mit dekorativen Hügelchen oder so. Nee, das ist einfach flach und da drauf ein Wein fällt neben dem anderen. Und Niagara on the Lake ist eine Ortschaft, die die also richtig zum Kotzen idyllisch aussehen. Die haben wir</p>
<p><strong>Susanne:</strong> schon mal erwähnt und da habe ich auch dazu gesagt, dass dort zum Teil Hallmark-Movies gedreht werden,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> weil die eben so</p>
<p><strong>Susanne:</strong> schnuffig ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und die ist auch ganz nett, also die besuche ich schon ganz gerne, obwohl da sieht man sich natürlich dann irgendwann auch mal satt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, gibt es halt lauter so süße kleine Geschäftchen, in denen man so ein bisschen gucken kann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und Niagara Falls ist dann auch der Name einer Stadt, die eben um diese Fälle rumgebaut ist und da gibt es natürlich viel zu sehen, aber</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hotels, Restaurants und Spielhallen. Also ja, muss man mögen. Nicht unser Ding.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wobei die Niagara-Fälle sollen total toll abends beleuchtet sein. Waren jetzt bisher immer nur bei Tageslichter.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh, nächstes Mal. Und dann waren wir mit Benjamin ja auch noch in einem Escape Room.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Stimmt, also das war ja wirklich, oh wir waren in Casa Loma, das ist so ein burgenähnliches Gelände.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, reicher industriellen Typ hat Star-Architekten damit beauftragt, sich ein Schloss hinzubauen. In den 60ern oder 30ern glaube ich war es sogar, vorm Krieg.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist auch wirklich beeindruckend, dieses Gebäude und da gibt es halt einen Escape Room. und den Escape Room, den wir uns ausgesucht hatten, Benjamin und Franzi haben uns das geschenkt, war in einem von den Türmen. Wir haben also im Grunde ein Drachenei befreit und dann übrigens auch die Welt dadurch gerettet. Ja, nur dass ihr es wisst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nur dass ihr es wisst, genau. Ja. Huzzah!</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Huzzah, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> War wieder mal auch so ähnlich wie die Hochzeitsgesellschaft, wo wir schon mal waren, war das wieder mal ein Escape Room mit Schauspielern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das war echt toll. Der eine war so als Zauberer verkleidet. Die sind auch nie aus ihrer Rolle rausgefallen. Einer war so ein Ritter und dann war noch der Gehilfe vom Zauberer. Waren also drei Schauspieler. Wir hatten noch einen Junggesellenabschied mit uns in der Gruppe drin. Die waren aber wirklich süß. Insofern, es war richtig spaßig. Wir sind auch durchgekommen, sogar vor der Zeit und hatten richtig Spaß dabei, alle miteinander.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die haben auch in den Cataloma noch zwei andere Escape Rooms. Also, warme Empfehlung, falls ihr mal hier in Toronto seid und wollt irgendwas machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kann man empfehlen. Ist cool. Ja, das ist auch Casa Loma, die haben wir uns jetzt selber noch nicht angeguckt, aber ich glaube, da eine Führung mit durchzumachen, ist auch noch auf unserer Liste. Da ist auch ein Museum irgendwie drin. Ja, ja, das haben wir ja teilweise gesehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist mal so ein Schlechtwetter-Termin.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, jetzt im Winter können wir das ja mal machen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn der irgendwann jetzt da mal kommt. Ansonsten? Ja,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> wir waren halt ansonsten in der Stadt unterwegs und waren essen auch mit Adrian wieder und ja, wir haben halt Sachen unternommen. Die zwei waren ja auch sehr independent, also unterwegs. Die sind ja erwachsen, die brauchen uns gar nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, super gut.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und dann sind die wieder zurückgeflogen und wir haben dann am Wochenende drauf endlich unseren Kurs gemacht bei der Art Gallery of Ontario. Den wollten wir schon vor ein paar Monaten machen und dann wurde der abgesagt, weil sie gestreikt haben. Und jetzt haben wir alle vier Teile gleich an einem Wochenende gemacht. Das war auch lustig und wir haben wieder interessante Menschen getroffen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das hat echt Spaß gemacht. Es war ein bisschen enttäuschend, was das Skype-Ding anging, weil du wolltest ja eigentlich Methoden und so. Ja, also Gips ist nicht so mein... Nee, Gips, nicht Pappmaché, Gipsmaché.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Gips ist nicht so mein Dingens.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da habe ich auch genau null Talent.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es war sehr modern, was ich da gemacht habe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sehr abstrakt so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sehr abstrakt, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und danach kam dann eigentlich schon unser Ältester. Also wir hatten eine Flut an Besuchern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war dann auch der Moment, wo wir endlich mal nachholen konnten, was wir eigentlich vorgehabt hatten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir wollten ja ursprünglich diesen Roadtrip machen und die Woche, in der unser Ältester kam, war auch ein Feiertag hier in Kanada, Labor Day, am 2. September und dann haben wir uns gedacht, wenn wir schon ein langes Wochenende haben, das nutzen wir auch gleich und dann nehmen wir es. und sind dann hier vom Stadtflughafen, der ja 20 Minuten zu Fuß von uns entfernt ist, haben wir so eine kleine Propellermaschine genommen und sind nach Montreal geflogen, weil wir uns da mal Montreal angucken wollten. Und ja, wie fandest du denn Montreal?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, da wird ja immer behauptet, das wäre die europäischste aller kanadischen Städte sozusagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Man fühlt sich als Gast in Restaurants auch gleich wieder als so ein bisschen Bittsteller.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das stimmt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da darfst du sofort dankbar sein, wenn die Bedienung auch irgendwann mal Zeit für dich findet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da weiß ich allerdings nicht, ob das nicht auch ein ausgeprägter französischer Zug ist. Weil, muss man dazu sagen, Montreal liegt ja im französischen Teil von Kanada in Québec und alles ist auch französisch. Ja, der alte Teil von Montreal, der war schon sehr europäisch im Sinne davon, dass es so über Steinhäuschen, Es sah auch sehr französisch aus, so wie auf einem französischen Dorf in der Normandie oder so. Jetzt stellst du es</p>
<p><strong>Dirk:</strong> aber schöner dar, als es war. Also ein Dorf in der Normandie kam bei mir jetzt als Gefühl nicht auf in Montreal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, aber ich meine so Steinhäuschen und da war auch eine Fußgängerzone, wo auch wirklich nur Fußgänger laufen und keine Autos rumfahren. Und da auch kleine Cafés und kleine Geschäftchen. Aber das war ja nur ein Teil von Montreal, wo du in zehn Minuten durchgelatscht warst. und der Rest ist eher so</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, der Rest hat jetzt uns nicht so überzeugt. Ich meine, ich bin mir sicher, die Lebensqualität ist schön da und es gibt viele Sachen. Es gibt ja auch alles dort, es ist ja eine Großstadt. Aber ja, also irgendwie hatte ich mir mehr</p>
<p><strong>Susanne:</strong> vorgestellt. Die haben ja auch einen Path und prompt haben wir uns in diesen blöden Path verlaufen, weil wir kennen den natürlich nicht so gut und der ist genauso wie hier in Toronto, dass du eben dir nicht offensichtlich klar ist, wo es jetzt da weitergeht und wie und auf welchem Level. Ja, also das ist schon irgendwie. Was mir auch aufgefallen ist in Montreal ist, wo du hier in Toronto so viele Pride-Flags und überall bunt und so und immer noch, obwohl Pride-Month ja vorbei ist, siehst du überall haben Geschäfte immer noch Pride-Flags und vor allem die Kirchen auch. Das findest du ja in Montreal nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also gerade speziell in Kirchen fand ich das auffällig, weil genauso fiel mir das ja hier besonders auf, dass es so war.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, selbst auf Prince Edward Island ist es ja so, dass die Kirchen bunt geschmückt sind mit Pride Flags, aber nicht in Montreal. Nein, nein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nein, nein. Ja, also ich bin ja mal gespannt, weil Quebec City, so wird ja berichtet, hätte noch mehr diesen mittelalterlich fast schon aussehenden französischen Städtescharm. Ich bin mal gespannt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wegen dem Fairmont Hotel wahrscheinlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ne, da ist ja auch noch eine Stadtmauer und da sind Steinhäuser und die haben auch so eine Innenstadt und so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber nach Quebec City, da fährt man auch nicht so schnell hin. Irgendwann werden wir da schon mal</p>
<p><strong>Dirk:</strong> hinkommen. Wir wollen ja hier eine Weile bleiben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben ja mal nachgeguckt, wie lange wir dahin brauchen mit dem Auto und das liegt ja hinter Montreal noch und wir sind nach Montreal geflogen, ich glaube eineinhalb Stunden. Ja und dann haben wir den Zug genommen, zurück nach Kingston, zweieinhalb Stunden Zugfahrt und waren dann tatsächlich den ganzen Tag in Kingston und haben unter anderem die Thousand Islands Tour gemacht, weil da nimmt man so ein Boot und schippert dann mit dem Schiffchen den St. Lawrence River hoch. und das war wirklich spektakulär. Das sind lauter so kleine Inselchen und auf diesen Inselchen stehen dann irgendwelche Häuschen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Manche sind auch keine Häuschen, so manche davon sind irgendwelche Villen und reiche Leuteanlagen, also je nachdem, wo man da so ist. Aber ja, also das ist schon sehr, sehr cool. Da haben wir auch gelernt, früher haben die, wenn dann alles zugefroren ist, sind sie mit dem Auto über den St. Lawrence River und Lake Ontario runter nach Kingston gefahren. Das ist jetzt inzwischen bei Geldstrafe verboten. Wahrscheinlich liegen einfach zu viele Autos irgendwie in Lake Ontario inzwischen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wahrscheinlich, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es ist eine sehr eigentümliche Landschaft, finde ich auch. Und man ist die ganze Zeit sehr nah an der US-Grenze. Also die US-Grenze verläuft sozusagen auf dem River. Das eine Ufer ist amerikanisch, das andere Ufer ist kanadisch. Also der Bootsfahrer hat immer genau drauf geachtet, wo er eigentlich da so lang fährt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist ja genau festgelegt. Wahrscheinlich kriegst du da voll eins auf den Deckel, wenn du falsch fährst auf dem Wasser.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber es ist auf jeden Fall toll da. Es ist wirklich sehr eigentümlich und sehr, sehr schön. Und während wir da gefahren sind, haben wir auch ein bisschen was von der Geschichte dort erzählt bekommen. Was viele ja nicht wissen ist, dass die USA und Kanada sich auch eine Weile lang immer wieder in der Wolle hatten. Und speziell 1812 kam es zu einem Krieg zwischen USA und Kanada. und die Region da unten, Kingston, war halt ein sehr, sehr wichtiger Militärstützpunkt und als, ich weiß gar nicht, ob es zu der Zeit der Hauptstadt von Kanada war, war jedenfalls wichtig und war umkämpft und deswegen ging es da in der Ecke ab. Das war dann auch spannend mal zu hören. Der Krieg war wohl vorbei, als die Kanadier sich hier die Mutter aller Kampfschiffe gebaut haben, also eine Holzgalerie, die größer war als alles, was man bis dahin gesehen hatte. und das Ding hat irgendwie 130 Kanonen und ich weiß nicht was. Das musste nicht einen Schuss abfeuern. Die USA hat das damals gesehen und haben dann beschlossen, ist es dann doch nicht wert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Ja, keine Ahnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> 1812. Gibt es hier in Toronto irgendwo so ein Standbild, in dem man diesen Datum gedenkt? Ich glaube, wenn die heute auf die Idee kämen, die Amerikaner, das mit Kanada, machen wir doch jetzt mal so eine Provinz daneben dran, würden wir einfach nur die weiße Flagge raushängen an dem Fenster. Wahrscheinlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das hätte überhaupt keinen Sinn. Aber ich glaube, das machen sie nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, ist doch viel praktischer so. Kann man all diese Marxisten und Sozialisten an den Nachbarn schicken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, jedenfalls sind wir dann von Kingston wieder mit dem Zug zurückgefahren nach Toronto. War ein schöner Ausflug.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das war echt toll. Kingston ist auch schnuffig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Kingston ist wirklich süß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn Niagara-on-the-Lake idyllisch aussieht, weil da diese wirklich sehr hübschen Holzhäuschen überall rumstehen, dann ist Kingston dasselbe, aber mit echten Häusern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so mit Steinhäusern. Und zwar echten Steinhäusern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So viktorianischer Stil oft. Nicht so wie in den USA oft,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> wo du so Holzhäuser hast, die verkleidet sind als Steinhäuser.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, das waren schon echte Steinhäuser.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> In der Woche haben wir dann auch noch ein bisschen Kultur genossen, weil ich hatte Tickets besorgt für Life of Pi. Life of Pi, da hatte ich ja schon das Buch vor Jahren, habe ich das gelesen und fand das völlig faszinierend, dann kam ja dieser Film raus und jetzt haben die das in ein Theaterstück umgesetzt und meine Güte, das war ja wohl vielleicht toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das habe ich noch nie gesehen.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> und noch andere Tiere, die auch entsprechend darzustellen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> War toll. Bis zur Pause waren es eine Stunde. Ich habe nicht gemerkt, wie die Zeit vergeht. Ich war völlig in diesem Theaterstück rein versunken. Und dann war der Flo noch ein bisschen so unterwegs. Und ich war dann an dem Samstag noch mit ihm unterwegs. Und dann ist er auch wieder heimgeflogen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ansonsten ist es im Moment gerade so, dass wir so langsam uns bereit machen für die nächste Stufe in unserer Reise hier. Wir haben ja im Moment eine Arbeitserlaubnis, die an meinen Arbeitgeber gekoppelt ist. Also ich, Susanne, hat eine Arbeitserlaubnis, die an mich gekoppelt ist. Das heißt, sie darf zwar überall arbeiten, aber wenn ich meinen Job verliere, doof. Und wir haben jetzt vor, dass wir das umwandeln in eine Residency. Also praktisch das Recht hier unbegrenzt zu leben und zu arbeiten, wo immer man halt arbeiten möchte. Und um das zu dürfen, gibt es so ein paar Dinge, die man vorbereiten muss. Also ich warte zum Beispiel gerade drauf, dass der bürokratische Apparat meiner Uni in Europa endlich mal meine Unterlagen hier nach Kanada schickt, die mir bestätigen, dass ich tatsächlich einen Mastertitel habe. Aber man muss zum Beispiel auch einen Sprachtest absolvieren und so ein paar andere Dinge.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und da hat der Dirk ja wieder gemacht, was der Dirk so typischerweise macht. Ist völlig unvorbereitet, hat sich zum Sprachtest angemeldet, ist einfach hingeladen. Also das ist</p>
<p><strong>Dirk:</strong> jetzt falsch dargestellt. Das macht der Dirk nicht typischerweise, sich unvorbereitet zu Dingen anzumelden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Du bist schon sehr risikobereit. Jedenfalls ist er da hingegangen und da muss man einen Sprachtest machen im Sinne von, du musst dich mit jemandem unterhalten. Ein Teil ist, du musst schriftlich was wiedergeben und ein Teil ist, du musst dir was anhören und dann dazu Fragen beantworten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und der vierte Teil ist, du musst was durchlesen und dazu Fragen beantworten. Genau, die Idee ist sozusagen Kommunikationstauglichkeit nachzuweisen. Das ist eine Skala von 0 bis 9. Wenn man 6 Punkte hat, hat man genug Punkte, um für die Residency zugelassen zu werden. Da geht man dann zum britischen Konsulat und hat dann da eine Prüfung. Die Prüfung dauert dreieinhalb Stunden. Meine Überlegung war halt, nach jahrelangem Englisch lesen, Englisch filmen, Englisch reden, werde ich doch genug Punkte hinbekommen, um diese Mindestanforderung zu erfüllen. Und dann wollte ich da halt hingehen, dieses Ding abhaken und gut. Habe mich also spontan aus einer Laune raus angemeldet für die Prüfung drei Tage später. Okay, da bin dann da hingelaufen und hab 8,5 auf der 9er Skala abgeräumt. Mit null Vorbereitung. Nimm das, Herr Kampe!</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Englischlehrer.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Boah, war ich ein Vollversager in der Schule in Englisch. Ja, wenn man</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dann erstmal den Sinn dahinter erkennt, wenn man das Ding dann auch, wenn man das anwenden kann, ist natürlich viel cooler.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also ich wusste schon, dass es wahrscheinlich reichen wird. Aber dass ich da aus dem Stand irgendwie tatsächlich sehr gut dastehen werde, das war dann schon eine sehr angenehme Überraschung. Wenn ich mich vorbereitet hätte, wäre es natürlich schlechter geworden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, das kannst du ja jetzt immer sagen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe ja meine Vorbereitung bestand aus zwei YouTube-Videos, die ich auf dem Weg zu dem Prüfungszentrum angeguckt habe. Und die haben mich echt nervös gemacht, weil die haben mir den Eindruck gegeben, monatelang sollte man sich vorbereiten. und hier sind die 10 Tipps, die du wissen solltest und hier Phrasen, die man lernen sollte. Und irgendwann dachte ich mir so, oh mein Gott. Der Gedanke war halt, wenn man dann es nicht schafft, dann hat man ja zwei Monate Zeit, weil wir sind noch früh dran in dem Prozess. Also es geht dann bei uns jetzt dann so im Dezember so richtig dann los. Und dann schauen wir mal. Also irgendwie so ein halbes Jahr dauert es wohl angeblich, wenn alles zusammenfällt und dann bekommt man Residency. Und das heißt dann einfach nur, wir müssen uns jetzt keine Gedanken machen, Was würde denn passieren, wenn einer von uns sich umorientieren will? Das heißt ja nicht nur, dass man seinen Job verliert, das heißt ja auch dann, ich könnte mich woanders bewerben und was anderes machen oder wir könnten woanders hinziehen oder so. Gibt einem halt dann extra Freiheit. Aber das ist ein großes Thema im Moment gerade. Mit Staatsangehörigkeit hat es nichts zu tun. Das heißt, wir dürfen hier dann auch nicht wählen oder so, sondern schauen uns dann das hiesige Politdrama einfach weiterhin in den Nachrichten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da kann sie nachher noch was dazu erzählen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wurde ja gewünscht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wurde gewünscht, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das machen wir aber erstmal hier mit unserem chronologischen Dingen zu Ende.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir haben ja hier Struktur. Ist ja nicht so, dass wir... Wir sind ja hier nicht bei der armen Leute. Ja, die Susanne liegt nämlich hier mit ihrem Kalender vor sich. Der war das beim letzten Mal zu chaotisch offensichtlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, zwei Monate zu rekapitulieren ist jetzt schon ein bisschen schwierig so. Letztes Wochenende haben wir was ganz Besonderes gemacht. Und darüber habe ich mich wirklich gefreut. Das Ganze fing, ich würde mal sagen, so vielleicht vor zwei Jahren an oder so. Irgendwann mal hat unser mittlerer Sohn mit mir ein Lied geteilt mit dem Titel Lake Louise. Und ich fand diesen Song so schön. Und der wurde geschrieben und performt von einem YouTuber, Andrew Huang. Und ich wusste ja gar nicht, was ist denn eigentlich Lake Louise? Ja, und dann habe ich irgendwann mal, weil mir der Song so gut gefallen hat, da habe ich gedacht, gucke ich halt mal. Und dann habe ich festgestellt, das ist ein See in Kanada und zwar im Banff Nationalpark. Ich glaube mit zwei F. Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Banff.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Banff. Und das war noch bevor wir nach Kanada gezogen sind. Ja, und als dann klar wurde, oh, wir ziehen jetzt da nach Kanada und so, dann dachte ich schon, oh, das will ich aber mal sehen. Und so rein vom, wo liegt denn das jetzt? Also Banff National Park liegt nördlich von Calgary und Calgary ist die Hauptstadt von Alberta.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wir reden von den kanadischen Rocky Mountains.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Und oberhalb von Banff liegt Jasper. Das ist da, wo die ganzen Feuer waren und Jasper war auch in den deutschen Nachrichten. Unsere Freundin Lucia hat jedenfalls diesen Gedanken auch aufgebracht, wollen wir nicht nach Banff fahren? Dann haben wir uns ein Wochenende rausgesucht, haben die Flüge gebucht und vier Tage in Banff verbracht und das war jetzt letztes Wochenende. Wir sind dann von Toronto nach Calgary geflogen, das sind so ungefähr dreieinhalb Stunden Flug, haben dann uns einen Mietwagen genommen, sind nach Banff gefahren, das sind dann nochmal eineinhalb Stunden mit dem Auto. und dann rollt man da so ganz gemütlich auf dem Highway auf diese riesige Gebirgslandschaft zu und also die Berge da, die sind schon wirklich beeindruckend, sehr groß, sag ich mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so Dreitausender oder so. Das ist ja auch noch der Anfang der Rockies. Ich nehme an, wenn man da so reinfährt, wird es auch noch ein bisschen imposanter.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jaja und zwar ist ja so, zweiten Tag waren wir auf diesem Sulphur Mountain, da kann man mit so einer Gondola hochfahren, kann man auch hochwandern und guckt dann eben auf so Mountain Ranges um sich rum und hinter der einen fängt ja dann schon British Columbia an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ich auch total witzig fand, ist, die ganze Region war fest in Schweizer Hand. Also speziell Banff National Park. Banff National Park ist der erste Park der kanadischen National Parks. Und der wurde eröffnet, als man dort heiße Quellen entdeckt hat. Dann hat man sich gedacht, heiße Quellen, ist doch cool, lassen wir mal ein Bad dran bauen und noch ein paar Touris einladen und so wurde auch die Stadt Banff dann gegründet und um dann dort so ein Stück weit Infrastruktur zu erarbeiten, hat man sich dann gezielt Anfang des 20. Jahrhunderts, also 1900 irgendwas, Schweizer ins Land geholt. und das heißt, in der Region, wo wir waren, da hat es 56 Berggipfel und von diesen 56 Berggipfel wurden 50 von Schweizern erst bestiegen. Die Gondola ist aus der Schweiz und von Schweizern gewartet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die Schweizer haben es gemacht. Und wenn man</p>
<p><strong>Dirk:</strong> da so guckt, da ist auch alles mögliches benannt nach irgendwelchen Schweizern und so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, was ich ja auch spannend fand, dieses Dorf Banff, die Straßennamen sind ja lauter Tiere, die da, Also es gibt eine Wolf Street, eine Bear Street, man erkennt das Muster sehr schnell. Und diese Stadt wurde auch nur gebaut für den Tourismus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was uns auch auffiel ist, diese ganze Region ist Grizzly Country. Also es gibt Mountain Lions, es gibt Grizzlys, es gibt wilde Pumas, es gibt also alles mögliche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, was ich wirklich schön finde ist, wie stolz die da drauf sind. Da läufst du durch Bands, die feiern das richtig. Du siehst überall irgendwelche Bären dargestellt, irgendwelche Geschenkbären, Bären-T-Shirts, Bären-Plaketten, Bären-alles, große Kristallbären, Glasbären. Aber das ist ja meine Theorie, du kannst</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dich ja nicht wirklich dagegen wehren, weil die Bären sind auf jeden Fall da, weil ihr müsst euch das so vorstellen, du hast ja dieses Kaff und außenrum ein Riesengebiet nur voller Nadelbäume, das sind jetzt irgendwelche Pinien und Fichten und alles mögliche durchgemixt, aber halt lauter Nadelbäume, es ist also immer grün da und dann bist du in so einem Kessel zwischen hohen Bergen. Und da ist auch nicht</p>
<p><strong>Dirk:</strong> so wie jetzt in Deutschland, Österreich oder Schweiz, dass wenn du da an diesen Bergen vorbeifährst, dass da irgendwelche Weiden an den Bergen hängen gibt und praktisch bis zu zwei Drittel drauf irgendwie Dörfer dran sind. Das ist einfach nur Wildnis.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und da gibt es jetzt auch nicht überall jetzt richtig viele Wanderwege oder so. Es gibt bestimmte Wanderwege, aber halt auch nicht überall hin. Jedenfalls sind wir dann an dem Samstag letzte Woche in den Transportbus gestiegen zu Lake Louise.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh mein Gott, was für ein unglaublich schöner Ort. Noch nicht mal die hunderten Menschen, die da auch alle hinfahren, nehmen irgendwas weg davon, dass dieser Ort einfach der Hammer ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann stand ich da und hatte wieder so einen Moment wie damals in Charlottetown. Meine Güte, ich bin hier in Kanada, ich stehe im Banff National Park in Alberta am Lake Louise. Süß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Heißt übrigens in der Sprache der Eingeborenen See der kleinen Fische.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, süß, oder?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann sind wir dann entlang gewandert und da ist am einen Ende von dem See so ein Hotel, also so ein Luxushotel tatsächlich mit alle Zimmer, Blick auf den See und so. Aber man kann an dem See links und rechts entlang wandern und da gab es dann noch so einen anderen See, an dem man sich auch noch hätte fahren lassen können.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Rain Lake. Vor dort aus konnte man dann einen Gletscher sehen. Also da gibt es auch irgendwie so einen Sechs-Gletscher-Wanderweg, den machen wir das nächste Mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und es sieht so aus, wie Kanada aussehen soll.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so stellt man sich Kanada so vor.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So, wenn die Kanadier sich Bayern vorstellen, stellen die sich das Allgäu vor. Und wenn die Deutschen sich Kanada vorstellen, stellen die sich eigentlich Banff National Park und Lake Louise vor.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> vor. Was übrigens auch,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> also was man wirklich nochmal sagen muss, weil du hast es ja vorhin schon mal erwähnt, ihr hört ja, wir sind an den Flieger gestiegen und dann da hingeflogen. Also hier ist es halt wirklich so, dass sobald man aus Toronto raus will, sind die Distanzen sehr schnell, sehr, sehr weit. Und dann hat man halt ganz schnell mehrtägige Fahrten vor sich. Also man kann da hin mit dem Zug fahren. Man muss sich halt nur eine Woche Zeit nehmen. Das lernen wir jetzt so nach und nach, Wie riesig hier einfach alles ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also vielleicht zum Vergleich, weil wir haben das ja nachgeguckt, als wir zurückgefahren sind. Alberta hat 4,6 Millionen Einwohner. Wir haben das dann mal mit der Schweiz verglichen, die ungefähr doppelt so viele Einwohner hat. Also 8,7 Millionen Einwohner. Die Schweiz ist 16.000 Quadratkilometer groß. Groß, Alberta ist 661.000 Quadratkilometer groß. Da fällt einem ja auch dann die Hälfte der Schweizer Einwohner ja nicht mehr auf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ist wirklich der Wahnsinn. Worst Case wäre ja, wir haben drei Jahre Zeit, um hier auch das Land so ein bisschen kennenzulernen. Immer unter der Annahme, das mit Residency wird nichts oder was auch immer. Und das heißt halt einfach auch, wir versuchen die Zeit jetzt gerade zu nutzen. und da sind halt dann hin und wieder mal solche langen Wochenende, die mit einem Flug mit verbunden sind, gerade an, sind da mit im Menü. Alberta selber ist so ein bisschen beschrieben als Texas Kanadas.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, irgendwie jedes Land hat so irgendwie ein Texas. Ja, in Deutschland ist es Bayern, in Kanada ist es halt Alberta.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da kommen die ganzen Rinder her, mit denen hier die Steaks gemacht werden und die Burger. Aber es ist auch so, dass Alberta überwiegend, also wenn wir am linken Rand sind, sind es halt die kanadischen Rockies, die da anfangen, aber der Großteil von Alberta ist eigentlich Prärieland, also flach.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so wie Saskatchewan.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und die pumpen Öl ab und ziehen Kühe auf. Das ist so das, was die da machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und laufen auch mit Hüten rum. Die haben da so Cowboy-Hüte und so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die machen auch Stampeds, also so Rodeos und so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Calgary Stampede ist anscheinend a big deal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Gut, das habe ich jetzt in Bayern noch nicht gesehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die machen Schuhplatteln und Almabtrieb. Läuft doch aufs selbe raus eigentlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also Ben war wirklich toll. Vielleicht packst du das Video von Andrew Huang in die Shownotes.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, das müssen wir nämlich auch noch erwähnen, um den Kreis komplett zu schließen. Susanne steht also an diesem See, hat sich dann dieses Lied auf die Ohren gelegt und fängt an zu weinen, weil dieses Lied unglaublich schön ist und dieser Ort unglaublich schön ist. und hinterher haben wir dann mal nachgeguckt und haben das Making-of von diesem Song gefunden. Und Andrew Huang hat nicht nur diese Inspiration für dieses Lied gehabt, als er das erste Mal den Lake Louise besucht hat, sondern der kam dann zurück auf die Einladung von einer Art Künstlerressort. Die haben so Kabinen und Studios, in jedem dieser Studios ist ein Klavier und ein Aufnahmeraum und was weiß ich. Da war er eingeladen und dann hat er halt in Banff dann Teile der Instrumentalisierung von dem Song aufgenommen und er war da im Winter und dann ist er in die Mitte von diesem See gegangen, der war ja zugefroren und stand dann auf diesem See und hat dann dort den Gesang dazu aufgenommen. Und es ist nochmal so viel cooler. Der Song an sich ist schon toll, aber es wird nochmal extra cool, finde ich, wenn man weiß, dass er dann alle wichtigen Teile im Prinzip dort auch produziert und gemacht hat.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, fand ich sehr beeindruckend. Also danke nochmal, Bastian, für den tollen Song. Hat uns nach Banff gebracht. War schön. Was ist denn noch so auf unserer Liste?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, du hast ja das mit der Politik jetzt nach hinten geschoben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, weil ich dachte, du willst vielleicht so ein bisschen mal erzählen, was hier so in Kanada gerade abgeht, ist nämlich irgendwie auch lustig. Vielleicht erwähnen wir noch mal kurz, wir haben uns ja, weil wir sind ja in der gleichen Zeitzone jetzt, zum ersten Mal in unserem Leben die volle Presidential Debate angeguckt. Also Trump versus Kamala Harris.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jetzt Gott sei Dank sind uns die Augen geöffnet worden, wir wissen, dass die in den USA Katzen und Hunde essen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Mann, Gott sei Dank habe ich das geguckt, ey. Ja, das war auch mal eine interessante Erfahrung, da einfach mal live dabei zu sein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Kanada ist sehr nervös, was diese Wahl angeht. Ich glaube, alle sind sehr nervös, aber in Kanada ist man nochmal eine Ecke nervöser, weil es ist halt der wichtigste Nachbar. Die ganze kanadische Wirtschaft hängt von den USA ab. Die Beziehungen mit Trump in seiner ersten Amtszeit und Kanada waren interessant. Interessant.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das hast du jetzt sehr schön umschrieben. Interessant.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also ich glaube, der gute Justin hat kein Interesse daran, das wiederholen zu müssen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, aber vielleicht verstehen sich ja Poglievre und Trump besser.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, mal gucken, vielleicht wählen die ja da Trump drüben nicht. Ich persönlich verstehe ja gar nicht, wie das überhaupt eine Diskussion sein kann, wen man da wählt. Also man schaut sich Kamela und Donald an und dann ehrlich gesagt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich differenziere das immer ein bisschen. Ich denke mir dann, okay, ich kann verstehen, dass man eher die politische Sicht hat eines Republikaners oder die politische Sicht eines Demokraten. Also rein, was da die wichtigsten Punkte sind. Das ist ja wie bei uns, wenn du eigentlich die Grundsätze einer bestimmten Partei einfach überzeugend findest und sagst, ja, das ist meins. So, also damit kann ich mitgehen. Ja, also das kann ich auch akzeptieren. Wo es bei mir allerdings aufhört, ist mich zu fragen, wie kann man denn so eine Person wie Trump wählen? Wie kann man die überhaupt aufstellen? Ich meine, da kann wirklich, selten kommt da mal ein normaler Satz aus seinem Mund. Ja, das hast du nicht</p>
<p><strong>Dirk:</strong> verstanden. Das ist, weil er so genial ist. Du kannst ihm nicht folgen. Er macht immer diese sehr komplizierten Sätze, die hältst du nur für Halbsätze. Aber wenn du ihm lang genug zuhören würdest, also wenn du 40 Minuten lang zuhörst, dann stellst du fest, eine große brillante Aussage.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wahrscheinlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der trieft ja auch nur vor Rassismus und Hass. Ich finde es</p>
<p><strong>Susanne:</strong> halt, ja, das ist mein Punkt, eben dieses Weltbild, alles ist schlecht, alles ist negativ, alle sind nur darauf aus, mir irgendwie an den Karren zu fahren, das ist so ein Weltbild, das kann ich überhaupt nicht unterstützen und deswegen finde ich auch den Menschen Trump so unwählbar, jedenfalls für mich. Das ist genau wie in Deutschland die AfD. Wie man als Frau AfD wählen kann, ist mir sowieso ein Rätsel. Aber so generell AfD zu wählen, das verstehe ich nicht. Das ist ein ähnliches Weltbild. Ich finde irgendjemanden, auf den ich die ganze Schuld werfen kann. Ich mache mir halt den Bösen irgendwo hin. Also ich mahle mir den.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dann auch immer diese Weltuntergangsrhetorik. Also schicken uns die Vergewaltiger und Straftäter. Der steht ja in einer landesweit ausgestrahlten Sendung und behauptet im Ernst, dass auf der ganzen Welt die Kriminalität runtergeht, weil die Kriminellen alle in die USA geschickt werden. werden. Also es ist einfach, ja, das ist schon sehr, sehr beunruhigend. Und was die AfD angeht, muss ich sagen, da geht es mir auch ganz genau, da wird es mir ganz kalt, wenn ich mir das immer anschaue. Was übrigens auch ganz interessant ist, ich hatte ja mal einen Podcast vor diesem Podcast, der Annerzell-Podcast. Und der war ein tägliches Format. Und den kann man immer noch anhören. Ich lasse den immer noch laufen. Da wird immer jeden Tag eine Folge zufällig aus dem Archiv ausgewählt. Also es ist tatsächlich, glaube ich, immer noch... Machen wir mal wieder ein</p>
<p><strong>Susanne:</strong> bisschen Querwerbung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Machen wir mal Querwerbung, der Unerzählt-Podcast. Und was da jetzt letztens mal vorbeikam, ich weiß ja meine eigenen Folgen nicht mehr, also was weiß ich, was ich mal geschwätzt habe vor sieben, acht Jahren. Naja, jedenfalls kam da eine Folge an mir vorbei, in der ich davon erzählt habe, dass es gab mal eine Studie, da hat jemand, ein Amerikaner war das, mit Genehmigung der NSDAP, NSDAP-Mitglieder gebeten, um ihm einen kleinen Lebenslauf zu schreiben, so ein Essay, der beschreibt, wie sie da hinkamen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weißt du noch, in welchem Jahr das war? Weil das ist der spannende Punkt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war kurz nach der Machtergreifung, das war ein Jahr nach der Machtergreifung oder so. Er hat halt Essays sozusagen eingesammelt, die beschrieben haben, warum die Leute zu der NSDAP gekommen sind, was sie an der Partei zu schätzen wissen, wie da so der Lebensweg, der Hintergrund ist. Und daraus ist ein Buch entstanden, das kann man auch immer noch kaufen. Das ist hier anscheinend so eine Art Standardwerk, wenn man sich mit der Nazi-Zeit beschäftigt. How the Nazis came to power oder so ähnlich. Und das Interessante ist, ich zitiere auch in der Folge so ein paar Passagen, die Sachen, die die so gesagt und geschrieben haben, wenn du da NSDAP streichst und AfD reinschreibst, kennst du den Unterschied nicht. Das klingt alles so unglaublich aktuell. Man hört ja oft so Sätze wie, man kann ja jetzt nicht alle AfD-Wähler als Nazis bezeichnen. oder die wählen ja nicht Rassismus, sondern es geht denen auch mal um andere Themen. Oder manche sind auch nur uninformiert, wenn man solche Sätze hört. Die alle Nazis nennen, macht es einem zu einfach oder solche Dinge. Und ich glaube halt, was wir oft meinen, sind dann die Nazis, die wir in der Schule gesehen haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die, die ganz kontinuierlich darauf hingearbeitet haben, Massen an Menschen umzubringen. Genau, wenn du</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nazi hörst, dann siehst du marschierende Massen, du siehst den Zweiten Weltkrieg, du siehst das KZ. Aber du siehst jetzt nicht die ganz in Anführungsstrichen normalen Menschen, die bevor der Krieg ausgebrochen ist, irgendwie sich Sorgen darum gemacht haben, dass die Ausländer ihnen ihre Jobs wegnehmen oder behauptet haben, dass das die Ausländer sind, wegen denen man sich nicht mehr sicher auf der Straße bewegen kann. Und wenn ich sage, AfD gleich Nazi, dann meine ich die. Also ich glaube, die, die heute AfD wählen, sind dieselben Leute, die damals die NSDAP gewählt hätten. Und wenn die AfD an die Macht kommt, dann ist das sehr Vergleichbares. Und so ist es zumindest auch hier wahrgenommen. Also tatsächlich, als die AfD hier in den Nachrichten beschrieben wurde.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sofort angesprochen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also die Leute hier haben das Gefühl, die haben da ein sehr deutliches unangenehmes Déjà-vu.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, kann ich auch verstehen. Das habe ja auch ich. Und ich verstehe auch das Argument nicht, Protest zu wählen auf die Art und Weise, meine Güte, muss ich wirklich Nazis wählen, um Protest zu wählen? Ich glaube, da gibt es andere Alternativen, um auch zu sagen, hey, ich bin nicht mehr einverstanden, was die großen Parteien machen. Ja, das gilt ja das Gleiche eigentlich für die USA, wie ich schon gesagt habe. Also man kann ja mit dem politischen Standpunkt Republikaner oder Demokraten kann man ja mitgehen. Aber ich weiß nicht, ob ich selbst wenn ich Republikaner wäre, ob ich so jemanden wie Trump, das geht doch gegen alle meine inneren Werte. Also ich</p>
<p><strong>Dirk:</strong> meine, im Zweifel ist auch gar nicht wählen auch immer noch eine legitime Option. Also ich glaube, ich würde eher gar nicht wählen, bevor ich Trump wähle. Jetzt gibt es ja in Deutschland mehr als zwei Parteien. Da finde ich Da gibt es genügend Auswahl, dass man im Zweifel woanders hingreifen kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber jetzt erzähl doch mal, wie ist denn das jetzt hier in Kanada? Da hast du dich mehr mit auseinandergesetzt als ich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe gerade Spaß dabei, weil Kanada wird von einer Minderheitenregierung regiert. Justin steht der liberalen Partei vor und die haben keine Mehrheit. Es gibt hier mehrere Parteien. Also es gibt hier die New Democratic Party, die NDP. Es gibt hier den Bloc Québécois. Die interessieren sich eigentlich nur für das, was gut für Québec ist. Speziell für die französischsprachigen Leute dort. Dann gibt es hier eine grüne Partei. Es gibt hier konservative und es gibt hier liberale. Und bestimmt habe ich irgendwas vergessen, was es auch noch gibt. Aber das sind so die großen Blöcke, von denen man immer wieder mal in den Nachrichten hört. Und was es wohl jetzt schon zwei Wahlen lang gab, war, dass die Liberalen eigentlich nicht genügend Stimmen auf sich vereinigt haben, um eine Mehrheitsregierung zu sein. Und die haben hier etwas, also sowas ähnliches wie das Misstrauensvotum. Das heißt, sie haben es geschafft, die Regierung zu bilden und den Premierminister ins Amt zu heben, aber damit sie nicht bei der ersten passenden Gelegenheit wieder rausgekegelt werden durch ein Misstrauensvotum, haben sie einen Vertrag geschlossen mit einer anderen Partei, der NDP. NDP und haben gesagt, pass auf, wann immer ein Misstrauensvotum kommt, verpflichtet ihr euch, dass ihr uns an der Macht haltet. Im Tausch dazu setzen wir ein paar eurer Programmpunkte um. Deswegen gibt es jetzt hier in Kanada zum Beispiel staatlich bezahlte Verhütungsmittel oder Zahnersaat für Rentner und solche Dinge. Das waren alles Themen, die der NDP wichtig waren. Die wurden dann umgesetzt, weil es diesen Vertrag gab. Und Justin Trudeau verliert nach und nach in den Umfragen ziemlich hart. Es gab ja auch so ein paar lokale Wahlen, wo die Liberalen ordentlich abgestraft wurden, wo sie eigentlich Plätze seit Jahrzehnten besetzt haben und plötzlich diese Plätze verloren haben, weil die Kanadier halt jetzt langsam der Meinung sind, es geht ihnen nicht so gut, wie es ihnen gehen könnte und da wurde vieles auch falsch gewirtschaftet. Es war auch so, die letzten fünf Jahre hat halt die liberale Regierung hier auch die Einwanderungsquote dramatisch hochgedreht und es hat zu Problemen auf dem Häusermarkt, zu einer Kostenspirale geführt und da wird halt vieles der Justin-Trudeau-Regierung angelastet. Wir steuern jetzt auf eine Wahl zu, nächstes Jahr im November glaube ich oder Oktober?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube Oktober, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was jetzt passiert ist, dass NDP diesen Vertrag aufgekündigt haben. Die haben jetzt gesagt, wir werden euch nicht mehr versprechen, dass wir euch schützen. Weil die haben auch angefangen jetzt in den Umfragen Werte zu verlieren, weil alle immer irgendwie die Liberalen und die NDP in einen Haufen gelegt haben. Gleich als nächstes hat dann die Konservative geführt von Pierre Poglieff einen Misstrauensantrag gestellt. Ja klar. Und jetzt haben sie alle abgestimmt und weder die NDP noch der Bloc Québécois haben Interesse an der konservativen Regierung. Das heißt, also zumindest diesmal ging das jetzt nochmal glimpflich aus für Justin. Aber der Bloc Québécois steht jetzt da und sagt, Mr. Trudeau, wanna have a deal?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wanna have a deal?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wanna have a deal? What can you do for us?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Man muss ja mal dazu sagen, die Politiker hier, wenn du so zuhörst oder so, die switchen ja beim Sprechen von Englisch auf Französisch und zurück. Also es ist wirklich beeindruckend. Egal, aus welchem Block die kommen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und Polyev muss man sagen, ist hier auch so eher auf der populistischen Seite unterwegs. Der ist so ein, ich weiß nicht, das ist natürlich jetzt schwer zu sagen, aber mir macht er immer so einen leichten Lindner-Eindruck, wenn ich den sehe. Ja, er ist so ein bisschen geleckt, er hat sowas latent, nicht vertrauenswürdiges, aber sympathisches und dann macht er den Mund auf und sagt Dinge, denen ich nicht unterschreiben kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also wieder Lindner.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Er spricht in ganzen Sätzen und er steht für die konservative Hälfte der Kanadier. Hier wird eben auch um Immigration natürlich im Moment gestritten. Der Flavor hier ist immer noch anders. Also auch die Konservativen hier zweifeln nicht an, dass Kanada Immigration braucht. Sie sagen nur, wir müssen für eine Weile mal runterdrehen, damit Ärzte und Häuser und so weiter alles nachkommt. Die werfen den liberalen Misswirtschaft vor. Aber im Grunde sagen, sie stehen jetzt nicht da und sagen, wir dürfen keine Immigranten mehr haben. oder sagen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> solche Sachen wie die Immigranten sind an allem schuld.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist hier gar keine Diskussion.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist überhaupt gar keine Diskussion. Null.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sie haben allerdings so ein paar Kampflinien. Also leider sind die Kampflinien ja immer dieselben. Also was hier zum Beispiel auch umkämpft ist, sind Transrechte. Da gab es jetzt zum Beispiel Streit vor kurzem, weil es gab eine Gesetzesvorgabe, dass Schulen es geheim halten müssen gegenüber Eltern, Wenn ihre Kinder in der Schule ein anderes Pronoun angeben, als von den Eltern vorgegeben war. Also die Kinder können sagen, welches Pronoun sie bevorzugen. Und dann gab es tatsächlich Diskussion und Streit geführt von der konservativen Partei dort, ob da nicht das Recht der Eltern informiert zu werden in Gefahr wäre. Umgekehrt gibt es dann aber auch wieder dieselbe Streiterei im Augenblick rund um Gender Affirming, also geschlechtsbestätigende medizinische Behandlungen. Also wenn du beispielsweise feststellst, dein Teenager braucht eventuell Unterstützung und mit Genehmigung der Eltern möchte man zum Beispiel Hormone geben, um die Pubertät aufzuhalten, bis das Kind volljährig ist und eine richtige Entscheidung treffen kann, eine permanente Entscheidung. Da wird wiederum auch von den Konservativen genau das Gegenteil gerade angestrebt, also das zu verhindern, weil das halt ein Eingriff irgendwie in die biologischen Abläufe sei. Also was ich damit ausdrücken möchte ist, die Konservativen hier streiten über sehr ähnliche Themen wie die Konservativen überall, sie haben ein Problem mit bestimmten Minderheitsrechten. Ich glaube Leute, die homosexuell sind, fühlen sich mit den Konservativen hier nicht so wirklich wohl, das gehört leider irgendwie mit zu dem Spektrum immer dazu. und jawohl, die Konservativen hier wollen keine CO2-Besteuerung, sie wollen weiterhin Öl abbauen dürfen. Also all diese dummen Trends, die wir ja auch bei der CDU, CSU oder der FDP hören, gibt es ja hier auch. Das sind so marktbejahende Parteien eben. Das würde es jetzt für mich nicht wählbar machen, das Spektrum, aber wie gesagt, der Polyev, der diskutiert, der hat Argumente, die kann man schlecht finden oder gut finden, der vertritt sein Wahlvolk. Wahlvolk. Das ist jetzt nicht so ein Blöker wie jetzt hier beim südlichen Nachbarn. Aber ich finde vor allen Dingen diese Politspielchen gerade super spannend. Und ich glaube halt, die nächste Wahl wird die Liberalen endgültig vom Thron stoßen. Aber eventuell gibt es da eine Koalition. Aus dem Bloc Québécois und der NDP und den Liberalen und den Grünen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Keine Ahnung, wir werden es ja dann feststellen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vielleicht haben sie dann auch mal wieder für eine Weile eine konservative Regierung hier mal gucken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir freuen uns jetzt erstmal, weil nächste Woche fahren wir endlich, endlich, endlich in den Algonquin Park.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wandern im Wald.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wandern im Wald und wofür die Gegend hier ja besonders bekannt ist, genauso wie die Gegend Upstate New York, ist der Indian Summer mit den vielen, vielen, vielen verschiedenen Farben. Und wie der Dirk am Anfang schon erwähnt hat, es gibt einen Tracker dafür. Da kann man sich nämlich in den Parks in Ontario, kann man schon mal gucken, wie weit sind denn die Bäume schon. Und dann kann man das eben planen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die rechnen damit, dass es dieses Jahr auch ein bisschen eher anfängt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich habe gesehen, Algonquin, da ist das Blatt schon rötlich. Das heißt, wir werden Spaß haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das heißt, wenn wir da sind, ist es eventuell gerade in Vollgas-Herbstmodus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wahrscheinlich, ja. Also ich würde mich drüber freuen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ist auch eine gute Zeit mückenmäßig. Also ich habe ja immer gehört, dass Algonquin sei, wenn man zur Mückensaison dort ist, ein Albtraum.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da gibt es halt viele, viele, viele kleine Seen. Ich glaube, ich bin in dem einen Jahr jetzt noch nicht gestochen worden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, ich auch nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es liegt unter anderem daran, dass wir auf 21. Stock sind.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben</p>
<p><strong>Susanne:</strong> tatsächlich festgestellt, auch Wespen fliegen hoch in den 21. Stock. Kümmert uns nicht, weil die kommen ja eh nicht rein, aber fand ich spannend festzustellen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich bin ja aufgewachsen in dem Glauben, dass Insekten nicht höher als 10 Meter fliegen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> mal völliger Quatsch. Entweder sind kanadische Insekten härter als Nehmen. Die sind hardcore, ja. Wahrscheinlich werden wir hier irgendwann sitzen und sagen, draußen hat es 15 Grad und gerade ist eine Wespe an uns vorbeigeflogen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Flogen. Ja, genau. Nee. Aber nach wie vor, ich kann mich nicht beschweren über das Wetter. Das Wetter ist toll. Ich habe selten so viel Sonnenschein gehabt. Der Sommer war auch grandios. Ich habe allerdings genossen, als wir jetzt in Banff waren, da war es ja schon ein bisschen kühler. Da war auch die Luft so richtig frisch. Bei offenem</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Fenster schlafen war toll. Ja,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> frische Luft und bei offenem Fenster schlafen. Hier ist es ja immer noch so ein bisschen schwülig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es ist tatsächlich immer noch, also ich meine, jetzt hat es gerade, jetzt ist es 6 Uhr abends, es hat draußen 22 Grad.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Und wenn es hier 22 Grad hat, da kann ich ohne Jacke rausgehen, easy. Das war in Frankfurt jetzt nicht so. Da hatte ich dann immer Jäckchen dabei. Da wurde es schon kühl.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also wir haben bisher an dem Wetter nichts auszusetzen. Mal schauen, ob der Herbst so schön ist, wie alle behaupten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also wie gesagt, der Sommer hat das gehalten, was jeder gesagt hat. Und dann Dann steuern wir schon auf unseren zweiten Winter zu und diesmal machen wir was im Schnee. Schneeschuhwandern. Hundeschlittenfahren. Oh ja, Hundeschlittenfahren. Und wir müssen jetzt endlich mal auch Nordlichter sehen, weil könnte man theoretisch, wenn Toronto dunkel wäre.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir hätten in Berns sie sehen können. Wir hätten nur um zwei Uhr nachts rausgehen müssen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir waren allerdings so viel frische Luft am Tag und rumlaufen und Dinge sehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Scheiß auf die Nordlichter.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Scheiß auf die Nordlichter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Na gut. Das heißt, es läuft, es geht uns gut, wir fühlen uns wohl.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Fühlen uns sauwohl hier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Damit schließen wir jetzt mal ab. Müssen wir eigentlich jetzt hier noch Beißen und Saugen crosspromoten?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, haben wir doch beim letzten Mal. Haben wir es beim letzten Mal? Nee, wir haben es nicht beim letzten Mal. Bei Beißen und Saugen haben wir auf Schlannada hingewiesen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, deswegen müssen wir jetzt bei Schlannada auf Beißen und Saugen hinbeißen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, du musst es mal so in einer Sexy Voice sagen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sag es in einer Sexy Voice.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben einen Podcast, der heißt Beißen und Saugen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist deine Sexy Voice?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, ich habe jetzt keine Erkältung, deswegen kann ich das nicht so. Red mal mit mir in deiner Sexy Voice. Ja, ich komme nicht so weit runter wie du. Beißen und Saugen. Wie auch immer. Ja, und Leute, also ich finde es immer witzig, weil ich erzähle das manchmal, wenn auf so Team-Events oder so, oder wenn ich neue Leute treffe, als Fun-Fact, ja, dass wir einen Podcast machen, der heißt Biting and Sucking und ich mache da natürlich eine Pause, weil ich will ja dann den Gesichtsausdruck auch haben. Ja, dann gucken die mich so ein bisschen geschockt an und dann sage ich, es ist ein Vampir-Podcast und dann gibt es immer großes Gelächter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir gucken Vampirfilme, damit ihr es nicht tun müsst. Das ist sozusagen der Sinn und Zweck von Beißen und Saugen und es ist lustig, selbst wenn ihr keine Vampirfilme mögt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir lieben es, über Filme zu lästern. Ja, und der letzte Film, den wir uns angeguckt haben, war New Moon, der zweite Teil von Twilight. Was gibt's Schöneres?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist episch. Episch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Tolles Kino.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also wer noch mehr von uns haben will, kann dort einen anderen Podcast mit Susanne und Dirk hören.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ansonsten, wenn ihr in Toronto seid, sagt doch mal Bescheid. Dann bis demnächst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, passt auf euch auf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und lasst euch nicht beißen. Lasst euch nicht beißen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bis bald.</p>]]></content:encoded>
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            <title>Schwarz Rot Gold</title>
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            <pubDate>Sat, 13 Jul 2024 23:33:23 GMT</pubDate>
            <description>Wir waren sportlich. Und patriotisch. Und unterwegs. Außerdem haben wir die Bettenlage endgültig im Griff und probieren jetzt das hiesige Gesundheitssystem durch.</description>
            <itunes:summary>Wir waren sportlich. Und patriotisch. Und unterwegs. Außerdem haben wir die Bettenlage endgültig im Griff und probieren jetzt das hiesige Gesundheitssystem durch. Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Dirk: Hallo Susanne. Susanne: Hallo Dirk. Wie ist denn das Wetter heute so? Sag mal. Dirk: Warm. Warm. Ich habe mich gerade eben mit unserer Konzerthund unterhalten, mit Twinkle. Twinkle ist aus Indien. Und Twinkle sagt, irgendwie sind Temperaturen in Kanada anders. Weil da draußen ist es echt warm bei 26 Grad. Susanne: Ja, das stimmt. Also es ist mir auch schon aufgefallen, wenn da draußen 23 Grad hat, wo ich in Frankfurt gedacht habe, oh ja, dann nehme ich nochmal ein Jäckchen mit. Hier muss man kein Jäckchen mitnehmen. Ja, es ist wirklich warm. Dirk: Und schwül. Und das Wetter ist toll. Also ich war heute fotografieren hier, ich bin hier ein Stück weit Rad gefahren und unterwegs gewesen. Alle sind draußen, alles irgendwie ist hier schönes Wetter. Also wolkenlos, sonnig, warm. Und in Indien ist es wärmer, aber anders, habe ich mir sagen lassen. Susanne: Ja, also ich glaube in Indien waren es da nicht letzt 53 Grad in Delhi? Dirk: Ja, Twinkle meinte, dass hier irgendwie 26 Grad härter sind als über 30 Grad in Indien. Susanne: Kann ich nicht beurteilen. Whatever that means. Ja. Dirk: Aber damit haben wir das Wetter schon mal aus dem Weg. Susanne: Ja, ich meine, es ist wichtig, über das Wetter zu reden. Ja, wir wollen ja Vorurteile aufarbeiten. Dirk: Ja, also halten wir das jetzt mal fest. Die ersten sechs Monate sind dadurch geprägt, dass es entgegen der Vorhersagen im Winter wärmer hier war als in Deutschland. schon jetzt im Sommer kühler ist als in Deutschland. Susanne: Ja, wobei, ich glaube, das ist gar nicht so schlecht, ja? Nee, ich finde es auch in Ordnung. Also ich finde auch bei den 26 Grad draußen hier drinnen in der Klimaanlage zu sitzen, ist schon echt schön. Besser als bei 38 Grad ohne Klimaanlage. Dirk: Das ist wohl wahr, das ist wohl wahr. Wir hatten auch, also meine Firma hatte eine Entwicklerveranstaltung in Berlin und da hatten die Veranstaltungsräume ohne Klimaanlage und irgendeiner hatte die fantastische Idee, ein Indoor-Pool in eine der Räumlichkeiten zu packen. Und es war wie Sauna mit Aufguss. Das heißt, das Wasser ist in die Umgebungsluft verdunstet. Es gab keine Klimaanlagen. Die mobilen Klimaanlagen, die sie installiert hatten für die Veranstaltung, fielen aus. Und es war über 30 Grad. Oh, schön. Es war schön. Und die amerikanischen Kollegen konnten ihr Glück gar nicht fassen. Susanne: Ja gut, aber die sitzen ja auch immer in tiefgefrosten Meetingräumen. Dirk: Denen ist diese Idee, dass man irgendwie keine Klimaanlagen hat, sowieso sehr, sehr fremd. Das muss ich eh Susanne: sagen. Also meine Kollegen hier in Kanada und auch die Amerikaner, die ich so kenne und wo wir jetzt auch letzt wieder welche gesehen haben, als wir gereist sind, die kommen schon immer mit Schichten auch ins Büro, weil die wissen einfach, es ist scheißkalt in Gebäuden. Dirk: Ja, also ich meine, darauf kann man sich ja irgendwie einrichten. Susanne: Schichtsystem. Dirk: Schichtsystem. Susanne: Okay. Dirk: Damit haben wir das Wetter jetzt schon mal aus dem Weg. Und der andere Evergreen, über den wir unbedingt kurz reden müssen, ist das Bett. Susanne: Ach, das Bett. Ja, also regelmäßig kriegen wir uns in die Haare, wenn wir das Bett frisch beziehen. Dirk: Nein, nicht mehr. Susanne: Ja, nicht mehr. Wir haben ja jetzt eine Lösung. Dirk: Außerdem haben wir uns gar nicht regelmäßig in die Haare gekriegt. Du warst einfach ganz schön herrisch, wenn du das Bett gemacht hast. Susanne: Also es ist ja so, unsere Bettdecken, über die wir uns ja schon vielfach ausgelassen haben, haben eine Maße von, ich glaube, 2,30 Meter auf 2,50 Meter. Warum man so ein Queen-Size nicht wirklich dann einfach quadratisch macht, weil es einfacher wäre dann zu erkennen, also dann brauchst du ja nicht zu wissen, welches ist die längere Sei</itunes:summary>
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<p>Wir waren sportlich. Und patriotisch. Und unterwegs. Außerdem haben wir die Bettenlage endgültig im Griff und probieren jetzt das hiesige Gesundheitssystem durch. </p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo Dirk. Wie ist denn das Wetter heute so? Sag mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Warm. Warm. Ich habe mich gerade eben mit unserer Konzerthund unterhalten, mit Twinkle. Twinkle ist aus Indien. Und Twinkle sagt, irgendwie sind Temperaturen in Kanada anders. Weil da draußen ist es echt warm bei 26 Grad.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das stimmt. Also es ist mir auch schon aufgefallen, wenn da draußen 23 Grad hat, wo ich in Frankfurt gedacht habe, oh ja, dann nehme ich nochmal ein Jäckchen mit. Hier muss man kein Jäckchen mitnehmen. Ja, es ist wirklich warm.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und schwül. Und das Wetter ist toll. Also ich war heute fotografieren hier, ich bin hier ein Stück weit Rad gefahren und unterwegs gewesen. Alle sind draußen, alles irgendwie ist hier schönes Wetter. Also wolkenlos, sonnig, warm. Und in Indien ist es wärmer, aber anders, habe ich mir sagen lassen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich glaube in Indien waren es da nicht letzt 53 Grad in Delhi?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Twinkle meinte, dass hier irgendwie 26 Grad härter sind als über 30 Grad in Indien.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kann ich nicht beurteilen. Whatever that means. Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber damit haben wir das Wetter schon mal aus dem Weg.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich meine, es ist wichtig, über das Wetter zu reden. Ja, wir wollen ja Vorurteile aufarbeiten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also halten wir das jetzt mal fest. Die ersten sechs Monate sind dadurch geprägt, dass es entgegen der Vorhersagen im Winter wärmer hier war als in Deutschland. schon jetzt im Sommer kühler ist als in Deutschland.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wobei, ich glaube, das ist gar nicht so schlecht, ja? Nee, ich finde es auch in Ordnung. Also ich finde auch bei den 26 Grad draußen hier drinnen in der Klimaanlage zu sitzen, ist schon echt schön. Besser als bei 38 Grad ohne Klimaanlage.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist wohl wahr, das ist wohl wahr. Wir hatten auch, also meine Firma hatte eine Entwicklerveranstaltung in Berlin und da hatten die Veranstaltungsräume ohne Klimaanlage und irgendeiner hatte die fantastische Idee, ein Indoor-Pool in eine der Räumlichkeiten zu packen. Und es war wie Sauna mit Aufguss. Das heißt, das Wasser ist in die Umgebungsluft verdunstet. Es gab keine Klimaanlagen. Die mobilen Klimaanlagen, die sie installiert hatten für die Veranstaltung, fielen aus. Und es war über 30 Grad. Oh, schön. Es war schön. Und die amerikanischen Kollegen konnten ihr Glück gar nicht fassen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja gut, aber die sitzen ja auch immer in tiefgefrosten Meetingräumen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Denen ist diese Idee, dass man irgendwie keine Klimaanlagen hat, sowieso sehr, sehr fremd. Das muss ich eh</p>
<p><strong>Susanne:</strong> sagen. Also meine Kollegen hier in Kanada und auch die Amerikaner, die ich so kenne und wo wir jetzt auch letzt wieder welche gesehen haben, als wir gereist sind, die kommen schon immer mit Schichten auch ins Büro, weil die wissen einfach, es ist scheißkalt in Gebäuden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also ich meine, darauf kann man sich ja irgendwie einrichten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schichtsystem.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Schichtsystem.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Okay.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Damit haben wir das Wetter jetzt schon mal aus dem Weg. Und der andere Evergreen, über den wir unbedingt kurz reden müssen, ist das Bett.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, das Bett. Ja, also regelmäßig kriegen wir uns in die Haare, wenn wir das Bett frisch beziehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nein, nicht mehr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nicht mehr. Wir haben ja jetzt eine Lösung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Außerdem haben wir uns gar nicht regelmäßig in die Haare gekriegt. Du warst einfach ganz schön herrisch, wenn du das Bett gemacht hast.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also es ist ja so, unsere Bettdecken, über die wir uns ja schon vielfach ausgelassen haben, haben eine Maße von, ich glaube, 2,30 Meter auf 2,50 Meter. Warum man so ein Queen-Size nicht wirklich dann einfach quadratisch macht, weil es einfacher wäre dann zu erkennen, also dann brauchst du ja nicht zu wissen, welches ist die längere Seite, weiß ich auch nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und die goldene Regel ist, wenn man es versucht auf Augenmaß zu machen, macht man es sehr wahrscheinlich falsch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist eigentlich grundsätzlich so Murphys Law.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und wenn man versucht, so zweit dieses, also wenn du versuchst, dieses Bett so zu machen, wie du es aus Deutschland gewohnt bist und gelernt hast. Also sprich, man</p>
<p><strong>Susanne:</strong> nimmt die Zippel und dann...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zippelt man halt rum.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Zippelt man, dann schüttelt man, das kann man bei einer 2,30 Meter oder 50 Decke echt vergessen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was also in der Praxis darauf rausläuft, dass man sich erstmal darüber streitet, wie rum denn jetzt nun das Inlay da reingehört, dann es irgendwie da reinfummelt und dann in der Regel einer von uns auf dem Bett gestanden ist mit breit ausgestreckten Armen, also ich, weil meine Arme ja weiter sind, wenn sie ausgestreckt werden. Ja, und dann</p>
<p><strong>Susanne:</strong> stellen wir fest, oh, es war die falsche Seite. Genau, und dann zuppelt man alles wieder auseinander.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und meine Frau hat ja Geduld als zweiten Vornamen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, total.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Heißt nämlich Susanne, Geduld, Primbs. Ja, das ist schon immer so ein Test für die Beziehung. Bis es irgendwann den Punkt gab, wo ich gesagt habe, ich gucke jetzt mal auf YouTube, da muss es doch einen Trick geben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und tatsächlich, es gibt einen Trick. Der ist sogar so simpel. Unglaublich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der ist wirklich unglaublich. Ist eigentlich ganz simpel. Man nimmt den Bezug,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dreht ihn auf links,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> legt ihn aufs Bett, legt dann die Decke auf den Bezug. Da kann man dann ganz gemütlich rumtun, bis man festgestellt hat, welche Seite die längere ist. Und das eine liegt ja auf dem anderen. Dann rollt man von der geschlossenen Bezugsseite her beides wie so ein Sandwich, wie so eine Kuchenrolle. Ja, wie so ein...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wie hießen diese Kuchen?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, diese... Diese Rollen? Ja, ja. Ich weiß nicht, wie man die nennt. Aber unsere gebildeten Hörerinnen und Hörer wissen das. Jedenfalls, so rollt man das bis ganz fort zum offenen Seite. Dann stülpt man die offene Seite über diese gerollte Wurst und dann rollt man es wieder auf. Und dann ist das Ding bezogen. Ich finde, das ist immer noch Marquis. Ja, das ist einfach unglaublich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und das haben wir auch schon praktiziert, es funktioniert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Funktioniert. Zack, ein Grund weniger sich zu streiten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jetzt kann man theoretisch dieses Bett tatsächlich auch alleine machen, wenn man Lust drauf hat, da rumzubursteln.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich finde auch generell das Bett machen bei so großen Betten, also da renne ich ja morgens bestimmt drei, vier Mal von einer Seite auf die nächste Seite, um es dann nochmal zu zuppeln und hier zu zuppeln und dann hin zu zuppeln. aber dann ist, gut, ja, also große Badecken sind zwar total gemütlich, aber sehr unpraktisch zum Handhaben. Wenn</p>
<p><strong>Dirk:</strong> du allein wärst, würdest du die auch nie wieder auseinanderzuppeln. Das mache immer ich, abends. Die Frau Primbs geht einfach unter beide Decken und lässt die so, wie sie sind. Und ich sag ja, wir würden, wenn wir beide das gleiche Maß an Decken verurteilt hätten, würden wir uns auf dem kanadischen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Modell treffen. Ja, wahrscheinlich. dass wir beide</p>
<p><strong>Dirk:</strong> unter derselben Decke liegen und uns dann vielleicht irgendwie gekühlte und geheizte Matratzen kaufen damit wir auf unseren Seiten unterschiedliche Temperaturen haben können</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, okay</p>
<p><strong>Dirk:</strong> aber immerhin wieder was gelernt Die Decken-Story ist nächste Chapter Wir wissen jetzt, wie man Ich glaube, das ist das finale Chapter Ich glaube auch Was ist denn sonst? Wir haben ja wieder unseren traditionellen Zwei-Monats-Rhythmus eingehalten</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben einen traditionellen Zwei-Monats-Rhythmus</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also das letzte Mal haben wir in dieses Mikro gesprochen. Wir waren ja auch viel unterwegs. Genau. Und das letzte Mal haben wir gesagt, wir werden ja jetzt dann demnächst in Deutschland sein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah ja, richtig. Wir waren für zwei Wochen in Deutschland. Und es war ursprünglich...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also du warst für zwei Wochen. Ich war für eine Woche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, du warst für eine Woche. Also ursprünglich war das geplant, also meine Familie mütterlicherseits hat ein großes... Also wir haben viel Verwandtschaft und wir treffen uns auch immer in unregelmäßigen Abständen und dieses große Familientreffen war mal wieder geplant und das ist irgendwie schon die letzten zwei Jahre geplant gewesen und deswegen, da wussten wir ja noch nicht, dass wir nach Kanada umziehen, zack, war das halt ein Termin, den wollten wir natürlich auch wahrnehmen. Und dann haben wir uns gedacht, naja, bevor wir für vier Tage irgendwie nach Deutschland fliegen, bist du ja irgendwie bescheuert. Ja, machen wir halt zwei Wochen und hängen irgendwie Urlaub noch dran.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann haben sich bei mir Änderungen ergeben im Beruf und deswegen musste ich nachkommen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und so generell in der Planung haben sich auch ein paar Änderungen ergeben. Das heißt, kam alles</p>
<p><strong>Dirk:</strong> erstens anders als zweitens geplant.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber es war total schön. Ich bin Samstag gelandet und ich kann mich noch erinnern, ich saß im Taxi und bin nach Frankfurt reingefahren und ich dachte, boah, ist das alles so grün hier, weil es war ja Mai, Anfang Mai und naja, da war hier nur nicht so viel grün, ja, und ganz Frankfurt war grün.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also man kann festhalten, hier Toronto ist so vier, fünf Wochen hintendran mit sowas. Jetzt ist hier auch alles sehr grün. Also wir haben ja gelernt, dass Toronto den Spitznamen City in the Park hat und da hat man immer einen verächtlichen Gesichtsausdruck bei Susanne sehen können, wenn dieser Spitzname gebracht wurde.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> und so</p>
<p><strong>Susanne:</strong> weiter. Wo ich hin muss, wusste, wo die Geschäfte sind, wusste, was meine Marken sind und in dem Augenblick habe ich mich einfach nur völlig entspannt. Das war eine sehr interessante Beobachtung, einfach nur, weil mein Hirn nicht so viel nachdenken musste. Und dann habe ich den Mietwagen abgeholt und musste dann wieder zum Hotel zurückfahren und dann dachte ich, Mensch, irgendwie, die Straßen, die sind, glaube ich, geschrumpft.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wenigstens, wenigstens fahren die Leute in Deutschland nicht auf Verdacht auf die Kreuzung und hupen dann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist so langsam hier so eine der Running Gags oder Pet Peeves, die wir hier entwickeln. Wir haben ja hier so eine Kreuzung und nicht, dass es da irgendwie laut wäre, aber uns fällt es dadurch ganz besonders auf, dass die Kanadier an sich halten es, glaube ich, für sehr, sehr wichtig, dass man auch, selbst wenn die Kreuzung schon ziemlich voll aussieht, da auch noch drauf rollt. und dann den vor sich auch auf der Kreuzung stehenden Fahrer oder die Fahrerin schon mal anhubt. Und das ist was, das</p>
<p><strong>Susanne:</strong> fällt mir in Deutschland irgendwie</p>
<p><strong>Dirk:</strong> nie auf, dass da ständig</p>
<p><strong>Susanne:</strong> irgendwelche Ordner stehen, die irgendwie den Verkehr regulieren und das nur, damit</p>
<p><strong>Dirk:</strong> die Leute nicht</p>
<p><strong>Susanne:</strong> auf die Kreuzung fahren und mitten auf der Kreuzung stehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, ich habe jetzt irgendwie von unserem Trainer, der hat mir gesagt, Ich habe gesagt, dass neulich irgendwo eine Straßenbahn tatsächlich auf der Kreuzung festsaß. Was halt passiert, wenn die alle auf die Kreuzung fahren, ist, dann bewegt sich erstmal nichts mehr, auch nicht die Straßenbahn. Und dann können die so viel hupen, wie sie wollen. Es bewegt sich einfach nichts. Ich habe mir das so angeguckt und habe mir gedacht, ich würde da keine Ordner hinstellen, ich würde da Verkehrspolizisten hinstellen und allen Tickets in die Hand drücken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist so deutsch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber das würde aufhören. Ich bin mir sicher, die Huperei würde aufhören.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, ich denke mir einfach, diese Huperei, wahrscheinlich haben die irgendwann mal gehört, dass wenn man ausreichend hupt, dass der Vordermann sich irgendwie in Luft auflöst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, vielleicht ist es so. Oder wenn du energisch genug hupst, dann machen die alle so eine Vorfahrgasse für dich, damit du an ihnen allen vorbeifahren darfst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das klappt ja immer so gut.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe letztens, letztens bin ich bei der Kreuzung, ich bin über so einen Fußgängerweg drüber gegangen und ich wurde angehubt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jedenfalls hupt es hier andauernd, ich fühle mich ja voll nach Griechenland versetzt, in Athen, eingehupe, sage ich dir, aber da hupen die einfach zu sagen, hallo, ich komme jetzt, Achtung, ich fahre jetzt rückwärts, Achtung, ich fahre jetzt vorwärts</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es hupt hier hauptsächlich zu Stoßzeiten, also wenn nicht gerade Rushhour ist, dass man ordentlich über die Größe fahren kann, ist alles schick</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber wir waren ja eigentlich ursprünglich bei Deutschland, ne? Genau, und in Deutschland macht man das nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> In Deutschland ist ja auch das Klischee, dass nachts um drei, wenn niemand unterwegs ist, trotzdem die Leute an der roten Ampel stehen bleiben. Also ich glaube, in Deutschland haben wir einfach ein anderes Verhältnis zur Straßenverkehrsordnung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Keine Ahnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es ist nicht so, dass es hier ungeordnet abläuft. Also ich glaube, ich habe schon den Eindruck,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> die fahren auch hier nicht wie die Wilden. Sie fahren echt mäßig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die fahren dann in Ruhe auf die Kreuzung und hupen an, der immer vor ihnen auf der Kreuzung steht. Und stehen dann</p>
<p><strong>Susanne:</strong> da auf der Kreuzung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ist wunderbar.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, dann war ich mit meinem mittleren Sohn, war ich dann wandern, das war dann, wir sind den Burgenweg gelaufen und auf dem Rückweg haben dann einen echten Eiskaffee getrunken. Also so mit Vanilleeis, sowas gibt es ja hier auch nicht. Ja, das ist ja immer irgendwie so verdünnt, verdünnte Kaffee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Eiskaffee ist halt mit Eiswürfeln.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Naja, jedenfalls sind wir dann den Blütenweg zurückgelaufen, es war wirklich naturpur, war sehr schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du kannst hier natürlich ein Frappuccino haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann haben wir abends den ESC geguckt. Mit dir. Also mit dir hier und wir waren im Hotel in Frankfurt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und unser Jüngster war zu der Zeit mit seiner Freundin in Urlaub und hat dann vom Flughafen aus mitbekommen, dass wir alle gemeinsam den ESC gucken und uns über WhatsApp darüber unterhalten haben. Und hat dann eben vom Flughafen aus am Gate auch noch ein bisschen ESC geguckt. Das heißt, im Grunde hat die ganze Familie gemeinsam ESC geguckt von drei verschiedenen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Orten. Ja, unser Ältester ist nur ein bisschen erschrocken, weil wir irgendwie 350 Messages hatten oder so. Das war jedenfalls wieder spektakulär.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der ESC war super. Ich weiß auch nicht, was man nicht am ESC lieben kann. Ja, ich bin</p>
<p><strong>Susanne:</strong> auch. Das ist einfach eine große Party.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich war allerdings in Versuchung, hier in irgendein ESC-Viewing zu gehen. Die gibt es dann in Toronto auch. Also in Kanada gibt es schon auch eine ESC-Fan-Community. Nur, also ich meine, man kann natürlich schon sagen, dass der ESC eine sehr queere Veranstaltung ist. Aber ich konnte dann, als ich im Internet gesucht habe, wo ich denen schauen könnte und irgendwie hingehen könnte, ich konnte dann nicht wirklich garantieren, dass ich mich nicht aus Versehen auf irgendeine queere Sexparty einlade, wenn ich da hingehe. Dann habe ich es dann doch von daheim ausgeguckt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und dann Montag, Dienstag habe ich von Deutschland aus gearbeitet und am Dienstag, also am Montag habe ich mich mit einer Kollegin getroffen und am Dienstag haben mich tatsächlich zwei Kollegen, die ich überhaupt nicht kannte, gefragt, ob ich mit ihnen Mittagessen gehen will für eine Stunde. Das ist hier was, das machen die hier nicht. Die gehen einfach mittags, essen die nichts. Das ist für die irgendwie so Mittagspause, was? Ja, und ich bin aus allen Wolken gefallen und dann sind wir ins Café um die Ecke gegangen, wo wir einen frischen Salat auf einem Porzellanteller bekommen haben. Und draußen in der Sonne saß und ich so, wow, voll krass, hatte ich seit sechs Monaten nicht mehr. Ja, es war echt schön. Dann bist du auch schon gekommen an dem Donnerstag. Und dann sind wir am Freitag zum Familienwochenende gefahren und wir hatten ja eigentlich ursprünglich geplant, dass wir irgendwie die Jungs so mitnehmen, dann, wenn wir weiterfahren, nach München runter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So rund um die Zeit hattest du ja irgendwie auch Geburtstag.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, hatte ich ja kurz davor.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau. Und das Geschenk, was ich dir gemacht habe, war dann, als wir wieder daheim waren, in ein Sophie B. Hawkins Konzert zu gehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich bin ja aus allen Wolken gefallen. Sophie B. Hawkins hat mich so durch meine 20er und Anfang 30er irgendwie getragen. Ich finde die Frau einfach spektakulär. Ich habe die noch nie live gesehen und es war irgendwie noch so auf meiner Bucketlist. Und das Konzert selber war in New York und man kann hier von dem kleinen Stadtflughafen in anderthalb Stunden rüber nach New York hopsen in so einer kleinen Propellermaschine.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und zu dem Flughafen kann man von unserer Wohnung aus in einer halben Stunde gehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das war toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es ist wirklich das beste Flughafen-Experience ever. Man geht da dann gemütlich hin, da gibt es so einen kleinen Tunnel, weil der ist eigentlich auf Toronto Island, dieser Flughafen. Dann kann man sozusagen vom Festland aus durch so einen kurzen Tunnel rübergehen. Es gibt da zwei Airlines, die von dort aus Flüge anbieten. und es ist irgendwie eine sehr, sehr seltsame Erfahrung, die man dann sich vergegenwärtigen darf, dass man jetzt in einer Stadt wohnt, wo man in zwei Stunden Flug in New York sein kann, um sich dort ein Konzert anzuschauen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und wir sind dann über Lake Ontario geflogen und ich meine, das ist ja nicht ein See, das ist ja wie ein Meer. Da fliegst du halt eine Weile über blau. Also war auch ein schöner Flug und wir sind dann in New York gelandet. Ja und haben dann eben Sophie B. Hawkins abends gesehen, die war großartig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und es war so ein kleines Konzert, also so ein Konzert, wo man halt, ich weiß nicht wie viele Leute da in dem Konzert waren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Vielleicht 200 oder so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube weniger, aber ja. Ja es war so eine</p>
<p><strong>Susanne:</strong> City Winery und da hat es Essen gegeben und da konntest du also essen und dann Konzert gucken. Und wir saßen fast ganz vorne. War schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich krieg das nicht immer hin mit den guten Geburtstagsgeschenken, aber manchmal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach komm, die letzten Jahre bist du echt toll. Ich weiß noch, wie plötzlich meine beste Freundin vor der Haustür stand. Das war super.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Freundin vor der Haustür stehen, allerdings geplant und nicht als Überraschung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, unser erster, erster Externer, also extern im Sinne von nicht die Core-Family, sondern jemand, der nicht mit uns verwandt ist und vor der Haustür steht. Meine Freundin Ilva kam mich besuchen. Die kommt aus der Nähe von Stockholm, aus Uppsala. Und wir kennen uns jetzt auch schon, ich weiß gar nicht, seit 2015, wie soll ich sagen. Wir haben uns jetzt schon öfter mal gegenseitig besucht und diesmal war sie halt auf dem Weg nach Upstate New York und hat dann gedacht, oh, dann fliegt sie halt früher und kommt noch fürs Wochenende hierher, weil ist ja nur ein Hüpfer. Und das haben wir so gemacht und waren mit ihr unterwegs. War toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, deswegen wissen wir auch, dass jetzt zur Zeit vom CN Tower die Stadt wirklich grün aussieht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann war auch so eines der Dinge, wir haben dann mit ihr ja so Touri-Touren gemacht, also ihr so ein bisschen die Stadt gezeigt, weil sie war noch nie in Toronto. Und da war ich mit ihr auch auf Toronto Island spazieren, es war richtig schön. Und ein Ding, was wir gemacht haben, sie hatte noch nie in ihrem Leben Dumplings gegessen. Und dann haben wir gesagt, ja, dann gehen wir halt nach Chinatown und essen Dumplings.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh, das waren echt geile Dumplings. Das waren wirklich gut Dumplings. Der Laden ist ein bisschen ratzig, den hatte ich aber mal empfohlen bekommen als Wenn-Dumplings in Chinatown, das wäre der Laden. Und das war auch wie, so willkommen im Klischee, so irgendwie so hutzige Chinesen-Omas, die</p>
<p><strong>Susanne:</strong> das von</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hand machen in so einem total ratzigen Laden, aber episch gute Dumplings. Ich finde, als erste Dumpling-Experience war das top.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber ich meine, apropos spezielles Essen, ja, der Dirk ist gestern losgezogen und hat Quark besorgt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Quark!</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Quark! Es gibt tatsächlich im</p>
<p><strong>Dirk:</strong> St. Lawrence Market,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Quark macht stark! Weil, naja, ich wusste das schon, dass es irgendwie hier drüben keinen Quark gibt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das haben wir auch schon ausführlich beklagt in diversen Folgen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Haben wir?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Haben wir. Das Ding mit der Milch und so haben wir schon mehrmals hier erwähnt. Achso, wegen deinem Geburtstagskuchen. Auch, ja. Also wir haben das früh bemerkt, dass Quark so ein Ding ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Immerhin, Dirk hat jetzt Quark gefunden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann haben wir, gestern hat er gleich noch Kümmel mitgebracht und haben mal Zwiebeln geschnitten und haben uns so leckeren Quark gemacht. Also haben dann den Quark aufgemacht und haben den reingeschnitten und haben festgestellt, hm, der ist aber flüssig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, sehr joghurtig irgendwie.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sehr jogurtig, also nicht wirklich, schmeckt wie Quark, ist aber nicht wirklich Quark.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ist nicht so fest, wie wir uns den vorgestellt hatten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wir haben jetzt auch gelernt, und das war, Dinge, die man ja nie nachguckt, wir haben Marzipan vermisst und ich weiß jetzt, wie man Marzipan macht und war entsetzt darüber, wie leicht Marzipan zu machen ist. und genauso geht es uns jetzt momentan gerade mit dem Quark, weil nachdem wir jetzt ja hier ganz legit Quark gefunden haben, aber festgestellt haben, der ist dann immer noch irgendwie flüssig für unsere Verhältnisse, habe ich mal nachgeguckt, wie macht man eigentlich Quark?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Im Grunde ist es, du nimmst eine Schüssel, haust da Buttermilch rein und stellst es in den Ofen und wartest.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann setzt sich Quark ab.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also dann teilt sich irgendwie dem Milchige von so dem flüssigen Wasser irgendwie und dann musst du das im Grunde nur abseiern und gut.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das wird der nächste Quark sein, den wir machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und wir berichten dann live aus Quarktown, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich bin ganz froh, dass wir nicht insofern typische Deutsche werden müssen, dass wir jetzt auch noch anfangen unser eigenes Brot zu backen, weil inzwischen haben wir mehrere geile Brote gefunden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber wir haben immerhin schon mal deutsches Brot gefunden. Wir backen zwar nicht selber, aber wir essen nur deutsches. Na ja gut,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> also die Pumpernickel, in die du verliebt bist, das ist kein deutsches Brot.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, aber das ist wirklich gut. Also vom Farmboy des Brotes.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist ein geiles Brot. Also im Grunde, in Prozenten ausgedrückt, 90% isst du kanadisches Brot und zwar viel davon. Und die 10% war dann Franken, Dama, irgendwas, den ich jetzt...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, aber ist auch gut.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, lecker Brot.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, und weil wir ja von Deutschen auch nicht genug kriegen können. Nein, Spaß. Ja, genau. Wir wissen ja, es ist Fußball-Europameisterschaft. Ole, ole. Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wir waren so deutsch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, wir waren so deutsch. Wo waren wir deutsch? Wir sind zum ersten Mal in unserem Leben, also jedenfalls für mich war das das erste Mal im Leben, in eine Sportsbar gegangen und haben dort mit anderen Fußball geguckt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich besitze jetzt ein Deutschlandtrikot.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich auch. Habe ich auch vorher nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber das finde ich ja eigentlich viel schockierender, dass du vorher noch kein Deutschlandtrikot hattest.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, warum? Brauchte ich ja nie. Ich meine, ich habe mir auch zum ersten Mal in meinem Leben meine Fingernägel in der deutschen Fahne bemalt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir dachten ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schwarz, Rot, Gold.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hier gibt es nämlich einen Fußballclub in Toronto, die Südkurve Toronto. Toronto. Und die haben hier halt für anlässlich des Deutschlandspiels hatten die halt eine Sportsbar reserviert. Und in dieser Sportsbar gab es dann auch ein deutsch inspiriertes Menü mit Currywurst und mit Schnitzel und mit Breze. Und dann dachten wir, dann gehen wir halt mal dahin. Schauen wir uns doch mal an. Nach sechs Monaten kann man doch mal gucken, ob es hier vielleicht andere Deutsche gibt, mit denen man sich mal unterhalten will.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und wir wollten eine Currywurst essen. Und wir wollten</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Currywurst. Eigentlich war es hauptsächlich die Currywurst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, eigentlich schon. Es war das Spiel Deutschland gegen die Schweiz.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und ich habe schon verstanden, wie die auf die Idee gekommen sind, dieses Gericht zu machen, das sie da gemacht haben. Aber es ist schon erstaunlich. Also eine Currywurst ist jetzt wirklich leicht zu machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und das war</p>
<p><strong>Dirk:</strong> alles. Aber eine Currywurst war das irgendwie nicht. Es gab eindeutig Deutsche in dieser Bar. Aber die Ecke, in die man uns gesetzt hatte, da waren wir dann umgeben von schweizstämmigen und zwar französische Griechische Schweiz, von schweizstämmigen Kanadierinnen und</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kanadiern, die irgendwann mal irgendwelche deutschen Vorfahren hatten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das heißt, die haben alle Englisch gesprochen, also es war nicht so richtig viel Deutsch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich habe ja auch festgestellt irgendwie, gerade so, wenn es um so Sachen geht, dann werde ich doch irgendwie patriotischer, als ich jemals in Deutschland war, ja. Oh, oh, oh!</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Superbowl und also die Bar war schon voll, aber sobald du halt aus dieser Bar rausgelaufen bist, dann läuft</p>
<p><strong>Susanne:</strong> halt das ganz normale Leben weiter, interessiert sich auch keine Sau für die Europameisterschaft irgendwo in Europa, weil, was wir nämlich dann festgestellt haben, total blinder Fleck, es gibt zur exakt gleichen Zeit wie die Europameisterschaft, ja, gibt's die Copa America, das heißt die amerikanische, also für...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und dann, was weiß ich, so Argentinien gegen Peru und Kanada gegen Brasilien und so, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also völlig krass, ja. Exakt gleiche Zeit, die sind jetzt auch im Halbfinale und Kanada spielt morgen gegen Argentinien.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, Dienstag, Dienstag.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Am 9. ist es Dienstag, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Kanada gegen Argentinien, Kanada scheint auch gar nicht so schlecht zu spielen, weil das ist ja jetzt dann schon Halbfinale oder so, gell?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist Halbfinale, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also wir haben ja irgendwie belächelt, ja, Kanada-Fußball, aber anscheinend...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, so, hab ich noch nie in meinem Leben wahrgenommen, ja, noch nie, ja, das ist ja eigentlich klar, das ist ja auch irgendwie eine inneramerikanische Meinung. Ja, und die</p>
<p><strong>Dirk:</strong> hochnäsig eigentlich, also unsere Welt drehte sich um die EM und die W, aber...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die WM ist ja klar, ist ja dann Welt, aber dass sie dann hier auch sozusagen eine AM haben, ja?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die Copa America. War so ein Aha-Moment. Was außerdem zur selben Zeit passiert ist, in derselben Woche hatten wir hier... Das war gleich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> am Montag drauf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, Spiele in der Eishockey-Meisterschaft und zwar haben die um den Stanley Cup gespielt. Das ist der große Pokal, den man in Nordamerika gewinnen kann, wo vor allen Dingen immer letztlich dann Kanada gegen USA sich irgendwann zum Schluss im Wettkampf...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ja eigentlich wie Bundesliga, nur weil es ja nicht die kanadische Mannschaft gegen die USA, sondern Florida gegen die Oilers, die von Edmonton kamen. Im Grunde spielen nur</p>
<p><strong>Dirk:</strong> nordamerikanische Mannschaften gegen kanadische Mannschaften.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und die, also letztlich dann im Finale waren das dann eine kanadische und eine amerikanische Mannschaft, was dann letztlich auf Kanada gegen Amerika rausläuft.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Natürlich. So, aber da muss man ein bisschen erklären, das Finale ist auch irgendwie ganz witzig, das ist nicht so einfach ein Spiel und dann ist gut. Nein, es sind sieben Spiele.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So alle zwei Tage haben die dann so ein Finalspiel in diesen sieben Spielen und es waren eben die Edmonton Oilers gegen die, wie hießen die, Panther, irgendwas mit Panther.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Florida Panthers.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Florida Panthers. Und die ersten drei dieser Spiele haben die Oilers verloren. Und dann ist es natürlich so, wenn beim vierten Spiel die auch verloren hätten, wäre das Finale im Sack gewesen. Dann hatten die aber bei Spiel vier, fünf und sechs gewonnen. Es lief also alles auf das Finale-Finale raus, also das siebte Spiel. und Kanada hat sich die Nägel abgekaut, weil obwohl Eishockey die nationale Sporthart hier ist, gab es seit 32 Jahren keinen kanadischen Sieger mehr im Stanley Cup und es gab nur ein einziges Mal den Fall, dass eine Mannschaft so ein Comeback hatte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also drei Spiele verloren und dann drei Spiele gewonnen und die haben allerdings auch das Finale gewonnen und es waren die Toronto Maple Leafs.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das heißt, es war gleich in zweifacher Hinsicht ein historisches Spiel.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und spannend wie die Sau Also unglaublich Wir haben tatsächlich Eishockey geguckt Ich habe noch nicht so viel Sport geguckt in meinem ganzen Leben</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Den Superbowl Ja, also gut, den Superbowl</p>
<p><strong>Susanne:</strong> werde ich wahrscheinlich nicht mehr gucken Deswegen haben wir dann am Montagabend haben wir dann die Oilers gegen die Florida Panthers geguckt und leider haben die Oilers verloren</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das Stanley Cup ist also auch dieses Jahr nicht nach Kanada gekommen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber es war knapp</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es war knapp</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und es war ein wahnsinnig schnelles Spiel. Also es war noch schneller als ich so Spiele, die ich bis jetzt gesehen habe, auch live.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist ja eine wahnsinnige Energie da. Es ist ja einmal so, dass diese Spielfelder, wie du ja immer wieder betonst, auch relativ klein sind. Aber dafür sind die ja mit einem Mordspeed unterwegs auf diesen Eisflächen. Das ist wirklich beeindruckend. Ich stelle auch immer wieder fest, also ich habe eine erstaunliche Menge an Spaß an Eishockey. Ich werde zwar nicht zu einem Eishockey-Fan werden, wenn ich die nicht sehe, tut es mir auch nicht weh, aber es macht Spaß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich hätte mich jetzt schon gefreut, wenn die mal gewonnen hätten, weil ich hätte ja dann schon auch mal den Vergleich, so wenn Deutschland irgendeine Meisterschaft gewinnt und Kanada dann irgendwas gewinnt, ob die auch so abgehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, eine Parade hätten sie gemacht. Naja, ob die dann</p>
<p><strong>Susanne:</strong> auch, weißt du, durch die Stadt fahren mit Kanada-Flacken und Hupen. Naja, Hupen tun sie sowieso schon, also keine Ahnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, beim nächsten Mal dann werden sie vielleicht ja dann gewinnen. Was ich ganz lustig finde ist übrigens der Stanley Cup, das ist ein Riesending, also da ist oben so eine Schüssel und dann drunter irgendwie so ein Ständer-Dingsbums und auf dem Ständer sind die Namen der Spielenden in den Gewinnermannschaften eingraviert. Und was ich wirklich sehr lustig fand, ist, die Stanley Cups gibt es in drei Ausführungen. Also einmal den Original Stanley Cup, dann gibt es den Präsentations-Stanley Cup und dann gibt es die rechtschreibkorrigierte Variante. Es gibt zum Beispiel einen Typen, habe ich gelesen, der war fünfmal Teil einer gewinnenden Mannschaft und sie haben jedes Mal seinen Namen anders geschrieben. Das heißt, er steht da in fünf Varianten auf diesem Ding.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, gut. Aber ich meine, es ist ja eine witzige Story.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich finde schon, ja. Die rechtschreibkorrigierte Stanley Cup Variante. Ja, die hat irgendwie 15 Kilo, das Ding. Also es ist auch nicht so leicht. Und die Gewinnermannschaft trinkt dann aus dem Ding. Also es wird dann natürlich mit irgendwas aufgefüllt. Ich nehme mal einen Wein oder Bier oder keine Ahnung. Wein vermutlich. Oder was werden die daraus trinken?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was weiß denn ich?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was trinkt man denn, wenn man Eishockey gewinnt? Da haben wir uns wieder nicht vorbereitet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, haben wir uns nicht vorbereitet. Ich habe keine Ahnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Verdammt. Aber ich bin mir ziemlich sicher, hätten die gewonnen, hätten sie eine Parade gemacht. Bei Paraden machen die für alles.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, bei den Entmitten hätten die da eine Parade gemacht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube, wenn Kanada nach 31 oder 32 Jahren zum ersten Mal gewinnt, hätten die überall eine Parade gemacht, wo sich das irgendwie organisieren lässt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Apropos Parade.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben ja im Moment, also nicht mehr, der Juni war der Pride Month.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und ich meine, wenn Toronto irgendwie den Pride Month feiert, dann macht es Toronto nicht nur so ein bisschen, sondern machen das alle in Toronto. Du siehst dann überall die bunten Flaggen, du siehst dann überall, dass Firmen ihre Logos mit bunten Streifen und Gebäude werden geschmückt. Die ganze Stadt</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wird Regenbogenfarben im Endeffekt, überall.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Überall. Das ist der Hammer. Das ist wie Weihnachten. Ja, nur um das einfach mal wieder zu betonen, dass irgendwie alles gleichwertig gefeiert ist. Da gab es natürlich auch eine Parade am 30. Juni.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und an der Pride Parade ist es so, dass nicht nur, sagen wir mal, so die typischen Vereine und Clubs mitnehmen, sondern mitgehen, sondern im Prinzip ja alles, was irgendwo hier, jede Firma hat irgendwie eine Gruppe, die mitmarschiert. Es ist jedenfalls so, dass da eine ziemlich lange Parade abgehalten wird, also ich war mit dabei über Google, leider ist Susanne ausgefallen, aber ich bin dann halt trotzdem mitgegangen und es war</p>
<p><strong>Susanne:</strong> eineinhalb</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Stunden oder fast zwei Stunden geht man auf dieser Parade, also schon eine Strecke und die, also das war eine so tolle, positive Stimmung. Also die Leute, die gehen, sind natürlich in Regenbogenfarben getunkt und mal mehr, mal weniger verkleidet und eingepackt. Da gab es alles von Leuten, die einfach nur in Regenbogenklamotte waren bis hin zu voll ausstaffierten Drag-Queens, hat man irgendwie alles gesehen. Aber das endete ja nicht mit den Leuten, die in dieser Parade sind, sondern wenn du durch diese jubelnden Menschenmengen durchläufst, die da am Wegesrand sind, das war wirklich ein großes Erlebnis, muss ich sagen. Da sind tausende von Menschen unterwegs und es ist eine dermart positive Stimmung. Ja, ich bin da immer noch ganz geflasht, wenn ich darüber nachdenke. Und ja, ich bin ganz normal gekleidet mit einem Motto-T-Shirt aus dem Haus gegangen und ich kam zurück mit Regenbogen-Schminke im Gesicht, Glitter auf den Armen, Regenbogen-Hut. Wir haben jetzt eine Pride-Fahne hier im Haus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sehr schön. Ich finde, jeder Haushalt sollte eine</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Pride-Fahne haben. Ja, war wirklich ganz, ganz großartig. Eine sehr schöne, positive Erfahrung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es war eh irgendwie das lange Wochenende hier, weil nämlich am 1. Juli war Canada Day.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh, Kanada. Ja, irgendwann war es nur dann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das kann sich keine Sau merken, aber Oh, Kanada kriegt jeder hin.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich bin mir sicher, wenn du hier aufgewachsen bist, kannst du auch den Deck.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich meine, ich erwarte jetzt auch nicht von den Kanadiern, dass sie unsere deutsche Nationalhymne mitsingen können.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sollten wir irgendwann Residency haben, wer weiß, vielleicht müssen wir einen David dann kennen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja, David. Dann lernen wir den auswendig. Ja, jedenfalls war das ein langes Wochenende und an Canada Day sind wir dann in den Tommy Thompson Park gegangen. Das ist so hier so ein Halbinselausläufer-Dingens, so ein Naturschutzgebiet, wo 300 Vogelarten leben und du kannst, also wir haben uns da an den Anfang fahren lassen und dann musst du halt den Rest des Weges bis zur Spitze oder da gibt es so ein kleines Leuchttürmchen, muss man halt gehen oder mit dem Fahrrad fahren, aber da fahren halt keine Autos.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und gehen heißt, man läuft halt so ein Stück weit neben dem Hauptfahrradweg in der Mitte dieser Insel durchführt, an so kleinen Teichen und am Lake Ontario entlang. Das ist wirklich schön.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ist kuschelig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hin und wieder sieht man zwischen den Bäumen hindurch die Skyline von Toronto. Das war auch Bombenwetter. Und</p>
<p><strong>Susanne:</strong> das sind so ungefähr fünf Kilometer bis an die Spitze.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das war lustig, also es war wirklich schön, bis wir da vorne waren. Und dann waren wir vorne an dieser Spitze und ich wollte halt auch diesen Leuchtturm sehen, der es wirklich nicht wert gewesen ist, dass man ihn sich anguckt. Aber ich wusste das ja nicht und ich wollte da rauf und Susanne ist da pflichtschuldig mit mir rauf. Und auf dem Weg von da oben runter hat sie dann sich den Fuß vertreten, umgeknickt und hat jetzt Premiere, den ersten Bänderriss ihres Lebens. Lebens. Juhu.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also mein Fuß ist jetzt sozusagen in Pride-Farben getaucht. Ja, der ist schön bunt. Der ist total bunt, ja. Und das Blöde allerdings war, ich musste ja dann zurückkumpeln, die fünf Kilometer, dann hat irgendwann mal so nach der Mitte, also ich glaube es war so nach drei Kilometern, war irgend so ein Bähnchenfahrer, der von dem Yachthafen da kam und da hat sich im Grunde der Dirk vor diesen kleinen Wagen geworfen und hat gefragt, Und das hat er dann auch gemacht und dann hat er uns beide mitgenommen und dann musste ich den Rest nicht mehr laufen, aber es war schon, also da war ich schon hart an der Grenze so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, sonst hätte ich dich getragen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh Gott. Ja, das andere Ding war, dass wir halt dann die ganze Zeit diese Herstraße gelaufen sind, weil wir halt nicht auf der Seite Dingens und ich war so fokussiert darauf, dass ich jetzt meinen Fuß irgendwie kriege und es war halt dann auch in der prallen Sonne. Es war jetzt so nicht so vorteilhaft.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also, Tommy Thompson Park, schön da.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, mit dem Fahrrad ist es bestimmt schöner. Ist mehr ein</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Fahrradausflug als ein Wanderausflug, haben wir festgestellt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> War jetzt auch weniger naturschutzgebietig, als ich es mir vorgestellt hatte. Also, es ist ein Naturschutzgebiet, da fahren keine Autos und es sind diese ganzen Vögel da, aber irgendwie hatte ich ein anderes Bild im Kopf von dem Naturschutzgebiet, als es letztlich dann da war. Aber es war schön, rauf, runter zu, nicht mehr so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber ja, gesehen hatten wir ja diesen Leuchtturm, die Spitze von dem Leuchtturm von einem anderen Ausflug, der ja wohl wirklich ein Erfolg war.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir lernen ja noch, dass wir jetzt zu zweit sind und nicht mehr zu dritt, zu viert oder zu fünft. Und dieses neue Leben zu zweit muss ja auch wieder erlernt sein. Und somit machen wir ab und zu mal Date Nights. Und der Dirk hat diesmal eine Date Night organisiert und das war, naja, also wir sehen ja öfter hier in diesem Hafen, in diesem, auf dem See, zwischen Stadt und Toronto Islands sehen wir einen Dreimaster vorbeischippern. Ziemlich großer Dreimaster, so ein Segelschiff und der macht Rundfahrten, wie sich's rausstellt. Und auf dem sind wir dann abends mit der letzten Tour hinter Toronto Island gefahren und haben so unglaublich schöne Sonnenuntergangsbilder gemacht. Ja, also wirklich zum Kotzen schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war wirklich toll. Also diese drei Master und wir haben ja auch wirklich festgestellt, Toronto kann schon was. So die Skyline, Sonnenuntergang, bin dann noch dazu Toronto Island zwischen der Skyline und dem Schiff ist wirklich sehr, sehr cool. Da stellt man dann auch fest, echt groß so dieser CN Tower.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, der ragt über alles hinaus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Kajama, so heißt dieses Schiff, haben wir dann auch festgestellt, ist eigentlich aus Hamburg.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hamburg. Ja, ein deutsches Schiff.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein deutsches Schiff. Wurde irgendwie 1905 oder so in Hamburg gebaut. Wurde dann irgendwann von einem, war es ein Däne? Ich glaube ein Däne war es, der es gekauft hat. Ich glaube das wäre ein Holländer gewesen. Oder ein Holländer und das hat dann das Schiff nach seiner Familie benannt. Genau, man kann da essen auf dem Ding. Das ist ja, nichts mache ich ja lieber als auf einem Schiff essen. Ja,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> das ist auch so ein bescheuertes Konzept. Das hat der Dirk noch nie</p>
<p><strong>Dirk:</strong> verstanden. Ne. Und von da aus war es dann auch, da fährt man dann und dann zwischen Toronto Island und Tommy Thompson durch und dann kann man sich da...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und da sieht man dann das Lighthouse und da sieht es auch echt schöner aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, sieht schön aus von da aus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Als von da.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, anderes Erlebnis noch, wir waren im Wicked.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja, das war auch so eines unserer Konzertabende und ich hatte ja mal in Stuttgart Wicked gebucht und dann ist irgendwie das ausgefallen, weil irgendwie Schauspieler irgendwie Corona gekriegt haben Und dann habe ich die Tickets umgebucht auf Aladdin, weil Wicked dann irgendwie aus war. Und deswegen, ich wollte immer mal in Wicked gehen, weil ich nicht wusste, wie ist denn das jetzt so?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Na, Dirk, wie war's?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh, wir waren enttäuscht. Also erstens, was hat es eigentlich mit diesem dummen Drachen auf sich, der über dieser Bühne ist? Der sieht total cool aus und spielt gar keine Rolle in dem gesamten Stück nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber es ist eine schöne Deko.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann ist es so, zumindest bei uns, also es gibt ja glühende Wicked-Fans. Und deswegen will ich es jetzt auch nicht zu sehr trashen, aber zumindest unser Ensemble war von der Musik, die bei Wicked gesungen wird, leicht überfordert, hatte ich so den Eindruck. Also wir haben dann am nächsten Tag auch ein paar von den Songs uns online rausgesucht und die berühmtesten Einspielungen davon mal abgespielt und haben festgestellt, wenn man diesen Song richtig gut singen kann, klingt der auch toll. Also zum Beispiel Defying Gravity kann wirklich toll klingen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber das wussten wir ja, weil wir waren ja auf einem anderen Konzert mit so einer Sängerin, die sich dir zu Weihnachten geschenkt hatte. und die hat den gesungen und der war fantastisch und ich hatte den Song vorher noch nie gehört, muss man auch mal da sagen, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber die bei in unserer Wicked-Aufführung war leicht überfordert von dem Song, würde ich jetzt mal</p>
<p><strong>Susanne:</strong> sagen. Aber ich muss sagen, die Deko, die fand ich ganz cool. War sie? Die Story, hm, okay. Ja. Ja, also und ich muss sagen, wer auch immer diese Musik zusammengestellt hat, also das hat sich mir nicht, ich meine, die Band war ja wirklich gut und so, aber Aber die Musik ist so unharmonisch, meiner Meinung nach.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wie gesagt, da glaube ich halt, dass es viel damit zu tun hat, dass es oft auch nicht so richtig gut gesungen wurde.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich fand es halt sehr zusammengestückelt. Also zusammengestückelt im Sinne von Wicked machte mir den Eindruck, als ob jemand schnell ein Musical produzieren musste.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wenn ihr Wicked-Fans seid, wollen wir euch das gar nicht nehmen. Das war dann vielleicht einfach nur unsere Version, die wir jetzt hier gesehen haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich möchte nur zurückspulen zu Six, dem Musical Six, das wir gesehen haben. Da bin ich immer noch glühender Fan von. Es war unglaublich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war's. Was ist denn sonst noch notable? Notable ist außerdem noch, dass wir Besuch hatten von der Mama von Mary. Und ich muss sagen, es fühlt sich toll an, hier Besuch zu bekommen. Also wenn ihr das hört. Hans-Georg, du bist nicht so weit weg von uns. Komm uns mal besuchen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich muss jetzt erst mal erklären, wer ist denn überhaupt Mary? Mary ist die Freundin von unserem Ältesten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann Trommelwirbel, ja, auf unserer Reise hin zu vollständigen Kanadiern gibt es einen nächsten Meilenstein zu verkünden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind jetzt, nach einem halben Jahr darf man endlich seine Healthcard abholen. Und dann hat mich meine amerikanische Chefin, hat mich dann gefragt, nee, eine Kollegin, meine amerikanische Kollegin hat mich gefragt, was bitte ist denn eine Healthcard? Und dann habe ich gesagt, das ist dieses Ding, wenn man Universal Healthcare hat und man dann einfach eine Karte kriegt von der Regierung und dann geht man zum Arzt und legt die Karte hin und dann war es das.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das funktioniert hier tatsächlich genauso, wie es in Deutschland auch funktioniert. Das heißt, wenn wir irgendwelche medizinische Behandlungen brauchen, haben wir keinerlei Kontakt mit den Kosten oder ähnlichem, das ist alles über die Karte geregelt. Genau. Komma aber, genauso wie auch in Deutschland, gibt es Dinge, die da nicht mit abgedeckt sind. Zum Beispiel Augenarzt, zum Beispiel Zahnersatz, muss man dann halt entweder eine Zusatzversicherung haben oder zuzahlen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jedenfalls auf der Healthcard wird ja wieder ein Foto gemacht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und die Adresse steht drauf?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die Adresse steht drauf, das heißt, die dient auch irgendwie als Perso, weil ein Perso gibt es ja hier nicht. Du hast dann deinen Führerschein und eben die Healthcard, mit der du dich ausweisen kannst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, manchmal wollen die jetzt Two Pieces of Photo ID und meinen damit eigentlich Führerschein und Healthcard. Und sind dann immer so mild überfordert, wenn du ihnen andere Photo IDs hinlegst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und es war auch wieder super easy. Wir haben dann einen Termin gemacht bei Service Ontario, sind da hingelatscht, hatten da wieder eine sehr freundliche am Schalter und zack, zack, hatten wir unsere Healthcard. Ansonsten, was ich faszinierend finde, ist, wie wir zum Teil irgendwie jetzt von hier aus auf Deutschland schauen und dann auch zum Beispiel zugucken, wie die Europawahlen jetzt waren und uns dann überlegen, okay, wie ist denn das jetzt hier eigentlich in Kanada vom System her und wann wählen die eigentlich das nächste Mal? Wir haben dann festgestellt, nächstes Jahr im Oktober ist die nächste große Wahl, wie bei uns Bundestagswahl. Es ist dann hier eben auch die Parlamentswahlen nächstes Jahr und wahrscheinlich können wir dann auch Tschüss Tschüss sagen. Tschüss Justin und sagen Hallo Pierre. Ist jetzt schon abzusehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Justin Trudeau ist ja wirklich ein langer hier Regierungschef und es zeichnet sich halt langsam ab, dass die Wählenden hier langsam Trudeau überdrüssig sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja und man muss auch sagen, also Kanada ist ja auch so ein Mehrparteien-System, also die haben nicht so wie die Amerikaner nur zwei große Parteien, sondern die haben sogar auch eine Partei, die heißt die Grünen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich will mich da gar nicht so aus dem Fenster lehnen, ich glaube ich weiß einfach nicht genug drüber</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ne, ich musste gerade an diesen Comedian denken, den wir letzt gesehen haben, der über Kanada abgegangen ist Seitdem weiß ich auch, dass es eben zehn Provinzen sind und drei Territorien. Also 13 insgesamt, aber es sind zehn Provinzen und drei Territories und ich könnte sie jetzt sogar alle aufzählen. Prince Edward Island, Nova Scotia, New Brunswick, Quebec, Newfoundland and Labrador ist nämlich eins. Mainz, dann Ontario, Manitoba, Saskatchewan, Alberta, British Columbia, Yukon, Northwestern Territories und Nunavut. Und Nunavut, Northwestern Territories und Yukon, ich glaube, das sind die drei Territories, aber ich weiß es jetzt nicht. Also die Unterscheidung habe ich noch nicht gemacht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich weiß nur, dass Alberta ist hier so ein bisschen das Texas Kanadas. Ja, weil</p>
<p><strong>Susanne:</strong> da die ganzen Bodenschätze liegen, also wie Öl und Gas.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das sind auch die, die immer am meisten Probleme damit haben, weniger Gas aus dem Boden zu holen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist wie so ein Alaska irgendwie.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die sind immer ein bisschen wie Alaska, genau. Und Québec, das ist die Provinz, wo sie immer Angst haben, dass sie sich doch irgendwann mal abspalten. Ja, egal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Witzig, aber wir sind auf dem Weg, das so nach und nach zu lernen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das wird ein bisschen wichtiger werden, wenn wir dann im Oktober den Prozess anstoßen, hier Residency zu bekommen. Also nicht mehr auf einem arbeitgeberabhängigen Arbeitsvisum hier zu sein, sondern... Also du. Ja, aber wenn ich meinen Job verliere, ist es auch schlecht für dich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, das ist schon klar. Also ich bleibe ja nicht ohne dich jetzt hier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, du kannst auch nicht ohne mich hierbleiben, weil du bist von mir abhängig und ich bin von meinem Arbeitgeber abhängig. Ja. und das wollen wir ändern im Oktober.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, jetzt wollten wir eigentlich erst übernächste Woche so ein bisschen hier einen Roadtrip durch Kanada machen. Der Dirk hat alles so schön geplant und jetzt ist mein Fuß dazwischen gekommen. Also das mit dem Gehen ist noch nicht so super.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jetzt haben wir aus dem Roadtrip zwei Wochenendtrips gemacht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und dann machen wir halt irgendwann mal anders den zwischendrin Roadtrip.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das heißt, nächstes Wochenende gucken wir uns Kingston an.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und übernächstes Wochenende sind wir mal wieder in Charlottetown.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und zum Musical. End of Green Gables. Und dann fahren wir zu irgendeinem richtigen Leuchtturm. Jawohl.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> War nicht wirklich eine Wanderung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir freuen uns jetzt doch mal irgendwann hier sowas wie einen Roadtrip zu machen und uns wirklich mal Kanada anzugucken. Jetzt Toronto kennen wir jetzt schon so ein bisschen. Jetzt wäre es mal schön, wenn wir mal hier so richtig kanadische Landschaft mal erleben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also witzigerweise, Toronto können wir inzwischen im Schlaf navigieren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also es ist jetzt auch nicht wirklich</p>
<p><strong>Dirk:</strong> schwierig. Toronto macht es</p>
<p><strong>Susanne:</strong> einem echt leicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zumindest den Teil, den wir hier so</p>
<p><strong>Susanne:</strong> navigieren. Ich meine,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Toronto ist ja ein bisschen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> größer. Jetzt müssen wir halt erstmal warten, bis mein Fuß wieder okay ist, weil mit Wandern ist jetzt gerade im Moment nichts.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und deswegen, aber wir machen dieses Jahr noch einen Roadtrip. Aber hallo. Aber hallo, wir gucken uns</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kanada an. Ich will ja spätestens dann im Herbst sehen, wie die Blätter sich verfärben. Ich war schon mal im Norden, Upstate New York im Herbst. Es war toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Damit also Lebenszeichen aus Kanada. Ich hoffe, euch geht's gut. Und rührt euch mal, wir haben so eine schicke Webseite, schlanada.de. Da kann man Feedback geben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, oder lasst uns mal ein paar Fragen fallen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, genau. Fragt uns mal Dinge, die wir da beantworten können.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was könnten das für Dinge sein?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das wird den Leuten einfach... Was will man denn über Kanada wissen? Also ich muss ja sagen, ich wusste ja praktisch nichts über Kanada, als wir hierher gezogen sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das stimmt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also im Verhältnis jetzt, ja. Es ist schon erstaunlich, wie sehr man irgendwie annimmt, dass Kanada ja im Grunde doch irgendwie so ein bisschen wie die USA ist. Ja. Und das ist jetzt wirklich nicht dankenswerterweise etwas Gutes.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> In dem Sinne, bis zum nächsten Mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bis zum nächsten Mal.</p>]]></content:encoded>
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            <title>Bettenapokalypse</title>
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            <pubDate>Fri, 03 May 2024 03:05:59 GMT</pubDate>
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            <itunes:summary>Betten in Kanada sind anders. Zwischen Twin Simple, Twin, Queen, UK Queen, King, California King und allem anderen fanden wir schließlich einen Europäischen Kompromiss und konnten so ganz ausgeschlafen Eishockey und Sonnenfinsterniss schauen fahren… Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Susanne: Bin mit der Gesamtsituation aktuell zufrieden. Dirk: Okay, gut. Dann würde ich sagen, legen wir einfach mal los. Susanne: Dann muss ich mein Handy weglegen. Dirk: Ja, das heißt, du musst dich mit mir unterhalten. Susanne: Hallo, Dirk. Dirk: Hallo, Susanne. Susanne: Und? Was war denn so los in den letzten Wochen? Dirk: Jedenfalls kein Podcast. Ja, also Podcaster machen ja berühmterweise immer irgendwie so eine Entschuldigungsorgie, wenn sie zwei Monate weg sind. Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen? Susanne: Absolut gar nichts. Okay. Dirk: Freut uns jedenfalls, dass wir euch an den Empfangsgeräten wieder zugeschaltet haben zu einer neuen Folge von Schlana da, da, da, da. Susanne: Nee, wir sind nicht Ascher. Dirk: Dem Podcast-Cast-Cast. Oh Mann, so viel, so viel passiert seit dem letzten Mal. Ich weiß schon gar nicht mehr, worüber wir beim letzten Mal geredet haben. Wir haben schon so Susanne: viel Freizeitstress. Dirk: Ja, das ist es. Eine der Dinge, die wir auf jeden Fall aus, sagen wir mal, fast schon traditionellen Gründen jetzt machen müssen, ist, wie ist denn das Wetter? Susanne: Sonnig, naja, heute vielleicht ein bisschen bewölkt, aber wir hatten viel Sonne und im Moment sind es, glaube ich, 14 Grad. Dirk: Genau, und es soll jetzt dann über 20 Grad sein, so die nächste Woche. Allerdings Regen, Regen und Regen. Susanne: Naja, die Natur braucht den Regen. Dirk: Jawohl. Susanne: Also wir hatten wirklich viel Sonne. Dirk: Aber wir müssen uns jetzt erstmal gedanklich wieder ganz zurückversetzen zu, wo wir beim letzten Podcast aufgehört haben. Ich muss dir jetzt mal Susanne: ehrlich sagen, ich habe eigentlich gar nichts zu beklagen, was das Wetter angeht. Ja, es ist ein bisschen kühl und ja, der Frühling ist ein bisschen spät im Vergleich. Aber so grundsätzlich, ich meine, wir hatten zum Teil in Frankfurt monatelang bewölkten Himmel. Hier haben wir ständig Sonne. Dirk: Das stimmt allerdings, ja. Susanne: Klar, es ist kalt, aber wenigstens sonnig. Und die Vögel sind schon da. Dirk: Ja, also wir haben jetzt gefühlt viel mehr zu sehen auf dem Lake Ontario hier. Susanne: Ab auf dem Lake Ontario, ja. Also die Ferries haben schon wieder, die kleinen Fähren. Es ist nicht nur eine Station wird angefahren, nein, es sind schon zwei. und Watertaxis sind hier überall. Also es gibt so Wassertaxis, die halt dich überall hinschippern, wo du auch immer hin willst. Dirk: Und eine Kajagruppe haben wir auch schon vorbeipaddeln sehen. Zwischendurch gibt es hier Schwärme von Vögeln, die von der linken Seite des Sees zur rechten Seite des Sees fliegen und dann von der rechten Seite des Sees wieder zur linken Seite des Sees. Susanne: Ja, also es ist interessant, was hier so abgeht. Dirk: Ja, also ist schon schön. Läuft also. Susanne: Läuft. Dirk: Läuft. Was auch läuft, ist unser Credit-Score. Wir haben ja schon mehrmals davon berichtet, wie hier das Banking-System so ist. Und eine der Dinge, die man ja hier braucht, um als vollständiger Mensch anerkannt zu werden, ist einen ordentlichen Credit-Score. Und der heißt im Prinzip, die Punkte standen so ähnlich wie die Punkte bei der Schufa von der Idee her. Wir sind jetzt beide jetzt im vierten Monat Credit-Scoring hier in dem vertrauenswürdigen Segment angekommen. Wir haben jetzt beide einen guten Credit-Score. Ja. Das heißt, ab jetzt interessiert es mich auch nicht. Susanne: Alles gut. Ja. Dirk: Ein Bett haben wir auch. Ah, ja. Susanne: Ich meine, ein Bett hatten wir schon vorher. Ein Bett ist auch hier mit umgezogen. Auch Matratzen hatten wir schon. Und dann hatten wir die deutschen Bettdecken. Und dann dachte ich, da wäre es vielleicht mal Zeit für neue Bettwäsche. Hatten w</itunes:summary>
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<p>Betten in Kanada sind anders. Zwischen Twin Simple, Twin, Queen, UK Queen, King, California King und allem anderen fanden wir schließlich einen Europäischen Kompromiss und konnten so ganz ausgeschlafen Eishockey und Sonnenfinsterniss schauen fahren&#8230; </p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bin mit der Gesamtsituation aktuell zufrieden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Okay, gut. Dann würde ich sagen, legen wir einfach mal los.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann muss ich mein Handy weglegen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das heißt, du musst dich mit mir unterhalten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo, Dirk.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo, Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und? Was war denn so los in den letzten Wochen?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jedenfalls kein Podcast. Ja, also Podcaster machen ja berühmterweise immer irgendwie so eine Entschuldigungsorgie, wenn sie zwei Monate weg sind. Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Absolut gar nichts. Okay.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Freut uns jedenfalls, dass wir euch an den Empfangsgeräten wieder zugeschaltet haben zu einer neuen Folge von Schlana da, da, da, da.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, wir sind nicht Ascher.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dem Podcast-Cast-Cast. Oh Mann, so viel, so viel passiert seit dem letzten Mal. Ich weiß schon gar nicht mehr, worüber wir beim letzten Mal geredet haben. Wir haben schon so</p>
<p><strong>Susanne:</strong> viel Freizeitstress.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das ist es. Eine der Dinge, die wir auf jeden Fall aus, sagen wir mal, fast schon traditionellen Gründen jetzt machen müssen, ist, wie ist denn das Wetter?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sonnig, naja, heute vielleicht ein bisschen bewölkt, aber wir hatten viel Sonne und im Moment sind es, glaube ich, 14 Grad.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, und es soll jetzt dann über 20 Grad sein, so die nächste Woche. Allerdings Regen, Regen und Regen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, die Natur braucht den Regen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also wir hatten wirklich viel Sonne.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wir müssen uns jetzt erstmal gedanklich wieder ganz zurückversetzen zu, wo wir beim letzten Podcast aufgehört haben. Ich muss dir jetzt mal</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ehrlich sagen, ich habe eigentlich gar nichts zu beklagen, was das Wetter angeht. Ja, es ist ein bisschen kühl und ja, der Frühling ist ein bisschen spät im Vergleich. Aber so grundsätzlich, ich meine, wir hatten zum Teil in Frankfurt monatelang bewölkten Himmel. Hier haben wir ständig Sonne.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das stimmt allerdings, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Klar, es ist kalt, aber wenigstens sonnig. Und die Vögel sind schon da.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also wir haben jetzt gefühlt viel mehr zu sehen auf dem Lake Ontario hier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ab auf dem Lake Ontario, ja. Also die Ferries haben schon wieder, die kleinen Fähren. Es ist nicht nur eine Station wird angefahren, nein, es sind schon zwei. und Watertaxis sind hier überall. Also es gibt so Wassertaxis, die halt dich überall hinschippern, wo du auch immer hin willst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und eine Kajagruppe haben wir auch schon vorbeipaddeln sehen. Zwischendurch gibt es hier Schwärme von Vögeln, die von der linken Seite des Sees zur rechten Seite des Sees fliegen und dann von der rechten Seite des Sees wieder zur linken Seite des Sees.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also es ist interessant, was hier so abgeht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also ist schon schön. Läuft also.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Läuft.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Läuft. Was auch läuft, ist unser Credit-Score. Wir haben ja schon mehrmals davon berichtet, wie hier das Banking-System so ist. Und eine der Dinge, die man ja hier braucht, um als vollständiger Mensch anerkannt zu werden, ist einen ordentlichen Credit-Score. Und der heißt im Prinzip, die Punkte standen so ähnlich wie die Punkte bei der Schufa von der Idee her. Wir sind jetzt beide jetzt im vierten Monat Credit-Scoring hier in dem vertrauenswürdigen Segment angekommen. Wir haben jetzt beide einen guten Credit-Score. Ja. Das heißt, ab jetzt interessiert es mich auch nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Alles gut. Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein Bett haben wir auch. Ah, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, ein Bett hatten wir schon vorher. Ein Bett ist auch hier mit umgezogen. Auch Matratzen hatten wir schon. Und dann hatten wir die deutschen Bettdecken. Und dann dachte ich, da wäre es vielleicht mal Zeit für neue Bettwäsche. Hatten wir eh schon lange nicht mehr. Und dann bin ich so in meiner jugendlichen Naivität losgelaufen und dachte, Kaufen wir doch mal Bettwäsche. Stellt sich raus, also es gibt diese Bettwäschengröße nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also die haben hier völlig andere Maße, nämlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also es gibt Twin, Queen und King.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und Queen und King ist beides Maße, die das ganze Doppelbett abdecken im Grunde.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also es ist eine echt große Bettdecke, so ein King-Bettdecke.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir dachten dann jedenfalls, was wir also typischerweise brauchen als Europäer ist Twin.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Twin, haben wir so gedacht. Aber war nicht so. Ich mache jetzt mal die Story relativ kurz, weil wir haben dann einfach beschlossen, wir werden uns zwei Queen-Decken besorgen. Frag mich jetzt nicht, was das in Metern ist. Ich glaube es ist zwei Meter auf zwei Meter zwanzig. Also es ist fast quadratisch, ist aber nicht vollständig quadratisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sonst wäre es ja auch leicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das wäre einfach. Jetzt hat jeder von uns so eine Riesendecke, weil die Zeit ist noch nicht gekommen, dass ich mit meinem Mann gerne unter einer großen Decke schlafe. Ich möchte mein anderes Bein auch raushängen können.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir waren ja jetzt erst in San Francisco und da habe ich mich mit meinem Chef darüber unterhalten. Und der hat dann gesagt, er versteht gar nicht, wie wir Europäer immer mit diesen Mini-Decken schlafen können.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wenn ich mich dafür drehen muss, dann haben wir ein nächtliches Hin- und Hergeziel wegen der Decke. Das ist ja auch irgendwie doof.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, und dann hast du ja noch dieses, also es gibt ja auch noch unterschiedliche Sets, wie man sowas zusammenstellen kann. Es gibt ja noch dieses Zwischensheet. Ja, manche, die haben nämlich die Bettdecke oben drauf und haben dann noch so ein einzelnes Laken, ein dünnes Laken zwischendrin, damit sie die Bettdecke nämlich nicht dauernd waschen müssen. Das ist aber dann so eine spezielle Bettdecke, also die wirklich nur so ein Cover ist irgendwie. Und das verstehe ich auch nicht. Also in Hotels oder so, die das machen, da wache ich morgens auf und bin irgendwie total verknotet in dieser blöden Decke da.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eine Sache, von der ich auch immer dachte, dass das eigentlich nur Hotels machen, ist ja diese Decken dann so unter die Matratze runterklemmen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ach furchtbar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und auch diese Sache, also auch das habe ich aufgebracht im Gespräch mit meinem Chef und habe dann gelernt und da gab es dann geteilte Meinungen im Kollegenkreis, also wir standen da in einer Gruppe, da gab es geteilte Meinungen im Kollegenkreis, aber ich habe gelernt, dass es durchaus Amerikaner gibt, die sehr wohl ihre Decke immer unter die Matratze schieben. Mein Chef ist einer davon. Und auch hier wieder die Begründung, da zieht es doch drunter und er möchte ja da ordentlich unter der Decke festgehalten werden. Während ich ja, also ich habe schon in Hotelbetten gestrampelt, um diese Decke wieder frei zu bekommen. Und da denke ich, ich fühle mich da gefangen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das verstehe ich auch nicht. Das ist wie so ein enger Schlafsack dann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es gibt dann diesen ganzen Rödel, gibt es ja hier nur im Set zu kaufen. Man kann also auch nicht auf die Idee kommen zu sagen, ich nehme jetzt eine Twin-Decke und dazu den passenden Bezug. Ich muss das mal ein bisschen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> anders ausführen, weil nämlich für Twin-Decken, die ja ein bisschen kleiner wären als Queen, die werden normalerweise von Teenagern benutzt. Das heißt, die Bettbezüge, die es dafür gibt, sind dann so Harry Potter oder so. Ich habe nichts gegen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Star-Wars-Bettwäsche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nee. Pferdebettwäsche.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du ein Pferd und ich ein Roboter oder so? Ja, nee. Ja,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> genau. Und dann ist ja noch das Faszinierende, dass die USA, Kanada und UK, also Großbritannien, unterschiedliche Größen jeweils haben. Die heißen immer</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Queen, aber sind unterschiedlich groß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und ich meine, was es auch gibt, ist hier komplette Sets, also du könntest theoretisch für eine Queen-Decke zwei Kopfkissen, die natürlich auch eine andere Größe haben, Queen- und King-Kopfkissen gibt es nämlich auch, die sind unterschiedlich, und einen Queen-Bettbezug, also so ein Spannenbetttuch, könntest du auch hier im Set kaufen. Kaufen. Also das alles zusammen. Nur das brauche ich ja jetzt nicht. Ich brauche ja einen King Spannbettlaken. Ich brauche zwei Queen Bettbezüge. Und dann halt, weil ich schon so schlau war und dachte mir, naja, ein Queen Bettbezug kommt ja immer im Set mit zwei Kopfkissenbezügen, hat jeder von uns jetzt zwei Kopfkissen bekommen. Nämlich ein jeweils Queen, einmal ein flaches und einmal ein fedriges.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir haben jetzt jedenfalls ein Bett, über das sich Einheimische lustig machen, wenn wir es ihnen erzählen. Weil diese Idee, dass wir zwei Queen-Decken haben, kommt allen ziemlich absurd vor. Die sind auch relativ groß, diese Decken, aber Susanne hat praktisch die perfekten Decken gefunden. Das heißt, sie sind nicht so super schwer. Wenn wir die also nehmen und dann knödelst du das so ein bisschen zusammen, dann ist das wirklich super. Superbowl. Also in denen schlafen wir auch bombengut. Ist nur beim Bettmachen immer etwas aufwendiger, weil so große Decken sind echt schwer zu handhaben. Ich weiß nicht, wie man, da gibt es wahrscheinlich total viele Tricks, die hier aus dem FF können. Sieht aber toll aus, wenn dann das Bett gemacht ist. Das heißt, wahrscheinlich bewegen wir uns auf dem Spektrum langsam in Richtung Kanadier. Irgendwann liegen wir aus purer Faulheit unter derselben Decke.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das glaube ich nicht. Ich glaube, na, nee, das wird nicht passieren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es war jedenfalls eine Reise. Das muss man schon wirklich sagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich glaube, die Reise war nur deswegen so anstrengend, weil mir überhaupt nicht klar war, wie jetzt die einzelnen Dinger heißen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Duvet für Decke, oder?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Duvet ist diese Decke, aber die gibt es ja dann als Duvet Cover. Das ist diese Decke, wo du keinen Bezug drauf machst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich weiß ja noch nicht mal, wie das Zeug auf Deutsch alles heißt, ehrlich gesagt. Bettenbezug, könnte ich irgendwie sagen. Decke und Deckenbezug oder so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber wie gesagt, ich muss erst mal rausfinden und dann gibt es eben dieses Sheet, das ist das, was zwischen dem Duvet und dem Fitted Sheet ist, also Fitted Sheet ist dann das Spannenbetttuch und da muss man auch aufpassen, es gibt nämlich Fitted Sheets, die mit einem Elastic sind, also das wären dann unsere Spannenbetttücher und es gibt Fitted Sheets, die ohne Elastic sind, die musst du so reintacken, sowas will ich nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe übrigens gelernt, das Problem, das ich beschrieben habe, dass man ja unter dieser Bettdecke dann eine Klimazone hat und dann vielleicht inkompatibel ist. Ich habe gelernt, neueste Schrei hier sind Betten, die man individuell Temperatur regulieren kann und die können dich kühlen und wärmen. Das heißt, es gibt Matratzen, die dich kühlen, wenn dir das zu warm ist in der Bude. Dann kannst du dich unter diese Decke legen und auf der einen Seite kannst du es frosten und auf der anderen Seite aufheizen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ein Traum.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wunderbar. Wunderbar. Wunderbar. Dann kann man auch eine große Decke und zu zweit drunter, siehst du? Okay. Das ist super.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich will trotzdem. Nee, ich auch nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich bin einfach nicht mit kompatibel.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, null.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das war aber ein großer wichtiger Moment in unserem Leben, diese Erkenntnis, wir haben jetzt ein Bett, das ist irgendwie kanadisch, aber wir benutzen es europäisch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und, also ich muss auch sagen, die Trauer war auch schnell vorbei, weil es ist echt ein cooles Bett.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das sieht auch wirklich super aus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist voll kuschelig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ist es.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich will da nicht wieder zurück.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn wir schon von Schlafen reden, gab es ja hier Zeitumstellung. Zeitumstellung in Kanada ist ja zu einem anderen Tag als in Europa. Das ist vielen gar nicht bewusst. Wann sind es denn? Zwei oder drei Wochen vorher?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Drei Wochen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Drei Wochen vorher.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber nur, wenn du auf Sommerzeit umstellst. Wenn du auf Winterzeit umstellst, ist der Zeitursprung, ich glaube, nur eine Woche.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und im Zuge dessen haben wir dann gelernt, dass es in Kanada, ich dachte immer, hier im Wesentlichen gibt es ja hier drei Zeitzonen. Also östliche Zeitzone, Zentralzeit und westliche Zeitzone. Aber wir haben dann nicht gelernt, dass es, also kann ich nur festhalten, dass diese drei Wochen Unterschied sind, in denen halt hier schon Zeit umgestellt wird, aber in Deutschland noch nicht. Und dann, nachdem das einmal unseren Kalender auf links gedreht hat, ist es drei Wochen später dann wieder so, dass dann alles wieder schief ist. Nein, es gibt hier in Kanada mehr als drei Zeitzonen und es gibt Regionen, in denen diese Zeitumstellung nicht gemacht wird. Insgesamt habe ich eine Karte gefunden auf Wikipedia mit sieben Zeitzonen und das sehr Überraschende für mich war, dass es hier auch eine Zeitzone gibt, die auf so eine halbe Stunde endet. Und wir dachten, die Kanadier sind die normalen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber ich meine, als wir auf PEI waren, also Prince Edward Island letztes Jahr, die sind ja nur fünf Stunden entfernt von Deutschland.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das ist eben, wir sind Eastern Time und PEI ist nochmal eine Stunde weiter in die Richtung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, noch weiter nach Osten, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war jedenfalls überraschend für mich. Also in der Kategorie Fun Facts über Kanada, das mit den Zeitzonen ist echt ziemlich durcheinander. Wikipedia hat einen eigenen Eintrag zu Zeitzonen in Kanada mit einer Karte. Da kann man mal drauf gucken, wenn man mal neugierig ist. Und am lustigsten finde ich ja, dass es so Regionen gibt, die in Bundesstaaten drin sind, die die Zeitumstellung nicht mitmachen. Das heißt, die sind dann mehr oder weniger das eine halbe Jahr beim Nachbarstaat zeitlich und das andere halbe Jahr in dem Staat, in dem sie eigentlich drin liegen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber ich meine, es hat ja die USA auch. Das war eines der Dinge, die ich nicht wusste. und da habe ich mit Kollegen geredet und die haben dann gesagt, also Indianapolis, die Stadt an sich, ist eine Stunde weiter als der Rest von Indiana.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist ja auch super.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ganz großartig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mit diesen ganzen Decken und den Zeitzonen und überhaupt und nachdem es irgendwie auch schon drei Monate zu dem Zeitpunkt war, dass wir hier, dass unsere Gehirne auf 180 liefen, hatten wir dann jedenfalls das Bedürfnis mal Pause zu machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja, und wir sind Wellnessen gegangen. Und zwar sind wir nach Cambridge gefahren. Cambridge bei London.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> London bei Paris.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, naja, da muss man einen kleinen Umweg machen nach Paris, aber auf dem Rückweg sind wir dann durch Paris gefahren und haben noch einen Kaffee getrunken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zürich ist da auch in der Nähe übrigens, das haben wir ja gar nicht besucht Heidelberg habe ich gesehen Heidelberg, ja</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Baden war auch um die Ecke</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also sie waren nicht so super fantasievoll, muss man sagen, hier im Bundesstaat Ontario Aber wir sind in so einem richtig schönen Landgut, einem alten britischen Kolonialstil Landgut gewesen In dem ich unser Wellnesswochenende gebucht habe</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann sind wir am nächsten Tag morgens im Schnee spazieren gegangen. Genau, da hat es nämlich voll</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wintereinbruch gehabt, als wir da hingefahren sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> War so richtiger Knautscheschnee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war super.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> War toll. Naja, und dann haben wir halt gebellnässt und gut gegessen haben wir.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube, ich hatte ja auch irgendwann mal erwähnt, dass es da eine Stadt namens Kitchener gibt, die früher mal Berlin hieß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da gibt es ja immer noch das Oktoberfest.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wie man das halt in Berlin so macht</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zweitgrößte Oktoberfest der Welt Also warum auch immer die Bayern es geschafft haben, ausgerechnet das Oktoberfest zu exportieren Es scheint irgendwie um sich zu greifen Es muss irgendwas mit dem Bier trinken zu tun haben</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ziehen die sich dann auch so komisch an?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also zumindest auf den Plakaten haben die ja dann schon auch immer Dirndl und so komische Hügel</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Vielleicht muss man deswegen einfach mal hingehen, nur um das witzig Fotos zu machen oder so, keine Ahnung</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das müssen wir eigentlich, ich finde schon Ja, in Paris haben wir dann jedenfalls keinen Eiffelturm gesichtet, sondern haben dann Kaffee getrunken und Susanne hat sich zum wiederholten Mal mit Pflanzen eingedeckt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Stimmt, ich habe jetzt Pflanzen aus Paris.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, so sieht's aus. Wir sind hier tatsächlich, das ist ja auch so eine Sache, wir sind ja fertig im Wesentlichen hier mit dem Einräumen und wir haben die letzte Kiste vor einigen Wochen geleert, nämlich um bereit zu sein für den Besuch von unserem mittleren Sohnemann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also wir haben tatsächlich gewartet bis zum letzten Wochenende, dass wir nutzen konnten, um aufzuholen und alles fertig zu machen, wie das halt so ist, weil ohne Druck geht es ja nicht. Aber wir sind dann fertig geworden, hatten das Bett fertig und alles und dann ist er gleich am Dienstag eingeschwebt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wir haben wirklich jetzt ein sehr gemütliches Gästezimmer und wenn wir mal Lust haben, können wir da drin puzzeln oder malen oder einfach nur auch Dinge tun, Zimmer. Ja, zum Beispiel irgendwie auf diesem Tisch irgendwas zeichnen oder so. Ich habe ja auch den Versuch unternommen, uns kreativ weiterzubringen, indem ich uns hier in der Art Gallery of Ontario so einen Kunstkurs gebucht habe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, das war toll und da haben wir die erste Stunde haben wir so Kohlezeichnungen gemacht und ich habe mich schon so riesig auf die nächste Stunde gefreut, weil dann war Acrylmalen angesagt und später war dann noch irgendwie so mit lufttrockenem Ton gestalten. Ich habe mich da so riesig drauf gefreut und dann haben die angefangen zu streiken. Das ist wie Lufthansa, wenn du einen Flug hast.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bastian war jedenfalls dann hier fast zehn Tage da, gell? War der zehn Tage?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Dienstag bis Donnerstag. Ja, neun Tage. Fast zehn Tage, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und den wollte man natürlich jetzt auch nicht einfach nur so da statt, geh raus, hab Spaß, sondern wir haben es freigenommen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann war es ja so, an diesem Mittwoch, wo eigentlich unser Kurs gewesen wäre, haben die ja irgendwie morgens abgesagt oder am Tag vorher. Und da ist der gute Herr Primbs losgezogen, hat uns Tickets für die Maple Leafs besorgt für den Mittwochabend. und dann waren wir Mittwochabend bei unserem ersten Eishockey-Game ever.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, Maple Leafs sind nämlich eins der Eishockey-Teams hier und ansässig in Toronto. Also das ist tatsächlich hier das Heimatstadion.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Toronto Maple Leafs heißen die auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau. Und ich dachte mir, kanadischer wird es nicht. Also lass es doch mal. Ich wollte mal dieses Stadion, an dem wir immer vorbeilaufen, auch mal von innen sehen. Und da begegnen uns regelmäßig irgendwie Horden von Fans und deswegen haben wir uns dann die Frage...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also Horden von blau-weiß angezogenen Leuten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das stimmt. Und ich habe mir schon länger die Frage gestellt, wie es wohl in diesem Stadion aussieht und dann dachte ich mir, ach, fuck it, machen wir das jetzt als spontanes Programm eben am Mittwoch, wenn schon der Kurs ausfällt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, und weil der Dirk immer so ein All-In ist, ist er dann losgezogen und hat auch noch Jerseys besorgt, also so Fan-Pullis.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Fanpullis. Ich glaube, das sind eigentlich die Dinge, die die anhaben, wenn die spielen, oder? Die haben ja auch solche Dinge. Also, enge Sachen haben die nicht an. Sieht halt auch so aus. Aber ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und hat dann gefragt, naja, welche Nummern wollt ihr denn auf euer Pulli haben? Und ich meine, erstes Eishockeyspiel ever. Ja, ich hatte gar keine Ahnung von irgendwie Mannschaft und so weiter. Und der Bastian und ich, wir haben uns dann hingesetzt und haben dann erstmal geguckt, wer spielt denn da überhaupt in der Mannschaft? Naja, und was für Zahlen haben die denn? und ich hab dann halt mir die 75</p>
<p><strong>Dirk:</strong> gegriffen. Und der Spieler heißt wie? Genau.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ryan Reeves. Genau, der ist ja auch der, der sich dann eine Prügelei auf dem Eis geliefert hat. Ja, und der Bastian hat sich gedacht, ach guck mal, da heißt einer Kampf. Das nehm ich doch, aber eigentlich heißt der Kampf, aber ist ja auch egal und der hat jetzt eben einen Kämpfpulli und ich hab einen Ryan Reeves Pulli.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und wenn ihr euch fragt, tut ja nicht, ich erzähle es euch trotzdem, was ich drauf habe, ich habe nichts drauf, weil man diese Pullis auch ohne Nummer bekommt und ich die Leute eh alle nicht kenne, aber jo, wir sind da jedenfalls dann ins Eishockey gegangen und ich weiß noch, also wir gucken ja eigentlich keinen Sport oder so, das war jetzt wirklich tatsächlich eher so der Gedanke, komm, es ist kanadisch, lass uns mal einmal im Leben Eishockey spielen, weil ich muss auch sagen, ich war einmal in meinem Leben bei einem großen Baseballspiel und da meine ich jetzt nicht die Spiele, die der Florian, Also einer unserer Söhne gemacht hat, als der jünger war, das hat tatsächlich Spaß gemacht, dem zuzugucken. Nein, ich meine, so ein richtiges, organisiertes Baseballspiel, da war ich einmal und habe mir dann geschworen, das brauche ich nie wieder. Das ist einfach nur öde gewesen. Wir haben einmal den Superbowl bis jetzt gesehen und brauchen das nie wieder. Das haben wir einfach nur öde gefunden. Ja, wir haben es nicht im</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Stadion geguckt, den Superbowl natürlich. Nee, vielleicht gehen wir nochmal</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Football im Stadion gucken. Nee. Aber da habe ich mir gedacht, wird wahrscheinlich ähnlich sein. Ich gehe da hin und habe nochmal das Erlebnis und wird wohl Spaß machen. und Susanne hat auch diesen, es kann ja nicht alles Spaß machen, was ich diese Woche mache, Gesichtsausdruck und ich mache es für meinen Sohn, damit der ein kanadisches Erlebnis hat. Wer weiß, vielleicht gibt es da sogar was zu trinken, es wird bestimmt kalt und dann sitzen wir da drin und die Susanne schreit zweieinhalb Stunden lang durchgehend dieses Spielfeld an und wir hatten so viel Spaß da drin. Es war so</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ein Spektakel und es gibt gute Brezeln im Stadion.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, authentisch brezelig schmeckende Brezeln.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir müssen da wieder hingehen. Wir müssen da leider wieder hingehen, weil</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wir kennen keinen anderen Weg, um an Brezeln zu kommen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, das Spektakel war schon wirklich krass. Also es hat richtig Spaß gemacht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also es war auch eine tolle, also die Scotiabank Arena ist auch irrsinnig beeindruckend, finde ich. Das ist ja noch nicht mal die größte Arena hier, aber in dieser Arena haben die Konzerte und alle möglichen Sportevents, die können wohl innerhalb weniger Stunden aus der Eisfläche eine andere Fläche machen und das wieder zurück verwandeln, das geht hin und her und diese Halle, also rein gefühlsmäßig war die innen größer als außen wir laufen ja an dem Ding oft vorbei und dann gehst du in dieses Teil rein und denkst dir, meine Fresse, da passen ja irgendwie 20.000 Leute rein das ist ja irre groß dieses Ding</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja und die ist halt sehr steil irgendwie also so eine Harry Potter Halle irgendwie</p>
<p><strong>Dirk:</strong> ja, war jedenfalls toll sieht von draußen klein aus und war spannend und ich dachte ja, diesen Puck sieht man bestimmt nicht, aber den sieht man gut. Ja, die Regeln</p>
<p><strong>Susanne:</strong> haben wir auch relativ schnell verstanden, war jetzt auch nicht so schwierig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was wir auch gelernt haben, das hat mich überrascht, weil du gerade vorhin gesagt hast, der Ryan Dingsbums hat sich geprügelt. Es ist anscheinend Tradition in Amerika beim Eishockey, dass die Leute sich mittendrin auch mal prügeln auf der Eisfläche, Aber das dürfen dann nur Mann gegen Mann, nicht so eine Gruppenprügelei, sondern da gibt es anscheinend irgendwelche ungeschriebenen Gesetze, wie das zu funktionieren hat. Und wenn man sich an diesen Gentleman's Code hält, dann lassen die Schiedsrichter das auch gewähren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die mussten beide auf die Bank für zwei Minuten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber sie haben sich halt geprügelt erstmal und das fand ich irgendwie einigermaßen unnötig und albern, wenn ich ehrlich bin. Und in Europa wären sie dafür auch mit etwas mehr als nur auf die Bank gehen bestraft worden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber jedenfalls war das ein tolles Spiel. Auch wenn wir verloren haben. Wir, die Toronto Maple Leafs. Also ich bin ja wohl nicht für eine US-amerikanische Mannschaft. Was ist es? Tampa Bay, glaube ich, in Florida. Tampa Bay Lightning. Die haben</p>
<p><strong>Dirk:</strong> noch nicht mal Eis da, um mal den Bastian zu zitieren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die haben trotzdem gewonnen. Die waren gut. Und die sind jetzt auch in den Playoffs.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ah.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Ich habe ja gelernt, letzte Woche, wie das mit den Playoffs funktioniert. Und zwar, der Osten spielt untereinander, der Westen spielt untereinander und die Gewinner von jeweils dem Osten und dem Westen spielen dann zum Schluss im Finale.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben ja mit Bastian aber nicht nur Eishockeyspiel geguckt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, wir waren ja auch viel unterwegs. Wir sind zum Beispiel am Samstag an die Niagara-Fälle gefahren. Die sind ja nicht weit von hier, so ungefähr eineinhalb Stunden mit dem Auto. Kann man auch mit dem Öffentlichen machen, aber wir wollten noch zu Niagara on the Lake. Das ist das Cuff, in dem sie all diese Hallmark-Movies drehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also romantische Kitsch-Filme.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und zwar wo du schon in den ersten 30 Sekunden weißt, wie er ausgehen wird.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wo du eigentlich auch, weil alle Filme immer gleich ausgehen, nicht so groß nachdenken musst, oder?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ne, muss überhaupt nicht nachdenken. Also diese, wer das mal gucken will, auf YouTube kann man Hallmark-Movie oder sowas, Hallmark irgendwie und da gibt es glaube ich komplette Filme auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich würde auch sagen, so die Schauspielqualität ist in etwa auf Ebene Marienhof.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, schlechter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Schlechter? Naja, obwohl, also die</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Drehbücher sind auch wirklich, wirklich durchdacht und die Texte, die die sagen müssen, ja, also ein Traum.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein Traum.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Egal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich hatte jedenfalls ein Auto gemietet, also überhaupt habe ich zweimal ein Auto gemietet in der Woche und wir sind dann halt runtergefahren an die Niagara-Fälle und das Wetter war einfach gloriös.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es war Sonne, Sonne pur, es war schön warm.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und weil zwei Tage später hier totale Sonnenfinsternis angesagt war und es hieß, dass die Niagara-Fälle der perfekte Ort wären, um das zu sehen, Nämlich in der Mitte der Totality, also genau in der Mitte von der Strecke, die dieser Schatten war, sind die Leute eben nicht an dem Tag dort gewesen, als wir dort waren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nee, wir sind extra nicht am Montag da hingefahren zur Sonnenfinsternis, nee, wir sind am Samstag hingefahren, da war total leer im Vergleich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Man muss ja dazu sagen, die Sonnenfinsternis, die fing ja im Prinzip, die Bahn, die das nahm, fing unten in Mexiko an und ist dann, wenn man sich das auf einer Karte anschaut, macht die so eine S-Kurve. Das heißt, die ging dann rauf über Niagara, durch Kanada so ein Stück weit durch. Ich glaube, man hat in Québec, konnte man es glaube ich auch sehen und hinten bei Labrador ging es dann sozusagen aufs Meer raus. und überall auf der Strecke gab es halt so einen Streifen von vielleicht so 30 Meilen oder so, in denen man eine totale Sonnenfinsternis sehen konnte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und wir waren dann in Prince Edward County, das ist auch noch am Lake Ontario, immer noch, da sind wir zweieinhalb Stunden hingefahren, immer noch am Lake Ontario, so groß ist der, haben dann in Picton Mittag gegessen und sind dann noch weitergefahren zu einem Leuchtturm, Das war so</p>
<p><strong>Dirk:</strong> ein Naturschutzgebiet, glaube ich. Da waren dann schon auch ein paar Leute, aber da saßen wir praktisch an so einem Naturschutzgebiet am See.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Man hörte die Frösche quaken und die Vögelchen zwitschern und dann kam die Sonnenfinsternis.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben uns mordsorgen gemacht, weil es eigentlich sehr bewölkt war. Also ich glaube in Niagara hieß es auch, dass sie es kaum gesehen haben. Das ganze Gebiet war ziemlich wolkendurchzogen. und wir hatten uns schon Sorgen gemacht, dass wir das alles überhaupt gar nicht sehen können von da, wo wir dann waren. Aber es war jedenfalls sehr beeindruckend. Einmal ist es ja so, dass die Natur wirklich völlig austickt, wenn es dann plötzlich so abenddunkel wird. Da waren die Frösche, die die ganze Zeit gequackt haben, waren plötzlich still. Dafür haben die Vögel alle angefangen zu schreien wie blöd. Also es war so richtig gemerkt, verdammt, ich habe vergessen mein Abendlied. Dann haben sie alle gleichzeitig angefangen loszubrüllen. und wir konnten auf der Seeseite eine Art Sonnenuntergang beobachten, während auf der Landseite so eine schwarze, also wie so eine Wand, dadurch, dass das eine Wolkendecke war, war das noch deutlicher zu sehen, wie so eine schwarze Wand auf uns zukam. Und ja, in dem Moment, in dem dann wirklich totale Sonnenfinsternis war, ist dann über uns die Wolkendecke aufgerissen und man hat das tatsächlich auch komplett gesehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und ich habe sogar diesen Diamanten dann, als die Sonnenfinsternis wieder vorbei war, gesehen. Also es war wirklich beeindruckend, schon allein mitten in der Natur zu sitzen und dann auch das so zu erleben, war wirklich beeindruckend. Wir haben dann ewig gebraucht, bis wir wieder daheim waren, weil natürlich auch in Prince Edward County waren viele Leute. Aber war ein toller Tag, waren wir mit Freunden und mit Bastian unterwegs.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es war wirklich sehr, sehr beeindruckend. Also insgesamt wird es so um die zwei Stunden gedauert haben. Mit der Brille konnte man sehen, wie sich der Mond vor die Sonne schiebt, aber die eigentliche totale Sonnenfinsternis sind ja nur ein paar Minuten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Waren glaube ich drei Minuten oder so.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Meine letzte gesehen habe.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es gibt ja Leute, die reisen der hinterher sozusagen. Es gibt ja jedes Jahr zwei, drei Orte, wo man das sehen kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sehr beeindruckend.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist wirklich, wirklich großartig. Ja, ich habe auch letztens gelesen, dass es jetzt hier im Stadtgebiet 155 bekannte Fälle von Leuten mit Seeschäden gibt, die halt entgegen aller Warnungen ungeschützt in die Sonne geglotzt haben. Ansonsten machen wir jetzt ja so ein Stück weit unterwegs.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was ich schön fand, so generell, wo wir jetzt so einigermaßen öfter mal unterwegs waren, also jetzt Cambridge und so weiter und auch Niagara-on-the-Lake, wir sind ja da auch in diese kleinen Shops reingelaufen und da gab es einen schönen Buchladen in Cambridge und da waren wir in einem Spieleladen in Niagara-on-the-Lake. und diese kleinen Lädchen, die sind wirklich schnuffig. Also sind auch sehr ausgewählt, was die an Sachen haben und wir haben tatsächlich zwei Spiele gekauft. Nee, drei. Nämlich Dorfromantik ist eins davon und die anderen zwei stehen noch da.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dorfromantik fand ich auch insofern lustig, weil wir haben in diesem Laden eben verschiedene Spiele angeguckt und Dorfromantik ist ja nun mal ein deutsches Wort. Ja. Und das habe ich erst mal gar nicht wahrgenommen, dass ich ein deutsches Wort sehe. Bis ich mir irgendwann die Frage habe, Moment mal, warum heißt dieses Ding Dorfromantik? Und ich frage mich, wie das hier für Nordamerikaner ist, wenn die dieses, ich nehme mal an, das Computerspiel heißt auch einfach hier einfach nur Dorfromantik. Und ich frage mich, ist das ein False Friend? Also ist das so wie Kindergarten oder so, dass die das hier irgendwie als Dorfromantik, Romantik wahrnehmen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Keine Ahnung, ist wahrscheinlich wie Gesundheit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wahrscheinlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil sie glauben ja immer, wenn ich Gesundheit sage, und das kennt man ja hier auch, glauben sie immer, das ist die Übersetzung von Bless you. Und dann erkläre ich immer, nee, Gesundheit heißt eigentlich, ich wünsche dir Gesundheit, also Health. Und es hat nichts mit irgendeinem christlichen Hintergrund zu tun. Und das ist dann auch einleuchtend und das gefällt ihnen eigentlich ganz gut. Ja, Dorfromantik</p>
<p><strong>Dirk:</strong> ist jedenfalls, das haben wir dann auch gespielt hier mal du und ich, das ist so ein Legespiel, ich fühlte mich an Carcassonne erinnert, da liegt man auch so in Tiles und man baut halt einfach Straßen, Flüsse und Dörfer mit Wiesen fertig. Das Interessante ist, es gibt so ein Level-System, wo man dann so nach und nach zusätzliche Aufgaben und Möglichkeiten freischaltet. Also wir können jetzt im Endeffekt dieses Spiel immer wieder aufs Neue neu entdecken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ist auch spannend, wenn du das online spielst. Ist wirklich ein total entspanntes, schönes Spiel, auch online. Kein Stress. Ja, aber um mal von Dorfromantik weiter rüber zu kommen, was wollte ich denn jetzt noch erzählen? Ach, wir waren ja in dem kleinen Dörfchen namens San Francisco.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Im berühmten San Francisco. Den mit der Golden Gate Bridge.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, den mit der Brücke, die ja eigentlich auch in Lissabon steht, wie wir festgestellt haben. Die Brücke. Genau die gleiche. Genau die gleiche. So, aber zurück zu San Francisco. Und das war das erste Mal ever. Es war das allererste Mal, dass ich ohne Jetlag in San Francisco war. Normalerweise neun Stunden Zeitunterschied, die machen mich fertig, mindestens mal über eine Woche. Und dieses Mal gar kein Jetlag, es war toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Drei Stunden sind ganz angenehm. Da steht man dann gefühlt für die Lokalen relativ früh auf und ist dann frisch. Man wacht an den Tag. Das ist ja was, was ich gar nicht so oft kenne, das Gefühl, so richtig wach an den Tag zu starten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ne, also es ist toll. Und was wir dann auch festgestellt haben, und es war ein Abend, wo sind wir essen gegangen, Dirk und ich, und dann haben wir uns so unterhalten und zack, haben wir gleichzeitig gesagt, wie interessant es ist, dass wir dieses Mal San Francisco oder überhaupt die USA ganz anders empfinden, weil so viele Dinge vertraut waren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja und um das vielleicht mal zu erklären, wir reisen ja schon immer wieder mal in die USA. In meinem Fall sind es jetzt auch schon über 20 Jahre, dass ich regelmäßig in die USA fliege. Und jedes Mal bisher war das so, dass wir da schon uns relativ fremd auch gefühlt haben. Also es fängt bei ganz vielen Sachen an, sowas wie natürlich braucht man einen Adapter, um irgendwie seinen Rödel anzustecken und die Duschen bedienen sich komisch und all sowas. Also das war irgendwie immer sehr präsent, dass das ein fremdes Land ist. Und diesmal hatten wir dann eben beide gleichzeitig diese Erkenntnis, dass sich San Francisco nicht mehr fremd angefühlt hat und vertraut war.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also viele Sachen, da musste ich auch gar nicht mehr nachdenken, es war einfach so ding ding.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, du läufst einfach irgendwie in Leiden rein, du weißt, wie man mit den Leuten umgehen muss, du weißt, wo die Sachen sind. Weißt du auch wie</p>
<p><strong>Susanne:</strong> die Sachen aussehen, wonach du suchen musst und so weiter, also das war schon anders und bei mir sind es glaube ich auch schon fast 10 Jahre, die ich jetzt in die USA reise. Also ja, das hatte ich noch nie auf die Art und Weise.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das ist auch deswegen, finde ich, so besonders für uns, weil daran erkennen wir gerade, dass sich irgendwas in unserem Kopf bewegt hat. Ja, also wir haben uns verändert. Wir könnten jetzt gar nicht so den Finger drauflegen, weil gefühlt sind wir immer noch dieselben, die vor vier Monaten hier angekommen sind oder fünf Monate sind es jetzt schon. Aber offensichtlich hat sich viel in dem, wie wir Nordamerika wahrnehmen, jetzt schon getan. Und manche Sachen, wir haben auch unsere eigenen, also so ein Stück weit werden wir da natürlich auch, ich habe heute das so formuliert, ich glaube vielleicht schleift sich hier unsere eigene Arroganz auch so ein Stück weit ab, weil es gibt Dinge, über die ich jahrelang gelästert habe, die ich jetzt plötzlich ganz normal finde und nicht mehr der Rede wert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ging mir auch so. Also manche Sachen, die verstehe ich irgendwie auch anders. Ja, und da gucke ich dann auch irgendwie ganz anders drauf. Ja, weiß ich nicht. Also empfinde ich als, wow, ich bin wohl wieder ein Stückchen erwachsener geworden oder so. Ja, das ist irgendwie komisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, heißt auch, es war auch komisch, dann hierher wieder zurückzukommen. Ja, es ist auch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> das erste Mal nach Toronto wieder heimzukommen. Wir sind ja nicht gemeinsam heimgekommen, weil ich war noch bei einer Freundin in Austin, Texas, die ich besucht habe und bin dann am Samstag erst zurückgekommen, während Dirk dann von San Francisco zurückgeflogen ist am Freitag. Und es war ein unterschiedliches Nachhausekommen, aber wir haben die Runde gedreht und ich konnte die Stadt sehen und fotografieren. Es war schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weißt du, war es da schon dunkel, als du angekommen bist?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, ich habe es gerade so im Dämmerlicht, das war irgendwie cool.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also es ist interessant, es verändert sich, wie wir hier diesen Kontinent empfinden und das finde ich tatsächlich auch ganz angenehm. Da gibt es dann Dinge, auf die blicken wir jetzt langsam milder, zum Beispiel machen wir unseren Frieden mit Queen-Size-Decken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, ja. Ja, und dann kam ich also nach Hause und ja, es gibt immer so Kleinigkeiten an Toronto. Also wir müssen mal was zu Toronto sagen. Toronto ist jetzt nicht die schönste Stadt. Ja, Toronto hat so, würde ich sagen mal, brachial Zementbauten, also Betonbauten. Diese halt irgendwann mal hier in den 70ern, 80ern, keine Ahnung, ja, ist jedenfalls nicht schön. Downtown Toronto, mein Bein. Downtown, ja. Dann haben wir auch nicht irgendwie an der Waterfront, also direkt am See, gibt's keinen durchgehenden Weg oder so. So, man muss immer wieder auf die Straße irgendwie ausweichen und so. Und der Bürgersteig, also so viele Schlaglöcher und hoch und runter. Also wenn man da nicht auf den Bürgersteig guckt, dann kann man leicht mal umknicken. Aber mal abgesehen davon, wie gesagt, ist nicht die schönste und nicht die reichste Stadt. Aber die Leute sind toll, also nach wie vor. und wir entdecken halt immer wieder so ganz kleine Kleinigkeiten, die uns einfach verliebt machen in die Stadt. Wir haben uns wirklich in die kleinen Sachen verliebt. Unter anderem gibt es einen Kirschblüten-Tracker online, weil nämlich die ganze Stadt ausflippt, wenn die Kirschblüten anfangen zu blühen. Also zur Historie, irgendwann mal hat irgendein Ambassador, also ein, wie heißt es?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich weiß gar nicht, wer die verschenkt hat, ehrlich gesagt. Hat ein Botschafter, ein</p>
<p><strong>Susanne:</strong> japanischer Botschafter, 2000 japanische Kischbäume an Toronto verschenkt und die wurden hier an verschiedenen Stellen gepflanzt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das waren ja wahrscheinlich ganz offiziell Japan,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> vertreten</p>
<p><strong>Dirk:</strong> durch den japanischen Botschafter, und zwar als Geste der Dankbarkeit, weil, also als Dankeschön dafür, dass Kanada die Grenzen wieder geöffnet hatte, die es geschlossen hatte für japanische Staatsbürger während dem Zweiten Weltkrieg und nach dem Zweiten Weltkrieg erstmal. Und als sie die Grenzen wieder geöffnet haben, das war dann sozusagen der Grund, warum sie die Bäume bekommen haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und wie gesagt, es gibt diesen Kirschblüten-Tracker, der genau anzeigt, in welchem Stadium der Kirschblüte sie sich jetzt befinden. Und wir haben gelernt, es gibt sechs Phasen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es ist jedenfalls so, wir wussten, hier wird es irgendwann eine Kirschblüte geben. Und uns war auch schon erzählt worden, das bekommt man hier auf jeden Fall mit, wenn das so ist. Wir wussten ja gar nicht, wie weit das geht. Also es ist tatsächlich, in Toronto wissen alle, wann die Kirschblüte ist und das ist so ein Zeitfenster von zwischen vier Tagen bis zu zwei Wochen, je nachdem wie der Winter so war, ist Kirschblüte. Jetzt kann man sich das nicht so vorstellen wie in Japan, wo wahnsinnig viele von diesen Bäumen rumstehen, sondern diese 2000 Bäume wurden natürlich etwas verteilter gepflanzt. Es gibt also so Cluster, so Haufen, wo mehr von denen sind und die größte Ansammlung japanischer Kirschbäume in Nordamerika ist hier in Toronto im High Park. Das ist eine Parkanlage, die wir auch schon mal besucht haben. Davon habe ich auch mal erzählt. Da stehen halt 500 von denen. Und dieser Tracker beobachtet die tatsächlich minutiös, inklusive einer Karte, wo die überall stehen und dann diese Stages, die Susanne erwähnt hat. Wir wissen jetzt, es gibt sechs Stufen von, man sieht die rausspitzen, die Knospen bis zu, sie sind vollständig draußen. Ich glaube, ich war</p>
<p><strong>Susanne:</strong> noch nie so intim mit Kirschblüten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es ist wirklich, und wir haben ja irgendwie damit geredet, es sind halt Bäume, die blühen. Ja, also wir haben uns gedacht, das wird schon nett sein. Aber ich habe auch gelernt, in Japan ist es Tradition und soll Glück bringen, unter solchen Bäumen zu picknicken. Und unser Sporttrainer, also mein Sporttrainer hat mir erzählt, ja, also der hat in Japan gelebt. Der hat gemeint, im Prinzip in der Praxis heißt es, Jugendliche sitzen im Park, besaufen sich und machen Karaoke.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was ja auch sehr nett ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber ich meine, das war so die Mischung, auf der wir das irgendwie erfahren haben. Und dann haben wir uns halt gedacht, das kann jetzt auch irgendwie langweilig sein. Und dann haben wir diese Geschichte eben gehört, dass seit die diese Bäume geschenkt bekommen haben, flippen die jedes Jahr in Toronto aus, wenn Kirschblüte ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, und dann haben wir uns gedacht, boah, die Woche ist so anstrengend. und was überhaupt noch zur Kirschblüte schaffen und am Wochenende wollten wir nicht gehen, weil ich meine, da trampeln sich natürlich auch die Massen tot. Und dann habe ich zum Dirk am Mittwochabend gesagt, weißt du was, lass uns einfach am Freitag in der Früh aufstehen. Also wirklich früh, früh. Und dann haben wir das Wetter beobachtet und das Wetter sagte, Wetter scheiße. Und dann habe ich gesagt, naja, okay. Also wenn das Wetter blöd ist, dann drehen wir uns halt wieder um. Aber ansonsten stehen wir halt auf so früh. Und ja, dann sind wir wirklich vorm Sonnenaufgang aufgestanden und waren dann so um kurz nach sieben im Park. Da war auch nicht viel los, nur ein paar einzelne Inderinnen mit ihren professionellen Fotografen, die dann...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hochzeitsfotos wahrscheinlich gemacht haben. Es sah schon sehr festlich aus. Oder was auch immer der Anlass ist, den zu feiern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Keine Ahnung. Ja, und dann waren da die Kirschblüten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und es war toll. Und das Wetter war... Magnolienbäume waren auch da.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das Wetter war wundervoll. Blauer Himmel, Sonnenschein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Traumhaft. Und ja, viele übergewichtige Eichhörnchen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und seltsam klingende, rot-schwarze Püschelvögel, die alle lauter Eichhörnchen und Püschelvögel-Dinge gemacht haben. Also das Hin und Her-Gerenne da drin war schon sehr geschäftig in diesem Park. Und diese Bäume waren wirklich toll.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und wir waren da relativ mit wenig Leuten. Also relativ allein auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es war ruhig. Es war so eine angenehme Stimmung. Leute in einer Anzahl, dass man sich bewusst war, dass man nicht allein in diesem Park ist. Aber wenig genug, dass es wirklich angenehm war. Und die waren alle gut drauf. Ja, du bist da rumgelaufen, nur lächelnde Leute, es war so schön.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und zwar um die Uhrzeit, kann ich ja überhaupt nicht nachvollziehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sogar du hast gelächelt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das stimmt. Also die Bäume sehen wirklich unglaublich schön aus. Ja, ich freue mich jetzt, dass die ganzen Bäume grün werden. Wird jetzt auch Zeit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eine Dinge, eine ganz kleine Kleinigkeit wollte ich noch erzählen, um auch zu illustrieren, warum es sich lohnt, sich mit Kanada zu beschäftigen. Wir waren ja in Niagara natürlich auch in so einem Geschenkeshop.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und haben da Magneten und irgendwelchen Schischifusch gekauft. Klar. Und eine der Dinge, die ich da mitgenommen habe, war Kanada for Kids. Ich weiß nicht, warum das for Kids ist. Wahrscheinlich, weil in Kanada jedes Kind die Dinge weiß, die da drin sind. Aber es ist halt ein etwas dickeres Heft. A5 würde ich sagen, grob von der Größe her, ist wie so eine Art Geolino, so Fun Facts über Kanada und wir haben uns da eins rausgesucht, das wir alle beide total cool fanden, weil das so typisch für Kanada ist nämlich, Trommelwirbel,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja es ist so, in Kanada, wenn ein Kanadier sagt Oh, I'm sorry. Also, oh, tut mir leid. Das ist kein Schuldeingeständnis vor Gericht. Also kann nicht im Gericht als Schuldeingeständnis benutzt werden. Ich finde es witzig, weil ich bin inzwischen auch an dem Punkt angekommen, ich stoße mich irgendwie an einem Stuhl an und entschuldige mich beim Stuhl. Also ich habe mich dabei auch schon beobachtet und denke mir, oh, okay.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann muss man vielleicht dazu sagen, wenn man hier irgendwelche Amerikaner fragen würde oder auch Kanadier oder auch Briten, was denn typisch kanadisch wäre, dann hört man natürlich immer so, die Kanadier sind so höflich, die Kanadier sind so freundlich und als Klischee und wenn sie sich über die Leute lustig machen, dann kramen sie zwei Sachen raus, nämlich, dass der Kanadier gerne auch mal ein A hintendran hängt und das stimmt. und das andere, dass sie sich halt wegen jedem Kack die ganze Zeit entschuldigen. Also du läufst in sie rein und die sagen Entschuldigung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das war ja auch so witzig, als ich von San Francisco nach Austin geflogen bin, da waren halt typische Amerikaner im Flug. Der Flug war wild, wie immer halt, wenn du inneramerikanisch fliegst. Ich bin von Austin zurück nach Toronto geflogen und kam in dieses Flugzeug rein und alle so, oh sorry, sorry, sorry, oh sorry, sorry, oh sorry, sorry, ja, also und ich dachte, ah ja, ich flieg heim, ja, also tatsächlich, tatsächlich war das sehr auffällig, ja, das war schriffig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist irgendwie sehr, sehr süß auch und das wird halt, dadurch, dass es so ein Klischee ist, macht es das halt noch lustiger, dass die irgendwann mal hergegangen sind und gesetzlich verankert haben, dass es kein Schuldeingeständnis ist. dass Kanadier sagen I'm sorry und meinen damit nicht ich hab's getan dann, das muss doch jetzt erstmal gut sein, wir melden uns, wenn wir wieder eine ausreichend große Liste an Berichten sehen wir sind ja in drei</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wochen in Deutschland, insofern</p>
<p><strong>Dirk:</strong> gibt's keine schlanada Themen ne, naja vielleicht doch einfach eine schlanada Sonderfolge</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja genau, wie ist es nach Deutschland zum Besuch zu kommen oder so, keine Ahnung</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da bin ich wirklich auch gespannt drauf, wie sich das anfühlt. Wenn sich San Francisco anders anfühlt jetzt für uns, bin ich mir sicher, dass sich auch Deutschland anders anfühlen wird, wenn wir da hinkommen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich weiß, dass ich schon mal für die Öffentlichen in Frankfurt dieses Tapping vermissen werde. Wir steigen ja hier einfach in die TTC, das ist hier die hiesige Metro, ein, indem wir einfach durch diese Schranke gehen und da halten wir einfach unser Handy hin, Kindermachts, biep, zieht uns 3,99 Dollar oder was ab und dann können wir zwei Stunden in dieser U-Bahn hin und her fahren, wie wir lustig sind.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist in Frankfurt anders.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da wirst du dir jetzt erstmal die RMV-App wieder installieren und da wir ja auch irgendwann im Münchner Gebiet sind, willst du dir vielleicht auch noch die MVV-App installieren und dann richtest du bei den beiden jeweils erstmal, erstmal musst du wahrscheinlich dein Passwort zurücksetzen, weil musst du ja deinen Account-Dat einrichten und dann musst du dort deine Zahlungsweise angeben und dann zahlst du das Ticket mit deinem Handy kurz vor Fahrtantritt und so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das muss man jetzt inzwischen, ich weiß nicht, wie lange vor Fahrtantritt, hat mir der Flo erzählt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du kaufst dir einfach ein Deutschland-Ticket.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach Gott, naja, so viel werde ich ja auch nicht fahren, dann laufe ich halt. Meine Güte, aber voll anstrengend. Also das muss ich sagen, das finde ich sehr angenehm hier und ich meine von der U-Bahn-Linie, Hier gibt es ja genau zwei Linien. Da kann man eigentlich auch nichts verkehrt machen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Überhaupt braucht man hier so gut wie nie Bargeld.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also wir machen das alles mit Tab. Also ob es der Kaffee ist, ob es der Supermarkt ist, ob es die TTC ist. Also völlig egal. Wir zahlen inzwischen hier, also was heißt inzwischen? Wir zahlen alles mit dem Handy vom ersten Tag an.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oder mit der Karte halt, wenn es über 250 Dollar geht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich weiß gar nicht mehr, wie das ist, mit Geld irgendwie zu hantieren. Das wird in Deutschland auch nochmal so ein Kulturschock sein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> So? Du wirst Geld holen müssen. Oh nein. Okay, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir werden vielleicht berichten. Mal gucken, vielleicht gibt es eine Sonderfolge von Primms in Deutschland.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also dann, bis die Tage.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Passt auf euch auf. Tschüssikowski. Bis dann.</p>]]></content:encoded>
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            <title>Superbowlquark</title>
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            <pubDate>Fri, 01 Mar 2024 17:04:21 GMT</pubDate>
            <description>Der Februar war ereignis- und erkenntnisreich. Wir sprechen über Heimweh, Packungsfarben im Supermarkt, Lunar New Year und diverse Erlebnisse...</description>
            <itunes:summary>Der Februar war ereignis- und erkenntnisreich. Wir sprechen über Heimweh, Packungsfarben im Supermarkt, Lunar New Year und diverse Erlebnisse… Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Susanne: Oh, da war ein Blitz. Über Toronto Island. Uh. Dirk: Ich würde ja gerne mal sehen, wie der Blitz hier irgendwo in ein Hochhaus einschlägt. Susanne: Äh, weiß ich jetzt nicht, ob ich das unbedingt sehen muss. Dirk: Ich stelle mir dann vor, dass der Blitz irgendwo einschlägt und dann in allen Wohnungen gleichzeitig der Feueralarm losgeht oder sowas. Susanne: Ich stelle mir das eher so vor, dass man von oben nach unten sieht, wie die Lichter alle ausgehen. Dirk: Ich glaube, wir stellen uns das falsch vor. Ich glaube, Blitze, die in Toronto einschlagen, sind jetzt nicht so ungewöhnlich. Susanne: Da interessiert sich wahrscheinlich kein Hochhaus dafür. Dirk: Nee, nee, ich glaub auch. Susanne: Hallo, Dirk. Dirk: Hallo, Susanne. Susanne: Ist ja jetzt ein bisschen her, ne? Dirk: Ja. Susanne: Ist alles deine Schuld. Dirk: Aber ich mein, einmal im Monat ist so, der ist eine gute Quote immer noch. Warum ist das meine Schuld? Susanne: Naja, du warst so lange unterwegs, bist wieder in der Weltgeschichte rumgegondelt. Dirk: Ich war unterwegs. Susanne: Ja, dann bist du wieder heimgekommen, mit meiner Tastatur. Dirk: Ja, und mit einem Koffer voll Tempotaschentücher. und da war ich sehr dankbar, dass mich nirgends irgendein Zollbeamter gefragt hat, warum ich eigentlich einen Koffer voll Tempo habe. Susanne: Ja, weil wenn du hier nicht auflösbare Tempotaschentücher kaufen willst und die extra dicken und die so konstruierten, dass du sie mit einem Rüttler auseinanderfalten kannst, dann zahlst du echt viel Geld. Dirk: Ich glaube, das haben wir irgendwo. Susanne: Kann man bestellen. Dirk: Ja, genau. Die große Tempopackung, also die mit, ich weiß nicht, 30 Packungen drin oder so für 89 Dollar. Susanne: Ja, hat meine Kollegin festgestellt, nicht ich. Also ich habe nicht danach gesucht, falls sich jetzt der normale Hörer fragt, sag mal, ist die denn total ausgeklopft? Ja, das würde ich jetzt auch sagen. Dirk: Falls sich die Hörer und Hörer fragen, ist die jetzt total ausgeklopft? Nein, nein, die wollten Susanne: mir nicht glauben. Ja, die wollten mir nicht glauben, meine Kollegin, dass sie sich nicht in der Hose auflösen und es steht tatsächlich auf der Packung draußen drauf, auf Deutsch. Dirk: Aber nicht auf Englisch und deswegen ist es vielleicht nicht wahr. Ist mit Bildern beschrieben. Dann hast du gesagt, wirklich mutige Kanadierinnen, die nehmen jetzt mal eins von diesen Tempos, packen es in eine Hosentasche und waschen mal Probe. Susanne: Die waschen doch eh alles kalt. Dirk: Ja, und falls jetzt irgendwer da draußen sagt, ja, aber mit modernen Waschmitteln ist ja Kaltwaschen kein Problem. Das sei euch mal gesagt, wenn ihr kalt wascht, dann meint ihr 30 Grad. Aber 30 Grad ist nicht die Temperatur, mit der Wasser aus der Leitung kommt. Susanne: Also kalt waschen ist tatsächlich kalt, kalt, kalt, kalt waschen. Dirk: Genau, gar nicht aufgewärmt waschen. Susanne: Aber ich glaube, darüber haben wir schon geredet. Dirk: Darüber haben wir schon geredet. Also wir wiederholen uns ja. Ich glaube, wir haben so Lieblingsthemen. Lieblingsthemen wie, wo gibt es denn Milchprodukte? Wo gibt es denn Papier? Ach. Und ja, ich habe ja hier so eine schicke Liste. Ja, fang mal an. Und die Liste fängt ja damit an, dass ich verdient habe, gefeiert zu werden. Susanne: Ach so, ja. Ja, oh, Dirk hatte Geburtstag im Februar. Dirk: Genau, happy birthday to me. Susanne: Ja, wundervoll. Dirk: Wundervoll. Susanne: Ja, und ich habe einen Käsekuchen gebacken. Dirk: Einen deutschen Käsekuchen. Ja, allerdings ohne Quark. Ja, aber mit, also du kamst schon ziemlich nah ran. Ja, auch Susanne: nicht mit Vanilledingens, sondern mit, die haben ja irgendwie ganz andere Sachen. Aber ist ja egal, ich habe einen Käsekuchen hingekriegt, sogar mit Ober- und Unterhitze, alles wun</itunes:summary>
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<p>Der Februar war ereignis- und erkenntnisreich. Wir sprechen über Heimweh, Packungsfarben im Supermarkt, Lunar New Year und diverse Erlebnisse&#8230; </p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, da war ein Blitz. Über Toronto Island. Uh.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich würde ja gerne mal sehen, wie der Blitz hier irgendwo in ein Hochhaus einschlägt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Äh, weiß ich jetzt nicht, ob ich das unbedingt sehen muss.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich stelle mir dann vor, dass der Blitz irgendwo einschlägt und dann in allen Wohnungen gleichzeitig der Feueralarm losgeht oder sowas.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich stelle mir das eher so vor, dass man von oben nach unten sieht, wie die Lichter alle ausgehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube, wir stellen uns das falsch vor. Ich glaube, Blitze, die in Toronto einschlagen, sind jetzt nicht so ungewöhnlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da interessiert sich wahrscheinlich kein Hochhaus dafür.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, nee, ich glaub auch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo, Dirk.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo, Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist ja jetzt ein bisschen her, ne?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist alles deine Schuld.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber ich mein, einmal im Monat ist so, der ist eine gute Quote immer noch. Warum ist das meine Schuld?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, du warst so lange unterwegs, bist wieder in der Weltgeschichte rumgegondelt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich war unterwegs.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, dann bist du wieder heimgekommen, mit meiner Tastatur.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und mit einem Koffer voll Tempotaschentücher. und da war ich sehr dankbar, dass mich nirgends irgendein Zollbeamter gefragt hat, warum ich eigentlich einen Koffer voll Tempo habe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, weil wenn du hier nicht auflösbare Tempotaschentücher kaufen willst und die extra dicken und die so konstruierten, dass du sie mit einem Rüttler auseinanderfalten kannst, dann zahlst du echt viel Geld.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube, das haben wir irgendwo.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kann man bestellen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, genau. Die große Tempopackung, also die mit, ich weiß nicht, 30 Packungen drin oder so für 89 Dollar.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, hat meine Kollegin festgestellt, nicht ich. Also ich habe nicht danach gesucht, falls sich jetzt der normale Hörer fragt, sag mal, ist die denn total ausgeklopft? Ja, das würde ich jetzt auch sagen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Falls sich die Hörer und Hörer fragen, ist die jetzt total ausgeklopft? Nein, nein, die wollten</p>
<p><strong>Susanne:</strong> mir nicht glauben. Ja, die wollten mir nicht glauben, meine Kollegin, dass sie sich nicht in der Hose auflösen und es steht tatsächlich auf der Packung draußen drauf, auf Deutsch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber nicht auf Englisch und deswegen ist es vielleicht nicht wahr. Ist mit Bildern beschrieben. Dann hast du gesagt, wirklich mutige Kanadierinnen, die nehmen jetzt mal eins von diesen Tempos, packen es in eine Hosentasche und waschen mal Probe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die waschen doch eh alles kalt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und falls jetzt irgendwer da draußen sagt, ja, aber mit modernen Waschmitteln ist ja Kaltwaschen kein Problem. Das sei euch mal gesagt, wenn ihr kalt wascht, dann meint ihr 30 Grad. Aber 30 Grad ist nicht die Temperatur, mit der Wasser aus der Leitung kommt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also kalt waschen ist tatsächlich kalt, kalt, kalt, kalt waschen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, gar nicht aufgewärmt waschen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber ich glaube, darüber haben wir schon geredet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Darüber haben wir schon geredet. Also wir wiederholen uns ja. Ich glaube, wir haben so Lieblingsthemen. Lieblingsthemen wie, wo gibt es denn Milchprodukte? Wo gibt es denn Papier? Ach. Und ja, ich habe ja hier so eine schicke Liste. Ja, fang mal an. Und die Liste fängt ja damit an, dass ich verdient habe, gefeiert zu werden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach so, ja. Ja, oh, Dirk hatte Geburtstag im Februar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, happy birthday to me.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wundervoll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wundervoll.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und ich habe einen Käsekuchen gebacken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Einen deutschen Käsekuchen. Ja, allerdings ohne Quark. Ja, aber mit, also du kamst schon ziemlich nah ran. Ja, auch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> nicht mit Vanilledingens, sondern mit, die haben ja irgendwie ganz andere Sachen. Aber ist ja egal, ich habe einen Käsekuchen hingekriegt, sogar mit Ober- und Unterhitze, alles wunderbar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich musste 48 Jahre alt werden, bis ich zum ersten Mal im Internet nachgeguckt habe, wie wird eigentlich Quark hergestellt und wie wird eigentlich Crème Fraîche hergestellt und so weiter. Insert hier. Und dabei habe ich gelernt, dass Crème Fraîche und Quark nah beieinander sind. Und Crème Fraîche sozusagen ein Stückchen, also Quark wird ein bisschen länger getrocknet als Crème Fraîche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wie schön. Ja. Jetzt hast du die Welt bereichert mit dem Wissen. Ich habe die Welt</p>
<p><strong>Dirk:</strong> bereichert und dieses Wissen. Ich weiß, dass unsere Hörerinnen und Hörer noch nie drüber nachgedacht haben. Und jetzt, jetzt haben sie mal was Neues über ihre Welt gelernt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Du fängst ja auch nur an, über solche Sachen nachzudenken, wenn du vor dem Milchregal stehst oder Milchprodukteregal und denkst, okay, Joghurt, Milch,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Frischkäse,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> wo ist denn der Rest? Best. Ja. Ja,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> aber es gibt Quark, haben wir gelernt, im St. Lawrence Market. Das haben wir allerdings gelernt, nachdem du mir einen tollen Käsekuchen gemacht hast. Ja, und wir haben es auch noch nicht getestet. Und der hat auch wirklich legit geschmeckt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, wir haben noch nicht nachgeguckt, ob es den auch wirklich gibt in St. Lawrence Market.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann hast du sowas gesagt wie, der Kuchen ist zu groß für mich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich meine, ich habe eine ganz normale, normalerweise hatten wir immer Kinder oder sonst wen, der dann diesen Kuchen mitgegessen hat, aber zu zweit so einen riesen fetten Kuchen zu essen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mein Kuchen kann gar nicht zu groß sein. Ich hätte den gerne mehrgeschossig das nächste Mal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Mehrgeschossig. Dann laden wir aber Leute ein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Stacked Cheesecake. Das ist auch was, also unser Januar und Februar bis hierhin, also okay, die erste Hälfte vom Januar war ich unterwegs, aber der Februar bis jetzt ist einigermaßen social and cultural, weil ich habe ja von dir zu meinem Geburtstag Tickets geschenkt bekommen, für alles mögliche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich muss auch sagen, das habe ich bis jetzt immer so gemacht, außer jetzt letztes Jahr, weil letztes Jahr wussten wir ja noch nicht, wo werden wir denn sein, wann und wie. Also habe ich jetzt mal keine Tickets durch das ganze Jahr durchgekauft, aber normalerweise suche ich Veranstaltungen und dann schenke ich Dirk die Tickets.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und die Bandbreite hier ist enorm. Ich habe ja den Eindruck, wenn man einen Zirkel nehmen würde und würde einen Kreis um unser Apartment rumziehen, Das ist ungefähr eine halbe Gehstunde von unserem Apartment. Dann sind da wahrscheinlich 50 Bühnen irgendwie um uns rum.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, tatsächlich. Ja, und dann sind wir direkt an Dirks Geburtstag, sind wir dann in ein Musical gegangen. The Six.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Boah, wie geil.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also die sechs. Und es geht um die sechs Frauen von Henry VIII. Dem König Henry VIII. und die machen so eine Art Competition,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> womit</p>
<p><strong>Susanne:</strong> das deutsche Wort jetzt entfallen ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein Wettbewerb?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ein Wettbewerb, danke. Wettkampf? Ein Wettkampf. Wer denn, wer das wohl so am schlechtesten hatte von den sechs?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist übrigens der Henry VIII. Er ist der einzige Henry, an den ich mich überhaupt erinnere aus dem Geschichtsunterricht. King Henry VIII. Da lernen in Großbritannien und in Kanada, nehme ich an, wahrscheinlich auch, keine Ahnung,</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ihre Geschichte. Zunächst mal so, wie es passiert ist. Allerdings mit moderner Musik. Also das ganze Ding war eine einzige Energiewelle. Es war der Hammer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ursprünglich ist es ein Broadway Musical und die haben auch Preise gewonnen. Also solltet ihr die Möglichkeit haben, dieses Musical zu sehen. Es ist der absolute Wahnsinn.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es ist praktisch 90 Minuten lang ein Rock-Pop-Konzert und die Frauen erzählen in diesen Songs und zwischendurch im Dialog miteinander ihre Geschichte und geben dem Ganzen dann einen recht positiven Spin, würde ich mal sagen. Ja, das sagen wir aber jetzt alles nicht, weil es war ein tolles Konzert. Supergeil. So, das war das eine Ende des Spektrums. Also da sind wir rausgegangen, wirklich geflasht. Es war bunt, es war laut, es war viel Spaß. Das nächste Konzert war dann?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, dann sind wir wieder mal in die Körner Hall gegangen, wunderschönes Gebäude, toller Sound und haben uns einen Chor angehört aus L.A., also ein amerikanischer Chor, der selbst für mich überraschend einen Choral von einem deutschen Komponisten gesungen hat und zwar auf Deutsch. und zwar in einem so schönen, klaren Deutsch. Also es war unglaublich schön und düster. Ich muss sagen, während der Aufführung, da waren zwei Tenöre, die haben so schön gesungen. Da musste ich an meinen Cousin denken, Hilmar, der letztes Jahr gestorben ist. Der hatte auch so einen ganz klaren Tenor. Noah, der hätte Spaß daran gehabt, obwohl das Thema sehr düster war von dem Choral, also nur allein denen zuzuhören, wie klar die gesungen haben, das war wunderschön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Düster, ja, es war eine Meditation darüber, wie es ist, Menschen zu verlieren und das ging die ganze Zeit, ich fasse mal zusammen, Sterben, Leiden, Tod, Jesus wird uns retten, Sterben, Leiden, Tod, Misery, Misery, nee, auf Deutsch, was immer Misery auf Deutsch heißt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, wir waren ja da wieder mit Freunden und haben auch sogar noch einen Arbeitskollegen von mir mit Frau dort getroffen und ich habe dann irgendwann mal den Witz gemacht, dass ich gesagt habe, naja, also ich meine, das ist ja typisch deutsch, selbst wenn man sich freut, dass Jesus einen erlöst hat, dann klingt es also eher wie schrecklich und düster halt, Statt, dass du wirklich vor Freude jubilierst. Naja, aber...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jubiliert man halt irgendwie so auf der Innenseite. Wie gesagt, was</p>
<p><strong>Susanne:</strong> mich völlig fasziniert hat, ist, dass die eben in diesem wirklich klaren Deutsch, altes Deutsch gesungen haben. Ich konnte das sehr gut verstehen. Die haben oben eine englische Übersetzung mitlaufen lassen. Aber trotzdem, ja. Und wie gesagt, die Stimmen waren auch sehr beeindruckend.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das stimmt.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hassan Minhaj</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Beim Verlassen des Konzerts wurde einem der wieder entriegelt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, sowas habe ich noch nie erlebt. Wir haben dann Leute dort gefragt, die sagen, das haben sie jetzt schon öfter mal gemacht. Also es scheint so ein Ding zu sein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich fühlte mich auch sehr nackt. Wir konnten zum Beispiel kein Selfie machen. Normalerweise machen wir ja immer ein Selfie. Das nächste Mal</p>
<p><strong>Susanne:</strong> machen wir das einfach vor der Halle.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sobald draußen jemand mit Zetteln rumrennt, wo man seine gebuchten Plätze aufschreiben darf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil, das ist ja auch wieder so witzig, natürlich hast du deine Tickets auf deinem Handy und auf deinen Tickets stehen die Plätze. Was machen die? Teilen dann irgendwie so Notizzettel aus, wo sie dir deinen Platz und deine Nummer draufschreiben, weil du hast ja dann keinen Zugriff mehr auf dein Handy.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ja auch war, war Valentine's Day, Valentinstag. Und eine der Dinge, die wir da gelernt haben, ist, Valentinstag ist hier kind of a big deal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber das wussten wir ja schon vorher.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das wussten wir schon vorher, aber wir haben ja immer gedacht, das ist einfach der Tag. Aber hier ist das eine ganze Woche. Also der Valentinstag...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wobei ich auch sagen muss, nicht alle wussten das. Das war jetzt speziell, glaube ich, ist es irgendwie eine Gruppe, die das weiß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ich erzählen wollte war, dass wir hier reingelaufen sind und uns die Dame, die hier am Empfang sitzt, einen Happy Rose Day gewünscht hat. Und wir so, hä, was für ein Tag? Ja, Happy Rose Day, also Rosentag. Und die uns dann erklärt hat, dass die Valentinstagswoche jeder Tag ein anderes Motto hat. Also ich habe</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja dann ihr, ich glaube drei Tage vorher ist der Umarmungstag.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also der 7. Februar ist der Rose Day, dann kommt der Propose Day, gefolgt vom Chocolate Day, gefolgt vom Teddy Day, vom Promise Day und vom Hug Day.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da habe ich ihr dann auch eine deutsche Umarmung gegeben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und danach kommt der Kiss Day und dann ist der Valentine's Day. Wow. Wir</p>
<p><strong>Susanne:</strong> waren ja in der Woche vor dem Valentine's Day, hatten wir ein Siebengänge-Dinner in dem Japaner hier bei uns um die Ecke. Miku. Miku. Fantastisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und da haben wir, also solche mehrgängigen Dinner sind ja gerne mal mit empfohlenen Getränken und die hatten einmal eben ganz normal empfohlene Getränke und die sind ja chronisch dann immer, das ist halt Wein und irgendwelche Cognacs und so normalerweise und die hatten aber die Wahl zwischen einem alkoholischen und einem nicht alkoholischen Pairing. Also man konnte sich aussuchen, ob man mit oder ohne Sprit will. Wir haben dann das ohne Sprit probiert und hatten dann so Dinge dabei wie alkoholfreien Whisky. Das fand ich total geil.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich fand es cool, dass es einfach überhaupt ein nicht-alkoholisches Pairing gibt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, muss man unterstützen. An euch da draußen, einige von euch trinken ja auch eher selten Alkohol, manche auch gar nicht. Ich finde, das muss man immer unterstützen, wenn sowas angeboten wird. Aber überall immer nach antialkoholischen Optionen fragen. Jedenfalls haben wir uns das jetzt aufgeschrieben und schauen wir mal, ob wir die irgendwo herbekommen, diese Pairings, weil da waren wirklich gute dabei. Also auch die alkoholfreien Weine und so waren lecker. Ja, dann, das war ja der Februar, ist ein Feuerwerk der Erlebnisse. Ein anderes Erlebnis, das wir hatten, war Superbowl. Also wir sind</p>
<p><strong>Susanne:</strong> keine Superbowl-Virgins mehr. Keine Jungfrauen mehr, was Superbowl angeht. Also ich muss mir das ja jedes Jahr immer wieder Superbowl, Superbowl und ich dachte mir American Football. Also für diejenigen, die nicht wissen, was Superbowl ist, ja ist im Grunde die</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weltmeisterschaft vom American Football.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein, nein, damit kann man es nicht vergleichen. Es ist ja ein Innerlandswettbewerb. Aber ist das World Champion, wenn man gewinnt? Nee, das wäre ja bei uns Bundesliga, die Finalspiele, wenn wir so ein Ausscheidungsprinzip hätten, statt ein Punktesystem. Also wenn wir es dann</p>
<p><strong>Dirk:</strong> von der Größe her vergleichen, die USA ist ja schon auch ein bisschen größer und hat Bundesstaaten, dann können wir es wenig mit der EM vergleichen, oder? Oder der UEFA Cup oder so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich weiß gar nicht, UEFA Cup, sind das nicht andere Art von Mannschaften? Als ob ich mich damit auskennen würde. Egal, egal. Es ist jedenfalls American</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Football, also Handei.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Handei, weil die spielen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> ja weder mit dem Fuß noch ist es ein Ball.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> So, und dann haben wir uns gedacht, naja, wie lang dauert denn so ein Spiel? Ach, das besteht aus vier Quartern, also vier mal 15 Minuten insgesamt, also 60 Minuten. Die haben, ich glaube, fünf Minuten Pause zwischen den Vierteln. Und dann dachte ich so, ach, eine Stunde ist easy. Ha, was war ich lais. Ja, da haben wir uns hier also mit unseren Crackern vor den Superbowl gesetzt und ja, das läuft ungefähr so. Du hast eine Minute lang, siehst du zu, wie da irgendwelche Leute auf dem Spielfeld rumstehen und dann hast du zweieinhalb Minuten Werbung. Und dann guckst du wieder eine Minute Spiel und ja, dann hast du wieder zweieinhalb Minuten Werbung. Großartig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Erklär doch mal unseren Zuhörerinnen und Hörern, wie das Spiel funktioniert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah, das ist ganz einfach. Ein Team bildet eine Mauer und das andere Team versucht mit dem Ball entweder durch die Mauer, über die Mauer oder an der Mauer vorbeizukommen und verschiebt dadurch die Mauer.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, darauf läuft es im Endeffekt raus. In der Praxis haben die den Ball, fangen an zu rennen, alle springen auf einen Haufen Werbung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das war, also wir haben dann irgendwann aufgehört, wir haben dann irgendwann eine Folge Alone geguckt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, Moment. Wir haben dann erstmal natürlich die Halftime-Show geguckt, weil das ist ja immer das große Ding. Und diesmal war Ascha, Ascha, Ascha.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ascha kann Rollschuh fahren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, und Ascha kann auch sein T-Shirt ausziehen. Und warum bitte sind nochmal Männernippel okay, aber Frauennippel nicht?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil Frauennippel erotisch sind und Männernippel nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aha.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich meine, wir können ja beide mal oben ohne rausgehen und dann gucken wir mal, wer von uns beiden mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ja nur, weil Frauennippel sexualisiert wurden, aber Männernippel nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wenn da halt eine Frau ihr Nippel zeigt, dann muss das Superbowl unterbrochen werden. Wenn Ascher das macht, dann halt nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, jedenfalls haben wir Ascher die Halftime-Show angeguckt und danach haben wir beschlossen, also nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Außerdem war da Taylor Swift. Taylor Swift saß nämlich in der VIP-Lounge und hat ihrem Schnupsi zugeguckt, der in einer der beiden Mannschaften mitspielt. Jawohl.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Äh, ja. Ah, genau. Wie haben wir denn entschieden, welcher Mannschaft wir zujubeln wollen? Komm, erzähl doch mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Haben wir entschieden, welcher Mannschaft wir zujubeln? Ich hab denen mit dem roten Shirt zugejubelt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Siehste? Ich auch. Genau. Kansas City. Weil nämlich die andere Mannschaft, die hatte so komische goldfarbene Hosen an, das sah irgendwie scheiße aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also wir haben aus modischen Gründen beschlossen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben dann erstmal nach der Halftime-Show gesagt, nee, also mehr Werbung, da haben wir jetzt keinen Bock drauf. dann haben wir eine Stunde lang eine Folge alone ganz gemütlich geguckt, dann habe ich mein Handy gecheckt und gesagt, oh, das wird jetzt aber spannend, weil die, als die, Halftime war es noch nicht, vom Ergebnis her waren, ich glaube die San Francisco haben geführt und dann war das irgendwie noch so ein bisschen lahm, ja und dann kurz vor Ende,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> kurz vor</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ende wurde es dann noch richtig spannend, habe ich gesagt, dann schalten wir halt jetzt mal zurück für die letzten sechs Minuten und dann waren die tatsächlich unentschieden, und dann wurde verlängert für eine Viertelstunde und die haben auch sowas wie das Golden Goal, was wir mal hatten beim Fußball und zwar, wenn die Mannschaft einen Touchdown macht, dann ist Ende und die haben gewonnen, ja und dann gab es eben zum ersten Mal, seit langem wieder mal eine Verlängerung, der Overtime und diese Overtime hat kein Mensch für geplant, also gab es auch keine Werbung, und wir haben tatsächlich mal am Stück die Spielzüge sehen können.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe ja auch gelernt, dass die Werbung in den USA, die dort im Fernsehen läuft, halt ganz besonders speziell ist während dem Superbowl. Es gibt anscheinend gar nicht so wenige Leute, die den Superbowl angeblich nur wegen der Werbung gucken. Hier in Kanada war die Werbung schon auch, manche von den Spots hast du schon angesehen, dass die speziell gemacht waren, aber nicht ganz so besonders, weil kanadisches Fernsehen. Ich habe dann mal auf YouTube mir den Zusammenschnitt der Superbowl-Werbespots angeguckt und habe mir dann gedacht, ja, dann lieber keine Werbung, ehrlich gesagt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich weiß auch nicht, jeder, der mir das erzählt hat, ja, die Werbung, die ist so speziell und da 30 Sekunden kosten 7 Millionen Dollar und ich dachte mir, deswegen ist es speziell, aber okay.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der Ascher hat übrigens nichts verdient, weil das ist nämlich so eine Ehre und ich fand es auch so geil, die singen ja erstmal die Nationalhymne, bevor sie dann, also fair machen wir ja beim Fußball auch und so, aber also Männer, die, also ich habe mich gefragt, ob die eigentlich üben zu weinen, wenn die Kamera auf sie gerichtet ist oder ob das wirklich so ergreifend ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das, weißt du, wir sehen das aus einer deutschen Sicht, wir können das überhaupt nicht begreifen, wie ergriffen du sein kannst, wenn du deine Nationalshymne hörst. Ja, also ich finde jetzt schon, da sollte es mal ein bisschen mehr respektvoll sein, Herr Primbs, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich weine immer, wenn ich die Deutschlandhymne singe, deswegen singe ich die nie.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, also wir sind keine Superbowl-Jungenfrauen, werden wir sie nächstes Jahr wieder gucken, ha, Dirk?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, vielleicht, aber dann werden wir uns mit Leuten verabreden und in irgendeine von diesen Sportsbars hier gehen und einfach das nicht dem Superbowl zuliebe machen, sondern einfach, weil in der Crowd wahrscheinlich viel gelächter ist dann, ja. Stimmt. Aber den Football-Willen, nee.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, wenn du mal so überlegst, es gibt ja Leute, die abonnieren so einen Sports-Channel, zahlen also Geld und nicht wenig für so einen Sports-Channel, dass sie den gucken können und gucken dann studienlang Werbung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe ja auch, ich habe mein ganzes Internetleben damit zugebracht, alle Systeme, die irgendwie versuchen, algorithmisch auf mich zuzuschneiden, darauf hinzutrainieren, dass ich mich einen Scheiß für Sport interessiere. Und tatsächlich war es auch so, dass wenn wir irgendwo was gucken wollen, die Vorschlagsliste sehr sportfrei war. Seit wir jetzt den Superbowl geguckt haben, haben jetzt die ganzen Systeme sich gedacht, wir haben es schon immer gewusst. Dirk, du wirst bestimmt auch Boxen gucken, Boxen, Baseball, Hockey Du bist ein Mann Ich werde jetzt überall beballert Natürlich willst du Sport gucken Unbedingt, aber nur wenn es, ich schaue mir das grundsätzlich nur an, wenn es für jede Spielminute danach zwei Minuten Werbung gibt, ansonsten lohnt sich das gar nicht</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist kein Problem hier, du</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber nur wenn es die US-Werbung ist, kriege ich hier leider nicht, dann kann ich es auch leider nicht gucken</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, du findest auch immer wieder neue Ausreden</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich bin einfach kein Passivsportler</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Apropos Sport, wir haben jetzt ein Fitnesscenter.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh ja, habt ihr gehört, wie der Dirk grinst, während er das sagt?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die Susanne wird von Justin trainiert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und der Dirk hat das Vergnügen mit Daryl.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber Daryl könnte nicht mein Sohn sein. Jedenfalls wären wir jetzt muskulöser. Hast du mich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> gerade alt genannt eigentlich?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nö, ich habe Justin Jung genannt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aha.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aha! Aha, der ist so alt wie dein ältester Sohn, was willst du eigentlich? Ja,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> wir machen jetzt wieder regelmäßig Sport, juhu!</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So langsam wird unser Leben hier in Kanada komplett, will ich damit eigentlich nur ausdrücken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, eigentlich ist es schön, dass wir jetzt wieder so einen Rhythmus haben und so in unsere Gewohnheiten so langsam reinfinden oder neue Gewohnheiten etablieren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was aber gar nicht so leicht ist, ist, wenn wir dann im Gym sind und uns da mit unseren Trainern austauschen, die haben dann so Sachen gesagt wie, was hat denn euer Trainer in Deutschland mit euch gemacht? Und dann öffnet man den Mund und denkt sich, verdammt, wie beschreibe ich denn das jetzt? Also das ist wieder mal so ein Bereich in unserem Leben, in dem fehlt mir ein Großteil des Vokabulars. Also ich kann eigentlich nur auf Körperstellen deuten und sagen Muscle, wie immer man den nennt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, gut. Weil wir es halt nie gebraucht haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber jetzt so langsam, Hamstrings.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die weiß ich jetzt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die tun weh.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Fantastisch. Außerdem, was ich auch ausprobiert habe, ist das hiesige Zahnarztsystem.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh ja, der Dirk hat Zahnschmerzen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und ich habe mir eine Zahnwurzelbehandlung hier mal gegönnt und war tatsächlich ganz beeindruckt. Also hier erzählen einem ja alle, wie hart das gerade im Moment ist, Termine, wenn man in irgendeinem medizinischen Notfall ist oder sonst wie. Es wäre alles ganz arg schwierig gerade. Also speziell, wenn man hier mit Kanadiern redet, sind die alle der Meinung, ihr Gesundheitssystem ist Shit. So wie das die Deutschen von ihrem Gesundheitssystem auch behaupten, wenn man mit ihnen redet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oder die Briten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, oder die Briten. Die Briten haben wahrscheinlich recht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wahrscheinlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber hier war es erstmal so, dass ich einen Termin ausgemacht habe bei einer Zahnarztklinik in der Nähe und den habe ich auch sofort bekommen. Die telefonieren einem dann hinterher, natürlich tun sie das. Natürlich, ja. Die rufen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dich an, na, wie hat es Ihnen denn so gefallen bei uns?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Man geht da in die Behandlung und am Tag danach rufen sie an und fragen, ob man Schmerzen hat. Zwei Tage danach erinnern sie einen nochmal dran, dass jetzt dann demnächst ein Follow-up-Termin ist. Als ich da irgendwie drin war, saß ich alleine in diesem Wartebereich. Dann kam so eine Rezeptionsdame an und hat gefragt, ob ich irgendeinen Wunsch habe, was sie mir jetzt auf Netflix einstellen soll, während ich warte. Dasselbe dann in dem Behandlungsraum, in dem Behandlungscubicle. Also es ist dann schon eher klein gewesen, aber ich meine, da passt ein Zahnarzt, so ein Folterstuhl passt da rein. Und in dem war dann auch an der Decke eben ein Bildschirm und dann haben sie mich gefragt, ob ich irgendwelche Wünsche habe, was ich denn gucken möchte. Sport? Sport, ja, ich wollte Sport haben. Boxen? Ja, also muss sagen, funktioniert. Selbig ist dann mit Medikamente abholen, Schmerzmittel und so. Also im Endeffekt bin ich reingelaufen, habe meine Healthcard hingelegt, die haben den ganzen Rest sortiert. dasselbe auch beim Medikamente abholen, die Apotheken sind ja praktisch Teil der Drogerien hier oder auch große Supermärkte, die haben dann so eine Ecke, in der die Medikamente austeilen und dann geht man dann hin mit seinem Rezept und die bereiten einem dann abgezählt die einem zugewiesenen Medikamenten vor dann bekommt man eine SMS, wenn das fertig ist, dann kann man die abholen und ja, es war mit hinlegender Karte alles bezahlt und geregelt Also ich bin ganz angetan im Moment gerade, wie das funktioniert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wo du doch gerade Karte sagst, wir haben ja jetzt auch unseren kanadischen Führerschein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh ja, genau.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der sieht echt hübsch aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der ist ja hier auch sowas wie ein Perso.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da steht unsere Adresse drauf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und immer wenn man in Kanada nach einer Foto-ID gefragt wird, gibt der Kanadier halt seinen Führerschein her.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist wie in den USA, die gucken mich dann immer verwirrt an, wenn ich meinen Ausweis hinhalte, weil ich habe ja meinen Führerschein, da steht nichts drauf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Leider ist es in Kanada so, dass man keine zwei Führerscheine haben darf, deswegen mussten wir den europäischen Führerschein abgeben. Und normalerweise, habe ich dann gelernt, ist es so, dass man eigentlich hier den Führerschein machen muss. Also du musst eigentlich hergehen und Führerschein mit einem Fahrlehrer, mit Stunden und so weiter. Aber wenn du europäischer Passinhaber bist, dann gibt es Abkommen mit der Europäischen Union, dass man hier zur Botschaft gehen kann und dann bekommt man eine beglaubigte Übersetzung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist das mit der Europäischen Union? Ja, das ist EU, weil wir haben ja einen EU-Führerschein. Ah ja, stimmt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann bekommt man eine beglaubigte Übersetzung dieses Führerscheins.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Außer Clément, Clément musste das nicht machen, weil sein Führerschein war auf Französisch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann geht man hier zu Service Ontario, also zum Bürgeramt Und die machen dann ein Foto von einem und geben einem einen vorläufigen Führerschein</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und machen nochmal einen Sehtest</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Schade ist, dass wir den EU-Führerschein abgeben müssen und nur der Autoführerschein übertragen würde Das heißt, im Moment darf ich kein Motorrad mehr fahren</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, jetzt ist eh, heute ging die Welt unter bei plus 10 Grad. Ich wollte nur im Nebensatz mal wieder erwähnen, wie kalt es doch hier ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber gestern war es minus 10 Grad.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Am Freitag war es witzig, weil da war es tagsüber ab plus 8 und dann sind wir abends ausgegangen und haben gefuttert und dann sind wir da zu dem Comedian gegangen und als wir dann heimgelaufen sind, waren es minus 12 Grad.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Allgemein ist jetzt heute Zeit lange mal wirklich schlechtes Wetter. Also wir hatten jetzt die letzten zwei Wochen dauernd Sonne auch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, es war wunderschön bis jetzt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Großartig. Ja. Wir warten ja jetzt wirklich drauf, dass es dann mal so frühlingshaft wird. Das ist es halt jetzt im Augenblick noch nicht. Kann immer noch rosteln. Ja, es ist halt immer noch Februar.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, jetzt ist März-Anfang und ja. Also schauen wir einfach mal. Ich meine, wir können ja eh nichts dran ändern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wir haben halt hier gelernt, dass es hier gibt es einen Park, der High Park. Den haben wir mal besucht. und da haben wir dann eine ältere Dame getroffen, die war auch wirklich total nett und die hat uns erzählt, dass es hier in Toronto immer ein stadtweites Ereignis ist, wenn am High Park die Kirschblüte anfängt. Ja. Da freue ich mich schon drauf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist wahrscheinlich wie so ein Mini-Japan.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wahrscheinlich, so stelle ich mir das jetzt vor. Und in Wirklichkeit sind es dann drei Bäume, die blühen, oder?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, irgendwie so. Nee, nee, ich glaube, das ist ein ganzer Allee. Naja, was ist denn noch so auf deinem Zettel?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ah, so viele Dinge. Wir haben endlich das kanadische Nationalgericht probiert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Boah.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist irgendwie das, wenn man Kanadier ins Grübeln bringen will, muss man die eigentlich nur fragen, was eigentlich kanadische Küche ist. Dann schauen die dich an und wissen erstmal gar nicht, was sie antworten sollen. Dann kommt so Zeug wie Maple Syrup. Ja. Fair enough, ja, ich finde ja, alles ist besser mit Maple Syrup, aber dann kommt meistens kurz danach Poutine.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Putin. Ja, und da fragt sich jeder, was zur Hölle ist denn Putin?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und ich dachte ja, es wäre irgendwas mit Hähnchen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber wegen Poulet oder was?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil es auch auf den Fotos manchmal so aussieht. Es gibt es auch mit Hühnchen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, aber wir haben, also ich sage es mal ganz kurz. Ja, man nehme Pommes.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nichts gegen Pommes. Die Belgier sind berühmt für ihre Pommes.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, man packe Käse obendrauf. Nichts gegen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Käse. Die Franzosen sind berühmt für ihren Käse.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber es ist nicht so Käse-Stiftchen oder so, sondern so Käse-Bobbel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Crumble. Cheese-Crumble.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Okay. Und dann packt man da drauf, zum krönenden Abschluss, packst du noch Bratensoße drüber.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das heißt, das ganze Zeug, also die Pommes sind dann so labberig durchtränkt, mit Fett durchtränkt. Der Käse schmilzt eigentlich nicht wirklich, also ein bisschen angeschmolzen vielleicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> sind einfach Käsebobbel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Um es mal abzukürzen, uns wurde versichert, in Montreal und Quebec wäre es eigentlich lecker, da kommt das Zeug wohl irgendwie her. Ich weiß gar nicht, wie die das über ihre französische Seele bringen, wenn ich mal ehrlich bin.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, da bin ich auch noch am Zweifeln. Sowieso. Jedes Mal, wenn wir über Essen generell reden, zeigt ja jeder nach Quebec. Geh nach Quebec. Da gibt es tolles Essen, ja. Als ob die Franzosen das gepachtet hätten, obwohl die Erfahrung sagt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wobei wir haben hier fantastisch, also tatsächlich haben wir hier noch überhaupt gar nicht schlecht gegessen, außer der Poutine. Die Poutine war bis jetzt die Negativerfahrung, die wir hier gemacht haben. Aber ansonsten haben wir hier fantastisch gegessen. Es gibt nur irgendwie nicht das kanadische Essen, habe ich so das Gefühl, sondern so wie halt alles hier so eine Mischung aus allem ist, ist es dann eben auch mit dem Essen. Die Leute kommen hierher aus, keine Ahnung, Hongkong und machen dann hier ein Restaurant auf und das ist dann kanadisch-chinesisch oder so. Außerdem wurdest du mit Salat beworfen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, ja, ja. So, also, ihr wisst ja vielleicht noch, wir haben erzählt, Weihnachten wird hier nicht so groß gefeiert. Ja, aber was die Auswirkung hier ist, ist, oder sagen wir es mal so, Weihnachten wird nicht groß gefeiert, aber sowas wie Lunar New Year, also chinesisches neues Jahr, wird genauso groß gefeiert wie Weihnachten. Das heißt, im Büro hatten wir tatsächlich einen Drachentanz, wo Tänzer da waren und so einen Drachen getanzt haben und dieser Drachen hat dann Salat gegessen und diesen Salat unter der Menge verteilt, weil das angeblich Glück bringt. Also wurde ich mit Salat beworfen. Ja, war schön, war hier unsere Asia Force.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja und nur um das mal aufzugreifen, was wir damit meinen ist, wir hatten ja das Gefühl, Weihnachten wird zu wenig gefeiert, aber dann irgendwie haben wir festgestellt, alle Anlässe werden ungefähr gleich viel gefeiert. Also ein Lunar New Year würde in Frankfurt halt nur dort gefeiert, wo man wusste, dass es stattfindet und eigentlich gar nicht. Und hier war es halt für ein paar Wochen so, dass du überall Drachen gesehen hast, entsprechende Deko und alle möglichen Veranstaltungen waren. Und zwar ungefähr in demselben Umfang wie davor halt Weihnachten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das finde ich richtig cool.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also da wird nichts auf den Podest gehoben, sondern es ist alles irgendwo im selben Umfang, habe ich so den Eindruck.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und jetzt haben wir gerade was?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Im Moment ist Black History Month.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah, Black History Month, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber ich glaube, das könnte man in Deutschland auch mitbekommen haben. aber es wird halt hier tatsächlich mehr gelebt außerdem war Family Day Family</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Day war auch Feiertag in Kanada und an dem Tag wollten wir was mit Dirks Kollegen die auch, hat er ein paar Leute kennengelernt die auch irgendwie neu hier in Kanada sind oder gerade wieder hierher gezogen sind und da wollten wir ins Royal Ontario Museum gehen in eine Fotografie Fotoausstellung. Und was wir nicht so auf dem Radar hatten, war, dass an dem Montag tatsächlich der Eintritt frei ist. My Family Day. My Family Day. Und in diesem Museum ist nicht nur diese Fotoausstellung, nein, es gibt da auch Dinosaurier-Grippe.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich wäre da total gerne reingegangen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nur die Schlange davor, die war kilometerlang. Wir sind nicht reingegangen. Also ich meine, no way, dass ich mich da mit zig Kindern da reinquetsche. Wir sind stattdessen in einem Café versagt und haben uns drei Stunden lang interessiert unterhalten. War auch toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Februar war ereignisreich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, zwischendurch hatten wir auch mal so eine Phase, nenne ich es jetzt mal. Irgendwann mal mitten im Februar, das ging irgendwie so ein, zwei Wochen, war ich jeden Abend so richtig fertig. Fertig. Und ich konnte gar nicht sagen, warum eigentlich, ja? Ich war richtig fertig, konnte keinen normalen Satz mehr formulieren. Und dann hatte ich zwei Gedanken, die hatte ich noch nie, in meinem ganzen Leben noch nie. Der erste Gedanke war, ich hätte so gern mal wieder Deutsch um mich rum. Also nicht Deutsche, sondern Deutsch. Und der zweite Gedanke war, ich will eigentlich nur nach Hause. Wobei ich nach Hause nicht wirklich spezifizieren konnte. Also damit meinte ich nicht in meinem Kopf irgendwie Deutschland oder Frankfurt oder so, sondern ich glaube, was die Zusammenfassung von dem Ganzen war, ich wäre gerne an einem Platz, wo alles einfach ist und alles vertraut. weil ihr müsst euch das so vorstellen, dass wir hier diese ganz normalen Sachen, die wir in Deutschland total normal finden und sozusagen mit der Muttermilch aufgesaugt haben, die sind hier alle anders es fängt bei der Haustür auf und zu machen an, es geht im Supermarkt gerade weiter wo die Packungen nicht in dem Cluster, in dem zusammenstehen, wie sie in Deutschland zusammenstehen oder so und alles muss man nachgucken, rausfinden, wie es geht, muss man rausfinden, wie man da hinkommt oder sonst irgendwas. Das ist alles total anstrengend. Und außerdem, was ich auch nicht gedacht hätte, ist, wie viel wir doch dadurch, dass wir von Englisch umgeben sind, sind die ganze Zeit, wie unser Gehirn weiter produziert, Masse produziert oder Sachen durchrechnet oder keine Ahnung was es ist. Da macht es jedenfalls ständig beschäftigt, Unterbewusstheit. Und das hat uns beides sehr müde gemacht. Und wir haben dann mit anderen geredet, die nicht Muttersprachler sind und mal hierher gezogen sind oder überhaupt in ein anderes Land gezogen sind. und die haben gesagt, ja, es dauert so bis zu sechs Monate, bis sich das so wieder ausgleicht. Und wie der Dirk vorhin auch sagte, wir müssen ja auch dann Vokabular wiederfinden für Sachen, die wir nicht benennen können.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil du gerade den Supermarkt erwähnst. Mir ist zum Beispiel aufgegangen, dass ich manchmal Erwartungshaltungen an Packungen habe. Das heißt, du läufst in den Supermarkt und du denkst, wenn du beispielsweise, du stehst vor dem Regal mit dem Kaffee Und du hast irgendwie die Erwartungshaltung, dass entkoffinierter Kaffee in irgendeiner Form mit einem blauen Etikett oder blauer Schrift wenigstens ist. Oder Sprudelwasser. Es gibt hier durchaus Sprudelwasser, aber Sprudelwasser von normalem Wasser unterscheidet sich auch eben durch die Etikettenfarbe ziemlich oft. Und das sind alles Erwartungshaltungen, wo dann hier ich manchmal in so einem Regal stehe und ich kann vom ersten Mal hinschauen, mein Gehirn erwartet irgendwie Signale, die nicht kommen. Ja, also du guckst so drauf, du siehst diese ganzen Packungen und du versuchst Sinn zu erkennen und du stellst dann fest, nee, ich muss sie durchlesen, die Packungen, sonst weiß ich einfach nicht, wo ich hingreifen muss. Ja, das ist einfach, ähm, ja. Aber was dann oft auch gesagt wird ist, ja, ähm, habt ihr euch denn schon mal umgeguckt nach Deutschen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, äh, die Antwort darauf ist nein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil wir wollen ja über diesen sechs Monate Hügel drüber, ja, wir wollen ja das auch nicht verzögern, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich gebe ja auch zu, ich habe ja dieses Vorurteil, dass wenn ich mich jetzt in irgendeine Community, deutsche Community irgendwie begeben würde, dass ich dann umgeben bin von lauter richtig deutschen Deutschen, die sich dann nicht beschweren, über was hier nicht funktioniert. Ich hatte ja auch schon die Diskussion mit einer Kollegin, die mich gefragt hat, was ist jetzt eigentlich besser, Kanada oder Deutschland? Und das geht nicht. Jedes steht für sich und es ist halt einfach anders.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was wir dann auch festgestellt haben ist, es gibt ja auch den Bereich, in dem wir tatsächlich hier viel entspannter sind als in Deutschland. Ja. Und ich habe das hier auf meinem Zettel aufgeschrieben als Freaks like us. Und ich glaube, uns ist aufgegangen, als wir darüber geredet haben, dieses, ich möchte mal nach Hause und von Deutsch umgeben sein. Warum sind wir so müde? Aber irgendwie die Erkenntnis, eigentlich meinen wir damit aber nicht Deutschland mit diesem Gefühl. Ich hatte auch ein ganz ähnliches Gefühl in der Zeit. Wir meinen irgendwie nicht Deutschland. Es geht auch nicht darum, ob es ein Verdeutschen umgeben ist oder nicht. Sondern es geht um dieses den Gang rausnehmen dürfen. Also das Gehirn einfach mal durchhängen zu dürfen. Ein Bereich, der uns dann auffiel, wo wir hier wirklich viel entspannter sind, ist im Umgang mit den Menschen, die uns hier begegnen. Weil wir sind in unserer ganzen Geschichte, waren wir immer irgendwie ungewöhnlich. Also wir waren ein bisschen lauter als die Leute um uns rum. Wir haben Entscheidungen getroffen, die wir beim vielen Stirnrunzeln produziert haben. Unser Lebensweg ist gefüllt mit Dingen, die manche als interessant, andere als total</p>
<p><strong>Susanne:</strong> komisch beschrieben haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, weil es</p>
<p><strong>Susanne:</strong> halt nicht normal oder dem Standard entspricht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und hier läufst du rum und alle, denen wir begegnen, alle, die wir ansprechen, ganz egal, ob jetzt in der Arbeit oder irgendwo im Alltag, Leute, mit denen wir Schwätze halten, genauso wie Leute, die uns im Aufzug begegnen oder sonst wie, die haben alle so bunte Lebensläufe und sind so unterschiedlich aufgewachsen und aus so unterschiedlichen Lebenswegen, ganz egal, ob die Kanadier sind oder nicht, dass dieses Gefühl überhaupt gar nicht aufkommt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nö, wir gehen hier in der Masse unter. Wir sind hier ganz normal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist total cool.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nee, ich finde, das habe ich ja von Anfang an gesagt, die Diversität der Menschen hier ist schon wirklich großartig. Also da möchte ich jetzt auch nicht vergleichen in dem Sinn, sondern aber sagen, Deutschland ist total schlecht oder so, sondern ich möchte einfach nur sagen, ich fühle mich hier einfach sauwohl. Superbowl. Ja, weil wir so reinpassen. Ja, also wir versuchen halt jetzt gerade mal, das in den Griff zu kriegen mit unserem Energielevel. Dadurch, dass wir das schon mal festgestellt haben, ist schon für uns der erste Schritt. Also seitdem fühle ich mich besser.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also als Fazit, uns geht's gut.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, uns geht's gut. Wir wurscheln uns halt so zurecht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das Gästezimmer ist jetzt demnächst dann auch fertig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Versprechung, Versprechung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eigentlich brauchen wir nur noch einen Anlass, um es fertig zu machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau. Meldet euch doch mal an zum Besuchen, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann ist auch das Gästebett fertig. Genau, das Bett haben wir ja schon. Wir müssen das Bett ja eigentlich nur frei machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Jetzt ist schon fast März.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ist schon fast März, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der Februar ist jetzt wusch vorbei gewuscht. Ich habe nichts vom Karneval mitgekriegt, nichts vom Fasching.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gott sei Dank ist Karneval hier kein Ding.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Gar nicht, null.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Null. Also wenn die schon viel feiern, aber die feiern nicht alles. Das finde ich schon mal ganz gut.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wahrscheinlich, es geht glaube ich auch gar nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> In Kitchener vermutlich. Kitchener ist hier so eine Stadt, eine Stunde, also gehört zur Greater Toronto Area, also zum Stadtgebiet rund um Toronto. Ungefähr eine Stunde Fahrzeit von hier. Da war ich jetzt letztens, weil wir da auch ein Büro haben von Google. Und da habe ich gelernt, Kitchener hieß früher mal Berlin.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Natürlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und da ist das zweitgrößte Oktoberfest der Welt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Gibt es da so eine große deutsche Community? Und dann bin ich</p>
<p><strong>Dirk:</strong> da mit den Kollegen, also die Kollegen haben, als ich dort war, beschlossen, wir gehen jetzt mal irgendwo was essen und dann sind wir in so ein Ding gegangen, in das sie da wohl irgendwie immer gehen und da war dann, auf der Karte gab es Schnitzel und es gab Erdinger Weißbier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und du hast einen Schnitzel gegessen?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nein, aber ich habe ein Erdinger Weißbier getrunken, also ein alkoholfreies. und das kam sogar in einem legit Weißbierglas.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein! Doch!</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und ich habe A's und O's geerntet, als sie mir zugeguckt haben, wie ich das eingeschenkt habe. Du bist ja im Ausland, wenn du weißt, wie man Weißbier einschenkt und dann triffst du auf die Kombination aus Weißbier und dem richtigen Glas und du machst es dann, bist du ja für die Leute irgendwie praktisch wie eine Zirkusnummer. Ja, aber ich habe jetzt gelernt, also es war mal Berlin und man kann praktisch ganz Europa bereisen und dabei drei Stunden Auto fahren hier, weil es gibt hier ein Paris, es gibt hier ein London und Frankfurt ist ja auch in der Nähe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die waren nicht wirklich sehr erfindungsreich, als die hier rübergekommen sind und dann ihre Siedlung aufgebaut haben. Siehst du, New York?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es gibt ja auch ein York irgendwo als Stadtteil von Toronto, gell?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich meine, eine Kollegin von mir, eine kanadische Kollegin, hat ja in London studiert. London, Ontario. Ja, nicht London, UK.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, genau. Und dann gibt es hier noch ein Cambridge.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, natürlich. Gut, dann war es das mal wieder für heute, oder?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich würde sagen, das war es. Uns geht es gut. Wir freuen uns auf Rückmeldungen und mal gucken, wie lang es bis zum nächsten Update dauert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das nächste Wetter-Update. Ja, wenn sie dann erst mal Trump wieder gewählt haben, fühlt sich wahrscheinlich alles wie tiefer Winter an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Darüber diskutieren wir dann beim nächsten Mal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau, der ganze Zirkus, was wir davon mitkriegen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also passt auf euch auf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Tschüssikowski.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ciao.</p>]]></content:encoded>
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            <title>Grünpflanzendate</title>
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            <pubDate>Mon, 15 Jan 2024 16:31:02 GMT</pubDate>
            <description>Der unregelmäßige Wetterbericht aus Toronto ist wieder da, diesmal erzählen wir euch unter anderem wie sich Neujahr in Toronto anfühlt und warum Frau Primbs sich schon auf den nächsten Date-Samstag...</description>
            <itunes:summary>Der unregelmäßige Wetterbericht aus Toronto ist wieder da, diesmal erzählen wir euch unter anderem wie sich Neujahr in Toronto anfühlt und warum Frau Primbs sich schon auf den nächsten Date-Samstag freut. Ach, und unsere erste Publikumsfrage hatten wir auch! Yey! Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Susanne: Happy New Year! Dirk: Hallo Susanne. Susanne: Hallo Dirk, ich pool noch. Dirk: Du poolst noch? Dann haben wir jetzt Schmatzgeräusche in der Aufnahme. Susanne: Ja. Dirk: Wir haben ein neues Familienmitglied. Susanne: Ja, es ist kein Hund, es bellt nicht. Dirk: Nee, es ist auch keine Katze, mir auch nicht. Susanne: Und es ist kein Kind. Dirk: Und hat einen Namen, nämlich Hubert. Hubert ist unser neuer Bobby. Susanne: Also das finde ich jetzt nicht fair, Hubert gegenüber, ja, den mit Bobby zu vergleichen. Dirk: Wer ist Hubert, wer ist Bobby? Susanne: Also Bobby war unser Gartenroboter. Hubert ist unser Saug- und Wischroboter. Dirk: Jawohl, wir haben ja hier eine so große Wohnung, dass wir die moderne Technik brauchen, damit die sauber gehalten wird. Das ist so schön, dass du das so positiv darstellst. In Wirklichkeit ist es doch, wir wollen nicht saugen und wischen die ganze Zeit. Exakt. Und Hubert redet mit uns. Hubert kann auch auf Sprachkommandos reagieren. Susanne: Kann ich dann auch sagen, Hubert, komm mal her, hier musst du wischen? Dirk: Nee, also wenn du mit einem Sprachkommando mit ihm reden möchtest, musst du ihn bei dem Geburtsnamen sozusagen ansprechen. Susanne: Ah. Dirk: Das ist nicht Hubert. Ist ja auch egal. Ist egal. Also da sind jetzt ja mehrere Abdecks drin versteckt. Also zum einen haben wir ein voll funktionsfähiges Wohnzimmer. Wir haben sozusagen in Vorbereitung auf die Ankunft unserer Kinder hier. haben wir hier Rambazamba gemacht und Designerregale besorgt. Susanne: Wir, also ich, habe Stunden vorm Rechner verbracht und habe recherchiert, was für Regale wir denn diesmal installieren können, weil wir haben ja eine Menge, Menge Kallax verschenkt. Dirk: Genau, und dann haben wir in einem aufwendigen Auswahlverfahren diverse Designermöbel gesichtet und uns dann für Kallax entschieden. Und dann haben wir hier gemeinsam Kallax-Regale aufgebaut und alle unsere 32 Bücherkisten ausgeräumt. Ja. Und deswegen sitzen wir hier in einem Wohnzimmer, in dem alle unsere Bücher oder fast alle unsere Bücher um uns herum stehen. Und da ist das nächste Update. Wir sitzen... Auf unserer neuen Couch. Couch, jawoll, wir haben jetzt so eine richtige Erwachsenen-Couch, eine ohne Flecken, die von irgendwelchen drauf rumtunenden Kindern entstanden wären. Susanne: Ja, und sie ist weiß. Dirk: Die ist wirklich toll. Also wir haben ja technisch gesehen sogar zwei Couchen. Susanne: Also es war so, ich gehe ja normalerweise erst im Internet stöbern, ich würde ja nie irgendwie was kaufen, wo ich dann nicht selber drauf gesessen bin. Aber wir haben dann ein Geschäft gefunden, wo wir die mal probesitzen konnten und dann sind wir da hingefahren und haben im Zuge dessen noch so zwei ganz tolle Sessel gefunden, die, wenn man sie zusammenschiebt, auch eine Couch ergeben, witzigerweise. Und da sitzt man wie auf einem Wölkchen. Dirk: Bei diesem Kauf haben wir nicht nur eine Couch gekauft. Ja, nein, es war Susanne: eine volle Experience. Es war eine Dirk: Experience. Und Teil dieser Experience war, dass wir Mitglied in einem Möbelhaus geworden sind. Susanne: Ja, weil nämlich dadurch gab es Rabatte. Dirk: Und die Logik ist ungefähr so, wir geben dir jetzt hier diesen total teuren Preis, sagen wir mal hypothetisch 3000 Dollar, aber du kannst dir 1000 und irgendwas Dollar sparen, wenn du Mitglied im Möbelhaus-Club wirst. Super, ne? Und diese Mitgliedschaft ist nicht nur, dass man sich was sparen kann. Nein, wenn man nicht aufpasst, dann buchen die einem einmal im Jahr 200 Dollar ab. Liebgebühr. Susanne: Ich weiß noch dein Gesicht. Herrlich. Aber hey, wer sagt denn nein zu Rabatten? Und ich kann euch sagen, die Kanadier </itunes:summary>
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<p>Der unregelmäßige Wetterbericht aus Toronto ist wieder da, diesmal erzählen wir euch unter anderem wie sich Neujahr in Toronto anfühlt und warum Frau Primbs sich schon auf den nächsten Date-Samstag freut. Ach, und unsere erste Publikumsfrage hatten wir auch! Yey!</p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Happy New Year!</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo Dirk, ich pool noch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du poolst noch? Dann haben wir jetzt Schmatzgeräusche in der Aufnahme.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben ein neues Familienmitglied.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es ist kein Hund, es bellt nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, es ist auch keine Katze, mir auch nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und es ist kein Kind.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und hat einen Namen, nämlich Hubert. Hubert ist unser neuer Bobby.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also das finde ich jetzt nicht fair, Hubert gegenüber, ja, den mit Bobby zu vergleichen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wer ist Hubert, wer ist Bobby?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also Bobby war unser Gartenroboter. Hubert ist unser Saug- und Wischroboter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl, wir haben ja hier eine so große Wohnung, dass wir die moderne Technik brauchen, damit die sauber gehalten wird. Das ist so schön, dass du das so positiv darstellst. In Wirklichkeit ist es doch, wir wollen nicht saugen und wischen die ganze Zeit. Exakt. Und Hubert redet mit uns. Hubert kann auch auf Sprachkommandos reagieren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kann ich dann auch sagen, Hubert, komm mal her, hier musst du wischen?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, also wenn du mit einem Sprachkommando mit ihm reden möchtest, musst du ihn bei dem Geburtsnamen sozusagen ansprechen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist nicht Hubert. Ist ja auch egal. Ist egal. Also da sind jetzt ja mehrere Abdecks drin versteckt. Also zum einen haben wir ein voll funktionsfähiges Wohnzimmer. Wir haben sozusagen in Vorbereitung auf die Ankunft unserer Kinder hier. haben wir hier Rambazamba gemacht und Designerregale besorgt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir, also ich, habe Stunden vorm Rechner verbracht und habe recherchiert, was für Regale wir denn diesmal installieren können, weil wir haben ja eine Menge, Menge Kallax verschenkt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, und dann haben wir in einem aufwendigen Auswahlverfahren diverse Designermöbel gesichtet und uns dann für Kallax entschieden. Und dann haben wir hier gemeinsam Kallax-Regale aufgebaut und alle unsere 32 Bücherkisten ausgeräumt. Ja. Und deswegen sitzen wir hier in einem Wohnzimmer, in dem alle unsere Bücher oder fast alle unsere Bücher um uns herum stehen. Und da ist das nächste Update. Wir sitzen... Auf unserer neuen Couch. Couch, jawoll, wir haben jetzt so eine richtige Erwachsenen-Couch, eine ohne Flecken, die von irgendwelchen drauf rumtunenden Kindern entstanden wären.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und sie ist weiß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die ist wirklich toll. Also wir haben ja technisch gesehen sogar zwei Couchen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also es war so, ich gehe ja normalerweise erst im Internet stöbern, ich würde ja nie irgendwie was kaufen, wo ich dann nicht selber drauf gesessen bin. Aber wir haben dann ein Geschäft gefunden, wo wir die mal probesitzen konnten und dann sind wir da hingefahren und haben im Zuge dessen noch so zwei ganz tolle Sessel gefunden, die, wenn man sie zusammenschiebt, auch eine Couch ergeben, witzigerweise. Und da sitzt man wie auf einem Wölkchen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bei diesem Kauf haben wir nicht nur eine Couch gekauft. Ja, nein, es war</p>
<p><strong>Susanne:</strong> eine volle Experience. Es war eine</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Experience. Und Teil dieser Experience war, dass wir Mitglied in einem Möbelhaus geworden sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, weil nämlich dadurch gab es Rabatte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und die Logik ist ungefähr so, wir geben dir jetzt hier diesen total teuren Preis, sagen wir mal hypothetisch 3000 Dollar, aber du kannst dir 1000 und irgendwas Dollar sparen, wenn du Mitglied im Möbelhaus-Club wirst. Super, ne? Und diese Mitgliedschaft ist nicht nur, dass man sich was sparen kann. Nein, wenn man nicht aufpasst, dann buchen die einem einmal im Jahr 200 Dollar ab. Liebgebühr.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich weiß noch dein Gesicht. Herrlich. Aber hey, wer sagt denn nein zu Rabatten? Und ich kann euch sagen, die Kanadier sagen nie nein zu Rabatten. Und die sind auch total wild auf Rabatte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es gibt hier praktisch Mitgliedschaften für alles. Und Apps.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, bei dem einen Supermarkt ist es so, dass bei manchen Produkten es so ist, dass die normalerweise für Nichtmitglieder 20 Dollar kosten und für Mitglieder dann 15 Dollar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da macht das wirklich einen direkten Unterschied. Also es ist irgendwie so, Member Pricing ist signifikant billiger, weil ich mich frage, wenn man jetzt in den Supermarkt gibt, in dem es kein so ein Member Pricing gibt, ob da nicht der signifikant billigere Preis dort der ganz normale Preis wäre. Wer weiß. Dann war ja Boxing Day. Und Weihnachten vorher. Und jetzt sind einfach nur ganz normale Neujahrs-Sales. Also eigentlich ist immer Sale. Immer. Immer. Sie verkaufen es einem aber immer als, das ist jetzt wirklich die letzte Gelegenheit, zu der dieser Preis gilt. Ja, keine Ahnung. Nur im Moment. Und bei manchen Sachen werden sie ja so kunstvoll, dass du eigentlich gar nicht mehr weißt, was du wirklich zahlst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das stimmt, also die Transparenz hier ist relativ. Also es ist jetzt nicht so, dass du plötzlich Unsummen Geld zahlst, von denen du keine Ahnung hast, aber Nachfragen lohnt sich immer.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wenn man so jemand ist wie ich, der im Normalfall einfach den Preis zahlt, der auf dem Sticker steht, zahlt man hier drauf. Ja, wie sind wir darauf gekommen? Ah, wegen dem Möbeln, genau. Genau, und diese ganze Aktion, Bücher ausräumen, Couchen kaufen, haben wir unter anderem gemacht, damit wir hier ein Wohnzimmer haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> In dem wir Weihnachten feiern können und ein bisschen Zeit mit den Kids verbringen können.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und die kamen ja dann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Am 23. Dezember angeflogen. Wir hatten unsere Interimsunterkunft ja noch gebucht, die mussten wir im Voraus ja etwas länger buchen. und die haben wir dann dort im 51. Stock untergebracht und dann haben wir Weihnachten gefeiert. Und zwar haben wir mit einem Weihnachtsdinner auf dem CN Tower angefangen. Das war wirklich cool. Ist ein Drehrestaurant da drin? Natürlich ist es ein Drehrestaurant. Und es ist total, also wenn man das zum ersten Mal macht, es ist wirklich seltsam, da zu sitzen und dann plötzlich was zu essen. Und das Ding dreht sich total langsam, also es ist wirklich sehr langsam. Aber es ist trotzdem ein ganz komisches Gefühl.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und wie ich dann später herausgefunden habe, weil ich habe gesagt, eigentlich ist die Stadt doch zu groß, um nur ein Drehrestaurant zu haben. Und Toronto hatte tatsächlich mal drei Drehrestaurants.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber jetzt nur noch eins.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist das einzige noch verbleibende. Ja, also der Sientau ist immer noch das höchste Gebäude auf dem nordamerikanischen Kontinent. Wir hatten ja eigentlich die Vorstellung, dass wir vielleicht sogar versuchen, traditionell hier ein Essen aufzutischen, wie an Weihnachten bei uns. Ja, da muss ich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja mal erklären. Also normalerweise, traditionell in meiner Familie gibt es Heringssalat. Und zwar gibt es einen herzhaften und einen etwas süßeren Heringssalat. Also süßer Heringssalat heißt dann nur, dass da eigentlich noch Nüsse und rote Beete und so weiter drin sind. und das ist ein roter und ein weißer. Wir haben jetzt dieses Jahr nur den weißen gemacht, aber dafür brauchten wir ja Salzheringe. Und die haben wir jetzt so nicht gefunden, also habe ich dann als Ersatz Bismarckheringe, habe dafür die doppelte Menge genommen und stellt sich raus, das war schon mal ganz okay. Also rein vom Salzgehalt war es dann gut. Dann gibt es auch hier nicht so, also haben wir auch nicht gefunden, so richtige Fleischwurst wie so Leona. Und dann kommt normalerweise noch ganz klein gewürfelt Blutwurst rein, also nur ein bisschen, Aber die haben wir halt dann komplett rausgelassen, weil die haben wir gar nicht gefunden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Für unseren Veganer haben wir ja dann noch einen veganen Kartoffelsalat gemacht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und der war ja easy. Kartoffeln und Pickles findest du ja hier überall. Also das war kein Problem. Wir haben sogar vegane Mayonnaise gefunden. Allerdings muss ich sagen, also vegane Sachen zu finden war jetzt nicht so leicht. Es gibt sogar eine Marke, die so vegetarische Sachen macht. Eve heißt die. Oder Alves, je nachdem, wie man das aussprechen will. Vegan so an sich. Das war wirklich schwierig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und damit meinen wir jetzt natürlich fertig zubereitete Dinge wie Kekse oder so. Also natürlich kann man Gemüse kaufen. Das ist dann auch vegan. Aber wir wollten ja auch Plätzchen haben. Und Plätzchen gibt es hier in dem Sinne ja so schon mal nicht. Das haben wir ja eh schon mal besprochen. Aber wir wollten halt, dass der Florian eben auch hier Dinge zum Knuspern und Knappern und Schlecken hat.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Knapperl, das haben wir ja gefunden, vegan. Es gibt ja auch vegane Donuts. Nur wenn du spontan jetzt vegane Sachen suchst in irgendwelchen Bakery Shops oder so, da sind wir ja mal durch die Stadt geirrt und waren bei vier verschiedenen, bis wir dann irgendwo einen veganen Muffin gefunden haben. oder was es so in Deutschland gibt, gibt es ja auch diese ganzen Gemüseaufstriche und so. Das gibt es hier alles gar nicht. Also ich habe es nicht gesehen. Wahrscheinlich werden wir es dann so machen müssen, dass wir einfach nächstes Mal Rezepte zusammensuchen und das halt dann selber herstellen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, diese Tausend und einen Alnatura-Aufstriche und so, ja, da wird man hier sehr verständnislos angeguckt, wenn man nach sowas sucht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Irgendwie, ich weiß auch nicht, als die Kids hier ankamen, um mal wieder auf unser Lieblingsthema zurückzukommen, Wetter, ja, die Kids kamen an und es fing an zu regnen und es hat auch irgendwie nicht aufgehört. Die haben die ganze Woche nicht einmal die Sonne gesehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also nicht nur das, es war auch nebelig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Erst die Woche drauf, letzte Woche Donnerstag, hat die Sonne geschienen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber jetzt haben wir inzwischen auch mal richtig Schnee gesehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, zwei Tage und haben dann festgestellt, ein Freund von uns, der wohnt fünf Kilometer von hier und bei dem schneit es und hier vorne regnet es. Heute hatten wir, glaube ich, plus sechs Grad irgendwie. Aber es heißt auch, weil eines der wärmsten Winter, die Toronto je erlebt hat.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ich auch schon gehört habe, war, dass Leute sagen, in den letzten zwei, drei Jahren sieht es so ein bisschen so aus, als hätte Vancouver und Toronto das Wetter getauscht. heißt bei Vancouver ist so richtig Wintereinbruch und hoher Schnee und alles und kalt und stürmisch und bei uns ist es wärmer, regnerisch und windet nicht mehr so viel, wie man normalerweise um die Zeit erwartet. Na jetzt mal gucken, also ich meine, es hat ja trotzdem es ist ja noch eine Weile Winter, also mal gucken wie das Wetter sich anguckt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich will nur die Leute auf dem Laufenden halten, was ist Wetter und was immer dieser erste Der erste Spruch, den wir immer gehört haben, wenn es hieß, wenn wir erzählt haben, wir ziehen nach Kanada, aber da ist es doch so kalt. Und wenn ich gestern an die Tagesschau denke, die wir uns angeschaut haben, weil Franz Beckenbauer ist ja gestorben. Der Kaiser. Der Kaiser. Da waren es minus 16 Grad am Alpenrand. Und minus 8 Grad in Frankfurt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ich übrigens total interessant finde, weil du es jetzt gerade ansprichst, wir gucken ja momentan auch kanadische Nachrichten, eigentlich überwiegend kanadische Nachrichten und hin und wieder mal eine Tagesschau. Und uns ist dann aufgefallen, Dinge, die hier nicht in den Nachrichten erwähnt werden, sind uns als erstes aufgefallen. Also was es nicht gibt, ist die Lottozahlen. Was es auch nicht gibt, ist Sportnachrichten. Was es auch nicht gibt, ist das Wetter. Es gibt auch keinen Bericht von der Börse, wo jemand vor einem Börsengebäude steht, als ob das einen Unterschied machen würde. Also diese kompletten Segmente existieren hier nicht, obwohl die auch 40 Minuten Nachrichten zustande bringen. Ja, da hast du die Tagesschau, 15 Minuten und drei, vier Minuten davon gehen auf so einen Quatsch drauf. Aber das heißt halt auch, wir müssen dann immer, wenn wir nach Wetter schauen wollen, müssen wir halt woanders gucken. Liegt aber vielleicht auch daran, dass es natürlich bei so einem Land wie Kanada so ein Wetterbericht auch etwas aufwendiger ist von Haus aus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, dauert auch ein bisschen länger, weil verschiedene Regionen ja auch total unterschiedliches Wetter haben. Also zum Beispiel haben sie jetzt gesagt, in den Northern Territories, da soll es jetzt mal bis minus 50 Grad werden. Das fand ich dann auch krass. Also das ist auch Kanada, aber halt nicht Toronto.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, weit muss man allerdings auch nicht fahren. Ich habe auch gelernt, so ungefähr zweieinhalb Fahrstunden von wo wir jetzt sind, da gibt es erstens mal ordentlich Schnee im Moment und zweitens mal kann man da zum Beispiel Hundeschlitten fahren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, schön. Aber was gibt es denn stattdessen in den Nachrichten?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein Blog ist tatsächlich immer, was halt so gerade auf der Welt los ist. Also sehe ich Mittlerer Osten oder so. Natürlich mit der kanadischen Brille und generell mehr erklärt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist nicht so halt so schreierisch wie die amerikanischen Nachrichten, sondern auch sehr ruhig und sachlich gehalten. Das finde ich persönlich sehr entspannt. Ja, keine treibende</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Musik drunter und...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, oh, ja, stimmt. Und auch nicht der absolute Ticker die ganze Zeit, der unten noch drunter durchläuft, was ja auch immer dann hektisch ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dann der zweite Block, der dann immer kommt, sind, je nachdem, welche Nachrichtensendung man hat, die Dinge, die jetzt halt rein kanadisch sind. Jetzt war es da momentan auch ein bisschen ruhig, weil es waren ja Weihnachtsferien auch für die Politiker. Aber man hat dann unter Umständen, sieht man halt da dann mal einen Trudeau, der irgendwo eine Rede hält oder so. und der dritte Teil, der mir dann auffällt, sind Themen, die die Menschen halt beschäftigen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Housing Crisis.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eine Diskussionsrunde zum Beispiel haben wir gesehen, die in den Nachrichten war, wo an so einem runden Tisch Mieter, Hausbesitzer, die haben die alle an den Tisch gebracht. War auch total unaufgeregt und super interessant, weil man eine Perspektive zum Teil von Leuten mitbekommen hat, hat die jetzt vielleicht sich nicht so aufdrängend die Perspektive, die die dann so einnehmen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann gab es noch diesen einen Beitrag mal, wo sie geklauten kanadischen Autos nachgegangen sind und festgestellt haben, die tauchen in irgendwelchen afrikanischen Ländern plötzlich wieder auf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann gab es auch öfters so ein Segment, wo die ein Thema nehmen und dann auf drei bis vier wichtige Aspekte runterbrechen und die erklären. Beispielsweise eine der letzten, die wir gesehen haben, haben sie das kommende Wahljahr in den USA erklärt und auf welche Themen man da achten muss. Auch die Housing-Crisis wurde mal in so einem Breakdown und hier gibt es auch eine Health-System-Crisis. Im Moment gerade geht Covid durch die Decke und die Krankenhäuser ächzen und sind überfordert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, weil es nicht nur Covid ist, sondern auch noch eine andere.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es sind insgesamt vier Krankheiten, die gerade gleichzeitig Welle sind. sind das. Aber insgesamt Nachrichten hier anders.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich vermisse jetzt den Sport nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, ich auch nicht. Auch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> die Lottozahlen. Die Lottozahlen, ach nee, also die würde ich ja jetzt schon noch gerne sehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was haben wir denn sonst noch gemacht mit den Jungs?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich muss ja noch zwischendurch ein bisschen arbeiten. Wir waren auf Toronto einen, da haben wir uns einfach auf die Fähre gehopst, sind wir drauf gehopst und sind rüber geschippert, sind da eine Runde spazieren gegangen und sind dann wieder zurückgefahren. Und dann sind wir mit ihnen zu dem im Young Dundas Square, das ist ja hier der Times Square von Toronto. Wir haben den Fehler gemacht, wir sind durch die Eaton Mall durchgelaufen und es war Boxing Day. Und wie wir vorhin schon erklärt haben, Rabatte, Rabatte, Rabatte, da waren Leute beim Jagen, sehr viele Menschen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Klettern waren wir auch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Cool. Ja stimmt, ihr wart noch klettern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir waren in zwei verschiedenen Boulderhallen hier und es war auch wirklich interessant und überraschend, Ich weiß gar nicht, ob ich jemals in Deutschland schon in irgendwas war, das öffentlich Sport anbot, ganz egal jetzt, Fitnesscenter, Hallenbad, egal, you name it, in dem es keine Umkleidekabine und keine Duschen gibt. Und wir sind in zwei verschiedene Boulderhallen, die auf der Webseite richtig hui, hui, hui, wie toll das hier alles aussahen, und wir sind in zwei verschiedene Boulderhallen gegangen und die waren beide süß. Süß! Süß! Wie klein die da doch waren. Und sogar die Kletterhalle in Freising hatte Dusche- und Umkleidemöglichkeiten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich bin mir sicher, dafür gibt es in Deutschland eine Bestimmung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wahrscheinlich, wahrscheinlich. Und ihr halt nicht. Ja, perfekt. Ich werde weiter Kletterhallen ausprobieren und dann berichten. Aber das war schon mal interessant, weil ich glaube, das erstreckt sich dann auf wahnsinnig viel. Ich nehme mal an, auch wenn du jetzt hier Fitnesscenter gehst, ist nicht unbedingt gesagt, dass man da drin auch duschen kann. Was für mich dann schon genug Grund wäre, da nicht hinzugehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das werden wir dann sehen, wenn wir uns da dann mal erkundigen. Das ist ja auch noch auf unserer Liste, aber...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sport wieder anzufangen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich freue mich. Naja, und dann war ja noch Silvester. Silvester war wirklich spannend. Erstmal sind wir in ein veganes Restaurant gegangen und das war halt natürlich, wie viele Restaurants das machen, ein Drei-Gänge-Menü am Abend und wir konnten aber dann noch Zeug aussuchen. Das war wirklich, das war fantastisches Essen. Von dort aus seid ihr zwei, also der Benjamin und du, seid ja Fotografien gewesen noch auf dem Heimweg und der Flo, der Bastian und ich, wir haben die Metro genommen, weil die ist nämlich an Silvester ab 7 Uhr abends bis morgens um, ich glaube, 8, ist die frei. Da sind alle Schranken offen und dann kannst du einfach die Metro benutzen und die fährt auch weiter regelmäßig. Ich hatte mich ja erkundigt, wo denn dieses Feuerwerk stattfindet, weil die organisieren hier Feuerwerke, was ich auch grundsätzlich toll finde. Jedes Mal, wenn wir irgendwo waren, nicht in Deutschland an Silvester und wir ein organisiertes Feuerwerk hatten, so mal in Singapur und in Brisbane. Jedenfalls war das immer schön, so ein organisiertes Feuerwerk. und ja, und sie haben das jahrelang vor der City Hall gemacht, auf diesem Stadtplatz, wo auch das Toronto-Zeichen ist, also die Buchstaben, die leuchtenden und dann haben sie in Covid, während Covid haben sie das dann geändert und haben das an die Waterfront verlegt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sprich, vor unserem Wohnzimmer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also genau vor unserem Wohnzimmerfenster. Und so geschah es, dass wir abends da saßen, die amerikanische Version von Trivial Pursuit gespielt haben Ich sage euch nur, good luck with that. Und zugeguckt haben, wie Menschenmassen immer wieder über diese Kreuzungen gelaufen sind, um an die Waterfront zu kommen für das Feuerwerk. Und wir saßen dann gemütlich in unserem Wohnzimmer und haben von hier aus das Feuerwerk angeschaut.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, was da auch wirklich spannend ist, die sind in Massen vorgestürmt und die sind dann, kaum dass das Feuerwerk wieder vorbei war, auch wieder in die Stadt zurückgeflossen. Und was ich halt auch da, weil das ja von Nachrichten an auffällig finde, ist, Nachrichten in Deutschland sind ganz selbstverständlich. An Tag 1 erfährst du die Bilanz der Polizei und der Feuerwehr und Einsatzkräfte, wie viele hunderte Einsätze sie denn nun irgendwie hatten, wie viele Millionen Tonnen an Dreck in die Luft geblasen wurde und dann so die Auswahl an besonders spektakulären Unfällen, die damit passiert sind. Ja, Teenager sich irgendwo, also dieses Jahr ist ja ein Teenager anscheinend sogar ums Leben gekommen beim Böllern. Und hier war der Aufreger, dass die Planung der Behörden nicht unbedingt gut genug war, um dem Ansturm der Menschen in Union Station gerecht zu werden und deswegen die Leute halt ziemlich dicht gepackt im Path eben praktisch lange standen auf dem Weg raus. und dass noch zwei Stunden lang hier Verkehrschaos herrschte, weil die Leute halt zwar mit dem Auto vor an die Waterfront fahren, um sich da das Feuerwerk anzugucken und dabei wahrscheinlich total cool vorkommen, weil sie ja nicht frieren wie alle anderen, nur um dann festzustellen, dass man davon auch nicht so einfach wieder wegfahren kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war das, was dann so am nächsten Tag ventiliert wurde.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich muss vielleicht kurz dazu erklären, Union Station ist die südlichste Metrostation.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und der größte Bahnhof Kanadas. So, gut. Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so. Und das ist ja 5 Gehminuten von uns entfernt. Und klar, alle Leute fahren dann runter nach Union Station und laufen dann an die Waterfront durch den Path, weil sie nicht draußen frieren wollen. Und ja, bei Menschenmassen ist das halt ein bisschen problematisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dabei ist aber nichts passiert. Es gab dann zwei, es gab irgendwie in der Stadt ein paar Prügeleien, habe ich mitbekommen und irgendwo gab es eine Messerstecherei, aber das war so der, das war so das, was so am nächsten Tag in den Nachrichten gefunden werden konnte, wenn man danach suchte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Im Zuge dessen hat mir übrigens eine Kollegin aus Indianapolis erzählt, dass tatsächlich der Bundesstaat Indiana, dass der auch rein was Feuerwerk angeht, sehr lax ist. Das heißt, da darf jeder auch sein eigenes Feuerwerk abbrennen, so wie in Deutschland. Und zudem noch schießen Leute ihre Waffen ab an Silvester. Und dann wird denen schon immer gesagt, hey, mach das bitte nicht, aber für die, die es unbedingt dann doch machen, dann schieß doch bitte in den Boden, weil in die Luft schießen ist halt scheiße, weil die Kugel auch irgendwann mal wieder runterkommt. Und so werden halt ständig irgendwelche Leute in Indiana getroffen von irgendwelchen Kugeln, die aus der Luft halt wieder runterkommen, weil die Leute halt so blöd sind und ihre Waffen abschießen. Und das war tatsächlich ein Fakt, den kannte ich auch noch nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> In Indiana werden wir nicht Silvester feiern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Na, ich glaube einfach so Silvester feiern in den USA, wenn du nicht genau weißt, was die Bestimmungen sind in dem Bundesstaat. Vielleicht lieber nicht. Ja, oder du bleibst halt einfach drin im Haus. Ja, gut, also Silvester war dann wirklich interessant. Von hier oben kann man ja diese eine Kreuzung, wo die alle drüber laufen, wunderbar sehen. Das ist nämlich direkt von meinem Büro. Da ist halt der Pass zu Ende und so kommt es, dass sie halt alle da rauskommen aus dem Gebäude und sich dann halt verteilen an die Waterfront. Und das war wie so Ameisen. Trippel vor, Trippel zurück.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber sehr disziplinierte Ameisen, weil da waren ja ein paar Verkehrs- und Fußgängerregler da unten an der Kreuzung und das war geradezu hypnotisch denen zuzuschauen, wie sich irgendwie die Leute alle brav an dieser Kreuzung aufstauen, bis sie wieder rüber gehen dürfen, bis es wieder grün ist und dann wieder stehen bleiben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und in der Nacht haben wir auch gar keine Sirenen oder so gehört, ne?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist ja sowieso relativ wenig. Ich habe mit viel mehr Sirenenlärm hier gerechnet. Das ist ja nach New York die zweitgrößte Ansammlung an Hochhäusern auf dem nordamerikanischen Kontinent. Und wenn man in New York ist, ist ja da überall und ständig Halligalli. Da wird dauernd gehupt, es ist dauernd Sirene, also irgendwas, irgendein Einsatzfahrzeug muss da die ganze Zeit rumfahren Und ich habe hiermit durchaus was ähnlichem gerechnet, dass ich zumindest hin und wieder hier etwas mehr Sirene höre Und natürlich hört man auch hier mal einen Krankenwagen Das ist das andere, meistens ist es ein Krankenwagen Also wenn man eine Sirene hört und man schaut, dann ist es ein Krankenwagen, der irgendwo gerade durchfährt Ich habe noch überhaupt gar keine Polizei mit Sirene hier irgendwo wahrgenommen bis jetzt Und irgendwann mal ist eine Feuerwehr an mir vorbei, die achtet. Aber es ist wirklich relativ unaufgeregt, kommt mir so vor.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber die Feuerwehr kommt ja auch, wenn irgendwo durch irgendwelche Rauchentwicklungen in einem Kondo oder so ein Feueralarm ausgelöst ist. Das heißt ja nicht, dass es da unbedingt brennt. Das heißt ja nur, dass der Feueralarm ausgelöst ist. Die müssen den halt dann, müssen sie es checken und dann müssen sie das halt abnicken und gehen dann wieder. Aber da rauschen die auch an. Kostet auch 1200 Dollar, wenn dir sowas passiert. Es gab ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> so ein Handbuch bei der Wohnung, wo gesagt wurde, wenn wir Rauchentwicklung in der Wohnung haben, sollen wir um Himmels Willen nicht die Tür zum Flur aufmachen. Ja, sonst wird es teuer. Sonst wird es teuer. Also der Feueralarm in unserer Wohnung ist nicht teuer, der Feueralarm im ganzen Haus ist teuer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja. Ja, und dann am 1. haben wir die Kinderchen wieder zum Flughafen gebracht. und haben noch ein paar Tränchen verdrückt und die sind dann auch wieder gut daheim angekommen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war toll mit den Jungs.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, war schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die kommen uns ja hoffentlich öfter mal besuchen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, und dann am 1., als wir dann vom Flughafen wieder kamen, sind wir dann in unserem Wohnzimmer gestanden und haben beschlossen, das mit dem Raum trennen, das ist irgendwie scheiße. Und dann haben wir das alles umgestellt. So.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und jetzt ist es toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist wirklich toll. Und vor allem ist es auch toll, weil da jetzt Pflanzen stehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber zu den Pflanzen. Die Pflanzen waren Teil meines oder unseres Date Days. Letzte Woche Samstag haben wir einen ganzen Tag gedatet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und wichtiger Bestandteil für ein erfolgreiches Date mit meiner Traumfrau ist, die muss was Grünes sehen im Laufe dieses Dates.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und deswegen war der erste Stopp, den wir gemacht haben, war in einem Gewächshaus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wirklich richtig toll. War schön da drin. Sowas wie im Palmengarten in Frankfurt steht sowas auch. Oder in, wo war das noch? Auch dieser Zoo ist, wo wir mit deinem Papa waren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah, die Wilhelma.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die hat auch so einen botanischen Garten in Gewächshausform.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, der war echt schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und da haben wir angefangen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da haben wir angefangen und da ich ja dann so viele grüne Pflanzen und schön um mich rum hatte und ich hatte eine Empfehlung eben bekommen, wo es schöne Pflanzen gibt und dann habe ich gesagt, dann lass uns doch einfach da hinfahren und lass uns doch mal gucken. Und dann sind wir also in dieses Geschäft gefahren. Die Straße heißt Queen West und ist auch generell eine echt schöne Straße, weil die lauter so kleine Shops nebeneinander hat. Also da gibt es immer was zu entdecken. Naja, und dann waren wir in diesem Pflanzenladen, die waren auch wieder super nett. Und ja, jetzt habe ich neue Babys.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Woran wir uns da jetzt auch so langsam gewöhnen, und wahrscheinlich würden wir das sehr vermissen, wenn es uns wieder weggenommen würde, ist die Tatsache, dass man hier nicht nur an jedem Tag des Jahres einkaufen kann. Es gibt ganz wenige Tage, an denen auch so Läden wie jetzt zum Beispiel dieser Blumenladen wirklich zu sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, der hat sechs, sieben Tage die Woche auf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> sondern der andere Umstand ist, wenn man da sagt, liefer dir auch, ist die Antwort in aller Regel, ja, selbstverständlich liefern wir auch. Und normalerweise liefern die auch noch am selben Tag. Außer, es ist so wie wir, wir waren da halt am Samstag und dann hat sich die Verkäuferin erst mal bordreich bei uns dafür entschuldigt, dass jetzt am Samstag nichts mehr wird und am Sonntag werden sie halt eng gestaffed. Also ob es denn okay ist, wenn es alles nur erst am Montag erst geliefert wird. Das hat sie ja noch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> gar nicht mal vorgeschlagen, sondern das habe ich ja gesagt, ich brauchte sie jetzt nicht heute oder morgen. Bitte machen sie das doch mit anderen Lieferungen am Montag oder so, ganz in aller Ruhe. Ja, also wirklich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist uns ja jetzt schon mehrmals aufgefallen, auch wenn man jetzt hier, keine Ahnung, was bei Amazon bestellt oder so. Da kann es durchaus passieren, dass du hast am Nachmittag irgendwas bestellt. Und dann kann es passieren, dass so um 11 Uhr abends plötzlich von unserem Concierge eine Nachricht in unserer App aufpoppt, dass ein Päckchen abgegeben wurde. Also hier gefühlt sind die, von den meisten Sachen sind die Lieferzeiten erschreckend. Ja und ich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> glaube, wir haben auch schon mal von Ikea erzählt, weil wir haben ja die Kalachsregale geliefert gekriegt und wo wir bei Ikea da, weiß nicht, Tage, Wochen zum Teil warten und dann noch eine saftige Liefergebühr zahlen, ist es hier echt entspannt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Daran gewöhnt man sich schnell.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, daran gewöhnt man sich sehr schnell. Ja und die kamen dann auch am Montag, hat mich total glücklich gemacht mit denen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und nicht nur Pflanzen stehen jetzt hier, ich muss es auch mal sagen, die Lego-Rakete steht jetzt auch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Na Gott sei Dank. Na Gott sei Dank. Und wir haben die ersten vier Bilder aufgehängt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl. Fotos von unseren Jungs hängen jetzt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Naja, aber zurück zum Date Day. Dann waren wir also, da war ich schon glücklich, ja, und auf Mölkchen bin ich gelaufen wegen den Pflänzchen. und dann sind wir noch die Queen West weiter runtergelaufen und sind bei einem Café, was uns auch empfohlen wurde, hängen geblieben. Und das war auch so ein richtig schönes Rumsitz-Café. Wir haben jetzt mal eine Google-Maps-Liste aufgemacht mit Restaurants und Rumsitz-Cafés, die wir schön finden, damit, wenn dann mal Besuch kommt, wir auch in jedem Stadtteil uns einfach mal, zack, da ist das Café, was wir hinwollen, Wo wir hinwollen. Es gibt auch Cafés zum Beispiel, die draußen einen schönen Außensitzbereich haben. Die werden wir dann im Sommer irgendwie erforschen. Und ja, jedenfalls sind wir da gelandet, haben da noch einen Absacker-Kaffee getrunken und sind dann zu der Abend-Event-Location gefahren, die bei uns hier um die Ecke ist. Wie heißt das Ding nochmal?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> The Second City</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> viele Sachen waren auch auf Toronto selber bezogen und wir haben dann mit Freude festgestellt, dass wir die auch schon verstehen es war ein wirklich schöner Abend und dann als wir rauskamen, da hat es ja schon angefangen zu schneien während wir beim Abendessen waren und dann sind wir durch den Schnee nach Hause gelaufen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> erfolgreicher Date Samstag</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja, war wirklich schön ja und dann am Sonntag haben wir halt weiter ausgepackt Wir versuchen ja jetzt wirklich, jeden Tag mal mindestens eine Kiste noch auszupacken. Wir haben noch ein paar. Freitag kommt dann das Gästebett.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann haben wir die Möglichkeit, Besuch zu beherbergen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, und wir haben meine Entchen aufgehängt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh ja, stimmt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also nicht die Entchen selber, aber die Regale und dann die Entchen reingestellt. Die sind ausgepackt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wichtiger Meilenstein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, war noch irgendwas in deinem Büchlein?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ansonsten haben wir Fragen bekommen. Wie sieht es denn in Toronto mit Märkten, Gemüse, Käse und so weiter und sowas wie eine Stadtbücherei aus?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> In der Stadtbücherei war man noch nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das hat Udo gefragt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber Märkte, die gibt es. Also es gibt so Farmers Market und es gibt natürlich auch sowas wie den St. Lawrence Market, wo halt schon so fest installierte Stände sind. Da gibt es dann Fleisch und verschiedene Käsesorten aus aller Herren Länder. Du findest aber auch so spezielle Käsetheken oder auch Fisch oder so auch in Supermärkten direkt. Ich habe noch nicht geguckt, ob auf verschiedenen Plätzen irgendwie so, wie wir das halt von Deutschland so gewohnt sind, dass die halt so samstags da einen Markt haben oder in Frankfurt vorm Südbahnhof ist ja dienstags so ein Freitagsmarkt oder in der Schillerstraße war Freitagsmarkt. So was habe ich noch nicht geguckt. Gibt es bestimmt hier auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Stadtbücherei ist auch eine interessante Frage, weil die Stadtbücherei hier in Toronto ist eine Institution. Also einmal gibt es über 100 Niederlassungen dieser Stadtbücherei in der Greater Toronto Area, also sprich Büchereien, zu denen man gehen kann. Und dann ist die Toronto Stadtbücherei mehr als nur eine Möglichkeit, um Bücher zu leihen. Also die haben Kursprogramme, die sind ein Community Center. Wenn man Mitglied in der Bücherei ist, dann hat man Zugriff auf Fortbildungen, auf Beratungsangebote. Man kann sich dort aufhalten. Es gibt natürlich auch Büchermagazine, es gibt Spiele, es gibt Internet, es gibt Computer, die man nutzen kann, all solche Dinge. und dann ist es noch so, dass einige der Niederlassungen der Toronto Public Library auch sehr beeindruckende Gebäude sind. Also mit Stops auch, die man ansteuert, selbst wenn man mal Toronto besucht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist wahrscheinlich dann was für den nächsten Date Day.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eventuell, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wer weiß, wer weiß. Naja, und was man auch dazu sagen muss, die Mitgliedschaft ist kostenlos.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das finde ich sowieso überraschend, was hier alles kostenlos ist in Toronto. Also so Dinge, die im öffentlichen Leben eine Rolle spielen, da sind schon viele dabei, die einfach mal von der Stadt übernommen werden. Und die Bibliothek gehört da dazu, ja. Und wir werden uns einen Bibliotheksausweis holen, im nächsten Date Day vielleicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, bis dahin haben wir ja dann auch schon unseren kanadischen Führerschein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Stimmt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, weil nämlich der Dirk war heute in der Botschaft, in der deutschen Botschaft und hat unsere Führerscheine übersetzen lassen und mit dieser Übersetzung geht man halt dann zum kanadischen Service</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ontario heißt es hier, also so ein Bürgeramt,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bürgeramt, Bürgeramt war genau und da kriegen wir dann unseren kanadischen Führerschein, wir können den einfach tauschen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, eigentlich bleibt bei dem Tausch nur der Autoführerschein erhalten. Also es gibt halt eine Vereinbarung zwischen Deutschland und Kanada und gilt halt nur für den Autoführerschein. Das heißt, dein Kranführerschein oder dein Vorfeldführerschein kannst du auch vergessen. Du darfst hier nicht auf dem Pearson Airport irgendwie rumrollen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist okay, ich kann damit leben. Ich wollte jetzt auch nicht unbedingt einen von diesen Kränen hier bedienen. Danke.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wenn ich Motorrad fahren wollen würde, dann müsste ich hier einen eigenen Führerschein dafür machen. Wenn man dann aber wieder zurückgehen sollte nach Deutschland oder wahrscheinlich einfach, wenn man wieder einen europäischen Führerschein haben will, dann kann man den kanadischen zurücktauschen. und bei diesem Rücktausch wird dann ein Führerschein wieder basierend auf den Einträgen in der Führerscheinkartei ausgestellt. Das heißt, da würde ich alles wieder kriegen. Ich habe ja, weil mein Führerschein etwas älter schon ist, habe ich ja sowieso noch Fahrzeugklassen da drin, die dann später auch nicht mehr einfach so ausgehändigt wurden. Also ich darf 7,5 Tonnen und mit Anhänger und irgendwie eine bestimmte Art von Bus und also alles Mögliche darf ich ja fahren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Voll krass. Ich meine, ich habe ja einen belgischen Führerschein. Weißt du, das ist sowieso anders.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, genau. Du darfst einfach mal Auto fahren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist auch okay, ja. Das ist das Wichtigste, schon mal abgecheckt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und der Führerschein hier ist so eine Art Perso. Also das habe ich dann auch gelernt. Also auf dem Führerschein in Kanada steht dann auch die Adresse, in der man wohnt. Und würde man umziehen, würde man auch den Führerschein umschreiben lassen. Und wann immer in Kanada eine ID verlangt wird, ist das normalerweise das, was die Leute herzeigen. Dann brauchen wir auch unseren Pass nämlich nicht mehr überall mit hinschleppen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, super.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ansonsten brauchst du mehr Leute wie Udo. Udo, lieben Dank für deine Frage.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das wäre echt cool. Vor allem jetzt bin ich auch gespannt, jetzt würde ich gerne mal überlegen, wo es denn hier mal Märkte gibt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist eine super Idee. Da wäre ja</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dann auch mal interessant, zum Beispiel sowas wie Flohmärkte oder so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich wollte gerade sagen, das wäre gleich so mein nächster Gedanke, wo kriege ich denn alte Kameras her?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> oder Antiquitäten. Ach so, Vintage. Vintage. Antiques. Ja, ich finde, das ist eine wirklich super Idee. Da müssen wir mal suchen und wenn wir welche finden, werden wir an dich denken, Udo, und berichten. Ja, definitiv. Und alle anderen, die jetzt nicht Udo waren, aber auch Fragen haben, werft uns die gerne über den Zaun. Also ihr könnt uns natürlich anmailen, mail at schlanada.de oder als Kommentar im Blog oder auf mastodon.de erreicht man uns auch gut. Also dich. Also mich. Ich sorge dann dafür, dass die Frau Primbs von den Fragen erfährt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, passt so, passt so. Gut, dann werden wir jetzt vielleicht noch eine Runde kanadische Nachrichten gucken.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und uns beim Blick aus dem Fenster darüber freuen, dass wir nicht da draußen, sondern hier drin sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> By the way, es regnet immer noch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, immer noch kein Schnee.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hat vier Grad. Also dann, passt auf euch auf!</p>]]></content:encoded>
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            <title>Grüße aus der Casa Primbs</title>
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            <pubDate>Sat, 23 Dec 2023 01:15:33 GMT</pubDate>
            <description>Unsere Möbel sind da und ein Weihnachtsbaum und wir finden ihr solltet das wissen! :-)</description>
            <itunes:summary>Unsere Möbel sind da und ein Weihnachtsbaum und wir finden ihr solltet das wissen! 🙂 Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Susanne: Test 1, 2, 3 Dirk: Möge der Saft mit dir sein Susanne: Oh, Saft Das war jetzt echt lecker Dirk: Wir haben nämlich jetzt einen Entsafter Susanne: Ja, das wollte ich schon lange mal haben Dirk: Und er ist toll Susanne: Ja Dirk: Wirklich, wirklich toll Susanne: Er entsaftet Dirk: Ja, aber wie, es hat was Meditatives Susanne: Total Dirk: Kommt auf der einen Seite der Saft raus, auf der anderen Seite irgendwie so komische Würste Susanne: Ja Ja, wir haben sogar eine Chili reingeschmissen, das war lecker. Dirk: Hallo Susanne. Susanne: Hallo Dirk. Was ich ja total witzig finde, ist ja, dass hier die Bezeichnungen irgendwie ganz anders sind. Dirk: Oh ja. Susanne: Also Paprika heißt hier nicht Paprika. Also wenn man hier Paprika sieht, ist es Pfeffer. Und Pfeffer ist... Dirk: Ist es so? Ich dachte, Paprika sind die Chilis und so. Susanne: Ja, ja, genau. Und auch Pfeffer. Und Pepper ist Paprika und so paprikaähnliches Zeug. Das fand ich schon immer verwirrend, ehrlich gesagt. Dirk: Ja, wir saßen heute mal da mit Google Translate und haben uns ein deutsches Rezept, besonders die Gewürznamen, übersetzen lassen. Susanne: Ja, weil Kreuzkümmel heißt immer nicht Kreuzkümmel auf Englisch. Ja, und Kurkuma heißt nicht Kurkuma. und ich habe auch schon wieder vergessen, was es heißt, aber egal. Und Hirse heißt nicht Hirse. Millet, da wäre ich ja im Leben nicht drauf gekommen. Ja, wir mussten halt noch nie wirklich zum Kochen einkaufen. Ist ja auch der gleiche Fehler, der immer gemacht wird mit Salat. Heißt ja nicht Salad, heißt Lettuce. Ja, also, ja, okay. Aber zurück. Dirk: Zurück. Susanne: Dirk, was ist denn diese Woche passiert? Erzähl mal. Dirk: Also, wenn wir jetzt mal in den letzten sieben Tagen Revue passieren lassen, fängt es ja an mit einem Konzert. Susanne: Stimmt. Das war ein tolles Konzert. Wir sind in die tolle Körner Hall gelaufen. Dirk: Und das, was ja schon mal wirklich ganz großartig war, fand ich, als wir da reingelaufen sind, dass, wie wir von unserem Freund Adrian wissen, etwas sehr typisches dort zu sehen war, nämlich Alt-Toronto in Neu-Toronto. Das heißt, wenn man in diese Halle reingelaufen ist, dann war das so eine Mischung, so eine Fusion aus einem neuen Gebäude und einer Fassade, die innen drin ist, eines alten Gebäudes. Das fand ich schon mal ziemlich faszinierend. Susanne: Und die Halle an sich, also Halle kann man ja nicht sagen, also diese Konzertsaal, also fantastisch. Oben die Decke, googelt es doch mal, weil oben die Decke ist so geschwungen, wie so Wellen sieht es aus. und die Akustik ist fantastisch. Dirk: Also es hat mir sehr gefallen. Lorena McKennett angehört. Susanne: Und Lorena McKennett hat walisische Weihnachtslieder gesungen und ein Schauspieler war da, der eine walisische Weihnachtsgeschichte erzählt hat. Also dargestellt im Grunde, also nicht dargestellt in Person, sondern vorgelesen und es war sehr abwechslungsreich. Wir hatten auch zwei Herren von der First Nation da und ja, Dirk: Ja, dieser Schauspieler, der da vorgelesen hat, ich fand ja, der sah so aus, wie man sich so einen Weihnachtsgeschichten erzählen einen alten Onkel vorstellt. Ja, so ein graumelierter Rauschebart und dann so ein bisschen pausbäckig und so und der hat mit ganzem Körpereinsatz erzählt und das ist immer so ein Kapitel, das war so ein Kapitel, dann wieder Musik, dann wieder ein Kapitel, dann wieder Musik und da war alles dabei. Also wir haben zwischendurch gelacht. Der hat so richtig Weihnachtsstimmung erzeugt. Susanne: Das war so schön. Der hat uns so mit auf eine Reise genommen. Der hatte auch so eine Dirk: Stimme. Also der Wahnsinn. Susanne: Ja, und dann sind wir von der Körner Hall eben wieder in unsere Zwischenunterkunft gelaufen. Dirk: Das ist vielleicht eine hervorragende Gelegenheit, um mal gerade zu fragen, wie ist denn so das Wetter? Susanne: Achso, also heute </itunes:summary>
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<p>Unsere Möbel sind da und ein Weihnachtsbaum und wir finden ihr solltet das wissen! 🙂</p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Test 1, 2, 3</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Möge der Saft mit dir sein</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, Saft Das war jetzt echt lecker</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben nämlich jetzt einen Entsafter</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das wollte ich schon lange mal haben</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und er ist toll</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wirklich, wirklich toll</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Er entsaftet</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber wie, es hat was Meditatives</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Total</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Kommt auf der einen Seite der Saft raus, auf der anderen Seite irgendwie so komische Würste</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja Ja, wir haben sogar eine Chili reingeschmissen, das war lecker.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hallo Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo Dirk. Was ich ja total witzig finde, ist ja, dass hier die Bezeichnungen irgendwie ganz anders sind.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also Paprika heißt hier nicht Paprika. Also wenn man hier Paprika sieht, ist es Pfeffer. Und Pfeffer ist...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ist es so? Ich dachte, Paprika sind die Chilis und so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, genau. Und auch Pfeffer. Und Pepper ist Paprika und so paprikaähnliches Zeug. Das fand ich schon immer verwirrend, ehrlich gesagt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir saßen heute mal da mit Google Translate und haben uns ein deutsches Rezept, besonders die Gewürznamen, übersetzen lassen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, weil Kreuzkümmel heißt immer nicht Kreuzkümmel auf Englisch. Ja, und Kurkuma heißt nicht Kurkuma. und ich habe auch schon wieder vergessen, was es heißt, aber egal. Und Hirse heißt nicht Hirse. Millet, da wäre ich ja im Leben nicht drauf gekommen. Ja, wir mussten halt noch nie wirklich zum Kochen einkaufen. Ist ja auch der gleiche Fehler, der immer gemacht wird mit Salat. Heißt ja nicht Salad, heißt Lettuce. Ja, also, ja, okay. Aber zurück.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zurück.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dirk, was ist denn diese Woche passiert? Erzähl mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also, wenn wir jetzt mal in den letzten sieben Tagen Revue passieren lassen, fängt es ja an mit einem Konzert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Stimmt. Das war ein tolles Konzert. Wir sind in die tolle Körner Hall gelaufen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das, was ja schon mal wirklich ganz großartig war, fand ich, als wir da reingelaufen sind, dass, wie wir von unserem Freund Adrian wissen, etwas sehr typisches dort zu sehen war, nämlich Alt-Toronto in Neu-Toronto. Das heißt, wenn man in diese Halle reingelaufen ist, dann war das so eine Mischung, so eine Fusion aus einem neuen Gebäude und einer Fassade, die innen drin ist, eines alten Gebäudes. Das fand ich schon mal ziemlich faszinierend.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und die Halle an sich, also Halle kann man ja nicht sagen, also diese Konzertsaal, also fantastisch. Oben die Decke, googelt es doch mal, weil oben die Decke ist so geschwungen, wie so Wellen sieht es aus. und die Akustik ist fantastisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es hat mir sehr gefallen. Lorena McKennett angehört.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und Lorena McKennett hat walisische Weihnachtslieder gesungen und ein Schauspieler war da, der eine walisische Weihnachtsgeschichte erzählt hat. Also dargestellt im Grunde, also nicht dargestellt in Person, sondern vorgelesen und es war sehr abwechslungsreich. Wir hatten auch zwei Herren von der First Nation da und ja,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dieser Schauspieler, der da vorgelesen hat, ich fand ja, der sah so aus, wie man sich so einen Weihnachtsgeschichten erzählen einen alten Onkel vorstellt. Ja, so ein graumelierter Rauschebart und dann so ein bisschen pausbäckig und so und der hat mit ganzem Körpereinsatz erzählt und das ist immer so ein Kapitel, das war so ein Kapitel, dann wieder Musik, dann wieder ein Kapitel, dann wieder Musik und da war alles dabei. Also wir haben zwischendurch gelacht. Der hat so richtig Weihnachtsstimmung erzeugt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das war so schön. Der hat uns so mit auf eine Reise genommen. Der hatte auch so eine</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Stimme. Also der Wahnsinn.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und dann sind wir von der Körner Hall eben wieder in unsere Zwischenunterkunft gelaufen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist vielleicht eine hervorragende Gelegenheit, um mal gerade zu fragen, wie ist denn so das Wetter?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Achso, also heute hat es geregnet, den ganzen Tag. Es war so ein bisschen grau in grau, aber plus sieben Grad. Also ich bin mit meiner leichten Regenjacke rausgegangen, das hat mir völlig gereicht. Und ich bin auch nicht durch den Pass gelaufen, also da könnte man sagen, ja Susanne, das muss ja nicht. Aber nee, ich war draußen an der frischen Luft und ich habe nicht gefroren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann haben wir ja beim letzten Mal schon erzählt, dass wir eine Wohnung gefunden haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Juhu!</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann war diese Woche der große Moment.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der Moment, ja, dann war erst mal am Montag, Herr Primbs, wo warst du denn am Montag?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Beim Zoll.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eigentlich ist es wirklich nur Formular, Pass hinlegen, unterschreiben, sagen, ja, das bin ich. und ja, mir ist bewusst, ich darf nichts von dem, was in dem Container ist, hier verkaufen in Kanada. Ich muss das alles wieder mitnehmen, sollte ich das Land wieder verlassen. Und das war es dann eigentlich so im Wesentlichen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ging ja wie geschnitten Brot.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das ging ganz gut. Und es ist ja so, dass die erste Hälfte vom Umzug wurde ja von einem Unternehmen in Deutschland gehandhabt und die zweite Hälfte, also jetzt der Teil, der hier in Kanada stattfindet, natürlich von einem Partnerunternehmen, also einem anderen Umzugsunternehmen. Und damit die Sachen ankommen, braucht es halt so ein bisschen Orga, also Aufzug reservieren, sicherstellen, dass man eben die Papiere alle hat. Jetzt muss man</p>
<p><strong>Susanne:</strong> vielleicht mal kurz klären, die Aufzüge, die man reserviert, so für Umzüge oder wenn du irgendwas, Möbel oder so geliefert kriegst und es muss transportiert werden nach oben, Die sind so ein bisschen wattiert. Also die Wände sind wattiert. Da kommst du dir vor wie so eine Gummizelle, wenn du in dem Aufzug stehst. Aber ja, und das ist also ein spezieller Aufzug und der kann über das Haustool reserviert werden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Um den zu reservieren, muss man eine Kaution hinterlegen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Falls man was kaputt macht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und Kautionen kann man ja hier in Kanada bar oder in Schecks hinterlegen. Schecks haben wir noch nicht, weil die sind ja auch noch nicht vertrauenswürdig. Also bin ich in die Bank getapert, um mir da helfen zu lassen. Und dann habe ich gelernt, es gibt noch eine dritte Form, wie man mit Papier bezahlen kann hier, gerade bei so Kautionen, nämlich ein Draft, ein Bankdraft. Das ist wie ein Scheck, ein Stück Papier, auf dem steht eine Zahl. Das Geld, in dem Moment, wo die Bank mir diesen Draft aushändigt, verschwindet das Geld von meinem Konto. Und dann gebe ich eine Hälfte dieses Drafts dem Hausmanagement hier als Kaution für den Aufzug. Sollte dem Aufzug was passieren, gehen die mit diesem Zettel zur Bank und dann haben die das Geld. Und ich behalte die andere Hälfte. Und wenn alles in Ordnung ist und der Aufzug eben nicht beschädigt wurde, dann bekomme ich mein Original wieder. Und dann muss ich mit beiden Zetteln wieder zurück zur Bank. Nur dann, nur wenn ich mit beiden Zetteln wieder zur Bank gehe, persönlich, bekomme ich mein Geld wieder. Wenn jetzt niemand diese Zettel jemals einlöst, dann schätze ich mal, feiert die Bank eine Weihnachtsfeier auf meine Kosten oder die Kohle geht in Manager-Gehältern auf oder keine Ahnung, jedenfalls kriege ich es nicht wieder. Das ist kein Ablaufdatum, kein gar nichts. Und weißt du, wo</p>
<p><strong>Susanne:</strong> noch deine zweite Hälfte ist?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Im Moment bin ich sehr in Versuchung, diesen ersten Zettel einfach bei dem Hausmanagement liegen zu lassen, weil ich werde den Aufzug noch öfters mal brauchen. Und dann liegt</p>
<p><strong>Susanne:</strong> er da einfach pauschal so lange, bis wir wieder ausziehen. Oder so. Ja, dazu fällt mir ein, weil du sagst Bank, wir waren ja am Montagmorgen erstmal noch zwei Stunden bei der Scotiabank und haben dort ein Konto eröffnet und haben tatsächlich gleich eine Debitkarte bekommen, mit der wir auch online shoppen können.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sind jetzt richtige Menschen. Die Scotiabank behandelt uns wie Leute, mit denen man Geschäfte machen möchte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich kann Geld ausgeben. Das ist wirklich toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir tun das auch fleißig.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, okay. Also neues Bankkonto, Sachen ausgelöst, also der Container ausgelöst. Ja und nun?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und dann war da Mittwoch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, jetzt musste Trommelwirbel oder so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Trommel, Trommel, Trommel, Trommel, Trommel, Trommel, Trommel, Trommel.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Okay, so, Trommelwirbel genug.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Ende Trommelwirbel. Am Mittwoch war es soweit. Unser Container kam an. Also eigentlich nicht der Container. Ich habe mir das ja vorgestellt, dass der LKW, so wie es ja in Deutschland war, dass der Container auf dem LKW war und der wurde einfach vollgeladen und dann weggefahren. Ich dachte mir, derselbe Container kommt hier dann auch an. Aber nein, das hat 900 Dollar extra gekostet, dass die den Container umgepackt haben in einen Lastwagen und mit dem Lastwagen hierher gefahren sind. Das konnte mir niemand so richtig wirklich glaubwürdig erklären, warum das notwendig war, aber es ist anscheinend notwendig gewesen. Ich habe es irgendwann einfach mal akzeptiert. Ja, es ist 900 Dollar, also ungefähr 600 Euro für alles umpacken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Boah, wie oft haben denn Leute unsere Sachen in der Hand gehabt?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wie oft haben wir die Sachen allein schon in der Hand?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, davon rede ich ja gar nicht. Jedenfalls, dann kam dieses Dreierteam an, die waren super nett, super süß, die kamen erstmal total verspätet Aber da sind wir, glaube ich, auch sehr deutsch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, mir wurde halt versichert, dieser Aufzug, die Zeit ist total hart und eng Und außerhalb von der Zeit, die ich den Aufzug gebucht habe, geht ja gar nicht Und irgendwie ging dann letztlich doch alles</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wie das halt meistens so ist</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben jedenfalls hier geräumt</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und geräumt und geräumt und haben uns dann auch noch ein paar Sachen aufgehängt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die waren echt nett. Und auf Zack. Also die reine Möbelräumerei hat so ungefähr drei Stunden gedauert. Dann war alles hier oben in unserer neuen Wohnung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir sitzen übrigens gerade in unserem neuen Wohnzimmer vor unserem Weihnachtsbaum. An unserem Sitzsack auf dem Teppich. Ja, weil wir keine Couch haben. Noch nicht. Noch nicht, nein. Ja. Und wir sind ganz froh, dass wir so viele Kallax nicht umgezogen haben. Ja. Denn dann können wir jetzt neue Kallax hier aufbauen. Ich meine, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, also es ist wirklich super gemütlich. Wir haben ein ganzes Zimmer, das steht gerade voll mit Kartons.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da, wo dann irgendwann mal das Gästebett sein wird.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wir haben fast alle Wäsche oder sogar schon alle Wäsche verräumt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, außer die Schuhe.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben auch sonst, also die Küche ist voll funktionsfähig jetzt, die hat jetzt sogar einen Entsafter. Ja, der ist lecker. Auch eine Rührmaschine, wir können also auch backen, wenn wir das wollen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und man stellt hier fest, nicht jede Rührmaschine, also so ein Handrührgerät hat hier auch Knethaken automatisch dabei. Witzig, ne?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dafür gibt es ja eine Menge verschiedener Systeme. Die sehen ja auch alle unterschiedlich aus. Ja, aber wir springen gerade. Also wir haben auf jeden Fall mal dann alle Kisten in die Bude bekommen und seitdem haben wir jetzt jeden Tag Kisten ausgepackt, Dinge weggeräumt. Da kommt natürlich auch wirklich sehr zugute, dass wir ja hier auch schon sehr viel Infrastruktur in der Wohnung haben. Also begehbare Schränke zum Beispiel und die Küche ist ja auch komplett da.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und eine Waschmaschine und einen Trockner.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und wir sitzen jetzt allerdings schon...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die ganzen Bäder sind eingerichtet mit Möbeln.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sitzen jetzt jeden Tag zum Frühstück an unserem eigenen Tisch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja, das ist schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und essen wieder richtiges Essen. Kochen wieder selber. Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe ein Backblech heute gekauft, das war wahnsinnig groß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist ein, wir haben einen Herd, in dem man einen kompletten Turkey, also einen Truthahn drin rafen kann. Das ist ja anscheinend wichtig in Nordamerika, dass das theoretisch möglich ist und bei uns wäre es jetzt theoretisch möglich. Wir haben auch einen Kühlschrank, der groß genug ist, dass da noch ein Untermieter einziehen könnte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Allerdings, und ins TÜV-Kühlfach erst. Ja, da könnte noch jemand einziehen. Naja, nachdem wir dann hier so ein bisschen Ordnung geschaffen haben in der Wohnung und so die ersten Kisten ausgepackt haben, haben wir uns dann gedacht, weil irgendwie ist ja so, dass demnächst Weihnachten ist und also ich konnte ja meine Glitzer-Puschel-Prinzessinnen-Einhorn-Phase noch gar nicht ausleben dieses Jahr. Das ist ja für mich immer gepachtet. Dezember ist mein Monat, wo alles glitzern darf und wo ich auch regelmäßig meine Kinder gezwungen habe, Dekoration aufzuhängen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Na, dieses Jahr habe ich die Frau Primbs dazu gezwungen, Dekoration aufzuhängen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, so ganz war es jetzt nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du hast dich nicht sehr gewehrt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, also erstmal war das ein bisschen schwierig, hier auf die Suche nach einem Weihnachtsbaum zu gehen, weil nämlich zwei Probleme. Erstens mal hier in diesen Hochhäusern sieht man das überhaupt nicht gerne, wenn da echte Weihnachtsbäume stehen. Nicht wegen Brandgefahr, sondern weil die eben den Aufzug voll bröseln und die Brösel dann halt irgendwie in den Kanten hängen bleiben und dann plötzlich der Aufzug nicht mehr geht. Haben wir auch von unserer Hausmanagerin erfahren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, deswegen haben wir jetzt eigentlich voll illegalerweise hier einen Baum drin. Ganz illegal ist es nicht. Sie hat gesagt, ja, also irgendwie hat sie es nicht übers Herz gebracht, uns ins Gesicht Nein zu sagen. Sagen wir es mal so. Haben wir natürlich gleich ausgenutzt. Ja, wobei wir haben ja nicht zuerst den Baum besorgt, sondern zuerst haben wir ja gedacht, vor das Vergnügen erstmal noch die Pflicht, ja, wir brauchen noch ein paar Gegenstände und da hieß es im allwissenden Internet, sowas wie Rührgerät gibt es zum Beispiel im Canadian Tire.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau, dann sind wir in den Canadian Tire reingelaufen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der hier so in der Nähe von dem Equivalent zum Times Square praktisch ist. Also so eine riesengroße Hauptstraße, die in Toronto existiert. Und da ist dieser, neben dem Best Buy, da sind so ein paar Shops halt und ein Mall und was weiß ich. Und da sind wir halt hin.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und eigentlich sind wir ja hin, weil wir einen Christbaumständer wollten, weil wir nämlich in unseren vielen Kisten unseren Christbaumständer ums Verrecken nicht gefunden haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der existiert doch irgendwo. Wir haben jetzt wahrscheinlich zwei. Aber die Wohnung ist ja auch groß genug für zwei Christbäume nächstes Jahr dann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich finde auch. Man kann nicht Christbäume genug haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir wollten also einen Christbaum und ein Rührgerät und dann sind wir in diesem Laden. Und dieser Laden ist der Wahnsinn.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Phänomenal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist wie ein Obi, aber ohne Baumarkt. Also es ist alles da drin in diesem Laden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nur keine Pflanzen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nur keine, ja genau, so Baumarktartikel nicht, aber ich vergleiche den deswegen mit dem Obi, weil alles andere ist da drin.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber Tiernahrung habe ich gesehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Lampen, Tiernahrung, so Elektrozubehör, Werkzeug, Fahrräder, Sportzeug, also wirklich alles, was man so im Haus braucht, aber eben nicht, wie man es jetzt von einem Baumarkt her kennt, irgendwie Fliesen oder Böden oder Holzplatten gibt es jetzt da nicht. Das ist so ein gigantisch großer Haushaltswarenladen im Endeffekt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, stimmt ja. Mit noch Kruschzeug.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und zwar mehretagig. Und in diesem Laden begab es sich,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dass wir einen Christbaumständer gefunden haben. Naja, jedenfalls, also die haben Christbaumkram, das ist der Hammer. Da glitzert's, also da kannst du gar nicht durchlaufen, ohne dass du danach überall glitzerst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und es war jedenfalls sehr herzwerbend, weil mit jedem Regal, in das wir gegangen sind, und wo die nächste Welle an Glitzer über Susanne hereinbrach, wurde es irgendwie weihnachtlicher um sie herum.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich meine, zum Beispiel, ich habe ja so ein bisschen meinen Gelanden hinterher geweint. Ich hatte Weihnachten immer Treppengeländer, Gelanden hängen, da hingen dann auch die Säckchen von den Adventskalendern dran. Aber die habe ich ganz bewusst, habe ich die in Deutschland gelassen und hiermit Grüße an Elisa und Simone. Ich hoffe, ihr habt viel Spaß damit. Und jetzt haben wir eine kleinere Girlande. Aber die ist auch schön. Zwei. Naja, zwei kleine. Aber die sind klein. Schön. Ich habe jetzt einen bunten Regenbogenhänger für den Christbaum.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann sind wir wirklich voll beladen von Canadian Tire wieder zurück, haben die Sachen in der Wohnung abgeworfen und sind dann auf die Suche nach...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Einem Christbaum gegangen. Und tatsächlich, witzigerweise, ich meine, da sollte man doch meinen, in Kanada gibt es viele Bäume und so. Anscheinend ist es nicht so verbreitet, dass man echten Christbaum ins Haus stellt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zumindest nicht in der Innenstadt. Und da haben wir auch festgestellt, unsere Christbaumverkäufer haben ja, du erwartest ja Dinge, wenn du da hingehst. Also du erwartest, dass da verschiedene Baumsorten in verschiedenen Größen lehnen. Dann haben die immer diese Trommeln mit diesen Netzen durch die, die diese Bäume durchziehen und damit gleich abpacken. Und die sprießen ja überall aus dem Boden in der Weihnachtszeit. Das ist jetzt hier in Kanada offensichtlich nicht so. Also es ist etwas schwieriger, einen Christbaumverkauf zu finden. Wir waren aber erfolgreich. Und in diesen Christbaumverkäufen haben die dann aber auch keine Möglichkeit, Bäume für dich zu verpacken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also total verrückt. und auch die Bäume sehen anders aus, also die sind viel buschiger. Das finde ich aber gut. Das finde ich auch gut.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und weiche Nadeln, die piksen nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich meine buschiger und wir haben jetzt einen echt ganz süßen. Nee, da war ich dann ganz glücklich. Ich habe sogar einen kleinen Kranz noch bekommen, so aus echtem Tannenzeugs. Boah, krass. Weil, also Plastik kannst du hier alles kaufen, Plastikweihnachtsbaum.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Plastikbaum, Plastikkranz, Plastikdeko. Die sehen auch toll</p>
<p><strong>Susanne:</strong> aus, also muss ich sagen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sieht tatsächlich glaubwürdig aus. Also wenn man auf das Ding drauf guckt, dann hat man erstmal nicht den Eindruck, dass das Fake ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wirklich schön.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schön. Und jetzt hat sich der Dirk, hat sich an so ein Hängeschaf mit einem Sternchen in der Hand gekauft. Das hängt jetzt da ganz gemütlich. Das ist der</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Star dieses diesjährigen Weihnachtsbaums. Ja, es ist ein wirklich schöner Baum. Also da bin ich jetzt auch mal sehr gespannt, wenn wir dann erstmal den Rest von unserem Wohnzimmer hier noch eingerichtet haben. Wir haben ja jetzt wahrscheinlich bekommen wir morgen Bücherregale und dann werden wir in der Lage sein, hier Bücherregale einzuholen. Wir haben dann immer noch keine Couch, aber wir haben einen Sitzsack und einen Sessel und einen sehr bequemen, gemütlichen Teppich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das wird schon irgendwie hinhauen. Was steht denn noch so auf deinem Zettel, Dirk?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber auf meinem Zettel steht unter anderem noch drauf Inches.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Och. Also, wenn man auf die Suche geht nach, egal, Schreibtisch, Couch, Bücherregale und so weiter, kriege ich immer Inches-Angaben. Und wir haben Gott sei Dank so ein Maßband, was uns Inches und Zentimeter gleichzeitig gibt. Und nee, es gibt nicht ein Pi mal Daumen. Hab ich auch irgendwie gedacht, oh, ein Pi mal Daumen, aber... Ein Pi mal Daumen? Naja, dass du es irgendwie so abschätzen kannst, so, naja, ein Inch ist dann ungefähr und dann überschlägst du das, ja, das kannst du vergessen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir sind da noch nicht wirklich kompatibel angekommen, also das selbe mit Fahnenheit sagt mir genau nix.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja gut, Gott sei Dank benutzen die meisten, also eigentlich alle, auch die Wetter-Apps und so, ist alles in Celsius. Also das haben sie nicht mitgemacht. Aber Inches, Feet und es kommt darauf an, was man bestimmen will. Also die machen hier auch Kilometer, Meter und Zentimeter, das kennen die auch. und auch, ja zum Beispiel Ikea macht die Angabe in beiden Größen. Und je nachdem, wo du halt suchst und was du suchst, musst du halt mal auf Zentimeter umswitchen oder auf Inches.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich meine, das Gute ist ja, dass Kanadier mit beiden umgehen können. Also wenn du in den USA mit Amerikanern redest, kann dir passieren, dass die dich verwirrt angucken, wenn du ihnen mit Celsius kommst oder so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich schwöre dir, wenn wir hier durch sind mit Kanada spielen, ja, dann werde ich auch sowas wie Cups können. Dann spreche ich Cups und Inches. Und Ounces. Ounces, ja. Nee, so weit bin ich nicht. Das ist fortgeschritten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Cups, Ounces, Pounds, Inches. Ja, es war jedenfalls relativ verwirrend. Wir haben ja hier ein Maßband gefunden, auf dem tatsächlich beides drauf ist. Das ist ja ein Unterschied. Wenn du in Deutschland ein Maßband kaufst, ist normalerweise da tatsächlich nur Zentimeter drauf. Und dann haben wir hier ein Maßband gefunden, auf dem Inches und Zentimeter drauf waren. Aber natürlich sind die Inches das, was prominenter oben drauf ist und die Zentimeter unten drunter. Und dann dachten wir zuerst tatsächlich, dass die Zentimeterangaben falsch sind, weil das sah erstmal irgendwie falsch aus. Und dann haben wir dann einen Geodreieck</p>
<p><strong>Susanne:</strong> abgemessen. Ja, aber ich meine, es ist auch verwirrend, denn haben wir hier das Wohnzimmer ausgemessen, um zu wissen, was für Bücherregale, lalala und so. Und dann sage ich, na, wie viel ist es jetzt? Und prompt liest der Dirk die verkehrte Zahl ab, ja, Inches statt oder Feet statt Meter. Ja, aber es ist, naja, also so schlimm ist es eigentlich gar nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein bisschen nörgeln gerade dazu. Ich meine, was wären wir für Deutsche, wenn wir jetzt nicht rumnörgeln würden hier? Ach, nee,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ansonsten, ich meine, hier in dem Wohnzimmer zu sitzen und um uns rum, also wenigstens auf der einen Seite sind Hochhäuser mit beleuchteten Fenstern und sind auch irgendwie Menschen unterwegs und bereiten sich auf Weihnachten vor oder auch nicht. Das ist irgendwie schön. Wir sind auch richtig bereit, dass die Kinder jetzt einfallen. Naja, hoffentlich können wir jetzt noch die Bücher einräumen, das wäre toll diese Woche. Nehmen wir das auch noch weg.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber damit haben wir jetzt auch, glaube ich, unser Lebenszeichen wieder abgeschlossen. Wir leben noch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir leben noch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und es geht uns immer noch gut. Es läuft, würde ich sagen, es läuft. Ja, wir machen Fortschritte. Wir sind natürlich wie immer viel zu ungeduldig, aber tatsächlich, glaube ich, sind wir gut unterwegs.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich kann mich jetzt nicht beschweren. Das Haus hier, wir haben schon ein paar Leute auf dem Stockwerk kennengelernt. Das ganze Haus hier ist super nett, auch die Rezeption unten, die kennen uns inzwischen schon, weil wir immer diejenigen sind, die halt mit irgendwelchen Fragen um die Ecke biegen. Weil ich möchte ja nicht einfach mal annehmen, ich weiß alles, wie alles funktioniert. Und wir haben jetzt auch schon eruiert, wo wir zum Supermarkt gehen können. Und was ich da ganz besonders schön finde, und das fand ich heute Abend auch wieder, ist, wenn du so durch die Reihen von dem Supermarkt durchläufst, dann siehst du, wie viele verschiedene Kulturen, du hast doch diese Bemerkung gemacht, wie viele verschiedenen Kulturen hier normalerweise unterwegs sind. Ja, es ist</p>
<p><strong>Dirk:</strong> völlig gleichberechtigt. Es ist nicht so, wie es jetzt in Frankfurt war, dass es zwar irgendwie so eine asiatische Ecke gibt, so einen Regalmeter, in dem du dann das Asiagewürz und die Glasnudeln kriegst sozusagen, sondern das ist wild durcheinander gemischt. Ich habe auch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> eine türkische Ecke gesehen. Also, schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also und dann ist es natürlich auch noch so, besagter Supermarkt, durch den wir heute gegangen sind, heute Sonntag.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach so, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der macht sonntags um sieben auf und um zehn zu und das ist der große Supermarkt. Aber wir haben hier in dieser Wohnanlage einen kleinen Supermarkt, der 24 mal sieben offen ist. Ach, und wir haben, haben wir das beim letzten Mal schon erzählt, wir haben Vollkornbrot gefunden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh ja, Vollkornbrot beim dänischen Bäcker.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, und es ist wirklich sehr glaubwürdiges, leckeres Vollkornbrot.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dann würde ich sagen, dann fallen wir jetzt in unsere eigenen Betten. Na, Dirk, wie war das? Die erste Nacht in deinem eigenen Bett wieder.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Glorious, glorious. Wobei unsere Möbel allgemein, aber speziell dieses Bett hat ja Begeisterung bei den Möbelräumern ausgelöst.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, bei mir löst dieses Bett auch totale Begeisterung aus, weil nach einem Monat aus dem Koffer leben und in verschiedenen Betten schlafen, muss ich sagen, habe ich mich jetzt echt gefreut. So meine eigene Bettdecke, mein eigenes Kissen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gut, die Möbelpacker haben jetzt nicht geschlafen in dem Bett, aber es war dann trotzdem für die ein ungewöhnliches Bett, was sie wieder aufgebaut haben. Und genau in dieses Bett werden wir uns jetzt zurückziehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> War ein langer Sonntag. Waren auch heute wieder fleißig. Heute sind es wieder acht Kisten weniger.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, wie schön. Wir haben noch einen ganzen Raum voller Kisten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Insgesamt waren es 191 Kartons. Wir haben jedenfalls die Anzahl Packstücke schon arg dezimiert bis jetzt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das stimmt, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also vielleicht sind es jetzt noch irgendwie so 60, würde ich jetzt mal schätzen. 50 vielleicht sogar. 32 Kartons sind unsere Bücher.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das können wir dann mit einem Schwung ausräumen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und irgendwas um die 20 Kartons ist dann alles andere.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, morgen geht die Woche wieder los. Heute ist der dritte Advent. Morgen fängt dann die Weihnachtswoche an. Wie schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also, ihr Lieben, passt auf euch auf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schöne Weihnachtsgrüße aus Kanada. Aus dem so, so kalten Kanada. Brrrr. Ja, genau. Jetzt machen wir hier Sprüche, ja. Und dann werden wir bis im April rein Schnee haben, während in Deutschland alles schon warm wird. Dann kann man immer noch mehr Kulpa machen, ja, bis jetzt. Ja, wir haben jetzt dann auch die nächsten Tage Sonnenschein. Also ich glaube, morgen jetzt nicht, aber Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. und da wird es dann auch schon mal richtig bisschen brezelig kalt. Also minus ein Grad.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vielleicht kriegen wir ja kalte Weihnachten. Weiße Weihnachten. Nicht kalte Weihnachten. Vielleicht kriegen wir ja weiße Weihnachten. Das wäre doch was.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so angepudert. Gut, wir gehen jetzt ins Bett.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bis bald.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bis bald.</p>]]></content:encoded>
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            <title>Donuts und Boxende Beuteltiere</title>
            <link>https://schlanada.de/posts/donuts-und-boxende-beuteltiere.html</link>
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            <pubDate>Sat, 23 Dec 2023 00:37:44 GMT</pubDate>
            <description>Die Donut-Tour fand endlich statt, außerdem berichten wir vom Abenteuer Bank und haben Neuigkeiten zur Wohnungssuche. Ach, und ein boxendes Känguru gab&#x27;s auch noch...</description>
            <itunes:summary>Die Donut-Tour fand endlich statt, außerdem berichten wir vom Abenteuer Bank und haben Neuigkeiten zur Wohnungssuche. Ach, und ein boxendes Känguru gab’s auch noch… Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Susanne: Ja, ich habe jetzt so viel frische Luft geschnappt, ja. Ich bin jetzt sauerstoffgeflutet. Außerdem bin ich endlich wach. Hiermit Grüße an Hans-Georg, meinen Onkel aus Brasilien, der uns heute Morgen mit seiner fröhlichen Stimme um halb neun geweckt hat. Dirk: Viel zu gut gelaunt. Susanne: Viel zu gut gelaunt für meine Zeit, aber bei ihm war es ja schon halb elf. Und ja, wir lagen noch im Bett, weil es ist Samstag und ich muss dann nicht aufstehen. Dirk: Manche von uns haben ihr Handy nicht auf stumm geschaltet, offensichtlich. Susanne: Das ist ja nur, wenn du mich anrufst. Dirk: Wir sollten das mal überprüfen und ändern. Susanne: Ja, ich glaube auch. Normalerweise habe ich das auch. Ach, nee, warte mal. Zwischen 10 Uhr abends und morgens um 7 Uhr ist es auf silent. Dirk: Ja, das sollte am Wochenende vielleicht ausgedehnt werden, diese silent Phase. Susanne: Ich glaube auch. Sorry, Hans-Georg. Dirk: Wir haben ihn ja trotzdem lieb. Und es hat ja trotzdem Spaß gemacht und wir hätten ja wenig später eh aufstehen müssen. Susanne: Ja, weil wir haben nämlich heute unsere Donut-Tour gemacht. Dirk: Genau, Grüße an Sabine und Susanne: Frauke, weil die Donut-Tour war echt toll. Dirk: Ja, Sabine und Frauke sind unsere ehemaligen Susanne: Vermieter in Frankfurt. Dirk: Die haben uns eine Donut-Tour geschenkt. Susanne: und ja, und letzte Woche konnte die ja irgendwie nicht stattfinden, weil unser Führer krank war und diese Woche haben wir die dann endlich machen können. Dirk: So ein bisschen wie ein Previously Happened hier. Susanne: Ja, Previously Happened, what happened? In Schlannada, Previously Happened. Dirk: Ja, und heute war es jedenfalls soweit. Hast du den Namen noch parat, wie der hieß? Susanne: Ja, also unser mexikanischer Führer, Gott sei Dank nicht auf Spanisch, sondern auf Englisch, hieß, heißt, heißt immer noch, Sinue und ist vor zwei Jahren nach Kanada gekommen. durch witzige Umstände. Er ist eigentlich Künstler, also der spielt Gitarre und ist so Songwriter, genau, Songwriter. Und ja, und dann haben wir uns durch die verschiedenen Donutläden gefuttert und ich muss dir ehrlich gestehen, mir ist Rattenschlecht jetzt. Dirk: Ich habe jetzt gerade Luft geholt und darüber nachgedacht, dass wir uns überhaupt noch gar nicht vorgestellt haben. Wir nehmen schon wieder an, alle wissen, wer wir sind. Hallo Susanne. Hallo Susanne. Hallo Susanne. Hallo Dirk. Perfekt! Jedenfalls unser, ich hab den Namen schon wieder vergessen. Sinue. Sinue war super. Wir hatten den praktisch ganz exklusiv für uns allein. Susanne: Ja, nur wir zu dritt. Dirk: Und wir hatten so viel Spaß mit ihm. Und ich finde, Sinue ist eine, der passt super zu den Geschichten, die wir jetzt so endlos einsammeln hier, wann immer wir mit Leuten in Toronto zu tun haben. und das in dieselbe Kategorie fällt für mich der Uber-Fahrer, der uns hingefahren hat zu Sinoe. Nämlich diese Geschichten, wo Leute halt hierher kommen, von überall her und dann hier halt irgendeinen Weg gehen, der jedes Mal völlig ein anderer ist, aber alle immer dann sagen, wie toll doch und bunt diese Stadt wäre. Susanne: Jetzt greife ich mal kurz den Uber-Fahrer auf. Der arme Mann kommt aus Indien und seine Frau war zuerst hier in Kanada und dann ist Covid passiert. Dirk: Wir haben 2019 erstmal geheiratet und der Plan war, dass er dann nach Kanada nachkommt. Susanne: Genau. Und dann musste er zweieinhalb Jahre warten, bis er seine Frau wiedergesehen hat. Stellt euch das mal kurz vor. Dirk: Die Romantik. Stellt euch diese Romantik vor. Die Szene am Flughafen. Susanne: Schön. Ja. Nee, also das Dirk: hat er dann erzählt, er ist jetzt seit 2022 hier. Ja, also seit Susanne: letztem Jahr. Genau. Und endlich sind sie wieder vereint. und eigentlich sind sie ja seit vier Jahren </itunes:summary>
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<p>Die Donut-Tour fand endlich statt, außerdem berichten wir vom Abenteuer Bank und haben Neuigkeiten zur Wohnungssuche. Ach, und ein boxendes Känguru gab&#8217;s auch noch&#8230; </p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich habe jetzt so viel frische Luft geschnappt, ja. Ich bin jetzt sauerstoffgeflutet. Außerdem bin ich endlich wach. Hiermit Grüße an Hans-Georg, meinen Onkel aus Brasilien, der uns heute Morgen mit seiner fröhlichen Stimme um halb neun geweckt hat.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Viel zu gut gelaunt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Viel zu gut gelaunt für meine Zeit, aber bei ihm war es ja schon halb elf. Und ja, wir lagen noch im Bett, weil es ist Samstag und ich muss dann nicht aufstehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Manche von uns haben ihr Handy nicht auf stumm geschaltet, offensichtlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist ja nur, wenn du mich anrufst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sollten das mal überprüfen und ändern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich glaube auch. Normalerweise habe ich das auch. Ach, nee, warte mal. Zwischen 10 Uhr abends und morgens um 7 Uhr ist es auf silent.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das sollte am Wochenende vielleicht ausgedehnt werden, diese silent Phase.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube auch. Sorry, Hans-Georg.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben ihn ja trotzdem lieb. Und es hat ja trotzdem Spaß gemacht und wir hätten ja wenig später eh aufstehen müssen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, weil wir haben nämlich heute unsere Donut-Tour gemacht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, Grüße an Sabine und</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Frauke, weil die Donut-Tour war echt toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Sabine und Frauke sind unsere ehemaligen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Vermieter in Frankfurt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die haben uns eine Donut-Tour geschenkt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und ja, und letzte Woche konnte die ja irgendwie nicht stattfinden, weil unser Führer krank war und diese Woche haben wir die dann endlich machen können.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So ein bisschen wie ein Previously Happened hier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Previously Happened, what happened? In Schlannada, Previously Happened.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und heute war es jedenfalls soweit. Hast du den Namen noch parat, wie der hieß?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also unser mexikanischer Führer, Gott sei Dank nicht auf Spanisch, sondern auf Englisch, hieß, heißt, heißt immer noch, Sinue und ist vor zwei Jahren nach Kanada gekommen. durch witzige Umstände. Er ist eigentlich Künstler, also der spielt Gitarre und ist so Songwriter, genau, Songwriter. Und ja, und dann haben wir uns durch die verschiedenen Donutläden gefuttert und ich muss dir ehrlich gestehen, mir ist Rattenschlecht jetzt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe jetzt gerade Luft geholt und darüber nachgedacht, dass wir uns überhaupt noch gar nicht vorgestellt haben. Wir nehmen schon wieder an, alle wissen, wer wir sind. Hallo Susanne. Hallo Susanne. Hallo Susanne. Hallo Dirk. Perfekt! Jedenfalls unser, ich hab den Namen schon wieder vergessen. Sinue. Sinue war super. Wir hatten den praktisch ganz exklusiv für uns allein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nur wir zu dritt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wir hatten so viel Spaß mit ihm. Und ich finde, Sinue ist eine, der passt super zu den Geschichten, die wir jetzt so endlos einsammeln hier, wann immer wir mit Leuten in Toronto zu tun haben. und das in dieselbe Kategorie fällt für mich der Uber-Fahrer, der uns hingefahren hat zu Sinoe. Nämlich diese Geschichten, wo Leute halt hierher kommen, von überall her und dann hier halt irgendeinen Weg gehen, der jedes Mal völlig ein anderer ist, aber alle immer dann sagen, wie toll doch und bunt diese Stadt wäre.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jetzt greife ich mal kurz den Uber-Fahrer auf. Der arme Mann kommt aus Indien und seine Frau war zuerst hier in Kanada und dann ist Covid passiert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben 2019 erstmal geheiratet und der Plan war, dass er dann nach Kanada nachkommt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Und dann musste er zweieinhalb Jahre warten, bis er seine Frau wiedergesehen hat. Stellt euch das mal kurz vor.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Romantik. Stellt euch diese Romantik vor. Die Szene am Flughafen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Schön. Ja. Nee, also das</p>
<p><strong>Dirk:</strong> hat er dann erzählt, er ist jetzt seit 2022 hier. Ja, also seit</p>
<p><strong>Susanne:</strong> letztem Jahr. Genau. Und endlich sind sie wieder vereint. und eigentlich sind sie ja seit vier Jahren verheiratet, aber eigentlich nur ein Jahr.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber ich finde halt diese Geschichten trotzdem sehr typisch für hier, dass du halt kaum jemanden findest, der sagt, war schon immer in Toronto, gehöre nach Toronto, bin hier aufgewachsen in Toronto.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Können wir vielleicht erst die Toronto-Tour, ja, erst die Donut-Tour.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die anfingen in diesem pinken Donutladen, in dem wir ja letzte Woche auch schon mal standen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und unser Tourguide hatte schon Donuts für uns besorgt und die waren toll.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, die waren fantastisch. Die sind auf der Zunge zergangen. Und das müsst ihr euch so vorstellen, nicht die typischen Donuts, die ihr kennt, die so Handteller groß sind.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und trocken, mit Schokoglasur obendrauf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sondern so kleine, kleine Donuts, also auch mit Loch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das eine war Apfelzimt und das andere war mit Schoko irgendwie.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also das andere war dieser Flavor, den die ja jede Woche wechseln.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann sind wir von dort aus losgelaufen, sind erst in den Fashion District, der jetzt nicht mehr Fashion hat, heißt nur so. Ja, da sind jetzt auch einfach nur Cafés, Bars, Restaurants und so weiter und halt ein Wohnviertel. Und da gibt es eine ganz coole Straße mit so Nebengässchen und die sind alle voll mit Graffiti.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das ist sozusagen die Street-Art-Straße. Es gibt mehrere davon in Toronto, aber es ist die größte und vielseitigste und deswegen auch so ein Touristen-Hotspot im Prinzip, wobei wir waren jetzt da relativ allein. Also ich nehme an, Mitte Dezember ist nicht mehr so der Tourismus-Boom hier in Toronto, überhaupt wenn es Nisselregeln hat und grau ist nicht. Aber wir waren hin und weg. Es war wirklich schön in dieser Straße, also viel, viel Street-Art.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Apropos Nisselregen, ich will es nur mal erwähnen, es hat heute 10 Grad hier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> 10 Grad.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Plus, plus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wobei wir hatten letztens ein Light Dusting.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau. Also ich war noch nie so fasziniert von so vielen verschiedenen Worten. Poetischer Wetterbericht. Poetischer Wetterbericht, also besser als Kachelmann, sage ich da nur.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ah, viel besser.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du hast mit so viel Liebe vorgelesen auch und das war ein geradezu orgastischer Wetterbericht. Also da würde ich mir jeden Tag, für Leute, die sich das Horoskop in der Zeitung rausblättern, hier liest man den Wetterbericht, glaube ich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, vielleicht. Na gut, zurück zu unserer Donutshow.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vom Fashion District und dieser Graffiti Street ging es dann wohin? Ging dann direkt eigentlich, wir sind dann mehr oder weniger direkt so Richtung Kensington Market geschafft. Ja, ja, wir sind</p>
<p><strong>Susanne:</strong> dann, aber ich meine durch andere Viertel noch und haben uns natürlich angeregt mit unserem Führer unterhalten über alles mögliche. Ich meine Kensington Market kennen wir schon von Mai, da sind wir da schon durch und witzigerweise das Lieblingscafé, das er im Kensington Market hat, war auch unser Café, das wir sehr gerne mochten, als wir letztes Mal hier waren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben einfach dafür einen unzweifelhaften Radar.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wahrscheinlich, ja. Wo ist das Café, in das wir rein wollen? Piep, piep, piep, piep. Oh, da.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was uns auch auffiel ist, also wir haben unterwegs halt Stops gemacht und süßes Gebäck gegessen. Beim zweiten Stopp, bei dem wir Donuts bekommen haben, haben wir einen Gingerbread Donut.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der sah aus wie so ein kleiner, wie heißen die nochmal? Kleiner, der an dem Ding nichts... Nein, nein, okay. Aber diese Hevel-Männer, die... Heißen die sogar</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gingerbread Man oder Ginger... Ja, ich meine, in</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Deutschland ja nicht, sondern die es zu St. Martin immer gibt, diese Männchen. Aber natürlich müsst ihr euch halt als Donut vorstellen und mit Füllung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und unglaublich, unglaublich süß. Aber vegan. Aber vegan, aber fluffig. Also was man ihnen auf jeden Fall lassen muss, wir haben an drei verschiedenen Donutstops Donuts bekommen. Und trocken waren die nirgends.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Am dritten Stopp waren es Churros, keine Donuts.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich rede jetzt von drei verschiedenen Donut-Stationen. Die dritten haben wir jetzt noch nicht gegessen, aber die sehen auch nicht unbedingt gerade aus, als wären das trockene Donuts. Aber ja, wir haben außerdem noch Churros auch noch gegessen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich konnte nicht mehr.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber dieser zweite Stopp besonders hat mich persönlich über meine Zuckertoleranz hinübergehoben. Also es war schon unglaublich süß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jedenfalls, unsere Tour endete dann in Kensington Market und wir sind dann einfach weiter Richtung unser Zuhause gelatscht. Das war ja dann auch nochmal, wir sind jetzt eine halbe Stunde oder so gelaufen, querbeet. Ich finde es ja immer schön, wenn man durch eine Straße läuft und einfach so entdeckt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und es ist ja, hier in Toronto ist es tatsächlich, finde ich, ganz faszinierend, dass du alle zwei, drei Straßen, kann sich das komplett ändern, in welcher Umgebung du gefühlt rumläufst. Der größte Blob bis jetzt, den wir so kennen, ist natürlich jetzt hier Downtown und Financial District. Das hat diese Großstadt-Hochhäuser-Schluchten-Vibes, aber sobald du dann das hinter dir lässt und dann hier durch die umliegenden Stadtviertel läufst, sind die, also das wechselt sehr, sehr schnell, manchmal im Lauf von einer Straße, die du weitergehst, von abgeratzt heruntergekommen zu total posch mit irgendwie einer Menge Lädchen. Manchmal ändert sich plötzlich das Stil der Gebäude. Und dann gibt es hier natürlich so Viertel wie Chinatown. Ja, da gibt es dann natürlich noch andere Unterschiede.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nämlich zum Beispiel in Downtown findest du ja viel so Kaffeeshops, so Rein-Raus-Koffeeshops. Also sprich, du rennst rein, wo ist dein Kaffee, rennst mit deinem Kaffee wieder raus. Und das findest du halt so Reinsitz-Rumhäng-Kaffees, findest du dann mehr in so ein bisschen den Äußeren. und deswegen, dann sind wir jetzt nach Hause und erholen uns gerade von der Zuckerladung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich will nicht wissen, wie viele Kalorien das waren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, mit den Kalorien, das hat Spaß gemacht. Die zählen ja nicht,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wenn sie im Donut sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, Donuts sind absolut kalorienfrei.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Außerdem hast du ja das Essen der Donuts an mich delegiert, zu großem Teil. Was ich auch interessant finde ist, also der Donuts-Shop, in dem wir drin saßen, war ganz schnuffig, aber manche von diesen Shops, an denen man so vorbeiläuft und auch der letzte, wo wir diese Donuts jetzt bekommen haben, die sehen manchmal für unsere Augen, wenn man da von außen reinguckt, wirklich ratzig aus. Also da hast du so das Gefühl, auf Wohlfühlatmosphäre wurde kein Wert gelegt beim Design dieser Ladenschläche. Das geht mir auch manchmal bei so kleinen Läden, an denen man vorbeiläuft oder so, geht mir das so hier. Also diese Edeka-Experience, du hast mehr Netto als Edeka, wenn du hier so die Läden anschaust.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Trotzdem, also gerade diese kleinen Lädchen, die haben manchmal so gute Qualität und so. und ich meine, das ist ein absoluter Unterschied zu Deutschland, wo alles so sauber und aufgeräumt, manchmal auch stylisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, bei uns in Deutschland gehst du in die ratzigen Läden gar nicht rein, weil du die Annahme triffst, da wird es dann auch schlecht sein da drin. Und dann gehst du in so hochpolierte Läden und bist dann vielleicht trotzdem enttäuscht. und hier schaust du, an welchem Laden steht die längste Schlange draußen an, sozusagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da kannst du dich gut dran herunterorientieren. Oder lässt dich von einem</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Insider zu dem Laden führen. Außer es steht Tim</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Horten drauf. Also das habe ich nur nicht verstanden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, ich auch nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was die Faszination der Kanadier mit Tim Horten ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann kann der Laden noch so ratzig sein. Ist das dann ein geiles Essen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Hm, wie kommen wir denn jetzt von Essen zum nächsten Thema?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mal gucken, was für Themen wir denn hier haben. Ah, Moment,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Moment, Moment, Ah, Übergang</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh, die Frau Primbs läuft mit dem Mikro durch die Wohnung</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Moment, ich will das so machen wie Elvis</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist super</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich bin schon wieder auf dem Weg zurück</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist einfach so eine weite Wohnung So eine große Wohnung So eine große Wohnung, jawohl Ah, Special Effects</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Special Effects, das ist wie ein Hörspiel heute Also, ich weiß noch, eine Freundin hat mir mal erzählt, oh, diese Platte hier, da hört man das Schlüsselgeklapper von Elvis in der Hosentasche. Ich frage mich nicht. Egal. Jedenfalls, wisst ihr, was das ist? Das sind unsere Haustürschlüssel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawoll, ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben eine Wohnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eine Wohnung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die wir mieten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also so irre sind wir noch nicht, dass wir jetzt hier spontan, nachdem wir die Stadt gerade noch kennenlernen, gleich schon mal kaufen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, also wir haben jetzt eine Wohnung gemietet, wir haben auch eine gefunden, wo all unsere Bücher reinpassen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wissen wir das schon? Die Bücher sind noch nicht da. Ja, ja, aber</p>
<p><strong>Susanne:</strong> rein mein Augenmaß sagt mir, die Bücher passen rein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Okay, ja es ist für hiesige Verhältnisse eine sehr geräumige Wohnung, die wir haben. Wir sind immer noch gut in der Zeit, wir haben die Zwei-Wochen-Marke nicht geknackt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Stimmt, weil wir haben am Donnerstag war das.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also am Mittwoch haben wir den Mietvertrag unterschrieben und am Donnerstag hatten wir dann die Schlüsselübergabe und haben auch unseren Vermieter kennengelernt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein Italiener in zweiter Generation, der demnächst Opa wird.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und ich habe in der Zukunft den richtig langen Weg von der Arbeit nach Hause. Ich muss tatsächlich, muss ich eine Straße überqueren. Das kann dann schon mal zehn Sekunden dauern. und dann habe ich noch ungefähr 20 Sekunden bis nach Hause.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also du kannst von unserer Wohnung aus dein Büro sehen. So nah waren wir noch nie an unseren Arbeitgebern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das wird auch mal ganz toll. Das ist so ein Luxus für sich selber, zu Fuß in die Büro, in unsere Büros gehen zu können, obwohl wir nicht im Homeoffice sind. Ja. Und sogar die Wahl zu haben. Wir können an einem und demselben Tag, wenn wir wollen, mehrmals hin und her wechseln zwischen wir sind im Büro und wir sind im Homeoffice.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir haben halt über Jahre uns so, sag ich mal, Routinen zugelegt, wie jeder wahrscheinlich von euch auch. Und eine davon war, dass der Dirk und ich in der Regel gemeinsam Mittag essen. Wir haben ja beide von zu Hause aus gearbeitet, deswegen war das eigentlich ein Problem. Also wir haben dann entweder zusammen gekocht oder sind dann irgendwie essen gegangen. Das ist ja jetzt anders. Nur hier in Kanada ist nicht unbedingt, also die Mittagessenskultur ist jetzt nicht so ausgeprägt wie jetzt in Deutschland. Ja, also das vermisse ich so ein bisschen. Es gibt schon Kollegen, die auch Mittagessen gehen oder sich dann unten im Foodcourt irgendwas holen. Und dann sitzt du halt oben gemeinsam und isst. Es gibt aber auch viele, die am Schreibtisch essen. Und das ist ja für mich ein absolutes Nee-Nee. und insofern müssen wir auch da erstmal natürlich unsere neue Routine finden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir hatten schon mal eine Zeit, wo wir nicht mittags gemeinsam gegessen haben. Das stimmt, ja. Als wir nach München reingependelt sind, von Moosburg aus, da war es so. Da hatte ich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> aber andere Deutsche und andere um mich rum, die eine Mittagskultur gepflegt haben und dann mit mir essen gegangen sind regelmäßig. Also du hast immer Leute gefunden, die mit dir Mittag gegessen haben und wo du dich halt mal so eine Dreiviertelstunde einfach offline gepackt hast Ja, und nicht am PC saßt, sondern was anderes gemacht hast. Ja, und wie gesagt, auch da müssen wir uns noch reinfinden, aber jetzt haben wir ja wenigstens mal, wir haben eine Telefonnummer und wir haben eine Adresse. Juhu!</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und das ist ja auch so toll, also wir haben ja dann hier eben ein Apartment in so einem Apartmentgebäude und das heißt, da gibt es den Reception Desk, der unsere Pakete entgegen nimmt. Da gibt es irgendwelche Räumlichkeiten, die man zubuchen kann, wie zum Beispiel einen Pool. Den brauchst du nicht buchen? Den brauchst du nicht buchen, nee. Also zu dem Gebäude gehören bestimmte Räumlichkeiten, die wir mitnutzen dürfen. So muss man es vielleicht formulieren. Das haben wir, glaube ich, beim letzten Mal schon beschrieben, dass es da ein Fitnesscenter und ein Pool und so gibt. Aber Susanne ist ja ein echter Fan von einer</p>
<p><strong>Susanne:</strong> bestimmten Sache und nur deswegen haben wir diese Wohnung gebucht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, so ist es. So. Nämlich?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Den Golf-Simulator.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe ihn noch nicht gesehen. Ich glaube, der wird so eine Enttäuschung werden, wenn wir den dann das erste Mal sehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, okay, ja, Golf-Simulator, okay.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Golf Simulator ist ja ziemlich die Antithese von allem, was Golf ist Golf ist doch eigentlich Spazierengehen in schöner Natur und behaupten, es wäre Sport</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau, aber gut wahrscheinlich solltest du nicht leiden sagen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Golfspieler nehmen mir das jetzt übel, Entschuldigung Ja, ich weiß, es ist total anstrengend und ich muss dazugeben, ich hab schon mal gelernt, wie man beim Golf abschlägt und ich hatte hinterher eine Woche lang Muskelkater und ich hatte Schwielen an den Händen Also, fairerweise, ich weiß es ja besser</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, außerdem ist es nicht so einfach, so einen kleinen Ball zu treffen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und trotzdem ist es deswegen so ein cooler Sport, weil man an den schönsten Orten dieser Erde auf gut gepflegten grünen Flächen unterwegs ist. Und ich finde, der Golf-Simulator in einem geschlossenen Raum in einer Großstadt ist halt, ja, was anderes. Aber zurück zur Wohnung. Wir haben eine Wohnung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Yep. So, und dann haben wir im Zuge dessen gelernt, dass unser Container schon in Montreal ist und jetzt darauf wartet, mit dem Zug hierher geschifft zu werden. Das heißt, das wird dann auch demnächst dann passieren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das kann potenziell jeden Moment soweit sein, was mich auch ganz nervös macht, weil wir müssen einen Aufzug buchen für diesen Umzug. Und ich habe keine Ahnung, ob es für den Aufzug echt mehrere Tage Vorlauf braucht oder ob im Dezember den sowieso niemand braucht und ich ihn jederzeit buchen kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, die haben ja vier Aufzüge, da kann man ja wahrscheinlich schon mal einen buchen. Ich weiß auch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> nicht, ob ich den buchen muss oder ob die Umzugsfirma den buchen muss. Egal. Also diese Wohnanlage, in der wir da sind, die haben eine eigene App und ein eigenes Portal, in dem man eben sowas dann anmelden kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Um das mal zu erzählen noch, unsere Wohnung ist im 21. Stock von, ich glaube, 25 oder 26 Stockwerken. Im 25. habe ich gelesen, ist der Partyfloor.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn der Hans-Georg kommt, machen wir eine Sause.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Morgen um 8. Da ist er ja schon wach. Ja, juhu, okay, gut, aber im Zuge dessen, der Wohnung, Dirk, erzähl doch mal, Bank, wie war denn das so?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also eine der Dinge, die wir hier gelernt haben, ist, in Kanada gibt es noch Schecks.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und Dirk, erzähl doch mal, wann war das letzte Mal, wo du einen Scheck ausgefüllt hast? Noch nie. Ach, ich auch nicht. Also ich erinnere</p>
<p><strong>Dirk:</strong> mich dran, dass es Schecks gibt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich weiß auch, ich habe meinen Vater Schecks ausfüllen sehen. Ja, daran kann ich mich auch noch erinnern. Ich glaube, ich habe das noch nie gemacht. Ich weiß, meine Bank hat mir mal welche in die Hand gedrückt, aber ich habe die nie benutzt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wir springen gerade ein bisschen. Also wir haben uns ein Konto angelegt bei der RBC und damit waren wir auch ganz happy. Und ab da dachten wir, alles jetzt entspannt. Tutti. Alles Tutti. Das Problem, was wir da natürlich haben, wir sind jetzt hier ganz neu in dem Land. Wir haben keinen Credit-Score, das heißt, die Bank hält uns für vollkommen unfähig, irgendwas zu tun. Das heißt, absurde Limits, darüber haben wir ja schon mal gesprochen hier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich glaube, das letzte Mal hatte ich das verglichen mit, ich fühle mich wie so ein Teenager, der 50 Euro im Monat von seinen Eltern überwiesen kriegt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber das stimmt jetzt inzwischen nicht mehr, weil...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja!</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sorry, ich muss noch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> lachen, ich muss noch lachen. Lass mich das erzählen, ja. Um hier unsere Kreditkarten zu bekommen, müssen wir von unseren Firmen einen Brief ranschaffen, wo unser Gehalt, unser jährliches draufsteht. So eine Art Bestätigung, dass wir angestellt sind und was wir halt so verdienen, damit die einen Nachweis haben und wissen, in welchem Rahmen sie uns eine Kreditkarte geben können. So, das haben wir beide also schön gemacht. Ich habe meinen Employment Verification Letter eingereicht, der Dirk hat seinen und man muss auch so wissen, der Dirk verdient mehr als ich. Mir haben sie meine Kreditkarte approved, also ich bekomme jetzt eine in den nächsten drei bis sieben Tagen Ja, dir haben</p>
<p><strong>Dirk:</strong> sie auch deine Limiterweiterung approved</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das heißt</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du darfst jetzt dann mit dieser Kreditkarte bis zu 15.000 Dollar im Monat ausgeben und hast eine Kreditkarte Ich hingegen mit mehr Verdienst identischen Papieren, die ich eingereicht habe und übrigens, ich bin von uns beiden auch derjenige, der gleich am Anfang, als wir den ganzen Rödel angelegt haben, habe ich Guthaben auf das Konto gelegt. Und ich sage mal so, es ist nicht wenig Guthaben. Ich dachte mir, wir werden ein paar große Anschaffungen am Anfang haben. Ich möchte mir die Unsicherheit nicht antun, wenn jetzt irgendwie ein Monat lang Versatz ist, das Geld kommt auf meinem Konto an oder so, dass ich dann plötzlich irgendwie nicht weiß, wie ich Dinge bezahlen soll und so weiter. Also habe ich von unserem Erspartenen teilgenommen und gleich auf dieses Konto gelegt. Das heißt, da ist ein komfortabler finanzieller Puffer drauf, während Susanne im Augenblick 200 Dollar auf ihrem Konto hat.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber ich hab mir gedacht, ich warte halt jetzt mal, bis so das erste Gehalt einkommt. Und ich meine, deswegen, wir sind ja ein Pärchen, wir sind hier gemeinsam unterwegs, also warum soll ich denn das jetzt auch machen mit, ne? Also insofern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Trotz allem, das ist die Ausgangslage und Susanne hat jetzt eine Kreditkarte und darf mit der Kreditkarte 15.000 Miese machen. Und mein Approval ist nicht durchgegangen. Das heißt, ich darf weiterhin im Monat nicht mehr als 1000 Dollar irgendwie über Online ausgeben. Ich darf nichts direkt abheben. Also ich darf bis zu 1000 Dollar, glaube ich, auch im Monat abheben. Und es gibt viele, viele seltsame Limits. Das ist jetzt der Grundstock.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Papi Bank sagt nein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Exakt. Also ich saß dann da drin und habe gesagt, ihr wollt mich doch verarschen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, also sagen wir es mal so, er hat es dann eher so gesagt, er wollte mir jetzt sagen, ich habe hier so viel Geld auf meinem Konto und ich könnte jetzt nicht das einfach nehmen und was damit machen, sondern ich musste so in, was weiß ich, in mehreren Tagen 1.000 Dollar oder so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, genau. Jetzt sind wir bei der Wohnung. Das alles war jetzt Vorrede, um zu erklären, wie sich das Bankensystem vom Grundsatz her anfühlt. Das Bankensystem hier ist eine seltsame Mischung aus topmodern und nicht so modern. Topmodern zum Beispiel ist ein System namens Interac, wo man sich gegenseitig Zahlungen schicken kann. Im Prinzip registriert man bei seiner Bank eine E-Mail-Adresse und an die E-Mail-Adresse kann man Zahlungen schicken. und es funktioniert anscheinend in fast Echtzeit super schnell, super effektiv. Das wird hier viel benutzt, genauso wie dieses Tap-to-Pay sehr viel benutzt wird und Kreditkarten. Also sobald man mal in diesem System ist, gibt es Dinge, die sind sehr, sehr fluppig. Aber es gibt dann auch dieses seltsame Checksystem und dem begegnet man zum Beispiel, wenn man hier eine Wohnung mietet. Weil eine der Dinge, die man dann gleich machen darf, ist, bei Wohnungsübergabe reicht man seinem zukünftigen Vermieter, überreicht man dem zukünftigen Vermieter einen Scheck mit der ersten und der letzten Miete und einem Sicherheitsdeposit. Erste-letzte Miete heißt, man zahlt sozusagen den ersten Monat im Voraus. Letzte Miete heißt, wenn man die Wohnung kündigt, muss man die letzte Miete nicht mehr zahlen. Die hat man schon bezahlt. Und dieses Deposit, je nach Wohnung, die man hat, ist halt eine Gebühr für Schlüssel, irgendwelche sonstigen Dinge, die man hinterlegt. Ja, und dann sitze ich als Bank und sage denen, ich brauche jetzt bitte einen Deposit, einen Scheck für über 9000 Dollar. Und das kriege ich nur von der Bank persönlich, weil ich habe ja gerade gesagt, ich habe ja keinerlei Limits, ich habe auch kein Scheckbuch. Ich wüsste auch nicht, wie ich so einen Scheck ausstellen muss. Also bin ich bei denen drin gesessen und habe mir diesen Scheck geben lassen. Dann laufe ich also den ganzen Tag schwitzend mit diesem, also Scheck ist ja Geld in Papierform. Wenn ich den irgendwo verloren hätte, was jetzt für mich nicht vollkommen undenkbar ist, dass ich Papier verliere, dann wäre das ein echt großer Betrag, der einfach so weg wäre. Egal, jedenfalls hat mir dann, der Vermieter hat uns das abgenommen, uns die Schlüssel gegeben, alles suppi. Und er hatte mir gesagt, wie er sich wünscht, in Zukunft die Miete überreicht zu bekommen. Es gibt hier verschiedenste Systeme und manche Vermieter bestehen auch auf Schecks. Denen gibt man dann Schecks, wo schon das Datum voreingetragen ist, wann diese Schecks gültig werden. Möchte aber nicht, um Himmels Willen, der möchte eine Überweisung haben. Das heißt, der hat mir eine Kontonummer und eine Bankleitzahl im Endeffekt genannt, eine kanadische Bankleitzahl und Kontonummer und möchte da jetzt monatlich immer seine Zahlung hin.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> So, und jetzt fängt der Schildbürgerstreich an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sagen wir mal so, unsere Miete ist über 1.000 Dollar im Monat. Das ist das erste Problem. Das heißt, ich bin dann wieder zur Bank gegangen. Man muss ja hier wegen allem irgendwann mit einem Sachbearbeiter reden. Das kann man sich aussuchen, ob man den persönlich im Laden aufsucht oder das Ganze telefonisch auch mal über einen Callcenter macht. Aber wegen jedem Rödel ist man hier in irgendeinem Gespräch. Jedenfalls bin ich einfach direkt zur Bank gegangen und habe gesagt, Ich habe es nicht herausgefunden, wie man einen Dauerauftrag in eurem Online-Banking einrichtet. Ich habe zwei, drei Stunden gesucht und habe es nicht herausgefunden. Alles, was ich machen konnte, war Geld per E-Mail-Adresse verschicken. Und das wollte unsere Familie ja nun mal nicht. Also bin ich da hin und sage, ich möchte gerne einen Dauerauftrag. Dann haben die mir zwei Sachen gesagt. Das eine, was sie mir gesagt haben, ist, mein Konto ist weniger als drei Monate alt und deswegen können sie noch keine Daueraufträge für mich einrichten. Ich muss das manuell machen. Ah, schön. Das heißt, Januar und Februar muss ich zum Zeitpunkt der Zahlung in der Filiale stehen und sagen, ich möchte gerne eine Überweisung machen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist das nicht schön? Ich meine, du kennst die alle schon. Ja, ich weiß,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> ich kenne die mit Vornamen. Also nach den drei Monaten hast du auch eine Beziehung zu deinem Bankbearbeiter. Das war das Erste, wo ich mich schütteln musste. Bin ich eigentlich im falschen Film? Ich muss auch dazu sagen, eine der ersten Sachen, die ich ja gemacht habe, war Geld auf mein Konto zu legen. und dafür habe ich einen Dienst benutzt namens wise.com. Wise.com macht nichts anderes als Geld von A nach B schieben und berechnet dafür sehr schlanke Gebühren. Also die geben einem einen fairen, auch wenn Währungsumrechnungen fällig werden, ist das tatsächlich so ein Marktpreis mit ganz wenig Aufpreis und die habe ich benutzt. Ich habe dann festgestellt, die könnte ich benutzen für solche Überweisungen, aber meine eigene Bank kann das nicht einrichten im Moment. Aber egal. Das nächste, was sie mir gesagt haben, ist, Mein Limit wäre ja im Augenblick 1.000 Dollar am Tag. Ja. Das heißt, sie könnten diese Überweisung nicht mehr über mehr als 1.000 Dollar am Tag im Augenblick machen. Ich soll dann mehrmals kommen. Ja, Dirk. Also nein, wie schön. Ja. Dafür ließ ich dann die Lösung finden. Also wenn ich persönlich komme, können sie das irgendwie regeln. Aber das war dann der nächste Gedanke, wo ich gesagt habe, ihr habt doch Lack gesoffen hier alle. Und der Knaller war dann, dass die ja gesagt haben, aber wenn wir jetzt Geld auf eine Kontonummer schieben, das ist ja ein Wire-Transfer, praktisch äquivalent zu einer Überweisung. Und das Wire-Transfer gibt es als International und gibt es als Lokal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jedenfalls kostet der Gebühren und das ist ein Prozent von dem Betrag, den du überweist. Ja, also wir sortieren das gerade noch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir schauen momentan nach einer anderen Bank.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wir gucken mal, was so die anderen Banken so alles anbieten. Mal schauen. und...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist auch so, dass bei der RBC, sobald dieses Newcomer-Package durchgelaufen ist, ist deren Kontoführung nicht mehr umsonst. Die kostet dann Geld. Wir dachten ja, das sind so alles übliche Gepflungen. Wir haben aber gelernt, dass hier in Kanada jede Bank völlig frei ist, wie sie das gestaltet. Und dann gibt es halt Banken, die sagen, wenn du ein bestimmtes Guthaben bei uns in deinem Sparkonto legst, dann ist ab da die Kontoführung kostenlos. Manche Banken geben einen Kreditkarten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da waren wir halt jetzt ein bisschen naiv und jetzt... Wir werden jetzt lernen. Wir werden jetzt lernen. Und zwar schnell. Manuell, die Druckbetankung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe ja jetzt eh drei Monate Zeit, weil die nächsten drei Monate mache ich ja meine Zahlungen manuell oder per Scheck.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, das ist ja back to the 80s, ja?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Willkommen in der Zukunft, sage ich da nur.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber ich meine, das sind halt andere Gepflogenheiten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein anderes Highlight verbunden, also da denke ich gerade dran, weil ich ja vorhin gesagt habe, wir müssen wegen jedem Kack mit irgendwem telefonieren oder in die Filiale gehen. Eine dieser Dinge war, als wir dann das Internet in der Wohnung eingerichtet haben. Weil wir hatten ja schon mal erzählt, dass es hier oft die Konstruktion gibt, dass du deine Wohnung mietest und da ist dann alles drin. Also Wasser und Heizung und Strom und Telefon und alles.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Alles bezahlt mit dem Mietpreis halt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und bei unserer Wohnung ist eben auch Internet drin. Und ich habe damit gerechnet, dass es so ein trauriges Internet sein wird, was da wohl mit drin ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wo du zugucken kannst, wie sie die Bits durch die Leitung schieben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, wo dein Assassin's Creed über Nacht laden muss.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So wie daheim. und die, ja, dann, als wir uns dort angemeldet haben, hat mir halt die Gebäudemanagerin so einen Wisch in die Hand gedrückt, dass ich bei Bell anrufen muss, um das Internet freizuschalten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also Bell ist so ein Anbieter, so wie Rogers ein Telefonanbieter und Internetanbieter.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Joa, der Marktführer hier, so hab ich mir erklärt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bell und Rogers, die beide geben sich nix.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ah, und ich muss sagen, inzwischen, langsam schockt mich das schon gar nicht mehr am Anfang, Ich möchte eigentlich hier nicht mit Callcenter telefonieren, weil ich weiß ja oft gar nicht, was ich wirklich brauche. Ich will eine Webseite, die ich mir in meiner Zeit durchlesen kann und dann irgendwann klicken. Aber ich muss ja eigentlich immer mit irgendwelchen Callcenters reden. Und irgendwie hat die Frau Primbs es geschafft, mich in die Position zu manövrieren, dass ich nicht derjenige bin, der mit denen telefoniert. Ach das ist</p>
<p><strong>Susanne:</strong> super, ich kann nur sagen, ich bin total fasziniert wie der Dirk ein Ding nach dem nächsten abhakt, also in einer Schnelligkeit und in einer Detailreiche und Schatz, mit Leuten reden müssen, das ist doch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich rede ja schon gern mit Leuten, aber ich bin ungern gezwungen mit Leuten zu reden, ich möchte mir das selber aussuchen, wann ich mit Leuten rede. Ja also ich finde</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ja mit dieser Callcenter oder dass du halt dann irgendwo anrufen musst Ich habe ja da immer so einen persönlichen kleinen Blocker in mir drin, weil ich will deswegen nirgendwo anrufen, weil die haben meistens auch einen Akzent. Für mich ist es auch eine Fremdsprache, dann kenne ich die Lingo nicht, die die benutzen, also die Worte und so. Manche Sachen sind auch mir noch fremd, weil es dann speziell um irgendwas geht und dann wird da auch vorausgesetzt, dass ich irgendwas weiß, was ich aber nicht wissen kann. Das wäre ja eigentlich nur eine Annahme, die ich dann treffe, was die jetzt dann meinen. Deswegen, ich habe das auch gerne so wie du, dass ich mir das in Ruhe einfach irgendwo durchlesen kann. Und dann hätte ich gern, dass mir jemand einfach eine E-Mail schreibt stattdessen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, weißt du, was auch wirklich schmerzhaft ist? Allein deswegen delegierst du das ja schon an mich. Nämlich, wirklich schmerzhaft ist, unseren Nachnamen zu buchstabieren. Primbs.de, ja, da haben die so viele Probleme mit. Aber es gibt natürlich das internationale NATO-Alphabet und unser Nachname ist Papa, Romeo, India, Mike, Bravo, Sierra.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das habe ich morgen schon wieder vergessen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Deswegen habe ich es dir per WhatsApp geschickt. Der Punkt jedenfalls ist, das Internet dort, das im Preis im Begriffen ist, ist Glasfaser mit 1,5 Gigabit. Tja. Und man hätte es aufdrehen können auf 8 Gigabit. Für all jene, die jetzt zuhören und sagen... Ist das viel? Ich verstehe nur Bratkartoffeln. Es ist viel. Also wir hatten in Frankfurt das Bestmögliche, was wir für Geld buchen konnten. Und das waren 450 Mbit. Und das heißt, es ist so ungefähr ein Viertel der Geschwindigkeit, die in der Wohnung im Begriffen ist. Es wird schnell sein. Dein Assassin's Creed wird schnell runterladen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Ja, ansonsten musst du so oder so immer mit Leuten reden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich meine, so langsam wird es ja auch ganz normal. Wahrscheinlich nach einer Weile will ich das gar nicht mehr anders. Da rufe ich dann direkt beim Callcenter an.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe tatsächlich mit einer Kollegin darüber geredet und sagte, ach, ich will da eigentlich lieber mit jemandem reden. Sie ist so, ne, ich nicht. Ich will es einfach gemütlich durchlesen, in meiner Schnelligkeit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was man aber sagen muss, was ein echter Unterschied ist und meine Abneigung kommt ja unter anderem auch daher, dass ich zumindest in Deutschland dann immer mit so einem Sprachcomputer zu tun habe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh ja, das stimmt. Ja, und dann musst du dich erstmal da durchhangeln, ein bisschen in der Warteschlange und so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und hier ist eigentlich immer sofort eine Person dran. Also du hast nochmal so eine, gerade eine Abfrage drückt die eins, wenn du Englisch und die zwei, wenn du Französisch haben willst. und direkt danach hast du eigentlich immer sofort einen Menschen am Apparat. Das ist tatsächlich ziemlich schnell. War bisher überall meine Erfahrung. Also richtig Warteschlange, Warteschlange hatte ich, glaube ich, nur einmal oder so. Du hast allerdings mit der neuen Wohnung jetzt dann auch Umstellungen, was deine Gewohnheiten angeht, vor dir.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also Leute, ihr habt ja vielleicht gehört, die Kanadier ließen ihre Wohnungstüren ja gar nie ab. Ja, kein Wunder, weil von Deutschland ist man ja gewohnt, Man zieht seine Wohnungstür hinter sich zu, dann ist die zu. Nicht so hier. Du musst die separat abschließen. Und das ist eine echte Umstellung. Also du gehst raus mit deinem Schlüssel, ziehst die Wohnungstür hinter dir zu und du kannst sie jederzeit wieder aufmachen, außer du schließt sie halt ab. Nur ich hab's noch nicht so ganz raus, in welche Richtung. Und ich probier dann immer noch fünfmal, ob die jetzt wieder aufgeht oder nicht, weil ich raff's noch nicht. Ja, also</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So einen komischen Riegelmechanismus, wenn du die mit dem Schlüssel drehst Und es ist</p>
<p><strong>Susanne:</strong> nicht so in die Richtung des Schlosses, dass du es drehst, sondern manchmal, manche Türen gehen in die andere Richtung, verschließt du die, also es ist irgendwie sehr seltsam Ich werde dann Abbitte leisten, in dem Augenblick, wo ich es mal offen stehen lasse, also zu, aber offen, ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, das ist einfach nur, weil wir uns so sicher fühlen in Kanada, dass wir die Türen nicht abschließen</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also Bei sicher fühlen darf</p>
<p><strong>Dirk:</strong> man sich, glaube ich, wirklich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also das ist nicht das Problem, das ist halt nur, wenn man das halt nicht gewohnt ist und da fand ich das auch spannend, was du letzt erzählt hast, was deine Kollegin zu dir gesagt hat, wenn man jetzt wo neu in ein neues Land kommt oder so, wie viel Energie das auch kostet, so die kleinsten Sachen irgendwie für sich wieder hinzukriegen, weil zum Beispiel da gehen die Türen anders auf, da musst du ja aktiv dran denken, dass du jetzt diese Tür so rum aufmachen musst, das ist alles nicht in deiner Routine drin und in deiner Gewohnheit und so geht es uns ja im Moment auch, also ich muss sagen, nachts ich schlafe wie ein Stein, ja, ich bin auch richtig rechtschaffen müde abends, weil so viele neue Eindrücke und auch Dinge, an die ich denken muss und die anders funktionieren ja, die spannend sind und ich freue mich da auch drüber, es ist halt nur, uh</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also das erzählen uns ja auch immer wieder Leute, unaufgefordert, da haben wir ja gar nicht nachgefragt, erzählen uns, dass man sich ja hier in Kanada sehr sicher fühlen darf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich fand es sehr cool, ich stand letzte, jetzt diese Woche im Aufzug und wie in jedem Aufzug ist da so ein kleiner Bildschirm und da laufen so Nachrichten durch und da haben sie dann erzählt, dass sie das Känguru wieder eingefangen haben, weißt du, solche Nachrichten finde ich, irgendein Känguru ist da irgendeinem Zoo entschlüpft und dann waren sie halt auf der Suche nach diesem Känguru, ja, und die Polizei hat es dann wieder sicher eingefangen und da haben sich dann alle gefreut, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe dazu auch einen Bericht in der Zeitung gefunden und da hieß es so, dass einer der Offiziere hat das Känguru am Schwanz zu fassen bekommen und das Känguru hat ihm dann ins Gesicht geboxt, aber dem Officer würde es wieder gut gehen. Stell dir das mal vor, du kriegst von dem Känguru in Toronto eine in die Fresse gezimmert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und da hat uns unser Führer ja auch erzählt, es gibt so einen Park, wo auch so ein kleiner Zoo ist, hier in Toronto. und so. Und da gibt's so hamsterähnliche Wesen. So Bombards oder wie die heißen, oder? Ja, ne, Bombards sind diese kleinen Mini-Dinger, die wir auch gesehen haben in Australien. Stimmt. Und die heißen Bonnie und Clyde, die zwei, weil die nämlich ständig ausbüxen und das kennen die alle schon. Sowas finde ich super sympathisch, so Hamster, Hamster sind wieder entflohen. Ja. Und dann werden die wieder eingefangen. Das sind ja auch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> dann stadtweite Nachrichten. Man darf ja wirklich mal sagen, es ist nicht auch sehr, sehr cool, dass man in einer der größten Städte der westlichen Welt gezogen ist und die Aufreger-Nachrichten sind ein entflohenes Känguru oder entflohene Riesenhamster.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, gut, jetzt haben wir eine Wohnung und so weiter und unsere Sachen sind unterwegs. Was wir jetzt im Moment noch gerade so machen, ist so nach und nach unsere Accounts weiter umzustellen. Also wir haben ja da schon über WhatsApp geredet und jetzt sind so andere Accounts wie Amazon und Netflix und so dran.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also das ist so ein Kombithema irgendwie, weil natürlich müssen wir beide durch alle unsere Online-Accounts durchgehen, um dort die Telefonnummer umzustellen, damit wir auch, wenn wir mal einen Account, also besonders ich muss das tun, weil mein Firmenhandy demnächst nicht mehr gültig ist. und das war hinterlegt bei wahnsinnig vielen Accounts, als die Telefonnummer an die SMS geschickt wird für Oh, du willst dich anmelden? Wir haben dir zur Sicherheit mal eine Nachricht geschickt. Oder Oh, du hast dein Passwort vergessen? Kein Problem, hier ist der Freischaltlink an dein Handy oder so Zeug. Die muss ich natürlich alle umstellen. Aber gleichzeitig ist es dann auch noch so, dass es gibt echt einen harten Grund, gerade so Dinge wie irgendwelche Streaming-Accounts und so umzustellen. Nämlich der, dass wir die natürlich nicht mehr in Euro bezahlen wollen. wollen. Weil wenn, sagen wir mal, was nehmen wir denn, wenn Netflix uns 15 Euro im Monat kostet im Augenblick, könnten wir das hier für 14 kanadische Dollar im Monat haben. 14 kanadische Dollar sind halt irgendwie 9 Euro, wenn man es umrechnet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich glaube so 8,50, 9.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also der Unterschied im Preis, während 14 Euro sind dann hier fast 20 Dollar. Also du willst diese ganzen Sachen tatsächlich umstellen, weil die Zahl meistens die gleiche bleibt, aber halt die Währung sich vorne dran ändert und der kanadische Dollar halt schwächer ist als der Euro im Vergleich. Und dadurch will ich das nicht in Euro bezahlen, wenn ich in kanadischen Dollar mein Gehalt bekomme. Und deswegen gehen wir gerade Account für Account durch. und dann gibt es Accounts, bei denen ist das völlig stressfrei. Also man geht da einfach hin und sagt, neues Land, alles gut. Und dann gibt es Accounts, bei denen weiß man nicht so genau, ob es funktioniert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist dann so ein Überraschungspaket.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, du stellst es um und du wartest, was anfängt zu knirschen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was geht kaputt? Oh, oh.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann gibt es Accounts, bei denen weißt du auch schon, es wird nicht funktionieren. Ich habe gedacht, das wird genauso sein bei YouTube Premium, weil YouTube ja auch Filmrechte und so. So, jetzt ist es aber so, dass ich schon seit Jahren irgendwie per VPN Filme da kaufe, wo es die in Englisch gibt. Da scheint es jetzt aber so zu sein, ich muss mal gerade hier irgendwo eine Holzfläche finden aus Echtholz, auf die ich klopfen kann. Da scheint es jetzt so zu sein, dass die Umstellung völlig stressfrei funktioniert hat. Mal gucken, ja, habe ich gestern gemacht. Aber es ist jedes Mal so</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ein kurzes Herzschlag-Finale.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wie die Susanne schon das letzte Mal gesagt hat, die wartet jetzt gerade ab, wie ich das mache, um es dann entweder genauso oder ganz anders zu tun.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, bis jetzt war das eine Vorgehensweise, die super funktioniert hat. In dem Augenblick, wo du Dirk fluchen hörst, denke ich, okay, warten</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wir mal noch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ein bisschen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber so nach und nach zieht alles, was ich so habe, nach Kanada um. Was ein erstaunliches Problem auch sein kann manchmal, weil nicht alle unsere Dienste in Deutschland sind dafür ausgelegt, nach Kanada umzuziehen. Die Postbank zum Beispiel hat mir ja versichert, dass das alles kein Problem ist, auch in Kanada zu sein. Ermöglicht mir aber im Moment nicht, ein anderes Land anzugeben bei der Adresse und besteht auf einer nach deutschen Standard formatierten Postleitzahl. Wird schon, wird schon.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, wie gesagt, wir wuscheln uns da halt jetzt nach und nach durch. Ich freue mich jetzt in erster Linie darauf, dass es ein Licht am Ende des Tunnels gibt, ja. und wir demnächst tatsächlich unseren Kram bekommen und dann wieder so gefühlt, naja erstmal chaotisch, aber immerhin mal unseren Scheiß wir mal wieder um uns rum haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Unser Bett vor allem.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und zwei getrennten Matratzen, oh ja. Ja, und eine Bettdecke. Ich mein, ja kann man mögen, muss man nicht, aber da hat ja Adrian auch gesagt, das wäre so total deutsch irgendwie.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> irgendwie. Dass wir zwei decken und zwei managen wollen, das ist mir egal, da werde ich auch deutsch bleiben. Also es gibt Dinge, also ich kann mich an vieles gewöhnen, aber es gibt Dinge, da werde ich einfach deutsch bleiben. Auch deutsch bleiben werde ich bei dem Versuch, Leitungswasser trinken zu können, ohne dabei einen Chlorschock zu erleiden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich meine, mal zugegeben, das kanadische Wasserhahnwasser ist nicht so geklort wie in den USA. Und in den USA ist es ja auch so, dass wenn du da irgendwo in irgendeinem Restaurant oder so, wenn du da Cola trinkst oder so, das kommt ja auch immer aus der Leitung und es ist auch immer frisch gemixt und zwar immer mit Leitungswasser. Das heißt, du hast auch in der Cola immer diesen Chlorgeschmack. Das ist so ekelhaft, wenn man das nicht gewohnt ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Kanadier schmecken das aber anscheinend gar nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, die schmecken das überhaupt nicht. Und bei uns im Büro haben sie zum Beispiel, kommt ja aus den Wasserspendern, die wir haben, da kommt auch Leitungswasser, aber das haben sie rausgefiltert. Und das haben wir</p>
<p><strong>Dirk:</strong> bemerkt, weil bei uns im Büro sind dieselben Filter. Und dann haben wir gesagt, komisch, wir haben hier so Wasserspender, die garantiert aus der Wasserleitung rauskommen. Und da riecht es und schmeckt es nicht nach Chlor. Dann haben wir nach dieser Marke geguckt und dann stellt es sich raus. Das sind nicht irgendwie so Industrial-Grade-Produkte, sondern die kann man hier ganz normal kaufen und bestellen. Und die haben auch zum Beispiel so Wasserfilter, die man dann unter dem Wasserhahn runter anbringt. Und es ist so ein Aktivfiltersystem und es entfernt diesen ganzen Chlorgeschmack. Das heißt, in unserer neuen Wohnung, eine der ersten Anschaffungen dort, wird so ein Filter unter dem Wasserhahn sein in der Küche. Und dann kommt ein Wassersprudler her, die man hier ja auch bekommt. und dann endet schon mal diese Ära von jeden Tag vier Plastikflaschen Müll produzieren, weil wir dann unser Wasser wieder aus der Leitung und selbst gesprudelt trinken können.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, was ich auch interessant fand diese Woche, eine Kanadierin hat mir erzählt, sie findet es ja, das mit diesem gesprudelten Wasser, das wäre so amerikanisch. Und ich so, hä? Ja, ich so, nee, nee, also gesprudeltes Wasser, selbst in Europa, sind das eigentlich in allererster Linie die Deutschen, die gesprudeltes Wasser trinken. Die anderen trinken das ja immer ungesprudelt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und ich habe das immer von Amerikanern gehört, dass sie immer so irritiert sind. Erstens, dass es in Deutschland Wasser grundsätzlich was kostet und dir nicht einfach so hingestellt wird. Und dass du kein Leitungswasser bekommst, sondern immer gesprudeltes Wasser.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also das ist das erste Mal, dass ich eben das gehört habe, dass ja die Amerikaner alles sprudeln, dass das voll doof ist. Ja, und ich so, hä, okay. Ach, und eine andere kleine Feststellung, die ich hatte, ich weiß nicht, wer von euch da draußen Smint kennt, ich will jetzt hier keine Schleichwerbung machen, aber das sind so kleine Pfefferminz-Blutschbonbons und die sind in so einer Packung, wo man oben drauf drücken muss und dann fällt unten so ein Smint rein, wie damals diese Pets-Packungen oder so, drückst du halt oben drauf oder wie so ein Süßstoffspender, drückst du oben drauf, unten fällt was raus. Ich hab noch ein paar Smint-Packungen, die hab ich jetzt aus Deutschland mitgebracht, um die halt noch aufzubrauchen. Und jedes Mal, wenn ich dann meiner Umgebung so ein Smint anbiete und die so, oh ja, ja, gerne, dann wissen die nicht, wie man da so ein Bonbon raus... Und die ziehen dann oben und so und wenn ich denen zeige, dass man da einfach draufdrücken muss, sind die völlig fasziniert. Also das war auch für mich total überraschend. und ich habe mich dann mal bewusst so in Supermärkten und so umgeguckt und tatsächlich, die haben immer nur so Dinge zum Aufmachen irgendwie. Also du musst so oben halt den Deckel aufmachen. Aber die kennen das nicht mit diesem Drückmechanismus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also ich glaube so Verschlusslösungen sind hier manchmal anders, als wir es kennen und umgekehrt. Und ich glaube eigentlich sind ja die Smint-Packungen, das ist ja relativ komplex vom Mechanismus her. Irgendwie auch komisch, dass wir so Zeug haben</p>
<p><strong>Susanne:</strong> German Engineering</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Fishermans habe ich bis jetzt überall gefunden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich finde, Fishermans sind für mich sowieso so eine Marke, der ich blind vertraue. Die habe ich schon immer gemocht, die mag ich auch weiterhin. Und ich finde es toll, dass die überall auch identisch sind. Das Schöne an Smiths ist,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> die sind nur ein Drittel so groß wie Fishermans. Die sind also kleine. Ich brauche ja nicht so riesen Bonbons, Lutsch, Orgien, sondern ich will ja eigentlich nur was Kleines. aber, ja, gut Naja, also</p>
<p><strong>Dirk:</strong> es bleibt spannend, aber demnächst können wir vielleicht dann schon aus unserer eigenen Wohnung berichten</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da sitzen wir dann in der Küche beim Kaffee den wir uns gerade frisch aus unserer neuen Kaffeemaschine gelassen haben und frisch geschäumter Milch aus unserem neuen Milk Froth Maker Flaker, Frother, Afrother,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Minkfrother.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau. Gut, mir fällt nichts mehr ein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mir auch nicht. Damit zurück ans Sendezentrum. Wir bekommen viel zu wenig Rückmeldung von euch. Ich sehe in den Statistiken, dass über 80 Leute hier zuhören. Werft doch mal einen Kommentar im Blog ab oder so, damit wir wissen, dass ihr mögt, was wir so erzählen. Gerne mit Fragen Weil ich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> bin ja dann auch immer ganz neugierig darauf, was andere Menschen dann so entdecken wollen Wir befinden uns ja weiterhin auf Entdeckungstour</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oder falls ihr Kanada-Erfahrungen habt, gerne Tipps und Vorschläge und Hinweise Ich freue</p>
<p><strong>Susanne:</strong> mich jetzt jedenfalls, morgen der zweite Advent Also für euch der zweite Advent, hier ein ganz normaler Sonntag Wir gehen ins Konzert Lorena McKennett Ja, und die Tickets habe ich schon vor Wochen besorgt und ich freue mich riesig drauf und dann sehen wir auch mal, wie die Körner Hall von innen aussieht Gut, also euch allen einen schönen Advent</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Passt auf euch auf</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bis bald</p>]]></content:encoded>
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            <title>Falter und Knüller</title>
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            <pubDate>Mon, 04 Dec 2023 00:01:57 GMT</pubDate>
            <description>Kanada feiert keinen Advent. Wir prangern das an! Genauso prangern wir unzureichende Taschentuchfaltungen und das hiesige Klopapier an und berichten von unseren Abenteuern bei Wohnungssuchen und...</description>
            <itunes:summary>Kanada feiert keinen Advent. Wir prangern das an! Genauso prangern wir unzureichende Taschentuchfaltungen und das hiesige Klopapier an und berichten von unseren Abenteuern bei Wohnungssuchen und Bankkontoeröffnung. Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Susanne: Weißt du, wie man eigentlich ganz toll podcasten kann? Dirk: Wie? Erzähl mir was über das Podcasten. Susanne: Ja, mit einem Kaffee in der Hand. Dirk: Zu spät. Außer wir hören jetzt nochmal auf. Susanne: Nein. Aber danach kriege ich einen Kaffee, oder? Dirk: Danach kriegst du einen Kaffee. Du wirst jetzt greedy, wo wir Milchschaum machen können. Susanne: Ja. Du musst es so sehen. Ich sehe, dass der Milchschaum mit noch mehr Liebe gemacht ist, weil es mehrere Arbeitsschritte erfordert. Dirk: Für dich ist der Arbeitsschritt exakt identisch. Ja. Schatz, ich hätte gerne einen Kaffee. Ja, genau. Hallo, Susanne. Susanne: Hallo, Dirk. Und schönen ersten Advent euch allen. Dirk: Ja, schönen ersten Advent. Susanne: Feiert man hier nicht, by the way. Tut man nicht, gell? Nee. Dirk: Kein Ding. Susanne: Ich habe das meinen kanadischen Kollegen erklärt und die haben mich dann erst mal gefragt, ob man dann die Adventskerzen, ob man die auch brennen lässt dann die ganze Woche und ich so, nee, nee. Daraus schließe ich, das ist wirklich absolut gar kein Konzept hier. Dirk: Ja, also das ist eine Erkenntnis. Kann man auch zu einem weinerlichen, wir haben gar keinen Adventskranz. Susanne: Naja, also wir haben ja nicht nur keinen Adventskranz, wir haben ja auch überhaupt gar keine Weihnachtsdeko, weil wir leben ja hier nicht. Dirk: Ja, im Zweifel müssten wir die nämlich auch noch umziehen. Also alles, was wir jetzt uns anschaffen, ist dann ein zusätzlicher Arbeitsschritt zu diesen sechs Koffern, mit denen wir ja hier sind. Nur weil wir die Sachen ausgeräumt und in der Wohnung verteilt haben, sind sie ja nicht weg. Susanne: Ja, stimmt schon. Dirk: Und alles, was wir jetzt dann zusätzlich anschaffen, wie zum Beispiel den Milchschäumer, den kriegen wir vermutlich noch irgendwo unter, aber es wird halt dann schwierig. Zusätzliche Wege, die wir machen müssen. Susanne: Aber das ist gut. Dieser kleine Milchschäumer, der kann auch in Zukunft mitfahren zu irgendwelchen Urlauben. Dirk: Exakt. Susanne: Zusätzlich zu unserem Camping. Das wäre ich schon immer mit. Dirk: Es gibt ja Travel Coffee Kits für Leute, die halt unterwegs auch Kontrolle über ihren eigenen Kaffee, also ihr Schicksal haben wollen. und diese Travel-Coffee-Kits bestehen aus einer mobilen Kaffeemühle mit einem Mechanismus, um Espresso zu produzieren, also zum Beispiel unserem Kännchen, einem Becherchen und ich weiß nicht, ob die dann auch noch eine Milchschaum-Möglichkeit haben. Also ich finde, wenn sie Susanne: eine Mahlmaschine dabei haben, dann muss auch ein Milchschaumer mit. Dirk: Wenn du irre genug bist, um eine eigene Mahlmaschine mitzunehmen, bist du dann nicht jemand, der darauf besteht, den Kaffeegeschmack pur zu genießen, statt ihn mit Milch zu verfremden? Susanne: Hm, good point, weil du müsstest ja dann auch noch Milch irgendwo herhaben. Dirk: Naja, egal, wir gleiten ab, weil wir haben weder so ein Travel Kit noch, wir sind Susanne: glücklich mit unserem Dirk: Milchschäumer, wir haben noch nicht mal den elektrischen besorgt, weil wir gesagt haben, das ist jetzt eh ein Provisorium im Moment. und den haben wir gestern im St. Lawrence Market gefunden, diesen Milchschäumer. Susanne: Und der St. Lawrence Market erinnert mich sehr an die Frankfurter Kleinmarkthalle. Also es ist in dem Stil aufgebaut. Es gibt glaube Dirk: ich in vielen Städten so Hallen, in denen so ein Markt drin ist, oder? Ja, das ist Susanne: eine Halle, wo viele kleine Stände drin sind, die alles mögliche verkaufen. Von Fleisch, Käse, Gewürz, Gemüse, Obst, Blumen Dirk: Ja, es weicht von der Frankfurter Kleinmarktheit ab, dass es natürlich dort keine Grisose und kein Mettbrötchen gibt Susanne: Ja Dirk: Stattdessen Bagel Susanne: A</itunes:summary>
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<p>Kanada feiert keinen Advent. Wir prangern das an! <br>Genauso prangern wir unzureichende Taschentuchfaltungen und das hiesige Klopapier an und berichten von unseren Abenteuern bei Wohnungssuchen und Bankkontoeröffnung.</p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weißt du, wie man eigentlich ganz toll podcasten kann?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wie? Erzähl mir was über das Podcasten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, mit einem Kaffee in der Hand.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Zu spät. Außer wir hören jetzt nochmal auf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein. Aber danach kriege ich einen Kaffee, oder?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Danach kriegst du einen Kaffee. Du wirst jetzt greedy, wo wir Milchschaum machen können.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Du musst es so sehen. Ich sehe, dass der Milchschaum mit noch mehr Liebe gemacht ist, weil es mehrere Arbeitsschritte erfordert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Für dich ist der Arbeitsschritt exakt identisch. Ja. Schatz, ich hätte gerne einen Kaffee. Ja, genau. Hallo, Susanne.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hallo, Dirk. Und schönen ersten Advent euch allen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, schönen ersten Advent.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Feiert man hier nicht, by the way. Tut man nicht, gell? Nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Kein Ding.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe das meinen kanadischen Kollegen erklärt und die haben mich dann erst mal gefragt, ob man dann die Adventskerzen, ob man die auch brennen lässt dann die ganze Woche und ich so, nee, nee. Daraus schließe ich, das ist wirklich absolut gar kein Konzept hier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also das ist eine Erkenntnis. Kann man auch zu einem weinerlichen, wir haben gar keinen Adventskranz.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, also wir haben ja nicht nur keinen Adventskranz, wir haben ja auch überhaupt gar keine Weihnachtsdeko, weil wir leben ja hier nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, im Zweifel müssten wir die nämlich auch noch umziehen. Also alles, was wir jetzt uns anschaffen, ist dann ein zusätzlicher Arbeitsschritt zu diesen sechs Koffern, mit denen wir ja hier sind. Nur weil wir die Sachen ausgeräumt und in der Wohnung verteilt haben, sind sie ja nicht weg.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, stimmt schon.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und alles, was wir jetzt dann zusätzlich anschaffen, wie zum Beispiel den Milchschäumer, den kriegen wir vermutlich noch irgendwo unter, aber es wird halt dann schwierig. Zusätzliche Wege, die wir machen müssen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber das ist gut. Dieser kleine Milchschäumer, der kann auch in Zukunft mitfahren zu irgendwelchen Urlauben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Exakt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Zusätzlich zu unserem Camping. Das wäre ich schon immer mit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es gibt ja Travel Coffee Kits für Leute, die halt unterwegs auch Kontrolle über ihren eigenen Kaffee, also ihr Schicksal haben wollen. und diese Travel-Coffee-Kits bestehen aus einer mobilen Kaffeemühle mit einem Mechanismus, um Espresso zu produzieren, also zum Beispiel unserem Kännchen, einem Becherchen und ich weiß nicht, ob die dann auch noch eine Milchschaum-Möglichkeit haben. Also ich finde, wenn sie</p>
<p><strong>Susanne:</strong> eine Mahlmaschine dabei haben, dann muss auch ein Milchschaumer mit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn du irre genug bist, um eine eigene Mahlmaschine mitzunehmen, bist du dann nicht jemand, der darauf besteht, den Kaffeegeschmack pur zu genießen, statt ihn mit Milch zu verfremden?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hm, good point, weil du müsstest ja dann auch noch Milch irgendwo herhaben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Naja, egal, wir gleiten ab, weil wir haben weder so ein Travel Kit noch, wir sind</p>
<p><strong>Susanne:</strong> glücklich mit unserem</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Milchschäumer, wir haben noch nicht mal den elektrischen besorgt, weil wir gesagt haben, das ist jetzt eh ein Provisorium im Moment. und den haben wir gestern im St. Lawrence Market gefunden, diesen Milchschäumer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und der St. Lawrence Market erinnert mich sehr an die Frankfurter Kleinmarkthalle. Also es ist in dem Stil aufgebaut. Es gibt glaube</p>
<p><strong>Dirk:</strong> ich in vielen Städten so Hallen, in denen so ein Markt drin ist, oder? Ja, das ist</p>
<p><strong>Susanne:</strong> eine Halle, wo viele kleine Stände drin sind, die alles mögliche verkaufen. Von Fleisch, Käse, Gewürz, Gemüse, Obst, Blumen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es weicht von der Frankfurter Kleinmarktheit ab, dass es natürlich dort keine Grisose und kein Mettbrötchen gibt</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Stattdessen Bagel</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Auch keine Wurst in dem Brötchen Ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Stattdessen Bagel, der aber sehr geil war</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der war wirklich lecker Bagel, das ist ja das Stichwort, gell?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also Gebäck mit Loch meinst du jetzt? Ja, Gebäck mit Loch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also ihr müsst euch das so vorstellen, im Moment gehen wir hier jeden Tag durch unser Leben durch und entdecken immer wieder neue Dinge. Also ich fühle mich manchmal wie so ein kleines Kind und denke, oh, oh, so kenne ich das noch gar nicht, oh, so kann man das auch machen. Das ist manchmal ein sehr positives, oh, so kann man das auch machen und manchmal auch ein, oh, ach so kann man das auch machen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber ich meine, die Bagels gehören ja zu den positiven Entdeckungen hier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich mag Bagels schon immer. Ich bin kein Donut-Mensch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, Bagel und Donuts gibt es ja hier wirklich an jeder Ecke, gefühlt. Also die findet man überall. Das ist so das Standardgebäck. Und das war auch das, was wir, als wir zum ersten Mal einkaufen gegangen sind, mitgenommen haben als Frühstücksgebäck. Weil Brötchen, also es gibt hier auch so Buns, also die sehen aus wie Brötchen, sind aber so weich wie Toastbrot. Und irgendwie, wenn schon weich wie Toastbrot, dann will ich lieber einen getoasteten Bagel als einen getoasteten Dings.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und getoasteter Bagel esse ich jeden Morgen zum Frühstück und ich sag euch, yum, yum, yum, yum, yum.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber es ist ja unpraktisch mit dem Loch. Das ist super unpraktisch. Und weil wir ja gestern gehört haben, man sollte einfach bei der Zubereitung von seinem belegten Bagel das Loch einfach ignorieren. Einfach drüber kleistern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, das geht auch, wenn du irgendwie zum Beispiel Käse drauf packst oder so, da kannst du ja das Loch easy ignorieren. Aber wenn ich halt morgens meinen Frischkäse und Marmelade drauf mache, dann ist es etwas umständlich, um das Loch drumrum, den Frischkäse zu platzieren und dann nochmal die Marmelade. Also das zu schaffen, ohne dass die Finger dann auch irgendwie voll sind, ist schon... Ja, also Bagels... Sehr lecker. Sehr lecker. Und gestern in St. Lawrence Market haben wir tatsächlich, ich habe irgendwie so einen Axtbagel gemampft</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und der war wirklich spektakulär. Ich frage mich, ob es das Zeug auch ohne Loch gibt, weil es ist ja ein bestimmtes Gebäck. Also diesen Teig muss es ja auch irgendwie, es muss doch auch möglich sein, den ohne dieses Loch zu machen. Da lohnt sich vielleicht weitere Recherche. Und dann machen wir einen Bagel ohne Loch Laden auf und werden reich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der Bagel ohne Loch Laden wäre dann irgendwie so ein Brötchenladen, oder? Ja, noch nicht</p>
<p><strong>Dirk:</strong> getestet ist, Brot zieht sich ja durch unser Klagen hier. Wir sind ja gute Deutsche, wie sich das so gehört. Noch nicht getestet ist der Danish Pastry Laden, den ich gefunden habe im Path. Aber da gibt es eine Bäckerei, die anscheinend dunkles und auch Sauerteigbrot verkauft. und dann werde ich irgendwann jetzt, wenn unsere Bagel-Vorräte aus diesem ersten Einkauf gebraucht sind, jetzt dann demnächst, werde ich einfach mal dort versuchen, ein nicht zu weiches Vollkornbrot zu erstehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also ich kann jedenfalls schon mal vermelden, da wo Pumpernickel draufsteht, ist nicht unbedingt Pumpernickel drin. Also Pumpernickel, wie wir es kennen, drin.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist genau bei Wetzels Pretzels, ja, ist auch nicht wirklich Pretzel drin, wo Pretzel draufsteht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber sie haben schon Zeug, das irgendwie pretzelig ist. Also gestern haben wir Pretzelprecker. Und die haben schon irgendwie, man hat schon geschmacklich erkannt, woran es angelehnt ist.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Woran es angelehnt ist, hast du jetzt sehr, sehr nett formuliert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und dann wollten wir eigentlich gestern eine Donut-Tour machen. Und bei der Donut-Tour, das haben uns unsere tollen Vermieterinnen aus Frankfurt geschenkt, als Abschiedsgeschenk. Und von dort aus auch gebucht. und eine Donut-Tour ist deswegen hier a thing, weil einmal über das gesamte Stadtgebiet halt Donut-Läden tatsächlich existieren. Das ist so, für manche Torontonians ist das irgendwie so ein Frühstück. Also die gehen in so einen Laden rein und greifen sich halt irgendwelche Donuts und einen Kaffee und die gibt's, diese Donut-Läden sind auch manchmal funky und dann gibt's halt, für Touristen gibt's halt Walking-Tours, wo man dann halt praktisch die Stadt sich erwandert und dann immer Stopps an Donut-Läden macht und das wollten wir gestern tun.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und zusätzlich Toronto. Woran erinnern dich die O's?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die kann man ja auch nicht einfach schließen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist ein Loch in der Mitte. Das ist ein Loch in der Mitte. Genau, und dann sind wir also gestern da hingegangen, wo die starten sollte und stellt sich raus, irgendwie der Führer war krank und deswegen wurde die Tour gecancelt. Wir haben die jetzt auf nächste Woche Samstag verlegt und werden uns dann wieder aufmachen zur Donut-Tour.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jetzt wissen wir ja schon, wo sie startet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und ich hoffe, die ist jetzt auch wirklich nicht in Spanisch, weil...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir sind da registriert als Spanisch, aber uns wurde versichert, es ist trotzdem auf jeden Fall in Englisch. Bin gespannt. Ja, ich auch. Egal.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es wird bestimmt lustig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es wird bestimmt lustig. Wenn es Spanisch ist, wird es auch lustig. Dann laufe ich einfach immer noch nichtsverstehend mit und esse immer dann einen Donut, wenn wir irgendwo stoppen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, schon der Start Donutladen war schon wirklich so sehr eigen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sehr pink vor allem.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sehr pink, ja. Mit Gangster-Rap.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mhm. Ja, also die Saga geht weiter. Ich frage mich, ob es anderes Gebäck mit Loch in der Mitte gibt. Oder einfach bloß als Rubrik für Gebäck. Es gibt doch</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Plätzchen, Weihnachtsplätzchen, die haben ein Loch in der Mitte. Ah.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wobei so richtig viel Weihnachtsplätzchen haben wir ja festgestellt, in dem Sinne gibt es ja nicht. Da hast du mir die Augen geöffnet. Ja, ja. Dass diese Nummer von wegen, man bäckt 20 verschiedene Sorten Plätzchen in der Vorweihnachtszeit, dadurch, dass sie auch keine Adventszeit in dem Sinne feiern. Wenn man hier in den Supermarkt läuft, läuft man im Moment auch nicht auf so eine Wand aus Lebkuchen und Dominostein wie in Deutschland, sondern ist eigentlich ein ganz normaler Supermarktbetrieb ohne groß Weihnachtszeugs.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, muss man irgendwie suchen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dafür gibt es Weihnachtsläden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe das gestern zu meiner Freundin so gesagt, es ist wie so ein Süßigkeiten-Shop, nur für Weihnachtsbäume. Tja, weil es ist alles bunt. Ja, also du kommst da rein, bist völlig erschlagen, kannst vor lauter Bunt schon gar nicht mehr die Einzelheiten erkennen. Aber toll, weißt gar nicht, wo du zuerst hingucken sollst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann hat die Susanne gestern einen Meermann gekauft.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh ja, ein gut aussehender Meermann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eine Christbaumkugel ist es ja nicht, einen Christbaummeermann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und zwar ist es ein Wikinger-Meermann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Naturally.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Natürlich, ja. Und die Flosse und so, das glitzert. Natürlich. Und der Oberkörper ist frei und ja, Wikinger halt mit Schwert. Ich habe das ja eigentlich gekauft, weil ich das einem Freund schenken wollte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du wolltest es eigentlich selber haben. Du hast doch heimlich gehofft, dass der da Freunde nicht haben will.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es hält mich ja nichts davon ab, noch so eine Figur zu kaufen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eben, eben. Das schreit ja eigentlich nach einer Sammlung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, eigentlich schon. Da waren noch andere. Gut, wir sind schon wieder abgekommen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir waren bei Bagel. Das leitet eigentlich super über zu Kalorienangaben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, oh, ja. Also der erste Abend, wo wir in den Supermarkt, der erste Tag, wo wir hier waren, Sind wir in den Supermarkt hier unten gegangen und das haben wir ja letztes Mal erzählt, wie wir da so Reihe für Reihe durchgelaufen sind. Und dann die Kalorienangaben auf diesen Packungen, die sind irgendwie pro Cup angegeben. Und aber auch nicht, dass du jetzt irgendwie dann einen Cup so und so viel Kalorien oder so. Nein, nein. Das ist dann je nachdem, was gerade die Verzehrmenge die normale ist, ist es dann halt mal ein Dreiviertelcup, ein halber Cup, ein ganzer Cup. und dadurch, dass es ja auch unterschiedliche Materialien sind, also ein Müsli-Drei-Viertel-Cup ist anders als ein Drei-Viertel-Cup jetzt von einem Frischkäse.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also es gibt halt keine normierte Menge. Genau, also dieses Standard von wegen 100 Gramm haben so und so viele Kalorien, diesen Wert sucht man völlig umsonst. Man muss seinen Dreisatz wieder rausholen, um da rumzurechnen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da steht dann Gott sei Dank noch dran, wie viel Gramm das Drei-Viertel-Cup jetzt ist. und dann</p>
<p><strong>Dirk:</strong> haben die natürlich auch unterschiedliche Meinungen. Also wenn man zwei verschiedene Müsli-Packungen nebeneinander hält, dann glaubt halt der eine Müsli-Hersteller von seinem Müsli wäre die typische Portion eine Dreiviertel-Cup und der andere Hersteller glaubt von seinem Müsli wäre die typische Portion ein volles Cup. Dann müssten wir jetzt natürlich wissen, wie viel zur Hölle bitte ist denn jetzt so ein Cup? Ja, also weil es gibt eine Norm-Cup tatsächlich. Also es gibt so eine Standardmenge, die da irgendwie drinsteckt, wozu die halt hier Cup sagen. Aber es ist halt, es läuft drauf raus, dass man, wenn man es wirklich wissen will, muss man rechnen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau, ich habe von einer kanadischen Kollegin gehört, dafür gibt es</p>
<p><strong>Dirk:</strong> eine App. Natürlich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, natürlich gibt es eine App und sie benutzt sie auch, weil sie ist genauso total verwirrt. Ja. Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gefühlt nehmen wir zu, wobei wir gar nicht wissen, ob es wirklich stimmt. Wir haben ja dankenswerterweise keine Waage.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Ja. Oh. Und das, obwohl</p>
<p><strong>Dirk:</strong> wir eigentlich, also wenigstens können wir uns immer noch Essen kaufen. Wir nehmen garantiert Es geht ab, wenn uns demnächst dann alle unsere Kreditkarten gesperrt sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, oh Mann.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also im Moment ist es so, dass wir ja noch überwiegend mit deutschen Kreditkarten bezahlen. Allerdings das Erste, was uns passiert ist, ist, dass wir festgestellt haben, dass Amazon seine Kreditkarten eingestellt hat und dass uns das anscheinend irgendwann vor ein paar Wochen auch mal mitgeteilt hat.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Stimmt, wurde mir das mitgeteilt. Ich habe die E-Mail auch gefunden, aber in dem ganzen Umzugswarze ist mir das natürlich entglitten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Prompt am 30. November stand die Frau Primbs im Foodcourt und wollte sich was zu essen bezahlen und konnte nicht, weil die Karte gesperrt war.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hat dann mein Kollege bezahlt, aber trotzdem. Ich so, oh shit, what now? Okay, aber Gott sei Dank, ich habe ja noch eine zweite Kreditkarte. Vielleicht sollte ich denen wirklich mal mitteilen, dass ich inzwischen in Kanada bin.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist nämlich das andere Ding. Es gibt ja bei uns von diversen Reisen die Erfahrung, dass um uns zu schützen, unsere Banken uns hin und wieder mal unsere Kreditkarten sperren. Wenn zu viele Umsätze im Ausland getätigt werden. Bis jetzt ist es noch nicht passiert, also die Karte funktioniert noch, aber es ist immer noch spannend.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es ist jedes Mal wieder aufs Neue. Eine Herausforderung, etwas zu bezahlen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sind am Anfang der Woche bei der Bank gesessen und haben uns ein Bankkonto anlegen lassen. Und weil wir ja hier in diesem Land keinen Credit haben und weil wir vor dem 1. Dezember</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dinge, weil für all so Sachen muss man natürlich auch irgendwie einen Bezahlmechanismus anlegen und manchmal sind die initialen Kosten auch ein bisschen höher. Ein Handy kaufen zum Beispiel.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, ist doch schön. Ich komme mir vor wie so ein 18-Jähriger. Ja, mit meinen 48 bin ich jetzt 18, was meinen finanziellen Status angeht und werde gegängelt von meiner Bank. Was? Du willst Willst du mehr als 500 Dollar ausgeben? Bist du des Wahnsinns? Nein!</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, ich wollte von meinem Bankkonto auf Susannes Bankkonto 1000 Dollar rüberschieben und das wurde dann zurückgewiesen bei meinem Online-Verfügungsrahmen nicht größer als 1000 Dollar. Und den kann ich natürlich im Moment auch nicht anpassen, ohne einen Nachweis für meine kanadischen Dollareinnahmen zu erbringen. Also ja, all diese Knoten werden sich jetzt dann lösen, aber es ist trotzdem irgendwie lustig. Und in der Kategorie irgendwie lustig fand ich dann auch, als ich unsere Handytarife besorgt habe, die Tatsache, was ja unsere kanadischen Freunde gar nicht fassen können, dass ich eine kanadische Telefonnummer gebraucht habe, um eine kanadische Telefonnummer zu bekommen. Das heißt, ich saß in dem Laden und sollte dann halt ein Formular ausfüllen mit meiner Adresse. Und die Adresse, die wir da angeben, ist im Moment ja eine temporäre Adresse. Und dann wollten sie halt eine Telefonnummer. Und diese Telefonnummer sollte halt auf uns irgendwie registriert sein. und hieß es, ja, ja, geben Sie ruhig Ihre internationale Nummer an, weil wir ja gesagt haben, ich habe eine deutsche Telefonnummer, wir haben ja hier noch nicht mal ein Haus und übrigens versuche ich gerade bei euch meine erste offizielle Telefonnummer zu registrieren. Ja, kein Problem, geben Sie uns die deutsche Nummer. Jetzt war es nur so, dass dieses Formular nicht in der Lage war, international formatierte Rufnummern zu akzeptieren und wenn man die Nummer einfach irgendwie trotzdem eingetippt hat, hat die gesagt, das ist jetzt aber übrigens eine Fehleingabe, weil die ersten Ziffern sind ja dann die 0049 Und das ist ja kein Area Code hier. Das heißt, wir haben dann rumgetan und irgendwann habe ich dann einfach aufgegeben und habe die Telefonnummer vom Reception Desk vom Google Office angegeben. Also sollten die da jeweils anrufen, dann reden sie mit jemandem bei Google.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das war</p>
<p><strong>Dirk:</strong> relativ bizarr, muss ich sagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sehr, sehr weird, ja. Aber gut. Wir haben jetzt Telefonnummern und das fühlt sich wirklich gut an. Ja, ist wirklich toll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und was ich auch da gerade noch als Abschluss ranhängen will, das sind ein paar Dinge, die haben wir überall gehört. Also es gibt drei Sachen, die habe ich zumindest überall gehört. Eine Sache war Kanada, mach dich mal locker, da wird es kalt, kalt, kalt wird es da.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich will nur sagen, bei wem schneit es gerade?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> In Deutschland schneit es gerade. 20, 30 Zentimeter Schnee und Minusgrade. Bei uns hat es gestern wie viel gehabt?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Warte mal, wir hatten am Freitagabend, sind wir noch nach Hause gelaufen von unserem Abendessen? Nee, Donnerstagabend war das, Donnerstagabend und da waren es 8 Grad.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es wird so kalt hier werden in Kanada. Diese Erzählung hat jetzt sich geändert auf, warte mal im Januar.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Januar wird es kalt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es wird bestimmt schon auch kalt hier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich rechne auch damit. Wir werden berichten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir werden das auf jeden Fall berichten. Aber ich meine, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das Zweite, was dann immer irgendwie alle uns erzählen, ist, warte mal ab, Healthcare ist nicht so toll. Da haben wir jetzt noch keine Berührungspunkte mit.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nö.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber was uns die hiesigen Einwohner erzählen, ist das alles kein Problem. Das Dritte ist die Handytarife, die so teuer sind. Wir haben jetzt einen Tarif, wo wir 100 Gigabyte inklusives Datenvolumen haben. Und dieser Tarif gilt für US und Kanada. und bis zu fünf Tage im Jahr auch in beliebig anderem Ausland. Und dieser gesamte Tarif kostet 60 kanadische Dollar, also 45 Euro im Monat. Ich weiß nicht, was die Leute meinen, wenn die sagen, hier sind die Handytarife so viel teurer als daheim. Aber zumindest im Vergleich mit dem Internetentwicklungsland Deutschland ist es ein schöner Tarif.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sehr schöner Tarif. Ich nehme den. Jedenfalls, wir haben ganz gute Handytarife und es fluppt auch alles. Ich hatte keine Beschwerden. Ja, und dadurch, dass wir dann Handys und Handytarife hatten, hatten wir uns dann gedacht, ah, da ziehen wir mal unsere Handys um. Gell, Dirk, erzähl doch mal. Wie war denn das so? Auf einer Skala von 1 bis 10. 10 total fluppi, ja, und 1 ist das Gegenteil. Also optisch war es erstmal super. Super. Optisch war</p>
<p><strong>Dirk:</strong> das erstmal super. Susannes Handy hat gesagt, du hast ja noch ein bestehendes Handy, soll ich das umziehen? Und dann haben wir gesagt, oh ja. Und dann lief da so ein Kringel auf und hat dann von 0 bis 100 gezählt. Und Susanne hat noch gesagt, also das war, also früher war das ja so ein Ausriss und schau mal, wie toll das jetzt läuft. Dann war das Ding fertig und erstmal war nichts umgezogen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, also die Erfahrung, die ich in dem Moment gemacht habe, ist, es gibt schon einen Grund, warum es dieses Sprichwort gibt, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, aber es sah toll aus.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es sah toll aus, also das Handy hat ein Mordsspektakel veranstaltet, wie toll es jetzt gerade umzieht. Ja. Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, zieh ich hier um.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Guck mal, wie ich umziehe. Also mein Privathandy hat jedenfalls gesagt, ole ole, ich zieh jetzt ab.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber damit haben wir ja irgendwie dann unseren Frieden gemacht, müssen wir halt die App selber einrichten. Mein Gott, fangen wir doch mal mit WhatsApp an.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also an alle Freunde eines neuen Handys da draußen, solltet ihr ein neues Handy und gleichzeitig eine neue Handynummer haben, haben, gibt es eigentlich nur einen Weg, wie man WhatsApp wirklich sicher umzieht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also der intuitive Weg, den wir gewählt haben, der war falsch, um das mal gleich zu sagen. Was wir nämlich gemacht haben, ist bei WhatsApp zu sagen, du, wir haben eine neue Telefonnummer, WhatsApp hat gesagt, neue Telefonnummer, alles klar und dann haben wir bei dem neuen Telefon WhatsApp gestartet und gesagt, jo, spiel mal das Update wieder ein, das Backup wieder ein und WhatsApp hat dann auf beiden Telefonen gesagt, ich weiß nicht, wovon du redest. Also das alte Telefon hat gesagt, ich bin ja nicht mehr ich. Und das neue Telefon hat gesagt, keine Ahnung, das Backup, das du da hast, damit kann ich überhaupt nichts anfangen. Also das als Wort der Warnung, Handy und Nummer gleichzeitig, mein Telefon hat auf die Art jetzt sämtliche Chatverläufe verloren. Aber Susannes Telefon war so ein bisschen langsam darin, Susanne auszusperren von dem existierenden alten WhatsApp. App. Das Problem ist, dass in dem Backup sozusagen mit eingebacken ist, mit welcher Telefonnummer wurde das dann gemacht. Das heißt, du musst, entweder ziehst du mit derselben SIM-Karte, also ziehst du, wenn du auf ein neues Handy kommen willst, ziehst du halt erst auf das neue Handy um mit der alten Telefonnummer, spielst da alles ein und tauscht dann auf die neue Telefonnummer. Oder du ziehst auf dem alten Telefon erst mal mit der SIM-Karte für die neue Telefonnummer um, Machst dann dort ein Backup mit der neuen Telefonnummer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich glaube, das Backup hat was mit dem Telefon zu tun.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube nicht, dass irgendjemand, der uns zuhört, im Moment noch weiß, wovon wir eigentlich reden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich glaube auch nicht. Ist egal. War kompliziert. Und wie immer funktioniert</p>
<p><strong>Dirk:</strong> es jetzt bei der Frau Primbs, aber bei mir nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe jetzt auch WhatsApp-technisch einen neuen Stand. Und an all die Schlaumeier da draußen, die sich bei mir dann gemeldet haben und gesagt haben, Ja, das solltest du einfach nicht WhatsApp benutzen. Danke. Danke für diesen wertvollen Hinweis.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, den Rest habe ich jetzt noch gar nicht so angefasst. Von meinen Apps, also gerade meine Banking-Apps und so, das habe ich alles noch gar nicht gemacht. Ich habe ja noch mein altes Telefon. Ole, ole. Ich werde einfach mal warten, wie das bei dir so funktioniert und dann werde ich mir das angucken und dann werde ich das entweder auch so machen oder anders.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also es gibt bei vielen dieser elektronischen Sachen gibt es ja dann immer zwei Optionen. Das alte umziehen oder das alte so lassen wie es ist und sich einfach ein paralleles neues aufbauen. Also ein Beispiel ist das Amazon-Konto. Das Amazon-Konto umziehen. Laut Amazons Hilfe-Webseite ziehen Bücher und Comics und Audible Hörbücher um.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber nicht deine Filme.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nicht deine Filme. Und das ist natürlich jetzt schon echt ein, das ist ein Trade-off. Also da muss man mal drüber nachdenken, weil wir haben ja schon über die Jahre mal eine Serie gekauft oder mal Filme irgendwie gekauft, die alle in dem Amazon-Account bei dir hängen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es ist halt die Frage, weil es ist ja tatsächlich kein Problem. Ich habe das jetzt über die Jahre schon öfter gemacht. Ich habe also einen amerikanischen Amazon-Account. Ich habe auch schon einen kanadischen Amazon, weil ich ja immer dann irgendwelche Geschenklenden direkt dann aus dem Land verschickt habe. Weil was will ich denn das von Deutschland in die USA schicken? Das ist ja doof. Dann habe ich das halt in den USA bestellt bei Amazon und habe es dann den Leuten direkt geschickt. und du kannst tatsächlich dein, also das ist halt nur diese Webseite, die anders ist, aber dein Login und dein Passwort bleiben eigentlich gleich. Also das ist, du musst nichts Neues anlegen in dem Sinne, das verknüpft sich und deswegen ist das easy peasy und die Frage ist jetzt halt für mich, ziehe ich das jetzt wirklich um oder lasse ich es einfach so und meinen Prime-Account habe ich ja eh schon gekündigt in Deutschland, In Deutschland könnte ich mir ja dann überlegen, ob ich nicht einfach das parallel behalte, weil so groß ist die Payne jetzt auch nicht und mein Kindle, wo dann mache ich das halt weiter in Deutschland oder so. Oder halt auch nicht, weil ich habe ja auch hier gelernt, hier sind die Büchereien komplett frei und du kannst ja auch eine ganze, hast dann auch Zugriff auf die ganze Online-Bibliothek.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, und die haben auch eine Online-Leihe und halt dann halt nicht auf dem Kindle, sondern auf den anderen Readern, die es ja gibt. Also, dass wir irgendwie ins Kindle-Ökosystem gefallen sind, liegt ja nur daran, dass die gefühlt so die Ersten waren, bei denen es eine ausreichende Menge an Lesematerial auf einfache Art und Weise gab.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und weil das halt auch separat war, du musst es nicht auf deinem Handy lesen oder ich muss sagen, ich mag das eigentlich auch, dass ich so haptisch irgendwie was anderes hab. Aber, jo, ist ja Präferenz.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und da mal gucken. Also wir werden uns auf jeden Fall hier so eine Toronto Library Card holen und dann mal schauen, was denn tatsächlich so das ist. Wenn wir eine Adresse haben. Was dann so tatsächlich die Möglichkeiten sind, die man hier hat. Adresse, das war natürlich auch das große Thema diese und auch letzte Woche schon so ein bisschen. Wir suchen Wohnungen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und jetzt, ich weiß noch, als wir nach Frankfurt gezogen sind, Das, was Menschen typischerweise zu mir gesagt haben, war, da musst du ja lange suchen, bis du eine Wohnung hast. Dasselbe Text habe ich jetzt auch wieder für Toronto gehört. In Frankfurt, da war ich einen Tag und habe mir fünf Sachen angeguckt und wir hatten eine Wohnung. Und als ich dann in Frankfurt nochmal eine Wohnung gesucht habe, das hatte ich ja auch, innerhalb von einer Woche haben wir den Vertrag unterschrieben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also das war auch... Und das sah hier, für einen Moment sah es so aus, als würden wir hier das Gleiche tun. Wir sind hier in der Wohnung gelaufen, in die wir uns spontan verliebt haben. Und also tatsächlich, also ich glaube, die Sachen, die wir so gehört haben über Toronto und den Wohnungsmarkt hier, die stimmen schon aus einer bestimmten Perspektive und dann stimmen sie auch wieder nicht so wirklich für uns. Also der Wohnungsmarkt ist schon teuer, aber der Frankfurter Wohnungsmarkt war auch schon teuer. Das heißt, die Preise, die wir hier zum Teil finden, sind abhängig von dem, was man jetzt mieten will, ein bisschen teurer als das, was wir in Frankfurt bezahlt hätten, aber jetzt auch nicht komplett überraschend wahnsinnig irre teurer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, allerdings muss man auch sehen, gerade zum Beispiel, es gibt ja den Unterschied zwischen Apartment, also ein Kondo oder ein Haus. Wenn ich jetzt ein Kondo miete, hier in Toronto, das ist meistens in so einem High-Rise, also in so einem Hochhaus, danke, danke. Und diese Hochhäuser haben ja dann nicht nur diese Apartments, nein, wofür ich ja auch mitbezahle, ist dann das Schwimmbad, was da unten drin ist, die Gym und ich weiß nicht, was die noch so alles haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Amenities.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Achso, die Concierge und all diese Kram.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die erste Überraschung, die wir hatten, war, dass meistens diese Mietpreise, die da aufgerufen werden, ja alles inklusive sind. Das heißt, du kommst in diese Wohnung und in dieser Wohnung befindet sich schon eine Küche, in dieser Wohnung befinden sich schon Waschmaschine und Trockner, in dieser Wohnung befinden sich Einbauschränke und der Mietpreis, der dir genannt wird, enthält Strom, Warmwasser, Internet, Fernsehen, manchmal ist ein Fernseher auch schon drin in der Wohnung und die Services, die zu dem Ding gehören. und Services können auch so Sachen sein, wie viele von diesen High Races haben zum Beispiel Gästeapartments, die man als Einwohner buchen kann, wenn man Besuch hat.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, für günstigere Preise.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann haben die natürlich, haben die ein Fitnessstudio und viele haben dann noch irgendwie einen Indoor-Pool oder auch, dann gibt es auch welche, die so Spa-Anlagen haben mit irgendwie Whirlpool und so. Also irgendwann denkst du dir, sind wir jetzt hier eigentlich in einem Ressort?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau. Wir waren dann doch etwas überrascht, was dann irgendwie alles da so aufgefahren wird. das ist jetzt pro Gebäude auch irgendwie unterschiedlich und dann ist da meistens auch noch irgendwie ein Parkplatz irgendwo dabei und so weiter, also ja, das hat uns schon...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Unten sitzt dann ein Concierge, der die Amazon-Pakete entgegennimmt, die man sich liefern lässt, ja?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist natürlich bei einem Haus wiederum anders bei einem Haus habe ich natürlich keinen Concierge oder all diesen anderen Kram, aber dafür habe ich halt dann ein Haus in so einer Suburb. Ich kann auch schon nicht mehr Deutsch. Stadtteil. jedes Stadtteil. Stadtteil war das Wort, was ich gesucht habe, ja. Wir persönlich suchen ja nach einem Kondo hier in Downtown. Also wir wollen hier erstmal bleiben, mitten im Geschehen, weil wir auch noch gar nicht wissen, welchen Stadtteil wir jetzt bevorzugen würden oder wo es irgendwie, ja. Und weil wir natürlich erstmal exploren wollen, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wenn wir hier in Downtown sind, dann kann man halt auch zu Fuß durch den Path. durch den Pars, auch im Winter kann man warmen Fußes einigermaßen beim Arbeitsplatz ankommen oder auch einkaufen gehen oder zum Arzt gehen oder Fitness machen oder einfach nur neue Klamotten kaufen oder was auch immer einem einfällt, das ist tatsächlich einer der Vorteile und wir wollen halt gerne an die Waterfront, sprich möglichst nah ans Wasser ran, So dass wir es erstens ein bisschen ruhiger haben und zweitens der Blick aus dem Fenster uns irgendwie Natur zeigt statt die Großstadt. Und die Wohnungen, die wir jetzt gesehen haben, da waren einige dabei, die haben diese Boxen alle irgendwie getickt. Also da war es dann so, dass wir gesagt haben, ja, also für die Wohnung und die Größe und so, so viel teurer als in Frankfurt ist es nicht. Nicht gleichzeitig Wohnzimmerblick auf Lake Ontario und dann ist es auch ruhig. Also wenn die entsprechend gebaut sind, diese Wohnungen, hört man da drin nichts von der Stadt. Wir haben halt immer noch das Problem, dass wir festgestellt haben, die Möbel, die wir haben, sind relativ schwer in kanadischen Wohnungen unterzubringen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil die Schnitte sind anders. Du hast es vorhin so schön formuliert, so rechte Winkel. Wozu denn rechte Winkel? Da gibt es auch oft nicht so unbedingt viele Stellwände, also wo man wirklich an Wände irgendwas dran machen kann. Dann haben die riesige Fensterfronten auch, da kann man natürlich jetzt nicht irgendwie so ein Buffet da vorstellen. Dann sind die auch relativ, naja, so ein Two-Bedroom, die können schon relativ klein auch sein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war auch recht überraschend, muss ich sagen. Die Schlafzimmer sind oft so klein, dass wir unser 2x2-Meter-Bett irgendwie gefühlt da nicht reinstellen können.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da fragst du dich doch, wie die typische Kanadier sich wahrscheinlich immer im Winterchen oder so dann aneinander kuschelt. Ja, vielleicht sind die</p>
<p><strong>Dirk:</strong> einfach ein bisschen intimer als wir.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, also aber wir suchen noch und es sieht aber auch ganz gut aus. Es macht auch Spaß. Also hätte ich auch nicht gedacht, wir haben eine Maklerin, weil was wir auch nicht wussten vorher ist, der Makler wird übrigens von den Vermietern bezahlt. also für uns entstehen da überhaupt gar keine Kosten</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und das ist total luxuriös im Endeffekt fühlt sich das an weil die kennt uns jetzt inzwischen die weiß jetzt worauf wir so Wert legen und es gibt Datenbanken in denen halt neue Listings auftauchen also neue Angebote und was die halt die ganze Zeit macht ist die so ein bisschen vorzusortieren uns dann zu fragen ob davon Wohnungen von Interesse sind dann die Wohnungen für einen Besuchstermin anzufragen Und dann haben wir dann immer so drei, vier Wohnungen, die wir sozusagen im Stück mit ihr zusammen ablaufen. Das ist toll, weil weder müssen wir jetzt irgendwie groß nach Wohnungsangeboten suchen und mit Leuten in Kontakt treten, noch müssen wir uns, wir müssen uns nicht mal orientieren. Wir treffen uns mit der Frau und die führt uns dann da rum.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, schön. Macht auch wirklich Spaß.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich sag so im Mittel, picky Leute brauchen um die zwei Wochen, um eine Wohnung zu finden. Wir kommen jetzt in die zweite Woche. Das heißt, wir sind jetzt schon medium picky.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ist okay, ich kann damit leben. Aber sie sagt ja auch, und das fand ich auch schön, dass sie das so formuliert hat, ihr braucht ja nur eine Wohnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und da werdet</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ihr reinkommen und werdet sagen, das ist es.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja. Ja, genau. Was jetzt noch aussteht, ist das große Thema Papier.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, Papier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das gehört in die Kategorie von Dingen, die einen überraschen, wenn man sie entdeckt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Jetzt erzähle ich dir was. Und zwar, meine amerikanischen Kolleginnen haben mich gefragt, ne, freust du dich schon, nach Kanada umzuziehen und wie fühlst du dich da so? Und da habe ich gesagt, naja, vor zwei Sachen habe ich irgendwie Schiss. Sag ich, was ist das? ja sag ich, dass es mit der Kälte tatsächlich so ist und Klopapier und dann haben sie mich angeguckt und erst mal gelacht wieso denn Klopapier ja und meine kanadische Kollegin war auch da am Tisch als ich das gesagt hab und dann sag ich, naja bis jetzt hab ich immer nur so zweilagiges wenn es hoch kam mal dreilagiges irgendwie gesehen und das ist halt immer so dünn das ist so nervig ja und das sage ich zu Hause, ja, in Deutschland, ja, und ich hasse das ja, sowas zu sagen, aber da habe ich dann vier- oder fünflagiges und das ist wirklich fest und da brauche ich dann auch nur zwei, zwei Papier und ich kann alles abwischen, was ich abwischen will, aber hier, hier ist es, ich brauche ja fast gefühlt eine halbe Klopapier-Rot.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist auch flauschig wie Einhornfell. Ja, und das ist halt, ich habe mal vor ewigen Zeiten, habe ich darüber tatsächlich mal einen Doku-Beitrag gehört oder gesehen, ich weiß es nicht mehr. Und habe dann gelernt, die Welt teilt sich in zwei Lager, nämlich in Falter und in Knüller. Und Nordamerika ist das Königreich der Knüller. Heißt, die Idee, wie man das halt macht, ist, man nimmt halt irgendwie eine Handvoll Klopapier, knüllt es so und wischt mit dem Geknüllten. damit man nicht mit Dingen in Kontakt kommt, in denen man nicht in Kontakt kommen möchte und in Deutschland macht man eher so eine Faltung man konstruiert einen Handschuh</p>
<p><strong>Susanne:</strong> man konstruiert einen Handschuh</p>
<p><strong>Dirk:</strong> es ist auch so das amerikanische Klopapier löst sich praktisch wenn man es mal feucht anguckt schon auf das ist wahnsinnig schnell es ist auch kein wirkliches Problem stellt sich irgendwie raus es ist eine echte Umstellung, es ist so eine Überraschung</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und vor allem, das ist ja nicht nur Klopapier. Also diese Tempo-Boxen hier, die es hier gibt. Ja, da hast du mir</p>
<p><strong>Dirk:</strong> mal erzählt, das sind jetzt Kosmetiktücher. Das Konzept, was für ein Unterschied ist zwischen Kosmetiktüchern und normalen Tüchern zum Schnäuzen, ist mir sowieso unklar.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das gibt es aber auch hier noch, diesen Unterschied. Also ein Kosmetiktuch ist nicht so dick wie dieses Möchtegern-Tempo, was es hier gibt. Aber selbst dieses Möchtegern-Tempo hier ist natürlich nicht so dick wie das Tempo, also das Tempo-Tempo. Das ist ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> durchschnupfsichernd überhaupt. Wahrscheinlich haben wir Deutsche da irgendwie einen Fetisch. Ich kann mir vorstellen, wenn du mit so einem Produktgruppenmanager bei Procter &amp; Gamble redest, Der kann dir wahrscheinlich unglaublich spannende Dinge darüber erzählen, über die Psyche der Deutschen, wenn es um Klopapier und Tempo und so geht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Keine Ahnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jedenfalls haben wir dann gestern...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wahrscheinlich, wenn du die in der Hose vergisst und dann in die Waschmaschine kommst, das weiß ich nicht, ob sich das auflöst. Ich glaube, das ist das absolute Drama, weil unsere Tempos, wenn du die richtigen hast, die lösen sich ja gar nicht mehr auf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir müssen die vielleicht importieren und wir werden dann Tempomagnaten. Wir machen mehrere Dinge. Wir machen einen Laden auf für Donuts und Bagel ohne Loch und da machen wir, da verkaufen wir, in dem Laden verkaufen wir außerdem noch echte Brezeln und dann gibt es da eine ganze Sektion mit deutschem Klo und Tempo. Aber wer weiß denn überhaupt, ob es hierfür</p>
<p><strong>Susanne:</strong> da, ob es dafür überhaupt hier einen Markt gibt. Für</p>
<p><strong>Dirk:</strong> deutsches Klopapier und Tempo? Ja, wie kann man das denn nicht lieben?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich meine, naja, gut. Also, sagen wir es mal so, Also, wir gewöhnen uns noch dran.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da gab es eben auch gestern eine Überraschung, nee, heute eine Überraschung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Achso, ja, genau. Gestern waren wir in einem Shoppers, das ist sowas wie ein DM, so ähnlich. Und ich wollte halt wieder so Tempopackungen haben, die man mitnehmen kann und nicht nur Tempoboxen. und schon allein die zu finden war schwierig, weil in einem typischen DM hast du ja so einen halben Stand voll mit verschiedenen Arten von Mitnehm-Tempos, ja? Eigenmarke, Tempo, dann noch eine andere Marke, Kleenex und so weiter. Also wir haben tatsächlich, glaube ich, schon echt einen Fetisch. Aber egal, hier gab es genau eine Sorte, die ich dann auch gekauft habe und dann habe ich heute Morgen, habe ich mir ein Tempo aus dieser Box rausgeholt und dann wusste ich erstmal nicht, wie ich das auffalte, weil das so dämlich gefaltet ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn man bei uns so ein Tempo in die Hand nimmt, dann ist das ja, da ist ja da so eine Lasche.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> So ein Falz, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist ja praktisch so gefaltet, dass du in die Lasche reinfassen kannst und dann kannst du das schütteln und dann ist dieses Tempo auseinander gefaltet. Ein brillanter Mechanismus, irgendjemand hat den ja zum ersten Mal erdacht,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da gibt es wahrscheinlich ein Patent drauf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vermutlich. Und vielleicht gibt es irgendeinen fiesen Konzern, der die Rechte nicht an die Nordamerikaner verkauft und deswegen dürfen die die Tempo nicht so falten. Jedenfalls, hier sind die Dinger ganz einfach nur platt gefaltet. Es ist einfach wie so, als würde man Papier falten, ganz normal. Und das ist dann auch noch so nach innen gefaltet. Das heißt, du nimmst dieses Ding bei irgendeinem Zippel und du schüttelst und dann ist es nicht ganz auseinander gefaltet. Weißt du, wie es gefallen ist wie ein Brillenputztuch? Wie ein längliches Brillenputztuch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die sind auch immer so umständlich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also Tempo, Klopapier. Die schönsten Unterschiede, finde ich, sind immer die, die einen überraschen. Wenn man damit so gar nicht rechnet. Machst du irgendwas, dann denkst du dir jetzt, ab hier Smooth Sailing, ist es so, wie es immer ist. Sondern du, hä?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. So wie? Nee, aber ansonsten würde ich sagen, wir sind ganz gut angekommen. Selbst unser Jetlag, also meiner, der Dirk hat ja irgendwie gefühlt nie Jetlag, ja, fühlt sich langsam an, als hätte ich irgendwie so einen Griff, einen Grip. Und gestern, nachdem wir da durch St. Lawrence Market und dann durch verschiedene Straßen noch geschlendert sind und dann sind wir in diesem Winter Village auf den Weihnachtsmarkt gegangen und so, und dann sind wir eben zu unserem Freund nach Hause gefahren, weil der inzwischen Post bekommen hatte, weil wir ja immer seine Adresse angeben für alles mögliche. Und wir kamen gerade zu einem Zeitpunkt, wo er und eine Freundin dabei waren, seinen Weihnachtsbaum zu schmücken, also die Lichterketten aufzuhängen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Auch so ein Unterschied, dass die jetzt schon ihre Bäume schmücken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist auch ein Deutschlandunterschied. Also manche machen das schon Anfang Dezember, aber die meisten machen das erst kurz vor Weihnachten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich kenne das gar nicht, dass das jemand Anfang Dezember macht. Also die meisten machen das an Weihnachten. Du machst das normalerweise ja an Heiligabend. Erst für die Bescherung wird der doch in Betrieb genommen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Viele haben ja auch Plastikbäume. Unser Freund hatte jetzt keinen Plastikbaum und bunte Lichterketten, aber die haben wenigstens nicht geblinkt, weil ich glaube, dann wäre ich wieder gegangen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber das Baumkonzept ist total cool. Das ist so kuschig, gell? Ja, aber im Vergleich dazu sind wir ja bierernst. Also wenn wir einen Christbaum schmücken, dann ist der silberblau oder rot oder golden oder was auch immer. Oder kannst du dich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> früher noch an das Lametta erinnern?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann ist schon mal das Farbschema vorgegeben und dann hängen wir ja da so Holzfigürchen rein. Und wenn das Holzfigürchen sind, dann mischen wir auch nicht wild. Dann gibt es ein bisschen Selbstgebasteltes und Strohsterne. Ich glaube, das ist nur</p>
<p><strong>Susanne:</strong> so, wie ich dich gezwungen habe, den Baum zu schmücken. Ich habe ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> auch schon andere Bäume gesehen, auch selber mal Bäume geschmückt. Das ist jedenfalls nicht so wie dieser Baum, den wir gestern mitgeschmückt haben, wo jede Christbaumkugel, gab es ja nur ganz wenige, aber alles mögliche andere Christbaumgeschmücke. Und das war schon ziemlich lustig. Ja, man muss mal sagen, er</p>
<p><strong>Susanne:</strong> bringt dann immer wieder von seinen Reisen auch irgendwie was mit. Ich habe zum Beispiel Lamas aus Peru auf den Christbaum gehängt. Ja, das fand ich dann. Oder ich weiß gar nicht mehr, wo er diese Vögelchen her hatte.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber das ist ja wie Magnete. Ja, es ist wie Magnete.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich habe dem das ja gestern auch gesagt. Ich habe gesagt, wir sammeln Magnete, wo wir überall waren und er bringt halt Christbaumschmuck mit. Und es war auch schön irgendwie, wo ich ja jetzt hier nichts irgendwie zu Advent oder der Vorweihnachtszeit hier habe. Ich habe ja auch keine Plätzchen und gar nichts. Ja, und das war irgendwie schön, gestern so mit Weihnachtsmusik, mit Spaß den Christbaum zu schmücken und nebenher einfach über alles mögliche zu reden. Das war lustig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben unter anderem auch über Haifilme geredet und das hier, Jörn, wenn du das hier hörst oder Gesche, da gibt es eine Nische auf dem nordamerikanischen Kontinent, die ihr bespielen könntet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und es gibt Abnehmer. Wir haben jedenfalls schon mal zwei.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die können nur nichts mit Deutsch anfangen. Ja, wobei, Adrian will Deutsch lernen. Vielleicht solltet ihr bei Adrian den Link auf dem Podcast dann doch mal schicken.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Insofern, nächste Woche rum.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mit ein bisschen Glück kriegen wir nächste Woche also unsere Wohnung unter Dach und Fach. So jetzt mal die Hoffnung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Hast du nicht nächste Woche Weihnachtsfeier bei Google?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn ich die hab, ja. Weiß ich nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich weiß immer noch nicht, wann wir unsere... Es ist auch keine Weihnachtsfeier, sondern, was weiß ich, wir freuen uns alle, dass Dezember ist Feier. oder wie sie es halt jetzt immer auch taufen, damit keiner offendet ist oder so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich weiß gar nicht, wie die das bei uns nennen. Stimmt, das ist keine Weihnachtsfeier. Aber ja, die ist theoretisch am 7. Dezember, aber ich hätte mich ja da bis zum 30. November anmelden müssen und ich bin aber erst seit 1. Dezember offiziell anmeldeberechtigt. Also mal gucken, ob das alles funktioniert hat.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach ja, wende ich auf jeden Fall mit. Also das muss ich sagen, grundsätzlich, Die Leute sind so offen und wo wir uns jetzt hier durch die Stadt irgendwie schlendern und wir kommen ständig mit irgendwelchen Leuten ins Gespräch, total so und einfach mal für ein Schwätzle und dann trennt man sich halt wieder und es ist irgendwie schön.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dir fällt irgendwas auf oder du hast irgendeine Frage oder so und du quatscht irgendjemand an und du darfst darauf vertrauen, dass die Leute freundlich mit Interesse antworten und dich auch noch nicht nur in ein Gespräch verwickeln lassen, sondern aktiv daran mitarbeiten, dich auch noch in ein Gespräch zu verwickeln. Also du hast sofort eine Unterhaltung. Das finde ich tatsächlich interessant. Es gefühlt in Deutschland mehr Arbeit, eine Unterhaltung zu haben mit Leuten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, würde ich auch so zustimmen. Naja, aber wie gesagt, zweite Woche läuft ganz okay, gut, ja. Und schauen wir mal, was nächste Woche so bringt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Passt also auf euch auf. Bis bald.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und fröhliche Adventszeit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh ja, feiert schön.</p>]]></content:encoded>
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            <title>Warteschlangenpömpel</title>
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            <pubDate>Sat, 25 Nov 2023 23:27:07 GMT</pubDate>
            <description>Susanne und Dirk sind erfolgreich angekommen... Diese Folge ist ein erstes Lebenszeichen von der anderen Seite des Atlantik.</description>
            <itunes:summary>Susanne und Dirk sind erfolgreich angekommen… Diese Folge ist ein erstes Lebenszeichen von der anderen Seite des Atlantik. Wir waren noch ziemlich paniert was zu gleichen Teilen an Jetlag und an Neuankömmlings-Blues lag. Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Dirk: Wer bist du eigentlich? Susanne: Oh Gott, das weiß ich nicht mehr, nach monatelangem Packen und Sortieren. Ja, ich bin Susanne. Dirk: Genau, und ich bin der Dirk. Und wir ziehen um. Susanne: Tja. Dirk: Nach Kanada. [Atmo] Susanne: Die Sonne geht ja hier im Westen unter, so wie immer, und das spiegelt sich in einem Nachbarhochhaus, das wiederum zurückspiegelt in das Hochhaus, was gegenüber von uns steht, und das spiegelt direkt in unser Wohnzimmer. Dirk: Warum gehst du eigentlich davon aus, dass die Sonne auch in Kanada im Westen untergeht? Susanne: Ja, ich meine, wir sind ja nicht auf der Südhalbkugel. Seufze, das war Humor. Dirk: Oh mein Gott. Susanne: Ja, ich meine, was erwartest du denn von uns? Wir haben ja schließlich noch, wir sind noch ein bisschen gejetlaggt. Dirk: Heute kam die Frage auf, ob wir eigentlich angekommen sind. Sind wir angekommen? Susanne: Wir sind in Kanada, eindeutig. Wir sind auch in Toronto. Dirk: So richtig angekommen sind wir aber noch nicht. Susanne: Nee, ich glaube, mein Kopf befindet sich noch irgendwo über dem Atlantik. Ja, keine Ahnung. Dirk: Es gab Forderungen online nach Podcast-Lebenszeichen. Außerdem wird uns unterstellt, dass wir schon Flanellhemden tragen, was ich hiermit aufs Heftigste dementieren möchte. Susanne: Was hast du denn gegen Flanellhemden? Dirk: Ich habe auch noch keine Flanellhemden hier im Straßenbild gesehen. Hast du Flanellhemden gesehen? Susanne: Nee, aber ich glaube, da sind wir im falschen Teil von Kanada gerade so. Dirk: Ja, wir sind gestern angekommen um, wie viel Uhr war es denn, wie wir gelandet sind? Susanne: Das war irgendwann mal mittags, mittags um drei. Dirk: Wir sind, das muss man vielleicht dazu sagen, von Frankfurt nach Toronto geflogen. Direkte Verbindung, da gibt es mehrere Airlines, die da fliegen. Susanne: Oh, und da möchte ich an dieser Stelle gleich mal Schleichwerbung machen. Wir sind ja früher immer viel im Lufthansa geflogen, weil es jetzt obviel ist. Aber diesmal haben wir Condor benutzt. Und ja, man sollte meinen, ach Condor, Condor fliegt doch nur nach Malle. Nee, ist nicht so. Fliegt auch direkt von Frankfurt nach Toronto. Dirk: Ja, und hat uns wirklich gut gesänftet, nämlich in der, und das wissen manche ja gar nicht, dass es das überhaupt auch bei Condor gibt, in deren Business Class. Susanne: Ja, also habe ich auch überrascht. Dirk: Sehr komfortable Sitze und wir hatten wirklich viel Gepäck. Susanne: Gepäck. Richtig viel Gepäck. So viel Gepäck, wie ich noch nie in meinem ganzen Leben per Flugzeug irgendwo hin mitgenommen habe. Und Dirk: hätten wir dieses viele Gepäck in der Lufthansa eingecheckt auf einen Economy-Platz, dann hätten wir so viel Gebühren drauf gezahlt, dass wir uns die Business Class in der Condor hatten leisten können, was wir auch tatsächlich getan haben. Susanne: Ja, und bei der war halt unser Gepäck dabei. Der hat auch nicht mal gezuckt, der Mensch da am Schalter, als wir die Koffer darauf gehievt haben. Dirk: Wir haben tatsächlich einfach nur eine Menge Wäsche dabei, aber auch so Dinge wie unsere Elektronik, die wir zum Arbeiten brauchen. Wir haben keinen Bildschirm mitgenommen. Jeder von uns hat aber einen Ordner mit einer Menge Unterlagen. Allein das füllt ja schon den Koffer. Susanne: Ja, die wollte ich nicht einchecken. Also ich meine, so weiße Original-Geburtsurkunde oder so, das dann irgendwo wieder herzubekommen, das dauert immer viel Nerven, kostet viel Nerven und viel Zeit. Jedenfalls sind wir um drei gelandet, so ungefähr. Dirk: Ja, sowas. Und dann sind wir ja bis dahin, ging das eigentlich ganz flott, ja. So der Self-Check-In-Automat, der einem so eine Quittung in die Hand drückt und dann hieß es, ja, ja, ihr seid noch au</itunes:summary>
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<p>Susanne und Dirk sind erfolgreich angekommen&#8230; Diese Folge ist ein erstes Lebenszeichen von der anderen Seite des Atlantik. Wir waren noch ziemlich paniert was zu gleichen Teilen an Jetlag und an Neuankömmlings-Blues lag. </p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wer bist du eigentlich?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh Gott, das weiß ich nicht mehr, nach monatelangem Packen und Sortieren. Ja, ich bin Susanne.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, und ich bin der Dirk. Und wir ziehen um.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Tja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nach Kanada.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die Sonne geht ja hier im Westen unter, so wie immer, und das spiegelt sich in einem Nachbarhochhaus, das wiederum zurückspiegelt in das Hochhaus, was gegenüber von uns steht, und das spiegelt direkt in unser Wohnzimmer.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Warum gehst du eigentlich davon aus, dass die Sonne auch in Kanada im Westen untergeht?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich meine, wir sind ja nicht auf der Südhalbkugel. Seufze, das war Humor.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh mein Gott.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich meine, was erwartest du denn von uns? Wir haben ja schließlich noch, wir sind noch ein bisschen gejetlaggt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Heute kam die Frage auf, ob wir eigentlich angekommen sind. Sind wir angekommen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind in Kanada, eindeutig. Wir sind auch in Toronto.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So richtig angekommen sind wir aber noch nicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, ich glaube, mein Kopf befindet sich noch irgendwo über dem Atlantik. Ja, keine Ahnung.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es gab Forderungen online nach Podcast-Lebenszeichen. Außerdem wird uns unterstellt, dass wir schon Flanellhemden tragen, was ich hiermit aufs Heftigste dementieren möchte.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Was hast du denn gegen Flanellhemden?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe auch noch keine Flanellhemden hier im Straßenbild gesehen. Hast du Flanellhemden gesehen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, aber ich glaube, da sind wir im falschen Teil von Kanada gerade so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir sind gestern angekommen um, wie viel Uhr war es denn, wie wir gelandet sind?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das war irgendwann mal mittags, mittags um drei.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sind, das muss man vielleicht dazu sagen, von Frankfurt nach Toronto geflogen. Direkte Verbindung, da gibt es mehrere Airlines, die da fliegen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oh, und da möchte ich an dieser Stelle gleich mal Schleichwerbung machen. Wir sind ja früher immer viel im Lufthansa geflogen, weil es jetzt obviel ist. Aber diesmal haben wir Condor benutzt. Und ja, man sollte meinen, ach Condor, Condor fliegt doch nur nach Malle. Nee, ist nicht so. Fliegt auch direkt von Frankfurt nach Toronto.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und hat uns wirklich gut gesänftet, nämlich in der, und das wissen manche ja gar nicht, dass es das überhaupt auch bei Condor gibt, in deren Business Class.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also habe ich auch überrascht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Sehr komfortable Sitze und wir hatten wirklich viel Gepäck.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Gepäck. Richtig viel Gepäck. So viel Gepäck, wie ich noch nie in meinem ganzen Leben per Flugzeug irgendwo hin mitgenommen habe. Und</p>
<p><strong>Dirk:</strong> hätten wir dieses viele Gepäck in der Lufthansa eingecheckt auf einen Economy-Platz, dann hätten wir so viel Gebühren drauf gezahlt, dass wir uns die Business Class in der Condor hatten leisten können, was wir auch tatsächlich getan haben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und bei der war halt unser Gepäck dabei. Der hat auch nicht mal gezuckt, der Mensch da am Schalter, als wir die Koffer darauf gehievt haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben tatsächlich einfach nur eine Menge Wäsche dabei, aber auch so Dinge wie unsere Elektronik, die wir zum Arbeiten brauchen. Wir haben keinen Bildschirm mitgenommen. Jeder von uns hat aber einen Ordner mit einer Menge Unterlagen. Allein das füllt ja schon den Koffer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die wollte ich nicht einchecken. Also ich meine, so weiße Original-Geburtsurkunde oder so, das dann irgendwo wieder herzubekommen, das dauert immer viel Nerven, kostet viel Nerven und viel Zeit. Jedenfalls sind wir um drei gelandet, so ungefähr.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, sowas. Und dann sind wir ja bis dahin, ging das eigentlich ganz flott, ja. So der Self-Check-In-Automat, der einem so eine Quittung in die Hand drückt und dann hieß es, ja, ja, ihr seid noch auf dem richtigen Weg, Auf dem Weg, weil wir haben auf dem Weg irgendwie jede Person die Offiziellaussage gefragt, ob die jetzt die Immigration-Leute wären, wo wir hin müssen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da muss man ja auch mal sagen, die Kanadier sind ja da so ein bisschen, ich sag's jetzt mal ganz laut, wie die Amis, weil, sagen wir es mal so, wer schon mal in Amiland war, weiß, wenn die sich irgendwie in die Schlange stellen, schlängeln die sich ja kreuz und quer. Das ist wie im Europapark, nur nicht mit feststehenden, ich weiß gar nicht, Abgrenzungen, sondern das sind ja immer diese Dinge, die man dann so an der anderen Abgrenzung, an dem anderen Pömpel da wieder einhakt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das sind so Pömpel mit Bändern dran, wo man die so aneinanderhängen kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es ist so nervig, wenn man dann durch diese Pömpel da durchgelotst wird, vor allem wenn man dann noch irgendwie so einen scheiß Koffer hinter sich herzieht oder so. Ja, also die haben auch diese manuellen Bänderpömpel überall rumstehen und da wirst du dann kreuz und quer, musst du da erstmal fünf Runden irgendwo langlaufen. Naja, egal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also die Kanadier bekommen von der Frau Primbs kein Foto für Organisation.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee. Nein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber es hat sich ja trotzdem alles ganz fixi angefühlt. Wir sind erst zu einem Automaten geschleust worden, wo wir halt unseren Ausweis scannen mussten und dann sind wir weitergegangen und weitergegangen und der nächste und überhaupt und dann irgendwann wurde uns bedeutet, wir müssen abbiegen und wir sollen uns darauf gefasst machen, das wird jetzt alles ein bisschen dauern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, also ihr müsst euch das so vorstellen, man kommt so aus diesem ganzen Immigration Dingens Denkmann raus und man sieht schon die Kofferbänder, aber da ist noch eine Person vor dir, die so diesen ausgedruckten, das ausgedruckte Pamphlet mit deinem Foto drauf haben will, aus den Automaten, die du vorher bedient hast mit deinem Scanner. So. Und die Person sagt dann Hopp oder Topp. Hopp wäre dann rein in die Immigration, wo du dich dann anstellst und Topp wäre dann weiter zum Gepäckband.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der hat eigentlich keine Macht, außer dir zu sagen, ob du in die richtige Richtung gehst oder in die falsche. Genau. Und der lässt dich auch nicht durch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und dann</p>
<p><strong>Dirk:</strong> sind wir halt in so einem Raum gewesen, in dem es wieder eine neue Schlange für uns gab.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Viele, viele schöne Bänderpömpel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> und in dieser Schlange standen wir dann zweieinhalb Stunden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ansonsten standen da noch eine ganze Menge Inder. Dann waren wir endlich in der ersten Reihe von der Schlange, ganz hinten, aber immerhin, wir sind um die Kurve gekommen, ole ole, und dachten, ja, jetzt haben wir es geschafft. Und dann standen wir ungelogen an dem exakt gleichen Platz für 30 Minuten. Das war ein bisschen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> devastating. Es ist ja vor allen Dingen auch sehr abhängig von der Art des Sisums, wie lang die Bearbeitung dann dauert. Manche haben halt länger gebraucht als andere und es waren jetzt auch nicht so viele Sachbearbeiter irgendwie im Einsatz dort.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber ich denke halt, naja, aber, weißt du, wir haben ja dann später gesehen, es hätte schlimmer kommen können, weil zum Schluss waren alle fünf, sechs Bänder Pömpelreihen voll mit Leuten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben aber einen super netten, fand ich, Immigration Officer gehabt. Das stimmt, ja. Der hat dann unsere Fingerabdrücke genommen. Also im Prinzip geht man Packt in den ganzen Papierkrempel hin und dann lotst der einen oder die einen durch den Prozess. Und das war halt ein Foto machen, Fingerabdrücke, dann hat der uns nochmal warten lassen, um das alles vorzubereiten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir mussten noch das Visum bezahlen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, und dann mussten wir mit dem, mit der Quittung haben wir dann sozusagen unsere Arbeitserlaubnis.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind mehrmals vor und zurück gelaufen, aber ich muss auch mal dazu sagen, der Herr Primbs hat das mit den Fingerabdrücken, das hat er nicht ganz verstanden, wie das geht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich habe das ja wohl wirklich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> formidabel gemacht. Diese Maschine ist aber nicht kompatibel mit mir. Zuerst</p>
<p><strong>Dirk:</strong> waren meine Finger</p>
<p><strong>Susanne:</strong> zu trocken, dann habe ich</p>
<p><strong>Dirk:</strong> zu fest drauf gedrückt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, bei mir haben sie es gleich genommen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber der Work Permit, den wir dann bekommen haben, der sieht wirklich schick aus, finde ich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also, hübsches</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dokument. Allerdings, mein Highlight ist ja, wir haben ja zwei unterschiedliche Work Permits. Also, mein Work Permit hängt an meinem Arbeitgeber. während dein Work Permit ja für, also komplett offen ist. Das heißt, ich muss bei Google arbeiten und ich verliere meine Arbeitserlaubnis, wenn Google mich entlassen würde. Du hingegen hast ein Open Work Permit. Du darfst arbeiten, bei wem du willst, machen, was du willst, außer, und das fand ich wirklich sehr lustig, es zu lesen, es steht, bei deinem Work Permit steht, du darfst nicht als Sexarbeiterin tätig werden. Bei mir ist das keine Einschränkung auf meinen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich darf aber auch nicht mit kleinen Kindern arbeiten. Nicht mit kleinen</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Kindern, nicht als Sexarbeiterin. bei mir steht da aber nichts von drauf also entweder hat der Sachbearbeiter sich gedacht Sexarbeiter ist bei mir sowieso keine Chance</p>
<p><strong>Susanne:</strong> da war ich jetzt schon traurig also ich bin ja schon Land of the Free, ach nee das war ja USA, das Nachbarland ja okay, dann ist es auch wieder beständig</p>
<p><strong>Dirk:</strong> dass es extra noch mit draufgeschrieben wird also ich nehme halt mal an, es hat was mit dem Open versus Chancen zu tun weil bei mir halt der Arbeitgeber schon feststeht und da ist irgendwie schon klar, dass es kein Sex Trade ist</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also nur mal hier irgendwelche Gerüchte zu kommentieren. Mein Arbeitgeber steht auch schon fest. Das ist nämlich der gleiche, mit dem ich schon vorher gearbeitet habe. Ja, ich bin ja genauso intern umgezogen wie der Dirk, nur das mit dem Visa, dem Visum ist halt irgendwie so, haben sie das halt so gemacht. Und als wir dann mit dem ganzen Mist da durch waren, dann sind wir also raus zum Gepäckband. Und das war dann der nächste Schritt, weil nach zweieinhalb Stunden haben wir gedacht, Naja, mal schauen, wo denn unsere Koffer sind. Die sind ja schon da. Ja, und dann mussten wir ja noch unsere Social Insurance Number abholen, die SIN. Das ist die Nummer, die du nicht rausgibst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ohne SIN kann man hier praktisch nichts Großes offizielles machen, aber gleichzeitig wird die halt wirklich gerne benutzt, um Identitätsdiebstahl zu betreiben. Deswegen hat man so ein Blatt mitgekriegt, auf dem draufsteht, wofür man es eigentlich alles nicht verwenden darf.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist wie in den USA, da machen sie das exakt genauso. Jedenfalls war die, also von der Immigration, kam man dann zu den Bändern mit dem ganzen Gepäck drauf. Und hinter diesen elf Bändern oder was, war dann nochmal so ein kleines Kabuff, wo man dann sich anstellen konnte. Gott sei Dank waren wir da früh genug dran.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir waren die Ersten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir waren die Ersten da. oder wieder mal die ersten und haben da das Zeug ausgefüllt. Dann haben sie festgestellt, oh, ja, auf die Susanne können wir leider nicht zugreifen, weil irgendwie ist die Datei noch nicht geschlossen. Also musste ich mit dem Zettel, meiner Work Permit und meinem Ausweis bewaffnet wieder zurück in die Immigration laufen. Dort zu dem Immigration Officer, wo ich schon war. Ich muss mich Gott sei Dank nicht nochmal anstellen. Zwischendurch war ja dann auch schon, wie viel Uhr? Ich glaube, nachts so um eins, dann konnten wir endlich, endlich mit unserem ganzen Gepäck nach draußen latschen und uns ins nächste Taxi werfen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Boah, der hat uns dann aber ganz gemütlich hierher gesänftet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Man muss sagen, es ist schon viel Skyline, die man sieht, wenn man hier so reinfährt vom Flughafen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da habe ich gar nicht geguckt, ich habe nur gesehen, da ist der Ikea.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dann sind wir hier in unserem, wir sind ja im Moment hier in so einem Airbnb, haben wir von Deutschland aus, haben wir uns ja hier nach einer vorübergehenden Bleibe umgeschaut, unter anderem mit Blick darauf, dass ja unsere Jungs uns auch demnächst nochmal besuchen kommen und entsprechend hier Betten vorhanden sein müssen und Platz, damit wir hier auch Weihnachten feiern können. Jetzt sind wir hier im 51. Stockwerk in einem sehr zentral gelegenen Airbnb und damit haben wir dann auch gleich die erste Erfahrung gemacht, dass man nämlich den Verkehr schon ganz gut hören kann hier da, wo wir jetzt sind im Moment.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber was wir auch gelernt haben von unserer, was sind das dann? Na, die Frau, die mit uns Wohnungen sucht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die Maklerin.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die Maklerin. Ja, mein Hirn ist auch nicht mehr ganz, dass das hier natürlich ein älteres Gebäude schon ist und die anderen Gebäude eigentlich die bessere Isolierung haben. Also das hörst du in anderen Gebäuden nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das ist jedenfalls einigermaßen faszinierend. Wir sind hier reingelaufen und dann gibt es schon ein paar Dinge, die uns sofort auffallen. Auch gerade jetzt mit dem Blick drauf, wie bei uns daheim Wohnungen geschnitten und aufgeteilt sind, dass diese Wohnung zwar einigermaßen geräumig schon ist, aber super unpraktisch geschnitten. Also wir haben festgestellt, wir könnten hier drin kein einziges unserer Möbelstücke sinnvoll stellen, außer dem Tisch vielleicht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber den Tisch ohne irgendwelche Bänke.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Weil es gibt hier kaum Wände, an die man Möbel stellen kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, es gibt schon Wände, aber da sind dann irgendwelche Airvents oder komisch gelegene Steckdosen oder irgendein, weiß ich nicht, administrativ-verwaltungstechnisches irgendwas, was man auch nicht abdecken soll.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, dann gibt es hier mehrere fertig eingebaute Schränke. Das ist ja was sehr typisches hier, dass du so begehbare Schränke überall hast. Was ich cool finde, so als Idee. Wenn die Fächer hätten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wenn die Fächer hätten. Weil ich hänge ja jetzt nicht nur alle Sachen auf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich hänge jetzt auch meine Unterhosen mit Kleiderbügeln auf, glaube ich. Das ist halt machbar.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> So, jede Einzel kriegt einen Kleiderbügel. Das möchte ich sehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und wir waren überrascht davon. Es ist ja hier so ein Three-Bedroom, also drei Schlafzimmer. Und es sind auch drei Schlafzimmer mit Doppelbetten. Aber diese Zimmer sind mit einem relativ kleinen Doppelbett gut ausgefüllt. Also hier ist kein Bett größer als so ein 1,60 Meter Bett, also Queen Size nennt man das ja so im Englischen. Und die Schlafzimmer sind knackevoll mit diesen Betten. Also da ist nichts mehr mit irgendwie noch groß. Das Bücherregal könnten wir hier nirgendwo stellen zum Beispiel.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich meine, das war ja auch nicht die Absicht jetzt. Wir wollten ja nur einfach ein bisschen Platz haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber diese Art von Problemen haben wir ja schon bei vielen Wohnungen, die wir jetzt so in Fotos und in Schnitten gesehen haben, wiederentdeckt. Ja, das sind ja alles Two</p>
<p><strong>Susanne:</strong> -Bedrooms oder Two-Plus-One. Two-Plus-One haben wir gelernt, ja, das Plus-One ist dann irgendwie so ein Zimmerchen, was oft nur so ein Anbau-Dingens ist, ohne Fenster oder so. Ja, aber wie gesagt, wir müssen da auch erstmal ein Gefühl für kriegen, das ist schon okay.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann sind wir jedenfalls, so wann wird's, wenn wir hier so gewesen sein, um neun rum, neun, zehn rum, wir sind</p>
<p><strong>Susanne:</strong> halb neun sind wir ins Bett gefallen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir sind jedenfalls relativ schnell im Bett gelegen, wollte ich jetzt sagen. Ja, wir waren fix und alle. Und waren sofort weg, als wenn man das Licht ausgeschaltet hätte, haben wir geschlafen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich hab noch nicht mal mehr gelesen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, einfach nur, ich hab mich nur umgedreht, die Augen geschlossen und dann weiß ich nix mehr. Ja. Bis zu.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bis um elf. Weil um elf plötzlich geht hier ein Piepen los. Piep, piep, piep.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ein Piepen würde ich das gar nicht nennen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also es war unglaublich. Und ich so, ich sitze im Bett und ich denke, oh mein Gott, was ist los? Was ist los? Was ist kaputt? Was ist kaputt? Was haben wir falsch gemacht? Oh Gott, was ist denn hier los?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich dachte, das ist irgendwie der Alarm hier. Also hier gibt es natürlich so eine Alarmanlage in dieser Kondo. Vorne am Eingang ist so ein Bedienfeld. Ich dachte ja zuerst, haben wir irgendwas falsch gemacht?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Attention,</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Attention, this is security.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, irgendein Depp im Stockwerk 60 plus hat den Feueralarm ausgelöst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja und bis die Feuerwehr bei uns hier ankam und in den 60 plusen Stock hochgeeiert ist und dort dann nachgeguckt hat, ob jetzt wirklich irgendwas brennt, also in dieser gesamten Zeit blieb der Alarm an.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Der war bestimmt, also gefühlt war der stundenlang an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Inzwischen gab es immer mal diese Durchsagen und dann war es immer so, dass der Alarm dann im Apartment ausging, aber draußen noch weiter ging und dann, wenn wir gerade schon dachten, ah, jetzt wird es irgendwo teilweise ausgeschaltet, ging er drin wieder los, gefolgt von der Stimme.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und doppelt so schnell.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also es war irgendwie völlig absurd.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Der Typ mit der Durchsage hatte uns halt bei seiner ersten Durchsage erklärt, dass wir alle nicht runterkommen sollen. Da waren wir eigentlich schon am überlegen, ob wir jetzt nicht eigentlich dieses Gebäude evakuieren müssten, weil es ist ja immerhin ein Feueralarm und man will ja jetzt nicht unbedingt im 50. Stock in einem brennenden Hochhaus sein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich dachte ja für einen Moment jetzt, wo wir so aus dem Schlaf gerissen sind, können wir erstmal nicht mehr wieder einschlafen, aber ich habe mich auch wieder ins Bett gelegt, umgedreht und es war sofort das Licht wieder aus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es war bei mir ganz genau so, peng, weg. Ja, und dann hast du bis wann geschlafen?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Bis um vier oder so. Ja, wir haben dann auf jeden Fall festgestellt, weil das habe ich nämlich gestern, als wir hier angekommen sind, war mir nicht so wirklich klar, wie der Blick ist, weil es war ja dunkel draußen. Also ich wusste, da irgendwo ist Lake Ontario, aber es sah jetzt erstmal relativ langweilig aus. Wir konnten nur das Hochhaus, was wir vor den Fenstern haben, sehen. Aber heute früh war das dann schon ein sehr versöhnlicher Anblick daraus, muss ich sagen. Ja, da waren sie</p>
<p><strong>Susanne:</strong> erstmal noch dunkel und dann ging sogar so langsam die Sonne auf. Das war schon echt schön. Und dann, der Dirk hat ja diese wunderbare Fähigkeit, egal wo er ist, irgendwie Kaffee aufzutreiben. Und dann hast du dann losgezogen. Ich war noch gar nicht mal in der Lage, überhaupt das Bett zu verlassen. Also meine Gehirnzellen hatten sich noch nicht sortiert. Meine motorischen Fähigkeiten erst recht nicht. Und dann hast du Kaffee geholt und Futter für Frühstück gesorgt. Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann überhaupt waren wir dann heute eigentlich ganz fleißig. Also das Frühstück war so der erste Sieg, ja. Und dann haben wir jetzt hier die Koffer alle ausgepackt und dieses Apartment wenigstens mal vorübergehend zu unserem gemacht. Bewohnbar. Bewohnbar. Und dann sind wir losgezogen, um unseren ersten kanadischen Einkauf zu machen. Weil wir wollen ja hier nicht jeden Morgen mit Starbucks Banana Bread starten, sondern wir wollen unseren eigenen Kaffee, unser eigenes Frühstück mit Müsli und ja.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich weiß, ich sehe mich schon so in zwei Wochen. Sponsored by Banana Bread. Fünf Kilo oder so, ja, danke. Ja, nee, nee. Wir haben unseren Joghurt gefunden und Obst und Müsli, also wir sind versorgt. Wir haben sogar</p>
<p><strong>Dirk:</strong> genau den Tee gefunden, den du daheim auch jeden Morgen trinkst. Das ist sowieso erstaunlich. Also wir haben hier, es ist ja eine der wirklich tollen Eigenarten von Toronto ist, dass es untertunnelt ist mit Fußgängerwegen. Also man kann sozusagen in Downtown aus ganz vielen dieser Gebäude heraus im Erdgeschoss einfach noch ein Stück weit tiefer gehen und dann ist man im sogenannten Path. Und der Path ist ein Gängesystem, das hier die Gebäude miteinander verbindet und in dem dann zum Teil auch Foodcourts, irgendwelche Geschäfte, Supermärkte, Friseurläden, alles mögliche ist da unten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und jeder, der jetzt OCD hat, denkt sich, oh, ja toll, das ist bestimmt total geordnet und so. Ich sag's mal so, wenn man jetzt nicht weiß, dass da irgendeine Untertunnelung ist, wird dir auch im Leben nirgendwo auffallen, dass du da irgendwie abbiegen musst oder dass du dahin musst oder so. Das ist tatsächlich völlig undurchsichtig. Es gibt einen Plan vom Path, aber der ist auch eher so, naja, sag ich mehr eine Guideline als eine Actual Rule.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber es war super, also wir sind heute da über dem Path. Du musst es</p>
<p><strong>Susanne:</strong> anders erzählen, Sherry. Das musst du so erzählen. Nämlich, wir haben uns zum Ziel gesetzt, wir finden jetzt einen Föhn und eine Bank, um ein Bankkonto zu eröffnen, in dem wir nicht nach draußen gehen, sondern nur den Pass benutzen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und davor schon den Supermarkt, den haben wir auch nur über den Pass. Ja, der ist ja 30</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sekunden von unserem Apartment entfernt. Aufzug runter, rein in den Pass, Supermarkt, da ist er schon.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das ist echt super.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also die ganze Schminke, da kannst du dich wahrscheinlich 20 Schichten voll schminken. Aber es gibt auch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> 600 Dollar Föhns.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das waren so Dyson und so Luxus, Gipfel, alles Föhns.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also 600 Dollar finde ich dann schon auch krass. Ich meine den Dyson, den wir da gesehen haben, das waren irgendwie 280 Dollar. Und das ist auch schon krass für sich genommen. Aber was ich wirklich krass fand, war ja, dass der Föhn, der 600 Dollar gekostet hat, Der sah ja aus wie ein ganz normaler Föhn. Also der Dyson ist wenigstens irgendwie noch futuristisch und hat irgendwie...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weiß nicht, wahrscheinlich hatte der irgendwelche versteckten Eigenschaften. Der hat noch für dich Termine gebucht. Kannst du dein Handy</p>
<p><strong>Dirk:</strong> koppeln und...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau, kannst du die Temperatur über dein Handy einstellen oder so. Oder von deinem Friseur fernsteuern lassen oder so. Das wäre ja mal was. Das wäre was, ja. Nee, also dann haben wir den anderen Shop gefunden, der übrigens auch da unten im Path ist.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann gab es den Föhnern für 50 kanadische Dollar.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> 43.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und dann sind wir eben zur Bank. Wir sind jetzt stolze Besitzer eines Royal Bank of Canada Kontos und zwar jeder von uns. Ja und hier ist es jedenfalls so, dass das alles irgendwie an dem Konto gefühlt Geld und Gebühren kostet. Als Newcomer bekommt man das erste Jahr praktisch gratis. Wollen sie ja alle, dass man zu ihnen kommt. Also die Banken hier konkurrieren alle drum, die Newcomer abzugrasen. Und die wollen einem vor allen Dingen dann auch die Kreditkarten verpassen, weil in Kanada gilt ja, so wie auch in den USA, Credit Scoring. Das heißt, man baut Punkte auf, wenn man Kredite aufnimmt und zurückzahlt. Und der einfachste Weg, Kredite aufnehmen und zurückzuzahlen, führt über eine Kreditkarte. und die Kreditkarte, je nachdem, was die alles so an Features hat, da sind ja manchmal Versicherungen dran und irgendwelche besonderen Zinssätze und was weiß ich, kosten halt unterschiedliche Gebühren und die Banken wollen gerne, dass man bei ihnen diese Kreditkarten bucht, idealerweise irgendwann mehrere. Und ja, diesen Credit Score, den braucht man dann später, wenn man hier größere Anschaffungen zum Beispiel machen möchte. Angenommen, man möchte eine Hypothek auf ein Haus aufnehmen oder man möchte ein Auto kaufen und es finanzieren oder so, weil an einem besonders positiven Credit-Score machen sich dann so Sachen wie Zinssätze fest.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau, das haben wir alles erledigt. Dann waren wir auch noch essen in einem der Foodcores, die es da auch gibt, unten im Path.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, hatte irgendwie den Charme einer Krankenhaus-Aula, dieses Foodcourt, aber das Essen war sehr, sehr lecker.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist immer super lecker. Und dann haben wir uns einfach mal wieder gnadenlos verlaufen im Path. Weil, wie gesagt, ach, kommt einfach selber vorbei.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir setzen euch im Path ab und holen euch eine Woche später wieder raus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, ich finde, wir könnten sowas wie eine Schnitzeljagd machen und dann pro Besucher irgendwie die Zeit stoppen, wie lange sie dafür gebraucht haben.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube ja noch ein, zweimal runter in den Path und du kannst den blind navigieren. und in ungefähr sechs Monaten wirst du vergessen haben, wie schwierig das mal war und wirst nicht verstehen, dass Leute sich im Path nicht orientieren können.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das sehen wir dann in sechs Monaten. Aber ja, ist jedenfalls spannend. Vor allem das Schöne an dem Path ist, das ist ja nicht nur eine Ebene. Nee, nee, da gibt es dann auch, je nachdem, wo du dich befindest im Path, mehrere Ebenen und die dann wiederum woanders hinführen. Ja, also es ist dreidimensional. Es ist ein dreidimensionales Puzzle, würde ich sagen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber ich bin Fan von dem Ding. Ich finde, das Konzept ist total geil. Überhaupt, weil es ja hier durchaus auch mal kalt, windig und nass draußen sein kann. Und mindestens hier in Downtown, wenn man in so einem Kondo wohnt, wie wir jetzt hier, kannst du praktisch im T-Shirt ins Büro gehen. Also wahrscheinlich ist es im Büro kälter als unten im Path.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, garantiert. Also für dich geprüft, als wir letztes Mal hier waren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und jetzt müssen wir halt mal gucken, jetzt haben wir so unseren Arbeitgebern die wichtigsten Unterlagen rübergereicht, also zum Beispiel diese SIN-Nummer müssen die natürlich wissen und im Work Permit mussten wir denen schicken, damit die wissen, dass wir auch wirklich hier arbeiten dürfen und jetzt am Montag gehen wir beide zum ersten Mal hier ins Büro und suchen jetzt fleißig nach unserer echten Bleibe, eine Bleibe, in die auch Bücher passen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber da habe ich heute mit unserer Maklerin nochmal hin und her gepinkt. Das wird schon.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das fand ich ja cool, die hat ja so ein paar Sachen erzählt, wie unterschiedlich die Erwartungen und Überraschungen von verschiedenen Leuten sind.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da hat sie erzählt, manchmal, sie hat auch öfter mal Inder als Kunden und denen muss sie dann immer erst erklären, wofür eigentlich eine Badewanne da ist, weil die haben irgendwie nur Duschen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und Briten, hat sie gesagt, haben keinen Trockner.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die haben Waschmaschinen, meistens in der Küche, aber keinen Trockner. Ah, wir haben heute auch das erste Mal gewaschen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich hatte schon Computer, die hatten schlechtere Soundfähigkeiten als die Waschmaschine.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die hat zum Schluss, als sie fertig war, irgendwie ein Lied gesungen. So kam mir das vor.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gar nicht mehr aufgehört irgendwie.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und wir haben Donuts getoastet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ach, ja. Das war lecker. Wir haben hier, daran erkennt man, dass es ein kanadischer Supermarkt war. Man kann hier Frischkäse mit Apfel und Ahornsirup fertig kaufen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und der ist lecker. Der ist fantastisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wie beim letzten Mal schon gesagt, alles ist besser mit Ahornsirup.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Werden wir wahrscheinlich auch jetzt dann nicht mehr alt werden. Wie viel Uhr ist jetzt? Fünf.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jetzt ist fünf und es wird dunkel draußen. Das war ja auch erstmal nur gedacht als so ein kleines Lebenszeichen von uns.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir leben noch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, uns geht's gut. Gut, das war heute, der Tag hat echt Spaß gemacht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich muss sagen, gestern, gestern Nachmittag, ich habe mir das irgendwie so vorgestellt, ja, in meinem Kopf war das so, ja, Abschied nehmen, Abschied nehmen, Abschied nehmen, das war schon sehr anstrengend die letzten Wochen irgendwie, auch emotional. Und dann kommen wir hier an und dann machen wir die Immigration und dann wird mir dieses Arbeitserlaubnis, die wird mir überreicht und ich denke mir, ja, you've done it und fühle mich erleichtert. Stattdessen war ich dann am Scannen für unsere Koffer, mich bei der Sinn anstellen und dann hin und her zu rennen und so. Und ich war echt, ich war, nee, ich hab gestern Abend gedacht, ich will nur noch heim. Ja, es war so, war nicht so prickelnd. Aber heute, als wir dann einkaufen waren und überhaupt so unterwegs waren, dass ja irgendwie mit den meisten, mit denen wir zu tun haben waren, das waren auch Immigranten an irgendeinem Punkt. und jeder, der war dann total nett.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war sowieso super. Das fing heute früh schon bei dem Starbucks an, zu dem ich bei den ersten Kaffee gegangen bin. Die Lady hinter dem Schalter, die ist, glaube ich, eine Torantonian durch und durch, aber die hat mir dann erklärt, dass sie schon mal, also ihre Mutter hat vier Jahre in Bonn gelebt und sie war in, wo war es denn, keine Ahnung, aber sie hatte schon München besucht und Berlin besucht und ich weiß nicht was. Also die hat mir dann, Welcome to Toronto, it's gonna be amazing, Das war so deren Text. Und dann bei dem Bankmenschen, der war aus Jamaika?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, der war von der karibischen Insel, deren Namen ich schon wieder vergessen habe. Und der hat hier studiert und hat jetzt irgendwie 100.000 Kanadische Dollar Schulden und deswegen arbeitet er jetzt hier um diese Schulden, weil daheim verdient er halt nicht so viel. Und der hat dann halt von seinen eigenen Erfahrungen berichtet und hat uns halt ein bisschen teilhaben lassen an dem, was wohl am besten ist, wie man das am gescheitesten macht und was man immer dabei haben soll. Zum Beispiel haben wir von dem gelernt, naja, die Work Permit, selbst wenn wir dann nach Deutschland fliegen, jetzt dann im Mai, die sollten wir mitnehmen, die muss man bei der Einreise wieder vorzeigen, sonst gibt es eins auf dem Deckel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das kann passieren, sonst muss einen der Immigration Officer nicht unbedingt ins Land wieder lassen. Das wäre natürlich, das wäre echt ein Downer, du kommst zurück und stehst dann an der Grenze.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, solche Sachen, also es war wirklich interessant, also gut, ich meine ihr kennt mich ja, ich komme dann doch wieder mit Leuten ins Gespräch und der Dirk auch und ich finde es schon spannend, was sie so erzählen. Ich habe mich gestern mit</p>
<p><strong>Dirk:</strong> dieser Schlange auch versöhnt. Mir ging es da genauso wie dir. Meine Stimmung war am Tiefpunkt, als wir gestern hier angekommen sind. Auch heute früh, als ich im Dunkeln auch aufgestanden bin, habe ich mir auch gedacht, boah, what the fuck. Nach diesem Alarm in der Nacht und so, dann hatte ich irgendwie schon so dieses Gefühl von, können wir nicht einfach wieder den Flug zurück buchen? Aber mich hat schon gestern in der Warteschlange diese Unterhaltung mit denen, die da mit uns gewartet haben und dann dieser Immigration Officer haben mich echt mit viel versöhnt</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Von dem Immigration Officer, von dem habe ich erzählt dass ich hatte irgendwie einen Inder angesprochen auch in der Schlange, der so einen Moose-Knuckles-Jacke anhatte Es gibt hier so, ich glaube, drei oder vier kanadische Brands die irgendwie warme Winterklamotten verkaufen Genau, und den hatte ich eh gefragt, ist denn die Jacke wirklich warm? Der Internet hat mich angeguckt, als würde ich irgendwie, weiß nicht, kämme ich von einem anderen Planeten. Aber jedenfalls habe ich mit dem Immigration Officer dann eben über diese Jacken diskutiert. Und dann hat er erzählt, dann habe ich gesagt, haben Sie denn eine Empfehlung? Was haben Sie denn? Und dann hat er eben von seiner Jacke erzählt. Und dann hat er uns noch, als wir dann soweit fertig waren, hat er gesagt, er hat gerade eine SMS gekriegt. und zwar gibt es eine Promotion-Aktion, also wo man irgendwie Sale oder was weiß ich die nächste Woche anfängt, wo diese Marken Winterklamotten verkaufen und zwar 70% off. Jedenfalls fand ich das schon wieder super sympathisch. Ja, da muss ich schon fast schmunzeln.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, der hat uns dann die Adresse genannt und dann vom Handy abschreiben lassen und so. Das war echt nett. Und ja, heute hier der Tag war halt, also ich hatte schon beim Einkaufen im Mordspaß.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir sind es ganz systematisch angegangen. Wir mussten uns ja erstmal durchgucken, was gibt's denn da überhaupt. Ja, das hat ein bisschen gedauert.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben festgestellt, Toastbrot gibt's wirklich in sehr vielen Varianten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Alles Brot ist irgendwie, also wir machen es den typischen Deutschen mal zu sagen,</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ich will kein richtiges Brot. Aber wir haben einen Laden entdeckt, der macht Brezen. Und die werde ich ausprobieren. Wetzels, Pretzels. Ja, die Wetzels, Pretzels werde ich ausprobieren. Werde dann berichten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und Bagel gehen ja auch. Also Bagel haben wir heute getoastet, die waren schon sehr geil.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die waren wirklich lecker.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und was es wenig gibt, also in dem Supermarkt, in dem wir waren, war ich überrascht davon, wie wenige verschiedene Marmeladen es gibt. Und dass wir praktisch alle Marken an Marmeladen, die es da gab, mit der Ausnahme von vielleicht zwei aus Deutschland kennen. Und dann haben wir noch Wasser gekauft und das ist erstaunlich, wie viel man suchen muss, bis man mal Wasser findet, das nicht aus Europa importiert ist. Das fand ich übrigens auch total krass. also ich meine, als ob die hier nicht genügend Wasserquellen hätten ja, nein, da ist dann San Pellegrino und irgendwie, also ich habe vier verschiedene Arten von italienischem Wasser gefunden, dann gibt es natürlich Perrier und so und Gerolstein hätte ich auch noch kaufen können Nutella gibt es auch also das fällt einem dann so richtig auf, wie viele von diesen von den Produkten, die da im Supermarkt liegen dann tatsächlich irgendwie in der Gegend, also einmal um den Erdball gekarrt werden, damit man sie dort kaufen kann</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dafür gibt es direkt von der Haustür produzierte und Ahornsirup in Tonnen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Jawohl, sehr gut.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich werde mich ab jetzt</p>
<p><strong>Dirk:</strong> hier mit Ahornsirup ernähren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und ich muss zugeben, wir haben weniger jetzt in Plastik eingepackt als in den USA, aber wesentlich mehr als wir einpacken in Plastik. Okay.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So viel also als Lebenszeichen. Und wie immer gilt, man kann uns ganz gut erreichen. Post at schlanada.de zum Beispiel, wenn man eine E-Mail benutzen möchte. Und dann gibt es uns auch unter at schlanada at podcast.social auf Mastodon. Und auch ansonsten finden wir uns ganz gut. Also all jene, die irgendwelche Fragen loswerden wollen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also ich kläre das hier mal uns klar, mich in Vertretung, weil eigentlich, der Dirk moderiert all diese Postfächer, habe ich nochmal gesagt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ja, das hast du alles delegiert. Ja, das habe ich alles delegiert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also ich bin hier der</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Community Manager der Frau Primbs.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wunderbar, Social Media</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Schickt mir doch die Fragen, die ich der Susanne stellen soll</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ne, feuert einfach mal rüber, falls ihr irgendwelche Fragen habt Das sind ja jetzt erstmal nur unsere Eindrücke und Dinge, die uns aufgefallen sind Und vielleicht mit Fragen können wir ja auch ein bisschen gezielter uns umgucken</p>
<p><strong>Susanne:</strong> So, Tag 1, dann können wir jetzt abschlafen, bitte</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Passt auf euch auf, bis bald</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ciao</p>]]></content:encoded>
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            <title>Ja, aber: Warum?</title>
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            <pubDate>Thu, 16 Nov 2023 22:35:06 GMT</pubDate>
            <description>Es ist also so weit - Primbsens ziehen um. Und weil dieser Umzug nicht von Unterhausen nach MItterhausen sondern von Frankfurt nach Toronto ist wollen wir darüber sprechen.</description>
            <itunes:summary>Es ist also so weit – Primbsens ziehen um. Und weil dieser Umzug nicht von Unterhausen nach MItterhausen sondern von Frankfurt nach Toronto ist wollen wir darüber sprechen. Heute noch aus Frankfurt, demnächst aus Toronto. Und in dieser ersten Folge sprechen wir über die Fragen die uns so begegnet sind und vor allem über das “WARUM?”. Transkript Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft. Dirk: Oh, hi, hallo, willkommen zur ersten Episode von Schlannada. Mein Name ist Dirk und in Schlannada werde ich mich mit meiner Frau Susanne über unsere Reise und unseren Umzug nach Toronto in Kanada unterhalten. Und diese allererste Episode, die haben wir leider mit suboptimalem Equipment und in einer ausgeräumten Wohnung aufgenommen. Und deswegen klingt die nicht ganz so gut, wie sie hätte klingen sollen. Ich glaube, es ist trotzdem ganz gut geworden und ich habe natürlich auch versucht zu retten, was zu retten war. Wollte diesen Hinweis jetzt hier trotzdem einwerfen. Folgende Episoden werden dann auch audioseitig wieder so klingen, wie man das von meinem Podcast gewohnt ist. Und jetzt viel Spaß. Willkommen zur ersten Episode von Schlarnada. Wer bist du eigentlich? Susanne: Das weiß ich nicht mehr nach monatelangem Packen und Sortieren. Ja, ich bin Susanne. Dirk: Ja, und ich bin der Dirk. Und wir ziehen um. Susanne: Tja. Dirk: Nach Kanada. Oh, Kanada. [Atmo] Susanne: Ja, das hat so ein Dirk: bisschen was von Weihnachtsmusik, finde ich. Susanne: Ja, ich habe auch gerade gedacht. Aber Weihnachten ist ja dann auch schon in einem Monat. Dirk: Wir haben uns hier heute zusammengefunden, nachdem wir viele, viele Male gehört haben auf unserer Alles muss raus, wir sind da mal weg Party. Susanne: Warum? Dirk: Grün. Genau, deswegen haben wir uns hier heute zusammengefunden, um mal darüber zu reden. Warum ziehst du nach Kanada? Ja. Die ist aber auch irgendwo in dem Haufen. Aber was ich vielleicht mal kurz erklären muss, ist, wir haben hier einen Haufen Zettel zwischen uns. Auf jedem Zettel ist eine Frage. Die Idee wäre ja, dass wir uns die im Wechsel stellen. Aber du möchtest jetzt auf jeden Fall zuerst mal das große Warum beantworten. Susanne: Ja, fand ich spannend, dieses Warum zu beantworten. Also, dass wir umziehen wollten, war eigentlich schon klar. Weil, muss man auch mal erklären, unsere Situation so. Wir arbeiten beide Vollzeit und die Kids sind aus dem Haus. Der Letzte hat jetzt im Oktober das Häuschen verlassen. Dirk: Alle drei studieren jetzt. Susanne: Ja, und sind aufgeräumt. Dirk: Und damit sind wir Empty Nesters. Susanne: Empty Nesters. Ist eigentlich ein Dirk: deutsches Wort für... Ich meine, mein Lehrnester ist ja irgendwie keine schöne Übersetzung. Susanne: Egal. Jetzt sitzen wir hier in unserem Häuschen, also es ist ja nicht unser Häuschen, unser gemietetes Häuschen und haben uns dann gefragt, was kommt denn jetzt als nächstes? Das muss man vielleicht auch mal erklären, der Dirk und ich, wir haben uns ja schon kennengelernt, da hatten wir schon Kinder. Also wir sind so eine Patchwork-Familie und ich meine, obwohl wir auch immer wieder zu zweit nur Urlaub gemacht haben oder als die Kinder jetzt älter waren, dann waren wir auch öfter mal so im Alltag allein. Nein, aber so wirklich so allein zu zweit hatten wir noch nicht so. Dirk: Nee, das ist jetzt ein völlig neues Kapitel in unserem Leben. Ich habe ja schon mehrmals gesagt, wir müssen jetzt eigentlich wieder das Daten anfangen. Ich weiß ja gar nicht mehr, wer du bist. Bitte? Susanne: Die letzten Wochen haben da völlig neue Seiten in dir zum Vorschein gebracht. Ja, genau. Und Gegenstände haben wir gefunden, Gegenstände. Ach du meine Güte, haben wir Gegenstände. Also, zurück zur Frage, warum? Dirk: Wir haben einfach irgendwann mal unsere Freundin und Familie darüber informiert, dass wir nach Kanada ziehen werden, und zwar speziell Toronto. Susanne: Genau. Wir hatten ja mal kurz überlegt, Sydney, weil wir uns ja so in Sydney verliebt haben, aber mit unseren Jobs und so ist </itunes:summary>
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<p>Es ist also so weit &#8211; Primbsens ziehen um. Und weil dieser Umzug nicht von Unterhausen nach MItterhausen sondern von Frankfurt nach Toronto ist wollen wir darüber sprechen. Heute noch aus Frankfurt, demnächst aus Toronto. Und in dieser ersten Folge sprechen wir über die Fragen die uns so begegnet sind und vor allem über das &#8220;WARUM?&#8221;. </p>

<h2>Transkript</h2>
<p><em>Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.</em></p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oh, hi, hallo, willkommen zur ersten Episode von Schlannada. Mein Name ist Dirk und in Schlannada werde ich mich mit meiner Frau Susanne über unsere Reise und unseren Umzug nach Toronto in Kanada unterhalten. Und diese allererste Episode, die haben wir leider mit suboptimalem Equipment und in einer ausgeräumten Wohnung aufgenommen. Und deswegen klingt die nicht ganz so gut, wie sie hätte klingen sollen. Ich glaube, es ist trotzdem ganz gut geworden und ich habe natürlich auch versucht zu retten, was zu retten war. Wollte diesen Hinweis jetzt hier trotzdem einwerfen. Folgende Episoden werden dann auch audioseitig wieder so klingen, wie man das von meinem Podcast gewohnt ist. Und jetzt viel Spaß. Willkommen zur ersten Episode von Schlarnada. Wer bist du eigentlich?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das weiß ich nicht mehr nach monatelangem Packen und Sortieren. Ja, ich bin Susanne.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, und ich bin der Dirk. Und wir ziehen um.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Tja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nach Kanada. Oh, Kanada.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das hat so ein</p>
<p><strong>Dirk:</strong> bisschen was von Weihnachtsmusik, finde ich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich habe auch gerade gedacht. Aber Weihnachten ist ja dann auch schon in einem Monat.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben uns hier heute zusammengefunden, nachdem wir viele, viele Male gehört haben auf unserer Alles muss raus, wir sind da mal weg Party.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Warum?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Grün. Genau, deswegen haben wir uns hier heute zusammengefunden, um mal darüber zu reden. Warum ziehst du nach Kanada? Ja. Die ist aber auch irgendwo in dem Haufen. Aber was ich vielleicht mal kurz erklären muss, ist, wir haben hier einen Haufen Zettel zwischen uns. Auf jedem Zettel ist eine Frage. Die Idee wäre ja, dass wir uns die im Wechsel stellen. Aber du möchtest jetzt auf jeden Fall zuerst mal das große Warum beantworten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, fand ich spannend, dieses Warum zu beantworten. Also, dass wir umziehen wollten, war eigentlich schon klar. Weil, muss man auch mal erklären, unsere Situation so. Wir arbeiten beide Vollzeit und die Kids sind aus dem Haus. Der Letzte hat jetzt im Oktober das Häuschen verlassen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Alle drei studieren jetzt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, und sind aufgeräumt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und damit sind wir Empty Nesters.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Empty Nesters. Ist eigentlich ein</p>
<p><strong>Dirk:</strong> deutsches Wort für... Ich meine, mein Lehrnester ist ja irgendwie keine schöne Übersetzung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Egal. Jetzt sitzen wir hier in unserem Häuschen, also es ist ja nicht unser Häuschen, unser gemietetes Häuschen und haben uns dann gefragt, was kommt denn jetzt als nächstes? Das muss man vielleicht auch mal erklären, der Dirk und ich, wir haben uns ja schon kennengelernt, da hatten wir schon Kinder. Also wir sind so eine Patchwork-Familie und ich meine, obwohl wir auch immer wieder zu zweit nur Urlaub gemacht haben oder als die Kinder jetzt älter waren, dann waren wir auch öfter mal so im Alltag allein. Nein, aber so wirklich so allein zu zweit hatten wir noch nicht so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nee, das ist jetzt ein völlig neues Kapitel in unserem Leben. Ich habe ja schon mehrmals gesagt, wir müssen jetzt eigentlich wieder das Daten anfangen. Ich weiß ja gar nicht mehr, wer du bist. Bitte?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die letzten Wochen haben da völlig neue Seiten in dir zum Vorschein gebracht. Ja, genau. Und Gegenstände haben wir gefunden, Gegenstände. Ach du meine Güte, haben wir Gegenstände. Also, zurück zur Frage, warum?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir haben einfach irgendwann mal unsere Freundin und Familie darüber informiert, dass wir nach Kanada ziehen werden, und zwar speziell Toronto.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau. Wir hatten ja mal kurz überlegt, Sydney, weil wir uns ja so in Sydney verliebt haben, aber mit unseren Jobs und so ist Australien eh irgendwie am ADW irgendwie und Sydney ist es also dann nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also die Jobs wären es jetzt bei mir nicht gewesen. Nach Sydney wäre ich schon gezogen. Und ich bin mir auch sicher, wir hätten da Jobs gefunden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber es ist halt nun wirklich mal auf der anderen Seite der Welt. Das macht alles etwas schwerer, als es zum Beispiel Kanada macht, finde ich. Die Stadt, in die wir ziehen, Toronto, ist tatsächlich auf einem sehr ähnlichen Breitengrad wie unsere momentane Stadt, in der wir wohnen, Frankfurt. Und es sind acht Stunden Flug oder so. Das ist auf jeden Fall handhabbarer, als nach Sydney zu fliegen. Auch die Zeitverschiebung nach Europa ist ganz nett. Also da können wir tatsächlich noch mit unserer Familie telefonieren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, nicht nur das. Ostküste ist einfach auch für uns arbeitstechnisch wirklich spannend. Und ja, warum Toronto dann ausgerechnet? Weil wir beide nicht in die USA ziehen wollen. So einfach ist es.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also eigentlich, das ist bei mir im Kollegenkreis ganz interessant gewesen. Also die Frage...</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nicht nur bei dir.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also ganz allgemein die Frage, warum umziehen? Okay, die stellen irgendwie alle. Da ist dann die Antwort, dass wir das jetzt können. Also jetzt sind wir nochmal alleine, Empty Nester, und ich habe noch nie diese Erfahrung gemacht und habe mir die aber immer schon mal gewünscht. und du warst dafür offen, auch mal nochmal irgendwie so eine Erfahrung zu machen. Und dann gibt es eine ganze Reihe von Folgeüberlegungen. Das ist natürlich für uns beide als in amerikanischen Unternehmen ganz spannend, auf dem nordamerikanischen Kontinent zu sein. Da sind wir näher an unseren wichtigsten Kollegen und Partnern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Kanada hat auch die besseren Einwanderungsbedingungen, würde ich sagen, so rein vom Visa, vom Visum her. Wenn ich das jetzt mal mit den USA vergleiche.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Dann sprechen wir die Sprache.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das ist kein Problem. Wir kennen auch schon Leute dort.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also zumindest bei mir spielt es noch eine Rolle, dass ich tatsächlich die Dinge, die ich über Kanada weiß, ganz sympathisch finde. Wir kennen beide die USA ganz gut. Ja. Und Kanada kennen wir noch nicht so gut. Aber die Dinge, die wir über Kanada wissen, die sind tatsächlich ganz charmant. Dann ist es auch noch so, dass nach Kanada, speziell jetzt Toronto zu gehen, da funktionieren die Dinge jetzt nicht so drastisch anders wie hier.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dirk, was sagen denn unsere Kinder dazu?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich finde diese Frage, finde ich total spannend, weil angenommen unsere Kids werden irgendwann bei uns vor der Tür gestanden oder überhaupt irgendwelche, sagen wir mal, 20-Jährigen stehen plötzlich bei ihren Eltern vor der Tür und sagen, Mama, Papa, wir haben beschlossen, ich habe beschlossen, ich ziehe jetzt nach Land hier einsetzen. Australien, Südamerika, USA, England, dann wäre das irgendwie nie so, dass den Leuten einfällt, ja, aber was sagen denn deine Eltern dazu? Umgekehrt, jetzt sind die, also ich meine, unsere Jüngste ist 18 und wir haben da noch einen 20- und 22-Jährigen. Wir können, glaube ich, froh sein, wenn wir die zweimal im Jahr sehen. Die haben jetzt viele Dinge, die man so als 20-Jähriger tut vor sich. Die leben an unterschiedlichen Orten in Deutschland, die kommen damit klar. Auch die Aussicht darauf, uns jetzt dann in Toronto zu besuchen, was wir jetzt dann auch gleich im Dezember machen werden, Ja, ist für die tatsächlich was, worauf sie sich freuen. Deswegen würde ich mal sagen, was sagen unsere Kinder dazu? Die freuen sich für uns und haben dann, so wie wir auch, hin und wieder mal so ganz kurze Momente der Wehmut, wo sie sich denken, wir sind aber weit weg jetzt, um sich dann daran zu erinnern, dass es erstens mal das Internet gibt und zweitens mal wir trotzdem immer wieder Gründe finden werden, wie wir zusammenkommen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, da hatte ich ja so einen kurzen Ausblick in die Vergangenheit, als ich damals auf Corsica Faxe gefaxt habe, ja, also viele Faxe. Das ist ja heutzutage auch nicht mehr so. Also das heißt, ich kann ja über WhatsApp einmal kostenlos mal mit jemandem telefonieren und den auch sehen. Wie krass ist denn das? Ich habe früher Tonnen an Briefen geschrieben, ja, weil Telefonieren halt so wahnsinnig teuer war. Aber auch das ist ja kein Problem. Und das andere Ding, ich meine, wir hätten jetzt auch ganz gemütlich hier weiter vor uns hinleben können in Frankfurt, in dem Haus hier, aber was machen wir dann? Auf Enkelkinder warten? Also ich finde schon, dass auch uns gegönnt ist, ja, unsere Endvierziger hier mal wieder auf neue Abenteuer zu gehen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ich meine, sind wir es jetzt mal optimistisch-realistisch. Wir haben wahrscheinlich noch irgendwo was zwischen 30 und 50 Jahren vor uns. 30 Jahre, wenn wir so um die 70 werden, 50, wenn wir 90 werden. Ich habe fest vor, 90 mit dir zu werden. und das heißt, wir sind noch nicht fertig. Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem man sich jetzt zur Ruhe setzt und wartet, dass irgendwann der Grabplatz frei wird. Da ist noch Raum für Abenteuer, da ist noch Raum für Spaß, da ist noch Raum für eine komplett neue Seite an uns gegenseitig zu entdecken, einen neuen Alltag zu haben und das ist tatsächlich die Stelle, an der wir sind. Und da habe ich schon das Gefühl, dass unsere Kinder das verstehen und sich darüber freuen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Auf jeden Fall. Außerdem, wir lassen ja nicht die Kinder ganz mutterseelenallein hier in Deutschland zurück. Ja, Patchwork, Patchwork. Ja, wir haben ja einen Patchwork-Verbund und auch die haben sich gegenseitig und den Papa und die Mama, also...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das wird.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die sind ja nicht allein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> So, jetzt jetzt mal auch hier die nächste Frage. Wie wird das mit eurem Arbeitsplatz funktionieren? Tun wir dort eigentlich irgendwas?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich sage dir, wie ich das mache. Ja, ich nehme meinen Laptop, packe den in meinen Rucksack, trage den in den Flieger, steige mit dem Laptop aus dem Flieger raus, gehe dann dort in mein Büro, docke den Laptop an.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also nicht von zu Hause aus arbeiten dort?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Außer montags und freitags. Und dann arbeite ich, so wie vorher auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die Idee an sich kam von unserer Seite, aber unsere Arbeitgeber sind freundlich genug, uns in Kanada einen kanadischen Arbeitsvertrag zu geben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, ehrlich gesagt, mein Arbeitgeber gewinnt ja nur, weil im Moment arbeite ich mit 100% Amerikanern zusammen und die sind nun mal immer in einer anderen Zeitzone als ich. Jetzt dann nimmer. Ja, auch deswegen ist Toronto</p>
<p><strong>Dirk:</strong> ziemlich cool, weil in meinem Fall ist es ja so, dass ich ein internationales Team habe und da sind viele Europäer dabei, aber ich habe auch sehr viele Amerikaner, mit denen ich zusammenarbeite und praktisch beide gewinne. Ich bin nicht so weit weg, dass mit Europa nicht mehr geredet werden kann und ich bin aber viel, viel näher an unseren US-Kollegen dran. Das ist tatsächlich ein sehr schöner Vorteil. Ansonsten sind wir außerdem noch insofern ganz gut versorgt, dass unsere Arbeitgeber ja große Unternehmen sind. Und große Unternehmen haben Dienstleister, die helfen, wenn Mitarbeiter umsiedeln. Und das heißt dann in meinem Fall, dass Google bei mir so einen Immigration Lawyer bezahlt, der dafür sorgt, dass der ganze Papierkrempel richtig sortiert ist und uns hilft, unsere Steuer zu erklären, Weil von Deutschland nach Kanada umzusiedeln, hat ja auch ein paar Steuerauswirkungen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Sagen wir es mal so, wir kriegen sehr viel Unterstützung auch beim Administrativen. Das heißt, so der größte Klump, wo man sich irgendwie durchackern müsste, sonst fällt halt einfach mal weg, weil wir da Hilfe bekommen. Und das ist schon cool.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau. Und was wir dann haben ist, also wir ziehen nach Toronto und was wir haben ist eine vorübergehende Arbeitserlaubnis. Also ich habe eine vorübergehende Arbeitserlaubnis, die an meinen Arbeitgeber gekoppelt ist. Also die Firma muss mich weiter beschäftigen und dieses Arbeitserlaubnis hält für drei Jahre. Und weil du mitkommst, hast du eine pauschale Arbeitserlaubnis für die gesamte Zeit, die ich im Land bin. Du darfst mit jedem arbeiten und deine Firma gibt dir eben auch deinen Arbeitsvertrag. Auch für drei Jahre. Übrigens auch ein Unterschied zu den USA. Sollte ich jetzt meinen Job verlieren, dann würde man in den USA eben innerhalb von sechs Wochen aus dem Land müssen. Also die haben da überhaupt keine Toleranz. Man kann auch nicht sagen, ich habe jetzt jemand anders gefunden, einen anderen Arbeitgeber gefunden, weil dieser Prozess, um so ein Visum zu bekommen, mehrere Monate in Anspruch nimmt und nicht in sechs Wochen geregelt ist. Die Frist, das Land zu verlassen, aber sechs Wochen sind. Deswegen ist USA tatsächlich ziemlich riskant, wenn man in die USA auf so einem Visum einwandert. Außer man ist Single. Ja, außer man ist Single, das ist eh egal. Aber in Kanada ist es jedenfalls so, dass dieses Visum drei Jahre gilt. Und die drei Jahre darf man im Land sein. Egal, ob man jetzt diesen Beruf tatsächlich ausüben kann oder nicht. Das macht es relativ einfach, weil wir sind dann auf jeden Fall drei Jahre dort. und im Zweifel, wenn ich meinen Job verliere, bin ich halt Hausmann oder gehst studieren oder so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, okay. Ah, vielleicht noch eine Sache, weil nämlich ich habe das immer wieder Leute sagen können, ah, ihr wandert ja jetzt aus und ich dachte immer so, was, auswandern? Wir wandern doch nicht aus. Ja, auswandern ist für mich irgendwie so, Deutschland, hab keinen Bock mehr auf dich, geh jetzt, alle badge.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, die wählen momentan überall die AfD. Also der Gedanke kam mir schon mal, muss ich sagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber nee, also für mich fühlt sich das tatsächlich eher an wie, ich ziehe um. Ja, das ist halt jetzt Toronto und woanders, aber wie gesagt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es geht mir auch so. Also dieses Auswandern hat irgendwie sowas, auch Lebenstraum, groß. Also natürlich ist es irgendwie groß, wenn man das Land wechselt. Das will ich jetzt gar nicht irgendwie kleiner machen, als es ist, aber es ist jetzt auch, also es fühlt sich dann in manchen Gesprächen, die ich so hatte, so ein bisschen überhöhend an irgendwie. Also so gewaltig und macht man nur einmal im Leben. Ja, aber da</p>
<p><strong>Susanne:</strong> haben wir ja dann auch festgestellt, es kommt ja auch immer auf die Perspektive drauf an. Also das verstehe ich schon, dass sich das für Menschen auch nach was Großem anfühlt. Absolut. Nur wir verwirklichen jetzt nicht einen Lebenstraum, weil ich habe jetzt nicht mit 10 oder auch sonst so geträumt, oh, kann ich mal nach Kanada ziehen oder so, sondern das hat sich halt jetzt alles so im Lebensplan ergeben. und wie man das halt so in der Stadt auch macht. Also wenn ich jetzt nach Hamburg ziehen würde und dann würde ich sagen, Hamburg gefällt mir eigentlich nicht, dann ziehe ich halt wieder um.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also Kanada liegt aus ganz vielen Gründen nahe, aber ist auch nicht das einzige Land, in dem wir uns glauben, wohlfühlen zu können. Und wer weiß, es kann halt so wohl sein, dass wir jetzt in Kanada festhängen und da bleiben, weil wir es einfach toll finden. Kann auch sein, dass wir nach zwei, drei Jahren feststellen, es ist irgendwie nicht so unseres und dann kommen wir vielleicht auch wieder. Vielleicht kommen wir auch nicht nach Deutschland zurück, sondern woanders oder irgendwo anders in Deutschland. Also da sind wir tatsächlich einfach mal flexibel. Wir waren sozusagen jetzt mal reif für einen ordentlichen Tapetenwechsel. Und einer, der vielleicht auch einen Schritt größer ist, als man ihn normalerweise mit Kindern macht. Also das kann man schon zugeben. Aber wir haben gesagt, wir sind jetzt nicht das Modell, wir haben einen niedrigen sechsstelligen Schuldenbetrag, Wir waren noch nie in diesem Land und sprechen auch nicht die Sprache, aber wir können ja mit sechs Monaten Tourismusvisum einreisen, da wird sich schon was ergeben. Das Modell sind wir jetzt nicht. Wir haben schon unseren Arbeitgeber, wir wissen, wo wir hinkommen, wir haben die Stadt sogar schon gesehen, wir kennen da Leute und wir haben keinen niedrigen sechsstelligen Schuldenbetrag.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Welche kulturellen Unterschiede habt ihr schon bemerkt?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da kann ich immer nur meinen Freund Adrian zitieren. Dem habe ich erzählt, ja, beziehungsweise den habe ich gefragt, wie ist denn das da drüben mit den Betten? Habt ihr irgendwelche Standardgrößen oder so? Weil ich halt gucken wollte wegen Bettwäsche und so, ob ich da irgendwas noch eruieren muss. Und hab dann erzählt, na, wir bringen natürlich so zwei Matratzen und zwei Decken. Und dann hat er nur gesagt, of course you are. Das ist so europäisch. Das ist so europäisch oder deutsch spezifisch, weil selbst andere europäische Staaten haben ja immer diese eine Decke, was ich ja absolut daneben finde, weil ich ja meinen zweiten Fuß nie rausstrecken kann. Also es gibt schon so einige, sag ich mal, praxisbezogene Unterschiede, die uns schon aufgefallen sind. Und rein vom Kulturellen her, ja, Kanadier sind schon sehr höflich. Die sind ehrlicher freundlich und direkter freundlich als jetzt Amerikaner, habe ich so den Eindruck. Nur die Zwischentöne, das wird mir noch eine Zeit dauern, bis ich die auch wahrnehme und lesen kann. Weil Kanadier ist schon eine andere Art von Kultur als jetzt in den USA.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das stimmt. Eine andere Sache, die mir auffällt zwischen jetzt mal Deutschland und den Kanadiern, Jenseits von dieser Freundlichkeit, die finde ich schon bemerkenswert unterschiedlich ist. Zwischen freundliche Deutsche, freundliche Amerikaner und freundliche Kanadier sind drei verschiedene Arten von freundlich. Das würde ich auf jeden Fall sagen. Und bei einem Kanadier habe ich das Gefühl, die sind trotzdem irgendwie direkter als Amerikaner. Und wenn sie es nicht höflich meinen, sagen sie eher nichts. Ein Amerikaner würde immer noch höfliche Floskeln absondern, und dann einfach, weil es zu dem Zusammenspiel in sozialen Situationen dazugehört. Der Kanadier ist, wenn er redet, höflich und wenn er sich nicht danach fühlt, so sehr freundlich zu sein, dann wird halt nichts gesagt. Aber was mir ansonsten noch auffällt und das fällt mir tatsächlich sehr positiv auf und das grenzt so ein bisschen an die Frage, die wir vorhin hatten, ob es auch Dinge gibt, die uns hier wegtreiben, von denen es nicht so viel gibt. Also ich bin sehr gerne in Deutschland, aber eine Sache, die mir auffällt, die mich, wenn überhaupt, dann von Deutschland schon so ein bisschen wegtreibt, ist, dass wir ja jetzt seit Jahren und im Moment gerade wieder ganz verstärkt die Immigranten als unser liebstes Feindbild und Problemzone entdeckt haben. Da sitzt ein Merz in irgendwelchen Talkshows und fabuliert von 300.000, die in Zahnpraxen sitzen und fordert dann, dass weniger Menschen ins Land kommen, statt einfach mal nach mehr Ärzten zu rufen. Während wenn man dann in Kanada ist, sich das komplett dreht. Also in Kanada, alle, die wir getroffen haben, haben uns frontales, begeistertes Interesse entgegengebracht. Das finde ich sehr auffällig. Und jetzt lese ich auch schon seit ein paar Monaten kanadische Presse. Und bei Kanadiern ist das Thema Einwanderung sehr hoch im Kurs, aber immer mit komplett anderem Vorzeichen. Die diskutieren jetzt eher, ob die Einwanderung ungesund zurückgehen könnte, weil sie gerade Missstimmung haben mit den Indern. Weil es könnte ja passieren, dass dann weniger Studenten nach Kanada wollen. Die diskutieren auch darüber, dass sie jetzt irgendwie schnell mehr Häuser bauen müssen und mehr Wohnungen, weil sie gerade in der Immobilienkrise sich eingehandelt haben, weil sie in den letzten zwei Jahren eine Million neue Einwanderer ins Land geholt haben. Aber sie sind sich auch alle einig und zwar durch alle politischen Lager hindurch, dass sie unbedingt die Einwanderungsquoten schon hochhalten müssen. Also wenn man irgendwie in den USA oder hier in Deutschland bei den Konservativen im rechten Lager immer sofort das drauf rumgeprügelt auf irgendwelchen nicht Einheimischen als Beißreflex wahrnimmt, dann ist in Kanada einfach ein anderes Thema da. Die sind viel aufgeschlossener, freundlicher und das finde ich einen sehr schönen Unterschied.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da muss man natürlich auch dazu sagen, dass Kanada ist das zweitgrößte Land auf dieser Erde. Ja und wie viele Millionen Einwohner haben die jetzt? 40. 40. Also die Hälfte von uns. Und natürlich sind die immer auf der Suche nach irgendwelchen handwerklichen Berufen oder auch Pflegeberufen, was ich super sympathisch finde. Aber das muss man natürlich auch in Relation setzen. Aber hier in ganz Europa schreien sie ja immer wegen Immigranten und ich bin mir sicher, wir könnten das alles stemmen. Aber gut, das ist mal ein übles Thema. Wohin in Kanada zieht ihr genau?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir haben ja schon Toronto angemerkt. Wir ziehen in den Bundesstaat Ontario. Ontario ist oberhalb des Bundesstaats New York und Main an einem der Great Lakes. Da gibt es mehrere große Seen und groß heißt hier wirklich groß. Wenn man an diesen Seen steht, hat man das Gefühl eigentlich an einem Meer zu stehen, weil man das andere Ufer nicht sehen kann. Es sind große Süßwasserseen. Die Niagara-Fälle sind eine Stunde Autofahrt von uns entfernt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Da sind wir ja schon mal nach Kanada gelaufen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da sind wir bei Scheißwetter. Toronto ist auch die internationalste Stadt in Kanada. 50 Prozent der Einwohner dort sind Immigranten.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich habe mich ja mit einem Kollegen unterhalten, der aus Paris, also ein Franzose, der aus Paris nach Toronto gezogen ist und habe gefragt, na, hast du denn irgendwie schon deine Community so gefunden? Und er hat gemeint, ja, ja, das ist überhaupt kein Problem, weil du alle Nationalitäten triffst und natürlich auch Französisch Sprechende sowieso, So, weil in Kanada die zweite offizielle Sprache ist ja Französisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und wie heißt die dritte? Inuktitut?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, es ist eine Inuit-Sprache. Ein Staat, ein Bundesstaat hat tatsächlich drei offizielle Sprachen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Es ist übrigens ein gern gemachter Fehler anzunehmen, dass Quebec zweisprachig wäre.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, es ist nur einsprachig. Wie sich das gehört. Französisch ist die offizielle Sprache. Ich meine, neben Französisch gibt es nichts.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Da gibt es Gesetzgebung, die dafür sagt, dass in Straßenverkehr gefälligst alles Französisch zu sein hat. Ja, wie in Frankreich, genau. Ich habe das jeder Parallel. Aber alle Behörden und alle offiziellen Institutionen müssen Französisch und Inuktitut und Englisch als Sprache anbieten. Auch sehr sympathisch, finde ich. Habt ihr dort schon eine Wohnung?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Übergangswohnung. Ja, Jein. Das ist so ein schönes deutsches Wort. Jein. Also wir haben eine Übergangswohnung. Die ist, ja, wir werden so richtig vollfront leiden, wenn wir dort ankommen am 23. Die ist nämlich im 51. Stock, direkt neben dem CN Tower, mit Blick auf den Lake Ontario.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vorbehalten. Und</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Übergangswohnung deswegen, weil erstens von hier aus Wohnungen anschauen, und es ist jetzt ein bisschen, ich weiß nicht, wie es euch da geht, aber ich will da schon rein spazieren und gucken. Zweitens mal braucht man ja ein Visum, um da überhaupt erstmal überhaupt das mieten zu dürfen. Und wir brauchen ein Konto. Und das Konto kriegen wir auch nur, wenn wir dann das Visum haben. Und das kriegen wir am 23. November, wenn wir dann dort landen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das lohnt sich vielleicht jetzt hier an der Stelle mal kurz das Prozedere zu erklären. Tatsächlich haben wir den Vorteil, aus der Europäischen Union zu sein, eine Region, mit der Kanada Abmachungen hat. Zweitens, in großen Unternehmen zu arbeiten, die ebenfalls entsprechende Übereinkünfte mit kanadischen Behörden haben. Und deswegen haben wir ein relativ einfaches Visumsprozedere, das aber selbst Amerikaner irgendwie zum Stirnrunzeln gebracht hat und definitiv in Europa so nicht funktionieren würde. Wir haben ein Packen Papier bekommen von unserem Immigration-Leuer und dieser Packen Papier enthält so Dinge wie unsere Kontoauszüge in einer übersetzten Fassung, unser E-Zertifikat und so weiter und ein Anschrieb und ein paar Formulare. und diesen ganzen Packen Papier, den nehmen wir in unser Handgepäck, fliegen nach Toronto, sagen dann dort an der Grenze, wir würden gerne mit einem Immigration Officer sprechen. Das ist ein Satz, den ich noch nie gesagt habe an der Grenze. Ich war immer sehr dankbar, wenn diese Immigration Nummer schnell vorüber war. Aber dort ist es sehr, sehr wichtig, dass man das tut. Wir haben nämlich bis jetzt noch kein Visum. Keine kanadischen Behörden wissen, dass wir kommen werden. Das passiert dann tatsächlich am sogenannten Point of Entry, also in dem Fall am Flughafen. Und der Beamte dort wird sich die Unterlagen anschauen. Unser Anwalt ist sozusagen auf Speed-Dial, also sollte es Probleme geben, werden wir da anrufen. Der hat uns allerdings versichert, damit ist überhaupt gar nicht zu rechnen. Sehr, sehr wahrscheinlich wird alles funktionieren, wenn alles vollständig ist. Also da wird noch ein Herzschlag-Finale in dem Punkt werden. Jedenfalls kann es zwischen ein paar Minuten und ein paar Stunden dauern. Die führen dann ein Gespräch mit einem und geben dann am Ende dieses Gesprächs, wenn sie einen dann ins Land lassen, weil die haben die letzte Entscheidung, ob sie einen ins Land lassen oder nicht, geben die einem dann zum Schluss die Unterlagen, die man braucht und das offizielle Arbeitserlaubnis und das Visum. Ab dem Moment, wenn wir dann an diesem Immigration Officer vorbei sind, sind, dürfen wir offiziell in Kanada Geschäfte, also Geschäfte darf man natürlich vorher schon machen, aber so Dinge machen wie sich ein Konto holen, einen Handyvertrag abschließen und so weiter. Und deswegen sind wir erstmal noch als Tourist da und damit eben in einem Airbnb für sechs Wochen und nicht gleich schon in der eigenen Wohnung. Unabhängig davon, dass wir die natürlich, wie du sagst, auch gerne nochmal sehen wollen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Plant ihr für immer in Kanada zu bleiben?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das haben wir eigentlich schon beantwortet.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben eigentlich schon beantwortet. Wir planen da eigentlich gar nicht. Wir planen nix.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das Visum geht jetzt erstmal drei Jahre. Die Idee ist, dass wir dann wissen, ob wir dort bleiben wollen. Dann kann man auch darüber reden, ob man versucht, permanent Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Was auch momentan zumindest noch, falls sich die Gesetzgebung ändert, werden wir das ja dann feststellen, aber momentan ist es noch verhältnismäßig leicht, wenn man dann mal im Land ist und dort gearbeitet hat und einen Status hat wie wir, es eventuell dann zu einer permanenten Aufenthaltsgenehmigung werden zu lassen. und das werden wir dann wissen. Wie oft planst du denn zurückzukommen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Zurückzukommen? Ich würde es umformulieren. Wie oft plane ich denn, nach Europa zu reisen?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Oder in Deutschland zu sein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Oder in Deutschland zu sein. Naja, habe ich mir auch jetzt noch nicht überlegt, aber wir waren ja immer viel unterwegs, Dirk und ich. Und da wir tatsächlich von egal wo arbeiten können, wir brauchen ja nur unseren Laptop und ein bisschen WLAN, Und dann werden wir schon hin und wieder nach Deutschland sein. Also das nächste Mal sind wir in Deutschland im Mai 2024, weil da das große Familientreffen von meiner Familie ist. Und da sind wir dann, ich glaube, zwei Wochen im Land, oder?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, irgendwie so. Pfingst haben wir ja schon gebucht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Pfingstferien.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wie sind das mit dem Urlaub in Kanada?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das kommt halt darauf an, wie die Firmenzugehörigkeit ist oder wie du das verhandelt hast. Ich glaube, höchster Urlaubsanspruch sind 25 Tage. Und das ist ab einer Firmenzugehörigkeit von fünf Jahren, glaube ich.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich glaube, die können dann so viel Urlaub geben, wie sie wollen. Das ist halt eher so üblich. Ja, die sind so eine seltsame Kreuzung, finde ich, zwischen Europa und USA, was so viele Gebräuchlichkeiten angeht, also auch im Arbeitsumfeld. und wir werden es jetzt so haben, dass du jetzt erstmal noch 20 Tage Urlaub hast und ich habe 25 und das ist einfach von der Betriebszugehörigkeit abhängig. Also ich bin halt einfach schon länger bei meinem Laden als du bei deinem. Ansonsten gibt es natürlich auch in Kanada Feiertage, wenn auch nicht so viele wie in Bayern.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also ich meine Bayern, ich habe wirklich den Boden raus hier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber das hatten</p>
<p><strong>Susanne:</strong> wir jetzt schon in Hessen auch schon nicht.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, genau, wir haben uns sozusagen angenähert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir haben uns angenähert, ja, also. Wieso bist du jetzt schon wieder dran? Ich bin dran.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Willst du den überhaupt noch ein bisschen anbieten?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weiß ich nicht. Ach, kennt ihr schon irgendwelche Kanadier? Oh, tatsächlich kennen wir schon eine Menge Kanadier. Den ersten Kanadier, den ich kennengelernt habe, war übrigens im GE noch damals, nämlich Mathieu. Mathieu war auch auf unserer Hochzeit mit seiner Frau, weil seine Frau hat nämlich die Fotos gemacht auf unserer Hochzeit.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Mathieu hat uns damals schon gesagt, alles schmeckt besser mit Ahornsirup und recht hat er. Also ich muss sagen, ich war schon auch ein Sirup-Fan, noch bevor klar war, dass wir nach Kanada ziehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und Mathieu hatte ein wunderschönes Bild von Prince Edward Island bei sich in der Wohnung hängen. Und er war da schon gewesen und ich war schon ganz neidisch darauf, dass er schon da war, aber jetzt waren wir auch da.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Du bist eigentlich im Herzen schon Kanadierin gewesen, weil du bist wahrscheinlich die einzige Deutsche, die Anne of Green Gables schon gelesen hatte. Ach Quatsch, ich</p>
<p><strong>Susanne:</strong> bin nicht die Einzige. Eine von fünf. Nein, nein, nein. Also ich kenne viele, viele. Frag die Frauen da draußen, die kennen alle Anne of Green Gables.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also vielleicht die Hörerinnen von diesem Podcast können sich ja gerne mal melden, ob sie Anne of Green Gables kennen oder nicht. Das würde mich jetzt wirklich mal interessieren.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Genau, und Prince Edward Island ist tatsächlich genauso, wie die gute Lucy Montgomery das beschrieben hat, ist wunderschön. Echt. Zum Kotzen schön. Naja, aber zurück zu der Frage, kennen wir den Kanadier? Jo, kennen wir.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Kennen mehrere. Aber was ja das Spannende ist, Adrian, einer dieser Kanadier, den wir jetzt ja schon mehrmals erwähnt haben, der hat ja gesagt, es gehört zu dem Minderwertigkeitskomplex der Kanadier, dass das irgendwie niemand mehr als drei Kanadier aufzählen kann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ah, berühmte Kanadier.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Berühmte Kanadier aufzählen kann, obwohl es ja so viele gibt. Und jetzt hier die TET-Frage für dich. Kannst du fünf Kanadier oder Kanadierinnen aufzählen? Puh, puh, müsste</p>
<p><strong>Susanne:</strong> ich jetzt inzwischen können, ja, aber Lucy, Maud, Montgomery haben wir schon. Ja, aber die kennt</p>
<p><strong>Dirk:</strong> niemand, haben wir doch eben schon etabliert.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, Quatsch, natürlich kennt die jemand. Dann Ryan Reynolds,</p>
<p><strong>Dirk:</strong> ist</p>
<p><strong>Susanne:</strong> nicht hier Céline Dion.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Céline Dion.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aha, dann, das waren schon drei.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das waren schon drei, fehlen dir nur noch zwei.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also da gibt es bestimmt noch viele berühmte Schriftsteller und Schauspieler, die mir jetzt natürlich so auf den Punkt kommen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Komm, fehlen dir Politiker ein?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also Trudeau, ja, Justin.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und haben die nicht ein schönes Parlament da drüben? Also das muss ich mal wirklich sagen, ja. Ein ernsthaft durchmischtes Parlament.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Richtig, das ist gelebte Diversität.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das finde ich tatsächlich auch schön. Ja, und jetzt haben wir vier, ne, irgendeinen fünften.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wieso? Du kannst ja auch mal.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Okay, ich stifte den zweiten Ryan, der auch von da ist. Ryan Gosling.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, natürlich, die gut aussehenden Ryans. Dann haben wir noch hier, da gehen wir doch demnächst auf ein Konzert. Lovina McKennett.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja. Die ist auch Kanadierin? Ja. Okay. Ja. Elon Musk ist übrigens nicht Kanadier, ist aber in seiner Jugend in Kanada aufgewachsen. Oder zum Teil zumindest da gewesen. Ja. Okay. Wer ist dran? Ich habe nicht aufgewachsen. Du. Du bist dran. Ich bin dran.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich habe die letzte Frage gezogen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ist es in Kanada nicht total kalt?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja. Also möchte ich mal kurz eine Geschichte aus meiner Vergangenheit erzählen. Es gab sich zu der Zeit, 2001, dass wir von Freiburg nach Schöne Bayern umgezogen sind.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nicht wir, sondern andere wir.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also nicht wir wir, sondern Markus, mein Ex-Mann und mein Ältester, der in Preissacham reingeboren ist und sechs Wochen alt war, als wir umgezogen sind. Und dann kam der erste Wind nördlich von München und mit ihm kamen minus 20 Grad. Und ich habe mir gedacht, das kann doch wohl nicht wahr sein. Freiburg, wärmste Gegend Deutschlands, da habe ich vorher gewohnt und jetzt minus 20 Grad. Also das war für mich der absolute Schock. Und viele sagen immer, ja, aber Kanada ist doch so kalt. Gut, es stimmt schon für Gegenden in Kanada, wo es so richtig, richtig, richtig kalt ist.</p>
<p><em>[Atmo]</em></p>
<p><strong>Susanne:</strong> Parallel. Und bis jetzt hält sich das gut im Gleichgewicht. Also wir berichten dann im Februar oder so oder im Januar.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was ja schon cool an Kanada ist, ist, es ist ein echt großes Land bis eben rauf zum Polarkreis. Und eines unserer Bucket List Items ist ja Polarlichter zu sehen. Man wird dort auch Schlittenhunde-Rennen fahren können oder im Eishotel übernachten. Also all diese schönen Winteraktivitäten, die was mit Kälte zu tun haben. Wir werden allerdings nicht zu Wintersportlern werden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also ja, das Gefühl, das ich auch habe, ist, also mir hat halt mal jemand auch gesagt, ja, Kanada hat den Ruf, so kalt zu sein, aber den Ruf hat es auch davon, weil ganz viele Menschen aus Asien und speziell Indien dahin ziehen und dann sagen, boah, ist hier kalt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber da ist ein Kollege von mir, ist aus Indien nach Dublin gezogen und auch der leidet.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also ich meine, das ist vielleicht auch eine verzerrte Wahrnehmung, würde ich dazu sagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja gut, also ich kann mir schon vorstellen, dass da sehr kalt und auch sehr warm ist im Sommer. Also Sommer ist auch richtig heiß und schwül in Toronto.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das andere, was ich zumindest immer gehört habe, ist, es ist ja so dunkel in Kanada. Da ist immer irgendwie gar nicht klar, was die Leute eigentlich meinen. Dunkel und kalt. Wenn man drüben in Vancouver wohnt, ist es da weder dunkel noch kalt. Das ist halt wie, da regnet es viel. So wie in Seattle eben auch. Also wenn du</p>
<p><strong>Susanne:</strong> in der Nähe von Stockholm wohnst, da ist es dunkel und kalt.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, es sind mehr Sonnenstunden in Toronto übers Jahr als hier in Frankfurt. Nicht viel, aber mehr. Und die Winter sind im Schnitt ein bis zwei Grad kälter, im kältesten Punkt, und die Sommer sind im Schnitt ein bis zwei Grad wärmer.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Von Frankfurt oder ganz Deutschland? Oh, weil nämlich in Frankfurt hatten wir ja höchstens mal minus vier Grad.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, ja, Frankfurt war sehr milde und deswegen glaube ich eben nicht, dass es so ein großer Schock werden wird. Aber diese, es ist aber doch so kalt in Kanada, das wird uns oft gesagt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich bin auch mal gespannt, wir werden einfach dann halt berichten. Wir werden berichten, genau. So, nächste Frage. Warum eigentlich nicht USA? Ich meine, die USA ist auch schön, wir kennen da super nette Leute, die Natur ist unglaublich, aber sorry. Wir werden da auch mehr verdienen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also du hast aber mir die Frage gestellt, oder? Achso, ja. Du kannst aber gerne weitermachen. Beantworte mal, wie ich beantworten würde.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber habt ihr euch mal die verrückte Politik da angeguckt? Also alles ist auf Entertainment und wer verdient das meiste Geld ausgelegt? Und das sind irgendwie so zwei Sachen, die...</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also wenn ich irgendwie so auf eine ganz einfache Formel runterbrechen würde, dann würde ich ja sagen, ich will einfach nicht in einem Land leben, wo eine nennenswerte Anzahl Leute um mich rum ist, für ihr Recht halten, eine geladene Waffe besitzen zu dürfen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, unter anderem das.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also da geht es ja schon mal los. Ich mag die USA sehr. Ich bin da echt gerne. Ich fliege da allerdings auch immer gerne wieder weg. Da würde ich nicht leben wollen. Und auch diese, wenn man seinen Beruf verliert, muss man nach sechs Wochen das Land verlassen. Alleine das hält mich schon davon ab, in die USA ziehen zu wollen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, zugegeben, ich habe ja auch noch so ein paar, ich will nicht sagen Bucket List Items, das klingt dann auch immer wieder viel zu groß, aber ich habe mir gedacht, wenn sich mal die Gelegenheit ergibt, möchte ich mal nach Montana. Und in Montana In Montana will ich dann mich mal irgendwo mitten in die Tundra stellen, da in die Prärie und mich einmal 360 Grad um mich rumdrehen und nur Natur sehen. Und zwar weite, weite, weite Prärie. Und mir haben Leute aus Montana bestätigt, Montana ist der richtige Platz, um das zu tun. Und ja, sowas kann man halt dann da erleben. Ich meine, wir als Europäer kennen das ja nicht so. Du hast ja alle zwei Kilometer irgendeinen Kaff.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wenn du in die USA ziehen müsstest, wo würdest du dann im Moment gerade hinziehen wollen?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das ist echt eine gute Frage. Also Chicago fand ich toll und so Wisconsin, Illinois, da vielleicht, die Ecke.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Chicago war so ein Überraschungstreffer, gell?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, gell? War echt toll. Aber ich würde, nee, ich will nicht nach San Francisco, ich will auch nicht nach Seattle.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Chicago ist ein anderer Great Lake übrigens.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Also das ist übrigens auch so ein Grund, warum nicht USA bei mir, das habe ich so meinem Chef damals gesagt, als der mich das gefragt hat, denn man muss ja sagen, wir würden in den USA deutlich mehr Geld verdienen. Also wirtschaftlich wäre das schon der bessere Schritt gewesen, in die USA zu ziehen, weil nicht nur der US-Dollar stärker ist als der kanadische Dollar, sondern tatsächlich da auch bezahlt wird für unsere Art von Job. Aber was ich meinem Chef da geantwortet habe, ist im Augenblick für, wir arbeiten ja beide in der IT-Branche, wo würden wir hinziehen, wenn wir in die USA ziehen? Wir würden nach Manhattan ziehen oder wir würden nach San Francisco ziehen. San Francisco wartet auf das nächste große Erdbeben, hat jetzt seit über zehn Jahren eine Mega-Drought, also sprich, die haben richtig große Wasserprobleme, haben unglaublich hohe Lebenshaltungskosten und seit jetzt ungefähr einem Jahr dauernd Leute entlassen werden in der IT-Branche, haben die jetzt auch ein massives Problem, Das Problem, dass die Leute, die da hingezogen sind, in dieses sündhaft teure Feld jetzt alle sich in diesem umkämpften Arbeitsmarkt tummeln. Das heißt, nach San Francisco würde ich, unabhängig davon, dass ich das Silicon Valley auch furchtbar finde, aber man kann ja auch auf der anderen Seite vom Valley wohnen, aber ich würde aus diesen Gründen schon nicht hinziehen. und in Manhattan, da bin ich auch nur gern zu Besuch. Also New York City für alle Fans da draußen, es ist eine beeindruckende Stadt und es gibt ja Leute, die ganz verliebt sind in diese Kultur und den Stress, würde ich jetzt mal nennen, der dort hat.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Die ist sehr stressig, die ist sehr hektisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber ich würde da nicht wohnen wollen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Also es gibt ja immer auch so ein Stadtgefühl, ja, und das ist mir in New York auch aufgefallen, die ist schon sehr hektisch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir haben ja früher immer gesagt, wenn USA, würde ich gerne in Seattle, also auch nicht in Seattle vielleicht direkt, sondern eine der Städte davor oder daneben wohnen wollen, also in Washington State. Aber weil da die Natur so fantastisch schön ist. Sag mal, wie funktioniert in Kanada eigentlich das mit der Gesundheitsversorgung?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also, Kanada. Also was ja viele immer im Kopf haben ist USA, da musst du dir doch Private Health Care, also private Gesundheitsversorgung irgendwie. und das ist doch alles super teuer und doof und irgendwie ganz kompliziert. Ja, da sage ich mal, Kanada hat, so wie wir, eine Universal Healthcare. Das heißt, wir sind vom Staat her gecovert, es wird mit Steuern bezahlt. Jeder hat eine Versicherung, Krankenversicherung und die Versorgung läuft da ähnlich. Du kriegst dann auch so ein Kärtchen oder was und läufst zum Arzt und siehst da keine Rechnung. Aber der Unterschied ist, dass es selbst in Kanada keinen Unterschied gibt zwischen privat und nicht privat. Da sind alle gleich versichert. Du kannst dir natürlich eine private Zusatzversicherung dann besorgen. Das läuft oft auch über die Firmen, aber anders als in den USA verlierst du eben diese Gesundheitsversicherung nicht, wenn du arbeitslos bist zum Beispiel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich finde auch, die machen da eine wichtige Sache viel besser als wir zum Beispiel, dass die nicht diese zweigeteilte Gesundheitssysteme haben, wo Leute, die besser verdienen, eigentlich dumm sind, wenn sie sich nicht privat versichern und damit aus der Solidaritätsgemeinschaft verabschieden. Also bei denen sind erstmal alle in dem System. Für uns wird es so sein, dass wir in den ersten drei Monaten von unseren Arbeitgebern gedeckt sind. Und sobald man drei Monate im Land war und Steuern eingezahlt hat, greift dann deren, ich weiß nicht wie es heißt, deren zentrales System. Ich habe mir auch erzählen lassen, dass man, ähnlich wie bei uns auch, wenn einem Medikamente verschrieben werden, dann kann es schon sein, dass die Geld kosten, wenn man die dann holt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber das sind auch nicht so astronome Summen wie jetzt in den USA.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, es dreht einfach nicht so auf wie in den USA und es treibt auch nicht diese Blüten. Was ich total interessant finde, ist, dass Kanadier sofort behaupten, deren Gesundheitssystem wäre ganz furchtbar. So wie die Briten behaupten, deren Gesundheitssystem ist ganz furchtbar und die Deutschen behaupten, deren Gesundheitssystem ist ganz furchtbar. Ich weiß immer nicht, was der Maßstab ist. Letztlich bekommen alle eine moderne Versorgung dort und du hast Zugang zu Ärzten. und ich weiß von Leuten, die in Kanada leben und europäische Systeme kennen, dass es vergleichbar sein soll. Wir werden es herausfinden, aber generell machen wir uns da mal am wenigsten Sorgen, würde ich sagen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ich meine, das Generelle ist, du wirst nicht bankrott werden, weil du einen Krankenwagen rufst.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Nein.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also das sind ja solche Blüten, die die USA immer wieder hervorbringt. Okay, nächstes Tage. Was wirst du vermissen? Brezel. Brezel. Brezel, ja, das vermissen wir ja jetzt schon.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Die vermissen wir schon in Hessen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, die bayerischen Brezel.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Aber wahrscheinlich gibt es gute Croissants dort, oder? Also ich meine, die haben ja genügend Franzosen im Land. Das müsste ja eigentlich wenigstens das als Ersatz gehen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Eine typische deutsche Antwort wäre doch eigentlich Brot.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Brot.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber wir essen ja eigentlich fast gar kein Brot.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Und es gibt deutsche Bäcker dort.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, natürlich. Also ich glaube, das</p>
<p><strong>Dirk:</strong> muss man einfach nur mal suchen. Das wird sich einrichten lassen. Aber Brezeln werde ich erstmal vielleicht vermissen, weiß ich nicht. Das ist so ein Gedanke, den ich jetzt halt gerade hatte. Ich meine, ich werde ja schon ein paar Leute vermissen, auch wenn ich mit denen Kontakt halten kann. Das ist sicherlich einer der Seiteneffekte von Wegziehen. Hätte man auch, wenn wir nach Hamburg ziehen würden.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Dafür werden wir andere Freunde sehen, die wir jetzt nicht sehen können. Eine Freundin von mir wohnt in Wisconsin, um die Ecke.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Eben.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, also das ist definitiv so. Ich glaube, was wir noch gar nicht wissen und einschätzen können, ist, welche Dinge in unserem Alltag wir gewohnt sind, dass wir die kaufen, Lebensmittel oder so, die es dort so nicht gibt. Quark. Ja, genau, den Gedanken hatte ich jetzt auch. Wir haben ja, wenn man bei uns in den Supermarkt geht, gibt es ja da tausend verschiedene Arten von geronnener Milch. Topfen, Schmand, Quark, Quark in Magerstufe, in Vollrahmenstufe, in Ultra-Stufe, Joghurt, griechischer Joghurt Also man kann bestimmt 20 Produkte aufzählen, die im Endeffekt alle weiß sind und irgendwelche gewonnene Milchprodukte sind Und die gibt es halt so da drüben nicht Und das heißt, alles was man irgendwie backt oder kocht, was im Endeffekt bei uns mit einer dieser Varianten gemacht werden wird wird wahrscheinlich ein bisschen anders schmecken, bis man rausbekommen hat, was man dann stattdessen macht.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, das wird halt einfach wieder, das ist halt in einem anderen Land, sich dann zurechtzufinden. Ich hatte das ja schon zweimal und da rauszufinden, die Supermärkte sind anders, sind dann auch anders strukturiert, die Produkte sind anders, du hast keine Ahnung, zum Beispiel, was für eine Creme sollst du denn kaufen, weil deine Marke gibt es halt nicht oder so. Jo, ist doch irgendwie auch cool.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Müsst du irgendwas vermissen jetzt, außer Brot?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also, was werde ich vermissen? Ja, eigentlich hauptsächlich Menschen. Gegenstände jetzt eher weniger und Orte. Orte ist ja auch immer so ein Ding. Das ist ja immer schwierig, irgendwo wegzuziehen und einfach zu sagen, okay, es war jetzt wohl das letzte Mal, dass ich in diesem Haus gewohnt habe. Oder, ja, das ist immer so ein bisschen, ja, nicht so schön, sage ich mal. Nee, ich bin dran.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Auf welches kanadische Tier freust du dich am meisten?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Zeh mal kanadische Tiere auf, kriegst du fünf hin. Ja, Trash-Pandas. Was sind denn Trash-Pandas? Ja, also die Waschbären dort werden auch Trash-Pandas genannt, weil, wie hast du letztens erzählt, Toronto hat offiziell den Kampf gegen Waschbären verloren.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, das fand ich total lustig. Ich habe mir so einen Podcast angehört, der sich damit beschäftigt hat. und da habe ich dann gelernt, dass es in den meisten US-Städten so ist, dass sozusagen Pest Control, also deren offizielle Schädlingsbekämpfung, Waschbären abschießen, wenn die irgendwie nervig werden. Und es gab halt irgendwann im 19. Jahrhundert in Toronto die Forderung, da sowas einzurichten und das hat man dann beschlossen und es gab dann so ein Aufbegehren in der Bürgerschaft, Das heißt, in Toronto werden die Waschbären nicht offiziell bejagt. Wenn du die bei dir in der Bude hast, dann kannst du dir sicherlich Rat von Experten holen und kannst auch gerne jemanden hirn, der dann vielleicht auf die Jagd nach diesen einen Waschbären geht. Aber es ist jetzt irgendwie nicht so, dass man da irgendwie groß den Kampf angesagt hat. und deswegen gibt es in Toronto eine wohl sehr große Population. Toronto ist auch die Stadt, die die waschbärensichere Mülltonne erfunden hat, die inzwischen von den Waschbären erfolgreich geöffnet wird, also nicht mehr so sicher ist. Gut, der Waschbär, Nummer eins.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich freue mich überhaupt mal generell, ja, nicht nur die speziellen Tiere, sondern auch generell mal neue Fauna und Flora kennenzulernen. Weil das war eines der Dinge, die ich zu dir gesagt habe, Die gehen ja gerne wandern, aber ich würde ja gerne mal so einen Wilderness-Kurs irgendwie mitmachen, bevor wir da wandern gehen, weil deren Wanderstrecken sind ein bisschen anders als unsere kleinen Dinger, um einfach zu verstehen, was ist denn jetzt was. Die haben natürlich auch ein paar Baumarten, die so ähnlich sind wie unsere, aber es gibt auch viele, viele neue und Tiere halt auch. Also eine Kollegin hat mir von Rattlesnakes erzählt, die auf Wanderwegen gerne sich mal sonnen. Ja, dann natürlich die Bären, aber da haben wir jetzt kein Problem mehr, weil wir haben ja jetzt eine Bärglocke.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, wurde uns geschenkt von meiner Schwester.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, genau.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich bin mir sicher, der Bär wird total beeindruckt sein. Vielleicht ist es auch eher so, dass diese Glocken locken Bären vielleicht inzwischen schon eher an.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, so, oh, da gibt es was Leckeres zum Mampfen oder so.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Elche?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, Elche haben wir ja schon gestreichelt in Schweden, also das ist ja nichts Neues mehr. Die gibt es ja hier auch, sozusagen. Ja, nee, aber ich freue mich auf auch verschiedene Vogelarten, die sich anders anhören und dann als die typische Amsel und Maise hier. Obwohl, Maisen gibt es da drüben auch.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was auch ein sehr kanadisches Tier ist, ist der Biber.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, klar. Ich meine, die haben genügend Seen, Flüsse und Wälder und Holz. Also, ja, da gab es ja mal diesen Wettbewerb, um die neue kanadische Flagge zu gestalten. und ich glaube, es war ein enger Kampf zwischen irgendwas mit einem Ahornblatt und einem Biber drauf. Aber dadurch, dass die Biber nie wirklich eindeutig unbedingt erkannt werden konnten, haben sie sich dann für das Ahornblatt entschieden.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Gute Entscheidung. Ich sage, es ist eine ziemlich schöne Flagge, finde ich.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, finde ich auch. So simpel. Wie funktioniert das mit dem Umzug?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Wir sind ja jetzt hier mittendrin. Also wir sind jetzt in den letzten Zügen. Wir ziehen ja gefühlt jetzt schon seit Monaten um. Zunächst mal funktioniert es eigentlich genauso, wie unser Umzug von München nach Frankfurt funktioniert hat. Nämlich mit der Beauftragung eines Umzugsunternehmens, das dann anrückt und alles einpackt und wegfährt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, wir packen auch eine Menge ein. Man kann ein bisschen Geld</p>
<p><strong>Dirk:</strong> sparen, wenn man selber packt. Und man kann verhindern, dass die einem volle Mülleimer mit einpacken oder so.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und es dauert ungefähr zwei Wochen. Jetzt ist es ja so, dass wir innerhalb der nächsten zwei Wochen dann auch eine Wohnung haben. Das heißt, sie werden das auch noch ein bisschen für uns lagern. Wir nehmen jetzt gar nicht so wahnsinnig viel Möbel mit. Das finde ich auch schön. Unsere ganzen Kalax-Regale werde ich nicht über den Atlantik schippern.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Vor allen Dingen gibt es dort ja auch Ikea. Wenn wir unbedingt Kalax wollen, gibt es die da auch.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> und</p>
<p><strong>Dirk:</strong> die Elektronik ist ja Elektrik und Elektronik ist ja auch nochmal so ein Ding. Es gibt ja eine andere Stromspannung. Die Stecker sehen nicht nur anders aus, sondern da fließt auch anderer Strom durch. Eine der überraschendsten Erkenntnisse war für mich, als ich irgendwann gelernt habe, dass Digitaluhren, die am Strom hängen, also was weiß ich, so Radiowecker und so, dass die ihre Zeitschwingung aus der Schwingfrequenz des Stromnetzes nehmen. Das heißt, sobald die in In Kanada oder USA angesteckt werden, gehen die nicht mehr richtig, diese Uhren. Die waren dann schon mal alle aussortiert. Und dann geht man mal durch den Hausstand und schaut sich bei allen an, von welcher Spannung bis zu welcher Spannung die zugelassen sind. Und dann sortiert man praktisch alle Küchengeräte aus. Alles, was irgendwie sich dreht, ist eigentlich raus.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Unsere Kaffeemaschinen. Unsere Kaffeemaschinen, ja. Ja, nein, also wir haben uns auch gerne von den Sachen getrennt, weil die haben ja jetzt ein ganz neues Zuhause gefunden. und machen anderen Menschen Freude. Und da freuen wir uns auch drüber.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, der Container schippert dann jedenfalls rüber, kommt dann in Toronto an und wird dann von einem anderen Umzugsunternehmen entgegengenommen. Was uns auch überrascht hat, war, wir haben mit viel höheren Preisen gerechnet, als das letztlich kostet. Also es ist sicherlich viel Geld. Also es ist jetzt nicht so, dass es irgendwie mit den Mietkosten für den Lieferwagen getan ist, die man ableisten kann, wenn man selber umzieht. Wir sind damals von Moosburg nach Frankfurt für ungefähr 8.000 Euro umgezogen und wir ziehen jetzt von Frankfurt nach Toronto für ungefähr 12.000 Euro. Und das finde ich tatsächlich im Rahmen. Also ich habe mich eigentlich schon festgehalten und mit höheren Preisen gerechnet. Und diese zusätzlichen Preise entstehen nur durch die Containergebühren im Endeffekt. Also alles, was ansonsten an Umzug ist, ist identisch, weil mehr hat es ja auch nichts anderes im Endeffekt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Man darf ja auch nicht vergessen, die packen ja auch für uns ein.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das, was du ihnen übrig gelassen hast, den packen.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, aber sonst wären wir ja hier im Chaos versunken. Gut, das war die letzte Frage. Das war die letzte Frage. Und es ist noch früh am Abend, das heißt, wir können jetzt noch was unternehmen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Weil wir haben ja schon alles erledigt, was wir heute tun mussten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, aber dein Computer ist abgebaut. Also zocken wird es jetzt nicht mehr heute.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Nee, mein Computer ist jetzt da im Container.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was haben wir jetzt mit Schlanner da vor?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, also heute haben wir ja mal die Frage grob beantwortet, warum jetzt? und ich würde halt dann mal sagen, dann gucken wir mal, was so die einzelnen Sachen sind, über die wir noch reden können.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir werden ein paar Mal aus Toronto berichten, was uns so auffällt. Also es ist so ein Halbtagebuch, der Blick auf Kanada mit deutschen Augen sozusagen. Und wir werden natürlich auch offen für Fragen von euch. und uns kann man erreichen über post.at.schlanada.de Jawohl, es gibt eine Domäne, schlanada.de</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Darf ich nochmal betonen, dass es meine Idee war?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Das war fantastisch. Diese Namensidee von dir ist auch bis jetzt das erste und einzige Wort, das ich kenne, das ich in Google eintippe und keine Treffer bekommen habe.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ach, wissen eigentlich die jüngeren Zuschauer hier unter uns, achso, ja, die Hörer unter uns, Was eigentlich Schlanner da heißt?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ich finde das total selbsterklärend.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ja, du schon.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Was heißt denn Schlanner da?</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Naja, es gab ja mal diesen einen, ich weiß gar nicht, wann war denn das? War das, als wir die Fußball-Weltmeisterschaft hier hatten?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Hatte irgendwas mit Fußball zu tun.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Es hatte was mit Fußball zu tun.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Deswegen kenne ich auch den Hintergrund nicht so gut wie du.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Und es war, glaube ich, auch ein Song. Schlann, oh Schlann. Ja, genau. Ich bin von dir begeistert. Wollen wir nicht doch noch miteinander Oh Kanada singen? Nein, nein, wollen wir nicht. Und ja, und dann, ich meine, dann bot sich das ja an, daraus ein Wortspiel zu machen, ne?</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Ja, wir machen ja jetzt darüber und dann können wir uns das angucken und dann machen wir daraus unser eigenes Ding. Das ist dann so halb Kanada, halb Deutschland. Schlanada halt. Ja, und es gibt schlanada.de, wo eventuelle zur Sendung passende Links und Notizen zu finden sein werden. Weitere Episoden, falls wir denn noch was aufnehmen, dort zu finden sein werden. Wir haben uns auch noch nicht auf einen Rhythmus festgelegt. Wir dachten jetzt mal irgendwie so alle ein bis zwei Wochen ist vielleicht ganz lustig, aber wir werden weder versprechen, dass das regelmäßig noch häufig stattfindet, sondern immer dann, wenn uns die Lust zum Aufnehmen packt.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Wir wollten eigentlich schon viel früher damit anfangen, nur so Umzug kam halt dazwischen und wir arbeiten ja nebenher auch noch so ein bisschen und packen das ganze Haus ab. Das sind alles deine Entschuldigungen? Ja, ja, ich weiß. Also es gibt ja</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Leute wie der Jörn zum Beispiel, der war da regelmäßig hier. Da, Jörn Schaas, kleinen Podcast oder so, feinen Podcast.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Das fand ich übrigens auch sehr speziell. Wir haben ja viele Menschen gehabt, die uns besuchen gekommen sind, mit uns gefeiert haben, auch von weiter her. Aber Jörn und Gesche haben ja absolut den Vogel abgeschossen.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Indem sie speziell für uns gekommen sind, weil sie an dem Tag, an dem wir unsere Alles muss raus, wir sind dann mal weg, Kanada Party gemacht haben, weil wir da nicht konnten Und dann kamen die extra für uns und ich fühle mich immer noch total special</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Ja, ich auch, absolute Lieblingsmensch</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Absolut</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Aber es gab ja auch viele, die jetzt nicht kommen konnten, was ja auch okay ist, aber die sehen wir ja auch weiterhin regelmäßig.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Na gut, dann vielen lieben Dank fürs Zuhören. Ich glaube, das war eine furiose erste Sendung.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Mit vielen Fakten. Zahlen, Daten, Fakten.</p>
<p><strong>Dirk:</strong> Genau, lasst uns wissen, was ihr gerne hören wollt. Ansonsten fabulieren wir einfach selber weiter. Bis dann.</p>
<p><strong>Susanne:</strong> Bis dann.</p>]]></content:encoded>
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